Ich war dann mal weg

31. März 2013 geschrieben von Mediritter

So, da bin ich wieder. Ich war jetzt ein “paar” Wochen weg. Naja, nicht wirklich weg. Aber ich hatte einfach keine Lust, hier was zu schreiben. Sorry! Ich bin es einfach nicht gewohnt, soviel arbeiten zu müssen. Während der Vorklinik hatte ich immer 2 bzw. 3 schöne Monate Ferien, weil ich dank Zivildienst kein Pflegepraktikum ableisten musste. Da hab ich mich dann quartalsweise immer weggelötet. Bei den Famulaturen in der Klinik ist damit leider Schluss. 9 Monate Bettenschieben werden dafür nicht angerechnet, schade aber auch.

Also was hab ich gemacht? Anfang Februar haben wir Prüfungen geschrieben: Anästhesie/Innere/Chirurgie, Urologie, Mikrobiologie, klinische Chemie, ähhhhhh…., klinische Pharmakologie und Pathologie. An zwei Tagen. Danke. Mir gings eigentlich in jeder Klausur gut, außer in Pathologie. Da waren es 30 echt fiese Fragen mit Themengebieten, die wir noch nichtmal im Ansatz hatten. Also habe ich versucht anzukreuzen, was ich denke, was die Prüfungsausdenkmenschen denken, was ich wissen müsste. Am Ende habe ich 12 richtige Antworten durchgezählt und mich gefreut, weil das ja die Mindestanzahl zum bestehen ist. Nach Abgabe habe ich bemerkt, dass es 30 Fragen waren und dafür 18 richtige notwendig sind. Ups. Da müsste ich dann eventuell in den Recall.

Am Ende hab ich dann doch alles bestanden….und sogar richtig sehr gut. Sogar in Patho hatte ich ne 2. Mein schlechtestes Fach war Mikrobiologie mit ner 3, obwohl ich wie ein Idiot alle Erst- und Zweitlinientherapien für Pneumonien, Meningitis, Gastroenteritiden auswendig gelernt hatte. Und Leute, die nur gekreuzt haben, hatten ne 1. Ich muss meine Lernstrategie nochmal überdenken. Besonders stolz bin ich auf meine volle Punktzahl in klinische Chemie. Da hat sich nach einem sehr langen Kampf in der Vorklinik gezeigt, dass Biochemie am Ende doch mein bestes Fach wurde. Sonst hätte ich nicht gewusst, dass zur Glucose-Analyse das Blut in eine Fluorid-Lösung gegeben wird. Denn: Fluor hemmt die Enolase in der Glykolyse, deswegen ist es auch in Zahnpasta. Sorry, Nerdmodus aus.

Im Januar und Februar war das mit den Prüfungen aber auch ein Kampf. Morgens um 8.00 Uhr bin ich im Labor angetanzt und habe mich bis 13.00 Uhr einarbeiten lassen. Von 14.00-17.00 Uhr dann Uni-Kurse und von 18.00-23.00 Uhr war ich dann in der Bibliothek für die Prüfungen lernen. Hat mir jetzt doch nicht so viel Bock gemacht, wie ich gedacht hatte. Nach den Prüfungen gabs eine Woche frei, in der ich im Labor war, was zugegebenermaßen echt Spaß macht. Danach 30 Tage Famulatur. Ich hatte mich diesmal für die Innere entschieden. Anstatt ständig im Op zu stehen, wollte ich endlich mal Stationsarbeit lernen. Am Ende hatte ich ein paar hundert Blutabnahmen aufm Konto und fast so viele venöse Zugänge. Das sollte ab jetzt funktionieren. Ebenfalls wurde ich von den Internisten zu digital-rektalen Untersuchungen gezwungen! War am Ende doch nicht so schlimm, für mich jedenfalls nicht. Geht das jetzt also auch. Besonders doof: An vier Tagen musste ich während der Famulatur aussetzen, um einen ganztägigen Tierkurs zu absolvieren. Da lernt man den Umgang mit unseren lieben Labormäusen. Also chirurgische Nähte, Präparationen, Tierhaltung, lieb sein, Medikation und Tötung. Die vier Tage musste ich in der Famulatur am Wochenende nachholen. Also 3 Wochen am Stück arbeiten ohne freien Tag. Fand ich jetzt auch nich sooo toll…..aber gut.

Und jetzt habe ich noch 2 Wochen Ferien, in denen ich mich endlich intensiver mit meiner Doktorarbeit beschäftigen kann. So nebenbei und zwischendurch mal ein Paper lesen ist nicht so effektiv, wie das ein paar Tage lang ganztägig zu machen. Und ich mach das wirklich gerne, von dem her passts!

Nächste Woche beginnt das neue Semester, juhu. Endlich wieder Semesteranfangs-Feiern. Bis dahin!

Die nächste Reise beginnt

19. Dezember 2012 geschrieben von Mediritter

Heute war mein letzter Arbeitstag bei der orthopädischen Gemeinschaftspraxis, bei der ich jetzt seit dem Physikum ein Jahr lang gearbeitet habe. Eigentlich schade. Die Arbeit war eine schöne Abwechslung zum theoretischen Lernen und gelernt habe ich auch eine Menge. An einigen Tagen in der Woche habe ich im Op bei diversen Prothesen, Umstellungen und Plastiken assistiert, an anderen Tagen habe ich die Op-Dokumentation übernommen. Und einmal in der Woche habe ich die Anamnesen in der Sprechstunde gemacht. Das waren dann jeweils 6-12 Stunden, teilweise kamen so an einem Tag 90 Patienten zusammen. Wenn man das ein Jahr lang macht, dann spricht man ganz anders mit Patienten, tritt souveräner auf, weiß, wann man zur richtigen Zeit unterbrechen kann, kann auch mit schwierigen Patienten gut arbeiten und wirkt auch nicht so unglaublich verkrampft, wie man das von Kommillitonen aus den Untersuchungskursen kennt. Und vor allem lernt man, auf Geschwindigkeit eine zügige  und ordentliche Anamnese hinzubrezeln.

Naja, aber es muss ja weitergehen. Irgendwann hat man halt die Routine, da kommt dann nichts mehr neues dazu. Das nennt man dann zwar Arbeit. Aber da ich noch Student bin, muss ich weitersehen. Und so fange ich im nächsten Jahr eine experimentelle Doktorarbeit in einem Labor an. Das ist nach 2 Semestern öder Symptome-Auswendig-Lern-Klinik auch dringend nötig!

Gut, aber jetzt ist erstmal Weihnachtszeit!

Endlich wieder Stress

20. November 2012 geschrieben von Mediritter

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir der klinische Studienabschnitt bis jetzt noch nicht wirklich gut gefällt. In der Vorklinik hatten wir eine super Lehre, ständig Kurse und Seminare, in denen wir geprüft wurden und uns etwas abverlangt worden ist. Und jetzt ist es den Dozenten quasi wurscht, ob wir still im Kurs sitzen oder nicht. So lief das die ersten beiden klinischen Semester großteils ab, jetzt im dritten Klinischen hat sich ein bisschen was geändert. Der Stoff ist zwar immer noch dröges Auswendiglernen, denn auf Pathomechanismen wird kaum Wert gelegt; aber jetzt haben wir einen super Dozenten in Chirurgie bekommen. Er ist etwas klein gewachsen mit breiten Schultern, hat einen kahl geschorenen Kopf, sieht 10 Jahre älter aus als er ist, spricht gerne “fäkalisch”,- ist aber ein extrem netter Typ. Und: Er macht den bisher besten Unterricht mit klaren Ansagen und Tafelbildern. Nicht wie die meisten anderen Dozenten: “Geht mal in Zimmer 42, macht eure Untersuchung und kommt in ner Stunde wieder”. Er ist nicht bei allen beliebt, aber mich hat er derart motiviert, dass ich seit der zweiten Uniwoche wieder kontinuierlich mitlerne und am Stoff dranbleibe. Eben so, wie ich das in der Vorklinik gemacht habe.

Kontinuierliches Mitlernen wird in Zukunft auch etwas mehr nötig sein bei mir, denn ich habe endlich nach monatelanger Suche eine Möglichkeit bei einer Arbeitsgruppe gefunden, eine Promotion zu schreiben. Und das ganze ist auch noch eine laborexperimentelle Arbeit. Also genau der Bereich, gegen den ich mich 3 Jahre lang gewehrt hatte, ihn auch nur in Erwägung zu ziehen. Ich fand es nicht gerade prickelnd, jahrelang jeden Tag vor mich hin zu pipettieren und am Ende ohne Doktorarbeit dazustehen. Mittlerweile hab ich aber einfach Lust darauf bekommen, mal wieder in die Grundlagen zu gehen und nicht den ganzen Tag Anamnese-Klinik-Pathogenese-Diagnose-Therapie auswendig zu lernen. Also mal sehen, wies im Labor so werden wird. Ich berichte dann davon!

Famulatur Orthopädie: Check

16. Oktober 2012 geschrieben von Mediritter

So langsam hat sich bei mir herauskristallisiert, welches Fachgebiet ich nach dem Studium anstreben möchte: die Orthopädie. Seit dem ersten klinischen Semester arbeite ich im OP und in der Sprechstunde für ein Orthopädiezentrum, was mir so viel Spaß macht, dass ich mir das auch für später vorstellen kann. Dementsprechend bin ich im September für fünf Wochen in ein kleines Haus in meiner Heimatstadt in die Orthopädie gegangen, um meine erste Famulatur zu absolvieren.

Der Arbeitsalltag sah ungefähr so aus: Um 5.00 Uhr aufstehen, um 6.30 Uhr am Krankenhaus sein, Dienstklamotten besorgen, lange Gänge entlang laufen, Umziehen, lange Gänge und übers Gelände zurück auf die Station laufen. Um 7.00 Uhr begann die Röntgenbesprechung, die dann meistens auch schon wieder um 7.05 Uhr zu Ende war. Danach Visite bis 7.30 Uhr und um 8.00 Uhr war ich auch schon im OP zum Haken halten. Da ich schon ein bisschen OP-Erfahrung hatte, habe ich bei den OPs auch schon versucht, etwas aktiver mitzumachen. Was ich in den 30 Tagen auf jeden Fall gelernt habe, sind chirurgische Knoten. Wenn mir im Arztzimmer langweilig war (was anfangs leider öfter der Fall war), hab ich einfach geknotet, geknotet, geknotet. Am Ende durfte ich sogar die Fascia thoracolumbalis zuknoten, was aufgrund der Gewebespannung dort — für mich jedenfalls — gar nicht so selbstverständlich war.

Und da unseren PJ’lern die Stimmung im OP nicht sooo gefallen hat (Stichwort Pflichttertial), konnte ich gegen Ende hin fast täglich den ganzen Tag im OP verbringen. Ich finde die Stimmung dort oft super, teilweise wird in einer Tour nur Blödsinn gequatscht. Vor allem mit manchen OP-Schwestern kann man gut abfeiern. Ich könnte vor Lachen fast weinen, wenn vier OP-Schwestern um einen stehen und eine Schote nach der anderen raushauen, weil der Student mal wieder zu lange mit der Hautnaht braucht. Klar gibt es auch Chirurgen, die die Zügel etwas straffer halten, man darf die Kritik halt einfach nicht persönlich nehmen. Und wenn ich mal grundlos angeschissen werde, stelle ich die Sache meist sofort klar – man muss sich ja nicht alles gefallen lassen. Bis jetzt habe ich zum Glück noch niemanden kennengelernt, dem man so etwas nicht entgegnen konnte. Auch wenn ich weiß, dass es auch Choleriker gibt, bei denen das einfach nicht geht.

 

Schöön Semesterferien genießen

16. September 2012 geschrieben von Mediritter

Vor kurzem sind auch die letzten Klausurergebnisse in die Studentenbude geweht. Alles bestanden, alles tutti. Vor allem die Innere-Chirurgie-Klausur hatte es in sich, da war ich mir nicht sicher, ob ich bestehen würde. Letztendlich wurden auch vier Fragen aus der Klausur gestrichen. Zu Recht! Echt bescheuert, die Inzidenzen von bestimmten Krankheiten in fernöstlichen Ländern abzufragen oder Therapie-Strategien bei Tumoren abhängig von der Tumorgröße wissen zu wollen. Sei’s drum, der Endgegner Level 6 wurde getötet.

Nach den Prüfungen hab ich auch direkt mal die Seele baumeln lassen und mir meinen großen Wunsch erfüllt, nach bestandenem Physikum den Sportküstenschifferschein zu machen. Das ist so eine Art freiwilliger Führerschein, der bezeugt, dass man Segelyachten auch auf dem Meer gut steuern kann. Also bin ich mit einem Freund und sieben anderen Männern zwei Wochen im Ärmelkanal rumgesegelt und haben so das Handwerkszeug gelernt, das man auf der See eben so braucht. Schwierig im Ärmelkanal sind natürlich die Gezeiten. Da wir ohne GPS gefahren sind, mussten wir vor jedem Schlag die Wasserstände für jede Stunde ausrechnen. Das war ganz wichtig, da bestimmte Felsen um 16.00 Uhr noch aus dem Wasser schauten und um 17.00 Uhr schon nicht mehr zu sehen waren. So konnten wir auch schöne felsige Buchten ansteuern. Und wo Wasser fließt, da gibts auch Strömung. Manchmal muss man dann eben ein paar Stunden warten, um auszulaufen. Die Strömung im Kanal wird eben doch ein bisschen kanalisiert und ist ganz schön stark, da hilft auch kein Sturm um dagegen anzulaufen.

Unter Deck war es bei entsprechendem Seegang teilweise gar nicht so einfach. Ich wurde relativ schnell seekrank und hab das dann mit Reisetabletten weggeballert. Negativ: Macht auch müde. Aber schön bedöselt auf dem Deck chillen, sich den Wind ins Gesicht blasen lassen und das Meer anschauen ist auch ganz schön. 2 Wochen auf See nur mit Männern war aber auch anstrengend, vor allem gegen Ende hin, als unser 360-Dosen-Bier-Vorrat eliminiert war. Trotzdem war es einfach der Hammer, die Eindrücke vom Meer sind von einem Boot aus einfach durch nichts zu ersetzen und die praktische Prüfung haben wir am Ende auch alle bestanden.

Derma-Semester

9. Juli 2012 geschrieben von Mediritter

Jetzt geht so langsam die Düse gegen Ende des zweiten Klinischen Semesters. Irgendwie ist die Zeit so schnell umgegangen und wirklich gelernt hab ich für die Fächer, die jetzt geprüft werden, nicht: Dermatologie, Pathologie, Innere, Chirurgie, klinische Chemie stehen auf dem Programm. Dermatologie hat dabei das ganze Semester eingenommen. Ich war bei keiner Vorlesung und so wirklich Lust auf Lehrbuch-Durcharbeiten hatte ich auch nicht. Jetzt sitz ich hier, kreuz alle Altklausuren durch und hab das Gefühl, ein schlechter Student zu sein. Wobei die Motivation, Derma zu lernen, auch vom Ekelfaktor abhängt. Also ich kann stundenlang im OP über offenen Knien hängen. Aber die Fotos von so manchen Hautkrankheiten lassen meine Gesichtsfarbe regelmäßig grün-bläulich erscheinen. Sorry liebe Hautärzte, aber das ist teilweise echt grenzwertig.

Innere und Chirurgie hab ich dafür gelernt. Ehrensache! Viel für die Prüfung, hab ich das Gefühl, wird mir das aber nicht helfen. Ganz komische und auch sinnlose Fragen. Kostprobe: Inzidenz des Ösophagus-ca bei Männern in Europa? Antwort: 6/100.000! Ist natürlich äußerst wichtig zu lernen! Was wollen die uns mit solchen Fragen sagen? Dass wir sämtliche Inzidenzen für alle Krankheiten auswendig lernen sollen? Naja und klinische Chemie wird irgendwie vom Biochemiewissen der Vorklinik und Innere-Lernen ganz gut abgedeckt. Wäre da noch Pathologie: Die Klausur geht über die Vorlesungen von zwei Semestern, wobei ich jetzt eher nich so der regelmäßige Vorlesungsgänger war. Aber falls ich durchfallen sollte, arbeite ich das Patho-Buch in den Ferien gaanz sorgfältig durch!

Meine erste Fortbildung

3. Juni 2012 geschrieben von Mediritter

Die Überschrift klingt, als wäre ich schon ein alter Sack. Auf Fortbildung und so…. Ganz so war es nicht. Ich hatte mich für ein Studenten-Seminar des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen angemeldet: “Nur Mut, Chirurgie zu Mitmachen”. Programm: Zwei Stunden Vorträge, Mittagessen, Workstations, Abendessen, Ende.

Das Mittagessen war super! Tortellini mit Kapern und anderen Leckerli. Danach wurden wir auf die Zimmer mit den Workstations aufgeteilt. Angefangen hat meine Gruppe bei den chirurgischen Knoten. Ziel sollte es sein, eine Schnittwunde am Schweinefuß zuzunähen. Weil wir aber mit dem großen Nahtmodel und den Riesenfäden zu lange gebraucht haben, war für den übel stinkenden Schweinefuß am Ende leider fast keine Zeit mehr da. Dafür haben wir von der lieben Firma Braun einen fetten Nahtordner mit Nahtfibel und eine riesen Hand voll echter Ligaturen bzw. Fäden mit Nadel bekommen. Damit kann man zuhause auch endgut üben.

Anschließend gabs dann die Übung Thoraxdrainage. War auch super organisiert. Wir durften einem echten Schweinetorso durch die Rippen eine Thoraxdrainage legen und dort auch festnähen. Hat Spaß gemacht, schön praktisch. Dann kam meine Lieblingsstation: Osteosynthese 😀 Schön mit nem Bohrer nen K-Draht in den Femur bohren und danach mit dem Riesen-Bohrer das Loch für den Marknagel durchfräsen. Am Ende durfte ich mein knöchernes Meisterwerk sogar mit nach Hause nehmen. Nicht besonders sinnvoll, aber wenigstens liegt jetzt ein Kunststoff-Knochen auf meinem Bücherregal.
Die vorletzte Station war der Laparoskopie-Trainier. Ich find minimal-invasive Chirurgie ziemlich öde, weil man als Assistenz nicht viel zu tun hat. Man sieht zwar viel, aber irgendwie “little incision, little brain” :P. Trotzdem war die Workstation mit die Beste!!!! Wir durften mit echten Laparoskopen, Kamera usw. in ein Plastik-Abdomen reinleuchten. Ein Student hat die Kamera gehalten, der andere hat mit zwei langen Klemmen aufgaben erledigt. Eine Aufgabe war zum Beispiel eine Streichholzschachtel im Abdomen zu öffnen, ein Streichholz zu entnehmen, es anzuzünden und damit eine Kerze zum Brennen zu bringen. War endschwierig, aber ich habs geschafft! 😀

Den Abschluss bildete ein Gipskurs und das leckere Abendessen, bei dem ich mich mit 8 Currywursten vollgestopft hab! Saugut wars, kann ich jedem empfehlen.

Klappe Klinik die Zweite

6. Mai 2012 geschrieben von Mediritter
1.-Mai-Fest am Flughafen Tempelhof. Sommer in Berlin ist nicht gut für das Studium.

Das zweite klinische Semester hat für mich irgendwo im Süden Bayerns angefangen. Anstatt die erste Uni-Woche damit zu verbringen, mich an das Uni-Leben zu gewöhnen, hab ich einen alten Freund in Passau besucht und die Woche dort durchgefeiert. Ein paar Pflichtveranstaltungen musste ich schwänzen und dann relativ hastig Kurse, Materialien und alles organisieren, als ich wieder da war. Hat sich aber gelohnt, bin dann doch relativ trinkfest in das neue Semester gestartet.

Das fing mit dem Blockpraktikum Klinische Chemie an. Also quasi Biochemie, ohne die technischen Details verstehen zu müssen. Vielleicht hätten wir am dem Blutzucker-Tag vorher nicht drei Speiseeis in uns reinwürgen sollen und vor dem Blutfettbestimmungs-Tag nicht ganz so viel Fleisch essen sollen. Aber irgendwie braucht man ja eine Erklärung für die Verdopplung der LDL-, TAG-, und Cholesterinwerte eines dummen Studenten!

Und morgen darf ich zum zweiwöchigen Blockpraktikum Virologie/Mikrobiologie/Hygiene antanzen. Die Lust steht mir quasi ins Gesicht geschrieben. Vor allem, da ich letztes Semester in keiner einzigen Vorlesung von dem Fach. Jetzt liegt hier ein 9-Euro-teures Praktikumsskript von unglaublicher Dicke vor mir, das ich durcharbeiten muss. Und zwar mitten im Semester, weil nach den zwei Wochen gibts eine Prüfung. Und das im Sommersemester bei strahlendem Sonnenschein in Berlin, wo es doch hier so wenig zu unternehmen gibt. Ich hab so Bock!

Wo sind meine Ferien

13. März 2012 geschrieben von Mediritter

Ich merke gerade, welche Vorteile mir mein Zivildienst in der Vorklinik gebracht hat: kein Pflegepraktikum in den Semesterferien. Ich hab jetzt ehrlich gesagt nichts gegen so 2-3 Monate Abgammeln. Aber damit ist jetzt Schluss : – (( Erstmal darf ich in den Ferien gerade eine Hausarbeit über einen Pankreas-Tumor schreiben und zweitens muss ich bald Famulatur machen. Die Famulatur auf der Gastro wird 2 Wochen dauern, für mehr Innere hab ich keinen Nerv. Weil ich kostenlos Arbeiten gar nicht mehr gewohnt bin und auch wegen der Hausarbeit.

In dieser geht es darum, wie man mit CT/MRT zwischen der gutartigen und bösartigen Version des Tumors unterscheiden kann. Und ich hatte noch keine Radiologie, darf mich erstmal mit komischen technischen Radiologie-Begriffen auseinandersetzen, ein Haufen englischer Studien durchlesen und die Ergebnisse in Tabellenform pressen. Und das Schlimmste: Ich kann nicht mehr richtig schreiben, meine Artikulation beschränkt sich mittlerweile auf Kreuzchen setzen. Am Anfang war es hart, so langsam rehabilitiere ich mich. Mal sehen, wie es nächste Woche aussieht, wenn ich vom Kurztrip aus Amsterdam zurückkomme.

Erfreulich in den Ferien waren bis jetzt noch die Veröffentlichung der Klausurergebnisse von Epidemiologie/Informatik/Biometrie und Pharmakologie. Alles bestanden!! Irgendwie komisch, dass die Menschen vom Institut für Geschichte ihre Klausur nach 2 Monaten immer noch nicht korrigiert haben, obwohl Prosa und MC im Verhältnis 50:50 war. Und Pharma war auch komplett mit Prosa zu beantworten, die is längst fertig korrigiert. Das witzige an Prosa-Klausuren ist, dass uns die Dozenten jedes mal aufs Neue sagen, dass das ja das erste und letzte mal wäre, dass wir im Medizinstudium eine Klausur mit echten geschriebenen Wörtern beantworten müssten. Erst Soziologie, dann Pharmakologie und jetzt noch Geschichte. Mal sehen, wie oft es noch das einzige mal wird….

Endlich Ferien

10. Februar 2012 geschrieben von Mediritter

Endlich ist das Semester vorbei. Besonders begeistert war ich am Schluss nicht mehr, vor allem von so manch komischen Klausuren. Geschichte Theorie und Ethik der Medizin war am Montag die erste Klausur, Allgemeine Pharmakologie die Zweite. Und diese Geschichtsklausur ging besonders beim Lernen so ein bisschen auf die Nerven. Da durften wir uns mit so netten Fragen rumschlagen, aus welchen Säften denn der Körper in der Antike angeblich bestand (gelbe Galle, schwarze Galle, Blut, Schleim – wens interessiert). Das Seminar dazu war dafür ganz nett, Freitags um 8.00 Uhr im Museum der Charité zwischen Vitrinenschränken mit hundert Jahre alten eingelegten Därmen und Feten.

Die Pharma-Klausur kam mir irgendwie bekannt vor. Achja, 95% der Fragen kamen aus Altklausuren 😀 Lief ganz gut, auch wenn Pharma lernen nich sooo zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört.

Gut war auch die Informatik/Epidemiologie/Biometrie-Klausur. Meine Lieblingsfrage: welches Gerät braucht man in einer Arztpraxis, wenn man einen DSL-Anschluss nutzen möchte (A: Router, B: Modem, C: Switch, D: Hub,…). Das Informatik-Seminar war aber nicht schlecht, ging so mehr in die Richtung Radiologie, Röntgenbildtechnische Sachen, Ausmessen von Organen auf Röntgenbildern usw., man konnte die Zeit aber auch gut auf 9gag.com nutzen.