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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Famulatur Innere/KH Bietigheim-Bissingen



Leelaacoo
20.10.2004, 22:33
So, jetzt schreib ich auch mal, auch wenns schon eine Weile her ist!!!

Wer die wundervolle Stadt Bietigheim- Bissingen nicht kennen sollte (und das ist auch nicht weiter schlimm), sie liegt so ziemlich genau zwischen Stuttgart und Heilbronn (in BA-WÜ...falls DAS auch nicht bekannt ist) und das dortige Klinikum gehört zu dem Kliniken Ludwigsburg-Bietigheim-Vaihingen (und Marbach? Ich glaub, das gibt es nicht mehr) und ist ein Lehrkrankenhaus der Uni Heidelberg. Es ist ein Haus der Grundversorgung mit Abteilungen in Innere (Innere 1 (Gastro) und Innere 2 (Kardio/Endokrinologie)), Chirurgie (UC mit dem allseits beliebten Prof. Fleischmann, dem "Herrn der Maden" und AC), Anästhesie, Radio und Gyn/Geburtshilfe. Daneben Belegbetten für Augenheilkunde. Und natürlich Psychosomatik (mit nur einem Arzt).

Ich habe im Frühjahr 2002 in der Inneren 2 bei PD Wolf famuliert und es war auch meine erste Famulatur, allerdings auch die beste von allen!
Ich war auf der Station M7, die zur Hälfte private Patienten beherbergte, so daß wir täglich die Ehre der Chefarztvisite hatten. PD Wolf (sofern er noch da ist...ich nehme es aber an) ist ein ruhiger Genosse und erklärte sogar mir unwürdiger Famulantin gerne mal EKGs und diverse DDs, die mir nach dem 5ten Semester allerdings noch sehr fern lagen. Trotzdem hatte ich bei den Visiten (sowohl CA als auch bei den normalen) immer das Gefühl, man nahm mich wahr und versuchte zumindest, Sachverhalte zu erklären (auch wurden mir kiloweise Bücher nähergebracht, so daß ich die halbe Zeit am Lesen war).
Der OA (Müller) dachte sogar an, mir doch ein Zimmer (ja, mit echten lebendigen Patienten) zu übertragen, aber das schlug ich dann angesichts meines nicht vorhandenen med. Wissens lieber doch aus.

Der Stationsalltag war sicher der gleiche, wie auf so ziemlich allen internistischen Stationen (Vampir spielen, Morgenkonferenz, Kurvenvisite, Visite, Aufnahmen, nochmal Visite, Rö-Konferenz etc.). Das Blutabnehmen wurde mir ziemlich zügig beigebracht (ja, warum wohl??? :-)) ) und es kam auch mal vor, daß ich die Station nebenan noch "mitbediente" (denn dort gab es die meiste Zeit einen einsamen AIPler, der es zwar voll drauf hatte, aber leider zu wenig Hände für zu viele Patienten)...und so mal locker auf 20 Abnahmen kam (aber nicht an allen Tagen). Lief etwas nicht, ließ sich meist jemand auftreiben, der den Patienten zum 3ten mal terorrisierte. PJler hatten wir zu diesem Zeitpunkt keine auf der Station (es gab ja nur 2 im Haus...sicher ideal, um auch mal etwas machen zu dürfen).
Nebenbei gab es diverse Möglichkeiten, von der Station zu entkommen (so zum Beispiel zu Gastroskopien/Koloskopien, in die Notaufnahme, in die UC...und Prof. Fleischmann zuschauen, wenn er ohne Betäubung gangränöse Großzehen bei Diabetikern amputierte ("Tuts weh?"- "Nö, spüre nichts"), diverse Sonos, Belastungs-EKG, Herz-Echo, SM- Implantation etc. etc.). Von der Bandbreite sicher optimal, nur Herzkatheter werden in Bi-Bi keine gemacht, dafür müssen die Patienten nach Ludwigsburg und ebenso, wenn ein MRT ansteht...dafür ist Bi-Bi stolzer Besitzer eines CT, der auch wann immer möglich genutzt wurde.

Ich wurde auch schon in der ersten Woche dazu angehalten, Aufnahmen alleine zu machen (erst mal ein Schmiß ins kalte Wasser, aber nur so lernt man ja)..und dann wurde es mit Stationsarzt u./o. OA besprochen und nochmal kurz nachuntersucht...iregndwie hat an der Uni ider U-Kurs und diverse Praktikas das Niveau dieser Lehr/Lernmethode nicht diesen Stand erreicht wie in dem relativ kleinen Kh...sollte einigen zu denken geben!

Auch habe ich einige Male an dem PJ-Unterricht teilgenommen (Radio, Innere, Gyn) und als dritte Frau auch immer genug gesehen/gehört/gelernt.

Also, an Möglichkeiten, etwas zu lernen, hat es nicht gemangelt (auch kenne ich seit dem 5ten Semester den primären Hyperparathyreoidismus, weil unser Stationsarzt ein begeisterter Endokrinologe war und wann immer möglich seltene Krankheiten mit noch selteneren Tests diagnostizierte).

Was Unterkunftsmöglichkeiten angeht, kann ich leider nicht mit Infos dienlich sein, aber es gibt da definitiv ein Schwesternwohnheim und auch ein PJler hauste dort, also bekommt man vielleicht sogar ein Zimmer auf Nachfrage :-nix
Essen kann man in der Kantine, und wenn man den mühsamen Weg zur Verwaltung nicht scheut, bekommt man auch kostenlos Kärtchen fürs Mittagessen (wobei ich irgendwie nie zum Essen kam...hmm...seltsam).

Was die Schwestern anging, konnte ich mich wirklich nicht beklagen (wobei ich sagen muß, daß ich auf eben dieser Station Pflegepraktikum gemacht habe und zufällig auch dort den Famu-Platz bekam, obwohl ich keine Präferenzen hatte)...sie waren fast ausnahmslos sehr nett und hilfsbereit ; und weil dort Ärzte zusammen mit ihnen frühstückten und auch sonst mal zusammensaßen, war die Atmosphäre sehr entspannt. Wie es im Moment ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Alles in allem, das wurde jetzt ein recht unstrukturierter Bericht, aber ich hoffe, ich habe meine Schuldigkeit getan und falls sich jemand von euch mal nach Bietigheim verirrt...viel viel Spaß und es ist sicher keine schlechte Wahl!!!

LG lee

Die Niere
21.10.2004, 09:54
Klasse Bericht...hat Spass gemacht ihn zu lesen.

Weiter so, die niere