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Tibia
25.02.2005, 23:47
Hallo Leute,

ich weiß nicht, ob ich die Einzige auf der Welt bin, der´s so geht, aber ich hab tiiiieeerrrrische Schiss vor meinem Chirurgie-PJ-Tertial. Dauert zwar noch ein Weilchen bis dahin, aber das lässt mir einfach keine Ruh.
Irgendwie hab ich eine totale OP-Phobie entwickelt. Ich bekomm Zustände schon allein mit der Kleidung (Mundschutz), dann das lange Stehen, die bösen Blicke der OP-Schwestern, die sagen: wenn du dich unsteril machst, kriegst du´s aber mit mir zu tun, naja und meine Blase ist auch nicht die beste :-/.
Ich bin da eher der Auskultations- und Perkussionstyp, fühl mich in der Inneren einfach zu haus und werde später ganz bestimmt NIE irgendwie chirurgisch tätig sein. Ich frage mich, ob man unter diesen Umständen vielleicht wenig bis selten im OP stehen könnte. Meint ihr, man kann dadrüber mit "seinem" Stationsarzt reden und er hätte Verständnis dafür?
Für mich wäre es einfach nur wichtig, bestimmte chirurg. Grundtechniken zu erlernen: anständige Wundversorgung, Lokalanästhesie etc...
Glaubt ihr, man wäre später ein schlechterer Internist, wenn man kaum im OP gestanden hat? Habt ihr ein paar Tipps für mich, wie ich mein Problem händeln könnte? Freu mich über eure Kommentare

Liebe Grüsse
Tibia

Xela
26.02.2005, 01:17
mmh, kann das schon verstehen, ich bin auch nicht so der op-lover und seh mich auch eher in der inneren oder anästhesie (dann aber auf der richtigen seite der "blut-hirn-schranke"). bei mir liegt das u.a. an einer ätzenden chirurgie-famulatur, wo ich stundenlang nur haken halten durfte, nicht einmal genäht habe und nur der arsch vom dienst war. statt dessen durfte ich mir sprüche anhören, wie: "was sie wollen um 16.00 nach hause gehen? das konnten wir uns früher nicht leisten, da gabs nicht so viele arbeitsplätze, da musste man als famulant was tun." (du *********! hast mir ja auch nichts beigebracht!)

in meinen blöcken habe ich mich in den operativen fächern auch eher gedrückt, um nicht an den tisch zu müssen. gucke gern einmal zu, aber schon die 2.ortho-op ist dann nicht mehr so spannend.

andererseits finde ich es wichtig, ein breitgefächertes wissen zu haben, wir werden eh schon zu fachidioten ausgebildet, da finde ich kann ein bisschen interdisziplinäres wissen nicht schaden. ich bin nicht scharf darauf, im pj im op rumzustehen und mich da von operateur und schwester anmachen zu lassen ohne ende, deshalb (und das ist auch mein rat an dich) gehe ich für chirurgie ins ausland, wo man sich hoffentlich besser um mich kümmert und ich auch mehr darf/lerne. wenn du dein chirurgie-pj an ner deutschen uniklinik machts wirst du dich drauf einstellen müssen, zeit im op zu verbringen. die rufen einfach auf station an und verlangen einen pj´ler in den op. wenn du mit jemandem auf station bist, der das gerne macht - lass ihm den vortritt. bist du aber der einzige pj´ler auf station haste pech gehabt.

kein stationsarzt wird dafür verständnis haben. das wird eher so rüberkommen, als wolltest du dich von vornerein verweigern und hättest eh kein interesse. man wird sich dann sicher noch weniger um dich kümmern. deshalb: lass es!

zum thema op-kleidung: angenehm find ich den mundschutz und die haube auch nicht, aber vielleicht bist du mittlerweile einfach bisschen zu sehr drauf fixiert? versuch dich dranzugewöhnen und es zu akzeptieren. geh vor der op nochma aufs klo - und wenn du ne wirklich schwache blase hast, versuch halt möglichst für nicht so lange eingriffe eingeteilt zu werden.

irgendwie kriegst du die 4monate rum, versuch mitzunehmen, was du mitnehmen kannst und wir sehen uns auf der inneren!

alex

Froschkönig
26.02.2005, 02:52
Irgendwie hab ich eine totale OP-Phobie entwickelt. Ich bekomm Zustände schon allein mit der Kleidung (Mundschutz), dann das lange Stehen, die bösen Blicke der OP-Schwestern, die sagen: wenn du dich unsteril machst, kriegst du´s aber mit mir zu tun, naja und meine Blase ist auch nicht die beste :-/.
Auch wenn ebenso nicht meine Fachrichtung ist, find ichs nicht ganz so schlecht, ne Ahnung vom Ablauf gängiger OP´s zu haben, aber wenn du dich maximalst drücken willst, dann soltest du für das Chir-Tertial in eine Haus gehen, in dem sich die Assistenten um die OP´s schlagen (also möglichst Personalstark und im vergleich Bettenschwach bzw. OP-schwach..und wo noch ein paar andere PJler da sind, da kannste nach gegenseitiger absprache normalerweise den OP meist vermeiden und Stationsdienst machen ;-)

Ich hingegen bin grad in nem kleinen KH mit wenigen Chirurgen überhaupt und eineige sind auch noch krank ich steh mindestens den halebn Tag im OP....aber mir machts ja auch nix aus ;-)

Knuble
26.02.2005, 11:35
Ich fands am Anfang auch nicht immer so berauschend im OP zumal ich halt kein Hakenhalter Fan bin sondern mich lieber für die Anästhesie interessiere. Aber ich sag es mal so, man muss mitnehmen was man mitnehmen kann, und glaube mir das bekommst Du auch rum. Also ich drück Dir die Daumen! Und einfach nicht unterkriegen lassen.

Übrigens muss man sich von den Hexen im OP (Schwestern) nicht alles gefallen lassen. Ich hab mich mal so mit einer angelegt das sie heulend raus rannte. Ich bin einfach zu arrogant und eingebildet um mir von so einer blöden Kuh was sagen zu lassen. :o)

el_corazón
26.02.2005, 12:15
Hallo Leute,
Ich frage mich, ob man unter diesen Umständen vielleicht wenig bis selten im OP stehen könnte. Meint ihr, man kann dadrüber mit "seinem" Stationsarzt reden und er hätte Verständnis dafür?


Kommt auf den Arzt an, aber ich kenn jemanden, der sein Chirurgie-PJ am Uniklinikum gemacht hat, ebenfalls nicht im OP stehen wollte und das auch durchsetzten konnte.
Aber es ist ja bei weitem nicht überall das OP-Klima so schlimm und wenn du dich vorher ein bischen umhörst, kannst du sicher auch ein Lehrkrankenhaus/bestimmte Stationen an deiner Uniklinik ausfindig machen, wo die PJler mit ihrem Chirurgie-Tertial glücklich waren. :-top

Dedi
26.02.2005, 12:21
Also bei mir gab's im Chirurgie-Tertial auch zwei, die gar nicht in den OP wollten und die haben das dann auch gesagt. Die beiden wurden dann entweder auf der Privatstation eingesetzt oder als zweite PJ auf einer Station. Und soweit ich weiß haben sie während des ganzen PJ nicht einmal den OP betreten... Fand ich zwar allerdings nicht ganz so lustig, da ich in dieser Zeit die einzige (OP-) PJ auf den drei allgemeinchirurgischen Stationen war - und ihr wisst, was das bedeutet... :-((
Obwohl ich am Anfang ganz bestimmt kein OP-Freak war bin ich bald recht gerne in den OP gegangen und auch freiwillig ;-) Und - oh Wunder - plötzlich wurde mir viel gezeigt und erklärt, ich durfte mitschnippeln, nähen und so. Freiwilliges Opfer wird anscheinend gewürdigt.
Auch mit den OP-Schwestern gab's keine Probleme. Wir hatten nur einen bösen, bösen, nervigen Lagerungspfleger...

Werwolf
27.02.2005, 13:54
Das dürfte eigentlich kein Problem sein, jedenfalls nicht, wenn Du ein bißchen "Arsch in der Hose" hast und Dich durchsetzen kannst. Ein Freund von mir war während seines Chirurgie-Tertials genau EINMAL im OP, und das auch nur, weil der Chef ihn mehr oder weniger überredet hat.
Er hat von Anfang an klar gesagt, daß er mit Chirurgie nicht so richtig viel am Hut hat (und haben wird) und deswegen nicht im OP als Hakenhalter mißbraucht werden will. (Mal davon abgesehen, daß der Lerneffekt beim Hakenhalten meistens eher gering ist, es sei denn, man gerät an einen netten Operateur, der erklärt, was er gerade tut und vielleicht auch mal den Blick auf´s OP-Feld freigibt...)
Mach den Leuten ein Angebot, das sie nicht ablehnen können. Sag, daß Du gerne Stationsarbeit machst (mit allen doofen Tätigkeiten, die dazugehören, Rehas anmelden, etc.) und bereit bist, da alles zu machen. Dafür sollen sie Dich halt mit OPs in Ruhe lassen. Wie gesagt- bei meinem Freund hat´s funktioniert, und man war ihm sogar irgendwann sehr dankbar, weil auf Station alles perfekt lief. :-top
Eine andere Möglichkeit ist, Dich im OP so unmöglich zu machen, daß man Dich nicht mehr einteilt. (Dazu gehört aber auch eine gewisse Dickfelligkeit. ;-) ) Dir wird schwindlig, und Du mußt abtreten. Du mußt total dringend für kleine Mädchen. Du hast Deine Tage, und es geht gerade gar nicht. Du hast so einen Hunger, daß Du binnen der nächsten halben Stunde hypoglykämisch auf den Tisch fällst, wenn man Dich jetzt nicht sofort zum Essen entläßt. Etc.pp. ;-) funktioniert auch :-))
Und davon abgesehen : Vergiß NIE, daß DU im Prinzip Arbeitgeber bist. Die kriegen Geld dafür, daß sie Dich ausbilden und Dir "etwas bieten". Wenn man sich dessen bewußt ist, kann man ganz anders auftreten und fühlt sich irgendwie zu nichts mehr verpflichtet. Also, versuch´s einfach so oder so, ich glaube, daß man gut um den OP herumkommen kann, wenn man da nicht drauf steht. :-))
Gruß vom Werwolf, OP-Fan (jedenfalls in der Unfallchirurgie, wenn´s nicht so lange dauert :-)) )

Tibia
27.02.2005, 20:49
danke euch :-)

@ Werwolf, na da waren ja ein paar interessante Ideen dabei :-))
werd dann mal versuchen, wie die sich in die Praxis umsetzen lassen ;-)

Sabine
11.03.2005, 17:09
ich bedanke mich auch mal gleich mit für die Kommentare - mir gehts ähnlich, ich reiße mich nicht wirklich um den OP.
Habe zwar nicht direkt eine Phobie, aber ich seh`s echt nicht ein, wie blöd fürs Hakenhalten ausgenutzt zu werden, dafür aber vielleicht nach dem Chir.tertial nicht mal nähen zu können... :-(
Wenn die Verhältnismäßigkeit stimmen würde, mal Haken, mal was selbst machen dürfen oder erklärt bekommen, sähe die Sache sicher auch bei vielen anders aus. Aber ich habe bis jetzt leider auch nix Gutes hier von der Chir. gehört.
Naja, aber ich denke, man kann sich schon irgendwie durchschlagen. Außerdem ist das dann mein letztes Tertial, so daß am Ende noch 20 freie Tage fällig sind!!! :-dance :-dance :-dance

Christoph_A
27.03.2005, 17:49
Ich will ja jetzt nicht schon wieder bös werden,aber was ist das denn bitteschön für eine Einstellung-ich will nicht in den OP,also mach ich nur Station? Wo kommen wir denn da hin? Wo ich PJ gemacht hab,wär das gar nicht gegangen,da in dem kleinen Haus in CH jede Hand gebraucht wurde (und zwar nicht nur zum Hakenhalten). Es ist doch ziemlich unkollegial,die ganze OP Hakenhalterei aus Bequemlichkeit den Leuten zu überlassen,die Chirurgie machen wollen oder denen,die sich dafür nicht zu schade sind. Wenn das einer mit mir gemacht hätte,dann wär dezent die Kuh geflogen,sowas geht ja nu wirklich nicht. Ich bin beileibe kein Fan der Chirurgie (schließlich werd ich ja Internist),aber die paar Monate im OP rumhängen,das kann man schon von jedem erwarten. Und wenn man zeigt,daß man sich nicht zu schade für was ist,dann kann man immer mehr tun als nur hakenhalten. So eine Einstellung finde ich,auf gut deutsch gesagt,beschämend!

Tibia
27.03.2005, 19:36
@ Christoph A

Ich bin mir nicht zu schade dafür, ich krieg dadrin nur einfach´n Kolla, auch wenn du sowas nicht nachvollziehen kannst. Sei froh, dass es dir nicht so geht. Ich würde im OP eher schaden, als nützen. Und das kanns ja auch irgendwie nicht sein. Ich habe sehr sehr viel Respekt vor den Leuten, die sich täglich im OP die Beine im Bauch stehen, das bedarf sehr viel Konzentration und Feinmotorik (okay manchmal auch Grobmotorik ;-))
So what, ich werd sehen, wie mein Chirurgisches Tertial läuft (ist ja noch ein Weilchen hin) und hoffe, dass ich da doch für irgendwas nützlich bin.

Liebe Grüsse
Tibia

Werwolf
27.03.2005, 20:16
Zitat: "... ziemlich unkollegial,die ganze OP Hakenhalterei aus Bequemlichkeit den Leuten zu überlassen,die Chirurgie machen wollen oder denen,die sich dafür nicht zu schade sind..."

Es geht bei "OP-Phobie" ja nicht unbedingt nur um Bequemlichkeit oder um "zu schade sein". Manche Leute KÖNNEN das halt einfach nicht, weil sie´s eklig finden und umkippen, etc. Oder weil sie Chirurgie als Fach einfach unglaublich furchtbar finden. :-nix
Und wenn man mit solchen Kandidaten (auch als Klinik) einen vernünftigen Deal macht, haben am Ende alle etwas davon: Ich würde als PJ-Verantwortlicher Internist oder Chirurg (also in den Pflichtfächern!) gleich am Anfang meine PJs fragen, was sie wollen. Wer interessiert sich für Chirurgie? Der muß zwar ran zum Hakenhalten, aber dem wird auch was geboten. (Zunähen, etc...) Und wer will mit Chirurgie NIE was zu schaffen haben? Möglichkeit a) Hakenhalten, Klappe halten, früh nach Hause oder b) wer auch nicht Haken halten kann/will, aber trotzdem irgendwie motiviert ist, was zu tun, der kann perfekte Stationsarbeit lernen, die anderen Docs dadurch entlasten und kriegt auch was geboten.
Ich glaube, davon haben alle Beteiligten etwas. (Für die Assis/Oberärzte ist es supernervig, total unmotivierte PJs zu haben, die ihre Null-Bock-Haltung offen raushängen lassen, gleichzeitig aberetwas geboten kriegen und "entertained" werden wollen.) Andererseits ist die mangelnde Motivation zu verstehen, wenn jemand ein Fach nun überhaupt nicht leiden kann und sich bloß ausgenutzt fühlt. Deswegen würde ich halt die komplett Unmotivierten auch in Ruhe lassen und nicht mit irgendwelchem Scheiß allzusehr quälen. Die sollen halt den üblichen PJ-Kram machen und dann halt früh nach Hause gehen.
Ich glaube, daß man Chirurgie schon ein bißchen mögen muß, und daß es sicherlich einige gibt, die dem absolut gar nichts abgewinnen können. Und wer Chirurgie halt gar nicht mag, der bräuchte sich in meiner Klinik (wenn ich den Cheffe wäre :-)) ) auch nicht mit dem OP zu befassen, sondern dürfte Stationsarbeit lernen. Die gibt´s nämlich überall, und wer Internist werden will, sollte eine Ch-Station ja allemal perfekt unter Kontrolle haben... :-D

Aber glücklicherweise sind ja in fast jeder "PJ-Charge"
;-) :-)) verschiedene Spezies. Die Bocklosen, die Bemühten, die Supermotivierten, etc. Insofern haut es auch meistens hin, wenn einer dabei ist, der für´n OP so absolut gar nicht zu haben ist. :-top (Und falls eine schwangere PJane dabei ist, müßte deren OP-Part ja auch von den anderen kompensiert werden...)

Sabine
28.03.2005, 13:52
Ich bin mir auch nicht zu schade zum Hakenhalten oder sonstiges, muß halt eben auch sein. Ich sehs nur nicht ein, nix erklärt zu bekommen und mich dann noch blöd anreden zu lassen. So oder ähnlich habe ich das halt von vielen, die schon in der Chir. waren erzählt bekommen.
Wenn ich schon für völlig umsonst (nee, stimmt nicht, meine Fahrtkosten für täglich 50 km muß ich ja auch noch abrechnen :-)) ) schufte, dann möchte ich wenigstens was dabei Lernen, sprich während den OPs was erklärt bekommen. Dazu ist die Ausbildung da, dafür bekommt die Uni nicht wenig Geld für die PJs, also denke ich, daß man da auch was verlangen darf.
Als PJ ist man nicht nur das Nutzvieh!

medimädchen
28.03.2005, 18:38
Als PJ ist man nicht nur das Nutzvieh!

...das macht mir alles soooo viel Mut für mein PJ :-top

Sabine
28.03.2005, 20:01
Nee, ist schon alles ganz ok., zur Zeit bin ich in meinem Wahlfach tätig und es ist echt alles super. :-top
Ich kann völlig selbständig arbeiten, entscheiden, eigentlich tun und lassen was und wie ich will. Wenn ich mir bei einer Entscheidung unsicher bin, frag ich meinen Doc, bzw. diskutiere kurz die Für und Wider meines Entschlusses und weiter gehts.
@ medimädchen: es geht auch wirklich gut im PJ, hängt halt immer seeehr von der jeweiligen Stelle ab.
Nur, um beim Thema zu bleiben: vor der Chir. fürchte ich mich halt, weil ich bis heute von dort wirklich nix Gutes gehört habe...

Christoph_A
28.03.2005, 20:04
Daß man als PJ nicht das Nutzvieh sein darf,ist mir auch klar und es ist logisch,daß,wenn mich einer nur als Hakendepp benutzt,mein Einsatz minimal ist,das ist kein Thema-und jede kann,aber muß nicht unbedingt sein Arbeit dann von mir abgelehnt wird.
Dennoch kann ich nicht verstehen,wie jemand sich komplett aus dem OP rausnimmt-das ist unsozial den anderen PJs gegenüber,die dann nur noch mehr schuften müssen. Solche Extrawürste können und dürfen auch nicht toleriert werden.
Medizin ist kein Wunschkonzert und manchmal muß man auch Sachen machen,die einem zutiefst zuwider sind-sowas hat durchaus charakterbildende Wirkung.
P.S.: Ich bin trotzdem froh,einen OP nur mehr zur Schrittmacherkontrolle betreten zu müssen!

Sabine
28.03.2005, 20:14
@ Christoph: also, daß sich jemand total aus dem OP abseilt, kann ich mir ehrlich gesagt, nicht vorstellen. Das wird wohl auch nicht praktikabel sein, denn so wie ich das bisher über "unsere" Chir. gehört habe stehst du eben früh auf dem OP-Plan eingeteilt und los gehts.
Daß du immer mal was machst, was dich nervt ist auch ganz klar, meinen Charakter bildet das zwar nicht, im Gegenteil, sowas geht mir dann halt am A*** vorbei (sorry :-blush ) aber diese Tätigkeiten hast du nun mal in jedem Job.
Wenn aber jemand, aus welchen Gründen auch immer, gar nicht in den OP Kann und will ( schwache Blase, Kreislaufprobleme, wasweißich) fände ichs besser auf denjenigen gleich ganz im OP zu verzichten und würde das jetzt auch nicht unbedingt als unkollegial empfinden. Macht dann halt Stationsarbeit.
Später stellst du für dich auch die Weichen: operativ oder eben nicht.
Und sooo viele "OP-Verweigerer" gibts ja auch wieder nicht, ich denk nicht, das das groß ins Gewicht fällt.

Christoph_A
28.03.2005, 20:19
Gottseidank fällt diese Zahl nicht ins Gewicht,da geb ich Dir recht. Was Dein eigenes Chirurgie Tertial betrifft-gib den Schlachtern eine Chance,sind viele recht nette Jungs und Mädels dabei,bei denen man auch mehr machen kann als Haken halten. Drück Dir die Daumen,daß Du an die Richtigen gerätst.

Sabine
28.03.2005, 20:23
Ich bin eigentlich ganz zuversichtlich- mit dem üblichen Anfangsbammel halt.
Aber ich denke auch, daß es schon laufen wird, wird immer alles nicht so heiß gegessen, wie's gekocht wird.

Werwolf
28.03.2005, 22:28
Keinesfalls ist man als PJ "Nutzvieh"! Und das sollte auch jedem PJ klar sein. :-)
Der PJ ist "Arbeitgeber", das Krankenhaus bekommt Geld dafür, daß dem PJ etwas beigebracht wird. Und wenn man sich dessen bewußt ist als PJ, hat man schon ein bißchen gewonnen... :-top :-)) Dann kann man auch gleich viel ungehemmter hingehen und sagen, daß man NICHT in den OP will (aus welchen Gründen auch immer), dafür aber bereit ist, sich auf Station den A... aufzureißen und da ordentlich was wegzuschaffen. Und mit den PJ-Kollegen läßt sich sowas auch regeln. (Tausche Hakenhalten gegen Blutabnehmen o.ä.) :-))
Also alles halb so wild... :-)