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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Radiologe mit Strahlenschäden !?



Dedi
21.03.2005, 12:16
Hallo zusammen,

da das mit der Neurologie-Karriere nicht so ganz klappt überlege ich, mich bei der Radiologenzunft zu bewerben. Doch leider habe ich als Obermemme ein klein wenig gesundheitliche Sorgen wegen der Strahlendosis, die sich im Laufe eines Radiologenlebens in einen hineinbrennt. Und Kinder hätte ich eigentlich auch ganz gern :-angel
Habt ihr eine Ahnung wie gefährlich das für Radiologen ist? Theoretisch müsste ja die Inzidenz von Malignomen und ähnlich unschönen Dingen bei Radiologen, MTRAs usw schon erhöht sein oder? Kennt ihr Zahlen dazu?

test
21.03.2005, 17:31
Ich kenne keine Zahlen dazu, allerdings kann ich dir sagen, dass jeder Mitarbeiter, der mit Strahlung zu tun hat, eine Strahlenplakete bekommt und wenn diese einen zu hohen Wert anzeigt, darf derjenige eine Weile nicht mehr mit Strahlen arbeiten. Als Radiologe hast du aber auch meist nicht sehr viel direkt mit der Strahlung tun höchstens in den interventionellen Bereichen und der Durchleuchtung. Bei Röntgen und CT ist ja normalerweise nicht der Arzt derjenige der am GErät arbeitet, sondern nur der, der am PC die Bilder befundet.
Wieso klappts denn nicht mit Neurologie, wenn ich fragen darf?

Dedi
21.03.2005, 19:25
Wieso klappts denn nicht mit Neurologie, wenn ich fragen darf?

Ganz einfach: weil mich keiner einstellt. Ich bin zumindest die nächsten 1 1/2 Jahre relativ ortsgebunden. Das erschwert das ganze. Allerdings bin ich bei zwei Kliniken in der engsten Auswahl. Es ist zwar bei beiden wahrscheinlich, dass demnächst eine Stelle frei wird, aber eben noch nicht 100% sicher. Das ist mir aber zu heikel und deswegen schau ich mich eben woanders um, zumal mir z.B. Neuroradiologie auch später auf Neurologie angerechnet werden würde, falls ich mich wieder umentscheiden sollte.

Auch wenn in der Radiologie Grenzwerte für die Strahlenbelastung gelten, da läppert sich doch einiges zusammen im Laufe der Jahre. Kann mir jemand meine Sorgen nehmen?

Die Niere
21.03.2005, 23:05
Der Chirurg im OPS wird bei der Durchleuchtung in seiner Karriere wohl mehr Strahlung abbekommen als der Radiologe, der sich sowieso nur die Bilder anschaut - ganz zu schweigen von dem Chirurgen, der dann noch 4mal im Jahr nach USA zum Kongress fliegt :-))

gruesse, die niere

Dedi
22.03.2005, 11:46
Da wage ich einfach mal die Behauptung, dass die interventionell tätigen Radiologen dann doch mehr Strahlung abkriegen als die Herren Chirurgen. Und ohne interventionelle ist Radio ja wirklich fast nur ein PC-Job (sollte mir eigentlich zu denken geben...).

PS:Es gibt bestimmt auch Radiologenkongresse in den USA :-top

DoktorW
22.03.2005, 15:59
Da wage ich einfach mal die Behauptung, dass die interventionell tätigen Radiologen dann doch mehr Strahlung abkriegen als die Herren Chirurgen. Und ohne interventionelle ist Radio ja wirklich fast nur ein PC-Job (sollte mir eigentlich zu denken geben...).

PS:Es gibt bestimmt auch Radiologenkongresse in den USA :-top

das denke ich aber auch!

thrombos
29.03.2005, 16:18
Radiologen bekommen mehr Strahlung ab wegen den Bildschirmen als wegen den Röngtengeräten! das ist nen Fakt!
ein internist bekommt sicher mehr ab, denn als kardiologe steht er auch in der intervention und die häuser sind nicht strahlengeschützt gebaut - radiologe abteilungen schon!
in einer radiologen abteilung gibts weniger strahlung als auf der wiese davor weil die terestrische Strahlung wegfällt!

ich hatte die bedenken auch bzw meine Mutter hat sie immer noch und fragt dauernd ob ich wirklich radiologin werden will

ist echt bedenknislos!!!

und wie meien vorredentr gesagt haben - chirurgen bekommen auf jeden fall mehr ab, kardiologen auch, strahlenonkos sowieso ....

alex1
30.03.2005, 03:21
Also ich behaupte mal dass Nukleearmediziner in einer Klinik mit NUKMED-Station die meiste Strahlung abkriegen.

thrombos
30.03.2005, 09:37
ja genau .... die hatte ich in meiner Liste vergessen :-blush

Herzstromkurve
01.04.2005, 16:10
Nee, wir Kardiologen sind die Weltmeister im Strahlen!!! :-))

Calvin
13.05.2005, 18:16
Radiologen gehen am Vorsichtigsten mit Strahlung um... wahrscheinlich weil sie die meiste Ahnung davon haben :-))

Das wichtigste ist immer der bewusste Umgang damit! Sich immer Gedanken zu machen:

Wann kann ich einblenden, wo kann ich Dosis sparen, wann muss ich nicht in die Nähe der Strahlung!

Radiologie ist übrigens längst kein so trockenes Fachgebiet wie allgemein behauptet!

thrombos
13.05.2005, 18:18
ppssscccchhhhht!!! verrat das doch nicht allen - sonst gibts da bald auch keine Stellen mehr!! :-wow

Protagoras
13.05.2005, 18:52
Wenn man die Daten aus dem Kauffmann nimmt darf man schlimstensfalls in einem Kontrollbereich mit höchstens 20mSv pro Jahr arbeiten. Diese 20mSv bekommt man aber nur ab, wenn man 24h 365 Tage dort arbeitet und die Strahlenbelastung voll ausgereizt wird.
20mSv verkürzen die Lebenserwartung um 6 Tage.
Das Risiko an einem malignen Tumor zu versterben beträgt 5,5%/Sv (5%solide + 0,5%Leukämie). Bei 20 mSv bleibt 1 pro mille. :-stud

Aber wer arbeitet schon ein Jahr neben der Röntgenröhre. :-dance
Ich glaube für Frauen ist da eher das Problem, daß man während Schwangerschaft und Stillzeit überhaupt nichts mit Radioaktivität machen darf.

Herzstromkurve
13.05.2005, 19:15
Ich glaube für Frauen ist da eher das Problem, daß man während Schwangerschaft und Stillzeit überhaupt nichts mit Radioaktivität machen darf.

Falsch, das ist ein Gerücht, nach der neuen Stahlenschutzverordnung dürfen Schwangere durchaus im Kontrollbereich arbeiten (müssen aber nicht):

"..bei schwangeren Frauen der fachkundige Strahlenschutzverantwortliche
oder der Strahlenschutzbeauftragte dies gestattet und durch geeignete
Überwachungsmaßnahmen sicherstellt, dass der besondere Dosisgrenzwert
nach § 55 Abs. 4 Satz 2 eingehalten und dies dokumentiert wird,.."
[StrlSchV 2001 § 37 Zutritt zu Strahlenschutzbereichen]

"(4) Bei gebärfähigen Frauen beträgt der Grenzwert für die über einen Monat kumulierte
Dosis an der Gebärmutter 2 Millisievert. Für ein ungeborenes Kind, das aufgrund der
Beschäftigung der Mutter einer Strahlenexposition ausgesetzt ist, beträgt der
Grenzwert der Dosis aus äußerer und innerer Strahlenexposition vom Zeitpunkt der
Mitteilung über die Schwangerschaft bis zu deren Ende 1 Millisievert."
[StrlSchV 2001 § 55 Schutz bei beruflicher Strahlenexposition]

...zu was der Strahlenschutzkurs alles gut ist... :-top

P.S. in der Röntgenverordnung steht dann noch:
"bei schwangeren Frauen, die nach Buchstabe a oder c den
Kontrollbereich betreten dürfen, der fachkundige
Strahlenschutzverantwortliche oder der Strahlenschutzbeauftragte dies
ausdrücklich gestattet und durch geeignete Überwachungsmaßnahmen
sicherstellt, dass der besondere Dosisgrenzwert nach § 31a Abs. 4 Satz
2 eingehalten und dies dokumentiert wird."
[RöV § 22 Zutritt zu Strahlenschutzbereichen]

Protagoras
13.05.2005, 21:03
...zu was der Strahlenschutzkurs alles gut ist... :-top

Wow, alle Achtung! :-top
Ich hatte den Fall der MTA in unserem Labor wohl verallgemeinert, die nur mal am "heißen" Labor an der Tür hereinluken durfte, als sie schwanger war und die doch recht ungefährlichen RIAs nicht machen durfte.

Calvin
15.05.2005, 00:52
@ thrombos:

Korrekt :-top

Rudiologe
10.11.2013, 21:47
Ich wollte für meine Frage keinen ganz neuen Thread aufmachen, da es schon mehrere verwandte Threads gab. Daher hole ich jetzt einfach mal den hier aus der Versenkung. Dass man als interventionell tätiger Radiologe ein bisschen Strahlung abbekommt ist ja klar. Mich würde mal interessieren, wieviel das genau ist.Jeder Radiologe trägt ja eine Strahlenplakette. 20 mSV sind ja die gesetzlich zugelassene Höchstgrenze. Aber wieviel mSV sammt man denn da so im Jahr wenn man viele Interventionen macht? Hat da jemand ein paar Zahlen parat, vielleicht sogar von der eigenen Plakette oder von Kollegen?