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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Do's und Don'ts - Promovieren in Göttingen



Gersig
21.10.2005, 15:10
Hey!

Dieser Thread richtet sich an alle die momentan in Göttingen promovieren oder vor kurzem promoviert haben. Welche Erfahrungen habt ihr in Bezug auf Betreuung und Durchführbarkeit eurer Doktorarbeit gemacht? Welche Tips habt ihr für Kommilitonen, die gerade auf der Suche nach einer Doktorarbeit in Göttingen sind?

Ich bin gespannt :-)

turinep
21.10.2005, 16:59
1. konstruktive Betreuungskonstellation für Promotionen in klinischen Fächern:
- Betreuer ist habilitationswilliger Assistent,
- Dr.-Vater ist Oberarzt mit Ambitionen auf Chefarztstelle.
In dem Fall gibt es genug Interesse am Gelingen der Dr.-Arbeit seitens der Betreuer.

2. abgeschlossene Vorarbeiten für experimentelle Arbeiten:
- Ethikantrag steht,
- Vorversuche zeigen einen Trend an,
- Methoden sind etabliert,
- konkrete Versuchsplanung liegt vor.

3. generell für experimentelle Arbeiten:
- ist das Material einfach und ohne Lieferengpässe zu beschaffen (wäre fatal, wenn man sich einen Monat freimacht und dann nichts schafft...)

Insgesamt glaube ich, dass für experimentelle Arbeiten in klinischen Fächern gilt, dass sie am ehesten zum Erfolg führen, wenn man von vorneherein das Gefühl hat, dass sich alles nach viel Arbeit anhört. Das gegenteilige Gefühl hat man nämlich am ehesten, wenn der Betreuer wenig Ahnung hat, wenn das gesamte Setting auf wackeligen Füßen steht oder wenn die Fragestellung einfach keinen großen wissenschaftlichen Wert hat. Dann kommt das böse Erwachen spätestens mit dem Zusammenschreiben, wenn man das was man getan hat kritisch darstellen muss.

Gersig
21.10.2005, 17:31
Hey, danke für deinen Beitrag! Bei wem hast du promoviert bzw. promovierst du gerade mit welchem Thema?

turinep
21.10.2005, 20:40
Bei Prof. Pieske (Kardiologie) - war im großen und ganzen eine sehr runde Sache:

Meine Arbeit hat thematisch an die Vorarbeit eines anderen Doktoranden angeknüpft und ich habe ausschließlich Methoden benutzt, mit denen mindestens einer im Labor schon mal gearbeitet hatte. Ein Großteil der Experimente wurde mit Kaninchenmyokard durchgeführt und das war bis auf drei/vier Mal in zwei Jahren im Überfluss vorhanden. Lediglich die Experimente mit humanem Myokard waren an die Zeitpunkte von Herztransplantationen gebunden und insofern leider nicht planbar - Versuchsnächte von 23:00 bis 10:00 Uhr nach Vorwarnung um 22:30 Uhr waren leider nicht zu vermeiden. Die Ethikanträge waren vorher schon mehrmals verlängert worden, also diesbezüglich kein Problem. Zeitgleich zum Diss-Schreiben hat mein Betreuer das Paper zusammengezimmert, wodurch ein recht produktiver Austausch zustande kam.

turinep
21.10.2005, 20:41
Ach ja - das Thema war:

"Die Bedeutung transsarkolemmaler Ionentransporte für die verzögerte Phase der positiven Inotropie nach Vorlaststeigerung von Kaninchen- und Menschenmyokard."

Klingt doch hochtrabend, oder?

Gersig
23.10.2005, 16:37
Klingt gut, ja :)