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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : frühe Habil anstreben



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onmiter
25.02.2011, 21:40
Hallo zusammen,

ich wollte mal fragen ob jmd von euch an der Uni arbeitet und nebenbei forscht mit dem Ziel nach dem Facharzt direkt die Habil anzustreben?

Mich würde interessieren in welchem Fach ihr das macht, wie ihr das zeitlich einteilt, ggf Abkommen mit dem Arbeitgeber/Chef etc.
Und wie ihr euer Ziel so früh wie möglich zu erreichen versucht.

Viele Grüße
Seb

Rico
25.02.2011, 21:46
Alle, die ich kenne waren während der FA-Ausbildung immer wieder für die Forschung freigestellt - entsprechend länger ging es dann bis zu FA-Prüfung.
Also 8-9 Jahre waren das dann nicht selten bis zum FA, dafür kam die Habil dann kurz dannach.
Dass es einer in 6 Jahren incl. Habil schafft ist IMHO eher die Ausnahme (wobei es auch das gibt).

hiddl
25.02.2011, 21:51
Alle, die ich kenne waren während der FA-Ausbildung immer wieder für die Forschung freigestellt - entsprechend länger ging es dann bis zu FA-Prüfung.
Also 8-9 Jahre waren das dann nicht selten bis zum FA, dafür kam die Habil dann kurz dannach.
Dass es einer in 6 Jahren incl. Habil schafft ist IMHO eher die Ausnahme (wobei es auch das gibt).
So ist es bei uns (Neuro) auch, wobei Freistellungen kostbar sind und die Leute mit der Habil nach dem Facharzt auch eher die sind, die gerne zwischen 22:00 und 2:00 arbeiten, weil man da so schön seine Ruhe hat :-wow. Meins ist das nicht, muß ich zugeben, ich hänge an meinem Schlaf und meiner Freizeit.

onmiter
26.02.2011, 12:39
Im Endeffekt läuft es ja auf das Gleiche hinaus, ob man nun 10 Jahre für FA und Habil braucht, oder erst 6 Jahre FA und dann noch 4 Jahre für Habil. Nur das man beim letzteren Weg sicherlich mehr Chancen hat direkt als Oberarzt bezahlt zu werden, sollte man sich gut angestellt haben.

Welche Erfahrung habt ihr mit dem Übergang 6Jahre Assi-> Facharzt und adnn direkte als OA arbeiten?

Gruß, seb

Assistent 3:16
02.03.2011, 20:54
Welche Neuro ist das Hiddl. Wie seht ihr die Chancen noch eine Habil zu schaffen wenn man seinen FA an einem nicht universitären Haus gemacht hat. Ist es realistisch noch eine Anstellung an einer Uniklinik zu finden mit einer Möglichkeit in einem überschaubaren Zeitraum sich zu habilitieren( naja meine vielleicht 4-5 Jahre).

apple
02.03.2011, 21:46
Ich bin in der Psychiatrie und hab jetzt die Hälfte der paper als Erstautor, die ich für die Habil bräuchte, ich denke schon, dass ich theoretisch in 1,5- 2 Jahren die nötigen paper habe und dann theoretisch sofort nach dem FA habilitieren könnte, bin aber auch grad mehr oder weniger freigestellt, wobei ich leider oft auf verschiedenen Stationen vertreten muss. Es ist in der Psychiatrie halt gut machbar, ab 17 Uhr zu forschen. Ich weiß nur noch nicht ob die Habil mein Wunsch ist, denn da hängen ja auch Pflichten dran :-nix, momentan macht mir nur das Forschen Spaß :-top
Ich denke, 4-5 Jahre sind die Mindestzeit wenn du erst nach dem FA anfängst für die Habil zu forschen, da gehen sicherlich auch einige WEs drauf, aber wenn es dein Ziel ist, zieh es durch, machbar ist es !

gnuff
02.03.2011, 23:23
...Es ist in der Psychiatrie halt gut machbar, ab 17 Uhr zu forschen. ...

macht sowas nicht unglaublich traurig? Forschen sollte man zwischen 8 und 16 Uhr und dann sollte man nach Hause gehen...

Kackbratze
03.03.2011, 00:22
vielleicht noch bis 17Uhr forschen, aber irgendwann ist doch auch mal die Familie dran...

flopipop
03.03.2011, 00:31
denn da hängen ja auch Pflichten dran

welche denn? meinst du damit die lehre oder eine arbeit als OA? hat ein habilitierter OA mehr pflichten als ein nicht habilitierter?

sodbrennen
03.03.2011, 11:25
Die Habil ist doch wie der Doktortitel: Man hat keine Pflichten, aber Möglichkeiten. Ich würde sagen, erst wann man die Möglichkeiten wahrnimmt, dann hat man auch entsprechende Pflichten, oder? :-nix

apple
03.03.2011, 19:13
Die Habil ist doch wie der Doktortitel: Man hat keine Pflichten, aber Möglichkeiten. Ich würde sagen, erst wann man die Möglichkeiten wahrnimmt, dann hat man auch entsprechende Pflichten, oder? :-nix

doch, man ist zur Lehre verpflichtet

apple
03.03.2011, 19:17
macht sowas nicht unglaublich traurig? Forschen sollte man zwischen 8 und 16 Uhr und dann sollte man nach Hause gehen...
Das geht aber nur wenn man für die Forschung freigestellt ist oder eine wissenschaftliche Stelle hat :-nix Mir macht es auch Spaß und mit meinen Freunden kann ich mich auch 20 Uhr treffen und Familie hab ich noch nicht, mit Kindern geht das natürlich nicht, deswegen nutz ich die Zeit jetzt. Ich träume auch von einer reinen Forschungsstelle bzw. einer 50% Kliniks und 50% Forschungsstelle, aber ob sich das erfüllen wird, ist die Frage :-?

gnuff
03.03.2011, 22:47
Das geht aber nur wenn man für die Forschung freigestellt ist oder eine wissenschaftliche Stelle hat ... Ich träume auch von einer reinen Forschungsstelle bzw. einer 50% Kliniks und 50% Forschungsstelle, aber ob sich das erfüllen wird, ist die Frage :-?
So etwas gibt es im Ausland. Das an Unikliniken erwartet wird, dass man in der Freizeit forscht zeigt doch einfach nur, wie wenig Respekt der Wissenschaft in Deutschland entgegengebracht wird... Papers für Professoren produzieren, um jeden Preis... :-wand

Feuerblick
03.03.2011, 22:52
Es gibt sogar Professoren, die meinen, sie könnten ihre forschungsfaulen Mitarbeiter (die einfach auch sonst genug zu tun haben) per Zwang zum Forschen in ihrer Freizeit "motivieren". Die Erwähnung der Tatsache, dass auch andere Chefs hübsche Kliniken haben, prallt an solchen Menschen ungehört ab... Soviel zum Thema Respekt gegenüber Mitarbeitern.

sodbrennen
04.03.2011, 00:54
doch, man ist zur Lehre verpflichtet

hmmm, bei uns ist das anders. Da macht man davor auch schon Lehre und braucht die auch für die Habil, die ja die Lehrbefähigung darstellt. :-nix

Sollte sich die Tatsache, wer lehrt, nicht eher nach den Stellen richten? Angenommen, es habilitiert kaum jemand, dann ist die Lehrbelastung ja ziemlich hoch, man kann es aber schlecht steuern und die Leute zur Habil treiben, oder?

Kackbratze
04.03.2011, 01:10
"zur habil treiben", wie nett formuliert.
Es werden sich immer Leute finden, die das machen wollen.

Und zum lehren werden doch schon die Assistenten verdonnert, das bischen Vorlesung, was Manche da abliefern, ist eher peinlich als "Lehre".

sodbrennen
04.03.2011, 12:01
Ich kenne mehrere Unis, die spezielle Programme zur Förderung/Unterstützung der Lehre haben, die speziell für Habilitierende gedacht sind. In München gibt's, soweit ich weiß, sogar eines speziell für Mediziner. Teilweise ist das Zertifikat sogar Voraussetzung für die Habil. Mittlerweile werden sogar so moderne Lehrmethoden wie Ted-Abstimmung dort eingesetzt und Untersuchungskurse werden unter Beratung von "Lehrprofis" überarbeitet.
Da ändert sich derzeit also einiges.
Vielleicht ist das ja noch nicht an allen Unis angekommen. :-D

Kackbratze
04.03.2011, 15:03
Man kann sowas auch blockieren. ;-)

Ich verstehe aber auchnicht, wie man die Lehre komplett von TEDs oder Bewertungen abhängig machen will.
Dann kommt eher der Umkehrschluss, dass die Lehre sich nicht mehr am Wissen, sondern an den Studenten orientiert, und seien wir mal ehrlich:
Der Prof/Dozent mit dem lauesten Unterricht und den einfachsten Klausuren gewinnt doch bei der Mehrheit, oder?

apple
04.03.2011, 15:05
hmmm, bei uns ist das anders. Da macht man davor auch schon Lehre und braucht die auch für die Habil, die ja die Lehrbefähigung darstellt. :-nix

Sollte sich die Tatsache, wer lehrt, nicht eher nach den Stellen richten? Angenommen, es habilitiert kaum jemand, dann ist die Lehrbelastung ja ziemlich hoch, man kann es aber schlecht steuern und die Leute zur Habil treiben, oder?
ich meinte Vorlesungen, die darf man ja erst machen wenn man habilitiert ist, Seminare etc. muss man vorher machen, das stimmt, die müssen wir Assis auch machen. Aber man ist mit der Habil eben auch verpflichtet VL zu machen, ist zumindest bei uns so :-nix Und Vorträge muss man dann ja auch viele halten bei Kongressen etc. Und das ist das was mich nerven würde :-?

sodbrennen
04.03.2011, 16:21
@apple: Bei uns gibt's den Unterschied zwischen offiziell und inoffiziell. Offiziell ist für die Vorlesung natürlich ein Habilitierter zuständig (wobei mir eine solche Verpflichtung abhängig von Habil oder nicht zumindest bei uns nicht bekannt ist); inoffiziell wird aber dann doch immer mal wieder ein Habilitierender ganz oder teilweise rangelassen.

@Kackbratze: Ich weiß nicht, ob wir aneinander vorbeireden: Das TED dient nicht zur Abstimmung über den Dozenten, sondern zum Einbinden der Studierenden durch Abfragen des Inhalts/Lernzielkontrollfragen mittels Abstimmung.