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Traumjob oder Albtraum? (Teil 2)

Perspektiven in der Not- oder Entwicklungshilfe - Gastartikel Via medici

Dr. med. Felicitas Witte

Zwischen Frust und Ohnmacht

Die Arbeit stellt hohe Anforderungen an die Entwicklungshelfer. „Improvisationstalent, Frustrationstoleranz und die Fähigkeit, abschalten zu können, sind gefragt“, erzählt Dr. Hauser. Dr. Butenop macht klar, dass man mit viel Leid konfrontiert wird. „Über Kindersterblichkeit zu lesen ist etwas ganz anderes, als kleine Menschen sterben zu sehen. Es frustriert mich, dass ich nicht immer helfen kann.“ Manchmal ist auch die Kooperation mit den Kollegen vor Ort schwierig. Dr. Houben beklagt, wie wenig einheimische Ärzte ihr Operationsspektrum erweitern möchten. „Viele Kollegen ziehen repräsentative und administrative Aufgaben den medizinischen vor.“ Dr. Christina Beckhaus, die sonst eine Praxis in Hessen führt, und ihre Kollegen von „Ärzte für die Dritte Welt“ behandeln täglich rund 300 Patienten im Medical Centre im Mathare-Valley-Slum in Nairobi. Die Menschen kommen mit HIV, Tuberkulose oder Tropenkrankheiten zu ihr. „Ich finde es sehr befriedigend, zu erleben, wie man mit einfachen Mitteln eine Menge ausrichten kann. Anamnese und klinische Untersuchung rücken in den Mittelpunkt“, erzählt sie. Doch es gibt auch Situationen, die die Chirurgin deprimieren: „Einigen Patienten könnten wir besser helfen, wenn sie eher kämen oder besser aufgeklärt wären.“ Manchmal fühlt sich die Ärztin machtlos. „Was wir ausrichten, hilft nur Einzelnen. Ich wünschte, der Gesundheitszustand der Menschen insgesamt würde sich langfristig bessern.“

Gelder fließen – doch wohin?

Kristin Maass arbeitet für die Nothilfeorganisation Cap Anamur. Die Kinderärztin behandelt ihre kleinen Patienten in einem Flüchtlingslager in Alebtong, Uganda, rund um die Uhr. Nachts wird sie bei Geburten gerufen oder wenn es Patien¬ten so schlecht geht, dass sie in ein Krankenhaus gebracht werden müssen. Zudem kauft sie Medikamente ein und kümmert sich darum, dass die Sauerstoffflaschen aufgefüllt sind und dass Solaranlage und Generator funktionieren.
Auch sie erlebt Situationen, in denen sie nicht helfen kann, obwohl dies in Deutschland möglich wäre: „Kürzlich konnten wir einem Kind mit schwerer Anämie keine Bluttransfusion verabreichen, und es starb.“ Bei Kindern mit Herzklappenerkrankungen weiß die Ärztin, dass sie langfristig nicht überleben werden, weil es in Uganda nicht möglich ist, Herzoperationen durchzuführen. „Demotivierend finde ich auch, wie korrupt das Gesundheitswesen hier ist. Gelder versickern in dubiosen Kanälen, das Gesundheitsministerium liefert versprochene Medikamente nicht.“ Doch auch Missstände zu Hause tragen zur schlechten Krankenversorgung in armen Ländern bei. Dr. Stietenroth beklagt die Haltung der deutschen Regierung in der Finanzkrise: „Eine Erhöhung des Etats für die Entwicklungszusammenarbeit wird endlos diskutiert, aber es ist kein Problem, mit Milliarden einer Bank zu helfen, deren hoch bezahltes Management sich aus reiner Gier verzockt hat.“
 

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