12.12.2003

Ausgabe 196/03

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(in Kooperation mit dem Springer Verlag und der Deutschen Ärzte-Versicherung)


Ein Geizhals ist ein Mann, der seine Finger nachzählt, nachdem er einem anderen die Hand gegeben hat.
(unbekannt)


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 Editorial
  

Hallo,
eine Nachricht sorgte diese Woche für Schlagzeilen: Harald Schmidt möchte sich eine Pause gönnen - ein Thema, das auch lebhaft in den Medi-Foren diskutiert wird. Dass Ärzte sauber und leserlich schreiben sollten, um nicht verurteilt zu werden, fanden wir eine Nachricht für unser Weblog wert, und wie man Medizin kunstreich ins rechte Bild setzt, erfahrt Ihr in der Rezension der Woche. Marco Robinson, Arzt im Praktikum, rät angehenden Studenten in unserem Ärzte-Interview der Woche: "Stellt Euch auf wenig Freizeit ein, und schminkt Euch den Porsche ab. Dann macht es. Ich mach es auch, und es gibt nichts besseres!"

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Bei Lehmann geht der Schotte um und so haben wir einmal günstige Fachbücher und Sonderangebote herausgesucht, die Ihr zum Schnäppchenpreis bequem nach Hause geliefert bekommt. Und schließlich gibt es in dieser Ausgabe den dritten und letzten Teil des Famulaturberichtes aus Äthiopien, in dem uns Maya Fehling auf eindrückliche Art und Weise von ihren Erfahrungen in einem der ärmsten Länder der Erde berichtet.

Bis zur nächsten Woche,
Jens, Lilian und Christian
Redaktion Medi-Learn.net

PS: In den Medi-Foren wird gerade eine der längsten Wortketten gebildet: zum Mitspielen hier entlang

  

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 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Up-to-date: Hausärzte und Harald Schmidt
2.Aktuelles aus dem Weblog: TCM, Arzturteil & Co.
3.Famulatur in Äthiopien (3)
  
4.Lachen ist gesund - Witz der Woche: Gynäkologen
5.Schottenzeit bei LOB: Sonderangebote und Schnäppchen
6.Gestöbert im Archiv: Überbringen schlechter Nachrichten
  
7.Zwischen den Zeilen: Medizin ins rechte Bild gesetzt
8.Geschickt geklickt - die Linktipps der Woche
9.Ärzte-Interview mit Marco Robinson
  
10.Impressum, Abofunktion, Mitarbeit
    
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 1. Up-to-date

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Die Umfrage: Hausarzt - vom Aussterben bedroht?
http://www.medi-foren.de/showthread.php?threadid=6036
  
Das Thema: Harald Schmidt hört (vorerst) auf !?
Direktlink zum Thema im Forum
  

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 2. Weblog: Immer auf dem aktuellsten Stand

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  TCM ist mehr als Akupunktur (09.12.2003 - 17:05)
   Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) steht seit einigen Jahrzehnten auch im Westen im Mittelpunkt des allgemeinen und ärztlichen Interesses. Nachdem sie zunächst von der westlichen Schulmedizin völlig verdrängt worden und auch in China in Misskredit geraten war, hat in den 60iger Jahren eine Neubelebung der traditionellen Heilmethoden stattgefunden. Besonders bekannt wurde im Westen die Akupunktur; aber auch andere chinesische Heilpraktiken haben bei uns Anerkennung gefunden. Das breite Spektrum der jahrtausendealten Medizin Chinas stellt dieser Einführungsbeitrag dar. [mehr Infos] (Jens)
  Nicht tot zu kriegen - Ursache für bösartige Tumoren (09.12.2003 - 16:53)
   Bestimmte Krebserkrankungen lassen sich anfangs gut mit Bestrahlung oder Chemotherapie bekämpfen, sprechen mit der Zeit aber zunehmend schlechter auf die Behandlung an. Wie Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum nun herausgefunden haben, liegt die Ursache dieser so genannten Therapieresistenz in zahlreichen Defekten des genetischen Selbstvernichtungsprogramms der Krebszellen. 
[mehr Infos] (Jens)
  Doc´s and drugs: Preis für virtuelle Poliklinik (09.12.2003 - 16:15)
   Zum ersten Mal hat das Land Baden-Württemberg den "virtuellen Lehrpreis" verliehen. Zweiter Preisträger ist das Projekt "Docs n' Drugs - Die virtuelle Poliklinik", das die Universität Ulm gemeinsam mit der Fachhochschule Ulm (FHU) realisiert hat. Docs n' Drugs ist eine Lehr- und Lernplattform, mit deren Hilfe Studierende der Medizin und medizinbezogener Studiengänge ärztliches Denken und Handeln interaktiv am virtuellen Patienten trainieren können. Sie ist fester Bestandteil des Studienplans "Medizin" an der Universität Ulm, vor allem für die Fachgebiete Infektiologie, Mikrobiologie, Gynäkologie, Kardiologie, Nephrologie und Pharmakotherapie. [mehr Infos] (Jens)
  Ein Fundstück aus vergangenen Tagen... (09.12.2003 - 15:35)
   ...haben wir für Interessierte aus dem Netz gefischt: Wer das Stöbern in antiquarischen Büchern mag, dem empfehlen wir das Blättern in Meyers Konversationslexikon aus dem Jahre 1888 (!) - von Christoph Aschoff online digitalisiert und verfügbar gemacht. Ganz interessant hier einmal die Begriffe 'Medizin' oder 'Arzt' zu lesen und die Art und Weise, in der die Enzyklopädisten der damaligen Zeit ihre Artikel verfasst haben, auf sich wirken zu lassen.
Zum Begriff 'Arzt' liest man dort u.a.:
"Ursprünglich ein Mann, der sich mit der Behandlung von Krankheiten beschäftigt, während heutzutage 'Arzt' in Deutschland ein Titel ist, den der Staat auf Grund einer umfassenden Prüfung: (1) in der Anatomie, Physiologie, pathologischen Anatomie (2) in der Chirurgie und Augenheilkunde (3) in der inneren Medizin (4) in der Geburtshilfe und (5) in der öffentlichen Gesundheitspflege durch eine Approbation erteilt. Diese Staatsprüfung kann an jeder deutschen Universität nach vorher eingeholter Bewilligung der 'Oberexaminationskommission des Landes' abgelegt werden. [...]

Nun gut: Die Landesprüfungsämter haben heute einen aussprechlicheren Namen als damals, aber die Fächeranzahl Ende des 19. Jahrhunderts stellt sich - um mit Loriot zu sprechen - übersichtlich dar. [mehr Infos] (Jens)
  Erster Labortest zur SARS-Impfung erfolgreich (05.12.2003 - 19:45)
   Erfreuliche und vielleicht vielversprechende Kunde lässt sich der aktuellen Ausgabe des Lancet entnehmen: Erste Laborversuche gegen SARS, die Krankheit, die nicht nur Asien in den vergangenen Monaten im sprichwörtlichen und wahrsten Sinne des Wortes in Atem hielt, verliefen erfolgreich. Ob und inwiefern damit eine Impfung in Aussicht steht, bleibt abzuwarten, aber in Anbetracht der Kürze der Bekanntheit der Erkrankung darf dies als wesentlicher Fortschritt und Grundlage zu Folgeschritten angesehen werden. [mehr Infos] (Jens)
  Arzt verurteilt.... (05.12.2003 - 16:30)
   ...zum Schönschreiben. Viele kennen es aus eigener Erfahrung, wenn während der Famulatur oder PJ ein Blick in die Krankenakten geworfen wird und man sich als Studi bemühen muss, um alles zu entziffern, was der Stationsdoc da so geschrieben hat. Zeitmangel ist sicher eine Ursache, die dazu führt, dass so manche Aufzeichnung schlecht lesbar ist. Doch es kann auch anders gehen: Ein Arzt wurde von einem Gericht zum Schönschreiben verurteilt, schreibt BILD. [mehr Infos] (Jens)

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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 3. Famulatur in Äthiopien (Teil 3)

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Das Drumherum - Essen
Fast jeden Abend waren wir zum Essen bei Ärzten oder Studenten eingeladen. Jimma ist eine Stadt mit eigenem Kino, einem großen Markt und 2-3 Internetcafes. Vielleicht noch ein paar Worte zum Essen. In Äthiopien gibt es, wie in vielen dieser tropischen Länder, viele Früchte wie Mangos, Bananen, Ananas und Papayas. Diese herrlichen Früchte werden auch zu Säften verarbeitet, die zum Teil seltsam kombiniert werden.

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So gibt es den so genannten „Spris“, der eine Mixtur aus Avocado, Mango und Papaya ist und dessen Geschmack und Dickflüssigkeit gewöhnungsbedürftig ist. Außerdem erwähnenswert ist der dortige Kaffee, der angeblich seinen Namen in der südlichen Provinz „Kaffa“ gefunden hat. Das traditionelle Essen besteht in einem pfannkuchenartigen Fladen – dem „Injera“, der als Teller verwendet wird und etwas säuerlich schmeckt. Er wird aus dem mir zuvor unbekannten Getreide „Tef“ hergestellt. Hierauf werden verschiedene, teilweise sehr scharfe Soßen mit oder an den Feiertagen ohne Fleisch serviert.
Dieses Injera ist die Lieblingsspeise aller Äthiopier und wird in allen möglichen Ausfertigungen morgens, mittags und abends gegessen. Nach 2 Wochen war ich dieser Speise überdrüssig, obgleich sie mit diesen verschiedenen vegetarischen Kombinationen durchaus lecker war. So entdeckten wir den Vorteil, der eine italienische Belagerung in der Vergangenheit mit sich gebracht hatte. Man fand aufgrund dieser Umstände viele italienischen Gerichte auf den Speisekarten, was zwar nicht gewährleistete, dass es diese auch wirklich an diesem Tag gab, aber wenigstens manchmal konnte man so seinen eigenen Speiseplan erweitern.
Auch hier wurde wieder deutlich, dass Äthiopien kein Touristenland ist und so die Restaurants auch nicht darauf eingestellt sind. Genau aus diesem Grunde war das Land jedoch auch so interessant und deshalb war es unnötig sich über solche Kleinigkeiten aufzuregen.

Unsere Reise

Wir hatten nach der Famulatur noch zwei Wochen Zeit, um uns Äthiopien anzuschauen, was lange nicht ausreicht. Da wir viel vor hatten, waren wir darauf angewiesen, Flüge mit der äthiopischen Airline zu buchen, da man durch die sehr schlecht ausgebauten Straßen sehr viel Zeit verlor.
Wir haben Addis besichtigt und sind dann nach Bahar Dar geflogen, einer Stadt am Tanasee, aus dem der Blaue Nil entspringt. Die Inseln auf diesem See bergen Klöster, in denen man die typischen christlichen Malereien Äthiopiens findet. Außerdem besuchten wir die berühmten Blue Nile Falls, die aber durch ein Wasserkraftwerk stark an Gewaltigkeit eingebüßt hatten. Nach Wanderungen durch die canyonartigen Simien Mountains flogen wir nach Lalibella, um das so genannte zweite Jerusalem, die Felsenkirchen Lalibellas zu besichtigen. Schon bald endete die Rundreise nach langer mühsamer Busfahrt wieder in Addis.

Eines der ärmsten Länder der Welt

Es gibt viel Armut in Äthiopien, die sich unter anderem in den vielen Bettlern widerspiegelt. Auch in Jimma gibt es Straßenkinder, die sich von Almosen, Abfällen und Diebstahl ernähren. Als wir nachts von einem Abendessen mit unseren Gönnern des Krankenhauses zurückkamen, musste ich erschrocken feststellen, dass sich die Plastiksäcke am dunklen Straßenrand bewegten. Bei genauerem Hinsehen erkannte ich fünf eng aneinander liegende Jungs. Man weiß bei solchem Anblick nicht wie man reagieren soll und letztendlich läuft man weiter mit den äthiopischen Studenten, die diese Kinder kaum beachten oder nur erwähnen, dass sie am Straßenrand aufpassen müssen, dass sie von vorbeifahrenden Wagen nicht überrollt werden.

Fazit

Die Famulatur war sehr lehrreich in jeder Hinsicht doch insbesondere, um die Verhältnisse in einem der ärmsten Länder dieser Welt kennen zu lernen. Um vielleicht eine Realität zu erfahren, die man so durch keine Berichte oder Dokumentationen wahrnimmt.
In der Stadt erscheint die Armut oft bedrückender als auf dem Land, wo die Familien zusammen in einer Strohhütte leben und sich von der Ernte ihres Feldes ernähren. Doch oft sind wir offen und herzlich empfangen worden und immer wurde uns ein Tee oder Kaffee angeboten, ganz gleich wie arm die Familie selbst war. Äthiopien ist kein typisches Touristenziel, vermutlich weil es so arm ist und keine berühmten Nationalparks besitzt. Aber Land und Leute mit ihrem riesigen kulturellen Erbe sind auf alle Fälle eine Reise wert.

Adresse des Krankenhauses:

Jimma University
Faculty of Medical Sciences
Administration
Jimma
Ethiopia

Leider nicht sehr informativ, die Homepage der Universität Jimma:
www.telecom.net.et~junv.edu/


Vielen Dank für die Bilder an S. Pöckl.

Famulatur in einem der ärmsten Länder der Welt

   
Autor(in): Maya Fehling (MayaF@gmx.de)
  
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 4. Lachen ist gesund - Witz der Woche

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Kommt ein arbeitsloser Gynäkologe zum Arbeitsamt und braucht unbedingt ne Stelle, egal welche. Fünf Minuten vorher war ein Maler da und hat unbedingt eine Hilfskraft gesucht. Kurzentschlossen vermittelt der vom Amt den Gynäkologen an den Maler. Nach ein paar Wochen kriegt er aber ein schlechtes Gewissen, ob das denn gut geht und ruft mal den Maler an, ob er mit dem Gynäkologen klar kommt. 'Klar,' meint der, 'der ist mein bester Mann!' 'Wie bitte? Aber der hat doch gar keine Ahnung vom Malern.' 'Das nicht, aber neulich sollte er bei einem Kunden das Treppenhaus streichen, aber der Kunde war nicht da. Trotzdem hat der Junge das ganze Treppenhaus gestrichen: Durch's Schlüsselloch!'

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 5. Schnäppchen und Sonderangebote renommierter Fachbücher

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Und zu schottischen Preisen gehört natürlich ein Schottenwitz:
'Was kostet die Fahrt zum Hauptbahnhof?' fragt ein Schotte den Taxichauffeur. 'Ein Pfund, Sir.' 'Und das Gepäck?' 'Das ist natürlich frei.' 'Okay', sagt der Schotte, 'dann fahren Sie schon mal mit dem Gepäck los. Ich komme zu Fuß nach.'

   
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 6. Gestöbert

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Seit mehr als 2 Jahren wird die Onlinezeitung an eine wachsende Zahl von Abonennten verschickt, die über diese lange Zeit auch viele interessante Artikel beigesteuert haben. Wir haben uns in das Archiv begeben und stellen Euch in der neuen Rubrik 'Gestöbert' pro Woche jeweils einen interessanten Artikel vor. Diese Woche: Dr. W. Oertel: 'Das Überbringen schlechter Nachrichten'

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 7. Zwischen den Zeilen "Medizin ins rechte Bild gesetzt"

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Titel: Farbatlanten der Medizin
Autor(en): Frank H. Netter
Verlag: Georg Thieme Verlag
ISBN: 3135240037
Preis: 119,00 Euro
Medizinlehrbuch

Die Ciba Collection of Medical Illustrations von Netter ist ein einzigartiges, grandioses Nachschlagewerk. Wer die Zeichnungen von Netter kennt,  weiß wovon ich rede.
In diesem 9 bändigen Werk ist neben den Zeichnungen, Röntgenbilder, Ultraschallbilder, Szintigraphiebilder, EKG´s, vieles andere zu betrachten. Im ersten Band geht es über das Thema Herz. Das Buch ist in 5 Sektionen aufgebaut.
Es beginnt mit der Anatomie des Herzens, gefolgt von der Physiologie und der Pathophysiologie. Hier findet man Erklärungen zu Vektorschleifen (wirklich anschaulich dargestellt), EKG`s, Untersuchungstechniken und noch vieles mehr. In Sektion 3 geht es um die Embryologie. Durch mehrfach farbige Abbildungen ist die Herzentwicklung sehr anschaulich dargestellt. Im Anschluss geht es dann um die angeborenen Herzerkrankungen. Diese sind einzeln durch Zeichnungen, Klinische Befunde, ECHO Bilder, EKG`S und Röntgenbildern erläutert. Man findet auch Zeichnungen im korregierten Zustand nach Operation, in denen Schritt für Schritt erklärt wird, was gemacht wurde. Als letztes Kapitel sind die erworbenen Herzkrankheiten beschrieben. Hier werden Krankheiten durchgesprochen, von Rheumatischem Fieber, Lupus, über KHK, Angina pectoris, Hypertonie bis hin zu Herztumoren. Einfach alle häufigen Krankheiten, die mit einer Herzbeteiligung einhergehen. Wie gesagt, auch die Klinik des Patienten ist in Zeichnungen dargestellt. Man sieht auf einen Blick, was bei dem Patienten auffällig ist. Wer nicht gut nur nach Text lernen kann, der findet in diesem Atlas die ideale Ergänzung. Auch die Texte sind flüssig und verständlich geschrieben. Für eine Klausur oder für das Examen ist dieses Werk auf jeden Fall zu umfangreich, aber als Nachschlagewerk wirklich nicht zu toppen.
Qualität hat auch ihren Preis, und mit 119 € ist jeder einzelne Band auch kein Buch, was man sich so eben mal kaufen würde. Aber wer zum Beispiel nicht weiß, was er sich zu Weihnachten, Geburtstag oder zum Examen wünschen soll, für den wäre diese Atlantenreihe mit brillanten Abbildungen eine Investition, die sich jahrelang bewähren wird.

   
Autor(in): Ilka Markmann (ilka.markmann@medi-learn.net)
  
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 8. Geschickt geklickt: 5 neue Linktipps

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In dieser Rubrik stellen wir Euch einen Ausschnitt aus dem Linkverzeichnis von Medi-Learn vor, das Ihr komplett unter der Adresse www.Medi-Seek.de findet. Falls Ihr auch eine oder mehrere interessante Webseiten für Medizinstudenten kennt, tragt sie doch bitte unter www.Medi-Seek.de ein.
Wir wünschen Euch viel Spaß bei Surfen.

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Diese Woche stellen wir Euch aus Medi-Seek.de vor:

Surftipp 1 FreeBooks4Doctors Klicks: 568
Auflistung verschiedenster Online-Literatur aus allen medizinischen Fachbereich, vom Atlas bis zum Wörterbuch, in mehreren Sprachen

Link:

http://www.medi-seek.de/Detailed/1783.shtml


Surftipp 2 Histologie Klicks: 562
Der Online-Histologie-Kurs bietet dem Studenten theoretische Grundlagen anhand der Vorlesungsmitschrift. Man kann eine wirkliche Fülle von histolodischen Präparaten nach verschiedenen Kriterien (System (z.B. Bronchialsystem), alphabetisch oder Präparatenummer) anklicken, auf Mausklick erhält man dann nähere Informationen zu den verschiedenen Strukturen, die studentenentsprechend angepasst ist, d.h. es wird nicht jede Zelle bezeichnet, aber jede für den Studenten wichtige Struktur.

Link:

http://www.medi-seek.de/Detailed/664.shtml


Surftipp 3 Pädiatrie-Kapitel aus DAS ZWEITE STEX Klicks: 561
Das komplette Kapitel Pädiatrie aus dem im Herbst einscheinenden Buch "Das ZWEITE Stex" kostenlos zum Download. Weitere Infos gibt es unter http://www.medi-learn.net/daszweitestex. (Server 2)"

Link:

http://www.medi-seek.de/Detailed/1504.shtml


Surftipp 4 Herz-Auskultation und mehr Klicks: 558
Praktische Untersuchung des Herzens von Hans-Heinrich Jörgensen

Link:

http://www.medi-seek.de/Detailed/875.shtml


Surftipp 5 Auskultationstrainer Klicks: 557
Hier könnt Ihr Euer Gehör zum Thema Herzgeäusche trainieren. Ob Systolikum, Diastolikum oder Rhytmusstörungen, alles vorhanden. In englischer Sprache.

Link:

http://www.medi-seek.de/Detailed/729.shtml

   
Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net (redaktion@medi-learn.net)
  
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 9. Ärzte-Interview mit Marco J. Robinson

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Wir möchten in der Reihe "Interview mit Ärzten" an dieser Stelle das Gespräch mit Herrn Marco J. Robinson (Arzt im Praktikum) veröffentlichen, der unseren kleinen Fragenkatalog wie folgt beantwortet hat.

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Beschreiben Sie bitte kurz Ihren studentischen Werdegang (Studienort, Studienverlauf, Studienzeit etc.). An welche Höhepunkte und auch Tiefpunkte während des Studiums erinnern Sie sich noch heute?
Studium an der Uni Hamburg, UK Eppendorf; keine Pausen gemacht, aber recht lange gebraucht (inkl. PJ 16 Semester). Schlecht war die Orientierungslosigkeit, man wurde kaum „an die Hand genommen“; schrecklich sind die Examina, der Lernaufwand und der Druck sind enorm. Höhepunkte sind eigentlich die teils gute Kameradschaft mit Kollegen (=Leidensgenossen) und das Erfolgserlebnis bei bestandenen Prüfungen. Die Lehre ist, zumindest in HH, als schlecht zu bezeichnen. Das Medizinstudium ist zu 85% eine autodidaktische Wissensvermittlung, die VL oder Seminare sind eher zeitraubend, und nicht gewinnbringend, da überfüllt.

Was haben Sie am Tag Ihres 3. Staatsexamens gemacht, nachdem Sie die Prüfung erfolgreich hinter sich gelassen und damit das Medizinstudium abgeschlossen hatten?
Meine Freundin und meine Familie hat mich abgeholt, mich beglückwünscht. Bin nach Hause gefahren und habe ein wenig mit der Familie gefeiert. War aber zu kaputt für große Aktionen, Prüfung ging über 4,5 Stunden, danach war Feierabend. Außerdem hatten wir einen todkranken Angehörigen, das hat die Situation gedämpft.

Mit welcher Motivation haben Sie das Medizinstudium begonnen, sprich warum haben Sie sich entschieden, Medizin zu studieren? Gab es den entscheidenden Augenblick/Situation, mit dem feststand „Jetzt weiß ich es: Ich studiere Medizin“?
War eine Art von Berufungserlebnis, wollte vorher Jura machen. War dann in der Abizeit 2 Monate in Mittelamerika und mir wurde bewusstgemacht, dass man Menschen hauptsächlich dann direkt helfen kann, wenn man unmittelbar etwas für sie tut. Helfen war schon ein wichtiger Grund. Bin gläubiger Christ, hatte auch damit zu tun. Daneben erschien es mir damals als attraktiver, weil anspruchsvoller Beruf, spannend und abwechslungsreich. Geld spielte bei meinen Überlegungen keine Rolle (zum Glück, wäre jetzt auch enttäuscht!)

Wie bewerten Sie diese Motivation rückblickend? Hat sie sich während des Studiums aufrechterhalten oder in welcher Form hat sie sich geändert?
Im Großen und Ganzen ja, allerdings kommen einem häufig Zweifel in der täglich angewandten Medizin, ob man dem Patienten tatsächlich etwas „Gutes tut“, und ob man überhaupt noch seinen eigenen Idealen gerecht werden kann. Das Studium ist eine Tretmühle, in der viele Motivationen auf der Strecke bleiben, für viele steht am Ende ein Karrierewunsch als Ausgleich für diese jahrelange Strapaze. Die Ausbildung in Deutschland ist schlecht, man muss selber sehen, was man daraus macht, auf diesem Weg geht einfach viel kaputt.

Wie sieht der Alltag als Arzt für Sie heute aus? Was macht Ihnen am meisten Spaß? Was am wenigsten?
Der Alltag ist lang (12h), stressig (oft weder Frühstücks- noch Mittags- noch Teepause), und schlecht bezahlt (1000 Euro nach 8 Jahren Ausbildung ist mau). Schön ist der Erfolg, der sich bei wirklich erfolgreich behandelten Patienten einstellt, und das Gefühl, dem Gegner Krankheit einen Sieg abgerungen zu haben. Nette Patienten sind das Highlight, und wenn man Glück hat, sind nette Kollegen auch eine tolle Sache. Am wenigsten Spaß macht es, dass man stets von neuem beginnt, überall wieder der Depp ist, nach dem Studium nichts kann, was sinnvoll ist und man nicht gerade motiviert wird. Auch das wird zum autodidaktischen Marathon (wie das Studium). Die Verwaltungstätigkeit ist Mist, die DRG-Geschichten sind irre bescheuert und man ist Zeuge des Irrsinns im Gesundheitssystems, ohne etwas dagegen tun zu können. Dienste sind (v.a. in der Inneren und anderen größeren Fächern der Hammer, sie werden im AiP nicht bezahlt und man ist ziemlich auf sich gestellt), sehr ätzend!

Welche Tipps würden Sie Studenten, die jetzt vor der Entscheidung stehen, Medizin zu studieren, mit auf den Weg geben?
Ich würde es mir sehr genau überlegen! Medizin ist nicht etwas, das man mal macht, weil man sonst nichts weiß, wie BWL oder Lehramt (´tschuldigung, aber hab ich von vielen so gehört, die es machen). Dann kann man sich gleich die paar Semester Arbeit und Geld (Bücher sind teuer, und in den Bibliotheken sind nicht immer die neuesten Auflagen…) sparen. Man sollte schon eine Faszination und eine Liebe für die Medizin haben. Man muss weder aus einer Arztfamilie stammen, noch beim Physikum wissen, welches Fach man machen will. Aber man sollte sich sicher sein, dass es Medizin ist, sonst hält man es eh nicht durch. Man muss sagen, dass das Studium langwierig und arbeitsintensiv ist, die Klausuren brauchen nicht selten einige Wochen Lernzeit (neben dem Unialltag), und es stehen davon teilweise bis zu vier in einer Woche an. Man sollte viele Dinge gleichzeitig tun und denken können.
Und man muss sich klarmachen, dass die theoretischen Grundlagen superwichtig sind, aber man nichts lernt, was einem auf den ersten Schritten im Berufsalltag hilft. Das ist so, weil die Ausbildung super praxisfern ist. Man sollte fleißig und gewissenhaft sein (auch für das Arztsein unabdingbar). Es ist ein langer und steiniger Weg mit wenig Spaßmomenten, außer natürlich untereinander mit Kollegen. Überlegt es Euch gut und auch nicht ein drittes Mal!
Stellt Euch vor, dass ein normaler „kleiner“ Hausarzt mindestens 6 Jahre Studium, davon 1 Jahr PJ, ohne einen Cent und dann noch 1,5 Jahre AiP (wird ja wohl angeschafft, aber was dann wird, weiß noch keiner…) zum Hungerlohn hinter sich hat, und dann noch 3,5 Jahre Minimum Berufserfahrung haben muss, um sich zur Facharztprüfung anzumelden. Dazwischen liegen noch hunderte Klausuren, Testate, Examina, Dienste, Freizeitmangel, Arbeit ohne Pausen und teils völlig übermüdet, hohe Erwartungshaltungen seitens der Arbeitgeber und der Patienten und deren Angehörigen und dann noch eine Facharztprüfung, und dann kann man sich einen Kredit aufnehmen und eine Praxis aufmachen und und und.
Stellt Euch auf wenig Freizeit ein, und schminkt Euch den Porsche ab.
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Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

   
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 10. Impressum / Abofunktionen / Mitarbeit

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