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Medi-Zeitung
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Die Gesundheit überwiegt alle äußeren Güter so sehr, dass wahrscheinlich ein gesunder Bettler glücklicher ist als ein kranker König. (unbekannt) |
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Editorial |
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Hallo,
kennt Ihr das Taranaki Base Hospital? Bislang vielleicht nicht, aber nach Leonie Frankes Erlebnisbericht über ihre Famulatur in Neuseeland dürfte sich dies schnell ändern. Und gleich noch einen Auslandsbericht liefert Magdalena Hagn, die über den dfa in Catalania auf Sizilien famulierte.
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Von kontroversen Diskussionen mit Fachleuten aus dem Gesundheitswesen berichten Maike Wilk und Christian Brenk, beide Mitglieder der AG Gesundheitsreform der Fachtagung Medizin. Und was Spiegeleier und Tschechen miteinander zu tun haben, nun: Wir wissen es nicht - bis auf die Tatsache, dass beide heute im Witz der Woche eine Rolle spielen.
Die Aufmachung der Kapitel ist erstklassig. Dies ist ein Fazit der Buchrezension zum Basiswissen Biochemie', die Ihr ebenso in der heutigen Ausgabe findet wie Linktipps zu den Themen Histologie, Neurophysio und einer Seychellen-Famulatur. Auch einen Klick wert: die aktuellen Forendiskussionen um die schwersten Fächer der Vorklinik und der Einkommensvergleich unter Ärzten. Und eine interessante Meldung am Schluss: Deutschland könnte ein Mangel an Chirurgen bevorstehen!
Bis zur nächsten Ausgabe,
Jens, Lilian und Christian
Redaktion Medi-Learn.net
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Repetitorien
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Der letzte Sommer vor dem zweiten Staatsexamen, die letzte Famulatur – eine gute Möglichkeit, noch einmal Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Meinen Freund brauchte ich nicht lange von Neuseeland zu überzeugen, das Ziel stand also schnell fest. Wir entschieden uns für die Bewerbung über das Internet. Die Adressen der Krankenhäuser konnte ich über die Webseite www.everybody.co.nz/hospitals ausfindig machen.
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Famulatur im Kiwi-Land:
Taranaki Base Hospital New Plymouth, Neuseeland
von Leonie Franke
Organisation
Wir schrieben ein Jahr vorher an cirka 30 öffentliche Krankenhäuser formlose
E-Mails, da private Kliniken in Neuseeland keine Studenten aufnehmen. Wir
erhielten vier Antworten, davon drei Absagen und eine Zusage, diese vom Taranaki
Base Hospital in New Plymouth. Danach ging alles sehr schnell und unkompliziert.
Die Bewerbungsunterlagen bekamen wir per E-Mail zugeschickt, dazu viele
Informationen über das Krankenhaus, die Unterkunft und die Stadt. Mit den
Bewerbungsunterlagen mussten wir ein „Immunization Record“ über sämtliche
Impfungen und Titer und einen Nachweis über einen negativen MRSA-Test
mitschicken. Um in Neuseeland ein Praktikum/eine Famulatur zu machen (auch
unbezahlt) braucht man ein Work Visa. Nähere Informationen und das Visum gibt es
bei der neuseeländischen Botschaft in Berlin (
www.nzembassy.com ). Im Gepäck für
Neuseeland sollten feste Schuhe, eine gute Outdoorjacke und ein Fotoapparat
nicht fehlen. Nicht gebraucht haben wir unsere weißen Kittel, Stethoskope und
Reflexhammer.
Ein Winter mit Einfachverglasung - die Unterkunft
Gewohnt haben wir im Westtown Staff Hostel des Krankenhauses, zusammen mit
Krankenschwestern, Ärzten und anderen Studenten. Das Haus verfügt nur über
Einzelzimmer (75$/Woche), eine Küche pro Flur, einen Aufenthaltsraum, Waschküche
und ein Schwimmbad.
Durch die Einfachverglasung der Fenster war es manchmal sehr kalt, zumal es nach
typical british style nur Laken und Steppdecken zum Zudecken gab. Dennoch ließ
es sich dort gut leben und die gemeinsamen Abende mit den anderen Bewohnern
waren immer sehr gemütlich.
Krankenhaus
Das Taranaki Base Hospital ist für neuseeländische Verhältnisse ein mittelgroßes
Krankenhaus mit 210 Betten. Es versorgt zusammen mit dem kleinen Hawera Hospital
(26 Betten, ca. 1 Stunde von New Plymouth) die gesamte Taranaki Region mit
insgesamt 102 000 Einwohnern. Nahezu alle Bereiche werden hier abgedeckt und nur in
schweren Fällen werden die Patienten in das nächste Haus mit Maximalversorgung
in Hamilton verlegt.
Zwischen Kaffee und Geburten – der Klinikalltag:
Ich verbrachte den Monat in der Gynäkologie. Dort waren eine Assistenzärztin
und vier Belegärzte für die gynäkologische Station, den Kreissaal und den
„Postnatal Ward“ zuständig. Die meiste Zeit verbrachte ich bei den Hebammen im
„Labour Ward“ (Kreissaal) und wurde von den Ärzten nur angepiept, wenn es etwas
Spannendes zu sehen oder machen gab.
Die Hebammen kümmerten sich sehr nett um mich. Ich betreute mit ihnen die
Schwangeren vor der Entbindung, war bei Geburten dabei und ging ab und zu mit
zu den Hausbesuchen. In Neuseeland wird jede Mutter in den ersten sechs Wochen nach der Geburt
regelmäßig von einer Hebamme besucht. Dabei kann sie zwischen einer Hebamme des
Krankenhauses und einer selbständigen sogenannten „Independent Midwife“ wählen. Als
mich die Hebammen ein wenig besser kannten, durfte ich alles rund um die Geburt
selber machen. Dazu gehörten die Betreuung vor der Entbindung, die Geburt des
Kindes und später die Untersuchung des Neugeborenen. Selbst ein Kind zu entbinden war ein wunderschönes Erlebnis und eine Erfahrung, die man bestimmt nicht
überall machen darf. Manchmal wurde ich auch nachts von den Hebammen gerufen, allerdings nur, wenn ich mich dazu bereit erklärt habe. Mit den Ärzten war ich nur selten unterwegs. Ich ging mit ihnen
zu Aufnahmeuntersuchungen oder in den OP, wo ich entweder zuschaute oder
assistierte. Grundsätzlich machten sie alle Eingriffe mit nur zwei Leuten, so
war ich immer erste Assistenz und konnte viel sehen und lernen. Allerdings war
das Arbeiten weitaus entspannter als ich es aus Famulaturen in Deutschland
kannte. Oft war fast zu wenig zu tun, wenn einmal keine Geburt oder OP anstand.
Dann traf man sich in der Cafeteria auf einen Kaffee oder Tee.
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Foto-Impressionen aus Neuseeland
(Bilder: Leonie Franke) |
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Küste von New Plymouth |
Mount Taranaki |
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Natur pur soweit das Auge reicht |
Die Ostküste von Neuseeland |
Nach einer Bergtour im Schnee ein Spaziergang am Strand –
Freizeit
New Plymouth ist eine kleine Stadt an der Westküste der Nordinsel mit nur 64 000
Einwohnern. Das wohl eindrucksvollste Wahrzeichen ist der Mount Taranaki, ein
2518 m hoher, aktiver Vulkan in der Mitte der Region. Er läd im Sommer zu
Wanderungen bis hoch zum Krater, im Winter zu mehrtägigen Bergtouren und zum
Skifahren ein. In unseren fünf Wochen in New Plymouth war er häufig in den
Wolken versteckt und ließ sich leider nur selten sehen. Die Einheimischen haben
ein Sprichwort: „Wenn der Berg nicht zu sehen ist, regnet es, wenn er zu sehen
ist, wird es regnen.“ Aber auch ein Spaziergang am Strand oder entlang der
vielen ausgewiesenen „Walkways“ war eine schöne Abwechslung nach dem
Klinikalltag. Am Wochenende machten wir Touren ins Landesinnere und an die
Ostküste. Oft bekamen wir dafür auch mal einen Tag länger frei. In Neuseeland
eignet sich zum Herumreisen besonders ein Auto, da man so viel von der schönen
und abwechslungsreichen Landschaft zu sehen bekommt. Das Taranaki Base Hospital
stellt für seine Mitarbeiter Mietautos sehr günstig zur Verfügung. Wir haben die
Ausflüge selten geplant, sondern sind einfach los gefahren. Man kann überall
in Backpack-Hotels übernachten und findet sich dank der Hilfsbereitschaft der
Neuseeländer schnell zurecht.
Am anderen Ende der Welt zu Hause – Fazit
Neuseeland ist ein wunderschönes Land. Ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt –
dank der freundlichen und netten Art, auf die man überall trifft. Die Erfahrungen im
Krankenhaus haben meine Erwartungen mehr als erfüllt. Alle waren sehr
hilfsbereit und immer bemüht, mir alles zu erklären. Ich habe viel gelernt.
Mit dem Englisch ging es von Anfang an gut, sodass ich auch viel mit den
Patienten kommunizieren konnte. Mit einem werdenden Elternpaar habe ich eine
ganze Nacht im Kreissaal verbracht. Ich habe sie nach der Geburt noch oft
besucht und von ihnen als Dank ein neuseeländisches Armband bekommen. Auch
jetzt besteht noch Kontakt zu ihnen und ich bekomme ab und zu Post aus
Neuseeland, was mich sehr freut. Mein Freund war in der Chirurgie und hat
ähnliche Erfahrungen gemacht. Von seinem Chef wurden wir sogar einmal zum Essen
eingeladen und haben einen sehr netter Abend mit ihm verbracht.
Gewöhnungsbedürftig fand ich die Ruhe, mit der die Ärzte an ihre Arbeit gegange sind. Alles
wurde mit viel Zeit und nie ohne einen Tee oder Kaffee im Anschluss erledigt. Am
Anfang war ich schnell ungeduldig, wenn es nicht so zügig ging, wie ich es
erwartete. Langfristig gesehen fand ich diese Arbeitsweise allerdings viel
netter und vor allem kommunikativer, im Verhältnis zu den Patienten und unter den Angestellten.
Wichtige Adressen:
Kontakt: [email protected]
Krankenhaus:
Taranaki Base Hospital
David Street
Private Bag 2016
New Plymouth 4620 - New Zealand
Kontakt für Bewerbung:
Susan Bowes ([email protected]
)
Links:
http://www.everybody.co.nz/hospitals (Liste Krankenhäuser)
http://www.nzembassy.com (neuseeländische
Botschaft Berlin)
http://www.neuseeland.de (gute Tipps für
die Reise)
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ist dort auch Neuseeland (passend zum Bericht) enthalten [zum
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| Autor(in): Leonie Franke ([email protected]) |
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Im Rahmen eines Workshop-Wochenendes der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (BVMD) hat die Arbeitsgruppe Gesundheitsreform Anfang Dezember in Ulm eine Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft des Gesundheitswesens in Deutschland“ veranstaltet.
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Medizinstudierende diskutieren mit Fachleuten über die Zukunft des
Gesundheitswesens in Deutschland
von Maike Wilk und Christian
Brenk (AG Gesundheitsreform der Fachtagung Medizin)
Teilnehmer waren die Geschäftsführerin der AOK Bezirksdirektion Ost-Württemberg, Sabine Schwenk, die Präsidentin der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr. Ulrike Wahl, Dr. Thomas Ruprecht vom Verband demokratischer Ärzte und Ärztinnen und der kaufmännische Direktor des Uniklinikums Ulm, Albert Schira.
Moderiert wurde die Veranstaltung von den Medizinstudierenden Christian Brenk und Maike Wilk von der AG Gesundheitsreform.In
dem mit über 80 Besuchern voll besetzten Hörsaal entwickelte sich eine lebhafte
und zum Teil kontroverse Diskussion um die Kernthemen Finanzierung des
Gesundheitssystems, Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit und Attraktivität
des Arztberufes in Zukunft.
Einig waren sich die
Podiumsgäste bei der Einschätzung, nur ein Kompromiss zwischen der von der
Regierung favorisierten Bürgerversicherung und dem Unionsmodell der
Kopfpauschale bzw. Bürgerprämie sei angesichts der politischen Situation in
Deutschland realisierbar.
Bei der Frage, ob weiterhin eine Rundumversorgung oder
vielmehr die Beschränkung auf die Sicherstellung einer Basisversorgung
realistisch sei, wollten alle Diskussionsteilnehmer an der Zielvorstellung des
für jedermann offenen Zugangs zu medizinisch notwendigen Leistungen festhalten.
Die Probleme bei der Finanzierung des Gesundheitssystems seien nicht, wie schon
zu lange versucht, über eine Kürzung oder Deckelung der Ausgaben zu lösen,
sondern nur über die Erschließung weiterer Einnahmen.
Kritische Fragen aus
dem Publikum zeugten vom Problembewusstsein und dem großen Interesse der
Anwesenden an der Zukunft des Systems, in dem sie nach Abschluss ihres Studiums
arbeiten werden.
Die
Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland ist der Zusammenschlußss
der Fachtagung Medizin e.V. und des Deutschen Famulantenaustauschs e.V. Fünf Mal
jährlich finden bundesweite Treffen statt, die dem
Erfahrungs- und Gedankenaustausch und der gemeinsamen Organisation von Projekten
dienen. Die Arbeitsgruppen befassen sich z.B. mit Medizinischer
Ausbildung, Auslandsfamulaturen, Flüchtlingen und Frieden, Sexualaufklärung, Palliativmedizin und der Gesundheitsreform.
Im Laufe des
Wochenendes in Ulm wurden 26 Workshops zu den unterschiedlichsten Themen
angeboten, unter anderem Projektplanung, Redeleitung, Evaluation und
Qualitätssicherung, Menschenrechte, Konfliktlösung. Außerdem wurden Projekte bestehender
Arbeitsgruppen weiterentwickelt, wie zum Beispiel „Mit Sicherheit verliebt“
(HIV/AIDS-Aufklärung in Schulen) und „AG Palliativmedizin“ (Projekt zur
Etablierung von Palliativmedizin in den Curricula). Angereist waren über 150
Medizinstudierende aus ganz Deutschland sowie einige internationale Gäste aus
Dänemark, Litauen und der Slowakei.
[zur Homepage Fachtagung Medizin e.V. (FTM) - klick hier]
[zur Homepage Deutscher Famulantenaustausch (dfa) - klick hier]
[zur Homepage GeMSA - klick hier]
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| Autor(in): Maike Wilk/Christian Brenk (AG Gesundheitsreform der Fachtagung Medizin) ([email protected]) |
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Kommt ein Tscheche zum Augenarzt. Dieser hält ihm eine Buchstabentafel vor, auf der die Buchstaben C Z W X N Q Y S T A C Z stehen. Er fragt ihn: "Können Sie das lesen ?"
"Lesen?" ruft der Tscheche erstaunt aus, "Ich kenne den Kerl!"
"Sie haben eine sehr seltene, sehr ansteckende Krankheit. Wir müssen Sie auf die Isolierstation verlegen. Dort bekommen Sie nur Kartoffelpuffer und Spiegeleier zu essen."
"Wie? Und davon werde ich dann wieder gesund ?" "Nein, aber das ist das einzige, was sich unter der Tür durchschieben lässt."
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| Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net ([email protected]) |
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Ich hatte bereits ein Jahr in Rom Medizin studiert und wollte im Sommer des gleichen Jahres eine Famulatur anhängen, um meine erworbenen Kenntnisse im medizinischen und sprachlichen Bereich zu erweitern. Ich habe mich für Sizilien entschieden, da ich nach Rom noch einen anderen Teil Italiens besser kennenlernen wollte. Auf den Rat einiger sizilianischer Freunde hin bewarb ich mich in Catania.
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Famulaturbericht Italien: S. Luigi /
Università di Catania
von Magdalena Hagn (LMU München)
Motivation
Catania leert sich im August nicht so stark wie die vielen anderen italienischen Großstädte, aus denen die Einheimischen vor der Hitze ans Meer fliehen. Da Catania direkt am
Meer liegt und dieses von der Stadt leicht und schnell, sogar zu Fuß,
erreichbar ist (was in Palermo nicht so ist), bleiben viele Catanesen dort und
es kommen sogar Touristen. Ich habe mir von der Famulatur sehr viel erwartet, auch wenn mir durchaus klar war, dass in Italien im August nicht gearbeitet wird. Überraschenderweise schienen
sogar die Patienten im Urlaub zu sein: In Italien wird man im August nicht krank
und man lässt sich nur operieren, wenn es ein Notfall ist. Trotzdem war ich
hochmotiviert und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt...
Vorbereitung
Ich habe, wie gesagt, schon ein Jahr in Italien studiert und bereitete mich deshalb nicht speziell auf die Famulatur vor. Ich hatte mich mit der italienischen Kultur,
Lebensweise, Politik und Sprache schon 10 Monate im Land selbst
auseinandergesetzt und fühlte mich durchaus bereit, mich in den sizilianischen
Sommer zu stürzen. Natürlich habe ich mir viele Gedanken gemacht und mich in
langen Gesprächen mit meinen sizilianischen Freunden informiert.
Da ich auch schon vor 4 Jahren mal Urlaub auf Sizilien gemacht hatte, war meiner
Meinung nach keine weitere Vorbereitung notwendig.
Fachliche Eindrücke
Meine Enttäuschung war aufgrund meiner (zu?) hohen Erwartungen ziemlich
groß. Wir, eine Gruppe von 40 Famulanten, wurden erst nach ca. 1 Woche den Stationen zugeteilt, was den
meisten anderen nichts ausgemacht hat, da draußen Temperaturen von etwa 40 Grad
herrschten und alle lieber ans Meer wollten. Mein Bericht oder
meine Sichtweise ist sicher nicht repräsentativ für die Gruppe, aber gerade das
hat mich in den 4 Wochen einige Nerven und mindestens 3 Monate meines Lebens
gekostet... Doch zurück zum Krankenhaus: Ich wollte gerne in die Chirurgie, die
dann aber leider nach 3 Tagen wegen Sommerpause geschlossen wurden.
Somit hatte ich eigentlich keine Aufgabe mehr. Den meisten anderen ging es genauso und weil keiner unsere Anwesenheit kontrollierte, ist der größte Teil der Famulanten dem Krankenhaus nach wenigen Tagen fern geblieben. Ich habe
durch Zufall den Chefarzt der Kardiologie kennengelernt, meine guten Italienischkentnisse waren mir hier hilfreich, der mich dann auf seiner
Station „aufgenommen“ hat. Leider war auch dort nicht viel zu tun, manchmal kam
gar kein Patient und ich musste feststellen, dass besagter Chefarzt wohl auch
andere Dinge mit mir im Kopf hatte, als mir nur die Kardiologie näher zu
bringen.
Ich habe ein paar Anamnesen und EKGs gemacht und bei Herzechos zugesehen. Sonst
haben wir Kaffee getrunken und gequatscht. Die 3 Tage in der Chirurgie habe ich im OP habe verbracht und bei einer Thyroidektomie und 2 Bauch-Ops zugesehen. An Haken halten, nähen oder andere Sachen
war nicht zu denken. In der letzten Woche sollte ich wieder in die
Chirurgie gehen. Als ich aber beim dritten Anlauf wieder mit den Worten
„Schätzchen, leg´ Dich ans Meer“ weg geschickt wurden, habe ich erstens die
Lust verloren und zweitens einen Tobsuchtsanfall unterdrücken müssen, da ich
KEINE, ÜBERHAUPT KEINE Lust mehr hatte, mich ans Meer zu legen. So bin ich
die letzten Tage wieder zurück in die Kardiologie mit gewohntem
Standardprogramm.
Sprachprobleme
Da ich in einem Jahr an der Uni gut italienisch gerlernt habe, hatte ich keine Sprachprobleme. In der Gruppe herrschten diese eher – zu meiner großen Überraschung waren wir nur drei,
die tatsächlich italienisch konnten. Meine Verwirrung war sehr groß, da ich oft
dolmetschen musste, auch im Krankenhaus, wodurch alles
komplizierter und in die Länge gezogen wurde. Meiner Meinung nach geht es ohne italienisch in
Italien nicht, da kein Italiener wirklich Englisch spricht, auch im Krankenhaus
nicht.
Beziehung zu den Gastgebern/Bevölkerung
Grundsätzlich muss ich sagen, dass die Sizilianer sehr
gastfreundlich sind, sich rührend um uns gekümmert haben und ich viele
neue Freundschaften während meiner Zeit dorz knüpfen konnte, die auch heute noch bestehen. Allerdings war es von
manchmal zu gut gemeint und durch das Motto „Entweder alle oder keiner“ kann bei 40 Leuten das Leben schwer werden. Es wurde gewartet, gewartet,
diskutiert und gewartet...
Wie gesagt, ich hatte schon einige sizilianische Freunde und wollte diese auch
besuchen, was dazu führte, dass einer der „Organisatoren“ beleidigt war, da ich an den
angebotenen Ausflügen nicht teilnehmen wollte. Dies hat mich aber nicht dazu verleitet trotzdem mitzufahren: Erstens kannte ich große Teile Siziliens schon und zweitens wollte ich mein knappes Budget nicht auf diese Ausflüge verwenden. Eines Abends, als ich müde war und vom „Abendprogramm“
eher nach Hause gehen wollte, wurde mir gesagt, dass ich, wenn ich jetzt gehen würde,
nicht denken solle, dass ich noch einmal mitkommen dürfe. Diese Person war zwar mit ihrer Meinung relativ alleine und von
den anderen Ausländern oder Italienern wäre ich natürlich wegen solcher Gründe
nie „ausgeschlossen“ worden. Ich hatte es aber ein wenig schwerer in den
darauffolgenden Wochen, weil es für mich dann keine „Gefallen oder
Extrawürschte“ mehr gab. Das alles hat bei mir einen schlechten Nachgeschmack
hinterlassen. Mit der Gruppe bin ich insgesamt auch nicht so gut zurecht gekommen, da wahnsinnig
viel Alkohol getrunken wurde, schon nachmittags Wodka und andere harte
Sachen, Wein oder Bier wurde fast nicht angerührt.
Medizinische Ausbildung im Land
Durch mein einjähriges Studium an der Sapienza in Rom habe ich die
medizinische Ausbildung selbst miterlebt (miterleben müssen?). Gerade an der
Sapienza, welche die drittgrößte Uni der Welt ist, herrscht Chaos pur und keiner
kennt sich aus. In anderen Städten, an anderen Unis kann das natürlich anders
sein, aber das Studium ist überall gleich aufgebaut und sehr
theoretisch. Zwar sind alle Prüfungen mündlich, was meiner Meinung nach sinnvoll
ist, jedoch kann der Student so lange die Note verweigern und die Prüfung
wiederholen, bis er die ihm gerecht erscheinende Punktzahl erhält. Ich habe fast
niemanden kennengelernt, der eine Note weniger als 28 (max. 30) akzeptiert
hätte. Das verzögert das Studium und erschwert meiner Meinung nach hinterher die
Auswahl, da ja alle im Prinzip gleich gut sind. Es wird viel
auswendig gelernt, die Lehre ist schlecht und der Student ist mehr oder weniger
auf sich alleine gestellt und von Beziehungen, sog. „raccomandazioni“, abhängig.
Wer diese nicht hat, hat es richtig schwer. So sehr ich Italien liebe, studieren
möchte ich dort nicht mehr.
Kultur
Was die Kultur angeht – sie war es natürlich, die mich nach Italien gezogen. In Italien lebt es sich anders, das Essen ist wirklich besser, der Kaffee
sowieso und das Wetter unschlagbar. Catania selbst hat leider kulturell wenig zu
bieten, gerade im August, nur ein paar Konzerte und sonst nichts. Darüber war ich
sehr enttäuscht und würde das nächste Mal trotz der Ratschläge meiner Freunde
Palermo wählen.
Der italienische Mann ist eh ein Thema für sich, aber der sizilianische
übertrifft alles. Den leidenschaftlichen Liebhaber sollte man lieber gleich
vergessen – auch Italiener sind nur Männer. Der Italiener redet gerne, der
Sizilianer noch mehr. Haltet Euch an die Frauen, die sind zwar schwierig, aber
wenn man sie mal überzeugt hat, dann können sie wirklich super Freundinnen sein.
Unterkunft
Wir waren alle zusammen in einem ehemaligen „Hotel Costa“ untergebracht, das heute ein
Studentenwohnheim ist. Meist in Doppelzimmern, nur selten
gab es Einzelzimmer. Es war sehr einfach, teilweise laut Aussage anderer sehr
„runtergekommen“, aber mir persönlich hat es nicht besonders viel ausgemacht.
Ein Leben lang möchte ich dort nicht wohnen, aber für den einen ;onat war es. Außerdem lag es sehr zentral, in die Stadt konnte man in einer halben
Stunde zu Fuß gehen, die Metro hatten wir vor der Tür und auch ca. 4 Busse, die uns
überall hingebracht haben. Zum Krankenhaus konnte ich jeden Tag zu Fuß gehen,
da es in der Nähe war (S.Luigi).
Kosten
Die Unterkunft und das Essen waren frei. Wir konnten von Montag bis Sonntag
Mittag in der Mensa essen, jeweils mittags und abends, um das Frühstück kümmerten wir uns selbst. Dieses war allerdings in der Bar im Studentenheim sehr billig zu
bekommen (Cappuccino und Hörnchen 1 Euro 20). Auch sonst sind die
Lebenshaltungskosten auf Sizilien relaiv niedrig, man kann mit sehr wenig
auskommen. Die organisierten Ausflüge haben mal mehr mal weniger gekostet, je
nachdem wohin, zwischen 5 bis 40 Euro.
Fazit
Sizilien ist sehr schön und hat viel zu bieten, Einwohner wie Natur, aber ich
würde das nächste Mal Palermo wählen und wenn ich medizinisch etwas lernen
wollte, dann gar nicht mehr (zumindest nicht im August) nach Italien gehen. Erst recht nicht, wenn man nicht die Sprache spricht. Ich habe viel über
mich gelernt - mit meiner „Langeweile“ umzugehen, da Catania für meine
Interessen kaum was zu bieten hat: Ich liege nicht gerne am Strand, und habe so erfahren wie es ist, wenn man wirklich nichts zu tun hat.
Ich bereue diese Famulatur aber dennoch nicht, irgendwie hat doch alles im Leben einen Sinn.
Diesen Bericht präsentieren wir Euch im Rahmen der Artikelserie
"Famulaturen rund um den Globus" in Kooperation mit dem dfa (Deutscher
Famulantenaustausch). Auf den Webseiten des dfa findet Ihr nicht nur diesen und weitere Erfahrungsberichte, sondern auch vielfältige Hilfen bei der Vorbereitung eines Auslandsaufenthaltes.
zur Webseite des dfa
(Deutscher Famulantenaustausch)
hier klicken
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| Autor(in): Magdalena Hagn (E-Mail der Redaktion bekannt ([email protected])) |
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Seit mehr als 2 Jahren wird die Onlinezeitung an eine wachsende Zahl von Abonennten verschickt, die über diese lange Zeit auch viele interessante Artikel beigesteuert haben. Wir haben uns in das Archiv begeben und stellen Euch in der neuen Rubrik 'Gestöbert' pro Woche jeweils einen interessanten Artikel vor. Diese Woche: 'Geburtshilfe in Litauen' von Hardy Koch
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[zu den Medi-Foren]
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| Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net ([email protected]) |
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| 7. Zwischen den Zeilen "Basiswissen Biochemie mit Pathobiochemie"
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- zurück zum Inhalt - |
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| Titel: |
Basiswissen Biochemie mit Pathobiochemie |
| Autor(en): |
Prof. Dr. Georg Löffler |
| Verlag: |
Springer |
| ISBN: | 3-540-44368-1 |
| Preis: |
26,95 Euro |
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Die Biochemie ist eines der schwierigsten Fächer - wenn nicht das schwierigste Fach- der Vorklinik. Der für viele Studenten häufig belastende Stoff wird leider meist unanschaulich und trocken vermittelt. Hier setzt das Buch „Basiswissen Biochemie“ an, ein 834-seitiges Lehrbuch für Vorkliniker, die sich zielstrebig aber auch umfassend auf die Prüfung in der Biochemie vorbereiten wollen.
Die Aufmachung der Kapitel ist erstklassig. Zu Beginn werden die Kapitel mit einer Lernzielübersicht und einem groben Überblick über das Kapitel eingeleitet. Die Kapitel selbst sind aus didaktischen Gründen in kurze und prägnante Abschnitte gegliedert, was die Aufmerksamkeit enorm erhöht. Durch viele anschauliche Abbildungen wird der Text deutlich aufgelockert und die Ausführungen im Text können so leichter nachvollzogen werden. Das Ende eines Kapitels wird nochmals mit einer Zusammenfassung und einem Rückblick auf das vermittelte Wissen abgerundet.
Weitere Pluspunkte sind die Angabe des GK Kapitels unter den großen Abschnittüberschriften und das GK Verzeichnis mit Kapitelangabe am Ende des Buches. Das Verzeichnis medizinrelevanter Begriffe sorgt dafür, dass man das Buch auch gut auf Station ins Regal als Nachschlagewerk stellen kann, um biochemische Vorgänge bei klinischrelevanten Themen nachzuvollziehen. Das ca. 70-seitige Sachverzeichnis rundet den Nachschlagecharakter vollkommen ab.
Das Softcover Buch (ca. DIN A5) ist handlich und lässt sich gut mit in die Vorlesung nehmen, ohne auf dem Tisch viel Platz in Anspruch zu nehmen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Biochemie sehr anschaulich dargestellt wird und somit die Angst vor dem Fach Biochemie schwindet. Das Preis-Leistungsverhältnis spricht für sich, denn für gerade einmal 26,95 € erhalten die Studenten alles Wissensrelevante für Biochemie in der Vorklinik.
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Deine Meinung ist gefragt!
Das Forum "Bücherplausch" steht für Diskussionen rund um die Lehrbücher zur
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In dieser Rubrik stellen wir Euch einen Ausschnitt aus dem Linkverzeichnis von Medi-Learn vor, das Ihr komplett in unserer Linktipp-Sammlung findet. Falls Ihr auch eine oder mehrere interessante Webseiten für Medizinstudenten kennt, tragt sie doch bitte ein. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Surfen.
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Diese Woche stellen wir Euch aus den Linktopp-Sammlung vor:
| | | Surftipp 1 | Biochemie online | Klicks: | 400 | | Erklärung der biochemischen Grundlagen, Literaturtipps, Biochemie im Alltag | | |
| | | | Surftipp 2 | Famulatur auf den Seychellen | Klicks: | 393 | | Zwei Medizinstudenten schreiben über ihren Aufenthalt auf den Seychellen. Sie berichten von ihrer Arbeit im Krankenhaus, von ihrer Freizeit und geben Tipps zur Planung einer Famulatur. | | |
| | | | Surftipp 3 | Göttingen Neurophysiologie - Klausur SS 2000 | Klicks: | 392 | | Uni Göttingen - 2. Zwischenklausur Neurophysiologie SS 2000 - Quelle: http://www.goemed.net | | |
| | | | Surftipp 4 | Assistenzarzt in der Schweiz | Klicks: | 389 | | Bericht von Michael Loder, der seit seinem PJ in der Schweiz arbeitet. | | |
| | | | Surftipp 5 | Histologiekurs FU Berlin | Klicks: | 389 | | Selbst erstellter Histokurs von Ilkay Kazk - 380 gute Bilder, die er mittels einer eigenen Kamera vom Mikroskop abfotografiert hat. Die Bilder sind nach Kurstagen (in Anlehnung an den Kurs an der FU Berlin) sortiert. | | | |
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| Autor(in): Redaktion Medi-Learn.net ([email protected]) |
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(idw) Berlin, Dezember 2004 - Für 2008 ist ein zahlenmäßiger Rückgang an chirurgischen Fachärzten in Deutschland vorprogrammiert. "Schreitet die derzeitige Entwicklung voran, kommt es in der Chirurgie zu einem Personalmangel, der sich auf den Klinikbetrieb auswirkt und schließlich auch merklich die Patienten treffen wird", warnt Professor Dr. med. Matthias Rothmund, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie(DGCH), Marburg.
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Ursache des Ärzteschwundes im Fach Chirurgie ist vor allem, dass es an Nachwuchs fehlt: Immer weniger Studenten und junge Ärzte schlagen diese Laufbahn ein. Der Wunsch nach einem "kontrollierbaren Lebensstil" und mehr Lebensqualität steht im Widerspruch zum Klinikalltag: "Angehende Mediziner streben vermehrt Spezialisierungen an, die geregeltere Arbeitszeiten und besser planbare Zeit erlauben", erläutert Professor Rothmund im Vorfeld einer Presseveranstaltung der DGCH in Berlin. Deshalb haben Fächer wie Dermatologie, Augenheilkunde oder auch Anästhesie Zulauf.
Der Rückgang an Fachärzten der Chirurgie lässt sich international beobachten. In Deutschland tritt diese Entwicklung jedoch verstärkt auf. Seit 1991 ist der Anteil junger Ärzte hier um 40 Prozent gesunken. Aufgrund der aktuellen Altersstruktur gehen zurzeit viele Chirurgen in den Ruhestand. Neben dem hohen Verwaltungsaufwand gilt speziell für die Chirurgie: lange Ausbildungszeiten, sinkende Vergütung und eine hohe Zahl an nicht auszugleichenden Überstunden. Außerdem gilt die Chirurgie als traditionelle Männerdomäne. Der steigende Anteil an Medizinstudentinnen spielt deshalb ebenfalls ein Rolle: Meiden die Absolventinnen das Fach weiterhin, hat die Chirurgie zukünftig noch weniger Zulauf.
Lösungsansätze sieht die DGCH unter anderem in alternativen Arbeitszeitmodellen. Jedem im Krankenhaus tätigen Arzt sei klar, dass er länger arbeiten muss als 38,5 Stunden, um den oft schwerkranken Patienten eine gute Behandlung zukommen zu lassen. Doch "zusätzliche Arbeitszeit wird zurzeit nicht bezahlt und sogar kriminalisiert", kritisiert Professor Rothmund. Krankenhausverwaltungen würden den Ärzten mitunter vorwerfen, dass sie illegal und ohne Versicherungsschutz arbeiten. Zudem müssten Ärzte von arztfremden Aufgaben wie etwa Verschlüsseln und Abrechnen entlastet werden. Ein weiteres Anliegen der DGCH ist es außerdem, dass Fach für Frauen attraktiver zu machen.
Diese Entwicklungen könnten zukünftig zu deutlichen Einschnitten im Gesundheitswesen führen: Verminderte Qualität der Behandlung, Wartelisten für bestimmte Operationen und chirurgische Unterversorgung der Patienten sind die Folge. Noch ist die Chirurgie in Deutschland personell und auch qualitativ gesichert. Doch "wenn hier nicht gegengesteuert wird, werden wir unter dem Ärztemangel spürbar zu leiden haben", warnt Professor Rothmund.
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| Autor(in): AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Med. Fachgesellschaften) ([email protected]) |
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