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1. Editorial |
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Hallo, neulich auf dem Lande lautet das Motto unseres Witzes, den wir in diesen Newsletter integriert haben, um eure Bauchmuskeln ein wenig mit Aktionspotentialen zu versorgen. Für zahlreiche Lacher zwischendurch sorgt auch der Cartoonist Daniel Lüdeling, der als kreativer Kopf hinter Rippenspreizer.com steckt und den wir euch heute im ersten Teil des Interviews zu Studium und Arztberuf persönlich vorstellen.
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Apropos vorstellen: bevor ihr euch nach dem Studium als frisch approbierter Arzt für die verschiedenen Stellen in die Bewerbungsphase begebt, solltet ihr euch über den prinzipiellen Aufbau der Weiterbildung zum Facharzt Gedanken gemacht haben. Als Hilfestellung für all diejenigen, die mit der Fachrichtung Neurologie liebäugeln, bieten wir euch heute den Interaktiven Weiterbildungsplaner für dieses Gebiet.
Der Hartmannbund liefert mit dem Anforderungskatalog für Akademische Lehrpraxen Impulse für die Ausbildung im praktischen Jahr - im ersten Teil der Artikelserie erfahrt ihr, aus welchen Motiven heraus dieser zum Gratis-Download bereitstehende Katalog entstanden ist.
Dass Passivrauchen gefährlich und evidenzbasierte Medizin mehr als ein Modewort ist, unterlegen wir in der heutigen Zeitung mit zwei Nachrichten aus der Forschungslandschaft.
Bis zur nächsten Ausgabe,
Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
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Nachdem wir euch in den vergangenen Wochen die Geschichte der Webseite Rippenspreizer vorgestellt hatten, geht es an dieser Stelle weiter mit einem Interview. Wer malt eigentlich die ganzen Cartoons, die Humor in Medizin und Rettungsdienst bringen? Daniel stellte sich unseren Fragen und gibt im ersten Teil des Interviews Einblicke in seine Tätigkeit als Arzt wie auch die Zeit als Medizinstudent.
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Interview Teil 1 zum Medizinstudium und Arztberuf mit Daniel Lüdeling (www.rippenspreizer.com) 1. Wo und wann hast Du Dein Medizinstudium absolviert? Ich habe zum WS ´95 meine Vorklinik an der Uni Bochum verbracht und ´99 den Rest an der Uni Duisburg-Essen verbracht. Zu den Höhepunkten gehörte sicherlich ein emotionaler Tag nach meinem knapp bestandenen Physikum, gerne erinnere ich mich aber auch an meine Kommilitonen und viele Freunde, die mich durch das Studium begleitet haben. Da ich mich schon früh der Notfallmedizin verschrieben hatte, gehörten alle ansatzweise notfallmedizinischen Themen zu meinen Favoriten - auf der anderen Seite amüsiere ich mich heute immer noch über den Tagesausflug ins arbeitsphysiologische Institut Dortmund, wo Menschen um ihrer selbst willen vermutlich noch heute Medizinstudenten mit Arbeitsergonomie & Co. quälen…
2. In welchem Fachgebiet bist Du heute tätig und wie sieht der normale Arbeitsalltag aus? Wie schon zum Ende meines Zivildienstes geplant beschäftige ich mich heute tatsächlich mit der Notfallmedizin und der Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesie am EvK Bielefeld. Dort betreuen wir von 7:30 bis 16 Uhr sowie in Bereitschaftsdiensten unsere operativen, intensivmedinischen sowie notfallmedizinschen Patienten. Das EvKB ist ein Haus der Maximalversorgung mit einer anästhesiologischen Intensivstation und 13.000 Narkosen/Jahr welches wirklich gute Voraussetzungen für die ärztliche Fachweiterbildung bietet.
3. Welche Fächer aus dem Medizinstudium sind für Deine Tätigkeit als Arzt im täglichen Alltag immer wieder notwendig? Es lässt sich nach 6 Jahren Studium schwer beurteilen, welches Fach ausschlaggebende Inhalte für die klinische Tätigkeit vermittelt hat; ohne Chemie keine Biochemie und ohne Biochemie keine Pharmakologie. So baut vieles aufeinander auf und eine Verteufelung der theoretischen Vorklinik-Fächern wäre demzufolge ungerecht. Unmittelbare Hilfe war für mich aber immer auch der praktische Einsatz wie beispielsweise der Untersuchungskurs, weil diese praktischen "Inseln" die Relation des theoretischen Wissens zur alltäglichen Praxis vermitteln konnten.
4. Wie bist Du an Deine erste Stelle gekommen und wie lange hat Deine Bewerbungsphase gedauert? Welche Tipps hast du für Stellensuche und Bewerbung? Die erste Stelle - damals noch AiP - entstand aus Zufall; während meines Anästhesietertials (PJ) habe ich vom Chef der Abteilung ein Angebot zur Fachweiterbildung am Uniklinikum Essen bekommen und dieses auch angenommen. Letztlich hat sich die Arbeitsmarktsituation für uns Jungärzte bis auf wenige Fachrichtungen auch im Vergleich zu den 90er Jahren sehr entspannt. Die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt und derweil sich in manchen Führungsköpfen noch die Vision einer Ärzteschwemme hartnäckig hält, flüchtet ein Großteil gut (und teuer!) ausgebildeter KollegInnen in die freie Wirtschaft oder das attraktive Ausland. Ich kann nur empfehlen, schriftliche Bewerbungen mit einer persönlichen Übergabe zu kombinieren und gerade im Bewerbungsgespräch gegenüber dem vielleicht zukünftigen Chef die eigenen Vorstellungen und Ansprüche an eine Stelle souverän und kollegial auf den Tisch zu bringen. Nur so wird es zukünftig bessere Arbeitsbedingungen für jeden von uns geben. Die Zeiten der unbezahlten Überstunden und 30-Stunden-Schichten neigt sich damit dank Angebot & Nachfrage hoffentlich bald dem Ende.
5. Was ist Dir am Abend vor Deinem ersten Arbeitstag durch den Kopf gegangen? Worauf hast Du Dich am meisten gefreut? Wovor hattest Du die meiste Angst?
Der wesentliche Unterschied zum PJ waren die Unterschriften und damit auch die zu tragende Verantwortung. Obgleich man auch in der Anästhesie selten "unbeaufsichtigt" arbeitet, steht man doch relativ schnell alleine im OP und erkennt erst nach vielen Wochen und Monaten, wieviel mehr der klinische Alltag doch an Wissen und technischen Skills erfordert. Gefreut habe ich mich auf den eigenen Spind, einen Mitarbeiterausweis und den Hausschlüssel. Das Gefühl, Teil des Teams zu sein und etwas Neues zu beginnen…
6. Der erste Arbeitstag: wurdest Du „an die Hand genommen“ oder glich der Start ins Berufsleben eher einem Sprung ins kalte Wasser?
Der erste Tag war primär organisatorisch; später bin ich dann als "Lehrling" einem OP zugeteilt worden. Über 50% der wesentlichen Dinge, die in der ersten Zeit überlebenswichtig sind, bekommt man von netten KollegInnen mitgeteilt - die anderen 50% sind peinlich, lustig, schmerzhaft oder im schlimmsten Fall auch tragisch. Ganz wichtig ist in dieser Phase auch die Eigeninitiative. Fragen und Observation, eine offene Art und immer freundlich zum alteingesessenen Personal ist gerade in den operativen Regionen eine absolute Pflicht!
7. Die ersten Wochen: wann hast Du zum ersten Mal gemerkt, dass Du nun eigene Verantwortung tragen und selbständig Entscheidungen treffen musst?
Ich kann mich nur an eine Summe von ersten Entscheidungen erinnern; die ganz wesentliche Entscheidung, die man als Jungarzt immer wieder treffen muss ist die Position der eigenen Grenzen. Oder auch die Frage: Wann brauche ich Hilfe? Von der ersten Minute an trägt man Verantwortung aber nicht nur für sich persönlich sondern auch für den Patienten. Diese Erkenntnis ist gerade in der Anästhesie eine wesentliche und wir sollten uns stets erinnern, dass wir die Medizin für den Patienten und nicht für uns persönlich machen!
8. Welche Erlebnisse und Tätigkeiten machen Dir als Arzt besonderen Spass, welche Tätigkeiten sind Dir eher unliebsam?
Der Anteil an Frohnarbeiten ist in der Anästhesie glücklicherweise relativ gering. Das bisschen Narkoseprotokoll schreibt sich fast von alleine und nach Ende des OP-Programms nähert sich meist auch der Feierabend. Sehr viel Spaß bereitet mir die Arbeit mit den Patienten und meinen Anästhesiepflegekräften. Und obgleich viele der Ansicht sind, dass unser Patientenkontakt narkosebedingt eher gering ist, so möchte ich doch deutlich machen, dass die gute Narkoseführung schon mit einem anxiolytischen Gespräch beginnt und das intraoperative Management mehr erfordert als einen Bildschirm zu bewachen und Vitalwerte in Grenzbereichen zu halten.
9. Was war Dein erstes Erfolgserlebnis? Und andersherum: Wobei hast Du Dir im Job zum ersten Mal „die Finger verbrannt“?
In meinem Postfach befand sich eines Tages eine Tafel Merci-Schokolade, versehen mit der Notiz "Herzlichen Dank für die wundervolle Narkose". Das war für mich fast wie ein 13.Monatsgehalt und ich war an diesem Tag sehr zufrieden mit mir und der Welt. Neben den klassichen Relaxanz- und Opiatüberhängen, die man als Youngster zwangsläufig produziert treiben einem gerade intensivmedizinisch kritische Patienten zuweil den Angstschweiss auf die Stirn. Fehler sind hier oft unverzeihlich und die Anspannung zuweilen sehr hoch.
10. Würdest Du den Beruf des Arztes noch einmal wählen?
Aufgrund der ärztlichen Tätigkeit würde ich jederzeit wieder Medizin studieren, allerdings werfen die universitären Strukturen und nicht zuletzt auch charakterliche Fehlbesetzungen in den höheren Chargen der Medizin ihre Schatten weit über den Beruf hinaus. Wie oft wurden uns seitens der Universität, der Behörden und fragwürdigen Institutionen öffentlichen Rechtes unnötige Steine in den Weg gelegt? Wie oft scheiterte ehrliches studentisches Engagement an den persönlichen Unzulänglichkeiten von Professoren, die mit fragwürdigen Willkürentscheidungen immer wieder nur sich selbst inszenieren statt den ehrlichen und souveränen Dialog zu führen? Große Innovationen und Reformen münden in DRG´s, ICD´s und EBM`s. Pharmakologische Kaufentscheidungen sind an fragwürdige Marketingkonzepte gelehnt und derweil eine Horde von Gutachtern immer spitzfindigere Nieschen ausschlachten, müssen junge Mediziner ihre spärlichen Gehälter auch noch in Strahlenschutzkurse investieren, die ihre Existenzberechtigung offenbar im Lotto gewonnen haben. Ich will nicht verbittert oder zynisch wirken, aber nach 10 Jahren intensiver Einblicke in die aktuelle Medizin habe ich viele Illusionen und auch das Vertrauen in Autoritäten leider verloren. Medizin wird einem niemals das zurückgeben, was man in sie investiert, insofern gestatte ich mir, positive Impulse für mein Leben auch ausserhalb der Medizin zu suchen um genau das zu bewahren, was einem zuviel Medizin zwangsläufig nimmt: Frohsinn & Zufriedenheit.
Anmerkung: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung lest ihr den zweiten
Teil des Interviews mit Daniel Lüdeling, in dem er uns Einblicke in die tägliche
Arbeit eines Cartoonisten gibt.
[www.rippenspreizer.com
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| Autor(in): Daniel Lüdeling im Interview mit Jens Plasger (MEDI-LEARN) ([email protected]) |
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| Autor(in): MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Wie werde ich eigentlich Neurologe? Welche Abschnitte muss ich dazu in meiner Weiterbildung belegen?
In einer Artikelserie stellen wir die wesentlichen Inhalte für die verschiedenen Richtungen auf dem Weg zum Facharzt vor. Der Weg zum Spezialisten ist lang und die Wahl der Weiterbildungsrichtung eine Entscheidung, die man wohlüberlegt treffen sollte. Schliesslich hängen der Berufsweg und die Karriere davon ab.
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Pflichtfächer |
Mindest-Pflichtzeit
in Monaten |
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Stationäre neurologische
Patientenversorgung |
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Psychiatrie und Psychotherapie |
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Intensivmedizinische Versorgung
neurologischer Patienten |
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Mögliche Anrechnungsfächer |
Anrechnungszeit in Monaten |
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Innere Medizin und Allgemeinmedizin |
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Neurochirurgie |
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Neuropathologie |
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Neuroradiologie |
12 |
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Psychosomatische Medizin und
Psychotherapie |
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Bitte beachten Sie, dass Sie unbedingt noch die Weiterbildungsordnung Ihrer Ärztekammer zu Ihrer Planung hinzuziehen müssen! |
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Ausführliche weitere Informationen für die weiteren über 30 Fachrichtungen finden sich im interaktiven Weiterbildungsplaner der Deutschen Ärzte-Versicherung.
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| Autor(in): Peter Dahlhausen (Deutsche Ärzte-Versicherung) ([email protected]) |
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In Zusammenarbeit mit der Webseite Witzcharts.de präsentieren wir euch in unregelmässigen Abständen einen kleinen Lacher, der die Bauchmuskulatur mal wieder in Schwung bringen soll.
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Ein Mann fährt mit seiner Frau eine Landstraße entlang.
Kommen sie an einem Bauernhof vorbei und sehen wie sich die Schweine im Dreck
suhlen.
Fragt sie: "Verwandte von dir?"
Meint er: "Ja, Schwiegereltern." |
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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6. Artikelserie zum Anforderungskatalog Akademische Lehrpraxis - Vorwort
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Das Lehrfach Allgemeinmedizin hat in der neuen Approbationsordnung an Gewicht gewonnen: zum einen müssen Studenten ein benotetes Blockpraktikum ablegen, zum anderen kann das Wahltertial des Praktischen Jahres auch in einer allgemeinmedizinischen Lehrpraxis absolviert werden. In einer Artikelserie zum 'Anforderungskatalog für die Akademische Lehrpraxis' (auch als kostenloses PDF erhältlich) legt der Hartmannbund eine standardisierte Form der Anforderungsinhalte außeruniversitärer Lehrpraxen für die Ausbildungsabschnitte im Lehrfach Allgemeinmedizin während des PJ vor, die von den medizinischen Fakultäten und Studenten als bindend betrachtet werden könnte.
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Vorwort zur Artikelserie
Anforderungskatalog für die Akademische Lehrpraxis
vorgelegt vom Arbeitskreis IV im Hartmannbund "Ausbildung, Weiterbildung,
Niederlassung"
Seit dem 1. Oktober 2003 gilt an den medizinischen Fakultäten der deutschen
Universitätendie 8. Novelle der Approbationsordnung für Ärzte (AppOÄ). Aufgrund
§ 2, Abs. 1 bis 9 müssenStudierende ein benotetes Blockpraktikum im Lehrfach
Allgemeinmedizin in einer geeignetenallgemeinmedizinischen Lehrpraxis
absolvieren. Der Paragraph 3, Abs. 2 regelt, dasStudierende das Wahltertial im
medizinischen Praktischen Jahr (PJ) auch in einer
geeignetenallgemeinmedizinischen Lehrpraxis absolvieren können. Nach § 4, Abs. 3
werden dieAnforderungen der an der Ausbildung beteiligten Lehrpraxen durch das
Landesrecht geregelt.
Mit dem nun vorliegenden „Anforderungskatalog für die Akademische Lehrpraxis“
legt derArbeitskreis IV des Hartmannbundes, Verband der Ärzte Deutschlands e.V.,
eine standardisierteForm der Anforderungsinhalte außeruniversitärer Lehrpraxen
für die Ausbildungsabschnitteim Lehrfach Allgemeinmedizin vor, die von den
medizinischen Fakultäten und Studierendenals bindend betrachtet werden könnte.
Diese Rahmenrichtlinien erheben nicht denAnspruch auf Vollständigkeit und sollen
keinen Angriff auf die Lehrfreiheit der Universitätenund Hochschulen darstellen,
jedoch sind sie als Anregung der längst fälligen fachlichen Diskussiongedacht.
Überregionale Ausbildungsunterschiede, Ausbildungsstätten mit
unterschiedlichenNiveaus in den Bundesländern und Abweichungen in den
Anforderungsinhaltenbei den verschiedenen Interpretationen der ärztlichen
Approbationsordnung durch das Landesrecht,wie in § 4, Abs. 3 der AppOÄ
vorgesehen, können nun ausgeglichen werden undzu einer einheitlich guten
Ausbildung im Lehrfach Allgemeinmedizin führen.
Nach Auffassung des Arbeitskreises IV des Hartmannbundes, muss zur Optimierung
dieserAusbildungsphasen im Fach Allgemeinmedizin dem lehrenden, niedergelassenen
Allgemeinmedizinerein verbindlicher Leitfaden an die Hand gegeben werden, der
geforderteAusbildungsziele klar strukturiert. Dem Studierenden soll dieser
Ausbildungskatalog als verlässlicheGrundlage seiner Ausbildung im Lehrfach
Allgemeinmedizin dienen, auf die er sichauch berufen kann.
Der Hartmannbund ruft mit der Vorlage dieses Anforderungskataloges für die
AkademischeLehrpraxis die Verantwortlichen der medizinischen Fakultäten
Deutschlands auf, diesenRichtlinienkatalog mit dem Ziel zu diskutieren, ihn als
verbindliche Lehraussage in die Ausbildungsordnungfür das Lehrfach
Allgemeinmedizin zu übernehmen. Der standardisierteAnforderungskatalog für die
Akademische Lehrpraxis in seiner vollen Umsetzung kann nureine
Ausbildungsverbesserung und folglich die schon lange geforderte praxisnahe
Ausbildungdes Medizinernachwuchses bedeuten. Ferner wird eine Qualitätsanhebung
der medizinischenBetreuung in der ambulanten Patientenversorgung und die
optimierte Vorbereitungauf die zukünftige Tätigkeit als eigenverantwortlicher
und selbständiger Arzt erreicht werden.
Dr. med. Klaus-Peter W. Schaps
Vorsitzender des Arbeitskreises IV im Hartmannbund
“Ausbildung, Weiterbildung und Niederlassung"
Anmerkung der Redaktion:
In den kommenden Ausgaben der Onlinezeitung stellen wir den
Anforderungskatalog für die Akademische Lehrpraxis im Rahmen einer dreiteiligen
Artikelserie inhaltlich ausführlich vor.
[klick
hier zum kostenlosen Download des kompletten PDF] |
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| Autor(in): Hartmannbund ([email protected]) |
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| Autor(in): MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie spricht sich für gewissenhaften Einsatz evidenzbasierter Medizin aus. Studien zeigen, dass in den USA und den Niederlanden etwa 30 bis 40 Prozent der Patienten nicht die medizinische Behandlung zuteil wird, die für sie geeignet ist. Rund ein Viertel erhält überflüssige oder schädliche Therapien. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) will ähnlichen Zuständen in Deutschland vorbeugen, indem sie die patientenorientierte Forschung verbessert. Die Fachgesellschaft fördert deshalb unter anderem die Studienkultur in der Chirurgie. Damit schafft sie evidenzbasierte, beweisgestützte Grundlagen für das tägliche ärztliche Handeln in der Klinik.
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"Evidenzbasierte Medizin ist keine Zwangsjacke, die den praktisch tätigen Arzt und den Patienten in ihrem Entscheidungsspielraum einengt und wissenschaftliche Ergebnisse unkritisch in die Behandlung einbindet", betont Professor Dr. med. Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH in Berlin. Im Gegenteil erlaube richtig verstandene evidenzbasierte Medizin (EbM) die Anwendung des bestmöglich verfügbaren medizinischen Wissens beim individuellen Patienten. Dabei muss es Arzt und Patient überlassen bleiben, sich für oder gegen eine Therapie zu entscheiden. Dies gelte auch in der Chirurgie.
EBM muss Forschung, Arzt und Patient zusammenführen: Dazu gehören einerseits systematisch bewertete patientenorientierte Studien, die diagnostische und therapeutische Methoden prüfen - wobei der Nutzen für den Patienten möglichst auch unter Alltags- und nicht nur unter den Idealbedingungen einer Studie nachgewiesen sein sollte. Dieser so genannten "externen Evidenz" steht die "interne Evidenz" gegenüber: Die Urteilskraft und das individuelle Wissen sowie die Erfahrung des Arztes, die er in seinem Berufsleben dazu gewonnen hat. Schließlich "ist für eine bestmögliche Versorgung auch die Meinung und Präferenz des Patienten unverzichtbar", so Professor Bauer.
Vor allem in Skandinavien ist es üblich, bedeutsame Studienergebnisse als Hilfe bei der Entscheidung für eine Therapie heranzuziehen. Entsprechendes empfiehlt Professor Bauer auch für Deutschland. Denn traditionell entscheiden Chirurgen hier häufig gemäß ihres Regelwissens: "Erfahrungen aus dem Alltag, Expertenwissen - sozusagen "eminenzbasiert" - aber auch der Wunsch, neue Techniken anzuwenden fließen in die Wahl der Therapie ein", sagt Professor Bauer. Wichtig sei deshalb vor allem Schulung: Mediziner sollten - möglichst früh, etwa während des Studiums - lernen, die Werkzeuge der EbM zu beherrschen und zu nutzen. Dies fördere auch den gewissenhaften Umgang mit Information.
Denn gerade die kritische Bewertung wissenschaftlicher Studien fordert und überfordert zum Teil den Praktiker: Die Suche nach der besten Evidenz ist aufwändig, das Ergebnis weicht oft von der langjährigen Praxis ab. Die DGCH beteiligt sich deshalb an der Entwicklung evidenzbasierter Leitlinien zur Behandlung. "Sie können dem Arzt bei der Wahl der geeigneten Behandlung helfen und sind ein wichtiges Instrument, um EbM in die Praxis zu übertragen, ohne dass für den Einzelnen ein zu hoher Aufwand entsteht", sagt Professor Bauer.
Die DGCH setzt sich vor allem mit ihrem Studienzentrum dafür ein, evidenzbasierte Grundlagen für den täglichen klinischen Bedarf zu schaffen: Das Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) fördert und begleitet große multizentrische Studien in der Chirurgie. Damit stärkt die Fachgesellschaft die patientenorientierte Forschung. Sie ist zudem im "Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin" vertreten. Der "Fachbereich Operative Fächer" bringt ihre Belange verbundenen mit der evidenzbasierten Chirurgie in das Netzwerk ein.
Weitere Informationen: Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCh) www.dgch.de
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
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| Autor(in): Medizin - Kommunikation ([email protected]) |
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(idw) Die Zahl der Raucher ist europaweit zurückgegangen, eine generelle Entwarnung darf aber längst nicht gegeben werden. Zu dieser Bewertung kommen Epidemiologen des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit. Sie waren an der europäischen ECRHS 2 - Studie beteiligt, die in 14 europäischen Staaten unter etwa 9000 Teilnehmern durchgeführt wurde. Die Forscher hatten in der Studie neue Daten denen der Vorläuferstudie aus den Jahren 1990 bis 1994 gegenübergestellt. Ziel der Studie war es, innerhalb einer ausgewählten Bevölkerungsgruppe Änderungen in der Anzahl aktiver Raucher und Passivrauch exponierter Personen auszumachen sowie mögliche Ursachen dafür zu benennen.
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Europaweit hat die Anzahl von Rauchern um durchschnittlich etwa 15 Prozent, die von Passivrauchern sogar um rund 40 Prozent abgenommen. "Diese Zahlen dürfen wird aber nur sehr vorsichtig optimistisch werten", so Joachim Heinrich, Leiter der Arbeitsgruppe Umweltepidemiologie bei der GSF. "Denn wir betrachten hier ausschließlich die Veränderungen innerhalb einer ausgewählten Bevölkerungsgruppe. Diese muss man aber in einen Zusammenhang mit der generellen altersabhängigen Entwicklung des Rauchverhaltens in der Gesamtbevölkerung stellen", schränkt Heinrich ein. Einfach gesagt: Studienteilnehmer, die in der ersten Studie 40 Jahre alt waren, gehören in der zweiten Studie der Altersgruppe der 50jährigen an. Deren Anteil an Rauchern ist aber ohnehin geringer, wie für Deutschland Daten des Statistischen Bundesamts belegen. Denn mit zunehmendem Alter ändert sich das Gesundheitsverhalten in der Bevölkerung.
Auch sollte man sich die Altersgruppe der jungen und sehr jungen Erwachsenen genauer ansehen: Unter 20jährige wurden beispielsweise in der Studie gar nicht berücksichtigt. In dieser Gruppe - so wiederum die Daten des Statistischen Bundesamts - nimmt aber der Anteil der Raucherinnen leider immer noch zu.
Drittens zeigt die differenzierte Betrachtung deutliche Unterschiede der Zentren innerhalb der beteiligten Staaten. In Deutschland bewegt sich zwar Hamburg mit einer Abnahme der Zahl aktiver Raucher von etwa 17 Prozent durchaus im europäischen Mittelfeld. Erfurt, das zweite beteiligte deutsche Zentrum kann dagegen nur eine zweiprozentige Abnahme verzeichnen. Eine ähnlich hohe Variationsbreite findet sich beispielsweise auch bei den spanischen Zentren, so dass eine Interpretation über alte deutsche Ost-West-Unterschiede sicher zu einfach wäre.
Ein Lichtblick zeichnet sich erfreulicherweise bei der Exposition gegenüber Passivrauch ab: "Hier sind die skandinavischen Länder die absoluten Spitzenreiter", betont Joachim Heinrich. Dies könnte man durchaus als ersten Erfolg einer strengen Regulierungspolitik interpretieren, die dort bereits seit einigen Jahren verfolgt wird. "Nachdem auch unsere südeuropäischen Nachbarn bereits diesem Vorbild gefolgt sind, sollten wir uns überlegen, ob wir hier dauerhaft europäisches Schlusslicht bleiben wollen", resümiert Heinrich.
Die Studienergebnisse werden in der März-Ausgabe des European Respiratory Journal veröffentlicht : Janson, C. et al (2006): Changes in active and passive smoking in the European Community Respiratory Health Survey. European Respiratory Journal, March 2006
Für weitere Informationen: GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit Presse- und Öffentlichkeitsarbeit WWW: http://www.gsf.de E-Mail: [email protected]
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
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| Autor(in): Heinz-Jörg Haury ([email protected]) |
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