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1. Editorial |
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Hallo, gezähmte AIDS-Viren wurden bei Mäusen erfolgreich zur Therapie einer erblichen Augenkrankheit eingesetzt - diese Meldung aus der Forschung war uns einen Artikel im Newsletter wert. Wieder einmal mit dabei ist auch eine weitere Folge zum Thema des effektiven Lernens, dieses Mal geht es um das
Dolmetschen für unsere grauen Zellen.
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POL, also Problemorientiertes Lernen, ist seit neuer AO in aller Munde. Doch wie sieht die Praxis aus? Anne Seyffarth aus Leipzig gewährt uns in ihrem Artikel lebendige Eindrück in diese Unterrichtsform. Neu mit dabei in der heutigen Onlinezeitung sind
übrigens aktuelle Anzeigen aus unserer Studienplatztauschbörse, mit der ihr bundesweit nach Tauschpartnern für den Uni-Wechsel schauen könnt. Im
Weiterbildungsplaner dreht es sich dieses Mal um die Erben von Dr. Quincy - also die Interessenten am Fachgebiet der
Rechtsmedizin. Und last, but not least: wir suchen Studenten, die im letzten Wintersemester an einem Auswahlgespräch ihrer Uni teilgenommen und auf diesem Wege den Studienplatz erhalten haben.
Bis zur nächsten Ausgabe,
Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
P.S.: MEDI-LEARN vor Ort - die neuen Termine sind da!
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In einer mehrteiligen Artikelserie stellen wir euch das neu erschienene Skript "Lernstrategien" von MEDI-LEARN vor, Thema an dieser Stelle ist eine weitere Folge aus dem Themenspektrum des gedächtnisgerechten Lernens. Der erste Band 'Lernstrategien: MC-Techniken und Prüfungsrhetorik' ist erschienen und die Bestellung kann beginnen. Im Skript erhaltet ihr zahlreiche wertvolle Hinweise zu den Themen Lerntechnik, Gedächtnis, MC-Fragen und Rhetorik in der Prüfung. Das Skript umfasst rund 40 Seiten und ist als Buch (versandkostenfreie Lieferung zum Preis von 7,99 €) erhältlich.
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Gedächtnisgerechtes Lernen (3) Dolmetschen für das Gedächtnis aus: "Lernstrategien: MC-Techniken und Prüfungsrhetorik", MEDI-LEARN Skriptenreihe
Vermutlich ist unser Lagerist kein ausgebildeter Wissenschaftler (wäre er sonst Lagerist?). Ein tüchtiger Verkäufer spricht daher Klartext und vermeidet jegliches Fach-Chinesisch. Wer dem Lageristen mit einfachen und klaren Worten vermitteln kann, was er einlagern soll und an welche Stelle des Lagers die angelieferte Ware gehört, findet leicht die gewünschte Aufnahme. Die lernstrategische Bedeutung dieses Bildes ist simpel, jedoch keineswegs banal: Wir können Lernstoff nur dann behalten, wenn wir ihn auch verstanden haben. Wissenschaftliche Texte sollten daher in unsere eigene Sprache, komplizierte Satzgefüge in einfache und klare Aussagen übersetzt werden. Tun wir das nicht, geht es uns wie mit altisländischen Vokabeln: sie werden schleunigst wieder vergessen.
Again and again: Wiederholen und Behalten Unter den Prüflingen in spe gibt es eine erstaunlich große Anzahl von Anhängern dieser Strategie. Die Idee an sich ist gut und seit Ebbinghaus (1885) sogar wissenschaftlich untermauert. In heroischen Selbstversuchen hat besagter Wissenschaftler sinnlose Silben auswendig gelernt und einen positiven Zusammenhang zwischen der Anzahl der Wiederholungen und der Güte der Reproduktionen festgestellt. In unserem Modell sähe das etwa so aus: Der Verkäufer präsentiert dem Lageristen Inhalte, die von diesem zunächst als „zu schwer“ abgelehnt werden. Der Verkäufer beweist allerdings Stehvermögen und erscheint wieder und wieder, bis der Lagerist schließlich aufgibt und die ungeliebten Waren einlagert (in der einschlägigen Literatur zum Thema Lernstrategien heißt es, dass dazu ca. 7 Wiederholungen nötig sind). Die Strategie des Wiederholens funktioniert also, ist jedoch sehr zeitaufwändig und macht keinem der Beteiligten wirklich Spaß.
MERKE: Selbstverständlich ist das Wiederholen ein unverzichtbarer Lernschritt bei der Überführung und Speicherung neuer Informationen ins Langzeitgedächtnis. Allerdings sollte die Wissensaufnahme durch vielfältigere (gedächtnisgerechtere) Strategien erfolgen.
[Infos, Bestellung und Probekapitel - klick hier] |
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| Autor(in): MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Kongress der
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin
Wiesbaden: Rhein-Main Hallen, 23. - 25. April 2006
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Nach der Reform des Zugangs zum Medizinstudium vergeben immer mehr Universitäten die Studienplätze für das Medizinstudium im Rahmen eines sog. Auswahlgespräches. Den Universitäten wird somit mehr Freiraum bei der Auswahl der Kandidaten eingeräumt als es noch vor Jahren bei grösstenteils reiner ZVS-Vergabe der Fall war. Wir suchen Interview-Kandidaten, die an einem Auswahlgespräch teilgenommen haben und über ihre Erfahrungen berichten möchten.
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Studenten für Befragung 'Auswahlgespräch' gesucht
MEDI-LEARN sucht Studenten, die in den letzten Semestern über den Weg des
Auswahlgespräches einen Medizinstudienplatz erhalten haben. Wir sind daran
interessiert zu erfahren, wie dieses Gespräch abgelaufen ist, auf was zukünftige
Kandidaten achten können und welche Tipps und Hinweise ihr nachfolgenden
Generationen von Studenten geben könnt.
Ich habe an einem Auswahlgespräch teilgenommen - wie kann ich mitmachen?
Du hast über den Weg des Auswahlgespräches deinen Studienplatz erhalten und
Lust, Zeit und Interesse, an einer kurzen schriftlichen Befragung durch die
Redaktion MEDI-LEARN teilzunehmen? Schick einfach eine E-Mail mit dem Betreff
"Auswahlgespräch" an [email protected] . Kurze Zeit später nehmen wir
Kontakt zu dir auf, um die weiteren Einzelheiten abzusprechen.
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| Autor(in): MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Die Erben von Dr. Quincy - ihreszeichens tätig auf dem Gebiet der Rechtsmedizin - haben von jeher das Interesse zumindest der Fernsehzuschauer auf ihrer Seite. Und nicht wenige junge Medizinstudenten liebäugeln von Zeit zu Zeit mit einer Weiterbildung zum Facharzt auf diesem Gebiet.
In der Artikelserie mit dem Schwerpunkt Weiterbildung stellen wir euch heute aus dem Interaktiven Weiterbildungsplaner den Weg zum Rechtsmediziner vor.
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Der Weiterbildungsplaner Rechtsmedizin Ein Service der Deutschen Ärzte-Versicherung
Sie möchten Facharzt für Rechtsmedizin werden und sich einen Überblick über den Aufbau der Weiterbildung verschaffen? Wir bieten Ihnen einen kompakten und konkreten Weiterbildungsplan und zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Pflichtfächer durch Anrechnungsfächer ersetzen können und wie viel Zeit Sie für diese Fächer aufbringen müssen.
Weiterbildungszeit: 60 Monate (davon maximal bei niedergelassenen Ärzten: 12 Monate) | | Pflichtfächer | Mindest-Pflichtzeit in Monaten | | Pathologie | 6 | | Psychiatrie und / oder Forensische Psychiatrie | 6 | | | | | dddd | | | Mögliche Anrechnungsfächer | Anrechnungszeit in Monaten | | Öffentliches Gesundheitswesen | 6 | | | | | Pathologie | 6 | | Pharmakologie und Toxikologie | 6 | | Psychiatrie und Psychotherapie | 6 | | Forensische Psychiatrie | 6 | | | | | | | Bitte beachten Sie, dass Sie unbedingt noch die Weiterbildungsordnung Ihrer Ärztekammer zu Ihrer Planung hinzuziehen müssen! | | | | Ausführliche weitere Informationen für die weiteren über 30 Fachrichtungen finden sich im Interaktiven Weiterbildungsplaner der Deutschen Ärzte-Versicherung. [zum Weiterbildungsplaner für alle 32 Fächer - klick hier] | |
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| Autor(in): Peter Dahlhausen (Deutsche Ärzte-Versicherung) ([email protected]) |
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MEDI-LEARN auf Schnäppchenjagd gehen: Unser
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Die neue Approbationsordnung rückt das fall- und problemorientierte Lernen immer mehr in den Vordergrund und auch in Leipzig ist man sehr bemüht, den Anforderungen einer patientenorientierten Ausbildung gerecht zu werden. POL bedeutet „Problemorientiertes Lernen“ und wurde im Sommer 2004 im Rahmen der neuen Approbationsordnung an der Universität Leipzig eingeführt. Ich absolvierte meinen ersten POL Kurs Infektiologie und Immuologie im Sommer 2005 und nun am Ende des 7. Semesters stand der 2. POL Kurs Notfall- und Akutmedizin auf dem Plan.
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Der erste Tag POL Am ersten Tag traf ich meine 9-köpfige POL-Gruppe. Bis auf einen Studenten, der bereits im Vorjahr in meiner Tutoriumsgruppe war, kannte ich niemanden. Anfangs empfand ich das als etwas ungewohnt. Dies ist natürlich so gewollt, damit die Teamarbeit mit fremden Leuten, wie es sicher auch später im Berufsleben geschieht, trainiert wird. Am Anfang stand natürlich das obligatorische Schweigen im Raum, aber schon in den nächsten Treffen klappte die Kommunikation zwischen uns recht gut. Unser Tutor war von Anfang an sehr aufgeschlossen und freundlich. Er mischte sich selten in unsere Diskussionen ein und wir merkten oft nicht, dass er da war. Er achtete darauf, dass alle wichtigen Lerninhalte angesprochen wurden. Da er kein Mediziner war, konnte er uns auf fachlichen Fragen selten eine Antwort geben. Deswegen waren wir gezwungen in Büchern nachzuschlagen (eine Bücherkiste stand hierfür stets zur Verfügung) oder nach dem Tutorium im Internet die entsprechenden Informationen zu suchen. Sicher war dies nicht der einfachste Weg und natürlich viel zeitaufwendiger als der normale Frontalunterricht, dennoch prägen sich selbst erarbeitete Fakten wesentlich besser ein.
Tutorium Notfallmedizin In den 14 Tutorien wurden 7 Fälle zu diversen Gebieten der Notfallmedizin bearbeitet. Das Spektrum reichte dabei vom Myokardinfarkt über Intoxikation bis hin zum Polytrauma. Meist waren die Fälle realen Krankengeschichten nachempfunden. Zu den Fällen wurden immer Symptome, Differentialdiagnosen sowie Therapieoptionen besprochen. Oft gab es dabei natürlich Diskussionen und verschiedene Meinungen. Dennoch konnten wir uns meist auf eine gemeinsame Strategie einigen. Nach den Tutorien ging es dann direkt zur Vorlesung, die auf den Inhalten der Fälle basierte. Der Hörsaal war dabei immer gut gefüllt, was man nicht von jeder Vorlesung behaupten kann. Zusätzlich konnte man die Präsentationen der Vorlesenden aus dem Internet herunterladen, so dass es keinen Stress mit mitschreiben gab.
Highlight im Kurs: Praktika, z.B. Bildgebung Die echten Highlights am Kurs waren aber die Praktika. Insgesamt waren in den 4 Wochen POL 3 Praktika vorgesehen. Im ersten Teil zum Thema „Bildgebende Diagnostik“ wurden Röntgenbilder und CT Aufnahmen ausgewertet. Insgesamt war es sehr interessant, doch konnte man dabei nicht selbst aktiv werden. Im zweiten Praktikum „Schockraummanagement“ wurde eine leerstehende Station in der Klinik für Innere Medizin als Übungsschockraum für Medizinstudenten umfunktioniert. Dabei gab es 8 Stationen, an denen verschiedene Szenarien aufgebaut wurden und man selbst tätig werden musste. Obwohl nur Puppen vor einem lagen, fiel es schwer, in so einer Situation einen kühlen Kopf zu bewahren und das Gelernte systematisch umzusetzen. Ich traf bei meinem plastischen Patienten partout die Vene nicht, andere Kollegen vergaßen den Blutdruck und den Puls zu messen. Man merkt schon, es war gar nicht so einfach für Anfänger. An anderen Stationen durften wir unsere Fähigkeiten beim Intubieren oder dem Legen eines zentralen Venekatheters trainieren. Auch die Anlage einer Thoraxdrainage wurde demonstriert und geübt, allerdings bin ich mir nicht sicher ob ich dies auch selbstständig durchführen könnte. Das Praktikum war insgesamt sehr effektiv, aber auch anstrengend.
Weiterer Höhepunkt: Technische Menschenrettung Dennoch sollte das 3. Praktikum dies noch übertreffen. Für den Teil „Technische Menschenrettung“ wurde eine riesige Messehalle genutzt, um einen Großeinsatz zu simulieren. Allerdings bestimmte an diesem Tag eine extreme Kaltfront aus dem Osten das Leipziger Wetter, dementsprechend zeigte die Quecksilbersäule nicht mehr als -10 Grad Celsius an und in der unbeheitzten Messehalle war es auch nicht merklich besser. Ohne richtige Winterausrüstung hatte man hier verloren. Die Leipziger Feuerwehr und etliche Rettungssanitäter zeigten uns in 10 Stationen ihre Arbeit und wir konnten viel von ihnen lernen. Unter anderem gab es mehrere Unfallfahrzeuge, aus denen Verletzte geborgen werden mussten. Dies stellte sich als gar nicht so einfach heraus und war im Grunde nur mit Teamwork zu realisieren.
Auch konnten wir das Anlegen von Schienungen an gebrochenen Extremitäten üben. Viel Überwindung kostete mich die Station „Sturz aus großer Höhe“, an der man seinen Patienten über eine 7 m lange Strickleiter (nach unten) erreichen musste. Ein echtes Highlight befand sich außerhalb der Halle. Dort hatte die Feuerwehr eine Drehleiter aufgebaut und beförderte einen Studenten nach dem anderen auf das Dach der Messehalle. Von dort musste ein Patient auf einer Trage über den Rettungskorb wieder nach unten befördert werden. Eine wirklich wackelige Angelegenheit und für Leute mit Höhenangst nicht zu empfehlen. Letztendlich haben es aber alle unbeschadet überstanden. Weiterhin gab es Stationen zum Thema Defibrillation, HWS-Immobilisation und Pfählungsverletzungen.
Das Praktikum war wirklich der Höhepunkt des gesamten Kurses. Allerdings zeigte das heimische Fieberthermometer nach einer Praktikumsdauer von über 5 Stunden bei mir eine Körpertemperatur von 35,4 Grad trotz extrawarmen Skisachen und warmem Tee an. Nach einem ausgiebigen Bad in der Wanne taute ich dann wieder auf. Das war echte Abhärtung. Am Ende des Kurses stand dann die Triple Jump Prüfung an: ein schriftlicher Teil mit Multiple Choice und freien Fragen, gefolgt von einer mündlichen Prüfung mit einer Fallvorstellung am darauffolgenden Tag.
Leipzig bemüht sich in Sachen Neue AO Insgesamt war der gesamte POL-Kurs ein sehr lehrreiches und interessantes Erlebnis in der Medizinerausbildung. Es wird deutlich, dass man in Leipzig bemüht ist, die neue Approbationsordnung umzusetzen und man merkt, wie sorgfältig die Planung der neuen Lehrinhalte von statten geht. Ein großes Lob gebührt an dieser Stelle Professor Adam und Dr. Heinke, die die Organisation des Kurses übernommen haben. Es ist ihnen wirklich gelungen, jungen Medizinern mit viel Praxisrelevanz das weite Feld der Notfallmedizin zu vermitteln.
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| Autor(in): Anne Seyffarth ([email protected]) |
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| 8. Gezähmte Aids-Viren zur Behandlung erblicher Augenerkrankungen
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(idw) Ein verändertes Aids-Virus verwendete eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern für die Genübertragung in Netzhautzellen von Mäusen. Damit gelang erstmalig die Behandlung einer erblichen Augenerkrankung durch Gentherapie. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse jetzt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Medicine. Die Suche galt einem viralen Vektor, der Gene zu therapeutischen Zwecken in die Netzhaut einer Maus einbringen konnte, ohne Mutationen auszulösen. Das Therapiegen sollte - über möglichst lange Zeit - für die defekte, zelleigene Kopie einspringen und von der Zelle vervielfältigt werden.
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Die Lösung in Form eines veränderten Aids-Virus fanden die Londoner Wissenschaftler Dr. Rafael Yáñes- Muños und Professor Adrian Thrasher. Professor Christof von Kalle vom Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg war mit seiner Gruppe an Untersuchungen zur Effizienz und zu Sicherheitsfragen dieser Vektoren beteiligt.
Gentherapie ist die Behandlung von Erbkrankheiten durch das Einbringen von Genen in die Zellen betroffener Gewebe. So kann die Funktion des eingebrachten Gens die Fehlregulation oder den Ausfall mutierter Gene ausgleichen. Bei der hier untersuchten Methode transportierte eine stark abgewandelte Form des Aids-Virus das genetische Material in die Zellen. Dazu wurden die Sequenzen, die das Virus gefährlich machen, aus dessen genetischer Information entfernt und stattdessen das benötigte Gen ergänzt. Mögliche Risiken eines solchen Vorgehens liegen darin, dass die Gene unkontrolliert in das Genom der Wirtszelle eingebaut werden und dabei wichtige Informationen verändern können (Insertionsmutagnese). Je nach Platzierung dieser Insertion kann sich daraus Krebs entwickeln.
Yáñes-Muños et al. umgingen dieses Problem, indem sie durch Veränderung der viralen Erbinformation den Einbau in das Genom der Wirtszelle verhinderten. Um zu überprüfen, ob die Zelle die neuen Informationen dennoch ablas und in Proteine übersetzte, ließen die Wissenschaftler das Virus ein Quallen-Gen in die Netzhautzellen injizieren. Dieses enthielt den Bauplan für ein Protein, das nach Belichtung mit Licht einer anderen Wellenlänge grün fluoresziert. Weil die neue Information konstant umgesetzt wurde, leuchteten die Augen der Mäuse grün, sogar noch neun Monate später. Entsprechend effektiv gelang diese Methode auch mit dem therapeutischen Gen. Die Heilung dieser seltenen Netzhauterkrankung im Mausmodel ist laut Yáñes-Muños und Thrasher richtungsweisend für die Behandlung anderer erblicher Augenkrankheiten. Die Erprobung am Menschen sollte bereits in zwei bis drei Jahren möglich sein.
Gentherapien sind bereits in früheren Studien zur Behandlung erblicher Blutkrankheiten erfolgreich eingesetzt worden, hatten aber in drei Fällen eine Leukämie-ähnliche Erkrankung zur Folge. Von Kalle fand den Grund dafür in der unbeabsichtigten Aktivierung eines krebsauslösenden Gens. Das Therapie-Gen hatte sich nahe bei einem solchen Gen in die Erbsubstanz eingefügt und verursachte dadurch abnormales Zellwachstum. Wie in der vorliegenden Arbeit will von Kalle die molekularen Vorgänge der Vektorfunktion auffinden und verstehen, um die Gentherapie frei von solchen Nebenwirkungen zu machen.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansätzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen führen. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft
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| Autor(in): Dr. Julia Rautenstrauch ([email protected]) |
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Essen, Eva Skalsky ,Lokalbereich Uni Zürich, Franziska Thieme, Lokalbereich Uni Innsbruck, Katharina Ruether, Lokalbereich Uni Regensburg,
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