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1. Editorial |
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Hallo, die WM ist vorbei und langsam kehrt die Nation zum eigentlichen Alltag zurück. Nachdem ihr in der letzten Ausgabe der Onlinezeitung den Inhalt der aktuellen MEDI-LEARN Zeitung (Ausgabe 03/2006) lesen konntet, stellen wir euch heute den sog. Digitalen Nachschlag, kurz: DNS, vor. Vom Erlebnis Studienstiftung über Erfahrungen eines angehenden Psychiaters im Chirurgie-PJ weiter zu
Eindrücken während der Famulatur in China oder Norwegen reicht die Palette der Themen. Darüber hinaus findet ihr Infos zum Auslandsstudium in Riga und zum EMS in der Schweiz.
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Schließlich schauen wir über den Tellerrand in interessante News aus der Forschung in Sachen Hirn und tragbarer Herz-Lungen-Maschine.
Bis zur nächsten Ausgabe,
Jens, Angelika und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
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Wahrscheinlich denkt niemand, der von der Schule bei der Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen wird, dass er wirklich genommen wird. Mir ging es da nicht anders.Persönlich bewerben kann man sich bei der Studienstiftung nicht, man muss vorgeschlagen werden. Dies kann entweder die Schule machen, die das Recht hat pro 50 Schüler eine(n) davon bei der Studienstiftung anzumelden, oder die Uni selber.
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Meine Anmeldung verlief über die Abiturbestenwahl meiner Schule und schon nach ein paar Tagen erhielt ich von der Studienstiftung Post: Ein Wust an Papieren fiel mir entgegen, als ich den Brief öffnete: Abiturzeugnisse in Kopie, ein ausführlicher Lebenslauf, Angaben zu Interessen, sozialen Tätigkeiten, Angaben zu den Eltern, Geschwistern etc.Ich machte mir keinerlei Hoffnungen.Als ich die Formulare zurückschickte dachte nicht einmal daran, dass ich wieder von der Stiftung hören würde. Nach einigen Monaten bekam ich Bescheid, dass ich die Möglichkeit hätte, an einem Auswahlwochenende in Köln teilzunehmen. Leider lag dieses Wochenende genau in meiner Klausurzeit, doch nicht nur das: Am Anreisetag sollten wir eigentlich bis 18.00 Uhr da sein, doch meine Chemie Klausur war bis 18.30 angesetzt.
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| Autor(in): Barbara Szymanski (E-Mail ist der Redaktion bekannt ([email protected])) |
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Ich gebe zu: Die Chirurgie hatte es schwer mit mir. Schon immer habe ich lieber mit dem Kopf als mit den Händen gearbeitet. Und nach einem genialen Psychiatrie-Tertial aus einem goldenen Herbst in Zürich in ein akademisches Lehrkrankenhaus im grauen, verschneiten Saarland zurück zu kommen, war dem folgenden Tertial in der Chirurgie auch nicht eben zuträglich. Aber so war es nun mal, und schließlich sollte man auch als zukünftiger „Nervenarzt“ zu einer groben Wundbeurteilung und notfalls auch mal zu einer Naht in der Lage sein. Viel mehr hatte ich mir ja gar nicht vorgenommen. Aber es sollte anders kommen.
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Hier einfach mal ungeschönt eine Tagebuchnotiz nach der ersten Woche im neuen Fach:
„Der erste Tag: symptomatisch! War bei zwei Operationen dabei (A. femoralis profunda-Plastik und AP-Rückverlagerung), ohne vorher einen Patienten wach gesehen, geschweige denn gesprochen zu haben, und das direkt im Anschluss an 16 Wochen Psychiatrie! Bei der ersten OP musste aufgrund von Komplikationen ein erfahrener Oberarzt hinzu gerufen werden, der fragte, wie alt der Mann denn sei. Leider war es eine Frau, aber genau genommen kann das dem Chirurgen natürlich auch egal sein. Dennoch eine seltsame Art und Weise, in der sich hier das Arzt-Patient-Verhältnis ausdrückt. Genau genommen erscheint mir der Begriff „Verhältnis“ gar nicht wirklich adäquat dafür zu sein.“
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| Autor(in): David Zilles (E-Mail ist der Redaktion bekannt ([email protected])) |
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Warum möchten Sie denn eine Famulatur in China machen, wo Sie das Land doch schon kennen? So lautete die erste Frage, die Herr Professor Kirschfink mir in dem Auswahlgespräch stellte.
Ich bin in China geboren und habe die ersten sechs Jahre meines Lebens dort verbracht. Zugegebenermaßen ist das Land mir also nicht ganz unbekannt.
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Aber in der Zeit in Deutschland hatte ich leider nicht sehr häufig die Gelegenheit gehabt, das Land meiner eigentlichen Muttersprache wieder zu besuchen. Und ist China kein Land, das stehen geblieben ist: Schon bei meinem letzten Besuch, der nun mehr als zehn Jahre zurückliegt, war ich überwältigt von der Veränderung. Im Studium ergeben sich nun leider nicht viele Möglichkeiten für einen längeren Aufenthalt im Ausland. Besonders das HeiCuMed-System in Heidelberg lässt da nicht viel Zeit übrig.
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| Autor(in): Shuai Lan (E-Mail ist der Redaktion bekannt ([email protected])) |
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Ein Praktikum im Rahmen meines Studiums in Norwegen durchzuführen, schwebte mir schon lange Zeit vor. Einerseits fasziniert mich dieses Land unter anderem aufgrund seiner atemberaubend schönen Landschaft und der ruhigen Lebensart – beides ging mir seit einem Urlaub nicht mehr aus dem Kopf - andererseits gilt es bezüglich des Gesundheitssystems zumindest für Mediziner als ein „Gelobtes Land“ was die Arbeitsbedingungen angeht.
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Meine Ambitionen galten dabei aber nicht der Suche nach einer potentiellen Zukunft im Ausland für mich, sondern vielmehr wollte ich ein wenig erkunden, wie das medizinische System dort tatsächlich funktioniert um für mein späteres Berufsleben Alternativen zu kennen, die vielleicht auch schon ganz einfach an der Basis umgesetzt werden können.
Planung und Organisation
Um meinen persönlichen Traum dieser Reise zu verwirklichen, nahm ich im zweiten Studienjahr an einem Norwegischkurs meiner Uni (2 Semesterwochenstunden) teil und erweiterte diese Kenntnisse im Selbststudium mit Hilfe des Buches „Praktisches Lehrbuch Norwegisch“ von Langenscheidt und vor allem des Internets. Allen Norwegenfans, die nach wichtigen Informationen und interessanten Links - nicht nur zum Thema Sprache - suchen, kann ich da auf jeden Fall die (deutsch geschriebene) Seite www.trolljenta.net empfehlen.
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| Autor(in): Stefanie Kellmann (E-Mail ist der Redaktion bekannt ([email protected])) |
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Geburtshilfe zum Schluss. Ich glaube, dass ich diese „Starthilfe“ in den lettischen Alltag zu Beginn meines Auslandssemesters gebraucht hätte. Aber so schließt sich nun der Kreis und damit mein Aufenthalt in der Metropole des Baltikums, der Jugendstilperle Riga.
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Nichts als Denkansätze und doch zum ersten mal begriffen, wie dicht die Soziologie an der Medizin liegt. Sie nähren einander regelrecht.
Wenn man die Gesellschaft sehen will, braucht man eigentlich nur ins Krankenhaus zu gehen. Deutlicher kann Wachstum und Wahn, Absturz und Leid, aber auch Entschlossenheit, Freude und Aufbruch kaum auftreten.
Menschen, die an Infektionskrankheiten sterben, die bei „uns“ als ausgerottet gelten, Frauen, die zum x-mal abtreiben weil sie es für eine konventionelle „Verhütungsmethode“ halten, Männer, die im Ausland Arbeit und Zukunft suchen und als psychische Wracks zurückkehren, mit Antidepressiva vollgestopft werden. Junge Menschen, die an Magengeschwüren leiden, weil sie den auf ihnen lastenden Druck mit drei Jobs und einem Studium nebenher nicht mehr kompensieren können. Alte, deren Rente weder vorne noch hinten reicht und Kinder, die keiner haben will, bei der Untersuchung so ruhig halten wie kein zweiter, die Berührung genießen und in Heime zurückgebracht werden.
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| Autor(in): David Wiesenäcker (E-Mail ist der Redaktion bekannt ([email protected])) |
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7. Was bringt der Blick ins Gehirn Bildgebende Verfahren in der Hirnforschung
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Bildgebende Verfahren in der Hirnforschung erobern immer neue Anwendungsbereiche. Doch häufig wird ihre Aussagekraft überschätzt, sagt das Fraunhofer ISI.Moderne Diagnoseverfahren wie Computertomografie oder Magnetenzephalografie gewähren faszinierende Einblicke ins Gehirn - sie zeigen in bunten Bildern, wie wir sprechen, denken, fühlen und handeln.
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Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung hat für das Zentrum für Technikfolgen-Abschätzung beim Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierat erstmals Chancen und Risiken dieser Verfahren untersucht und bewertet. Danach bieten Hirnbilder ein großes Potenzial bei der Diagnose von Krankheiten und bei der Erforschung grundlegender Vorgänge im Gehirn. Für andere Anwendungen warnt die Studie allerdings vor überzogenen Erwartungen. „Die Aussagekraft von Hirnbildern wird zum Teil überschätzt“, sagt Studienleiterin Dr. Bärbel Hüsing.
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| Autor(in): Dr. Bärbel Hüsing, Fraunhofer Institut (E-Mail ist der Redaktion bekannt ([email protected])) |
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8. Buchstabenstriche schlagen zurück Eignungstest für das Medizinstudium in der Schweiz
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Der EMS hat an vielen Unis der Schweiz und an den österreichischen Medizin-Unis Wien und Innsbruck die Matura (das Abitur) ersetzt.
Der Eignungstest orientiert sich in seiner Struktur am ehemaligen Medizinertest, der von 1987 bis 1996 neben der Abiturnote für die Zulassung oder Nichtzulassung zum deutschen Medizinstudium herangezogen wurde. Insgesamt acht Untertests müssen absolviert werden, die von der Zuordnung von Mustern, Gedächtnistests, konzentriertem und sorgfältigem Arbeiten bis zum medizinisch-wissenschaftlichen Grundverständnis reichen.
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Aufgaben, die sich direkt mit der Medizin beschäftigen, sind so konzipiert, dass sie sich logisch aus dem in den Fragen formulierten Stoff beantworten lassen – Vorwissen ist also nicht nötig und bringt auch keine Vorteile. Die Durchfallquote liegt bei 50 bis 60 Prozent.
Eine gute Übersicht über den Test bieten die Infoseiten des Fachbereiches Psychologie der Universität Fribourg/Schweiz unter:
www.unifr.ch/ztd
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| Autor(in): Jan-Peter Wulf ([email protected]) |
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9. Erstmalig im Lufteinsatz Die weltweit kleinste tragbare Herz-Lungen-Maschine
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Ein Spezialistenteam der Uniklinik Regensburg entwickelte eine tragbare Mini-Herz-Lungen-Maschine (Mini-HLM) und setzte diese erstmalig im Rettungshubschrauber ein. Bisher nicht transportfähige Patienten können mit diesem künstlichen Kreislauf nun sicher und schnell zur weiteren Behandlung transportiert werden.
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Herkömmliche Herz-Lungen-Maschinen (HLM) sind bis zu 1,5 Meter lang, bis zu 200 kg schwer und deshalb für den mobilen Einsatz ungeeignet. Sie sind jedoch lebensrettend bei der Versorgung von schwerstkranken Patienten mit kombiniertem Herz- und Lungenversagen. Kliniken, die nicht über diese Geräte verfügen, können solche Patienten nur eingeschränkt selbst behandeln, aber auch nicht zur weiteren Behandlung in eine Spezialklinik überweisen.
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| Autor(in): Dr. M.A. Rudolf F. Dietze, IDW (E-Mail ist der Redaktion bekannt ([email protected])) |
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Redaktionsleitung: Jens Plasger & Christian Weier, Daniel Luedeling, Cartoonist und Redakteur, Angelika Lehle, Redakteurin und Grafikerin, Simone Arnold, Redakteurin, Thorben Kühl, Redakteur und Grafiker, Martina Fröhlich, Programmierung, Kjell Wierig, Grafiker, Peter Wollny, Redakteur, Ilka Markmann, Redakteurin, Marlies Lehmkuhl, Redakteurin, Franziska Böhm, Redakteurin, Susanne Kirscht, Redakteurin, Andreas Bussmeyer, Redakteur, Jascha Hellberg, Redakteur, Stan, Reporter für Extremeinsätze, Arne Beckendorf, Buchrezensionen und Lokal Hannover, Andrea Clemens, Lokalbereich Uni Köln, Astrid Stumpf, Lokalbereich Uni Münster, Benedikt Bader, Lokalbereich Uni München, Bettina Kiep, Lokalbereich Uni Mainz, Cordula Sachse, Lokalbereich Uni Greifswald, Daniela Prause, Lokalbereich Uni Göttingen, Eike Beyer, Lokalbereich Uni Essen, Eva Skalsky ,Lokalbereich Uni Zürich, Franziska Thieme, Lokalbereich Uni Innsbruck, Katharina Ruether, Lokalbereich Uni Regensburg, Kristina Krüger, Lokalbereich Uni Hannover, Pia Paul, Lokalbereich Uni Witten, Stefanie Schmölke, Lokalbereich Uni Frankfurt, Tobias Schmeinck, Lokalbereich Uni Münster |
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