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1. Editorial |
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Hallo,
mit dieser Ausgabe der Onlinezeitung möchten wir dich auf den Inhalt der frisch erschienenen MEDI-LEARN Zeitung im Printformat aufmerksam machen. Du findest die Artikel in Kurzform in diesem Newsletter und kannst online die ausführliche Version nachlesen.
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Was haben wir Interessantes für dich heute dabei? Da wären zum einen die Autoren der MEDI-LEARN Skriptenreihe, die sich bei ihrer Arbeit, ein Buch zu erstellen, über die Schulter haben blicken lassen. Ebenfalls in Interviewform vertreten ist der Arzt Dr. Munz, der humanitäre Hilfe in weltweiten Krisengebieten leistet und über beeindruckende Erlebnisse zu berichten weiß.
Weiterhin liest du, wie Forscher mit Maschendraht einen Schlaganfall zu verhindern suchen oder was es mit der seltenen Krankheit Prosopagnosie auf sich hat, bei der die Fähigkeit, Gesichter zu erkennen, beeinträchtigt ist. Ebenfalls enthalten: ein Interview zum Thema Akupunktur und Erfahrungsberichte aus aller Herren Länder.
Dies und mehr in der heutigen Ausgabe der Onlinezeitung.
Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir,
Jens, Thomas und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 13.05.2008:
o Wirkstoff Hepatitis B
o Arzneipflanze des Jahres 2008
o Famulatur in Michigan
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2. Vom Husten bis zum Herzinfarkt Innere Medizin in Valdivia, Chile
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Sprachkenntnisse verbessern, Erfahrungen sammeln und die kulturellen wie medizinischen Unterschiede zu Deutschland kennen lernen wollte. In Sprachkursen und aus privaten Begegnungen habe ich mich schon
frühzeitig mit dem Spanischen beschäftigt, so dass die Sprache kein allzu großes Hindernis darstellte.
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Der Grund für die Ableistung meines PJ-Tertials in Chile bestand darin, dass ich in einem spanischsprachigen Land meine Und auch die Bewerbung hätte hürdenreicher sein können: Per Mail habe ich eine formlose Bewerbung an das Dekanat der Universidad Austral de Chile (UACH) in Valdivia gesendet. Kurze Zeit später erhielt ich von der Koordinationsverwaltung für internationale Angelegenheiten eine Aufforderung, alle notwendigen Unterlagen (Empfehlungsschreiben, Liste über benotete Fächer, Motivationsschreiben, Nachweis von Sprachkenntnissen) per Mail oder per Post zuzusenden. Gefordert, getan, und recht bald erhielt ich dann auch die Zusage, so dass ich meinen Aufenthalt planen konnte. Beim chilenischen Konsulat in Deutschland habe ich mich über das offiziell notwendige Studentenvisum informiert, das knapp 200 Euro kostet und das innerhalb eines Monats nach Ankunft in Chile bei der behördlichen Polizeistelle aktiviert werden muss.
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| Autor(in): Daniel Eberst ([email protected]) |
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Die Implantation einer winzigen, maschenartigen Metallröhre ("Stent") in ein verengtes Blutgefäß im Gehirn kann gefährdete Patienten vor einem Schlaganfall bewahren. Dies hat eine internationale Studie gezeigt, die in der Abteilung Neuroradiologie der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg koordiniert und in der Zeitschrift
"Stroke" veröffentlicht worden ist.
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Das innovative Stentsystem "Wingspan" (Hersteller: Boston Scientific) wurde in einer weltweiten Studie an 17 Zentren bei insgesamt 45 Patienten auf seine Wirksamkeit und Risiken getestet. Die Federführung der Studie hatte Professor Dr. Marius Hartmann, Leiter der Sektion Interventionelle Neuroradiologie der Abteilung Neuroradiologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Patienten, die an der Studie teilnahmen, hatten bereits leichte Schlaganfälle erlitten; Medikamente, die das Blut verdünnten, brachten bei ihnen keine Besserung. Dagegen war die Implantation des Stents sehr effektiv: Zu Beginn der Studie war im Mittel 75 Prozent des Gefäßlumens der verengten Hirnarterie durch Arteriosklerose verengt; sechs Monate nach Implantation war es noch 28 Prozent und die Wieder-Einengungsrate (Rezidiv-Stenoserate) lag bei nur 7,5 Prozent. Nur ein Patient starb in den Wochen nach der Behandlung; zwei erlitten einen Schlaganfall.
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| Autor(in): Dr. Annette Tuffs ([email protected]) |
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Stellt euch vor: Ihr seid auf einer Party eines Freundes. Ihr spaziert durch das Haus und beobachtet ein wenig. Vorne an der Tür seht ihr eine ältere Dame mit einem schicken neuen Kleid. Ihre Haltung ähnelt der eurer Großmutter. Ihr seht in ihr Gesicht und erkennt zwei Augen, eine Nase, einen Mund, eben alles was in ein Gesicht gehört. Aber die Person erkennt ihr nicht. Sie kommt auf euch zu und spricht euch beim Vornamen an.
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Aus Höflichkeit tut ihr natürlich so, als würdet ihr sie kennen, versucht aber der unangenehmen Situation schnellstmöglich aus dem Weg zu gehen. Die Dame spricht plötzlich über euren Vater, als kenne sie ihn seit Jahren. Ihr glaubt, dass es jemand aus eurer Familie sein muss, der mit euch spricht. Aber wer kann es bloß sein? Ihr seid ja vor Jahren ausgezogen und der Kontakt mit der Familie ist seltener geworden. Erst als die Dame plötzlich anfängt von eurer Kindheit zu sprechen, wird euch schlagartig klar, dass ihr vor eurer Mutter steht.
Keine Seltenheit
Es gibt Menschen, die solche Situationen nahezu täglich zu bewältigen haben. Sie sind keineswegs eine Seltenheit, wie Forscher aus Münster in diesem Jahr entdeckt haben. Ihnen gemeinsam ist eine Krankheit, aus der die Unfähigkeit Gesichter zu erkennen, resultiert. Der Neurologe Dr. Joachim Bodamer hat dieses klinische Bild als Erster im Jahre 1947 an Patienten beschrieben, die im Krieg eine Hirnverletzung erlitten hatten und in der Klinik das Pflegepersonal nicht mehr erkennen konnten. Er prägte den Namen „Prosopagnosie“ (aus dem Griechischen: „Prosopon“: das Gesicht und „Agnosia“: das Nicht-Erkennen). Prosopagnostiker können Gesichter sehen und beschreiben, aber sie erkennen keine Personen darin. Sie können auch Emotionen aus Gesichtern herauslesen, aber sie wissen nicht warum ihr gegenüber gerade sauer ist, weil sie ihren besten Freund mal wieder „ignoriert“ haben – das lateinische „ignorare“ lässt sich mit „nicht kennen“ übersetzen.
Manche Patienten berichten, dass sie ihre eigenen Kinder meist nur an der Kleidung erkennen, oder dass sie in der vollen Umkleidekabine nach dem Sport Grimassen schneiden, um zu wissen, welche der Personen sie selbst sind. Filme anzugucken macht den Betroffenen meistens keinen Spaß, denn sie sehen nur ein fremdes hübsches Gesicht nach dem anderen über die Leinwand laufen. Erstaunlicherweise geben die meisten Pro-
sopagnostiker an, für die Kommunikation keinen Augenkontakt zu benötigen. Viele haben sich dies allerdings im Laufe der Zeit angewöhnt, weil sie bemerkt haben, dass es vom Gesprächspartner gefordert wird. Sie erkennen Objekte und Farben, und haben normalerweise auch keine Einschränkungen beim Einschätzen des Geschlechts und der subjektiven Attraktivität anderer Menschen.
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| Autor(in): Wolf-Julian Neumann ([email protected]) |
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5. Überlebende von Katastrophen sind die ersten Helfer! Interview mit Dr. Richard Munz
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Der Notfallarzt und Chirurg Dr. Richard Munz ist seit über zwanzig Jahren für verschiedene nationale und internationale Hilfsorganisationen im Einsatz. Als Experte auf seinem Gebiet ist er häufig als Organisator und Leiter von Katastropheneinsätzen gefragt. An der Ruhr-Universität Bochum ist er Dozent im Studiengang „Humanitäre Hilfe“. Wir hatten die Möglichkeit, ein Interview mit Dr. Munz zu führen.
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MEDI-LEARN: Dr. Munz, wo fand Ihr letzter Einsatz statt?
Munz: Ende 2006 war ich im Tamilengebiet im Norden Sri-Lankas. Dort betreibt das Rote Kreuz zusammen mit einheimischen Kollegen ein Krankenhaus. Im Sommer waren die Kämpfe dort wieder erneut ausgebrochen und wir hatten leider einige schwere Bombenangriffe mit vielen Toten und zahlreichen Schwerverletzten abzuarbeiten. Im vergangenen Jahr sind die Kämpfe weitergegangen und haben auch Intensität zugenommen. Es ist wohl zu befürchten, dass die Situation dort auch in den nächsten Monaten eher noch kritischer werden wird.
MEDI-LEARN: Wissen Sie schon, wohin Ihr nächster Einsatz gehen wird?
Munz: Nein, das weiß ich vorher nie. Das kann rein theoretisch schon in den nächsten Stunden losgehen.
MEDI-LEARN: Wie muss man sich denn das Prozedere vorstellen, wenn es so kurzfristig ist?
Munz: Die erste Alarmierung kommt meist per SMS vom UNHCR aus Genf. Bei dieser ersten Benachrichtigung wird dann erst einmal angefragt, ob und wann ich für einen Einsatz verfügbar sein kann und geschildert, um welche Katastrophe in welchem Land es sich handelt. Ich spreche mich dann noch schnell mit meiner Familie ab und wenn ich dann zugesagt habe, wird der nächste Flug gebucht und ich mache mich auf den Weg zum Frankfurter Flughafen. Mir ist es immer sehr wichtig, so früh wie möglich in einem Katastrophengebiet anzukommen, da die Entscheidungen der ersten Tage später kaum mehr korrigiert werden können.
MEDI-LEARN: Sagen Sie auch einmal Einsätze ab?
Munz: Theoretisch kann ich das natürlich machen. In der Praxis ist das bisher allerdings nur ein einziges Mal vorgekommen weil ich die geplante Hilfsoperation nicht für sehr sinnvoll hielt.
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| Autor(in): MEDI-LEARN ([email protected]) |
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6. Heidelberger Medizinstudenten lernen Anatomie im "virtuellen Präpariersaal"
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Heidelberger Medizinstudenten können - als Ergänzung zum traditionellen Präparierkurs - in einem "virtuellen Präpariersaal" ihre Anatomiekenntnisse vertiefen: Am Bildschirm lassen sich Organe, Blutgefäße und Knochen ebenso freilegen wie an Leichen. Dazu werden Computerprogramme benutzt, die Radiologen ursprünglich für die Klinik, u.a. zur Vorbereitung schwieriger Operationen, entwickelt haben. Von den Studenten wird das innovative Lehrangebot, wie erste Bewertungen zeigen, sehr gut angenommen.
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Seit dem Wintersemester 2007 / 2008 wird - bundesweit erstmalig - das Seminar "Virtuelle Anatomie" durchgeführt, das die räumliche Orientierung im Körper und die Einordnung von anatomischen Strukturen erleichtert. Das Lehrangebot wurde im Institut für Anatomie der Universität Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Abteilung Radiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum entwickelt und wird von der Klaus Tschira Stiftung, gemeinnützige GmbH, Heidelberg, mit rund 200.000 Euro unterstützt.
Gute Vorbereitung
auf die Klinik
Erwünschter Nebeneffekt des innovativen Lehrprogramms: Bereits in der Vorklinik lernen die Studenten, klinische Schnittbilder verschiedener radiologischer Verfahren wie der Computer- oder Mag-
netresonanz-Tomographie richtig einzuordnen, zu interpretieren und zu bearbeiten. "Bildgebende Verfahren gewinnen in der modernen Medizin immer mehr an Bedeutung, da sie exakte Einblicke in den menschlichen Körper bieten", erklärt Professor Dr. Joachim Kirsch, Geschäftsführender Direktor des Heidelberger Instituts für Anatomie und Zellbiologie. Leistungsfähige Rechner und ein Programm, das die dreidimensionale Rekonstruktion des menschlichen Köpers aus Röntgen- oder MRT-Bildern erlaubt, sind die Grundlagen des Kurses. Technik und Lehrplan entwickelten Professor Kirsch und Sara Doll in intensiver Zusammenarbeit mit der Abteilung Radiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (Professor Dr. Hans-Ulrich Kauczor, Dr. Frederik Giesel und cand. med. Fabian Rengier).
Der neue Kurs findet parallel zum Präparierkurs an menschlichen Leichen statt und behandelt jeweils das gleiche Thema. "So können die Studierenden auch Strukturen betrachten, die schwer zu erhalten sind und im Präparierkurs weggeschnitten werden", sagt Sara Doll, die als präparationstechnische Assistentin der Fachrichtung Medizin sowohl Seminar als auch Präparierkurs betreut.
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| Autor(in): Dr. Annette Tuffs ([email protected]) |
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Interview mit Autoren der MEDI-LEARN Skriptenreihe
In 30 Tagen zum Physikum – nach diesem Prinzip ist die Skriptenreihe von MEDI-LEARN aufgebaut, in denen die examensrelevanten „facts and figures“ in Form eines Repetitoriums präsentiert werden. Klar im Fokus der 30 Fachbände: Die Konzentration auf das Wesentliche. Das, was in vergangenen Jahren in den Examina auf den Tisch kam, wird hier zielorientiert aufbereitet. Fakten für die Mündliche Prüfung und die Rubrik „Das bringt Punkte“ sorgen neben eingebauten Lernpausen dafür, dass das Pauken dynamisch bleibt.
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Kräftig ins Zeug gelegt
So weit, so gut. Doch wie entstanden die Skripten eigentlich und wie haben die Autoren gearbeitet? Saßen sie im gemütlichen Pulli am Schreibtisch, bei einem Glas Rotwein, mit schnurrender Katze auf der Fensterbank, und tippten Zigarillos rauchend ihre lehrreichen Texte in die nostalgische Schreibmaschine?
Mitnichten: Damit die Vorbereitung für das Physikum so „knackig“ verlaufen kann, musste sich ein großes Autorenteam kräftig ins Zeug legen – und das neben Studium und Job. Allesamt sind sie erfahrene Dozenten unserer Repetitorien und mit theoretischem und praktischem Fachwissen bestens gerüstet.
Und doch: Das Schreiben eines solchen Dokuments war für sie eine ganz neue Erfahrung und Herausforderung. Wir haben uns mit Rieke Bommas-Ebert (Anatomie 1 und 5), Sebastian Huss (Biologie 1 und 2), Maximilian Drewes (Histologie 2) und Claas Wesseler (Physiologie 1) über das Medizinstudium, den Arztberuf und die Autorentätigkeit unterhalten.
MEDI-LEARN: Hallo zusammen! Erstmal soll es um eure „eigentliche“ Berufung gehen – ihr seid ja in erster Linie Mediziner. Wo und wann habt ihr denn studiert?
Bommas-Ebert: Ich habe von 1993 bis 2000 in Marburg studiert.
Wesseler: Da habe ich Rieke sozusagen abgelöst: Ich habe 2000 in Marburg angefangen, zum PJ bin ich nach Fulda, Berlin und nach Bozen gegangen.
Vor dem Studium habe ich ein Jahr im Rettungsdienst gearbeitet.
Drewes: Zum Sommersemester 1999 habe ich in Gießen begonnen und bin der Uni und dieser verrückten Stadt bis zu meinem Abschluss im November 2005 treu geblieben.
Huss: Ich studiere noch, auch in Marburg, seit Ende 2001. Momentan lerne ich für das Zweite Staatsexamen.
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| Autor(in): Jan-Peter Wulf ([email protected]) |
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8. HIV – ein alltägliches Problem PJ-Tertial Chirurgie in Kapstadt
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Während des klinischen Abschnitts wurde mir schnell klar, dass ich mindestens zwei Tertiale meines praktischen Jahres im Ausland machen wollte. Wann, wenn nicht dann, hat man die Möglichkeit, während des Studiums andere Länder, Ausbildungssysteme und Gesundheitssysteme kennen zu lernen?
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So entschloss ich mich, mein Chirurgie-Tertial im englischsprachigen Raum abzuleisten. Die USA, Kanada, Neuseeland und Australien hatten sich aufgrund von komplizierter und teurer Bewerbungsverfahren oder den zum Teil extrem hohen Studiengebühren schnell erledigt. Das englische Ausbildungssystem kannte ich bereits durch meine Doktorarbeit. So verschlug es mich nach Kapstadt. Ausschlaggebend war die Mischung aus hohem medizinischen Standard und trotzdem einem Gesundheitswesen und einer Kultur, die sich doch sehr von unserem System unterscheiden. Auch der Reiz der Landschaft Südafrikas an sich und die Möglichkeit, während des Aufenthalts die Tier- und Pflanzenwelt Afrikas zu bestaunen, die ich nur aus Dokumentarfilmen kannte, zogen mich nach Kapstadt.
Gut gerüstet sein
Es ist ratsam, für das PJ-Tertial ein Paket aus Auslandskrankenversicherung, Unfallversicherung und Auslandshaftpflichtversicherung abzuschließen. Komplettpakete bieten die Deutsche Ärzte Finanz und DBV Winterthur an. Die Auslandshaftpflichtversicherung ist für Mitglieder des Marburger Bundes kostenfrei.
Impfungen: Obligatorisch ist nur die Hepatitis B-Impfung, empfehlenswert ist darüber hinaus, sich im Vorfeld um die antiretrovirale Therapie zu kümmern. Auskunft geben die Infektions- oder HIV-Ambulanzen der Unikliniken. Falls man plant, durch das Land zu reisen, sollten auch eine Hepatitis A- und Typhusimpfung durchgeführt werden. Malariaprophylaxe ist empfehlenswert für den Krüger Nationalpark, und für Abstecher nach Botswana, Zimbabwe und Zambia.
Weltweit erste
Herztransplantation
Dass die Chirurgie am Groote Schuur Hospital groß geschrieben wird, ist selbstverständlich: Hier wurde die weltweit erste Herztransplantation 1967 von Christian Banard durchgeführt wurde. Das GSH ist unterteilt in das Old Main Building, in dem die administrativen Büros, das Transplantationsmuseum, die Seminarräume und die „Outpatients-clinic“ (Allgemeine Ambulanz) untergebracht sind, und den Neubau, in dem die Stationen und Operationssäle untergebracht sind. Ich traf die Entscheidung, die vier Monate auf die verschiedenen Fächer der Allgemeinchirurgie aufzuteilen. Somit verbrachte ich jeweils einen Monat in „Upper GI“, „Lower GI“, „Vascular Surgery" sowie in der „Endocrine Surgery“. Ich verbrachte jede vierte Woche in der „Trauma Unit“ und nahm auch an den Unterrichtskursen der GSH teil. Die allgemeinen Lehrtage waren Donnerstag und Freitag, wobei jede Woche ein Professor oder „Consultant“ der jeweiligen Abteilungen für das Unterrichten zuständig ist. An den übrigen Tagen finden Vorlesungen, Seminare, Bedside-Teaching und Tutorien statt, die von Abteilung zu Abteilung anders gehandhabt werden.
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| Autor(in): Emar Ngo ([email protected]) |
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Das 3B Scientific-Anatomiespecial
Gemeinsam mit 3B Scientific, dem renommierten Hersteller
anatomischer Modelle, steht uns ein kompetenter Partner zur Verfügung,
der das Spezial freundlicherweise unterstützt. Auf den Seiten findet ihr in den kommenden
Monaten Beiträge rund um das Thema Anatomie.
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Interview zum Thema Akupunktur mit Susanne P.
Wegen welcher Beschwerden lassen Sie sich akupunktieren?
Lymphknotenschwellung unbekannter Genese, Bauchschmerzen während der Menstruation, Heuschnupfen, Rückenschmerzen, Weichteilrheuma, Migräne.
Aus welchen Gründen haben Sie sich für Akupunktur entschieden?
Andere Methoden/ Medikamente halfen nicht. Da hat mir mein Hausarzt die Akupunktur empfohlen. Ich habe es ausprobiert und auch Erfolge damit gehabt.
Sind Sie eigenhändig auf den Arzt zugegangen oder hat Ihnen Ihr Arzt zur Akupunktur geraten?
Mein Hausarzt riet mir dazu.
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Welchen Effekt haben Sie bereits nach der ersten Sitzung verspüren können? Wie hat sich die Akupunktur langfristig ausgewirkt?
Nach der ersten Sitzung fühlte ich mich sehr entspannt. Vor allem im Nacken-/Schulterbereich merkte ich eine deutliche Entspannung und konnte meinen Kopf weiter drehen als vorher, ohne Schmerzen zu haben.
Mein Heuschnupfen wurde im Verlauf weniger und die Lymphknotenschwellung ging zurück. An meinen Bauchschmerzen der Menstruation hat sich aber leider nicht viel geändert.
Hatten Sie „Angst“ vorm ersten Mal „gestochen werden“ oder haben Sie alles auf sich zu kommen lassen?
Ich hatte schon etwas Angst, vielleicht auch deswegen, weil es weh tut. Ich rechnete fest damit dass es weh tut, und wurde davon überrascht, dass es nicht weh tun muss. Es gibt schon einige Stellen, an denen es unangenehm ist, z.B.
zwischen den Zehen oder an der Nase. Aber ansonsten ist es eher angenehm.
Wie viele Sitzungen sind notwendig und wie lange dauert eine Sitzung und wie läuft sie grundsätzlich ab? Werden die Nadeln eingestochen und dann an einem Ort belassen oder wechselt der Akupunkteur im Laufe einer Sitzung auch die Einstichstellen?
In einer Sitzung werde ich zuerst 15-20 Minuten vorbereitet mit einer Wärmelampe, die die zu akupunktierenden Stellen erwärmt. Dann folgt das Setzen der Nadeln, das dauert ca. 10 Minuten. Währenddessen werden die Nadeln z.T. in ihrer Position korrigiert, aber dann bleiben sie bis zum Ende dort. Es werden dann auch keine anderen mehr nach gestochen oder der Ort gewechselt. Dann liegt man ca. 20-30 Minuten, ebenfalls unter der Wärmelampe, und dann werden die Nadeln wieder gezogen. Die Nadeln werden zwischendurch nachkontrolliert, ob sie noch richtig sitzen. Mit Wartezeiten, wenn es ab und zu doch mal länger dauert bis man "genadelt" wird und bis die Nadeln wieder gezogen werden, dauert es 60-90 Minuten. Man geht ca. 5-10 mal wegen einem Beschwerdebild zur Akupunktur, wenn es dann noch nicht besser ist evtl. auch länger.
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| Autor(in): MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Der Wunsch, Medizin zu studieren, kam in mir am Ende der zwölften Klasse und damit relativ spät auf. Um sicher zu gehen, ob die Wahl richtig ist, besuchte ich zunächst verschiedene Universitäten und schaute mir auch andere Studiengänge an. Am Ende entschloss ich mich, nach dem Abitur zunächst meinen Zivildienst im Universitätsklinikum Aachen zu absolvieren. Das hatte den Vorteil, dass ich auf der Strahlentherapie-Station einen sehr guten und facettenreichen Einblick in die Arbeit der Ärzte und den klinischen Alltag erhielt.
Diese Zeit bekräftigte meine Entscheidung, mich um einen Studienplatz zu bewerben – trotz diverser Warnungen vor dem immensen Arbeitsaufwand, den ein Medizinstudium mit sich bringen würde. Da ich wusste, dass es mit meinem eigentlich nicht schlechten Abi-Schnitt von 1,7 dennoch nicht einfach werden würde, einen Studienplatz zu erhalten, hatte ich meinen Zivildienst so früh wie möglich begonnen und den Urlaub in Gänze für das Ende aufgespart, um gegebenenfalls im Sommersemester beginnen zu können, wenn die NC-Schwelle in der Regel nicht so hoch ist.
Bewerbung Teil 1:
Fristen einhalten!
Ich holte mir Informationen zur Bewerbung über die Internetpräsenz der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) und über das Berufsinformationszentrum ein.
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Rechtzeitig kümmerte ich mich um die Formalitäten, brauchte aber dennoch einen leichten „Schubs“ von Fortuna, die mir eines Abends einen alten Kumpel aus Schultagen über den Weg laufen ließ. Auch er hatte vor, sich über die ZVS für Medizin zu bewerben und wies mich darauf hin, dass es zwei unterschiedliche Bewerbungsfristen gebe, nämlich für so genannte Alt- und Neuabiturienten. Ich sei durch die längere Zeit zwischen Abi und Bewerbung ein Altabiturient. Diese Unterscheidung musste ich irgendwie überlesen oder einfach nicht gefunden haben. Das Resultat war jedoch eindeutig und duldete keinen weiteren Aufschub der Bewerbung, denn es waren nur noch wenige Tage
bis zum Ablauf der für mich geltenden Bewerbungsfrist!
Bewerbung Teil 2:
Alle Möglichkeiten ausnutzen
Ich bewarb mich über das Internet, was allerdings Nerven kostete, da das Online-Formular nicht korrekt funktionierte und ich ja unter Zeitdruck stand. Letztlich hat es doch noch geklappt und ich gab sechs potenzielle Studienorte an, da ich erst einmal überhaupt einen Platz ergattern wollte. Auf den Plätzen eins und zwei standen Würzburg und Mainz. Mainz bot darüber hinaus ein Vorstellungsgespräch an und man sollte angeben, ob man bereit sei, daran teilzunehmen. Natürlich war ich! Und glücklicherweise wurde ich tatsächlich eingeladen.
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| Autor(in): Henning Vieth ([email protected]) |
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Nepal: Das Königreich im Himalaja und seine durch den Buddhismus und Hinduismus geprägte Kultur hat mich schon lange fasziniert. Als ich, eher durch Zufall, bei einer Routineuntersuchung im Rahmen meiner Doktorarbeit, zufällig auf Nepalmed und Arne Drews stieß, waren die Weichen quasi gestellt.
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Nepalmed ist ein gemeinnütziger Verein, gegründet von Arne und Silke Drews, die sich der Unterstützung des nepalesischen Gesundheitssystems verpflichtet sehen. Da in Nepal nur ein Zehntel der Bevölkerung Zugang zu medizinischer Hilfe hat, versucht der Verein, nepalische Initiativen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens zu fördern, insbesondere zur Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal. Seit 2000 besteht der Verein und hat sich gut entwickelt: Mittlerweile unterstützt Nepalmed das Model Hospital in Kathmandu (KMH) mit Instrumenten und Stipendien für die Facharztweiterbildung, die assoziierte Organisation Public Health Concern Trust (PHECT), das Community Hospital in Amp Pipal, das Eye Hospital in Kathmandu sowie regionale Krankenhäuser in Simikot und Dolakha. In allen Kliniken können über Nepalmed Famulaturen vereinbart werden. Die Bedingungen und Voraussetzungen kann man der Homepage (siehe Textende) leicht entnehmen.
Bewerbung über den Verein
Entsprechend unproblematisch die Bewerbung: Auf der Webseite kann man sich nicht nur über die gesamte Arbeit des Vereins informieren, sondern auch Berichte ehemaliger Famulanten in den verschiedenen von Nepalmed unterstützten Krankenhäusern studieren.
Mittels der elective information erfährt der Interessierte alles Wissenswerte über Nepal und Famulaturen. Zur Bewerbung schickt man einfach eine Mail mit allen Wünschen (in Deutsch) an die angegebene Mailadresse.
Dagegen ist es völlig sinnlos, das Krankenhaus direkt anzuschreiben. Hierzulande kann man sich gar nicht vorstellen, welch ein rares Gut Strom und eine vernünftige Internetverbindung an manchen Orten der Welt darstellen! Deshalb kann eine Anfrage schon aus Ressourcen schonenden Gründen unbeantwortet bleiben.
Wenn man eine Zusage erhält, wird erwartet, dass man Mitglied bei Nepalmed wird, was einen Jahresbeitrag von 15 Euro bedeutet. Für die Vermittlung verlangt der Verein weitere 50 Euro. Das Geld wird in einen Charity Found eingezahlt, von dem die Behandlung von unterprivilegierten Patienten in Amp Pipal gewährleistet wird.
Guter KKH-Standard
Das Amp Pipal Community Hospital ist ein ehemaliges Missionskrankenhaus und hat für die Region einen rechten guten Standard. Es besitzt ein Röntgengerät, zwei Ultraschallgeräte, ein Ein-Kanal-EKG und vor allem einen OP.
Der einzige Arzt dort ist Wolfhard Starke, ein deutscher Unfallchirurg und ehemaliger Chefarzt. Er wird offiziell unterstützt von einem jungen nepalesischen Doktor, der wie alle Anwärter im Rahmen ihrer Ausbildung drei Jahre in der Provinz arbeiten muss, bis er in einer der großen Städte tätig werden darf. Offiziell insofern, als er in den fünf Wochen meiner Anwesenheit gerade einmal fünf Tage da war. Den Rest verbringt er auf irgendwelchen Tagungen und Seminaren weit weg von Amp Pipal, wo es den Nepali, die Städte kennen, zu langweilig ist.
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| Autor(in): Felix Reschke ([email protected]) |
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12. Die Alternative zu den „Großen“ Pflegepraktikum in der Privatklinik
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Ich war fertig mit der Schule, hatte gerade mein Abitur bestanden, und liebäugelte mit einem Medizinstudium. Aber würde ich auch Blut sehen können? Ich wusste ja, dass ich schon Spritzen hasste. Also wollte ich durch ein kurzes Praktikum im Krankenhaus feststellen, ob ich für ein Medizinstudium überhaupt geeignet sein würde, was diese grundlegenden Dinge anging.
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Als ich jedoch bei der Bewerbung angeben musste, seit kurzer Zeit keine Schülerin mehr zu sein, aber auch noch keine Studentin, wollte keine öffentliche Klinik mich zu einem Praktikum zulassen – aus versicherungstechnischen Gründen, wie man mir jedes Mal mit Bedauern sagte. Als ich schon fast die Hoffnung aufgegeben hatte, sagte mir die Apollo Klinik, eine kleine Privatklinik, einen Praktikumsplatz für zwei Wochen zu, mein Status war dort offenbar kein Problem.
Als ich zum vereinbarten Termin pünktlich erschien, hatte jedoch niemand mit mir gerechnet, da die Schwester, mit der ich die Vereinbarung getroffen hatte, diese nicht an die nun Dienst habenden Schwestern weitergeleitet hatte. Ich wurde trotzdem sehr nett empfangen und aufgenommen. Nachdem ich nochmals den Sinn meines Praktikums erklärt hatte, durfte ich mich umziehen; ein weißes T-Shirt und eine weiße Hose hatte ich mitgebracht. Danach wurde mir das Krankenhaus gezeigt und ich wurde den Patienten vorgestellt.
Mehr Villa als Klinik
Die Apollo Klinik ist eine kleine Privatklinik mit 20 Betten, die sich vor allen auf Plastische Chirurgie und Orthopädie verschrieben hat. Äußerlich war das Haus nicht als Klinik zu identifizieren, eher sah es wie eine Villa aus. Das Wartezimmer ähnelt einem gemütlichen Wohnzimmer, und für die Patienten stehen Kaffee und Saft bereit.
Bei meinem Beginn war eine ältere Dame im Haus, die sich einer Hüftgelenks-operation unterziehen wollte, eine junge Frau, die eine Brustvergrößerung an sich vornehmen lassen wollte sowie einige bereits operierte Patienten. Zunächst einmal war ich Mädchen für alles, half bei der Essenszubereitung in der kleinen hausinternen Küche und erfüllte etwaige Wünsche der Patienten. Ich wechselte die Betten, die Bettpfannen und half bei der körperlichen Pflege.
Am zweiten Tag bereits machte ich Bekanntschaft mit einer der OP-Schwestern, und auf meine Anfrage hin durfte ich nach Zustimmung der Ärzte bei einer OP zusehen. Man wies mich an, auf keinen Fall etwas zu berühren, da alles streng steril blieben muss. Aus der Ecke des relativ kleinen Operationsraums sah ich zu. Einer der Ärzte scherzte, dass ich Bescheid geben solle, wenn mir schlecht werden würde. Er konnte ja nicht wissen, dass genau diese Sache mich zu diesem Praktikum angetrieben hatte! Doch ich war fest entschlossen, mich nicht zu ekeln.
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| Autor(in): Christine Schmidt ([email protected]) |
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