02.09.2008

Ausgabe 414

Anzeige: NEU: Checkliste Neurologie - der perfekte Neurotransmitter
Erstellt unter Berücksichtigung aktueller Studien und Leitlinien
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591681 Schmerz lass nach!
Schmerz ist eine der häufigsten Beschwerden. Grund genug für die Dt. Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS), ein Curriculum für die Integration des Themas in das Studium vorzulegen. ....

In Kooperation mit: Georg Thieme Verlag  *  Deutsche Ärzte Finanz  * deutsche apotheker- und ärztebank

 
 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Editorial
2.Muskeln waren die Hölle - Interview zum Präpkurs
3.Schmerz lass nach - Kerncurriculum Schmerztherapie
  
4.Vom Studentenjob bis zum Arzt - neueste Jobanzeigen für Mediziner
5.Kauzige Doktorväter - Neue Memoirenfolge von Prof. Steinhausen
6.Raus mit der Wahrheit - Psychiatrie in Rostock
  
7.Reinen Wein einschenken - Gut für Herz und Kreislauf
8.Tausende Leben retten - Neues von der Beatmung
9.Ein Bild statt vieler Worte: Aufklärungsgespräch
  
10.Deutschlandweit einzigartig - Masterstudium in Magdeburg
11.Nadelstiche helfen - Akupunktur bei Tinnitus und Heuschnupfen
12.Impressum, Abo, Mitarbeit
    
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 1. Editorial
  

Hallo,
auf in die heiligen Hallen der Anatomie, denn in unseren Interviews möchten wir alle an den illustren Erlebnissen teilhaben lassen, die Kommilitonen im Präpkurs erleben durften: heute verrät Nadja u.a., warum Muskeln für sie die Hölle waren.

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Als sprichwörtliche Hölle kann sich auch so manche Doktorarbeit entpuppen. Warum dies bei Prof. Steinhausen nicht der Fall war und wie er den ersten, etwas zu kauzigen potentiellen Doktorvater umging, liest du in einer weiteren Folge seiner Memoiren.

Dass Akupunktur bei vielen Erkrankungen, in denen die Schulmedizin oftmals ratlos ist, weiterhelfen kann, hat sich bereits herum gesprochen. Auch in Jena geht man den Weg der Nadelstiche, wenn es um die Behandlung von Tinnitus und Heuschnupfen geht. Aus der Forschungslandschaft weiterhin als Artikel im Newsletter dabei: ein Beitrag zur schonenden Lungenbeatmung, Hinweise zu neuen Masterstudiengängen in Magdeburg und frisch erworbene, aktualisierte Erkenntnisse in Sachen Weinkonsum und Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie ein Kerncurriculum für die Schmerztherapie.

Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir
Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN

Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 09.09.2008:
o Heirat und Staatsexamen
o Cartoon der Woche: Schmerzambulanz

  

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 2. Anatomie-Special:
Interviews zum Präpkurs

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Der Präpkurs ist sicherlich DAS Highlight der vorklinischen Ausbildung: denn hier lernt der angehende Mediziner den Aufbau des menschlichen Körpers bis in das letzte Detail kennen. Wir waren neugierig, wie Studenten hierzulande den Präpkurs erlebt haben. Lies unsere Interviews, die dir einen Einblick in die Erfahrungswelt junger Mediziner liefern.

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1. Kannst du dich noch an den Augenblick und die Szene erinnern, als du den Präp-Saal zum ersten Mal betreten hast? Wie sah das aus und was ging dabei in dir vor?
Der Präp-Saal war kein richtiger Saal,  sondern eher eine Sezier-Box, wie wir sie in Budapest auch nennen, auf den Tischen lag noch nichts, aber man konnte bereits erahnen, was sich in den Truhen und Schränken entlang der Wände befand. Ich war sehr neugierig, was mich erwartet und habe ich mich darauf gefreut, endlich präppen zu können. Andererseits war ich aber auch etwas angespannt, wie es mir gehen würde, wenn die Leiche dann wirklich vor mir liegt. Ehrlich gesagt hat die Vorfreude aber überwiegt.

2. Hast du auch im Vorfeld vor dem ersten Termin des Präp-Kurses schon vermehrt an das „Erste Mal Präppen“ gedacht?
Habt ihr in der Vorlesung dieses Thema ausführlicher behandelt?

Ja, ich habe bereits vor meinem Studienbeginn daran gedacht und es schon erwartet. Wie bereits erwähnt, studiere ich in Budapest, hier beginnt der Präp-Kurs quasi mit der ersten Woche des Studiums, insofern gab es keinerlei Vorbereitung. Die ersten 5 Wochen haben wir allerdings nur Knochen zu sehen bekommen und dann ging es mit Leichenteilen los. Dass wir nicht wirklich darauf vorbereitet wurden, mag hart klingen, man hat uns auch in gewissermaßen ins kalte Wasser geschmissen, aber ich denke, dass das gar nicht so schlecht war, denn man gewöhnt sich so sehr schnell an die Sache und macht sich vielleicht auch weniger Gedanken, bzw. man kann sehr schnell damit umgehen, so habe zumindest ich es empfunden.

3. Mit welchen Erwartungen bist du in den Präpkurs gegangen?
Wurden Sie erfüllt oder eher enttäuscht?

Ich habe mich einfach darauf gefreut zu präparieren, d.h. auf die handwerkliche Tätigkeit aber auch darauf, den Körper von innen studieren zu können, die Anatomie zu erleben. Ich denke meine Erwartungen wurden erfüllt, in Ungarn hat man sehr viel Anatomie-Unterricht und auch viel Gelegenheit zum Präppen.

4. Was war in deinen Augen das absolute Highlight des Präp-Kurses, an das du dich noch heute erinnerst?
Das ist schwer zu sagen, vielleicht war das Highlight, dass ich ein Herz präparieren durfte oder auch eine frische unfixierte Leiche begutachten durfte.

5. Welches Themengebiet fandest du am schwierigsten zu lernen?
Ich denke die Muskeln, dort gab es so viele Ursprünge und Ansätze, dass einem schwindelig wurde.

6. Was hat dir beim Präppen am meisten Spaß gemacht?
Die Sache an sich, das Handwerkliche. Gefäße frei legen ist eine tolle Sache!

7. Und im Gegenzug: was fandest du beim Präp-Kurs am unangenehmsten?
Der Geruch des Formalins. Das brennt so sehr in den Augen, ich muss jedes mal fast heulen.

8. Wie häufig und wie lang fand der Präpkurs statt?
Das ganze Semester lang zwei mal pro Woche für 1,5 Stunden.

9. Konnten am Präp-Nachmittag alle gleichzeitig und im Team präparieren oder ging das abwechselnd?
Das war unterschiedlich. Also einen Präp-Nachmittag gibt es ja gar nicht, wir präparieren im Unterricht. Meistens haben wir im Team präpariert und abwechselnd, aber ich denke nicht, dass je jemand zu kurz gekommen ist.

10. In welcher Form und Häufigkeit mussten Testate und Prüfungen absolviert werden?
Mündliche Befragungen gab es bei meiner Professorin eigentlich jede Stunde. Das war aber mehr zur Übung. Richtige Tests nennt man in Budapest Demo und davon gab es 3 pro Semester. Am Ende des Semesters dann eine mündliche Endprüfung, allerdings müssen wir in der noch nicht präppen, sondern nur Strukturen an Präparaten erkennen.

11. Der Umgang mit Leichen ist sicher für einen Anfänger nicht leicht. Hattest du hier auch im weiteren Verlauf noch Probleme oder hast du dich einfach dran gewöhnt?
Ich denke, ich habe mich ziemlich schnell gewöhnt. Und die Neugier überwiegt gegenüber jeglichen Problemen.

12. Wurde über die Herkunft der Personen und den nötigen Ablauf, sich der Lehre und Wissenschaft z.B. für den Anatomie-Kurs zur Verfügung zu stellen, gesprochen?
Wenn ich ehrlich bin: nicht wirklich.

13. Gab es nach dem Ende des Präp-Kurses eine Art Trauerfeier, an der auch die Präp-Kurs-Studenten teilnehmen konnten? Falls ja: was ging dabei in dir vor, woran hast du gedacht und welche Bilder stiegen in deinem Innern auf?
Ja die gibt es einmal jährlich, allerdings immer zu Beginn des Semesters, da ich erst ein Jahr hinter mir habe, war die Trauerfeier also quasi bevor ich angefangen habe zu präparieren. Das nächste mal möchte ich gerne hingehen.

14. Würdest du gerne den Präp-Kurs noch einmal absolvieren (weil es so großen Spaß machte und interessant war) oder bist du der Ansicht "Einmal genügt".
Wie gesagt, in Budapest wird 2 Jahre lang durch präpariert, was ich sehr begrüße, ein Jahr liegt noch vor mir.

15. Welche Tipps würdest du Studenten geben, die den Präp-Kurs noch vor sich haben?
Ich denke es kann nicht schaden, sich vorher ein paar Gedanken zu machen, insbesondere, ob man sich das überhaupt zutraut usw. Aber zu viele Gedanken sollten es auch nicht sein, denn ohne präparieren kann man nicht Medizin studieren und ich wünsche allen, dass es ihnen so viel Spaß macht wie mir.

Das 3B Scientific-Anatomiespecial
Dieser Artikel ist Teil des redaktionellen Specials zum Thema Anatomie, das wir dir mit freundlicher Unterstützung von 3B Scientific, dem renommierten Hersteller anatomischer Modelle, präsentieren können.

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Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected])
  
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Seminare für junge Mediziner Medizinstudenten im Hartmannbund
Berufspolitische Seminare
Friedrich-Thieding-Stiftung

Berufspolitische Ausbildung kommt im Medizinstudium zu kurz. Daher widmet sich die Berufspolitische Seminarreihe dieser Thematik und bietet jungen Medi-zinern eine Einführung in das deutsche Gesundheitssystem sowie Infos über wichtige aktuelle Entwicklungen.

Wo? Berlin
Wann? 20./21.09., 8./9.11., 6./7.12.
Symposium Neue wirtschaftliche
Herausforderungen für Ärzte

Mediziner von heute sehen sich neuen finanziellen und strukturellen Heraus-forderungen gegenübergestellt, auf die das Seminar kompetente Antworten liefert, um im Berufsalltag optimal vorbereitet zu sein und die Doppel-Rolle als Unternehmer und Arzt zu erfüllen.

Wo? Stuttgart
Wann? 27. September 2008

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[Seminarprospekt - klick hier]

  

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 3. DGSS veröffentlicht Kerncurriculum Schmerztherapie

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idw - Die Grundlagen der Schmerztherapie in 14 Stunden: Dieses kompakte Kerncurriculum hat die Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) jetzt als Vorschlag an alle Dekane und Lehrebeauftragten der Medizinischen Fakultäten Deutschlands gesandt. Das Kerncurriculum lässt sich gut in einen der etablierten Querschnittsbereiche des Medizinstudiums integrieren und soll einen gravierenden Mangel der neuen Approbationsordnung ausgleichen.

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"Da die Schmerztherapie bei der letzten Novelle komplett aus Approbationsordnung herausgefallen ist, können junge Ärzte heute in die Kliniken gehen, ohne jemals mit dem Thema Schmerz in Berührung gekommen zu sein", sagte Dr. Andreas Kopf von der DGSS-Ad-hoc-Kommission Studienordnungen. "Und das obwohl Schmerzen mit Abstand der häufigste Grund für einen Arztbesuch sind." Das Kerncurriculum ist über die Geschäftsstelle der DGSS erhältlich ([email protected]) und auch zum Download verfügbar: http://www.dgss.org/index.php?id=253

Integration in Querschnittbereiche
Obwohl die DGSS schon im Vorfeld der Novelle der Approbationsordnung vorgeschlagen hatte, "Interdisziplinäre Schmerztherapie" als Querschnittsbereich einzuführen, sind Lehrveranstaltungen zur Schmerztherapie in der aktuellen Approbationsordnung nicht mehr vorgesehen. "Wir appellieren daher an verantwortungsbewusste Lehrende, dem wichtigen Feld der Schmerztherapie im Rahmen des Medizinstudiums trotzdem einen Platz einzuräumen", so Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede, Präsident der DGSS. Möglich ist das nach einer Resolution des Medizinischen Fakultätentags von 2005 in so genannten Querschnittsbereichen, die die Universitäten selbst fortentwickeln dürfen. Bei der Integration des Kerncurriculums Schmerztherapie sind die Mitglieder der DGSS-Kommission Studienordnungen den Fakultäten gerne behilflich.

Schmerzen erkennen und behandeln
Philosophie des Kerncurriculums ist die Konzentration auf die Hauptsyndrome Tumorschmerz, Akutschmerz, neuropathischer und chronifizierter Schmerz. Kenntnisse auf diesen Feldern ermöglichen es Medizinern mit dem Ausbildungsziel Allgemeinarzt, die Chronifizierung von Schmerzen zu erkennen und Fehlbehandlungen zu vermeiden, Patienten mit Tumorerkrankungen selbst schmerztherapeutisch zu behandeln, einfache Algorithmen der Schmerztherapie in die perioperative Behandlung zu integrieren und neuropathische Schmerzen zu erkennen und zumindest anzubehandeln. Themen des 14-stündigen Lehrprogramms sind unter anderem Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, Öffentliche Gesundheitspflege, Medizin des Alterns und des alten Menschen, Notfallmedizin, Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie, Prävention, Gesundheitsförderung, Rehabilitation, Physikalische Medizin und Naturheilverfahren.

Weitere Informationen:
http://www.dgss.org/index.php?id=253 - Kerncurriculum zum Download

Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft


   
Autor(in): Dr. Andreas Kopf ([email protected])
  
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Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)
  
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 4. MEDI-LEARN Jobbörse: Der Jobticker

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In der Jobbörse von MEDI-LEARN befinden sich zahlreiche Stellenangebote und -gesuche. Du kannst jederzeit kostenlos eine Stellenanzeige aufgeben. Wie immer an dieser Stelle hier nun die neuesten Stellenanzeigen aus unserem Stellenmarkt für Mediziner mit insgesamt mehr als 1.600 Einträgen.

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 Assistenz, Bürohilfe Anzeige aufrufen
Stellenangebote/Studentenjobs
 AiW 1. Ausbildungshälfte (m/w) Chirurgie Anzeige aufrufen
Stellenangebote/Assistenzarzt
 AiW 1. Ausbildungshälfte (m/w) Anästhesiologie Anzeige aufrufen
Stellenangebote/Assistenzarzt
 AiW 1. Ausbildungshälfte (m/w) Neurologie Anzeige aufrufen
Stellenangebote/Assistenzarzt
 AiW 1. Ausbildungshälfte (m/w) Innere Medizin Anzeige aufrufen
Stellenangebote/Assistenzarzt
 AiW 2. Ausbildungshälfte (m/w) Gefäßchirurgie Anzeige aufrufen
Stellenangebote/Assistenzarzt
 AiW 1. Ausbildungshälfte (m/w) Gynäkologie Anzeige aufrufen
Stellenangebote/Assistenzarzt
 AiW 1. Ausbildungshälfte (m/w) Psychosomatik Anzeige aufrufen
Stellenangebote/Assistenzarzt
 AiW 1. Ausbildungshälfte (m/w) Chirurgie Anzeige aufrufen
Stellenangebote/Assistenzarzt
 AiW 1. Ausbildungshälfte (m/w) Allgemeinmedizin Anzeige aufrufen
Stellenangebote/Assistenzarzt

[zur Jobbörse von MEDI-LEARN - klick hier]


   
Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected])
  
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MEDI-LEARN Jobbörse für junge Mediziner
  
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  • Lernen und trainieren am konkreten Patienten-
    beispiel mit 85 Fällen
  • Simulation von Prüfungssituationen
  • Lösungsteil mit ausführlichen Kommentaren
  • Training in der Befundung von Bildmaterial
d Kostenlose Leseproben als PDF
[Vorwort] - [Inhalt]
[Akute, hämatogene Osteomyelitis]
[Weitere Neuerscheinungen von Thieme]

  

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 5. Memoiren Prof. Dr. Dr. Steinhausen - Medizinstudium 1952-58:
Folge 10: Meine Doktorarbeit

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Wie gestaltete sich das Medizinstudium eigentlich vor einigen Jahrzehnten? Mit welchen Problemen kämpfte ein Student während der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts? An dieser Stelle stellen wir euch in den kommenden Wochen die lesenswerten Memoiren des pensionierten Physiologie-Professors Dr. med. Dr. h.c. Steinhausen vor. Er ist Lehrbuchautor, Dozent und Leiter des Heidelberger Ärzte-Orchesters. Prof. Steinhausen berichtet in den einzelnen Abschnitten seiner Memoiren über seine ereignisreiche Zeit während des Medizinstudiums während der 50er-Jahre in Berlin.

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Prof. Dr. Dr. Michael Steinhausen:
Studium und Lehre im Wandel der Zeiten

Die fünfziger Jahre: Medizinstudent 1952-1958

Folge 10:
Meine Doktorarbeit

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Nach dem Physikum hätte ich gern bei Prof. Schwarz in der Anatomie (Elektronen-mikroskopie) eine Doktorarbeit gemacht. Ich wurde auch von Schwarz empfangen, an meine Heldentaten aus der Embryologie schien er
sich nicht mehr zu erinnern. Insgesamt war seine Reaktion auf mein Anliegen so zögerlich, ausweichend und hinhaltend, sodass ich daraus schließen musste, Schwarz sei an mir als Doktorand nicht interessiert. Später erfuhr ich, dass Schwarz grundsätzlich prospektive Doktoranden auf “vielleicht in 6 Wochen” vertröstete. Hierbei wollte er die Geduld und Frustrationstoleranz des Studenten testen. Es ist gewiss gut, für wissenschaftliche Arbeit viel Geduld mitzubringen. Aber diese Form der Prüfung scheint mir auch heute noch sehr abwegig. Es gibt halt viele sehr kauzige Professoren. Ich wenigstens war für diese Form der wissenschaftlichen Prüfung ungeeignet. Ich ging am nächsten Tag zu dem Doktorvater, den ich als Alternative ins Auge gefasst hatte und der mir dann lebenslang verbunden blieb, zum Pathologen Wilhelm Doerr, der mir durch seine wortgewaltigen Vorlesungen aufgefallen war...

Soweit der Beginn dieser Folge. Lust auf mehr? Kein Problem: Du kannst die komplette zehnte Folge wie auch alle anderen bisher erschienenen Folgen als PDF-Dokument kostenlos herunterladen und so die spannenden Memoiren von Prof. Dr. Dr. Steinhausen verfolgen, in denen er seinen ereignisreichen Weg durch das Medizinstudium der 50er-Jahre nachzeichnet:

[Gratis-Download Folge 10]
[Memoiren Prof. Steinhausen - klick hier]

Buchanzeige:
Ein kurzes Lehrbuch, dessen wichtigstes Anliegen darin besteht, die Physiologie des Menschen verständlich zu machen. Nur was man verstanden hat, lässt sich auch erfolgreich für die Prüfung speichern. Unwesentliches wurde weggelassen. Trotzdem erfährt der Leser in vielen Fällen, wann, wie und warum man hinter die Geheimnisse der Physiologie gelangt ist, und welche Bedeutung der Physiologie auch für die Klinik zukommt. Seit seiner ersten Auflage 1986 ist der "Steinhausen" von Vielen als "Geheimtip für das Physikum" sehr erfolgreich genutzt worden. Die jetzige 5.Auflage ist im Konzept unverändert, jedoch von zahlreichen Fachkollegen aktualisiert.

[Mehr Info zum Buch - klick hier]


   
Autor(in): Prof. Dr. Dr. Michael Steinhausen ([email protected])
  
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Interview-Serie in 3 Teilen mit Prof. Dr. Dr. Steinhausen

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Download-Bereich Memoiren Prof. Dr. Dr. Steinhausen

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[Wasserlösliche Vitamine]
[Weitere Neuerscheinungen von Thieme]

  

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 6. Universitätsklinik Rostock - Psychiatrie - Rostock

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Ob Famulatur, Krankenpflegepraktikum, PJ-Tertial oder Ausbildung zum Facharzt - immer wieder steht man als junger Mediziner vor der Frage Bin ich dort eigentlich gut aufgehoben? Wer vorab Informationen zur Tätigkeitsstelle herausbekommt, kennt meist jemanden, der dort schon einmal gearbeitet hat. Für alle anderen gibt es ab sofort die Klinikwahrheiten von MEDI-LEARN - eine interaktive Datenbank mit Bewertungen von Kliniken, aus der wir euch an dieser Stelle die Klinikwahrheit der Woche vorstellen wollen:

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Klinikwahrheit: Universitätsklinik Rostock - Psychiatrie - Rostock

Nr. der Bewertung:9051-379
Autornickname:nabool2 (Private Nachricht senden)
Klinik:Universitätsklinik Rostock
Stadt:18057Rostock
Fachrichtung:Psychiatrie
Tätigkeit:Famulatur
Zeitpunkt:2006
Chefarzt:
Bundesland:D-Mecklenburg-Vorpommern
Note Arbeitsklima:1 - sehr gut
Kommentar Arbeitsklima:Das Arbeitsklima war sehr angenehm. Sowohl die Ärzte als auch das Pflegepersonal sind freundlich und kümmern sich um einen. Die Stimmumg unter den Kollegen war fröhlich und die Ärzte ( wahrscheinlich liegt es an der Fachrichtung ) waren immer sehr ruhig und gelassen.
Note Weiterbildungsangebot:1 - sehr gut
Kommentar Weiterbildungsangebot:Einmal die Woche muß einer der Ärzte in der Frühbesprechung eine Studie oder einen gelesenen Artikel vortragen. So bleibt man auf dem neuesten Stand. Eine klinikinterne Fortbildung fand auch einmal die Woche statt, die Pflichtveranstaltung ist. Auch überregionale Seminare und Kongresse werden regelmäßig angeboten.
Note Forschung:3 - befriedigend
Kommentar Forschung:Auf Forschungsarbeit wird großen Wert gelegt, da es sich ja um eine Universitätsklinik handelt. Im Grunde wird jeder Angestellte Arzt dazu angehalten zu forschen, woran man sich auch halten sollte.
Angebote kenne ich nicht, da ich Famulant war und mich mit der Forschung nicht beschäftigen mußte.
Note Zeit:2 - gut
Kommentar Zeit:Als Famulant hat man natürlich pünktlich nach 8h Schluß. Die Stationsärztin ist aber manchmal länger geblieben. Jedoch hielten sich die Überstunden in Grenzen, im Gegensatz zu einer chirurgischen Abteilung.
Note Karriere:3 - befriedigend
Kommentar Karriere:Ehrlich gesgat, weiß ich das nicht, deshalb habe ich eine 3 gegeben. Kann dazu leider keine Angabe machen.
Note Ausbildung:1 - sehr gut
Kommentar Ausbildung:Hatte immer eine Ärztin an meiner Seite, die sich Zeit genommen hat, mir vieles zu erklären. Auf meine Fragen wurde ausführlich eingegangen. Ich war eigentlich immer bei der Ärztin, durfte aber auch viele Tätigkeiten selbstständig durchführen ( BE, Anamnese, Einzelgespräche, Aktenführung und Dokumentation )
Note Betreuung:1 - sehr gut
Kommentar Betreuung:Meine Betreuerin war die Stationsärztin, aber auch andere Ärzte und das Pflegepersonal hatten ein offenes Ohr für meine Fragen. Ich habe mich sehr wohl auf meiner Station und der gesamtem psychiatrischen Abteilung gefühlt.
Gesamtnote:1 - sehr gut
Abschließender Kommentar:Wer sich für Psychiatrie interessiert, ist hier sehr gut aufgehoben. Nette Kollegen und ein angenehmes Klima machen den Arbeitsalltag sehr interessant.

Redaktioneller Tipp
Wie werde ich eigentlich Facharzt für Psychiatrie?

Wie werde ich eigentlich Facharzt für Psychiatrie?Auf dem Weg zum Facharzt für Psychiatrie stellen sich viele Fragen im Hinblick auf die Anforderungen, die sich aus der Weiterbildungsordnung ergeben. Welche Pflichtfächer muss ich belegen? Wie lange dauert die Weiterbildung?

Im Interaktiven Weiterbildungsplaner der Deutschen Ärzte-Versicherung finden sich die Anforderungen auf dem Weg zum Facharzt für Psychiatrie in übersichtlicher Form dargestellt, so dass ihr den Weiterbildungsweg gut durchdacht und mit hinreichender Übersicht bis hin zum großen Ziel der Facharztprüfung durchlaufen könnt.

[klick hier zum Weiterbildungsplaner]

Hast Du Lust bekommen eine eigene Bewertung zu schreiben? Egal ob Pflegepraktikum, Famulatur, Blockpraktika, PJ-Tertial oder Assistensarztstelle - jede Bewertung ist hilfreich und unterstützt zukünftige Generationen. Die Bewertung dauert rund 5 Minuten pro Praktikumsstelle und völlig anonym.

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Autor(in): Redaktion Medi-Learn ([email protected])
  
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 7. Gesunde und Herz-Kreislauf-Patienten profitieren von mäßigem Weinkonsum

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Wer mäßig Wein trinkt, hat ein um etwa 30 Prozent reduziertes Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen als ein Abstinenzler. Dieser statistisch signifikante Zusammenhang ließ sich bei Weinmengen von bis zu 150 Millilitern pro Tag nachweisen. Das ist das Ergebnis einer Meta-Analyse von 13 Studien mit insgesamt 209.418 untersuchten Personen, die auf dem Kongress der European Society of Cardiology (ESC) in München vorgestellt von Prof. Dr. Giovanni de Gätano (Katholische Universität Campobasso, Italien) auf einem Symposium präsentiert wurde. Eine ebenfalls erstellte Auswertung von sieben Studien mit insgesamt 136.382 Teilnehmern zum Thema Bier ergab jedoch keine signifikanten Hinweise auf die für den Herzschutz optimale Biermenge.

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Auch in Sachen Gesamtsterblichkeit habe moderater Weinkonsum eine positive Wirkung, so der italienische Forscher: Die Auswertung der Gesundheitsdaten von einer Millionen Menschen habe gezeigt, dass maßvoller Weinkonsum die Sterblichkeit ("Mortalität", das Risiko in einem bestimmten Alter zu versterben) gegenüber Alkoholverzicht um 19 Prozent senkt. Diese statistischen Ergebnisse beziehen sich auf einen Weinkonsum von vier Gläsern pro Tag bei Männern und zwei Gläsern pro Tag bei Frauen.

"Gesunde und Herz-Kreislauf-Patienten, die bereits regelmäßig leichte bis moderat Weintrinker sind, sollten zum Weitertrinken ermuntert werden", so Prof. de Gätanos abschließende Empfehlung auf der Grundlage der heute bekannten wissenschaftlichen Erkenntnisse. "Nichttrinker zum Weinkonsum zu animieren, wäre ethisch problematisch."

Irisch-französische Studie: Regelmäßig wenig ist besser als selten viel
Wer selten, aber dann sehr viel Alkohol trinkt, lebt gefährlicher als Menschen mit regelmäßigem Alkoholkonsum, zeigte die französisch-irische PRIME-Studie. Seit 1991-1993 wurden 10.416 damals gesunde und im Durchschnitt knapp 55 Jahre alte Männer medizinisch beobachtet und untersucht. Die Schlussfolgerung der Studienautoren: Während regelmäßiger moderater Alkoholkonsum mit einem niedrigen Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Krankheiten assoziiert ist, hatten Studienteilnehmer die gelegentlich, dann aber sehr viel tranken ("Binge-Drinker"), ein höheres Risiko. Die Auswirkungen des Alkoholkonsums auf die Blutgefäße hängen wohl auch mit den Mustern des Konsums zusammen.

Die Rolle von Wein in der Sekundärprävention
Auf dem ESC-Kongress wurden aber auch eine Reihe von Untersuchungen präsentiert, die Erklärungen für mögliche günstige Auswirkungen von moderatem Weinkonsum auf das Herz-Kreislauf-System von Patienten liefern könnten, die bereits eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten. So zeigte eine Auswertung der französischen RICO-Studie mit 920 Teilnehmern, dass Patienten, die einen Herzinfarkt überlebt hatten, bei einem Konsum von einem bis drei Gläsern Wein pro Tag höhere HDL-Cholesterin Werte aufwiesen als solche, die gar nicht oder mehr tranken. Das "gute" HDL-Cholesterin hat eine gefäßschützende Wirkung. Außerdem hatten sie geringere Konzentrationen von CRP (C-reaktives Protein) im Blut - CRP gibt Hinweise auf Entzündungsprozesse, die auch im Zusammenhang mit Arteriosklerose eine Rolle spielen.

Eine Studie aus den Niederlanden mit 282 Patienten mit Verschlusskrankheiten der Beine nach operativem Entfernen von Gefäßverstopfungen ("Endarterektomie") zeigte drei Jahre nach der Operation, dass Abstinenzler signifikant häufiger schwere Konsequenzen wie Tod, Herzinfarkt, Schlaganfall, Bypass oder Dehnung ("Angioplastie") eines Herzkranzgefäßes erlitten als moderate Alkoholtrinker. Die arteriosklerotischen Beläge der Gefäßinnenwände enthielten bei Alkohol-Konsumenten signifikant günstigere Blutfett-Zusammensetzungen als bei Nicht-Trinkern.

Quelle: idw - Inforamtionsdienst Wissenschaft


   
Autor(in): Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. ([email protected])
  
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 8. Tausende Leben retten

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idw - Aktuellen Schätzungen zufolge werden in Europa jedes Jahr mehr als 100.000 Patienten mit akutem Lungenversagen intensivmedizinisch behandelt. Müssen Patienten mehrere Tage künstlich beatmet werden, sinkt die Überlebensrate auf unter 50 Prozent. Viele der überlebenden Patienten tragen schwere Lungenschäden davon und leiden ihr Leben lang unter den Folgen. Die behandelnden Ärzte stehen vor einem Dilemma: Viele Details der Lungenfunktion sind nicht bekannt. Eine genaue Steuerung der Beatmung ist daher kaum möglich.

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Wissenschaftler der TU München und der Universität Freiburg entwickeln nun ein Modell, das die Grundlagen für eine Feinabstimmung der Beatmung schafft und damit vielen Patienten das Leben retten könnte. Als Bild gebendes Verfahren nutzen sie die Neutronentomografie.

Verdopplung der Fällen akuten Lungenversagens
In Deutschland benötigen jährlich etwa 16.000 Patienten wegen akutem Lungenversagen (Acute Respiratory Distress Syndrome, ARDS) eine künstliche Beatmung. Hinzu kommen schwere Fälle der chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen (Chronic Obstructive Pulmonary Disease, COPD), typische Raucherkrankheiten. Auch Asthmatiker haben ein erhöhtes Risiko für Lungenversagen. Weitere Ursachen sind Allergien und Antibiotika-Resistenzen, die früher beherrschbare Lungenentzündungen zu lebensbedrohlichen Erkrankungen werden lassen. Die Welt-Gesundheitsbehörde WHO schätzt, dass sich die Anzahl der Fälle von akutem Lungenversagen im Zeitraum von 1990 bis 2020 verdoppeln wird.

Nur Sekunden für korrekte Ersteinstellung der Beatmung
Wir versorgen uns mit dem lebenswichtigen Sauerstoff, indem unser Zwerchfell einen leichten Unterdruck erzeugt. Schon drei bis fünf Millibar reichen, um die Luft in unsere Lunge strömen zu lassen. Versagt unsere Lunge, liegt die einzige Überlebenschance in einer sofortigen künstlichen Beatmung. Anders als die natürliche Atmung, erfolgt die künstliche Beatmung mit Überdruck. Nur wenige Sekunden hat der behandelnde Arzt, um anhand von Faustformeln die Ersteinstellung des Beatmungsgeräts fest zu legen. Aus der Anzahl der Atemzüge pro Minute, dem Volumen jedes Atemzugs und dem Minimaldruck (Positive End-Expiratory Pressure, PEEP) stellt er ein Beatmungsmuster zusammen. Referenz sind der Sauerstoff- und der Kohlendioxidgehalt im Blut. Sinkt der Gehalt an lebenswichtigem Sauerstoff ab, so dreht der Arzt weiter auf. Nicht selten wird dabei ein Spitzendruck von bis zu 50 Millibar erreicht.

Lungenprotektive Beatmung erhöht Überlebensrate
Weltweit belegen Studien, dass mit einer behutsameren Beatmungsstrategie, der so genannten lungenprotektiven Beatmung, die Überlebenswahrscheinlichkeit wesentlich verbessert werden könnte. "Schon 40 Millibar Druck ist für das Gewebe einer kranken Lunge viel zu hoch. Mit jedem Atemzug wird es überdehnt, das führt zu irreversiblen Schäden," sagt Prof. Dr. Josef Guttmann, Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Atemphysiologie der Freiburger Universitätsklinik. Bisher jedoch gibt es keine zuverlässigen Modelle, nach denen sich der behandelnde Arzt richten könnte. Aus Angst, dass die Lunge bei einem zu geringen Druck kollabieren könnte, wählen viele Ärzte lieber einen höheren Druck und wähnen sich damit auf der sicheren Seite. "Ein Trugschluss," so Guttmann, "es lohnt sich, um jedes Millibar Entlastung zu kämpfen."

Studie zur Mikromechanik der Lunge unter Beatmung
Im Rahmen des DFG-Schwerpunkts "Protektive Beatmungskonzepte" entwickelt Guttmann nun zusammen mit Wissenschaftlern der TU München eine Modell basierte Strategie zur schonenden künstlichen Beatmung. Prof. Dr.-Ing. Wolfgang A. Wall am Lehrstuhl für numerische Mechanik arbeitet an der computergestützten Modellierung der Verhältnisse in der Lunge. Dr. Burkhard Schillinger am Instrument ANTARES der Neutronenquelle FRM II liefert die für die Modellierung nötigen Geometriedaten. Zusammen wollen sie aufklären, wie die Mikromechanik der Lunge unter Beatmung genau funktioniert. Etwa 300 Millionen Lungenbläschen mit einer inneren Oberfläche von etwa 100 Quadratmetern sorgen für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Atemluft und Blut. Doch wie gelangt die Luft dort hin? Welchen Einfluss hat ein erhöhter Druck auf den Gastransport und das Gewebe?

Lungen-Forscher betreten absolutes Neuland
In den Lehrbüchern werden die Lungenbläschen oder Alveolen noch immer als Bläschen gezeichnet. Atmen wir ein, so die gängige Vorstellung, strömt die Luft durch das sich immer feiner verzweigende System der Bronchien bis in die Alveolen, in denen dann der Gasaustausch stattfindet. Erhöht man den Beatmungsdruck, müsste nach diesem Modell mehr Luft in die Lungenbläschen strömen. Doch so einfach ist die Sache nicht: Die Bronchien einer menschlichen Lunge haben bis zu 23 Verzweigungsgenerationen. Die Modellrechnungen zeigen, dass die Atemluft noch etwa bis zur 16. Generation durch Konvektion transportiert werden kann. Danach müsste der Gasaustausch über Diffusion erfolgen. Hier betreten die Forscher absolutes Neuland.

Ideal: Neutronen-Tomographie
Die feinsten Verzweigungen haben Strukturgrößen im unteren Mikrometer-Bereich. "Hier gibt es kein Bild gebendes Verfahren, das die dynamischen Abläufe bei Ein- und Ausatmung wiedergeben könnte," so Guttmann. "Ohne ein geeignetes Computermodell kommen wir hier nicht weiter." Unter dem Mikroskop können die Wissenschaftler zwar die Strukturen erkennen, doch präparierte Gewebeschnitte geben nicht die tatsächlichen Verhältnisse einer funktionierenden Lunge wieder. Auch Computer-Tomografie mit Röntgenstrahlen führt nicht zum Erfolg. "Röntgenstrahlung sieht vor allem schwere Atome," erläutert Burkhard Schillinger. "Das schwammige Lungengewebe mit seinen dünnen Wänden enthält vor allem Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoffatome. Die feinen Luftkanäle enthalten vor allem Stickstoff und Sauerstoff. Dadurch haben wir zu wenig Kontrast, um wirklich etwas zu sehen." Das ideale Bild gebende Verfahren ist die Neutronen-Tomografie. Neutronen "sehen" leichte Atome wie Wasserstoff besonders gut. Der ist im Gewebe reichlich vorhanden, nicht aber in den Bronchien.

Das einzige Gerät weltweit
Ihre dynamischen Modelle prüfen die Forscher daher nun anhand von Rattenlungen am Instrument ANTARES des FRM II. Das Instrument wurde eigens für die Neutronen-Tomografie gebaut und ist eines der leistungsfähigsten weltweit. Etwa 400 bis 800 Aufnahmen braucht Burkhard Schillinger für einen vollständigen 3D-Scan. Selbst der hohe Neutronenfluss des FRM II erfordert immer noch Belichtungszeiten von etwa 20 Sekunden pro Einzelbild. "Der FRM II ist das einzige Gerät weltweit, mit dem wir solche Forschung machen können. Bei einem niedrigeren Neutronenfluss wären die Belichtungszeiten so lang, dass das Gewebe bis zum Ende des Scans merklich abbauen würde," erklärt Schillinger. Im Gerät wird die Rattenlunge mit dem zu untersuchenden Beatmungsdruck gefüllt. Die mechanische Abstützung durch den Brustkorb simuliert ein Aluminiumröhrchen. Ändern die Forscher den Druck, ändert sich auch die feine Geometrie. Daraus können die Ingenieure die Elastizität des Lungengewebes errechnen. Und sie können sehen, wo die Grenzen der Elastizität erreicht werden und Schäden zu erwarten sind.

Eine Schweinelunge vom Metzger aus Garching
Zu Anfang der Versuche stand Burkhard Schillinger der Idee eher skeptisch gegenüber. "Angefangen haben wir mit Schweinelunge, die wir uns beim Metzger in Garching gekauft haben," erzählt Robert Metzke, der projektverantwortliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Numerische Mechanik. "Als wir dann die ersten Bilder sahen, wussten wir, wir sind auf dem richtigen Weg." Inzwischen können die Wissenschaftler die Verzweigungen der Bronchien bis zur 12. Generation sichtbar machen. Die Weiterentwicklung der Methode scheitert derzeit nur an der Auflösung der Detektoren. Die Neutronen-Tomografie arbeitet mit parallelen Neutronenstrahlen, daher gibt es keine Vergrößerung wie beim Kegelstrahl einer Röntgenröhre. Die Auflösung des Detektors hängt wesentlich von seiner Schichtdicke ab. Inzwischen arbeiten die Wissenschaftler mit eigens für sie angefertigten Detektoren, die eine Schichtdicke von nur 50 Mikrometern aufweisen. Damit erreichen sie eine Auflösung von etwa 40 Mikrometern. Dann ist Schluss. Während der Hersteller nun an noch dünneren Detektoren tüftelt, untersuchen die Wissenschaftler weitere Möglichkeiten zur Kontrasterhöhung.

Die Vision des selbst lernenden Beatmungsgerätes
"Die 3D-Modelle des Instruments ANTARES sind uns eine wichtige Hilfe," bestätigt Prof. Wall. "Das ist unser Abgleich mit der Realität, am lebenden Patienten können wir das ja alles nicht messen." Auch Prof. Guttmann freut sich über die gute Zusammenarbeit: "Es ist bekannt, dass krankes Lungengewebe eine erheblich geringere Elastizität besitzt als gesundes. Je mehr wir über die tatsächlichen Gegebenheiten in der Lunge wissen, desto schonender können wir beatmen." Fernziel ist die Herstellung selbst lernender Beatmungsgeräte, die aufbauend auf den Erkenntnissen der Wissenschaftler den Atemdruck individuell für jeden Patienten auf das notwendige Minimum reduzieren und damit die oft tödlichen Lungenschäden vermeiden.

Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft


   
Autor(in): Dr. Ulrich Marsch (TU München) ([email protected])
  
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Studie zur schonenden Beatmung

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Foliensatz zum Thema Beatmung (Uniklinik Freiburg)
  
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 9. Frisch frei gegebener Cartoon der Woche: Aufklärungsgespräch

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Das folgende Cartoon wurde uns von unserer Partnerseite www.rippenspreizer.com zur Verfügung gestellt.

Auf der Webseite www.rippenspreizer.com findet Ihr 600 weitere Cartoons inklusive E-Cardfunktion und vielen anderen Gimmicks.


   
Autor(in): Daniel Lüdeling ([email protected])
  
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 10. Deutschlandweit einzigartige
Masterstudiengänge in Magedburg

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Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bietet ab dem Wintersemester 08/09 zwei neue, deutschlandweit einzigartige internationale Masterstudiengänge an: Der Studiengang "Integrative Neurowissenschaften/Integrative Neuroscience" ist am Institut für Biologie der Fakultät für Naturwissenschaften angesiedelt, am Institut für Sportwissenschaft der Fakultät für Geistes- und Erziehungswissenschaften wird als neuer Masterstudiengang ab Oktober "Leistungsdiagnostik im Sport/Performance Analysis in Sport" angeboten.

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Beide Studiengänge ziehen zum Wintersemester zahlreiche Studierende aus ganz Europa und Übersee an die Universität Magdeburg. Die Unterrichtssprache ist englisch. Mit dem Studiengang "Integrative Neuroscience" startet die OVGU als erste Universität in Deutschland den Versuch, für das vergleichsweise große Gebiet der Neurowissenschaften ein umfassendes und systematisches Studienprogramm anzubieten.

"Da in Deutschland in der Regel nur eine Handvoll Professoren an jeder Uni neurowissenschaftlich forschen, kann das außerordentlich breite Spektrum der neurowissenschaftlichen Ansätze an einem Standort kaum abgedeckt werden. Meist wird lediglich punktuell unterrichtet und die jeweiligen Forschungsthemen der be­teiligten Professoren behandelt.", so Prof. Dr. Jochen Braun vom Institut für Biologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Rund 30 Professoren und deren Arbeitsgruppen, die in Magdeburg innerhalb der Universität und am renommierten Leibniz-Institut für Neurobiologie neurowissenschaftlich forschen, haben sich dafür zu einem "Centre for Behavioral Brain Sciences" zusammengeschlossen. Das sind weit mehr Professoren, als in jedem vergleichbaren Studiengang anderer deutscher Hochschulen.

Die Studierenden lernen und forschen in dem exzellent ausgestatteten, gerade fertig gestellten Institutsneubau der Biologie auf dem Neurocampus der OVGU. In Magdeburg stellt der Forschungsschwerpunkt Neurowissenschaften eine der bedeutsamsten Konzentration neurowissenschaftlicher Forschung in Deutschland dar, insbesondere bei der Erforschung der biologischen Grundlagen von Lernen und Gedächtnis oder in der Kernspintomographie der Hirnfunktion.

Mehr Infos und Bewerbungsmodalitäten unter http://neurosci.uni-magdeburg.de

Beim neu an der OVGU angesiedelten Masterstudiengang "Performance Analysis of Sport" kooperieren insgesamt drei europäische Universitäten. Außer an der Uni Magdeburg werden die Studierenden während des viersemestrigen Masterstudiengangs an der Universität of Wales (England) und der Universität Valencia (Spanien) ausgebildet.

Inhalt des Studienganges ist die Leistungsanalyse im Hochleistungs-, Breiten- und Gesundheitssport. Im Leistungssport entscheiden perfekte Bewegungsabläufe um Hundertstelsekunden, im Breiten- oder Gesundheitssport müssen Trainingsverletzungen vermieden werden oder individuell zugeschnittene Fitnessprogramme erarbeitet werden. Ausbilder werden dabei zunehmend von Hightechsportgeräten und computergestützten Trainingsprogrammen unterstützt, um die Datenflut auszuwerten und gegebenenfalls in virtuelle Bilder umzuwandeln.

Den Studierenden werden umfassende Kenntnisse auf dem Gebiet der Biomechanik, der Neurowissenschaften, der Trainingswissenschaften vermittelt, aber auch ingenieurtechnische und physikalische Grundlagen. Mögliche Berufsfelder sind in der Ausbildung im Leistungs- oder Breitensport, in Rehabilitationseinrichtungen, in Forschungsinstituten, bei Sportorganisationen oder in der Sportgeräteindustrie. Die Ausbildung ist interdisziplinär und umfasst außer der Sportwissenschaft die Fachbereiche Informatik, die Mathematik, Biologie, Ingenieurtechnik oder Medizin.

Mehr Infos und Bewerbungsmodalitäten unter: www.ispw.ovgu.de

Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft


   
Autor(in): Katharina Vorwerk, Uni Magdeburg ([email protected])
  
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 11. Nadelstiche gegen Tinnitus und Heuschnupfen

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idw - (Jena) Sie sind nicht lebensbedrohlich, können aber das Leben unerträglich machen: Tinnitus und Heuschnupfen sind nicht nur weit verbreitete Krankheiten, sondern auch in vielen Fällen nur schwer behandelbar. Für die Betroffenen bedeutet das oft jahrelange Leiden.Die Hals-Nasen-Ohrenklinik am Universitätsklinikum Jena (UKJ) will den Patienten nun mit einem neuen Angebot helfen.

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In der neu eingerichteten Akupunktur-Sprechstunde wollen die HNO-Ärzte jetzt mit Nadeln gegen die Ohrgeräusche und die Pollenallergien vorgehen. "Tinnitus und Heuschnupfen gehören zu den Krankheiten, bei denen unsere Mittel der Medizin nicht in allen Fällen ausreichend greifen", erklärt Prof. Dr. Orlando Guntinas-Lichius, Direktor der Jenaer HNO-Klinik. "Mit der Akupunktur können wir die Therapie nun mit einem anerkannten Mittel der alternativen Medizin wirksam unterstützen".

Denn die Nadelstiche helfen: "Akupunktur bewirkt bei Patienten mit einem schweren Heuschnupfen in 80 Prozent der Fälle eine Verbesserung und bei einem Drittel der Tinnitus-Patienten eine Linderung der Ohrgeräusche", so Kathrin Nebelung. Die HNO-Fachärztin leitet die Akupunktur-Sprechstunde, die zuerst einmal wöchentlich jeweils am Donnerstag von 14.00 bis 16.00 Uhr stattfinden wird. Angeboten werden sowohl die traditionelle chinesische Ganzkörper- als auch die Ohrakupunktur. Ein Behandlungszyklus umfasst 6 bis 10 jeweils 30-minütige Sitzungen in dem speziellen Akupunkturzimmer. Dabei kommen beide Verfahren in Kombination zum Einsatz.

Vor Beginn einer Akupunkturbehandlung steht allerdings eine Voruntersuchung in der Klinik. "Wir möchten auf dieses Weise ausschließen, dass eine andere Erkrankung die Symptome verursacht oder gesundheitliche Probleme vorliegen, die gegen die Akupunktur sprechen würden", so Nebelung. Ihre neue Sprechstunde steht dabei auch Patienten mit unklaren Schwindelbeschwerden offen. "Auch hier kann mit Akupunktur oft sogar dann geholfen werden, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind".

Wie viele alternative Verfahren gehört das neue Angebot zu den Wahlleistungen. Akupunktur wird bei HNO-Erkrankungen selten als Kassenleistung übernommen, es empfiehlt sich daher vorab eine Nachfrage bei der Krankenkasse zur Kostenübernahme.

Das SEIRIN®-Akupunktur-Special
Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN ausführlich vorstellen.


   
Autor(in): Helena Reinhardt, Uni Jena ([email protected])
  
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