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1. Editorial |
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Hallo
und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Newsletters, der auch diesmal wieder - gut gefüllt mit Artikeln, Nachrichten und Kolumnen aus der Welt der Medizin - viel Neues und Informatives fürt dich bereithält.
Zunächst möchten wir dich auf unsere neue Artikelserie über das allgegenwärtige Thema der Zukunftssicherung hinweisen. Beginnen möchten wir unseren Bericht mit der Berufsunfähigkeit, wie groß ist die Gefahr, welche Möglichkeiten hast du bereits als Student, dich umfangreich gegen dieses Risiko abzusichern.
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Eine neue Folge aus dem unterhaltsamen Ersti-Tagebuch von Peter Artz wartet ebenso auf dich, wie ein studentischer Artikel über die Realitäten der Rechtsmedizin im Vergleich zur vielfach stereotypen Darstellung im TV. Ein Auslandspraktika-Bericht über Lyon für alle Frankreich-Liebhaber unter euch und ein neues Interview mit einem Absolventen des Präp-Kurses, das dir eine Vorstellung von dem großen Ereignis der Vorklinik geben soll, runden unser heutiges redaktionelles Angebot ab. An regelmäßigen Kolumnen haben wir für dich mit dabei eine weitere Folge Medizin im TV nebst neuem Futter für die Lachmuskeln mit dem Witz der Woche und dem Rippenspreizer Cartoon.
Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir
Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 18.11.2008:
o Ersti-Tagebuch Folge 4: Versuchskaninchen
o Cartoon der Woche: Rechtsmedizin
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| 2. Sichere deine Zukunft - Berufsunfähigkeit und Altersvorsorge
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Ein Wort ist seit geraumer Zeit in aller Munde: Berufsunfähigkeit. Was hat es auf sich mit dieser Thematik, die in vielen Werbekampagnen in Zeitung, Radio und Fernsehen thematisiert wird? Wir waren neugierig und sind der Sache ein wenig auf den Grund gegangen. Warum du auch und gerade als Student oder junger Arzt über Möglichkeiten nachdenken solltest, dein für die Zeit deines gesamten Erwerbleben grundlegende „Kapital der Arbeitskraft“ schon beginnend in der Studentenzeit sorgfältig abzusichern und wie du - noch dazu auf intelligente Weise - Vermögen aufbauen kannst, möchten wir dir auf Grund der hohen Relevanz des Themenbereiches in Form einer dreiteiligen Artikelserie darstellen.
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Im ersten Teil geht es zunächst um das Risiko der Berufsunfähigkeit und entsprechende Möglichkeiten, sich auch schon als Student abzusichern, bevor dann im zweiten Artikel Wege aufgezeigt werden, auch schon in jungen, studentischen Jahren etwas für die Altersvorsorge zu tun. Im dritten und letzten Artikel widmen wir uns pfiffigen Kombinationsprodukten, die Vorsorge und Sicherheit auf intelligente Weise kombinieren.
Häufiges ist häufig Jeder Fünfte ist betroffen
Häufiges ist häufig – so lautet ein bekannter Lehrspruch in der Medizin, demzufolge der Arzt bei den Symptomen seiner Patienten zunächst an die geläufigen Volkskrankheiten denken und der Statistik die führende Hand bei der Wahl der zur Diagnose führenden Untersuchungen lässt. Die erste Aufmerksamkeit gilt also zunächst den häufigen Kandidaten für eine Diagnose. Dieser Erfolg versprechende Grundsatz kann auch für den Themenbereich der Berufsunfähigkeit zu Grunde gelegt werden: denn statistisch gesehen werden 20 % aller Erwerbstätigen berufsunfähig - das ist eine sehr hohe Zahl und somit ein häufiges Vorkommen. Grund genug, sich ein mal ein paar Minuten zu nehmen, um sich mit dieser Problematik zu beschäftigen.
Berlin erzeugt so viele Berufsunfähige, wie Frankfurt Einwohner hat
Oder: Einmal durch den Hörsaal und zurück
Um diese Zahl (20 % der Bevölkerung werden berufsunfähig) noch einmal zu verdeutlichen, führen wir nun ein kleines Rechenbeispiel durch. Nimmt man in diesem fiktiven Rechenbeispiel Berlin mit seinen knapp 3,4 Mio. Einwohnern als Grundlage und setzt sie als Grundmenge der Erwerbsfähigen zu einem Zeitpunkt X, so werden davon der Statistik zu Folge ein Fünftel, das sind rund 680.000 Menschen, im Laufe Ihres Berufslebens berufsunfähig. Diese Zahl entspricht grob der Einwohnerzahl von Frankfurt mit seinen 650.000 Einwohnern. Anderes Beispiel: Wir nehmen einmal an, dass dein Semester aus rund 500 Leuten besteht, der obigen Rechnung zu Folge kannst du davon ausgehen, dass 100 dieser Studenten später in irgendeiner Form berufsunfähig werden. Sie werden bereits vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze nicht mehr im Erwerbsleben stehen. Ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen sie allerdings nach wie vor. Letztes Beispiel: stell dir vor, dass dein Hörsaal im Rahmen der offiziellen Abschiedsveranstaltung nach dem letzten Staatsexamen bis auf den letzten Platz gefüllt ist und male dir nun aus, dass sich jede fünfte Reihe plötzlich leert, denn die Betroffenen würden fiktiv berufsunfähig und können nicht mehr auf das Erwerbseinkommen zur Sicherung des Lebensunterhaltes zurück greifen. Wir hoffen, dir das mit dem Faktor 1:5 häufige Risiko treffend veranschaulicht zu haben.
Der Staat leistet nur minimale finanzielle Unterstützung
Mehr als von der öffentlichen Hand in den Mund leben
Vor dem Hintergrund dieser Zahlen wird also mehr als deutlich, warum die Absicherung vor einer möglichen Berufsunfähigkeit heutzutage alleine schon durch den gesunden Menschverstand auf Grund des statistisch vergleichsweise hohen Risikos nahe gelegt wird. Noch dazu vor dem Hintergrund, dass die öffentliche Hand hier bedingt durch die Minimalunterstützung eine eigene Absicherung quasi verlangt, denn aus dieser Richtung kannst du im Falle eines Falles keine nennenswerte finanzielle Hilfe mehr erwarten: Die gesetzliche BU-Rente liegt derzeit zwischen 600 und 700 € und übersteigt nur in Ausnahmefällen das Sozialhilfe-Niveau (Quelle: stern.de, http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/versicherungstipps/index.html?id=524349 )
Eine Absicherung vor Berufsunfähigkeit ist daher eigentlich für jeden ein Muss, will man nicht später im Falle des gar nicht einmal so seltenen Falles (1:5) von der sprichwörtlichen, in diesem Falle öffentlichen Hand in den Mund leben.
Wie kann ich als Student eigentlich berufsunfähig werden?
Seine (potentielle) Arbeitskraft versichern
Nun mag mancher einwenden, dass ich als Student ja noch gar keinen Beruf habe und somit ja auch noch gar nicht von der Berufsunfähigkeit betroffen sein kann. Dem ist aber nicht so: Gerade als Student sollte man den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung mehr als in Erwägung ziehen, denn im Falle eines Falles kann man ja seinen Beruf als Arzt ja komplett nicht mehr ausüben. Und in den zurück liegenden Jahren des Studiums hast du sicher einiges an Kraft, Zeit und Nerven investiert, so dass dir im Unglücksfall ein Ausgleich in Form einer Zusatzrente sicher willkommen wäre. Bei wem sich als Student in Folge von Krankheit heraus stellt, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, der kann nämlich schon im Studium die Leistungen seiner Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen. Es gibt also gute Gründe, auch als junger Student seine Arbeitsfähigkeit zu versichern und sich am Markt nach den kostengünstigen und studentenfreundlichen Alternativen zu erkundigen, um hier von Anfang an auf Nummer sicher zu gehen.
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| 3. Ausbildungspreis als Ansporn für Hochschulen und Chance für Studenten
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Pressemitteilung Hartmannbund - „Gute Lehre? Guter Preis!“ Unter diesem Motto hat der Hartmannbund zum zweiten Mal nach 2005 den so genannten Ausbildungspreis ausgeschrieben. Vom 1. November 2008 bis 31. Januar 2009 können alle Medizinstudenten in Deutschland die Qualität der Lehre an ihrer medizinischen Fakultät im Internet bewerten.
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Unabhängig von den hausinternen Lehrevaluationen der Universitäten schafft der Hartmannbund mit dem Ausbildungspreis die Möglichkeit einer konstruktiv motivierten Vergleichsbasis der Lehrqualität. Dass dabei keine Fakultät bloßgestellt werden soll, versteht sich laut Max Pattmöller von selbst. Der Vorsitzende des Ausschusses Medizinstudenten im Hartmannbund dazu: „Im Gegenteil. Der Preis soll ein Ansporn für die Hochschulen sein, sich noch mehr um die Lehre im eigenen Haus zu bemühen“. Die Ausbildungsqualität in der Medizin käme den Studenten in vielerlei Hinsicht zugute: Einerseits verbessere sie die eigene Qualifikation. Andererseits eröffne sie höhere berufliche Chancen im In- und Ausland. Zugleich liege es aber laut Pattmöller auch im Interesse der Öffentlichkeit, die Patienten von bestmöglich ausgebildeten Ärzten betreut und behandelt zu wissen.
Die Online-Umfrage finden Sie unter:
www.jungemediziner.de/09_Umfragen/ausbildungspreis2008.php
Quelle: Hartmannbund.de
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| Autor(in): Hartmannbund ([email protected]) |
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Ein Fahrgast in einem Taxi tippt dem Fahrer auf die Schulter, um ihn etwas zu fragen. Der Fahrer zuckt erschrocken zusammen, schreit lauthals auf und verliert die Kontrolle über den Wagen. Dabei verfehlt er nur knapp ein entgegenkommendes Auto, schießt über den Gehweg hinaus und kommt wenige Zentimeter vor einem Frisörsalon zum stehen. Für ein paar Sekunden ist alles ruhig im Auto, dann schreit der Taxifahrer den Passagier an: "Machen Sie das nie wieder! Sie haben mich ja zu Tode erschreckt!" Der Fahrgast ist ganz verunsichert und entschuldigt sich verwundert: "Ich konnte ja nicht wissen, dass Sie sich wegen eines Schultertippens dermaßen erschrecken." "Naja", meint der Fahrer nun schon etwas ruhiger, "heute ist mein erster Tag als Taxifahrer. Die letzten 30 Jahre über habe ich einen Leichenwagen gefahren."
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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| Autor(in): Daniel Lüdeling ([email protected]) |
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Es gibt rund 80.000 ihrer Sorte in Deutschland, Nachfrage steigend - immer mehr wollen es werden und "auch dazugehören". Die Rede ist von der ganz besonderen Spezies des Medizinstudenten. Zwei von ihnen stehen bei uns fortan etwas im Rampenlicht: Sonja Herbst ist Medizinstudentin aus Hannover, Peter Artz ist Medizinstudent aus Düsseldorf. Beide haben zumindest zwei Dinge gemeinsam:
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Sie starten augenblicklich in das große Abenteuer ihres Medizinstudiums. Das
Schöne daran: Sie lassen dich in Tagebuchform an ihren Erfahrungen teilhaben.
Wöchentlich bieten wir dir abwechselnd einen Blick über Sonjas und Peters
Schulter. Diese Woche steht die nächste Folge von Peter an.
Stressiger Umbruch
Nachdem ich am Montag einen ersten interessanten Uni-Tag hatte, ging es am
Dienstag nahtlos weiter. Thematisch standen im Chemie-Vorkurs die verschiedenen
Atommodelle auf dem Programm, die mir aber noch recht geläufig aus der Schule
waren. Bevor aber der Uni-Tag anfangen konnte, musste ich erstmal gestresst mein
Auto in die Werkstatt bringen, denn das ist schon in die Jahre (eigentlich
besser in die Kilometer) gekommen und verlangt nach dem ein oder anderen neuen
Ersatzteil. Mit dem Mietauto ging es dann Richtung Düsseldorf. Schnell wollte
ich eigentlich noch einen Kaffee trinken, aber die Zeit reichte leider nicht
mehr – kurz nach elf schon, die Vorlesung geht gleich los.
Ohne Kaffee sitze ich wieder im 435 Leute fassenden Hörsaal in verfolge zusammen
mit meinen anderen Kommilitonen die über die Leinwand flimmernden Folien, die
ich am Vorabend zur Vorbereitung noch ausgedruckt habe. Nach einer Viertelstunde
haben wir bereits alle Atommodelle abgearbeitet und sind direkt zu den
verschiedenen Bindungsarten übergegangen. Puh! Mittags rief dann endlich die
Mensa und die anschließende Übungs- und Besprechungsstunde war auch wenig
spektakulär. Jetzt schnell nach Hause und noch einkaufen, denn meine Freundin
hatte Geburtstag und morgen, also Mittwoch, wollen wir das ganze gebührend mit
einer hausgemachten Lasagne und einigen schönen Geschenken feiern. Um halb
sieben war ich dann endlich samt Einkauf zu Hause und um acht waren die
Geschenke auch alle verpackt und die Lasagne vorbereitet. Allerdings war ich
nicht auf Mittwoch vorbereitet – erschrocken packte mich dann noch der Ehrgeiz
und ich habe bis um elf Folien gedruckt, Mitschriften aufgearbeitet und
Altfragen gekreuzt.
Mittwochmorgen war ich dann recht früh an der Uni, sodass ich die Zeit direkt
nutzte, um mir ein paar Bücher aus der Uni Bibliothek auszuleihen. Doch mein
erster Gang war wieder in die Cafete eine leckere „Latte“ trinken. Allerdings
musste meine MensaCard gleich wieder aufgeladen werden – Wow! Kaum 3 Tage hier
und schon 25 € nur in der Mensa und den Cafeten gelassen. Der restliche Uni-Tag
verlief dann recht unspektakulär. In der Vorlesung haben wir uns dann mit den
Redox-Reaktionen beschäftigt und im nachmittags Teil wieder Übungen und die
Lösungsbesprechung durchgeführt. Den Abend habe ich dann ganz genüsslich mit
meiner Freundin und meiner hausgemachten Lasagne verbracht und wir haben uns
beim Film „Ratatouille“ die Seele aus dem Leib gelacht. Um halb zwölf abends
habe ich dann wirklich nur noch die Folien für Donnerstag ausgedruckt und bin in
einen komaähnlichen Schlaf gefallen.
[Zum Ersti-Blog von Peter - klick hier]
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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7. Nüchterne Analyse statt cooler Kommissare Einblicke in die Rechtsmedizin
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Plötzlich ist es wieder da: Das Gefühl, das man im Präpkurs beim erstmaligen Anheben der Plastikdecken hatte. Nach etlichen Semestern mit Kursen der Pathologie, Chirurgie und Inneren dachte ich eigentlich, dass ich abgehärtet sei. Falsch gedacht! In dem dunklen Siebziger-Jahre-Bau komme ich mir auf einmal um Semester zurückversetzt vor. Doch mit einer (wahrscheinlich notwenigen) schonungslosen Rücksichtslosigkeit wird die Bahre in den Hörsaal geschoben. Und auf einmal ist man mittendrin in der Materie der Rechtsmedizin.
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As seen on TV? Durch diverse Fernsehserien und Tatort-Abende, in denen findige Rechtmediziner in kühlen, chromblitzenden, gekachelten Räumen Verbrechen anhand von präparierten Pistolenkugeln oder gebrochenen Schädelkalotten nachweisen, hat man ja eine gewisse Vorstellung, was einen wahrscheinlich erwartet.
Der Stundenplan lässt jeden Kriminalroman wie ein Kinderbuch aussehen Ob sich diese Vorstellung in der Realität halten lässt, werde ich in den nächsten zwei Wochen erfahren. Der Blick auf den Stundenplan lässt jeden Kriminalroman wie ein Kinderbuch aussehen: Tod im Wasser, Tod durch Hitze und Kälte, Sexualdelikte, Kindesmisshandlung, Tod durch Sturz aus großer Höhe. Er weckt gleichzeitig eine morbide Faszination: Er ist unschlagbar spannend im Vergleich zu anderen Kursen wie Gesundheitsökonomie oder Arbeitsmedizin. Schon nach kurzer Zeit gewöhnt man sich an den Anblick des Todes, an den Geruch kann man sich jedoch äußerst schwer gewöhnen. Es drängt sich mir die Frage auf, wie man wohl jeden Tag hier arbeiten kann. Dass die Arbeit eines Rechtsmediziners jedoch nicht mit der Arbeit im Obduktionssaal getan ist, berichten uns unsere Dozenten in diversen Seminaren. Sowohl die Blutabnahme bei Verkehrsdelikten als auch fachliche Gutachtertätigkeiten vor Gericht gehören zum beruflichen Spektrum.
Grundlagen der Totenschau Anhand eines Untersuchungskurses lernen wir die Grundlagen der Totenschau, einer Arbeit, zu der jeder approbierte Mediziner verpflichtet ist. Das war mir und den meisten meiner Kommilitonen bislang nicht bewusst. In dem Kurs lernen wir, die sicheren Totenzeichen wie Totenflecke und Totenstarre zu erkennen. Des Weiteren lernen wir, einen Totenschein auszufüllen was ebenfalls zu unseren späteren Aufgaben als Arzt gehört. In nachgespielten Fallbeispielen müssen wir die Rolle des Rechtsmediziners vor Gericht übernehmen. Hier sieht man sehr gut, dass es äußerst schwierig ist, die eigene Meinung außen vor zu lassen und objektiv über die Materie zu berichten. Wer kann schon bei einem vergewaltigten Mädchen unvoreingenommen an den Fall herangehen? Dies, so erklärt uns unser Professor, ist jedoch absolut notwendig. Als Rechtsmediziner hat man schließlich die Aufgabe, sachlich über sichtbare und nachweisbare Fakten aufzuklären. Die Rechtsprechung wiederum liegt im Ermessen des Richters. Es ist allerdings zu bedenken, dass es oft in der Hand des Rechtsmediziners liegt, ob Schuldige ermittelt und überführt werden können.
Die Routine der Rechtsmedizin In den zwei Wochen erleben wir auch den rechtsmedizinischen Alltag – den gibt es nämlich. Dies bedeutet oft Obduktionen in Fließbandarbeit, während der Bestatter quasi mit laufendem Motor vor der Tür wartet. Im Laufe eines Morgens werden uns bis zu vier verschiedene Fälle vorgestellt. Diese könnten dabei unterschiedlicher nicht sein: Vom jungen Suizidenten über Tod durch Drogenabusus eines Krankenpflegers bis hin zur ungeklärten Todesursache einer im nahe gelegenen Wald aufgefunden Person.
Präzision und Detailverliebtheit sind essentiell Dass man immer sehr genau hinschauen muss, ersehen wir an dem Fall eines Verstorben, der nur winzige Stromeintrittsstellen an den Händen aufweist. Präzision und eine gewisse Detailverliebtheit sind essentiell, wenn man sich für den Beruf des Rechtsmediziners entscheidet!
Etwas Mystisches bleibt Da man innerhalb von zwei Wochen nicht alles „in natura“ sieht, lernen wir anhand von Bildern, zum Beispiel Würgemale zu erkennen und zu differenzieren. In diesen zwei Wochen erhalte ich einen guten Einblick in die Materie der Rechtsmedizin. Es wird uns klar gemacht, dass es auch in der Rechtsmedizin eine Routine gibt, man in der Regel nicht nachts von coolen Kommissaren an einen Tatort gerufen wird – und dass man oft sehr lange und sehr genau hinschauen muss. Trotz allem: Rechtsmedizin bricht aus dem Fächerkanon aus – und es behält auch nach den beiden Wochen noch etwas Mystisches.
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| Autor(in): Melanie Schuster ([email protected]) |
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Von September 2006 bis Februar 2007 verbrachte ich das sechste klinische Semester an der Universität Claude Bernard I in Lyon. Der späte Zeitpunkt, nämlich im letzten Semester vor dem PJ ins Ausland zu gehen, stand für mich schon länger fest. In diesem Semester hat man die wichtigsten theoretischen Scheine zusammen und nur noch wenige Praktika zu absolvieren.
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Es gibt mehrere Möglichkeiten um nach Lyon zu kommen. Einer der günstigsten ist wohl die Anfahrt mit dem Bus. Die Busgesellschaft Euroliners bietet eine preiswerte Option. Für knapp 50 Euro habt ihr die Möglichkeit mit viel Gepäck aus vielen Städten Deutschlands ans Ziel zu kommen. Wenn ihr mit etwas weniger Gepäck unterwegs seid, gibt es bei Lufthansa sehr oft Angebote für 99 Euro Hin- und Rückflug für die Strecke Lyon-Frankfurt. Es ist ratsam, schon bis zu zwei Monate vorher zu buchen.
Mit dem Vollmond heim Eine WG von Deutschland aus zu finden, gestaltet sich ziemlich schwer. Ich habe daher ein Zimmer im Studentenwohnheim Mermoz gemietet. Das Wohnheim liegt im achten Arrondissement, nicht gerade zentral. Die Anbindung ist aber relativ gut, mit der Métro ist man in einer Viertelstunde in der Stadt. Sie fährt bis kurz nach Mitternacht, danach bringt einen die Buslinie „pleine lune“ (Vollmond) sicher direkt vor die Wohnheimtore von Mermoz. Zieht man das Wohngeld ab, bezahlt man 98 Euro. Angesichts dieses Mietpreises, liegt es auf der Hand, dass man manchmal beide Augen zudrücken muss. Mit neun Quadratmetern kann man sich für einen überschaubaren Zeitraum noch anfreunden, weniger mit der Küche, einem spartanisch eingerichteten Raum mit zwei Herdplatten und zwei Mikrowellen für 60 Leute! Ein weiteres Manko ist der fehlende Kühlschrank! Es gibt aber oft die Möglichkeit einen second hand Kühlschrank vom ausziehenden Nachbarn günstig zu ergattern. Wer auf die Dauer von den eher campingähnlichen Wohnverhältnissen in Mermoz Abstand gewinnen möchte, dem empfehle ich die Seite
www.colocation.fr. Auf diesem Wege kann man mit etwas Glück nette WGs finden, die dank des Wohngeldes auch bezahlbar sind.
Gute und schlechte Praktika Das Studium besteht aus dem „Stage“ (Praktikum am Vormittag im Krankenhaus) und Modulen (thematische Vorlesung am Nachmittag). Die Praktika dauern meist drei Monate und sind oft sehr überlaufen. Was das medizinische Französisch angeht, ist es zu Anfang etwas schwer, da es viele Abkürzungen gibt, die nicht der internationalen Nomenklatur entsprechen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten gewöhnt man sich allerdings ziemlich schnell daran, da im Allgemeinen die lateinischen Fachbegriffe verwendet werden. Wie in Deutschland, gibt es auch in Lyon Praktika, die sehr empfehlenswert sind und solche, für die die Zeit zu kostbar ist. Hier gebe ich euch eine kleine Liste der empfehlenswerten „Stages“. Praktika, die sich aus meiner Sicht wirklich lohnen: Dermatologie bei Prof. Thomas – hier lernt und seht ihr viel von der Dermatologie, sehr nettes Ambiente! Ophtalmologie bei Prof. Burillon – eines der besten Praktika. Ihr bekommt die ganze Bandbreite der Augenheilkunde gezeigt, könnt im OP dabei sein und nehmt teil an der Konsultation. Abgesehen davon ist Frau Burillon unglaublich herzlich! Neurologie bei Prof. Broussolle – das war wohl eins der besten Praktika in meinem gesamten Studium. Ihr lernt unheimlich viel, werdet einbezogen und bekommt sehr viel erklärt! Spätestens nach dem Praktikum habt ihr ihn bestimmt ins Herz geschlossen. Die weniger guten Praktika: Pädiatrie bei Prof. Cochat – hier heißt es nur Akten sortieren und einräumen. Mit Medizin hatte dieses Praktikum nur wenig zu tun. Pure Zeitverschwendung! Ich hoffe sehr, dass die Studenten auf anderen pädiatrischen Stationen etwas mehr lernen konnten! Chirurgie viscérale bei Prof. Tissot – überfüllt! Daher war der Lerneffekt nicht sehr groß und die Möglichkeiten gering, aktiv einbezogen zu werden. Trotz allem hat man sich bemüht, uns etwas zu zeigen, was bei der Anzahl der Studenten sicher nicht leicht war.
Viel zu bieten Was die Freizeitgestaltung angeht, hat die Stadt wirklich viel zu bieten. Obwohl Lyon eine Großstadt ist, findet man sich recht schnell zurecht. Besonders schön ist die Presqu’ile, hier ist der typische französische Flair allgegenwärtig. Vieux Lyon ist ein Stadtteil aus der Renaissance und gehört wohl zu den etwas touristischeren Orten der Stadt. Hier gibt es die besten Crêpes! Der Stadtteil Croix Rousse, auf einem Hügel gelegen, ist mit seinen Kneipen und Cafés ein Treffpunkt für junge Leute. Ein kleiner Geheimtipp für Jazzliebhaber und Freunde von Live-Musik ist der Hot-Club: Hier treten fast jeden Abend, im urigen Ambiente eines Weinkellers, Musiker aus aller Welt auf. Hat man Lust auf etwas Natur, so ist der Parc de la Tête d’Or genau das richtige Ausflugsziel: Hier gibt es einen Botanischen Garten, einen Zoo und einen See, auf dem man im Sommer Tretboot fahren kann. Nach Aussagen der Lyonnaiser ist er der größte Stadtpark Europas. Aber überzeugt euch selbst!
L´étudiant sportif Wer sich etwas sportlicher betätigen will, dem bietet der Uni-Sport eine breite Auswahl. Denkt dran euch rechtzeitig anzumelden, beliebte Kurse sind schnell überfüllt! Die Nähe Lyons zu den Bergen birgt im Winter die Möglichkeit, in die umliegenden Skigebiete zu fahren. Schon ab 35 Euro könnt ihr einen Tag im Schnee verbringen, inklusive Skipass, Busfahrt und einer kleinen Stärkung. Wer mit dem Gedanken spielt nach Lyon zu gehen, dem sei gesagt, dass es bestimmt eine gute Wahl ist – in jeder Hinsicht. Denn ihr wisst jetzt ja auch, welches Praktikum sich lohnt und was weniger gut ist!
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| Autor(in): Beata Hajduk ([email protected]) |
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Der Präpkurs ist sicherlich DAS Highlight der vorklinischen Ausbildung: denn hier lernt der angehende Mediziner den Aufbau des menschlichen Körpers bis in das letzte Detail kennen. Wir waren neugierig, wie Studenten hierzulande den Präpkurs erlebt haben. Lies unsere Interviews, die dir einen Einblick in die Erfahrungswelt junger Mediziner liefern.
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1. Kannst du dich noch an den Augenblick und die Szene erinnern, als du den Präp-Saal zum ersten Mal betreten hast? Wie sah das aus und was ging dabei in dir vor?
Es ging mir relativ gut - ich war eher gespannt und wollte nur loslegen, als dass ich Angst gehabt habe.
2. Hast du auch im Vorfeld vor dem ersten Termin des Präp-Kurses schon vermehrt an das „Erste Mal Präppen“ gedacht? Habt ihr in der Vorlesung dieses Thema ausführlicher behandelt?
In der Vorlesung haben wir den Kurs nicht genau besprochen und auch in den früheren Semestern ging es nicht um das Thema. Doch kurz vor dem Anfang wuchs auch die Spannung. Ich war selber sehr neugierig - ob es mir anfangs schlecht wird, ob ich Geruch und den "Anblick" ertragen werde. Zum Glück war alles in Ordnung!
3. Mit welchen Erwartungen bist du in den Präpkurs gegangen? Wurden Sie erfüllt oder eher enttäuscht?
Ich erwartete vom Kurs, dass ich dabei viel, wirklich viel lerne. Und das ist mir ja auch gut gelungen. Ich kann sagen, dass dieser der bisher erfolgreichste Kurs in meinem Studium ist. Präpkurs ist etwas Anspruchvolles, er hat meine durchaus positiven Erwartungen sogar übertroffen.
4. Was war in deinen Augen das absolute Highlight des Präp-Kurses, an das du dich noch heute erinnerst?
Der erste Schnitt und später vielleicht das Sezieren des Herzens.
5. Welches Themengebiet fandest du am schwierigsten zu lernen?
Anatomie des Nervensystems - sowohl peripher als auch zentral. Man konnte ganz schlecht die peripheren Nerven unterscheiden und deffinieren.
6. Was hat dir beim Präppen am meisten Spaß gemacht?
Einfach da stundenlang sitzen, an irgendeiner Struktur arbeiten, dabei mit den anderen Kollegen nett plaudern und zum Schluss das erwartete Ergebnis, nähmlich schöne, saubere Präparation erzielen.
7. Und im Gegenzug: was fandest du beim Präp-Kurs am unangenehmsten?
Das es zum Teil sehr kalt, stickig und voll im Präpsaal war. Man konnte nicht immer das präpen, was man wollte, da mehrere Leute an einem Preparat gearbeitet haben. Daher auch der enge Platz und die stressigen Umständen manchmal.
8. Wie häufig und wie lang fand der Präpkurs statt?
zwei mal in der Woche, je vier Stunden lang: 14-18h
9. Konnten am Präp-Nachmittag alle gleichzeitig und im Team präparieren oder ging das abwechselnd?
Am Anfang, wo ehr grobe Arbeit angesagt war (Haut- und Fettpräparation) ist es uns gut gelungen, alle zusammen zu arbeiten. Doch später mussten wir schon abwechselnd präparieren.
10. In welcher Form und Häufigkeit mussten Testate und Prüfungen absolviert werden?
Wir hatten einen schriftlichen Eingangstestat nach nur zwei Terminen im Präpsaal. Dann hatten wir weitere fünf mündliche Testate am Präptisch.
11. Der Umgang mit Leichen ist sicher für einen Anfänger nicht leicht. Hattest du hier auch im weiteren Verlauf noch Probleme oder hast du dich einfach dran gewöhnt?
Ich habe mich sehr schnall daran gewöhnt, eigentlich hatte ich nie richtig Problem damit.
12. Wurde über die Herkunft der Personen und den nötigen Ablauf, sich der Lehre und Wissenschaft z.B. für den Anatomie-Kurs zur Verfügung zu stellen, gesprochen?
Wir wussten vom Anfang an, dass die "Person" des Gestorbenen der Schweigepflicht unterliegt, also haben wir nicht weiter nachgefragt. Natürlich kamen ab und zu verschiedene Vermutungen unsererseits, woran der Mann gestorben sein könnte, aber das war eher zum Spaß.
13. Gab es nach dem Ende des Präp-Kurses eine Art Trauerfeier, an der auch die Präp-Kurs-Studenten teilnehmen konnten? Falls ja: was ging dabei in dir vor, woran hast du gedacht und welche Bilder stiegen in deinem Innern auf?
Ja, es gab eine Trauerfeier und ich wollte unbedingt daran teilnehmen, irgendwie diesen Mann ehren. Leider war ich zur Zeit im Ausland. Die Kommilitonen von mir haben sich echt Mühe gegeben und alles perfekt mitorganisiert - mit Chor und Orchester, es soll sehr schön gewesen sein.
14. Würdest du gerne den Präp-Kurs noch einmal absolvieren (weil es so großen Spaß machte und interessant war) oder bist du der Ansicht "Einmal genügt".
Ja, ganz gerne.
15. Welche Tipps würdest du Studenten geben, die den Präp-Kurs noch vor sich haben?
Liebe Studenten, denen der Präpkurs noch bevorsteht: Habt keine Angst und Bedenken, lernt schön und geht, bitte, mit dem notwendigen Maß an Respekt mit den Leichen um!
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Jeden Donnerstag um 21 Uhr eine neue Folge von "Hauptsache Gesund", dem Ratgebermagazin im TV mit vielen Tipps und guten Ratschlägen zur menschlichen Gesundheit.
Name der Sendung: Hauptsache Gesund
Thema der Folge: Bedrohung Alzheimer
Sendezeit: 13.11.2008 - 21:00 Uhr bis 21:45 Uhr auf MDR
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Diagnose Alzheimer – eine Hiobsbotschaft für die Betroffenen, denn diese Form der Demenz ist nicht heilbar. Rund 730.000 Alzheimerkranke leben in Deutschland, Tendenz steigend. Aber wen trifft es? Können Gedächtnistraining, gesunde Lebensweise und Ernährung vor diesem Schicksal bewahren? Rund 60 Prozent der Alzheimerpatienten werden zu Hause gepflegt. Für die engagierten Angehörigen bedeutet das eine große Belastung, oft neben der Familie und der Arbeit. Und wenn sich der geliebte kranke Mensch plötzlich verändert, aggressiv wird oder sich verschließt, brauchen auch Helfer Hilfe.
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