19.12.2008

Ausgabe 428

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[Erfahrungsberichte, Interviews und Artikel rund um die Akupunktur – klick hier]


 

591681 Heilsame Piekser: Akupunktur, die traditionelle chinesische Therapie, wird hierzulande immer beliebter. Grund genug für uns, dir noch einmal alle Artikel zum Thema in Form eines Sondernewsletters anzubieten. ....

In Kooperation mit: Georg Thieme Verlag  *  Deutsche Ärzte Finanz  * deutsche apotheker- und ärztebank

 
 Inhalt (jetzt auch anklickbar)
1.Editorial
2.Akupunktur bei Kniearthrose
3.Interview zum Thema Akupunktur mit Susanne P.
  
4.Wirkt Akupunktur bei Heuschnupfen?
5.Heilsame Piekser - Akupunktur aus Ärztesicht
6.Erste Professur für Komplementärmedizin
  
7.Exotisches Famulieren in Taiwan
8.Nadelstiche gegen Tinnitus und Heuschnupfen
9.„Auch als entspannendes Verfahren kann ich die Akupunktur empfehlen“
  
10.Akupunktur ist hier mehr als ein Placebo
11.Impressum
    
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 1. Editorial
  

Hallo,
herzlich willkommen zu unserem heutigen Sondernewsletter in Kooperation mit 3B Scientific. Mit dieser Ausgabe möchten wir dir gerne alle Artikel, die dieses Jahr im Rahmen unseres SEIRIN-Akupunktur-Specials in Onlinezeitung und MLZ erschienen sind, präsentieren. Von lesenswerten Interviews über erste Erfahrungen mit den Nadeln bis hin zu spannenden Artikeln über eine Famulatur in Taiwan, werden dir auch Fragen beantwortet, ob Akupunktur z.B. bei Tinnitus oder Heuschnupfen hilft. So steht heute also alles im Zeichen von Akupunktur und Traditioneller Chinesischer Medizin.

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Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir
Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN mit freundlicher Unterstützung von 3B Scientific

Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 23.12.2008:
o Ersti-Tagebuch Folge 8: Blick in die Zukunft
o Cartoon der Woche: Rippenspreizer wünscht frohe Weihnachten

  

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Das SEIRIN®-Akupunktur-Special
Gemeinsam mit 3B Scientific, dem renommierten Hersteller anatomischer Modelle und Exklusivimporteur für SEIRIN® Akupunkturnadeln, stehen uns zwei kompetente Partner zur Verfügung, die das Spezial freundlicherweise unterstützen. Auf den Seiten findet ihr Beiträge rund um das Thema Akupunktur.

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 2. Akupunktur bei Kniearthrose

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In der bekannten gerac-Gonarthrosestudie - eine von vier kontrollierten Studien des gerac-Modellprojekts - linderte eine Akupunkturbehandlung Schmerzen und Funktionseinschränkung bei Kniearthrose signifikant besser als die Standardtherapie mit Medikamenten und Krankengymnastik.

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Dabei war allerdings eine „Schein“-Akupunktur mit oberflächlicher Nadelung an Punkten, die nicht als Akupunkturpunkte definiert sind, ebenso wirksam wie die Akupunktur nach den Regeln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), betont Prof. Norbert Victor vom Institut für Medizinische Biometrie und Informatik (IMBI) der Universität Heidelberg.

Die dreiarmige Studie an über 1.000 Patienten wurde von Wissenschaftlern der Universität Heidelberg geplant, durchgeführt und ausgewertet. Alle Patienten erhielten die Standardversorgung mit Medikamenten nach Bedarf und Krankengymnastik. In allen drei Behandlungsgruppen gab es zehn Arztbesuche. In den beiden Akupunkturgruppen erhielten die Patienten zusätzlich entweder 10 Behandlungen mit einer TCMAkupunktur nach Lehrmeinungen der Deutschen Akupunkturgesellschaften bei Knieschmerzen, oder eine „Schein“- Akupunktur. Hierbei wurden insgesamt zehn Nadeln oberflächlich und ohne Stimulation an ausgewählten Punkten gestochen, die nicht definierten Akupunkturpunkten entsprachen und nicht unmittelbar am Knie, sondern im Bereich des Knöchels, der Oberschenkel und am Arm lagen.

Als Erfolg definierte man eine mindestens 36%ige Verbesserung auf einer international anerkannten Bewertungsskala (WOMAC-Score), die sowohl Schmerz, Funktionalität als auch Gelenksteifigkeit erfasst. Die Messung erfolgte nach 26 Wochen. Die Erfolgsraten betrugen 29% für die Standardtherapie, 53% für die TCM-Akupunktur und 51% für die Sham-Akupunktur. Beide Akupunkturtechniken waren deutlich wirksamer als die Standardtherapie, ein merklicher Unterschied zwischen den beiden Akupunkturbehandlungen zeigte sich nicht. Neben der langfristigen Verbesserung des Befindens der Patienten war auch der wesentlich geringere Verbrauch an Schmerzmedikamenten in den beiden Akupunkturgruppen gegenüber der Standardtherapiegruppe als bemerkenswert zu betrachten.

Die beobachtete gleiche Wirksamkeit beider Akupunkturschemata zeigt, dass für eine erfolgreiche Behandlung die Punktauswahl nicht zwingend nach den Kriterien der TCM erfolgen muss und außerdem ein oberflächliches Stechen ausreicht. Da diese Aussage streng genommen nur für die in der Studie gewählten Therapieschemata zutrifft, kann daraus nicht gefolgert werden, dass es gleich ist, wie und wohin man sticht, betont Prof. Victor. Somit kann die gerac-Studie keinen Beweis für oder gegen eine spezifische Wirksamkeit einer TCM-basierten Akupunktur bieten. Vermutlich tragen drei Komponenten zur Wirkung bei: Das Stechen „an sich“, die intensivere Zuwendung der behandelnden Ärzte und die Erwartungshaltung der (von etablierten Therapien enttäuschten) Patienten.

Auf der Basis der Ergebnisse dieser Studie hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 18.04.2006 empfohlen, dass (neben Rückenschmerzen) Akupunktur - als Teil einer multimodalen Behandlung - bei chronischen Knieschmerzen zukünftig Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen wird. Grundlage des Beschlusses der GBA war die in den gerac-Studien festgestellte Überlegenheit der Akupunktur über die Standardtherapie in den Indikationen Knieschmerz und Rückenschmerz. Dies war bei Migräne und Spannungskopfschmerz nicht der Fall, weshalb die Akupunktur für diese beiden Indikationen nicht als Kassenleistung anerkannt wurde.

Fazit:
Die derzeitige Standardversorgung von Patienten mit chronischen gonarthrosebedingten Schmerzen ist unzureichend, daher ist weitere Forschung im Bereich Patientenversorgung dringend notwendig:

  • Durch Einbeziehung einer Akupunkturbehandlung in ein multimodales Behandlungskonzept kann das Befinden der Patienten und die Wirksamkeit deutlich verbessert werden.
  • Gleichzeitig kann der Bedarf an Schmerzmitteln (und das damit verbundene Risiko unerwünschter Nebenwirkungen) reduziert werden.
  • Wesentliche Unterschiede in der Wirkung einer TCM-Akupunktur und einer „Schein“-Akupunktur mit oberflächlichem Stechen an Nicht- TCM-Punkten existieren nicht; die Notwendigkeit eines Stechens tiefer als 0.5 cm ist daher zu hinterfragen. Offenbar wurde auch die Bedeutung der Punktspezifität der Akupunktur bislang überschätzt.
  • Bei dem für die Studie definierten „Schein“-Akupunkturschema handelt es sich wahrscheinlich um eine „echte“ Akupunktur im Sinne einer Minimalakupunktur und nicht um eine Placebo-Akupunktur, bei der - für die Patienten nicht ersichtlich - gar nicht gestochen wird.
  • Die Kritiker der Akupunktur werden durch die Ergebnisse aufgefordert, ihre ablehnende Haltung zu dieser Therapieform kritisch zu überdenken.
  • Die Vertreter der Akupunktur nach Regeln der TCM sind durch die Ergebnisse aufgefordert, ihre Akupunkturschemata zur Behandlung chronischer Knieschmerzen im Sinne eines wirksamen minimal-invasiven Vorgehens zu optimieren.
  • Patienten mit chronischen Knieschmerzen können Akupunkturtherapie auf Kassenkosten beanspruchen, allerdings nur einmal pro Jahr und nur bei qualifizierten Ärzten (dies wären momentan lediglich 1.400 im gesamten Bundesgebiet!). An einer Akupunkturbehandlung interessierte Patienten sollten sich deshalb umgehend bei ihrer Kasse über in Frage kommende Ärzte und Behandlungsmethoden informieren.


   
Autor(in): Dr. Annette Tuffs ([email protected])
  
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 3. Interview zum Thema Akupunktur mit Susanne P.

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Wegen welcher Beschwerden lassen Sie sich akupunktieren?
Lymphknotenschwellung unbekannter Genese, Bauchschmerzen während der Menstruation, Heuschnupfen, Rückenschmerzen, Weichteilrheuma, Migräne.

Aus welchen Gründen haben Sie sich für Akupunktur entschieden?
Andere Methoden/ Medikamente halfen nicht. Da hat mir mein Hausarzt die Akupunktur empfohlen. Ich habe es ausprobiert und auch Erfolge damit gehabt.

Sind Sie eigenhändig auf den Arzt zugegangen oder hat Ihnen Ihr Arzt zur Akupunktur geraten?
Mein Hausarzt riet mir dazu.

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Welchen Effekt haben Sie bereits nach der ersten Sitzung verspüren können? Wie hat sich die Akupunktur langfristig ausgewirkt?
Nach der ersten Sitzung fühlte ich mich sehr entspannt. Vor allem im Nacken-/ Schulterbereich merkte ich eine deutliche Entspannung und konnte meinen Kopf weiter drehen als vorher, ohne Schmerzen zu haben. Mein Heuschnupfen wurde im Verlauf weniger und die Lymphknotenschwellung ging zurück. An meinen Bauchschmerzen der Menstruation hat sich aber leider nicht viel geändert.

Hatten Sie „Angst“ vorm ersten Mal „gestochen werden“ oder haben Sie alles auf sich zu kommen lassen?
Ich hatte schon etwas Angst, vielleicht auch deswegen, weil es weh tut. Ich rechnete fest damit dass es weh tut, und wurde davon überrascht, dass es nicht weh tun muss. Es gibt schon einige Stellen, an denen es unangenehm ist, z.B. zwischen den Zehen oder an der Nase. Aber ansonsten ist es eher angenehm.

Wie viele Sitzungen sind notwendig und wie lange dauert eine Sitzung und wie läuft sie grundsätzlich ab? Werden die Nadeln eingestochen und dann an einem Ort belassen oder wechselt der Akupunkteur im Laufe einer Sitzung auch die Einstichstellen?
In einer Sitzung werde ich zuerst 15-20 Minuten vorbereitet mit einer Wärmelampe, die die zu akupunktierenden Stellen erwärmt. Dann folgt das Setzen der Nadeln, das dauert ca. 10 Minuten. Währenddessen werden die Nadeln z.T. in ihrer Position korrigiert, aber dann bleiben sie bis zum Ende dort. Es werden dann auch keine anderen mehr nach gestochen oder der Ort gewechselt. Dann liegt man ca. 20-30 Minuten, ebenfalls unter der Wärmelampe, und dann werden die Nadeln wieder gezogen. Die Nadeln werden zwischendurch nachkontrolliert, ob sie noch richtig sitzen. Mit Wartezeiten, wenn es ab und zu doch mal länger dauert bis man "genadelt" wird und bis die Nadeln wieder gezogen werden, dauert es 60-90 Minuten. Man geht ca. 5-10 mal wegen einem Beschwerdebild zur Akupunktur, wenn es dann noch nicht besser ist evtl. auch länger.

Wie fühlt sich der Einstich einer Nadel an und womit ist er vergleichbar? Kaum zu spüren, eher ein leichtes Zwicken oder doch der merkliche Pieks, der weh tut?
An manchen Stellen merkt man es wirklich gar nicht. An anderen ist es ein leichtes Zwicken. Und an wenigen sehr schmerzhaften Stellen, wie z.B. zwischen den Zehen oder an der Nase ist es schon ein richtiger Stich. Wenn die Nadeln sitzen und man dann z.B. die Hand bewegt, in der man eine/mehrere Nadeln hat, kann es zu einem Ziehen bis in die Schultern kommen, das mit einem Kribbeln zu vergleichen ist. Das kommt daher, das dann ein ganzer Nerv gereizt wird. Das fühlt sich aber eher "witzig“ an, weil man das gar nicht kennt. Unangenehm ist es nur, wenn man niesen muss. Dann kann es mal kurz überall weh tun wo man die Nadeln hat.

Gibt es Nebenwirkungen?
Es kommt öfter zu kleinen Blutergüssen an Einstichstellen, wenn man ein sehr oberflächliches Gefäß erwischt. Diese tun aber nicht weh, sieht nur komisch aus. Geht aber natürlich wieder weg. Ansonsten habe ich keine Nebenwirkungen bemerkt.

Haben sich die Beschwerden gebessert? Ging die Verbesserung schlagartig vor sich oder stellte sie sich eher stufenweise ein?
Das kommt auf die Art der Beschwerden an. Verspannungen lösen sich sehr schnell, ziemlich direkt nach einer Behandlung. Meine Lymphknotenschwellungen gingen aber nur sehr langsam weg. Und bei Rückenschmerzen brauchte ich schon relativ viele Behandlungen, ca. 15 Stück bis sich ein deutlicher Effekt einstellte. Meine Lymphknotenschwellungen gingen aber nur sehr langsam weg.

Falls konventionelle Therapien ebenfalls zuvor versucht wurden: wie würden Sie den Effekt der herkömmlichen Therapie mit dem der Akupunktur vergleichen?
Oft bekommt man nur Schmerzmittel. Die sind zwar für ein paar Stunden unschlagbar, aber keine Lösung auf Dauer. Mit der Akupunktur kann man denke ich sehr gezielt die Ursachen angreifen und behandeln. Vielleicht hat das auch etwas mit einer gewissen positiven psychischen Beeinflussung zu tun.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ich bin privat versichert, bei mir wird alles übernommen. Allerdings übernehmen auch gesetzliche Kassen oftmals die Kosten für eine Akupunktur-Therapie.

Würden Sie Akupunktur weiterempfehlen?
Ja auf jeden Fall. Ich denke es kann nicht schaden und ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Bei vielem hat sie mir sehr geholfen, ohne dass ich Chemie schlucken musste.


   
Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected])
  
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 4. Wirkt Akupunktur bei Heuschnupfen?

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Die Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie des Klinikums rechts der Isar sucht Patienten, die an einer bundesweiten Studie zur Wirkung von Akupunktur bei Heuschnupfen teilnehmen wollen. Frühere beobachtende Untersuchungen konnten bereits zeigen, dass Akupunktur bei Heuschnupfen Besserung bewirken kann.

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Um diese Wirksamkeit nun auch wissenschaftlich fundiert nachzuweisen, sind jetzt klinisch kontrollierte Studien notwendig. Unterstützt wird die aktuelle ACUSAR-Studie (Acupuncture in Seasonal Allergic Rhinitis) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. In Kooperation mit der Charité soll unter der Leitung von Klinikdirektor Prof. Dr. Dr. Johannes Ring untersucht werden, ob sich die möglichen Therapieeffekte auch durch eine Analyse von Immunparametern und Entzündungszellen im Blut objektivieren lassen. Dr. Florian Pfab von der Haut- und Allergieklinik am Biederstein: "Von einer Auswertung dieser Daten versprechen wir uns auch Erkenntnisse über den Einfluss der Akupunktur auf das Immunsystem. Unser Ziel ist es, der wissenschaftlichen Welt fundierte Ergebnisse zur Wirkung von Akupunktur präsentieren zu können." Professor Ring: "Wir suchen insgesamt 200 Patienten aus dem Großraum München mit Heuschnupfen, die auf Birkenund Gräserpollen allergisch reagieren und teilnehmen möchten. Die Probanden werden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Behandlungsgruppen zugeteilt. Die erste Gruppe erhält sofort eine Akupunktur-Behandlung, die zweite acht Wochen lang antiallergische Medikamente und danach ebenfalls eine Akupunktur-Behandlung. Wir möchten herausfinden, inwieweit sich beide Gruppen in der Intensität ihrer Beschwerden, der Lebensqualität, dem Verbrauch an Medikamenten und eventuellen Nebenwirkungen unterscheiden."


   
Autor(in): Tanja Schmidhofer ([email protected])
  
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 5. Heilsame Piekser - Akupunktur aus Ärztesicht

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Akupunktur, die traditionelle chinesische Behandlungsmethode, wird hierzulande immer beliebter. Grund genug für uns, Ärzte und Patienten über ihren Erfahrungen mit der „ganzheitlichen“ Heiltechnik zu befragen. Im ersten Teil unserer Umfragenauswertung präsentieren wir die Aussagen von Medizinern, die von der Wirkung der kleinen Nadeln überzeugt sind und diese auch selbst anwenden. Wir wollten von ihnen wissen: Wie bist du zur Akupunktur gekommen? Wie läuft so eine „Nadel“-Sitzung eigentlich ab? Wem kann die Akupunktur helfen und welche Risiken birgt die Methode?

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Warum Akupunktur?
Wie kommt man als Arzt eigentlich dazu, in seiner Praxis Akupunktur anzubieten? Die meisten der befragten Mediziner sind eher zufällig mit der chinesischen Heilmethode in Kontakt gekommen – viele schon im Studium, andere erst im Berufsleben – und waren von den beobachteten Ergebnissen überzeugt. „Ich betreue viele Schwangere, denen es nicht möglich ist, Medikamente zu nehmen und habe deswegen nach Alternativen gesucht“, erzählt die Hamburger Gynäkologin Marlene D. „In Akupunktur- Seminaren wurde ich auch selbst erfolgreich gegen Migräne gestochen, sozusagen ‚am eigenen Körper’ überzeugt.“ Einige der Befragten hatten die Gelegenheit, Akupunktur direkt in Asien zu erleben, sozusagen „an der Quelle“. Birgit S., ebenfalls Medizinerin in Hamburg: „Bei einer Auslandsfamulatur in Hongkong habe ich Akupunktur kennen und schätzen gelernt. Ich habe dann mit der Akupunkturausbildung begonnen.“ Win See L. ist gebürtige Chinesin und in Koblenz als Ärztin tätig. Sie hat sich auf diese Methode spezialisiert: „Ich bin mit der traditionellen östlichen Medizin groß geworden. Bereits meine Facharbeit auf dem Gymnasium habe ich über Akupunktur geschrieben. Dies war auch mein Thema bei ‚Jugend forscht’.“ Später hospitierte sie an der TCM-Klinik in Kötzing hospitiert. „Die kann ich jedem Interessenten nur wärmstens empfehlen, der nicht wie ich öfter mal nach Hongkong oder Festland-China fl iegen kann, um Erfahrungen zu sammeln.“

Möglichkeiten und Grenzen
Bei welchen Beschwerden hilft die fernöstliche Therapie? Und wann sollte sie auf keinen Fall angewandt werden? Die befragten Ärzte können eine ganze Palette von Beschwerden nennen, die ihrer Erfahrung nach durch Akupunktur gelindert werden können. Allen voran: Schmerzen. Bei Migräne, Muskelverspannungen und Gelenkschmerzen wurden gute Erfolge erzielt. Auf diese Weise könne man den Patienten eine medikamentöse Behandlung ersparen, berichten viele. Auch bei gynäkologischen Leiden wie Regel- oder Schwangerschaftsbeschwerden helfe Akupunktur. Allergische Erscheinungen wie Asthma, Hautprobleme und Heuschnupfen seien ein weiteres Einsatzgebiet. Sehr gut schlage die Behandlungsmethode auch bei psychosomatischen Beschwerden an. Darüber hinaus wird Akupunktur von den Befragten auch zur Behandlung von Süchten wie dem Rauchen eingesetzt, und zur Therapie gegen Stress und den damit verbundenen Problemen. Brigitte M., eine Ärztin aus Meckenheim bei Köln, steckt die Grenzen der Akupunktur ab: „Sie kann regulieren und helfen, aber Zerstörtes heilen kann sie nicht. So kann man die Symptome von Arthrose lindern, aber eben nicht heilen im eigentlichen Sinne.“ Akupunktur ist wirkungslos bei körperlichen Defekten, Verschleißerscheinungen und bei Krebs. Nichtsdestotrotz sind viele der Befragten der Meinung, dass Akupunktur als unterstützende Behandlung gegen die Nebenwirkungen einer Chemo-Therapie eingesetzt werden kann.

Risiken und Nebenwirkungen
Laut Befragungsergebnis können tatsächlich Nebenwirkungen auftreten: Von Hautreizungen und Entzündungen bis hin zur Müdigkeit. Der Grund: Behandlungsfehler. „Normalerweise gibt es bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen“, erklärt Win See L., „bei falscher schon – bei Hämatomen angefangen bis hin zur Verschlimmerung der Symptomatik.“ Wie läuft eine Akupunktur-Sitzung ab? Wie lange dauert sie im Durchschnitt und wie viele Sitzungen sind in der Regel notwendig? Eine Sitzung dauert etwa eine halbe Stunde, wobei die Nadeln in der Regel nur zwanzig Minuten unter der Haut des Patienten bleiben. Fünf Minuten braucht der Arzt, um sie zu legen, nach der Entfernung darf der Patient meist noch eine Weile ruhen. „Es gibt Nadeln aus Plastik, Kupfer, Gold und Silber in unterschiedlichen Längen und Stärken“, erklärt Birgit S., „Manchmal werden die Nadeln zur Verstärkung des Effekts auch in der Haut gedreht.“ Einige Ärzte verpassen ihren Patienten bei bestimmten Beschwerden so genannte „Dauernadeln“, die für zehn Tage unter der Haut bleiben. Diese sind kürzer als herkömmliche Akupunktur-Nadeln und werden mit einem Pfl aster abgeklebt. Außerdem werden die Akupunkteur-Instrumente vor der Behandlung oft erhitzt. „Dies wird meist mit Moxa-Kraut gemacht, einer chinesischen Beifuß-Art“, erklärt Brigitte M. „Dieses strahlt Wärme in einer bestimmten Wellenlänge ab, die dem Körper Energie gibt. Mittlerweile gibt es Wärmelampen, die der Wellenlänge des Moxa-Krautes angepasst sind. Diese riecht und raucht nicht so wahnsinnig wie das echte Kraut, von dem es aber mittlerweile auch eine fast ‚rauch- und stinkfreie’ Version gibt.“

Autsch, Akupunktur?
Tut das „Nadeln“, wie es in Fachkreisen genannt wird, eigentlich weh? „Manchmal schon und zwar ganz schön doll“, antworten die meisten der befragten Ärzte. „Ich weiß gar nicht, wer den Unsinn verbreitet, dass Akupunktur nicht schmerzhaft wäre“, schimpft Brigitte M.: „Es gibt sicherlich Punkte, die mehr schmerzen als andere, z.B. die Stelle, an der der Nagel endet, und die einem schon mal die Tränen in die Augen steigen lassen – da spreche ich aus ErfahErfahrung. Auch Punkte im Gesicht werden als sehr unangenehm empfunden. Punkte, die auf großen Muskeln oder viel Unterhaut- Fett liegen, sind hingegen meist wenig schmerzhaft. Auch die Ohrakupunktur wird gut toleriert.“

Für Groß und Klein?
Ist Akupunktur eigentlich auch für Kinder geeignet? „Theoretisch ja, praktisch gesehen eher nicht“, meinen die Befragten. „Akupunktur ist für alle Altersgruppen geeignet, wobei natürlich auf die Besonderheiten der jeweiligen Altersgruppe eingegangen werden sollte“, erklärt die Hamburger Ärztin Sina H., „Kinder haben häufi g Angst vor Nadeln und können nicht lang ruhig liegen bleiben. Bei ihnen sollte eher Akupressur angewandt werden.“ Weitere Möglichkeiten Kinder zu behandeln, sind die schmerzlose Elektro- und Laser-Akupunktur.

Skepsis unter Patienten...
Wie reagieren Patienten auf die chinesische Methode? „Meiner Erfahrung nach sind die meisten Menschen gegenüber Akupunktur aufgeschlossen“, erzählt Birgit S., „Ich denke, die breite öffentliche Diskussion hat hierzu beigetragen. Gelegentlich begegne ich auch skeptischen Patienten. Da ist das Vertrauen in die Schulmedizin größer, aber nach den ersten Behandlungen sind auch sie überzeugt!“ Dieser Aussage schließen sich die meisten der Befragten an: Zweifl er werden durch den Behandlungserfolg überzeugt.

...und unter Kollegen
Obwohl es immer noch Ärzte gibt, die nichts von Akupunktur halten, steigt auch die Akzeptanz unter den Kollegen. „Aufgrund mittlerweile vorliegender wissenschaftlicher Ergebnisse können selbst die größten Skeptiker der Akupunktur ihre Wirksamkeit nicht absprechen“, stellt Birgit S. fest. Und die Zukunft der Akupunktur? Alle Befragten sind sich darüber einig, dass das Verfahren im Westen immer mehr an Bedeutung gewinnt und eine große Zukunft vor sich hat. „Die Akupunktur wird sich immer mehr etablieren“, meint Win See L., „Vorausgesetzt, alle interessierten Mediziner erhalten eine richtige Ausbildung und die Patienten werden nicht von Scharlatanen abgeschreckt, die nur ‚Kochrezept-Nadeln’ beherrschen.“ Brigitte M. meint: „Ich denke, die Akupunktur wird, wie viele andere alternative Heilverfahren, immer mehr Einfl uss auf die hiesige Medizin gewinnen.“ Und fügt schmunzelnd hinzu: „Komisch nur, dass die Chinesen sich zurzeit immer mehr der westlichen Medizin zuwenden!“


   
Autor(in): Dominika Sobecki ([email protected])
  
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 6. Erste Professur für Komplementärmedizin

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Nach einer öffentlichen Ausschreibung und einem universitären Berufungsverfahren konnte Claudia Witt aufgrund herausragender wissenschaftlicher Leistungen und Erfahrungen in der Lehre für die Professur gewonnen werden.

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Prof. Dr. Detlev Ganten, Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin: "Die Charité ist einer naturwissenschaftlichen Medizin verpflichtet. Wir sehen großen Forschungsbedarf im Bereich Komplementärmedizin und freuen uns, dass mit Frau Professor Witt die ideale Besetzung gefunden wurde, den großen Herausforderungen in diesem Gebiet erfolgreich zu begegnen." Die Stiftungsprofessur wird am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Berliner Charité angesiedelt sein. Mit der Fördersumme von insgesamt einer Millionen Euro werden die Professur und zwei Mitarbeiterstellen über einen Zeitraum von fünf Jahren gesichert. Die Carstens-Stiftung will mit ihrem Engagement die Forschung auf dem Gebiet der Komplementärmedizin, wie z.B. Naturheilverfahren, Homöopathie und Chinesischer Medizin, stärken. Der Geschäftsführer der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, Dr. Henning Albrecht, unterstreicht die Bedeutung der neuen Professur für den Erfolg der Komplementärmedizin: "Nur durch erstklassige Forschung können komplementäre Therapieverfahren langfristig gesichert und in die Patientenversorgung integriert werden. Die Professur an der Charité nimmt dabei eine Schlüsselrolle in Deutschland ein. Ich bin überzeugt davon, dass Frau Professor Witt die wissenschaftliche Untermauerung der Komplementärmedizin und damit deren Akzeptanz in Deutschland mit großen Schritten voranbringen wird." Prof. Witts wissenschaftliche Schwerpunkte liegen in der Therapieforschung zur Komplementärmedizin, insbesondere im Bereich der Chinesischen Medizin und der Homöopathie. Dies beinhaltet die Untersuchung von Wirksamkeit, Therapiesicherheit und Kosteneffektivität dieser Behandlungsansätze. Mit groß angelegten Studien, z.B. zur Akupunktur, konnte sie bereits internationale Standards setzen. Prof. Dr. Witt tritt mit großer Leidenschaft die neue Aufgabe an: "Über 60 Prozent der Bevölkerung nehmen Angebote der Komplementärmedizin in Anspruch. Dennoch ist nur wenig über deren Wirksamkeit, aber auch deren möglichen Nebenwirkungen bekannt. Ich freue mich, meinen Beitrag dazu leisten zu können, die große Lücke zwischen Therapierealität und wissenschaftlichem Kenntnisstand zu schließen." Für die komkommenden Jahre sind bereits umfangreiche Forschungsvorhaben geplant. Neben Studien zu einzelnen Behandlungsverfahren wie Qigong, Akupunktur und Homöopathie wurden bereits große interdisziplinäre Forschungsprojekte zur Chinesischen und Tibetischen Medizin beantragt. Neben der Forschung liegen Prof. Witt aber auch die Lehre und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Form von Promotionen, postgraduierten Weiterbildungen und Expertenkonferenzen am Herzen. Um dies alles realisieren zu können, bietet die Charité mit dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie die idealen Voraussetzungen. Der Direktor des Instituts, Prof. Dr. Stefan N. Willich, blickt erwartungsvoll in die Zukunft: "Unser Institut hat einen exzellenten Forschungsschwerpunkt zur Komplementärmedizin mit internationaler Bedeutung. Es wird diese Stellung mit Hilfe von Frau Professor Witt in Zukunft noch weiter ausbauen können."


   
Autor(in): Frederik Betsch ([email protected])
  
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 7. Exotisches Famulieren in Taiwan

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Flughafen Frankfurt/Main: Am Abfertigungsschalter stehen in einer schnurgeraden Reihe viele kleine dunkelhaarige Menschen mit schmalen Augenlidern. Wohin geht ihre wie meine Reise? Nach Ostasien, genauer gesagt nach Taiwan. Seit ich gehört habe, dass man mit der bvmd auf dieser vor China liegenden Insel im Bereich der Akupunktur famulieren kann, hatte ich nur noch dieses eine Ziel im Kopf. Die Reisevorbereitungen waren einfach, dafür aber zeitaufwendig: Man muss ein Visum beantragen, das dauert, und man muss sich impfen lassen; in meinem Fall genügte eine Typhusimpfung. Vorbereitet hatte ich mich mit der Lektüre des Lonely Planet und natürlich über die Teilnahme an einem Akupunkturkurs.

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Fernseher im Linienbus
Gleich nach der Landung stehe ich vor der ersten Hürde: Der Geldautomat spricht nur Chinesisch und will meine Karte nicht akzeptieren. Also musste ich doch am Schalter Geld wechseln. Dies klappte problemlos. Schwieriger war es dann schon, den Bus zum Hauptbahnhof zu finden: Englisch sprachen zwar fast alle Leute, die ich fragte, aber die Aussprache war sehr gewöhnungsbedürftig. Doch mit Hilfe sehr freundlicher Menschen gelang es mir schließlich, den richtigen Bus zu finden. Ich staunte, denn obwohl es nur ein Linienbus war, war der mit einem riesigen modernen Fernseher ausgestattet! Durch den morgendlichen Berufsverkehr mit beeindruckend vielen Mopeds an allen Kreuzungen fuhren wir zum Hauptbahnhof von Taipeh. Nach vierstündiger Zugfahrt erreichte ich endlich mein Ziel: Kaohsiung im Südwesten der Insel. Erfreulicherweise wurde ich dort von meinen Betreuern abgeholt. Sie waren sehr bemüht und besorgt um mich und brachten mich zur Universität und meinem Zimmer. Geschafft! Die Uni wirkte sehr amerikanisch auf mich: Es gab einen riesigen Sportplatz, der voller Menschen war, und eine offene Sporthalle. Ich war sehr glücklich darüber, ein eigenes Zimmer mit einem eigenen Bad zu bekommen! Eine Küche suchte man im Wohnheim aber vergebens: Denn Taiwanesen kochen so gut wie nie selbst, sogar das Frühstück wird an einer der zahlreichen fahrenden Küchen gekauft. Das Essengehen war für mich immer ein kleines Abenteuer: Viele Sachen schmeckten mir sehr gut, manche allerdings überhaupt nicht. Meistens ging ich mit den anderen Studenten essen, die mir gerne bei der Auswahl behilflich waren.

Erst Derma, dann TCM
Am nächsten Morgen stand mir mein erster Arbeitstag bevor. Bereits im Vorfeld war mir mitgeteilt worden, dass es ein Problem mit der Akupunktur gäbe und ich in die Abteilung meines Zweitwunsches geschickt werde. Vor Ort ließ sich dieses Problem jedoch so lösen, dass ich eine Hälfte meines Aufenthalts in der Dermatologie verbrachte und die andere in der TCM-Abteilung. In der Dermatologie wurde ich sehr freundlich empfangen und es wurde ein genauer Wochenplan für mich erarbeitet. Die meiste Zeit verbrachte ich in der Ambulanz, weil sich dort sehr viele verschiedene Patienten vorstellten und ich die Ärzte direkt begleiten konnte. Diese waren sehr bemüht, mir etwas beizubringen und möglichst viel ins Englische zu übersetzen. Sehr viele verschiedene Krankheiten konnte ich dort sehen, die in Europa eher selten sind. In der TCM-Abteilung des Krankenhauses war ich auf das Zusehen beschränkt: Leider durften Studenten nicht selber Nadeln stechen – zumindest nicht an den Patienten. Auch dort war der Arzt stets bemüht, mir etwas beizubringen, leider waren seine Englischkenntnisse spärlich. Dafür habe ich umso mehr gesehen: Akupunktur und Moxibustion, traditionelle chinesische Diagnostik, Tuina-Massagen und natürlich die chinesische Apotheke.

Dschungel und High-Tech
Einmal wöchentlich besuchte ich auch den studentischen Akupunkturclub, in dem ich dann unter professioneller Anleitung das Akupunktieren lernte. Taiwan ist ein sehr abwechslungsreiches Land: Man kann durch den Dschungel wandern, am Strand relaxen, aber auch Großstädte, High-Tech und Service in ungeahnten Dimensionen erleben. Die Betreuung vor Ort war sehr gut und es wurde mir auch sehr leicht gemacht, neue Kontakte zu knüpfen. Allerdings – und das ist trotz des schönen Aufenthalts ein Minuspunkt – würde ich diese Universität nicht weiterempfehlen, wenn man nicht nur Taiwan kennen lernen, sondern auch gerne viel über Akupunktur lernen möchte. Hier hätte ich gerne weniger Einschränkungen vorgefunden, eine andere Uni hätte vielleicht mehr Möglichkeiten geboten. In jedem Falle ist es sehr ratsam, bereits Vorkenntnisse in TCM zu haben. Zu Taiwan insgesamt kann ich nur sagen: Für mich gibt es kein schöneres Reiseziel und ich werde bestimmt noch einmal dorthin zurückkehren!


   
Autor(in): Saskia Fischer ([email protected])
  
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 8. Nadelstiche gegen Tinnitus und Heuschnupfen

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idw - (Jena) Sie sind nicht lebensbedrohlich, können aber das Leben unerträglich machen: Tinnitus und Heuschnupfen sind nicht nur weit verbreitete Krankheiten, sondern auch in vielen Fällen nur schwer behandelbar. Für die Betroffenen bedeutet das oft jahrelange Leiden.Die Hals-Nasen-Ohrenklinik am Universitätsklinikum Jena (UKJ) will den Patienten nun mit einem neuen Angebot helfen.

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In der neu eingerichteten Akupunktur-Sprechstunde wollen die HNO-Ärzte jetzt mit Nadeln gegen die Ohrgeräusche und die Pollenallergien vorgehen. "Tinnitus und Heuschnupfen gehören zu den Krankheiten, bei denen unsere Mittel der Medizin nicht in allen Fällen ausreichend greifen", erklärt Prof. Dr. Orlando Guntinas-Lichius, Direktor der Jenaer HNO-Klinik. "Mit der Akupunktur können wir die Therapie nun mit einem anerkannten Mittel der alternativen Medizin wirksam unterstützen".

Denn die Nadelstiche helfen: "Akupunktur bewirkt bei Patienten mit einem schweren Heuschnupfen in 80 Prozent der Fälle eine Verbesserung und bei einem Drittel der Tinnitus-Patienten eine Linderung der Ohrgeräusche", so Kathrin Nebelung. Die HNO-Fachärztin leitet die Akupunktur-Sprechstunde, die zuerst einmal wöchentlich jeweils am Donnerstag von 14.00 bis 16.00 Uhr stattfinden wird. Angeboten werden sowohl die traditionelle chinesische Ganzkörper- als auch die Ohrakupunktur. Ein Behandlungszyklus umfasst 6 bis 10 jeweils 30-minütige Sitzungen in dem speziellen Akupunkturzimmer. Dabei kommen beide Verfahren in Kombination zum Einsatz.

Vor Beginn einer Akupunkturbehandlung steht allerdings eine Voruntersuchung in der Klinik. "Wir möchten auf dieses Weise ausschließen, dass eine andere Erkrankung die Symptome verursacht oder gesundheitliche Probleme vorliegen, die gegen die Akupunktur sprechen würden", so Nebelung. Ihre neue Sprechstunde steht dabei auch Patienten mit unklaren Schwindelbeschwerden offen. "Auch hier kann mit Akupunktur oft sogar dann geholfen werden, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind".

Wie viele alternative Verfahren gehört das neue Angebot zu den Wahlleistungen. Akupunktur wird bei HNO-Erkrankungen selten als Kassenleistung übernommen, es empfiehlt sich daher vorab eine Nachfrage bei der Krankenkasse zur Kostenübernahme.


   
Autor(in): Helena Reinhardt, Uni Jena ([email protected])
  
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 9. „Auch als entspannendes Verfahren kann ich die Akupunktur empfehlen“

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1.Wie sind Sie zur Akupunktur gekommen? Was interessiert Sie besonders an diesem Bereich der Medizin?
Durch Freunde, die selber Akupunkturkurse besuchen wollten und nun noch Mitstreiter suchten, dachte ich: Na ja, mal sehen... machen wir uns halt eine lustige Woche in den Semesterferien und vielleicht wird es ja doch ganz interessant.

2. Welche Möglichkeiten birgt die Akupunktur, wo sind ihre Grenzen?
Nachdem ich mich doch eingehender, auch mit dem Hintergrund und der Geschichte der Akupunktur beschäftigt habe, weiß ich, dass die Akupunktur eine ganze Menge Möglichkeiten bietet, sei es nun über die Therapie von ganz bestimmten Erkrankungen, oder auch als Ergänzung zur konservativen westlichen Medizin.

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Zum Beispiel bei Chemotherapie anstelle oder auch in Verbindung mit Antiemetika zur Linderung der Übelkeit. Ganz oft hilft aber einfach auch nur das gezielte zeitliche und räumliche “Ausschalten“ des Patienten aus seiner Umwelt. Lassen Sie doch einfach mal einen gestressten Manager 40 Minuten allein in einem Behandlungszimmer mit angenehmer Atmosphäre & Ruhe und einigen Nadeln an Punkten, die bekannter Weise Entspannung hervorrufen. Die meisten werden gerne wiederkommen! Die Grenzen der Akupunktur liegen dort, wo sie auch im Chinesischen definiert werden, denn die Akupunktur ist kein “Heilendes“ Verfahren: Sie kann regulieren und helfen, aber Zerstörtes heilen kann sie nicht (z.B. kann man die Symptome einer Arthrose lindern, aber nicht heilen im ursprünglichen, eigentlichen Sinne).

3. Bei welchen Beschwerden hilft Akupunktur? Gibt es Gegenanzeigen und Nebenwirkungen?
Persönlich habe ich sehr gute Erfahrungen bei Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates, und dort v.a. bei akuten Erkrankungen, wie z.B. Lumbalgien gemacht.
Auch als entspannendes Verfahren kann ich die Akupunktur empfehlen.
Bei chronischen Erkrankungen im Bereich der Inneren Medizin war ich bisher wenig erfolgreich, allerdings könnte dies ja auch an noch eingeschränkter Erfahrung oder einfach an falschen Patienten für die Therapie liegen.

4. Ist die Behandlung schmerzhaft?
Oftmals. Ich weiß gar nicht, wer den Unsinn verbreitet, dass Akupunktur nicht schmerzhaft sei. Es gibt sicherlich Punkte, die mehr schmerzen als andere (vor allem die Ting-Punkte der Akren, sprich meist genau dort wo der Nagel endet) und diese lassen einem schon mal die Tränen in die Augen steigen - und da spreche ich auch aus eigener Erfahrung. Auch Punkte im Gesicht werden als sehr unangenehm empfunden. Andererseits sind oft Punkte, die auf großen Muskeln oder mit viel Unterhautfettgewebe liegen, meist wenig schmerzhaft. Auch die Ohrakupunktur wird zumeist gut toleriert. Auf jeden Fall sollte man vorher mit dem Patienten über Schmerzen sprechen und ihm erklären, dass natürlich ein durchstechen der Haut schmerzhaft ist und dass ein dumpfer Schmerz in der Akupunktur auch durchaus gewollt ist.

5. In welchen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Akupunktur-Behandlung?
Leider nur in sehr wenigen, durch die Kasse zugelassenen Diagnosen im Bereich des Bewegungsapparates. Aus diesem Grund liquidieren viele Kollegen die Akupunktur auch ausschließlich privat.

6. Wie viele Sitzungen sind bei einer Behandlung notwendig?
Das kommt ganz auf das Krankheitsbild an. Akute Erkrankungen, z.B. eine akute Lumbalgie ist oft schon mit einer Sitzung deutlich besser. Chronische Erkrankungen, die schon über lange Zeit bestehen, bedürfen auch mehreren Sitzungen. Deswegen kann man dies pauschal so nicht sagen.

7. Wie lange dauert eine Sitzung?
Meist zwischen 30 und 45 Minuten. Aber auch diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Denn auch der Zeitansatz einer Behandlung hat etwas mit dem Krankheitsbild und dem Menschen zu tun, den ich behandle: Ist es eher eine Erkrankung und ein Menschentyp dem ich Energie geben muss, oder eher eine Erkrankung/ein Menschentyp dem Energie entzogen werden muss. Bei ersterem Fall wird die Behandlung länger dauern als bei dem zweiten.

8. Warum werden die Nadeln zum Teil erhitzt?
Dies wird meist mit Moxa-Kraut gemacht, das ist eine chinesische Beifuß-Art. Diese strahlt eine Wärme in einer ganz bestimmten Wellenlänge ab, die dem Körper Energie geben soll. Mittlerweile gibt es auch Lampen, die der Wellenlänge des Moxa-Krauts angepasst sind, und die man ähnlich einer Rotlichtlampe auf ein bestimmtes Körperareal, in dem sich dann oftmals auch Akupunkturnadeln befinden, richten kann.
Dies hat ein ganz entscheidenden Vorteil zum Moxa-Kraut: es riecht (eigentlich muss man fast schon von stinken reden) nicht und raucht nicht so wahnsinnig, wie das echte Moxa, das es aber auch schon in einer fast “rauch-und stinkfreien“ Version gibt.

9. Ist die Akupunktur für alle Altersgruppen geeignet, also auch für Kinder und alte Menschen?
Prinzipiell ja. Allerdings werde ich persönlich, und auch viele Kollegen, mich hüten, ein Kind zu nadeln. Denn wie oben schon beschrieben, ist es auch oft mit Schmerzen behaftet und dies kann man einem Kind nicht unbedingt erklären, warum es das jetzt über sich ergehen lassen sollte. Aber es gibt Laser mit denen man die Akupunkturpunkte sozusagen “beschießen“ kann, die absolut schmerzfrei sind. Damit kann man dann auch Kinder behandeln, allerdings sind diese Geräte auch sehr teuer.

10. Wie reagieren die Patienten auf die Behandlung? Sind sie aufgeschlossen oder eher skeptisch eingestellt?
Die meisten Patienten, die mit der Frage zu mir kommen, ob ich sie akupunktieren kann, sind meistens schon sehr aufgeschlossen und auch oftmals mit der Materie etwas vertraut. Manche allerdings sehen die Akupunktur als ihre letzte Hoffung an, da sämtliche konventionelle Therapien schon gescheitert sind, sind aber auch nicht wirklich davon überzeugt, dass so eine kleine Nadel irgendetwas bringen könnte. Da muss man dann schon einige Überzeugungsarbeit leisten, wobei die beste natürlich die Besserung der angegebenen Beschwerden ist.
Aber einem Patienten, der von vorne herein sagt, dass er von der Akupunktur gar nichts hält, würde ich dies auch nicht anbieten.

11. Wie ist die Akzeptanz unter den medzinischen Kollegen?
Unterschiedlich. Die einen sind der Akupunktur vollkommen abgeneigt, die anderen finden für sich selber nichts daran, aber sind doch so offen eingestellt, dass sie zumindest den Patienten die Akupunktur empfehlen und sie dann eventuell bei mir vorstellen.
Wieder andere haben die Akupunktur in ihren Praxis- und auch Klinikalltag so mit eingebunden, dass sie gar nicht mehr wegzudenken ist.

12. Wie sehen Sie die Zukunft der Akupunktur in der westlichen Medizin?
Ich denke, sie wird noch mehr Einfluss in der westlichen Medizin bekommen. So wie auch die restlichen alternativen Heilverfahren immer mehr Zuspruch finden. Komisch nur, dass die Chinesen sich zur Zeit immer mehr der westlichen Medizin zuwenden, oder?

Vielen Dank für das Interview.


   
Autor(in): MEDI-LEARN ([email protected]))
  
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 10. Akupunktur ist hier mehr als ein Placebo

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Patienten mit Darmbeschwerden können von Akupunktur profitieren: Beim sogenannten Reizdarmsyndrom beeinflusst die Behandlung mit Akupunkturnadeln das für lebenswichtige Körperfunktionen wie Blutdruck und Atmung zuständige vegetative Nervensystem und geht mit Stressabbau einher. Diese positive Wirkung tritt unter einer Placebo-Behandlung nicht auf.

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Unter einem Reizdarmsyndrom leiden etwa fünf Prozent der Bevölkerung. Die Krankheitsursache ist nicht bekannt; auch ist sich die Medizin nicht einig, ob und inwieweit die Psyche dabei eine Rolle spielt. Die Patienten klagen über ein schmerzhaftes Spannungsgefühl im Bauch sowie über – im Wechsel mit Verstopfung auftretenden – Durchfall, der länger als sechs Monate anhält. Eine wirksame Behandlung gibt es bislang noch nicht.

Höhere Lebensqualität auch bei simulierter Akupunktur

In der Studie des Teams von Dr. Antonius Schneider, das im letzten Jahr mit dem Deutschen Akupunkturpreis in der Kategorie „beste Forschungsarbeit“ ausgezeichnet wurde, gingen die Heidelberger Wissenschaftler zunächst der Frage nach, ob ein Akupunkturverfahren die Lebensqualität der Patienten mit einem Reizdarmsyndrom positiv beeinflusst. Anhand eines speziellen Fragebogens wurden z.B. die Auswirkungen auf Schmerzen, die Tagesaktivität, den Schlaf und die Verdauung untersucht.

Die Probanden erhielten entweder eine „echte“ (Verum-)Akupunktur oder eine Schein(Placebo)-Anwendung, die von dem Heidelberger Anästhesisten Dr. Konrad Streitberger entwickelt wurde: Bei diesem technischen Kunstgriff wird die Akupunktur nur simuliert, ohne dass Muskelzellen und Nerven von der Nadelspitze in der Tiefe berührt werden.

„Die Lebensqualität der Patienten verbesserte sich in beiden Behandlungsgruppen, ohne dass zwischen ihnen ein wesentlicher Unterschied festgestellt werden konnte“, fasst Dr. Antonius Schneider das erste Ergebnis der Studie zusammen. In diesem Punkt scheint die Wirkung der Akupunktur auf psychische Faktoren zurückzuführen zu sein – man spricht auch von einem so genannten Placebo-Effekt. Eine Übereinstimmung von Verum- und Placebogruppe kann generell bei Behandlungen festgestellt werden, die der Patient für sich als intensiv und zuwendend erlebt.

Kortisolspiegel im Speichel wird gesenkt

„Wir wissen aber aus experimentellen Untersuchungen bei anderen Krankheitsbildern wie etwa dem Herzfehler oder der Depression, dass Akupunktur auch das vegetative Nervensystem des Patienten beeinflusst“, erläutert Dr. Schneider. Das vegetative Nervensystem regelt die lebenswichtigen Funktionen des Körpers wie Atmung, Herzschlag, Blutdruck, Verdauung und Stoffwechsel. In einem zweiten Schritt untersuchten die Heidelberger Wissenschaftler daher, ob Akupunktur bei Patienten mit einem Reizdarmsyndrom auch physiologische Wirkungen haben kann, also körperliche Funktionen verändert oder beeinflusst.

Dabei konnten sie einen positiven Effekt auf das so genannte parasympathische Nervensystem nachweisen – der Teil des vegetativen Nervensystems, der erholungs- und entspannungsfördernde Anreize vermittelt. Durch Messungen im Speichel der Patienten fanden sie heraus, dass unter Akupunktur der Parasympathikus gestärkt wird und der Spiegel des Stresshormons Kortisol absinkt. Ein gestärkter Parasympathikus und ein erniedrigter Kortisolspiegel bedeuten auch geringeren Stress.

Darüber hinaus ging die Stärkung des Parasympathikus mit einer Besserung der Schmerzen einher. „In der Placebo-Gruppe der Reizdarmsyndrom-Patienten konnte diese eindrucksvolle Stärkung des parasympathischen Nervensystems nicht beobachtet werden“, stellt Dr. Schneider fest.

An der Heidelberger Studie nahmen insgesamt 43 Patienten teil, die über fünf Wochen jeweils zweimal wöchentlich akupunktiert wurden. Was die Ergebnisse letztlich für die praktische Medizin bedeuten, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar sagen. „Noch überblicken wir den genauen Mechanismus des physiologischen Effekts der Akupunktur nicht in allen Einzelheiten“, erklärt Dr. Schneider. Zusätzliche, breiter angelegte Studien sind notwendig, um diesen Effekt für die Behandlung des Reizdarmsyndroms nutzbarer zu machen.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg


   
Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected])
  
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