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1. Editorial |
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Hallo,
und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe Onlinezeitung von Medizinern für Mediziner. Wenn du mit dem Gedanken spielst, eine Famulatur im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu machen", dann solltest du dir unseren heutigen Artikel zu den USA nicht entgehen lassen. Im Bericht von Gerrit Montag erhältst du Tipps und Tricks und viel Wissenswertes für deinen Auslandsaufenthalt.
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Marie-Christine hat ihre Wartezeit auf einen Studienplatz als Volunteer im Ausland verbracht: Nach einem zuvor absolvierten Pflegepraktikum in Deutschland reiste sie für dreieinhalb Monate ins südliche Indien und war dort in einem Geburtskrankenhaus tätig. Wissenschaftler haben einen Weg gefunden, die Effizienz von therapeutischen Genen, mit denen z.B. Gewebeschäden an Arterien behoben werden, durch eine hochempfindliche Messmethode zu erforschen. Neben diesen und weiteren spannenden Meldungen erwartet dich heute ein frischer Cartoon aus der Feder von Rippenspreizer, ein aktueller Auszug aus unserer Studienplatztauschbörse und zwei neue Beiträge von unseren fleißigen Weblog-Schreibern mit unterhaltsamen Geschichten aus Beruf und Alltag.
Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir
Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
Der Blick in die Zukunft: In der nächsten Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 07.04.2009:
o Cartoon der Woche: MultipleChoice
o Als CM 4 durch die Schweizer Chirurgie
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Berufspolitische Ausbildung kommt im Medizinstudium zu kurz. Daher
widmet sich die Berufspolitische Seminarreihe dieser Thematik und bietet
jungen Medi-zinern eine Einführung in das deutsche Gesundheitssystem
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Wann? 9./10. Mai, 20./21. Juni |
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2. Eine Empfehlung ist viel wert Wissenswertes für die USA-Famulatur
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Wer geplant hat, mindestens eine Famulatur in den USA zu absolvieren, dem kann ich nur gratulieren. Es lohnt sich! Und das nicht nur wegen der neuen medizinischen Erfahrungen, sondern auch wegen der Ausflugsmöglichkeiten, der Menschen und wegen des positiven Nebeneffekts, sein Englisch zu verbessern. Mit weniger Geld als vermutet lässt sich eine voll anerkannte Famulatur organisieren. Von der Anreise über die Tricks, eine Famulantenstelle zu ergattern bis zur Unterkunft sind im Folgenden ein paar Hinweise aufgelistet.
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Ein Umweg ist billiger Egal, wo eure Destination in den Staaten liegt, über einen kleinen Umweg, meist innerhalb Europas, lässt sich ein günstiger Flug planen. Die Europäischen Fluggesellschaften (z.B. British Airways, Air France) bieten Flüge ab fast allen großen deutschen Flughäfen an, fliegen dann zu ihrem Heimatflughafen und meist per Umsteigen geht es dann in die USA. Das ist meist viel billiger, einziger Nachteil ist eine längere Reisedauer. Eine weitere Alternative sind asiatische Fluggesellschaften, die oft ebenfalls in die Staaten fliegen.
Hilfe bei der Wohnungssuche Wer keine Bekanntschaft oder Verwandtschaft in den Staaten hat, der sollte die Hilfsbereitschaft der Krankenhausdirektion in Anspruch nehmen. Man glaubt gar nicht, welche Verantwortung Arbeitgeber in den Staaten übernehmen und welche Kontakte sie spielen lassen können! Viele Krankenhäuser bieten Gemeinschaftsunterkünfte an, stellen den Studenten und residents Appartements zur Verfügung oder kümmern sich darum, Wohnungsangebote zu finden.
Einfaches Krankenhaus auswählen Dies ist meiner Meinung nach die wichtigste Entscheidung! Grundsätzlich gilt: An vielen Universitätskrankenhäusern trifft man zwar mehr Studenten, aber das hat seinen Preis! Wer nämlich an einer Uniklinik famulieren möchte, muss für diesen Zeitraum ordentlich löhnen. Und was ein amerikanischer Medizinstudent zahlen muss, ist weit mehr als eine deutsche Semestergebühr. Es empfehlen sich also die „einfachen“ Kreiskrankenhäuser, die in der Regel medical centers heißen. Diese Kliniken sind aber keineswegs einfach strukturiert. Gerade für uns deutsche Studenten sind sie meist nicht zu überblicken, auch nicht auf deren Websites im Internet. Und da haben wir schon das erste Problem, das es zu lösen gilt: Solche Krankenhäuser sind meist in privater Trägerschaft. Unser Famulatursystem ist nicht bekannt und daher gibt es keinen direkten Ansprechpartner für unser Anliegen. Nebenbei hat ganz Amerika ein Belegarztsystem, wir müssen einen speziellen Arzt finden, der bereit ist, uns in seine Obhut zu nehmen. Meist gestaltet sich das schwierig und für den jeweiligen Arzt wäre es salopp gesagt ohne großen Nutzen. Hier spreche ich aus eigener Erfahrung. Wer keinen direkten Kontakt zu einem Belegarzt hat, der einen ausländischen Studenten mit in die Klinik nehmen könnte, hat weniger gute Chancen.
Folget dem hospitalist! Die Lösung des Problems heißt hospitalist: Das sind Ärzte, die ausschließlich an Krankenhäusern tätig sind. Bei den Hospitalisten handelt es sich um ein recht neues System in den USA, welches in den 90er Jahren begann und immer weiter ausgebaut wird, bisher jedoch nur an den nicht-universitären Krankenhäusern. Meist arbeitet ein Team aus rund 20 Internisten (internal med), Allgemeinmedizinern (family oder general practitioners) oder auch anderen übergreifenden Fachbereichen zusammen und teilt die Patienten im Krankenhaus unter sich auf, die nicht von ihrem hauseigenen Arzt (also den Belegärzten) betreut werden. Genial also für den Studenten, einem solchen Arzt zu folgen! Hat man also einen hospitalist gefunden, gilt es, ihnen unser Anliegen erklären: Was wir studieren, in welchem Jahr, warum wir eine Famulatur machen möchten, wie lange diese dauern sollte. Wir sollten verständlich machen, dass wir uns der Tatsache bewusst sind, keine Patienten anfassen zu dürfen (so ist das eben nach amerikanischem Gesetz!) und keinen Anspruch auf Einkommen zu haben. Um dem Hospitalist-Team ein Gesamtbild von uns zu liefern, legen wir den Unterlagen einen übersetzten Lebenslauf bei. Als Bonus servieren wir noch ein Empfehlungsschreiben (natürlich auch auf Englisch). Zum Thema Empfehlungsschreiben: Die Amerikaner stehen darauf und es ist in den USA gang und gäbe, über Beziehungen und Empfehlungen beruflich voranzukommen.
Nachhaken! Wenn euer Doktorvater oder eure Doktormutter nicht bereit ist, ein Empfehlungsschreiben zu formulieren, dann fragt einfach Dozenten, bei denen ihr als studentische Hilfskraft mitgearbeitet habt. Andernfalls kann man auch Dozenten ansprechen, bei denen ihr schon irgendein Praktikum hattet. In der Regel sollte dies kein Problem sein. Und wenn doch, dann schreibt selber eins und findet jemanden, der es euch unterschreibt. Guten Dozenten dürfte es bekannt sein, welche Bedeutung ein Empfehlungsschreiben in den USA hat! Falls ihr jetzt alles an die angegebene Adresse der Website abgeschickt oder dies alles per Fax gesendet habt, solltet ihr nicht warten, bis man Euch antwortet. Lasst ein, zwei Tage vergehen und ruft dann selbst noch einmal an. Man wird euch nicht als aufdringlich empfinden. Die Dame oder der Herr sind meist überaus freundlich und zuvorkommend. Entweder sagen sie dann aber gleich ab oder vertrösten euch noch auf einige Zeit. Wenn ihr eine Absage erhaltet, fragt auch hier nach anderen Möglichkeiten, an practical experiences zu kommen. Ich bin damals nur mittels abermaligen Nachfragens zu einer Famulatur in den USA gekommen. Und wenn ihr warten sollt, dann übt euch in Geduld! Erledigt in dieser Zeit alles andere: rechtzeitig einen Flug buchen, den Reisepass aktualisieren, Visa beantragen, gegebenenfalls einen Leihwagen mieten und vielleicht sogar schon Ausflüge planen?
Visum ist besser Grundsätzlich sollte für ein Praktikum in den USA ein Visum vorgelegt werden können. Da ihr aber weder einen Lohn erhaltet noch einen Arbeitsvertrag eingeht, hinterlasst ihr auch nirgends eure Personalien. An Universitätskrankenhäusern kann es eventuell auch offizieller ablaufen. Man könnte die Zeit in den USA auch als Urlaub betrachten. Dazu braucht man in den USA bis zu einer Aufenthaltsdauer von drei Monaten kein Visum. Mich hat niemand nach einem Visum gefragt, aber sicher ist sicher. Und dann heißt es: warten oder weiter probieren!
Wann? Frühzeitig! Alles, was ich oben beschrieben habe, kostet eine Menge Zeit. Je eher ihr mit einer Famulatursuche anfangt, umso weniger Stress bereitet ihr euch! Ich habe damals ein halbes Jahr vorher amerikanische Krankenhäuser angeschrieben und habe letztendlich erst vier Wochen vor dem geplanten Famulaturintervall eine feste Zusage bekommen. Also frühzeitig nach Krankenhäusern suchen, alle Unterlagen vorbereiten und dann ab damit in die Post.
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| Autor(in): Gerrit Montag ([email protected]) |
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| 3. Magnetische Nanopartikel lenken therapeutische Gene durch den Körper
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idw - Mediziner schicken Gene und gesunde Zellen auf den Weg durch die Blutbahn, damit sie beispielsweise Gewebeschäden an Arterien reparieren. Sie nutzen dabei kleine magnetische Teilchen, die am eingeschleusten Gen sitzen, und dirigieren sie mithilfe eines äußeren Magnetfeldes gezielt zum Ort des Schadens. Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben eine hoch empfindliche Messmethode entwickelt, mit der die Effizienz dieser Therapie erforscht werden kann.
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Sie ermitteln die Menge des magnetischen Materials am Zielort - und damit auch die Menge der therapeutischen wirksamen Gene oder Zellen - aufs Pikogramm pro Zelle genau. In einer gemeinsamen Studie mit der Universität Bonn wurde deutlich: Durch das magnetische Verfahren kann die Effizienz der Gen-Übertragung im Vergleich zu nicht-magnetischen Verfahren dramatisch erhöht werden.
Therapeutische Gene, die in Körperzellen eingeschleust werden sollen, werden mit "Genfähren" durch die Blutbahn transportiert. Als Genfähren dienen in der Regel veränderte Viren, die ohnehin dafür geschaffen sind, Erbmaterial in fremde Zellen zu übertragen. Doch zur Übertragung der therapeutischen Gene muss sich die Genfähre lange genug an der Zelle aufhalten, in die die Gene gelangen sollen. "Zu diesem Zweck sind magnetische Nanoteilchen an die Genfähren gekoppelt", erläutert Dr. Lutz Trahms, Projektleiter der PTB. "Durch ein gezielt angelegtes Magnetfeld lenken Pharmakologen die Genfähren mit ihrer Fracht dann zu einer bestimmten Stelle und halten sie dort fest, bis die therapeutischen Gene übertragen worden sind."
Dann kommt das eigentliche Know-How der PTB-Physiker ins Spiel: Mit einem Verfahren, das sich Magnetrelaxometrie nennt, ermitteln sie, welche Menge an magnetischen Nanopartikeln von den Zellen am Zielort aufgenommen worden ist. Dies sind hoch genaue Messungen im Bereich von wenigen Pikogramm (milliardstel Milligramm) pro Zelle. Auf diese Weise kann die Effizienz des Gentransfers überprüft werden. Und es zeigt sich: Durch das magnetische Verfahren kann die Effizienz der Gen-Übertragung im Vergleich zu bisherigen, nicht-magnetischen Verfahren dramatisch erhöht werden.
Unter der Leitung der Universität Bonn sind neben der PTB auch die TU-München und die Ludwigs-Maximilian-Universität München an einem Forschungsprojekt beteiligt, das vor allem das Herz-Kreislauf-System im Blick hat. Ziel ist in erster Linie die präzise Lenkung von Therapeutika, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Es wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft mit rund zwei Millionen Euro gefördert.
Quelle: idw-online.de
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| Autor(in): Imke Frischmuth ([email protected]) |
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Ein Mann überlegt, wie er ein paar Tage Sonderurlaub ergattern kann. Am besten erscheint ihm der Plan, er spielt verrückt, damit sein Chef ihn zur
Erholung nach Hause schickt. Er hängt sich also im Büro an die Zimmerdecke. Da fragt ihn seine Kollegin, warum er das denn tue, und er erklärt es
ihr. Ein paar Minuten später kommt der Chef und sieht seinen Angestellten an der Decke hängen.
"Warum hängen Sie denn an der Decke?" - "Ich bin eine Glühbirne!" - "Sie müssen verrückt sein, gehen Sie besser für den Rest der Woche nach Hause und ruhen sich aus. Montag sehen wir dann mal weiter."
Der Mann geht und die Kollegin folgt ihm.
Auf die Frage vom Chef, warum sie denn auch gehe, antwortet sie: "Im Dunkeln kann ich nicht arbeiten."
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Der richtige Tag 1 und Aussichten
Dienstag war mein erster „richtiger“ Tag, oh mann. Ich wollte einen Patienten aufnehmen, ging zu ihm schüttelte ihm die Hand und sagte „Guten Tag, ich bin eine Ihrer Stationsärztinnen“ und musste dabei so unfassbar debil grinsen, es war
a) Mir selber ein bisschen peinlich und
b) ein Wunder dass der arme Mann nicht auf der Stelle die Station verlassen hat. Aber
c) Nicht zu verhindern, so ein gutes Gefühl!
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Dann hab ich erstmal seine Viggo versemmelt. Das war ein weniger gutes Gefühl. Trotz Anästhesie-PJ! Argh. Das HEX hat alle meine praktischen Fähigkeiten gefressen.
Den Rest des Tages war ich im OP. Nachdem ich den richtigen Saal gefunden hatte, relativ bekanntes Terrain als Captain Hook. Aber immerhin ist der Oberarzt nach der Fasziennaht kommentarlos abgetreten und ging offensichtlich davon aus, ich könne ja mal allein zumachen. Konnte ich auch. War schön. Der Anästhesist hat auch gar nix gesagt, obwohls echt relativ langsam ging. Ich war ein bisschen aufgeregt und dann, s. o. Böses Hex. Habe genäht wie ein Anfänger. Bin ich ja auch. Aber trotzdem. Das ging schonmal wesentlich fixer. Gnah. Naja. Ich denke ich werde genug Übung kriegen.
Morgen stehe ich als Operateurin auf dem OP-Plan! Das ist ein großer Moment. Ich habe den Plan schon kopiert und ein Exemplar mit nach Hause genommen. Werde ich bei Gelegenheit an die Wand hängen. Vielleicht gerahmt und daneben hänge ich dann den OP-Bericht. Wird eine Lymphknotenextirpation. Harrrr! Höchst komplexer und risikobehafteter Eingriff. Werde mich gleich ausgiebig vorbereiten.
Und dann ein Feierabendbier mit meiner Peer-Group. Die beschweren sich schon dass ich sie vernachlässige. Nach drei Tagen! Wie soll das nur die nächsten 42 Jahre werden… jetzt gehe ich erstmal schlafen. Wenn man bedenkt, dass ich eigentlich erst nach acht Stunden Schlaf ein angenehmer Zeitgenosse bin, ohoh. Meine arme WG. Zum Glück bin ich bisher so voller Adrenalin und Aufregung dass ich es nicht schlimm finde, nur ungefähr (gefühlt) halb so lange zu schlafen wie bisher.
[Zum Ärzte-Blog von ASS100 - klick hier]
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Neue Zeiten für neue Ärzte: Wer bisher in der Ärztekammer als Mitglied aufgenommen worden ist, erhielt alle wichtigen Unterlagen und Gesetze in ausgedruckter Form als Papierstapel überreicht. Doch wie es dann so ist, wenn Fragen zur Berufsordnung oder zum Heilberufegesetz entstehen, waren die Papiere der Ärztekammer nicht mehr zu finden bzw. in einem größeren „Unterlagenstapel“ des Arztes integriert.
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„Aus diesem Grund haben wir uns entscheiden, im Zeitalter von Multimedia alle wichtigen Informationen für die neuen Kolleginnen und Kollegen auf eine USB-Karte im Scheckkartenformat zu spielen."
Ärztekammer Sachsen-Anhalt mit neuem Servicepaket
"Mit der Anmeldung erhalten unsere Ärzte die USB-Karte und haben so jederzeit den gesamten Überblick über für sie wichtige rechtliche Grundlagen zur Berufsausübung. Und wenn sich Gesetze ändern bzw. neue Informationen zur Verfügung stehen, können die Daten über ein auf der Karte bestehendes Programm jederzeit aktualisiert werden“, erklärt Dr. Henning Friebel, Präsident der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, den neuen Service für seine Ärzte.
Im Jahr 2008 haben sich 769 Mediziner neu in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt angemeldet. „Wir rechnen auch in diesem Jahr mit ähnlichen Zahlen. Daher verringert es unseren Druckaufwand erheblich, wenn wir alle relevanten Informationen auf einer USB-Karte vereinen“, so der Kammerchef Dr. Friebel.
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| Autor(in): Ärztekammer Sachsen-Anhalt ([email protected]) |
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7. Spielt Matthäus noch für Deutschland? Als Volunteer in Südindien
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Schon lange stand für mich fest: Mein Traum ist es, Medizin zu studieren! Doch schon bald nach meinem Abitur stellte sich leider heraus, dass sich dieser Wunsch schwerer in die Tat umsetzten lassen sollte als erhofft. Denn trotz eines recht guten Abiturs erhielt ich in Deutschland keinen Studienplatz. Nun stand ich wie viele andere vor der schwierigen Entscheidung, was ich bis zum Beginn des Studiums machen wolle.
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Nach vielen Überlegungen entschied ich mich dafür, ins Ausland zu gehen, um dort freiwillig in einem Krankenhaus mitzuarbeiten. Und auch das Ziel der Reise stand schnell fest: Indien. Denn dort, in einem derart armen, stark bevölkerten Land, so glaubte ich, wäre meine Unterstützung am hilfsreichsten. Auch war ich schon immer fasziniert von diesem Land, seiner Kultur und seiner Geschichte. Deshalb schrieb ich eine Organisation (Teaching and Projects abroad) an, die mir bei dem Auffinden von Krankenhäusern behilflich sein sollte und auch die Unterbringung bei indischen Gastfamilien organisierte. Und dann endlich, nach etwa fünf Monaten Vorbereitungsphase und einem vorhergehenden Krankenpflegepraktikum in Deutschland, flog ich in die beiden südlichsten Bundesstaaten Indiens, Tamil Nadu und Kerala. Ich hatte natürlich vorher viel über Land und Leute gelesen. Aber was mich in den folgenden knapp dreieinhalb Monaten wirklich erwarten sollte, damit hätte ich nicht gerechnet.
Erstmal ein Kulturschock Schon bei meiner Ankunft am Flughafen in Chennai war ich überwältigt. Wenn man das erste Mal in einem Land wie diesem ankommt, ist es schwer, sich in dem vollkommenen Durcheinander zurechtzufinden. Alles um einen herum ist dreckig und laut, überall sind Menschen, die einem etwas verkaufen möchten oder ein Taxi anbieten, fremde Gerüche umgeben einen. Die Luft war stickig und schwül, auf den Straßen befanden sich außer vielen alten „Ambassador“-Autos auch Kühe, die schwer beladene Karren hinter sich herzogen. Ein Affe versuchte mir – ungelogen – meine Banane zu stehlen, Moskitos schwirrten durch die Luft, sogar Schweine und Hühner liefen durch die Gassen dieser Sechs-Millionen-Metropole. Erschöpft, müde und mit Heimweh kämpfend war ich erleichtert, als ich den Zug erreichte, mit dem es zum ersten Krankenhaus meiner Etappe gehen sollte: einem Geburtskrankenhaus mit zwei Ärzten in Shenkottai, einem kleinen Dorf in Südindien.
Doch auch auf der siebenstündigen Zugfahrt fand ich keine Ruhe, denn wie in den ganzen folgenden Wochen zeigte sich schon hier das große Interesse der Einheimischen an meiner Person. Alle wollten Fotos oder gar Autogramme von mir, ich fühlte mich oft wie ein berühmter Star. Sie fingen, falls es ihre Englischkenntnisse zuließen, Gespräche mit mir an, in denen sie mehr über das Leben in Europa wissen wollten oder baten auch nur mal darum, meine blonden Haare anfassen zu dürfen. Einigen war Deutschland sogar ein Begriff und ich wurde seltsamer Weise gleich mehrmals gefragt, ob Lothar Matthäus noch immer in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft spiele. Und eine Ähnlichkeit zu Steffi Graf wurde mir nachgesagt, worüber ich sehr schmunzeln musste. Im Allgemeinen hatten die Inder ein sehr positives Bild von den Deutschen, das auch durch unsere politische Vergangenheit nicht getrübt wurde. Dass der Hund einer Ärztin (!) erschreckender Weise „Hitler“ hieß, zeigt, wie entfernt Deutschland und seine Geschichte von hier ist. Alle haben mich gastfreundlich, neugierig, interessiert und offen empfangen. Viele Male wurde ich zum Essen eingeladen, und das, obwohl viele Menschen oft selbst nicht viel Geld und Nahrung besaßen. Krankenschwestern verdienen zum Beispiel im Schnitt 25 Euro im Monat und müssen davon oft die ganze Familie ernähren.
Holzkasten mit Stehlampe gleich Brutkasten Bei meiner Ankunft im Shanti-Hospital in Shenkottai wurde ich sehr freundlich empfangen. Eigentlich ist das Shanti ein Geburtskrankenhaus, aber man behandelt hier auch so ziemlich alles andere. Ich war täglich bei den Sprechstunden und den Visiten zugegen. Mir wurde viel von den zuständigen Ärzten erklärt und die Auskünfte der Patienten ins Englische übersetzt. Die Kommunikation mit den Patienten und dem Krankenhauspersonal war bisweilen schwierig, selbst die Krankenschwestern konnten meist nur wenige Worte Englisch. Dafür durfte ich meine ersten praktischen Erfahrungen sammeln, Wunden zunähen und Operationsbesteck halten. So assistierte ich bei mehreren operativen Eingriffen wie Hysterektomien. Aber auch Geburten, Kaiserschnitte, Abtreibungen, Sterilisationen und das Einsetzen von Spiralen gehörten zu den täglichen Aufgaben der Ärzte, denen ich zusehen durfte. Ich war erstaunt, mit welchen geringen Mitteln und hygienischen Maßnahmen diese Operationen ausgeführt wurden. Operationsbesteck wurde nur vorher in Wasser abgekocht, Handschuhe wurden oft mehrmals verwendet oder kurz abgewaschen und neu gepudert, Desinfektionsmittel gab es keine. Im OP-Saal fiel sehr häufig der Strom aus und auch Ratten waren keine Seltenheit. In der Nachbehandlung fehlten ebenfalls viele Dinge, die für mich seit dem Praktikum in einem deutschen Krankenhaus als selbstverständlich galten. Ein Brutkasten bestand aus einem selbst zusammengebauten Holzkasten, über dem eine Stehlampe aufgestellt wurde. Dies waren Zustände, die mit denen in Deutschland leidlich zu vergleichen sind, und das, obwohl ich bereits in einem privaten indischen Krankenhaus arbeitete. Die staatlichen Krankenhäuser in Indien sind noch wesentlich schlechter ausgestattet und ich vermochte mir kaum vorzustellen, wie es dort aussieht.
Trotz dieser Bedingungen haben sogar extreme Frühgeburten überlebt und auch sonst schienen die Inder wesentlich weniger anfällig für Krankheiten zu sein als wir Europäer. Andere Krankheiten, mit denen ich dort konfrontiert wurde waren unter anderem Malaria, Tuberkulose und Polio. Aber das wohl schockierendste Erlebnis war die Einlieferung einer Frau, die versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. Wie ich später erfuhr, hatte sie ihre Schwangerschaft zum Anlass eines Suizidversuchs genommen, da sie noch nicht verheiratet war und diese Schwangerschaft somit als große Sünde und Verletzung der Familienehre galt. Wenige Tage später wurde wieder eine Frau eingeliefert, auch sie nahm aus einem ähnlichen Grund eine Überdosis Tabletten.
Tragische Mitgift-Regelung Diese Vorkommnisse hielten mich dazu an, mich weiter mit den Problemen und dem gesellschaftlichen Status der Frauen zu beschäftigen. Dass die Frauen hier immer noch als minderwertiger angesehen wurden, wurde mir davor schon oft deutlich. Aber über die Tatsache, dass in dem Gebiet in dem ich lebte, weibliche Föten immer noch abgetrieben wurden oder kleine Mädchen sogar nach der Geburt ausgesetzt wurden, weil Väter für die Heirat ihrer Töchter hohe Mitgiften zahlen müssen, das war mir nicht bewusst. Dass die Mädchen aus ärmeren Familien oft nicht in die Schule gehen dürfen, da die Schulkosten lieber in die Söhne investiert werden, erstaunte mich doch sehr.
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| Autor(in): Marie-Christine Kuhl ([email protected]) |
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