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1. Editorial |
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Hallo,
"Herzchirurgen sind am interessantesten und sympathischsten" - zu diesem Fazit gelangt Judith in ihrem informativen Bericht über ihre Famulatur in der Herzchirurgie. Marburger Humangenetiker haben die Ursache des IFAP-Syndroms gefunden, einer Erbkrankheit, die zu vollständiger Haarlosigkeit der Haut führen kann.
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Miriam berichtet uns über ihre Lernerfolge mit dem "Lippert", ein praxisnahes und anschauliches Lehrbuch der Anatomie. Holger lässt uns an seinem "wahren Abenteuer" teilhaben, das er während seiner Famulatur in Israel erlebte. Wir erfahren, wie er es schaffte, das Handeln sowohl der israelischen als auch der palästinensischen Seite zu verstehen und seine Objektivität zu wahren. Zusätzlich findest du im heutigen Newsletter neben weiteren Artikeln unterhaltsame Beiträge unserer Weblogschreiber, einen neuen DMW-Podcast, der sich dem Thema ADHS bei Erwachsenen widmet und hilfreiche Links im MEDI-LEARN Forum.
Viel Spaß bei der Lektüre wünschen dir
Thomas, Kjell, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
Der Blick in die Zukunft: In der nächsten
Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 23.06.2009:
o Famulatur in der Urologie – Tabus im Visier
o Witz der Woche: Grüß Gott
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Generell reizte mich die Chirurgie schon seit ich angefangen habe zu studieren.
Da ich im letzten Semester bereits eine Famulatur in einer unfall- und allgemeinchirurgischen Praxis gemacht hatte, wusste ich zumindest, dass ich nicht umkippe, wenn es blutig wird.
Deshalb wollte ich gerne auch möglichst viele „richtige“ große OPs miterleben.
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In der Vorlesung waren die Herzchirurgen von allen Richtungen am interessantesten und sympathischsten und hatten uns quasi dazu eingeladen in ihrem Bereich zu famulieren.
An den Haufen an Stationsarbeit, der eigentlich den größten Teil der Zeit ausmacht, den die Ärzte – oder zumindest die Assistenzärzte- in der Klinik verbringen, dachte ich vorher eher weniger.
Der erste Tag:
In einer Mail hatte mir die Sekretärin mitgeteilt, ich solle mich gegen viertel vor acht oder acht auf der Station einfinden. Als ich dort eintraf, waren alle jedoch schon im Aufbruch um nicht zu spät zur Frühbesprechung zu kommen und sagten mir im Gehen, ich solle gleich nachkommen nachdem ich meine Sachen verstaut hatte. Allerdings verriet mir niemand wohin genau.
Ein wenig verspätet und bereits mit einigen deutlichen Abzügen in meiner „Erster-Tag“-Euphorie, fand ich den Besprechungsraum am anderen Ende des Gebäudes schließlich selbst.
In der Besprechung wurden zuerst die OPs für den Tag geplant, wobei mir bereits in den ersten Minuten klar wurde, dass die Aussagekraft des Plans, der gestern herausgekommen war, heute gleich null war. Anschließend wurden die Neuaufnahmen des letzten Tages kurz vorgestellt, sowie einige besonders schwierige oder interessante Fälle.
Im Anschluss erlebte ich erst einmal die zweite unschöne Überraschung: Ich hatte nämlich auf Anraten der Sekretärin keinen Kittel mitgenommen, da sie mir versichert hatte, die Wäscherei sei bei meiner Ankunft geöffnet, was jedoch offiziell erst ab 12 Uhr wieder der Fall war. Ohne Kittel durfte ich allerdings kein Blut abnehmen, sodass mich die Stationsärztin mit zur Wäscherei nahm und mir nach einer gefühlten halben Stunde Sturmklopfen und –klingeln schließlich dort einen besorgte.
Dies stellte zum Glück erstmal die letzte schlechte Erfahrung dar, die ich dort machen musste.
Auf Station
Auf der Station waren wir leider zu Beginn sehr viele (fünf Famulanten, zwei Blockpraktikanten und ein PJ’ler, der jedoch den ganzen Tag im OP hing). Dies war jedoch nicht so schlimm, da es meist am morgen trotzdem mehr als genug zu tun gab. Unser Tagesablauf sah in etwa so aus: 7.45 Frühbesprechung (für uns freiwillig), anschließend Blutabnahme und Mitgehen bei der Visite. Dann Kaffeepause oder Gespräche mit den Stationsärzten, die sich zwar soviel Zeit wie möglich für uns nahmen, aber eigentlich mit ihrer Büroarbeit manchmal kaum hinterher kamen.
Zwischen 10 und 12 kamen die ersten Neuaufnahmen, mit denen wir eine Anamnese machten, sowie eine kurze körperliche Untersuchung. Bei Schlaganfallpatienten kam auch noch eine neurologische Untersuchung dazu.
Bereits am Morgen gingen meist einer oder zwei von uns direkt von der Besprechung mit in den OP. Wenn um 13.00 nichts mehr zu tun war, war dies ein guter Zeitpunkt zur „zweiten Runde“ hinunter zu gehen.
Was ich etwas schade fand, war, dass bei der Einteilung, wer bereits morgens mitgehen durfte, die Blockpraktikanten vor uns Famulanten meist ein wenig bevorzugt wurden, da sie lediglich eine Woche in der Herzchirurgie waren. Es kamen auch jede Woche wieder ein oder zwei neue Blockpraktikanten, sodass wir ein wenig um unsere Plätze kämpfen mussten, was jedoch auch nicht so schwer war.
Insgesamt bekam ich circa dreimal pro Woche Gelegenheit, OPs zu sehen. Nach zwei Wochen war ich allerdings mit den häufigsten Verfahren durch.
Im OP konnte man meistens relativ wenig selbst machen, aber viel sehen. Außerdem waren auch einige Assistenzärzte bereit einem am Bein bei verschiedenen Bypass-OPs Nahttechniken zu zeigen und mich auch nähen zu lassen. (Dafür muss man allerdings fragen, von alleine wird einem dies nicht angeboten)
Viele Freiheiten
Insgesamt hatten wir eigentlich sehr viele Freiheiten. Es kam nicht selten vor, dass wir bereits um 14.00 oder 14.30 nach hause gehen konnten. Manchmal nahm sich auch einer der Ärzte Zeit uns nachmittags auf Station einiges zu erklären oder ging mit uns zu einem Patienten mit besonders auffälligen Symptomen. Allerdings war oft zu spüren, dass viele von ihnen unter einem ziemlichen Zeitdruck standen.
Dennoch war die Stimmung sowohl auf der Station als auch im OP sehr gut. Auch wenn oft alles im Chaos versank, muss man eines über die Herzchirurgen sagen: sie haben ein Herz.
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| Autor(in): Judith Schumacher ([email protected]) |
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Genetische Tippfehler mit haarigen Folgen: Marburger Mediziner haben die Ursache des so genannten IFAP-Syndroms gefunden, einer seltenen Erbkrankheit, die bei Knaben und Männern zu vollständiger Haarlosigkeit und erhöhter Lichtempfindlichkeit führen kann. Wie die Forscher berichten, beruht das Leiden auf Fehlern in der DNA-Sequenz des zugrunde liegenden Gens.
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Drei Leitsymptome kennzeichnen das so genannte IFAP-Syndrom ("Ichthyosis follicularis mit Atrichie und Photophobie"): Gänsehautartige Verhornungsstörung der Haut, Lichtempfindlichkeit aufgrund von Hornhautschädigungen der Augen und das Fehlen jeglicher Behaarung. Zu diesen Hauptmerkmalen treten manchmal neurologische Störungen, allergische Reaktionen, entzündlicher Darmverschluss sowie Auffälligkeiten an Nieren, Wirbelsäule und Hoden hinzu. Das vollständige Krankheitsbild zeigen nur männliche Patienten. Betroffene Mädchen und Frauen weisen lediglich flecken- oder streifenförmige Areale mit Hautschuppung und erniedrigter Schweißbildung oder vermindertem Haarwuchs auf. Weltweit sind etwa 100 Fälle beschrieben.
Ein Team um die Marburger Humangenetiker Professor Dr. Karl-Heinz Grzeschik und Dr. Frank Oeffner hat nun die molekulare Ursache der Erbkrankheit entdeckt. Die Wissenschaftler aus Deutschland, Australien, Nordafrika und Südamerika veröffentlichten ihre Ergebnisse in der angesehenen Fachzeitschrift "American Journal of Human Genetics".
Die Ursache des IFAP-Syndroms, das sich von Familie zu Familie unterschiedlich schwer ausprägt, war bislang unbekannt. Vermutet wurde ein Erbgang, der an das X-Chromosom gebunden ist, von dem Frauen zwei Kopien in jeder Körperzelle tragen, Männer jedoch nur eine. Wie die Wissenschaftler nachweisen konnten, wird die Krankheit durch Mutationen im MBTPS2-Gen verursacht, das tatsächlich auf dem X-Chromosom liegt. Diese Erbanlage enthält die Information für ein Enzym, das wichtige Steuerungssignale aktiviert. Die Erkrankung tritt auf, wenn das Genprodukt in seiner Funktion beeinträchtigt ist, weil wichtige Aminosäuren ausgetauscht sind. Hamsterzellen mit dem fehlerhaften Gen können die Funktion des Genprodukts ersetzen, wenn man das funktionstüchtige, unveränderte Enzym von außen einschleust. Je stärker vermindert die Aktivität des Enzyms, desto schwerer ist das Krankheitsbild der männlichen Patienten.
"Unsere Entdeckung ist von unmittelbar praktischer Bedeutung für die betroffenen Familien", erklärt Senior-Autor Grzeschik; jetzt könne nicht nur bei männlichen Patienten eine sichere Diagnose gestellt werden, sondern auch bei möglichen Genträgerinnen. In Familien mit ungewöhnlich schwerer Symptomatik lasse sich Klarheit über die genetische Ursache gewinnen. Auch sei mit gewisser Wahrscheinlichkeit eine Vorhersage möglich, wie schwer eine zu erwartende Entwicklungsstörung vermutlich sein wird - je nachdem, in welchem Grade der Austausch eines bestimmten Aminosäurebausteins im MBTPS2-Enzym dessen Funktion beeinträchtigt.
Nicht zuletzt eröffnen die Ergebnisse neue Perspektiven, was die Erforschung der essentiellen Schaltstelle eines lebenswichtigen Entwicklungsprozesses angeht: Ein völliger Ausfall von MBTPS2 ist offenbar mit dem Leben nicht vereinbar. Die Folgen eines teilweisen Verlusts der Enzymfunktion waren bisher unbekannt. Nunmehr lässt sich systematisch ermitteln, welche Störung mit dem Austausch welches Bausteins korreliert ist. Auf diese Weise kann man die Aufgabe einzelner Domänen des Proteins beleuchten.
Quelle: idw-online.de
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| Autor(in): Johannes Scholten ([email protected]) |
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Wie lief die Forschung und Lehre eigentlich in den 60er-Jahren ab? Prof. Dr. med. Dr. h.c. Michael Steinhausen ist pensionierter Professor für Physiologie. Er ist zudem Leiter des Heidelberger Ärzteorchesters und Buchautor. In „Forschung und Lehre im Wandel der Zeiten: die 60er Jahre“ berichtet er in 12 anschaulichen Episoden aus seiner Forschungszeit. Die einzelnen Episoden werden als Auszug kurz angerissen, der komplette Text der Einzelfolgen ist als Download im PDF-Format kostenlos verfügbar.
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Prof. Dr. Dr.
Michael Steinhausen:
Forschung und Lehre im Wandel der Zeiten Die sechziger Jahre: Heidelberg -
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Folge
8: Die gesegneten Jahre – Rückkehr
in die Heimat –
Forscher Dozent
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d |
Als wir im Frühsommer
1966 nach Deutschland zurückkehrten, hatte meine Habilschrift und die
des
Kollegen Weidingers ihre Runde durch die Fakultät gemacht. Vor der
Fakultät hatten wir einen Kurzvortrag
zu halten, zuvor mussten wir bei allen Ordinarien der Medizinischen
Fakultät einen Antrittsbesuch machen. Nur in den wenigsten Fällen wurden
wir tatsächlich hereingebeten und nach unseren Arbeiten befragt, meist
genügte ein Händeschütteln oder der Spruch der Sekretärin, dass der Chef
keine Zeit für uns hätte. Die Antrittsvorlesungen fanden ebenfalls am
gleichen Tag statt, Weidinger zuerst und in der zweiten Stunde las ich
im Hörsaal des früheren Chemischen Institutes, Akademiestr. 5. Als Thema
für die Antrittsvorlesung hatte ich wohl so etwas wie “Glomeruläre
Filtration von Ludwig bis zur Gegenwart” gewählt. Mit viel
Tafelanschrieb, großer Autorentafel und Film habe ich wohl eine schöne
“Schau” geliefert. |
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[Komplette Folge 8 - klick hier]
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Studium und Lehre im Wandel der Zeiten
Die fünfziger Jahre: Medizinstudent 1952-1958
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Ein kurzes Lehrbuch, dessen wichtigstes Anliegen darin besteht, die
Physiologie des Menschen verständlich zu machen. Nur was man verstanden
hat, lässt sich auch erfolgreich für die Prüfung speichern.
Unwesentliches wurde weggelassen. Trotzdem erfährt der Leser in vielen
Fällen, wann, wie und warum man hinter die Geheimnisse der Physiologie
gelangt ist, und welche Bedeutung der Physiologie auch für die Klinik
zukommt. Seit seiner ersten Auflage 1986 ist der "Steinhausen" von
Vielen als "Geheimtip für das Physikum" sehr erfolgreich genutzt worden.
Die jetzige 5.Auflage ist im Konzept unverändert, jedoch von zahlreichen
Fachkollegen aktualisiert.
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Anatomie – das wohl mit Abstand spannendste Fach der vielerorts doch eher ungeliebten Vorklinik. Doch allerdings auch ein sehr lernintensives Fach! Gleich zu Anfang eine unübersichtliche Vielzahl von menschlichen Knochen, Muskeln, Nerven und was es sonst noch alles gibt. Wahrscheinlich ist man als „Ersti“ froh, wenn man endlich im Dschungel von Angeboten ein passendes Anatomiebuch gefunden hat. Deshalb werde ich versuchen, etwas Licht ins Dunkel zu bringen, denn natürlich habe auch ich direkt am Anfang des Studiums Unsummen für Bücher ausgegeben, in welche ich letztendlich nicht mehr als einmal hineingeschaut habe!
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Daher ist meine Empfehlung für Anatomie „der Lippert“. Anfangs ein recht schweres Buch mit sage und schreibe 826 Seiten relevantem Text, aber für 54,95 € eine doch unverbindliche Preisempfehlung der mittleren Preisklasse.
Das Lehrbuch
Dieses Lehrbuch ist sehr praxisnah und anschaulich und laut Verfasser „in verständlicher Sprache“ geschrieben. Es stellt das Prüfungswissen der Anatomie nach dem neuen Gegenstandskatalog exakt dar, doch gibt dabei auch viele anschauliche klinische Beispiele und praxisnahe Bezüge. So werden zu bestimmten Themen gegliedert erst Knochen, Gelenke, Muskeln, Leitungsbahnen und Topographie dargestellt. Zwischendurch findet man farbig unterlegte Kästen mit zusätzlichen Informationen, wie z. B. zur Terminologie, zu bestimmten Krankheitsbildern, pathologischen Hinweisen oder Informationen zum Kurs „Anatomie am Lebenden“. In diesem Kurs kann man an sich selbst Knochenpunkte fühlen, Bewegungsmöglichkeiten von Gelenke messen, Reflexe überprüfen oder sich die Lage der Organe auf den Bauch malen.
Wahrscheinlich werden sich jetzt viele fragen: „Wozu brauche ich diese Informationen? Ich soll doch nur Anatomie lernen und muss die Fragen zur stumpfen theoretischen Anatomie beantworten können“. Doch ich selbst habe festgestellt, dass diese Hinweise den Studenten aufzeigen, wofür sie eigentlich die komplette Anatomie des Menschen lernen müssen, welche an vielen Stellen doch eher relativ trocken ist. So wecken diese Informationskästen doch das Interesse für die Klinik und nicht zuletzt konnte ich mir vieles besser merken, da die interessanten Zusätze besser im Gedächtnis blieben, als wenn man nur stumpf Muskeln oder Leitungsbahnen auswendig lernt.
Es ist auf jeden Fall auch gut für das eigene Ego, wenn man im ersten Semester schon von der „Schwimmprobe“ (S. 208 der 7. Auflage) gehört hat oder weiß, was „Hüftluxationen“ (S. 773) sind. Weitere Pluspunkte sind auch viele Hinweise zur körperlichen Untersuchung und somit eine bessere Vorstellung von der Lage anatomischer Strukturen, Verzweigungsschemata der Leitungsbahnung. So ist zum Beispiel die doch sehr feine Aufteilung der A. carotis communis in A. carotis externa et interna und deren zahlreichen Ästen und Anastomosen untereinander bis ins kleinste Detail übersichtlich auf einer Seite dargestellt (S. 673) und visualisiert, so dass man wirklich jede Abzweigung mit dem Finger nachfahren und wortwörtlich begreifen kann.
Nicht zuletzt ist das Lehrbuch auch sehr anschaulich gestaltet, mit vielen Fotos, die einzelne Bewegungsabläufe darstellen, Röntgenbildern, zeichnerischen Darstellungen und vielen guten und übersichtlichen Tabellen zum Lernen. Diese auch farblich sehr anschaulich gestaltete Darstellung ist mir als Erstes beim Aufschlagen des Lehrbuches aufgefallen, denn wer lernt schon gerne aus einem Buch, das nur seitenweise aus klein gedruckten Texten besteht, auf welche alle 5 Seiten mal eine kleine schwarz-weiße Zeichnung folgt??
Fazit
Daher hat der Lernen mit dem „Lippert“ wirklich Spaß gemacht und war durch die vielen farbigen Kästen mit Hintergrundwissen sehr anschaulich und fesselnd. Allerdings muss ich auch als Kritikpunkt anmerken – was laut Autor jedoch ein großer Pluspunkt ist – „die verständliche Sprache“. Als Medizinstudent soll man natürlich dazu gebracht werden, sich möglichst kompliziert aber natürlich auch anatomisch korrekt auszudrücken, also in Latein. Dann stört es schon etwas, wenn im Lehrbuch in der Überschrift zwar „sutura coronalis“ (S. 489) geschrieben steht, im folgenden Text des Kapitels aber nur von der „Kranz- oder Pfeilnaht“ (S. 489) die Rede ist. Oder wer redet schon von der Zona orbicularis am Hüftgelenk als „Ringzone“ (S. 771)?
Nichtsdestotrotz war für mich „der Lippert“ ein sehr hilfreiches Buch, was die große praktische Bedeutung der sonst sehr trocken zu lernenden Anatomie herausgestellt hat, so dass ich dieses Buch auf jeden Fall jedem an dem Fach interessierten Medizinstudenten empfehlen würde.
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| Autor(in): Miriam Wollny ([email protected]) |
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Forschern der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und des Max-Planck-Instituts (MPI) für biologische Kybernetik in Tübingen ist es erstmals gelungen, die für die Zellfunktion wichtigen Ionen Natrium und Kalium gleichzeitig in der lebenden Zelle mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) abzubilden.
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Damit gelang den Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Mannheim ein wichtiger Schritt hin zu einer schonenden Methode, mit deren Hilfe die Vitalität von Zellen ohne Strahlenbelastung dargestellt werden kann.
Die Natrium-Kalium-Pumpe ist einer der wichtigsten physiologischen Mechanismen für die Lebensfunktion von menschlichen Zellen. Sie ist für den Austausch von Natrium- und Kalium-Ionen über die Zellmembran hinweg zuständig und sorgt dafür, dass bestimmte Konzentrationen dieser Ionen in der Zelle aufrechterhalten werden. Ist die Zellfunktion durch eine Erkrankung gestört, etwa durch einen Schlaganfall oder eine Tumorerkrankung, so bricht die Natrium-Kalium-Pumpe und damit der für das Überleben wichtige Konzentrationsgradient dieser Ionen in den betroffenen Zellen zusammen.
Die Forscher machen sich dieses Wissen zunutze. Über die Verteilung der Natrium- und Kalium-Ionen wollen sie Rückschlüsse auf die Vitalität von Zellen ziehen. Bisher war es jedoch nicht möglich, mit einem schonenden Verfahren Natrium- und Kalium-Ionen in der lebenden Zelle gleichzeitig sichtbar zu machen. Prof. Dr. Lothar Schad, Dr. Stefan Kirsch und Patrick Heiler von der Medizinischen Fakultät Mannheim sowie Mark Augath (MPI Tübingen) ist dies nun erstmals mit Hilfe der MRT an einem hochauflösenden 9,4 Tesla Gerät gelungen.
Die MRT ist ein nicht-invasives, bildgebendes Verfahren ohne Strahlenbelastung für die Patienten, das in der medizinischen Diagnostik vor allem zur Darstellung der Struktur und Funktion von Geweben und Organen im Körper eingesetzt wird. Die Technik basiert darauf, dass bestimmte Atomkerne - in der konventionellen MRT Wasserstoffkerne (Protonen) - im Körper elektromagnetisch angeregt werden. Gehen die Kerne wieder in ihren ursprünglichen Grundzustand über, senden sie Signale aus, die sich messen lassen. Da verschiedene Gewebearten unterschiedlich starke Signale aussenden, lassen sich auf diese Weise Strukturen sichtbar machen.
Seit einigen Jahren ist es möglich, auch andere körpereigene Atomkerne, beispielsweise Natrium, zur Erstellung von MRT-Bildern zu verwenden. Den Mannheimer Forschern gelang es nun, erstmalig MRT-Bilder basierend auf Kalium-Kernen zu erstellen. Aber nicht nur das: Sie entwickelten darüber hinaus eine "triple-resonante" Empfangsspule, die im lebenden Organismus gleichzeitig, in einer einzigen Untersuchung, Protonen- , Natrium- und Kalium-Bilder liefert.
Professor Dr. rer. nat. Lothar Schad, Direktor des Instituts für Computerunterstützte Klinische Medizin, freut sich: "Trotz der noch groben Auflösung der Natrium- und Kalium-Bilder lässt sich mit deren Hilfe die Funktion der Natrium-Kalium-Pumpe bildlich darstellen. Diese Darstellung der Zellvitalität eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapie von Schlaganfall und Tumorerkrankungen".
Quelle: idw-online.de
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| Autor(in): Dr. Eva Maria Wellnitz ([email protected]) |
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Montag 19. Mai, kurz vor der Prüfung
Da sitze ich nun im Gang vor dem Prüfungsflügel und warte darauf in die Aufgaben zu erhalten und in den Vorbereitungsraum zu kommen. Man könnte meinen, ich sollte aufgrund meiner doch eher suboptimalen Vorbereitung schlecht geschlafen haben. ZONK. Fehlanzeige.
Das einzige was noch fester ist als mein Schlaf dürfte lange gepresster Kohlenstoff sein. Vllt. noch ein Chuck-Norris-Roundhouse-Kick. Aber sonst? Nada!
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Aber zurück zum Thema:
Die gute Nachricht: Ich habe ausgeschlafen! Und ich habe gerade meine Notizkarten fertiggestellt. Ist ja schon mal besser als nichts. Läuft also. Die schlechte Nachricht: siehe Seite 1.
Die mündliche Prüfung
So Herr Müller*, Sie sind der nächste auf’m Stuhl!” reißt mich eine vergnügt glucksende Stimme aus der Grübelei.” Ich hoffe Sie sind vorbereitet!”.” Klar wie immer!”, entgegne ich. Die Augenbraue meines Lehrers schießt höher als mir lieb ist: ” Uhh,dann seh ich schwarz!”. Wie war das doch noch gleich? Ist der Ruf erstmal ruiniert - ” Kein Problem, das wird schon! Ich hoffe Sie haben sich auch vorbereitet!” Memo an mich selbst: Keine großen Töne spucken, wenn man nur von der Hälfte weiß.Egal nun hieß es ” If you talk the talk, you gotta walk the walk” - Alte Basketballerweisheit - und ab ins Vorbereitungszimmer! Crunchtime! Jetzt waren Cojones gefragt, Aufgabenblatt umgedreht und dann der Schock!Bismarcks Außenpolitik! Ich konnte es nicht glauben! Die Glücksfee scheint eine Frau wie jede andere zu sein, denn sie steht auf mich! Jackpot! Dazu kann ich alles in und auswendig, samt zusätzlichen Anekdoten! Also noch kurz 20 Minuten nen Plan gemacht, wie ich alles in der Zeit unterbringe und dann rein in die Kammer des Vergnügens und alles an den Mann bringen. Gesagt, getan und nach 20 Minuten kam ich mit einem Grinsen, breiter als Dirk Bach, aus dem Raum. Das mussten mindestens 12 Punkte sein. Naja am Ende waren es dann tatsächlich 14. Fazit: Es läuft. Memo an mich selbst: Cojones grandes von der Einkaufsliste streichen! Die habe ich nämlich schon.
Diese mündliche Prüfung soll nur als Beispiel dienen, dass sich trotz aller Faulheit, Basketballverrücktheit, Frauen und nicht vorhanden Bartwuchs, doch einiges verändert hat. Die letzten 2 Schuljahre liefen wie am Schnürchen. Vor der 12. zogen meine Eltern um und ich durfte die Schule wechseln. Von Berlin in die tolle Kreisstadt Königs Wusterhausen. Ja genau, ihr wisst, was ich davon hielt. Ich stand kurz davor meiner Mutter “Epic” und meinem Vater “Fail” nachts heimlich auf die Stirn zu tätowieren. Aber in der retrospektive, war es für mich ein absoluter Glücksgriff!
1. Schienen mich alle Lehrer zu mögen. (Memo: Der Charme kommt also auch von der Einkaufsliste)
2. War ich für das mit mehr oder minder mit Fleisch behangene Geschlecht der interessante Neue.
3. Weil ich in der Anfangszeit ein ziemlicher Einzelgänger war, habe ich einfach mal im Unterricht zugehört, und es dann mehr oder weniger beibehalten.
Das Ende vom Lied:
Mit relativ wenig Aufwand ein Abi von 1,4 gemacht und ne verdammt geile Zeit! Was will man mehr?! Doch was jetzt ?! Was studieren? Da ich schon seit Anfang der 12. Klasse Medizin ins Auge gefasst hatte, hatten mir meine Eltern eine Teilnahme am TMS geschenkt: Ein Test auf den man sich nicht vorbereiten kann? “Jefällt ma, jeht ab”, sage ich da als Berliner! Nur der Zeitpunkt war doof. Mitten zwischen den schrifltichen Prüfungen. Naja was soll’s, dachten mein Kumpel und ich. Noch schnell bei der Verwandschaft in Halle/S. einquartiert und ab ging die Luzie!Im Sommer dann das Ergebnis: 92% ! ” Jefällt ma, jeht ab!”
Die goldenen TMS Regeln und die Fortsetzung der Geschichte, des nun nicht mehr ganz so großen Taugenichts gibt’s demnächst!
Erst einmal vorweg: Ja, der Herr Müller ist selbstverliebt! Der Name wurde jedoch gütigerweise von der kompetenten Redaktion geändert um nicht in Fanpost zu ersticken!
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| Autor(in): Maxwell ([email protected]) |
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Auf dem Weg zur Ruhr-Uni Bochum
erzählte mir ein palästinensischer
Kommilitone vor den Semesterferien
von seinen Plänen, seine Familie zu besuchen.
Er sprach mit einer solchen Leidenschaft
von seiner Heimat, dass ich ihn
mehr scherzhaft fragte, ob ich ihn nicht
begleiten könne. Er willigte sofort ein.
Also kam ich mit. Es sollte ein wahres
Abenteuer werden!
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Versorgung der palästinensischen
Einwohner
Da war ich nun. Mit zwölf Stunden Verspätung
am Ben Gurion Airport in Tel
Aviv gelandet. Nach massiven Flughafenkontrollen
war ich umgeben von zahlreichen
orthodoxen Juden mit ihren religiösen
Bärten, Kippas und der schwarzen
Kleidung, die wild durcheinander liefen.
Doch schnell fand ich darunter den Bruder
des Kommilitonen, bei dem ich wohnen
durfte. Ich hatte verspätungsbedingt
ganze drei Stunden übrig, um pünktlich
um acht Uhr im St. Josephs Hospital in
East Jerusalem vorstellig zu werden, wo
ich famulieren sollte.
Das kleine katholische Krankenhaus (73
Betten) liegt in der Nähe der Old City,
dem Stadtteil von Jerusalem, wo die
legendäre Grabeskirche und die Klagemauer
zu finden sind. Neben den Fachabteilungen
Chirurgie, Kardiologie und
Neurochirurgie nutzen außerdem auch
HNO, Urologen und Orthopäden den
OP bzw. die Betten auf den Stationen.
Eine Sechs-Betten-Intensivstation gab
es ebenfalls. Das Krankenhaus unter
der Leitung von Dr. Aziz Ashoufani ist
eines der drei Häuser, das die Versorgung
der palästinensischen Bevölkerung
gewährleistet. Die jüdischen Krankenhäuser
akzeptieren nur palästinensische
Notfallpatienten. Die Fachsprache und
Dokumentation geschieht auf Englisch,
während die Angestellten selbst Arabisch
miteinander reden.
Die Ärzte des Hauses hatten in Deutschland,
Australien oder Großbritannien
studiert, so dass die Kommunikation mit
ihnen kein Problem war. Ich wohnte im
zehn Kilometer entfernten Anata, einem
palästinensischem Städtchen mit angeschlossenem
Flüchtlingslager, beim
Bruder meines Kommilitonen. Das Dorf
ist von einer etwa sechs Meter hohen Betonmauer
eingeschlossen und kann nur
durch die jüdischen Militärcheckpoints verlassen werden, da es ein Teil der so
genannten Westbank ist. Hier gibt es keine
Polizei, keine Feuerwehr, keine Müllabfuhr
oder sonstige Einrichtungen. Das
Leben ist von Armut geprägt. Die Menschen
waren jedoch sehr herzlich, sobald
sie ihr anfängliches Misstrauen überwunden
hatten. Jeder beobachtete den „Neuen“
im Dorf und lud mich ein, sobald ich
vorgestellt wurde.
Täglich durch die
Militärkontrolle
Krankenwagen fahren nur in diese Gebiete,
wenn sie Polizeischutz geleitet. Jeden
Morgen musste ich die militärischen
Checkpoints passieren, um das Krankenhaus
zu erreichen. Sogar in der Klinik drehte es sich allmorgendlich
um die neuesten Erlebisse in
eben diesen Kontrollpunkten. Kaum zu
glauben: Nicht mal Krankenwagen hatten
Vorrang an diesen Checkpoints!
Während bei uns versucht wird, bei Infarkten
die Zeit zwischen Infarkt und
Therapie so kurz wie möglich zu halten,
wurde den Kardiologen hier ein HI angekündigt,
der aber erst zwei Stunden
später eingeliefert wurde, weil der Krankenwagen
verdächtigt wurde, Waffen an
Bord zu schmuggeln!
Außerdem war es unvorhersagbar, wann
die ersten OPs beginnen würden. Oft
wartete man auf das Personal, welches
in den „Points“ feststeckte. Als Famulus
musste man in der Klinik auf alles gefasst
sein. Morgens wurde man entweder dem
Ambulanzdienst zugeteilt oder folgte den
Ärzten in den OP. Neben den üblichen
Famulaturarbeiten wie Blutabnehmen
oder Nähen durfte man auch mal spontan
dem Neurochirurgen assistieren, bis kurzerhand
ein Arzt anderer Fachrichtungen
wie Urologie, HNO, Orthopädie oder
Chirurgie direkt in den OP gerannt kam
und einen entführte, um bei etwas anderem
assistieren zu lassen oder mir etwas
zu zeigen. Die Lehrbereitschaft des Personals
war beeindruckend – einem deutschen
Medizinstudenten eher unbekannt.
Man gilt hier offensichtlich als Hilfe,
nichts als zusätzlicher, widerwillig akzeptierter
Stressfaktor.
Kommunikation
mit allen Vieren
Aber auch die Patienten überraschten. So
warten oft direkt vorm OP gesamte Familienclans.
Als einmal eine Mutter die
herzerweichenden Schreie ihres Kindes
hörte, versuchte sie tatsächlich mit der
gesamten Familie den OP zu stürmen.
Keine Seltenheit hier, berichteten die
auskunftsfreudigen Schwestern. Als echte Herausforderung entpuppte
sich die Sprachbarriere in der Patientenkommunikation.
Lebhaftes Improvisieren
war gefragt. So hatte ich es in
der Ambulanz mit einer alten Dame zu
tun. Bei der Patientenbefragung wurde
der Aufnahmegrund von der Schwester
übersetzt, dass die Frau „seltsame Geräusche“
beim Baden höre, Geräusche,
die vorher nie da gewesen seien. Da fängt man an zu überlegen! Trotz der großen
sprachlichen Unterschiede erkennt man
an diesem Fall, dass Herzklappenvitien
international die gleiche Sprache sprechen.
Die bestehende Aortenstenose fiel
bei der körperlichen Untersuchung sofort
auf. Danach steckte ich ihr das Stethoskop
ins Ohr und wartete auf Reaktionen.
Sie lächelte und nickte. Mit Händen und
Füßen klappte es, sich zu verständigen.
„Are you Nazi?“
Doch schon am zweiten Tag rückte die
Medizin in dieser Famulatur eher in den
Hintergrund. Mit dem Bus Nr. 54, einem
kleinen Ford Transit, war ich auf dem
Weg aus den besetzten Gebieten nach
Jerusalem. Diese Busse hoppeln über
die desolaten palästinensischen Straßen,
bis man nach den jüdischen Checkpoints
Eintritt ins moderne Jerusalem erhielt.
Als der Bus in der Hitze stoppte, betraten
zwei israelische Checkpoint-Soldaten im
Kampfanzug und mit Maschinengewehr
den Bus und begannen auf Hebräisch
herumzubrüllen. Der eine blieb in der
Eingangstür stehen und gab Deckung,
während der andere die Ausweise der
Mitreisenden kontrollierte und diese laut
befragte. Dabei wurde mit bizarrer Routine
und völlig offensichtlich kein Menschenrecht
beachtet. Ohrfeigen, Erniedrigungen,
Schikanieren und ein im Ganzen harter Umgangston waren normal. Als sie
an diesem Tag meinen Reisepass in den
Händen hielten, begann der junge Soldat
nach genauer Durchsicht wild „Ah,
Germania!“ zu rufen und zerrte mich und
meinen Gastgeber aus dem kleinen Bus
auf die Straße. Draußen wartete schon
der Soldat aus der Eingangstür mit angelegtem
Maschinengewehr und schrie
unentwegt: „Are you Nazi?“, bis ich
mit rasendem Puls und eingeschüchtert
„No!“ antwortete. Danach wurden wir
mit Hitlergruß verabschiedet und in der
Sonne abgestellt, bis der Rest des Busses
abgefertigt war. Ich erlebte hier eine mir
als Europäer bisher völlig unbekannte
Angst. Die Angst vor Willkür und dem
Ausgeliefertsein vor Polizei und dem
manchmal gefährlichen Militär.
Natürlich wusste ich um die hoch komplizierte
politische Situation in diesem
Land und mich überraschten weder die
massiven Sicherheitskontrollen an den
Airports, noch das allgegenwärtige Militär.
Aber das hatte ich nicht erwartet. Das
erste Mal in meinem Leben verspürte ich
richtige Angst.
Legenden und Realität
Aber zur Entschädigung gab es ja noch
das wirklich atemberaubend schöne
Land zu erleben: Jedes Wochenende reisten unter anderem Tel Aviv, Nazareth, Bethlehem,
Ramalah, das tote Meer und den
See Genezareth. Hier stellte ich fest, dass
idealisierte Legenden (wie eben dieser
See, wo Jesus übers Wasser ging) in der
Realität extrem vermüllt und touristisch
überladen aussehen können. Aber auch auf diesen Streifzügen gab es
immer wieder Probleme mit dem Militär.
Eine Schwester aus dem Hospital brachte
es irgendwann mal auf den Punkt: Sie
meinte, dass sich bei mir die Aggressionspotentiale
addieren. Ein Deutscher,
der bei Palästinensern lebe, das sei nicht
sehr beliebt. Ganz glauben sollte ich ihr
erst, als ich beim Verlassen des Landes
von drei Personen, drei Stunden verhört
wurde und mir immer wieder dieselben
Fragen gestellt wurden und neben dem
Gepäck sogar Handy und Fotos kontrolliert
wurden, ja sogar mein Körper. Alles
wegen einer arabischen Unterschrift auf
meinem Famulaturzeugnis!
Ursprünglich wollte ich beide Kulturen
kennen lernen. Aber von Beginn an
schien es so, als müsse man sich für eine
entscheiden. Das fängt in ganz alltäglichen
Dingen an. Wenn ich mit meinem
palästinensischen Kommilitonen unterwegs
war, hielten teilweise die jüdischen
Busse nicht an, erst, als er sich versteckte.
Wir bekamen keinen Leihwagen, oder er
wurde auf offener Straße beleidigt.
Befremdliche Erfahrung
Für mich als Europäer war diese Famulatur
sehr befremdlich. Deshalb möchte
ich dem in Würzburg studierten Arzt Dr.
Georg Bakleh danken, der mir viel geholfen
hat, einen Rest an Objektivität zu
bewahren und dafür sorgte, dass ich das
Handeln beider Seiten verstehen konnte.
Mein Dank und meine Bewunderung
gilt den Ärzten und Schwestern des St.
Josephs Hospital, die diesen alltäglichen
Wahnsinn mit stoischer Ruhe bewältigen,
hier jeden Tag alles Menschenmögliche
versuchen und dabei sogar noch die
Zeit fanden, meine Fragen zu beantworten.
Trotzdem ist für mich klar geworden,
dass die Menschen in Israel nur ihre
Währung gemeinsam haben. Und auch
die ist ungerecht verteilt.
wir quer durch Israel und besuchten |
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| Autor(in): Holger Priebe ([email protected]) |
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Buongiorno buongiorno,
beste Grüße aus dem Schnee. Mehr als 15inches (das sind gut 40cm) Schnee sind seit gestern Abend gefallen, heute Nacht sollen noch einmal acht dazukommen.
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Nach dem Aufstehen (ich habe übrigens verschlafen) müssen wir ersteinmal eine gute halbe Stunde das Auto aus den Schneeverwehungen freischaufeln. Der Highway ist so leer, wie ich ihn noch nie gesehen habe, trotzdem kommen wir nur im Schritttempo voran. An der Subwaystation steige ich um, als „Commuter“ nutze ich von nun an die öffentlichen Verkehrsmittel, um in bostoniens Innenstadt zu kommen.
An der Station Harvard Square bleibe ich sitzen, auch beim MIT (dem Massachusetts Institut of Technologie) muss ich noch nicht raus. Meine Station heißt MGH, Massachusetts General Hospital, das direkt neben dem MEEI, dem Mass. Eye and Ear Infirmary liegt.
Im vierten Stock ist das Education Office gelegen, dort bekomme ich die Übersicht über das Haus, und wir besprechen den Ablauf der nächsten vier Wochen. Alles ist möglich, der Stundenplan wird komplett nach meinen Wünschen erstellt. Eine ID wird mir ausgehändigt, und ich bekomme einen Emailaccount.
Von dort geht es gleich in den OR (Operating Room). Heute bin ich dort Dr. Mancarious zugeteilt, morgen ist „OR free choice“. In acht OPs wird hier gleichzeitig gewerkelt, es gibt in der Empfangshalle eine Übersichtstafel, ein bisschen wie bei McDonalds, wo man sich genau aussuchen kann, was man haben will… voll gut, 2 Tympanoplastiken nach modernsten Verfahren, eine Tympanomastoidektomie und ein Cochleaimplantat gebe ich mir.
Im Anschluss wander ich ein bisschen durch das Krankenhaus und zieh mir zwei Portionen Gemüsesuppe in der Cafeteria rein, die im 7. Stock liegt und von der man einen herrlichen Blick über den Charleston-River hat. Krankenpfleger Scott setzt sich zu mir, der sieht ein bisschen aus Harry-Potters Hagrid in klein und mit
(irisch-) roten Haaren. Dafür gibt er eine Runde Kaffee aus.
Nach dem Kaffee setze ich mich noch eine halbe Stunde in die Bibliothek und lese nach, was ich den Tag über gesehen habe, lehne mich zurück und denke darüber nach wie gut es mir geht.
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| Autor(in): Spatz ([email protected]) |
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| 11. DMW Podcast: ADHS bei Erwachsenen: Wenn Zappelphilipp erwachsen wird
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Mit unserem neuen Angebot möchten wir dir unterhaltsame Fortbildung, Neuigkeiten und interessante Zusatzinformationen in DMW Qualität bieten – wann und wo du möchtest! Für heute haben wir eine neue Folge Podcast mit folgendem Thema ausgewählt:
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ADHS bei Erwachsenen: Wenn Zappelphilipp erwachsen wird
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ADHS wurde lange als eine Erkrankung des Kindes- und Jugendalters angesehen. Aber rund die Hälfte der an ADHS erkrankten Kinder leidet auch im Erwachsenenalter darunter. Erwachsene ADHS-Patienten haben oft Schwierigkeiten, ihren Alltag zu bewältigen und sind einem höheren Risiko für psychische Erkrankungen einschließlich Drogen- oder Alkoholabhängigkeit ausgesetzt.

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12. Medizin im TV - Hauptsache Gesund: Rettung für kaputte Bandscheiben
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Jeden Donnerstag um 21 Uhr eine neue Folge von "Hauptsache Gesund", dem Ratgebermagazin im TV mit vielen Tipps und guten Ratschlägen zur menschlichen Gesundheit.
Name der Sendung:
Hauptsache Gesund
Thema der Folge:
Rettung für kaputte Bandscheiben
Sendezeit:
18.06.2009 - 21:00 Uhr bis 21:45 Uhr auf MDR
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Die Ursachen von chronischen Rückenschmerzen sind vielfältig. Verspannungen, Verkrümmungen oder Verschleiß im Bereich Wirbelsäule stecken in den meisten Fällen hinter den Beschwerden. Aber auch Probleme an den Bandscheiben, den Puffern zwischen den einzelnen Wirbeln, verursachen eine ganze Reihe unangenehmer und zum Teil unerträglicher Schmerzen. Studien zeigen, dass Operationen an der Bandscheibe oft sinnlos sind und die Qualen eher noch verstärken. Doch was tun, um schmerzfrei zu werden?
[Diese und weitere Sendungen jetzt in Medizin im TV - klick hier]
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