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1. Editorial |
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Hallo, das neue Jahr hat uns schon fest wieder im Griff und deckt uns mit Schnee ordentlich ein - ideale Gelegenheit also, in der kuschelig warmen Stube die Onlinezeitung zu lesen, die auch dieses Mal mit reichlich Lesestoff bereit steht. Los geht es mit einem Gastartikel aus dem Bayrischen Ärzteblatt, in dem Greta, Sebastian und Frédéric aus dem Nähkästchen des Medizinstudiums in Ungarn plaudern.
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Danach schauen wir in die Diskussionsforen von MEDI-LEARN, aus denen wir dir ein paar Tipps für tolle Beiträge heraus gesucht haben: hier geht es u.a. um die ZVS, nicht gewertete Examensfragen, Famulaturen und Facharztzeit - schau mal rein.
Im Rahmen des Anatomie-Specials warten wir gleich mit einem Doppelpack auf: es gibt ein Interview und einen Erfahrungsbericht zum Thema, das als Highlight der Vorklinik bezeichnet werden darf.
Desweiteren mit im Lesegepäck haben wir für dich ein neues Interview rund um das Thema Blockpraktikum sowie die Erfahrungen von Frank in seinem Bewerberblog. Für die Ärzte unter den Lesern werfen wir mit dem Artikel "Nicht Lotse, sondern Kapitän" mit einem Gastartikel des Westfälischen Ärzteblattes einen Blick auf die Allgemeinmedizin.
Viel Spaß beim Lesen wünschen dir
Thomas, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
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„Jó napot kivanok!“ – Wenn Sie jetzt kein Wort verstanden haben: das ist ungarisch! Das und vieles, vieles mehr müssen junge Leute lernen, die in Ungarn Medizin studieren.Ja, schon wieder ein Artikel zum Thema Studium in Ungarn; uns sind die bisher erschienenen Artikel bekannt – sie polarisierten stark. Wir, drei Medizinstudenten aus Pécs (Fünfkirchen), im fünften bzw. neunten Semester möchten hier einige Aspekte – durchaus auch selbstkritisch – beleuchten.
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Dass wir, die hier studieren, keinen Abiturnotenschnitt von 1,0 haben, ist Fakt. Dass wir dennoch die Chance haben, ohne jahrelanges, zermürbendes Warten unseren Traumberuf erlernen zu dürfen, basiert auf der cleveren Marktidee der ungarischen Universitäten Budapest, Szeged und Pécs. Neben einem englischsprachigen Studiengang seit 2004 auch ein komplettes Studium in deutscher Sprache anzubieten – allerdings zu einem stolzen Preis: 5.800 Euro pro Semester ist enorm viel Geld. Zum Vergleich: das Einklagen eines Studienplatzes in Deutschland kostet im Durchschnitt 10.000 Euro; für den Gegenwert einer Klage mit ungewissem Ausgang kann man beinahe zwei Semester in Ungarn studieren.
Schon das Auswahlverfahren hier bietet enorme Vorteile: Ausbildungen im pflegerischen Bereich, Arbeit im Rettungsdienst sowie freiwilliges soziales Engagement werden ebenso positiv bewertet wie das gute Abschneiden in naturwissenschaftlichen Fächern während der Schullaufbahn. Das bedeutet etwa 200 Studenten im Anfangsjahrgang, pro Universität, die in kleinen Seminargruppen unterrichtet werden. Hier findet keine Massenabfertigung statt wie an großen deutschen Hochschulen, sondern anerkannt fundierte Wissensvermittlung.
Innerhalb der ersten vier Semester verlassen ca. 25 Prozent der Studenten Ungarn – sei es als Abbrecher, oder, weil sie doch noch einen Studienplatz in Deutschland bekommen haben. Von den Verbleibenden bestehen in diesem Jahrgang aktuell etwa 60 Prozent das Physikum. Verständlicherweise kann sich nicht jeder Student (bzw. deren Eltern) diesen Luxus über sechs Jahre hinweg leisten. Daher verlassen viele nach bestandenem Physikum Ungarn, oft jedoch, ohne einen Folgestudienplatz in Deutschland zu haben. Die Chance auf einen Anschlussstudienplatz hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert; zum einen durch Verknappung der Studienplätze insgesamt, zum anderen durch Einführung der Reformstudiengänge an einigen Universitäten, die einen Einstieg nach bestandenem klassischem Physikum unmöglich machen. Gewisser Vorteil für diejenigen, die bleiben: eine Jahrgangsstärke von nur noch maximal zwanzig Leuten ermöglicht einen wirklich unschlagbaren Unterrichtsvorteil in der klinischen Ausbildung.
Die enorme Bedeutung des finanziellen Aspektes bei der Entscheidung bezüglich des Weiterstudierens ist natürlich auch der Universität bekannt. Daher arbeitet sie aktuell in Kooperation mit der Studentenvertretung (Englisch-Deutscher Studierendenausschuss) an einer günstigen Finanzierungsmöglichkeit. Unterstützt werden wir auch durch die deutsche Botschafterin, die sich bei regelmäßigen Besuchen in Podiumsdiskussionen immer wieder aktiv um die Belange deutscher Studenten in Ungarn kümmert. Leider müssen wir feststellen, dass Institutionen wie die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und andere Banken, aus Mangel an Gewinn keinen Studienkredit für in Ungarn Studierende Deutsche anbieten will.
Auf den Punkt gebracht: Deutschland braucht dringend Ärzte, die Studienplätze werden weiter verknappt. Wenn sich im Ausland die Möglichkeit einer fundierten Ausbildung ergibt, ist es eine legitime Alternative. Von einem „erkauften“ Abschluss kann wirklich keine Rede sein. Hier zeigt sich, dass man auch ohne Eins vor dem Komma in der Durchschnittsnote des Abiturs erfolgreicher Student und engagierter Arzt sein kann. Unabdingbar für einen erfolgreichen Abschluss hier in Ungarn ist nicht nur der wirkliche Wille, Medizin studieren zu wollen, sondern auch Aufgeschlossenheit gegenüber einem fremden Land. Wer neben einer exzellenten Ausbildung internationale Kontakte pflegen möchte, wer Kultur (Pécs ist 2010 mit Essen und Istanbul eine der Europäischen Kulturhauptstädte), Natur und gute Küche liebt, der ist hier richtig. Willkommen in Ungarn! – „Viszontlàtàsra!“.
Quelle: Dieser Artikel stammt aus dem Bayrischen Ärzteblatt und wurde mit freundlicher Genehmigung der Bayrischen Landesärztekammer veröffentlicht. Das aktuelle Heft ist jeweils komplett online verfügbar unter: www.blaek.de
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| Autor(in): Greta Doberauer, Sebastian Gruhl und Frédéric Zuhorn, Englisch-Deutscher St ([email protected]) |
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Thema Anatomie.
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Mit mehr als 1000 Beiträgen in der Woche findest du in den Diskussionsforen von MEDI-LEARN zu fast allen Themen den richtigen Gesprächspartner. In unserer Rubrik "Gelauscht" wollen wir Dich in der Onlinezeitung über einige der Diskussionsthemen auf dem Laufenden halten. Vielleicht findest Du das ein oder andere Thema, das Dich auch interessiert - ein Klick und Du bist mit dabei:
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Aktuell im Forum vor dem Studium:
Aktuell im Forum Vorklinik:
Aktuell im Forum Klinik:
Aktuell im Forum PJ:
Aktuell im Forum Assistenzarzt:
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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geben die Möglichkeit zur raschen Wiederholung der wichtigsten
Inhalte
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[Vorwort]
[Die Funktion der Nieren]
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Der Präpkurs ist sicherlich DAS Highlight der vorklinischen Ausbildung: denn hier lernt der angehende Mediziner den Aufbau des menschlichen Körpers bis in das letzte Detail kennen. Wir waren neugierig, wie Studenten hierzulande den Präpkurs erlebt haben. Lies unsere Interviews, die dir einen Einblick in die Erfahrungswelt junger Mediziner liefern.
1. Kannst du dich noch an den Augenblick und die Szene erinnern, als du den Präp-Saal zum ersten Mal betreten hast? Wie sah das aus und was ging dabei in dir vor?
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Es war ein mulmiges Gefühl, schließlich war bis dahin die Begegnung mit dem Tod die absolute Ausnahme. Hier aber begegnet man in dem Moment des Eintretens in den Präp-Saal auf einen Schlag auf Tischen aufgereiht einer Vielzahl von verstorbenen Menschen - zwar sorgfältig unter grünen Tüchern verhüllt, aber die Silhouetten sind doch eindeutig. Aber gleichzeitig registrierte ich mit einem gewissen Erstaunen: mein Körper funktioniert noch genauso gut wie draußen...
2. Hast du auch im Vorfeld vor dem ersten Termin des Präp-Kurses schon vermehrt an das „Erste Mal Präppen“ gedacht? Habt ihr in der Vorlesung dieses Thema ausführlicher behandelt?
Hier in Lübeck wurde das Thema recht eingehend in der Vorlesung besprochen, sodass wir gedanklich recht gut vorbereitet waren. Darüber hinaus wurde ein Vorbereitungsseminar in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Studentenseelsorger auf freiwilliger Basis angeboten. In diesem relativ kleinen Kreis hatten wir die Möglichkeit, auch über eher persönliche Themen und Ängste im Zusammenhang mit dem Präp-Kurs zu sprechen.
3. Mit welchen Erwartungen bist du in den Präpkurs gegangen? Wurden Sie erfüllt oder eher enttäuscht?
Ich hatte keine konkreten Erwartungen, ich bin eher mit einer \"gespannten Erwartung\" dorthin gegangen. Im Nachhinein war ich positiv davon überrascht, wie sehr mir der Präp-Kurs gefiel - abgesehen mal von dem manchmal doch allzu intensiven Formalingeruch.
4. Was war in deinen Augen das absolute Highlight des Präp-Kurses, an das du dich noch heute erinnerst?
Für mich der allererste Schnitt in die intakte Haut... So die letzte Schwelle des inneren Widerstands überwinden, bevor das Skalpell nun eindringen sollte, und dann zu spüren, dass die Welt sich weiterdreht! Von da an war ich eigentlich nur noch fasziniert, was mit jedem weiteren Schnitt zu entdecken war.
5. Welches Themengebiet fandest du am schwierigsten zu lernen?
Neuroanatomie
6. Was hat dir beim Präppen am meisten Spaß gemacht?
Das Erfolgserlebnis, nach mal mehr, mal weniger schwieriger Suche und Säuberung die gesuchte Struktur wieder erkennen und darstellen zu können.
7. Und im Gegenzug: was fandest du beim Präp-Kurs am unangenehmsten?
Die am Ende eines Nachmittags stattfindenden Testate, die sich je nach Prüfer richtig lange hinziehen konnten.
8. Wie häufig und wie lang fand der Präpkurs statt?
Im ersten und zweiten Semester jede Woche ein Nachmittag, im dritten Semester dann noch einmal sechs Wochen lang einmal wöchentlich Neuroanatomie.
9. Konnten am Präp-Nachmittag alle gleichzeitig und im Team präparieren oder ging das abwechselnd?
Bei zehn Leuten pro Gruppe musste man sich schon abwechseln, wobei einige eh nicht so interessiert am präppen waren, sondern sich lieber auf das wöchentlich stattfindende Testat vorbereiteten...
10. In welcher Form und Häufigkeit mussten Testate und Prüfungen absolviert werden?
s.o.
11. Der Umgang mit Leichen ist sicher für einen Anfänger nicht leicht. Hattest du hier auch im weiteren Verlauf noch Probleme oder hast du dich einfach dran gewöhnt?
Um das zu erklären, muss ich eine kleine Geschichte erzählen: genau an dem Tag, als wir das erste Mal im Präp-Saal aktiv werden sollten, war ich vormittags noch mit sehr gemischten Gefühlen in die Vorlesung Physik gegangen. Die fand im Zentralklinikum statt. Mittags um 12 war die zu Ende, und meine Unruhe angesichts des um 14 Uhr beginnenden Präp-Kurses wuchs stetig an. Zufällig begegnete ich auf der Toilette einer älteren Dame, die gerade vor dem Spiegel ihr Hütchen zurechtrückte, als ich rein kam. Die sprach mich an, ob ich mich hier auskennen würde, sie suche \"das Museum\"... Durch Nachfragen meinerseits stellte sich dann schließlich heraus, dass sie den Chef der Anatomie sucht, weil sie Körperspenderin werden wollte. Sie erzählte mir dann, dass ihre beste Freundin das auch gemacht hätte, und dass sie diese Möglichkeit ja ganz toll fände. Schließlich hätte sie nach ihrem Tod ja auch nichts mehr davon, wenn sie ein eigenes Grab hätte, und das würde ja auch alles so viel Geld kosten, das sie lieber jetzt zu ihren Lebzeiten noch für Dinge ausgeben wollte, die sie selber noch genießen könnte....
Sie können sich nicht vorstellen, wie befreit ich nach dieser Begegnung nicht nur in den Präpsaal hineingegangen bin, sondern auch tatsächlich aus unserer Gruppe den absolut allerersten Schnitt gesetzt habe!!!
12. Wurde über die Herkunft der Personen und den nötigen Ablauf, sich der Lehre und Wissenschaft z.B. für den Anatomie-Kurs zur Verfügung zu stellen, gesprochen?
Das Thema wurde ausführlich besprochen, und durch mein oben beschriebenes kleines Erlebnis konnte ich die Erfahrung machen, dass die Körperspender tatsächlich zu Lebzeiten ganz bewusst die Entscheidung für diese Möglichkeit getroffen haben. Irgendwie war es schon toll, genau an diesem Tag genau diese Frau zu treffen, die noch dazu eine bemerkenswerte Lebensfreude ausstrahlte und damit genau das bestätigte, was unser Anatomieprofessor zwar mehrfach in der Vorlesung beteuert hatte, aber natürlich in der Regel nicht von uns Studenten real erlebt werden kann.
13. Gab es nach dem Ende des Präp-Kurses eine Art Trauerfeier, an der auch die Präp-Kurs-Studenten teilnehmen konnten? Falls ja: was ging dabei in dir vor, woran hast du gedacht und welche Bilder stiegen in deinem Innern auf?
Ja, jedes Jahr findet ein ökumenischer Trauergottesdienst statt, zu dem sowohl die Familienangehörigen der Körperspender als auch alle Studenten des jeweiligen Präpkurses kommen. Die musikalische Rahmengestaltung wird ebenfalls von den Studenten übernommen. Ein eigener Gedenkstein auf dem Friedhof erinnert an diese Menschen.
14. Würdest du gerne den Präp-Kurs noch einmal absolvieren (weil es so großen Spaß machte und interessant war) oder bist du der Ansicht "Einmal genügt".
Mit dem mittlerweile erworbenen Wissen über Anomalien und Krankheiten, die ihre Spuren im Körper hinterlassen, wäre es sicherlich interessant, noch einmal einen Präp-Kurs der \"anderen Art\" zu absolvieren.
15. Welche Tipps würdest du Studenten geben, die den Präp-Kurs noch vor sich haben?
Wer sich dagegen ansieht: überlegen, was es genau ist, was einem Probleme macht und mit anderen darüber sprechen. |
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Johnny Depp, Robbie Williams und Dieter Bohlen kommen in den Himmel. Dort erwartet sie Petrus und sagt zu ihnen: "Es gibt hier im Himmel eine einzige Regel: Ihr dürft niemals auf eine von den blauen Wolken treten!"
Doch schon bald tritt Johnny Depp auf eine blaue Wolke. Petrus kommt mit der hässlichsten Frau, die er je gesehen hat, kettet sie aneinander und sagt: "Zur Strafe, dass du auf eine blaue Wolke getreten bist, wirst du den Rest der Ewigkeit an dieses hässliche Weib gekettet verbringen!"
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Am nächsten Tag tritt Robbie ebenfalls auf eine blaue Wolke und Petrus kommt sofort mit einer anderen hässlichen Frau. Er kettet auch sie aneinander.
Dieter Bohlen beobachtet alles und passt auf, dass er nicht auch auf eine blaue Wolke tritt.
Eines Tages kommt Petrus zu ihm mit der attraktivsten Frau, die er je gesehen hat: eine große, gebräunte, kurvige sexy Brünette. Petrus kettet sie wortlos aneinander. Dieter Bohlen meint nur: "Wüsste ja schon gern, womit ich es verdient habe, den Rest der Ewigkeit mit dir verbunden zu werden?"
Die Frau erwidert nur: "Naja, ich bin auf so 'ne scheiß blaue Wolke getreten!" |
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Am Abend vor meinem allerersten
Präpkurs-Termin an einem unscheinbaren
Donnerstag im verregneten
November konnte ich kaum ein Auge zudrücken
und spielte sogar hin und wieder
mit dem Gedanken, mich irgendwie vor
der ersten Begegnung mit einer Leiche
zu drücken.
Denn so richtig vorstellen konnte ich es
mir nicht, morgen einem konservierten
Menschen einfach, einem Handwerker
gleich, mit technischem Geschick und
silbernem Instrumentarium die Haut
vom Leibe abzupräparieren. Okay, unser
netter Prof hatte uns natürlich in einer
Vorlesung schon etwas vorbereitet. Er
hatte einen Leichnam in den Saal schieben
lassen und uns wichtige Fakten über
die Veränderungen des Körpers nach
dem Tode erklärt. Aber trotz dieser Maßnahmen
blieb in meinen Knochen ein
mulmiges Gefühl zurück und ich konnte
einfach nicht einschlafen.
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Wie man sich schon fast denken kann,
schmeckte auch der morgendliche Kaffee
nicht mehr so erfrischend wie sonst und
nach meiner unruhigen und zergrübelten
Nacht schlief in der Zellbio-Vorlesung
und im Genetik-Seminar vor Müdigkeit
und Unbehagen doch tatsächlich beinahe
ein. Und das Schlimmste: Im Rückblick
hätte ich mir diese Panik mache eigentlich
auch gut sparen können, denn es war mal
wieder ganz anders als erwartet und hat
schließlich sogar richtig Spaß gemacht!
Auf zum Tatort
Nachdem wir unsere Spinde im
großen Umkleidesaal bezogen
und uns alle in weiße Schale
geworfen hatten, wurden
die schweren
Türen Richtung
Präpsaal 2 geöffnet
und mit
zittrigen Knien
folgte ich
den Massen
zum Tatort.
Dort wurden
wir von ebenfalls
professionell
medizinisch eingehüllten
Tutoren und
Assistenten begrüßt
und stellten uns hinter die
noch in Leintuch und Folie
unkenntlich eingehüllten leblosen
Körper, die alle mit uns bereits
zugeteilten Nummern versehen
worden waren. Meine Fünfergruppe
hatte die Nummer 1807 und unsere beiden
Tutoren wirkten gleich auf den ersten
Blick recht umgänglich und sympathisch.
So schlimm kann es ja wohl
nicht werden!
Suche nach Kennzeichen
Unsere erste Aufgabe bestand nun darin,
die Leiche vorsichtig in unserem eigenen
Tempo zu enthüllen, uns mit dem Körper
vertraut zu machen, und nach besonderen
klinischen Kennzeichen wie zum
Beispiel Narben oder Hämatomen zu suchen.
Vor mir lag jetzt ein älterer Herr
in den Siebzigern, der zahlreiche
Dekubitus-Geschwüre an Ellenbogen
und Beinen hatte,
sonst aber von der Gestalt
einen recht normalen Eindruck
machte.
War er vielleicht
im Pflegeheim
verstorben und
hat daher die
vielen Dekubiti
am Körper?
Ist er vielleicht
einfach nur
friedlich eingeschlafen?
Die genaue
Todesursache
wird
wohl immer
ein
Rätsel bleiben.
Nachdem
wir nun
gemeinsam die
entsprechenden Befunde erhoben und
im Skript dokumentiert hatten, bestand
die nächste Aufgabe darin, einen
Teil der Rückenhaut vorsichtig in
Form eines Lappens abzupäparieren.
Zunächst war dies sehr schwierig und
ungewohnt, doch nach einigen Skalpell-Schnitten klappte es schon immer
besser und am Ende lobten uns sogar
unsere Tutoren für die sorgfältig abgetragenen
Hautlappen.
Wir hatten also in gemeinsamer Teamarbeit
alle für heute bestimmten Aufgaben
zur besten Zufriedenheit erfüllt
und trafen uns dann anschließend mit
der leitenden Professorin zur Nachbesprechung
in einem separaten Gruppenraum.
Sie gab uns dann allen die
Gelegenheit, über unsere Gefühle vor
und während dieser ersten Kursstunde
zu sprechen.
Insgesamt war diese allererste Präpstunde
wirklich ein sehr prägendes Erlebnis,
was mich sicher auch im weiteren Verlauf
des erst begonnenen Medizinstudiums
begleiten wird. Die erste Begegnung
mit dem leibhaftigen Tode lässt
sich kaum in Worte fassen, doch eines
ist sicher: Respekt und Hochachtung vor
all jenen Menschen, dir ihren eigenen
Körper uns Studierenden zur Verfügung
stellen, damit wir lernen können!
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| Autor(in): Sonja Herbst ([email protected]) |
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Ja nun, jetzt ist das erste Semester für mich losgegangen. Und zwar wie: In der ersten Woche hab ich jeden Tag ans Exmatrikulieren gedacht. Da ist wohl leichte Panik ausgebrochen. Viele Fächer, viel Stoff und eine Lernschwäche nach einem Jahr Lernpause nach dem Abi. Am ersten Tag hab ich eine halbe Stunde für fünf Vokabeln zum Auswendiglernen gebraucht.
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Mittlerweile bin ich wieder auf einem guten Niveau. Da merkt
man schon, dass man sein Hirn trainieren kann.
Trotzdem mach ich mir irgendwie weiterhin viel Druck,
vielleicht auch unnötig. In drei Wochen steht die erste
Anatomieklausur an, von der jeder sagt, dass sie ziemlich einfach
wäre. Naja, so wohl fühl ich mich trotzdem nicht.
Dann kommt eine Woche später gleich die Terminologie-Klausur,
für die ich rund 1000 Vokabeln mit den Deklinationen auswendig
lernen darf. Und ständig hab ich das Gefühl, zu wenig
gemacht zu haben. Und selbst wenn ich den ganzen Tag mit Medizin
verbringe, kann ich abends/nachts wohl kaum behaupten, effektiv viel
erreicht zu haben. Einziger Trost in der Uni-Bibliothek: Der Ausblick
über Berlin! Zum Glück hab ich ein paar Leute
gefunden, die mich wieder auf den Boden bringen, wenn ich zu hysterisch
werde :p
Morgen wirds mal wieder ein schöner Tag, mit Uni von
8-20 Uhr, weil ich wegen mangelnder Chemie-Kenntnisse ein Tutorium
besuche. Dort betoniert einem ein Student aus einem höheren
Semester das rein, was man in den Vorlesungen nicht kapiert. Ja, und
jetzt mach ich mich mal schnell wieder ans Vokabellernen ran, damit ich
vorm Schlafengehen Gelenke wiederholen kann.
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| Autor(in): Frank ([email protected]) |
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mit der neuen Approbationsordnung hielten sie als neue Unterrichtsform Einzug an den Fakultäten: die Rede ist vom Blockpraktikum. Wir würden dieses Thema zukünftig gerne redaktionell weiter in den Vordergrund rücken und sind dabei auf deine/eure Mithilfe angewiesen. Daher haben wir ein Interview vorbereitet, dessen Antworten uns helfen, das redaktionelle Angebot zu erweitern und darüber hinauch auch in die Neuauflage des Studienführers einfließen zu lassen.
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Da diese Foren als Informationsquelle und Austauschplattform dank eures Mitwirkens einfach unschlagbar sind , danken wir schon jetzt - auch im Namen der nachwachsenden Kommilitonen - für die Antworten auf folgende Fragen rund um das Thema Blockpraktikum. Ihr könnt euer Interview einfach als Antwort auf diesen Beitrag hier ins Forum stellen. Als Dankeschön verlosen wir unter allen, die bei unserer Interview-Offensive mitmachen, Lehrbücher im Wert von 750 €.
1. Welche Blockpraktika hast du bereits absolviert?
Innere Medizin, Chirurgie, Geriatrie, Anästhesie.
2. Hast du dich auf dein letztes Blockpraktikum in irgendeiner Form vorbereitet?
An unserer Uni gibt es für das BP Chirurgie für jeden vor seinem BP einen einwöchigen TPF-Kurs (=Training praktischer Fähigkeiten), bei dem man diverse Tätigkeiten lernt/übt, wie z.B. Nähen, Knoten, Verbände, Injektionen, Punktionen, Wundversorgung, Verhalten im OP, Patientenumgang (schwierige Patienten) u.v.a.m.
Für die anderen Blockpraktika habe ich mich nicht speziell vorbereitet. Die entsprechenden Vorlesungen waren im Vorlesungsblock zuvor.
3. In welcher Unterrichtsform fand das Blockpraktikum statt? Wie sah ein typischer Tag dort vom Ablauf her aus?
CHIRURGIE: Passive Teilnahme bei der Frühbesprechung-- Blutabnahmen auf
Station-- mehrere Stunden Haken halten im OP-- Visite auf der Station-- OP--
Feierabend Man wechselte wöchentlich die Station. Vereinzelt gab es Chirurgen
die einem gerne von sich aus etwas erzählten/erklärten. 1x/Woche gab es auch ein
kurzes Seminar für die Blockpraktikanten des Hauses, welches sehr gut war.
INNERE: Beginn der Tätigkeit mit Blutabnahmen -- Frühbesprechung -- Visite -- Notaufnahme, Funktionsbereiche (Colo, Gastro, ERCP).
ANÄSTHESIE(kurzes BP): 1.Tag: OP. Teilnahme bei der der Ein- und Ausleitung inkl. Narkoseführung. Leider nur passiv. 2.Tag: Intensivstation: Bekamen nach einem Rundgang über die Intensiv einen Fragebogen, den wir dann gemeinsam in der Gruppe bearbeiten sollten.
GERIATRIE: Teilnahme an einem "normalen" Arbeitstag/Arbeitsablauf auf der geriatrischen Station. Auch Teilnahme an Physiotherapien+ Ergotherapien, interdisziplinären Fallbesprechungen.
4. Welche Themen wurden dort behandelt? Inwiefern unterschied sich das Ganze von einer normalen Vorlesung/Seminar/Praktikum?
In der Chirurgie gab es Seminare/Übungen mit den Themen: Sono, Gipsen und Notfallversorgung.
Rest s.o.
5. Was war das tollste Erlebnis in deinem Blockpraktikum?
Die erste erfolgreiche Blutabnahme in der Inneren und das erste Mal Nähen in der Chirurgie. Durchführen von Mini Mental Status- und anderen Tests bei geriatrischen Patienten.
6. Was war das unschönste Erlebnis in deinem Blockpraktikum?
Das Arbeitsklima bzw. der Umgangston in der Chirurgie.
7. Was sollte man deiner Ansicht nach auf jeden Fall an den Blockpraktika, die du bisher absolviert hast, verbessern?
Freigestellte Ärzte für den Studentenunterricht, die einem am Patienten auch noch mal bestimmte Untersuchungen/Tätigkeiten demonstrieren und man anschließend unter Supervision/Beratung die jeweilige Untersuchung selbst macht.
8. Hast du das Gefühl, durch das Blockpraktikum besonders gute Fortschritte auf dem Fachgebiet gemacht zu haben?
Praktisch auf jeden Fall. In der Theorie eher nicht, gerade in der Inneren gibt es so viele verschiedene Krankheitsbilder die noch nicht gelesen wurden... In meinem Fall kommt noch hinzu dass ich vor dem Studium bereits im Krankenhaus gearbeitet habe und es für mich "nicht das erste Mal auf Station" war.
9. Mit welchen Erwartungen bist du in das Blockpraktikum gegangen? Wurden sie erfüllt?
Meine Erwartung war in allen Fächern einen umfassenden Überblick über die speziellen Tätigkeiten in dem jeweiligen Fachbereich zu bekommen. Zudem wollte ich einige "klinische Basistätigkeiten" üben, was mehr oder weniger möglich war. In der Anästhesie hätte ich gerne selbst mehr gemacht. Dafür habe ich im Anschluss eine Famulatur in der Anästhesie gemacht.
10. Was würdest du Studenten, die ein Blockpraktikum noch vor sich haben, als Tipp mit auf den Weg geben wollen?
Ich finde die Blockpraktika sollten dazu da sein dass man praktische Tätigkeiten lernt und einen Einblick in die Fachrichtung erhält. Deswegen versucht möglichst viel selbst zu machen/ euch zeigen zu lassen. |
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Die Allgemeinmedizin braucht eine bessere Basis an den medizinischen Fakultäten im Land – und den Allgemeinmedizinern stünde mehr Selbstbewusstsein gut zu Gesicht: Die Lage und vor allem die Entwicklungsperspektiven des Faches waren Thema eines Symposiums Allgemeinmedizin, zu dem die Ärztekammer Westfalen-Lippe im November eingeladen hatte.
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Was geschehen muss, um die Allgemeinmedizin zu stärken und damit die hausärztliche Versorgung der Bevölkerung auf lange Sicht zu sichern, fassten die Teilnehmer des Symposiums in einem Memorandum zusammen (s. Kasten S. 14).
„Die Allgemeinmedizin ist in Nordrhein-Westfalen kein Stiefkind“, versicherte Dr. Michael Stückradt, Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW. An den acht medizinischen Fakultäten des Landes mit ihren 18.000 Medizinstudierenden gebe es mit Aachen, Düsseldorf und Köln drei allgemeinmedizinische Lehrstühle, an der UGH Duisburg/Essen eine Abteilung Allgemeinmedizin, an weiteren Standorten werde die Allgemeinmedizin durch Honorarprofessuren vertreten. Das Land bemühe sich um Förderung des Faches: Ein Aktionsprogramm soll Weiterbildungs-Interessenten bestärken, auch die Einrichtung von Weiterbildungsverbünden werde unterstützt.
Für die Gewinnung allgemeinmedizinischen Nachwuchses appellierte Stückradt an die medizinischen Fakultäten, verstärkt von ihrem Recht zur eigenen Auswahl von Studierenden Gebrauch zu machen, statt ausschließlich auf die Abiturnote als Zulassungskriterium zu achten. „Diese Mehrarbeit lohnt sich.“ Auch biete das Land an, Stiftungsprofessuren nach Auslaufen der Stiftung in die Landesfinanzierung zu übernehmen. Alles in allem, bilanzierte Stückradt, „sind wir im universitären Bereich schon gut aufgestellt.“
Ressourcen sind ungleich verteilt „Die Ressourcen der allgemeinmedizinischen Ausbildung sind in Nordrhein-Westfalen ungleich verteilt“, stellte hingegen Dr. Klaus Reinhardt, Vizepräsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, mit Blick auf die Ansiedlung der entsprechenden Lehrstühle im Rheinland fest. Zur Zufriedenheit gebe es noch lange keinen Anlass, die Ärzteschaft werde deshalb weiter auf Verbesserungen drängen. „Da gilt es, ein sehr dickes Brett zu bohren.“
 Beim Symposium der Ärztekammer diskutierten Fachleute aus Forschung und Lehre über die Perspektiven des Faches Allgemeinmedizin an den Universitäten: (v. l. n. r.) Prof. Dr. Thomas Quellmann, Prof. Dr. Norbert Donner-Banzhoff, Prof. Dr. Herbert Rusche, Dr. Stefan Wilm, Prof. Dr. Ferdinand Gerlach, Dr. Ansgar Arend und Dr. Jost Steinhäuser. Foto: kd
Hausarzt hält die Versorgung zusammen Der Beitrag der Allgemeinmediziner zur Patientenversorgung beschränke sich nicht nur auf die Rolle als „Lotse durch das Gesundheitssystem“, erläuterte Dr. Reinhardt, der selbst hausärztlich tätig ist. „Zunehmend wertvoller wird die Möglichkeit, einen Patienten im Querschnitt seiner Krankheiten betrachten zu können und ihn als Hausarzt auch über längere Zeit zu begleiten.“ Zudem könnten Hausärzte die Gesundheitsprobleme ihrer Patienten auch im sozialen Kontext sehen und bewerten. Reinhardt warnte deshalb davor, den Hausarzt in seiner Bedeutung auf die wirtschaftlichen Spar-Effekte als „Lotse“ zu reduzieren. „Das wäre arm. Wir brauchen stattdessen angesichts immer größerer Spezialisierung in der Medizin mehr denn je eine Klammer, die die Patientenversorgung ganzheitlich zusammenhält: den Hausarzt.“
Wie sieht die Zukunft der allgemeinmedizinischen Versorgung in einer Gesellschaft des längeren Lebens aus? Dr. Ferdinand Gerlach ist Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Universität Frankfurt am Main und gehört dem Sachverständigenrat für die Entwicklung des Gesundheitswesens an. Potienzielle Nachwuchs- Hausärztinnen und –ärzte, so Gerlach, seien weniger als vorangegangene Arzt-Generationen bereit, sich dauerhaft örtlich zu binden und die Risiken der Freiberuflichkeit einzugehen. Gefragt seien eher Beschäftigungen als angestellte Ärzte, womöglich in Teilzeit. Junge Kolleginnen und Kollegen suchten für ihre Berufslaufbahn zudem „Fächer mit einfacher Weiterbildungsstruktur und höherem Sozialprestige“.
Quelle: Westfälisches Ärzteblatt
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| Autor(in): Klaus Dercks, Ärztekammer Westfalen-Lippe ([email protected]) |
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