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1. Editorial |
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Hallo,
diese Ausgabe ist ein Spezial zur letzten Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung - sprich alle Artikel der Zeitung auf einen Blick.
Während Stefan uns von seinen aufregenden Erfahrungen und kulturellen Erlebnissen seiner Famulatur in der arabischen Metropole Dubai berichtet, hat es Julian dagegen in die Wüste Amerikas - genauer gesagt Dallas, Texas - gezogen.
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Weiterhin verrät uns Carolin, wie sie ihre erste Konfrontation mit dem Tod in Form des Präpkurses gemeistert hat. Anna ihrerseits verschafft uns einen Einblick ins Pflegepraktikum, sie erklärt wie diese Zeit ihr bei der Entscheidung für ein Medizinstudium und das Arbeiten in der Klinik geholfen hat.
Zudem bieten wir dir einen Artikel rund um die "klinischen Semester", deren Wahlfächer, Prüfungen und Seminare und Lüften die Geheimnisse über Gehaltsfragen bei Medizinern. Schließlich geht es in dieser Ausgabe um Themen wie Patientenaufklärung und den Status der Akupunktur bei uns in Deutschland.
Viel Spaß beim Lesen wünschen dir
Thomas, Kristina, Jens und Christian
Redaktion MEDI-LEARN
Der Blick in die Zukunft: In der nächsten
Ausgabe der Onlinezeitung liest du am 16.03.2010:
o Das strukturierte PJ - Ein Zwischenbericht aus der Uniklinik
o Die jüngsten Patienten versorgen - Pädiatrisches Krankenpflegepraktikum in Lausanne
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Dubai: Hier verbindet sich hier westlicher
moderner Einfluss mit traditionell
arabischer Lebensweise. Unter der
Führung von Scheich Mohammed lebt eine
Mischung unterschiedlichster Nationalitäten
zusammen in dieser Millionenstadt.
Allen Einwohnern steht eine angemessene
medizinische Versorgung zur Verfügung.
Da die gesamte medizinische Struktur
hier sehr am britischen System orientiert
ist, erwartete ich, eine gute Basis für eine
multinational geprägte Famulatur vorzufinden.
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Darüber hinaus existieren hier
auch eigenständige Fachdisziplinen, die in
Deutschland in dieser Form (noch) nicht zu
finden sind, wie „Emergency Medicine“
oder „Critical Care“ bzw. Intensivmedizin,
in denen ich Erfahrungen sammeln wollte.
Wohnen im Hotel
Da mein im Aachener Curriculum fest eingeplantes „Freisemester“ im Sommerhalbjahr
lag, plante ich meine Reise
für Anfang Juli. Während in den meisten
südeuropäischen Ländern zu dieser Zeit
touristische Hochsaison
herrscht, ist es in
Dubai die Zeit mit den
wenigsten Reisenden.
Dies liegt an der
klimatischen Situation,
da
es jeden
Tag
weit über
40 Grad
heiß
wird. Einen Flug zu bekommen, war kein Thema,
als problematisch hingegen gestaltete
sich das Finden einer adäquaten und
preiswerten Unterkunft.
Günstiges
Wohnen zwischen
all den Fünf-Sterne-
Hotels ist in Dubai
einfach nicht vorgesehen:
Eine Wohnung
kostet etwa
dreimal soviel wie
eine vergleichbare
Wohnung in
Deutschland. So
bleiben letztendlich
nur die Optionen,
mit anderen Menschen in einer WG zusammenzuwohnen
oder sich nach Schnäppchen
in den Hotels umzusehen. Für die
ersten beiden Wochen habe ich dann
zwei verschiedene Hotels gebucht, der
Preis lag bei durchschnittlich 300 Euro
pro Woche, Frühstück inklusive.
Dr. Rolf und Dr. Kai
Über das Stadtgebiet von Dubai ist
eine Vielzahl von Krankenhäusern
sowohl in privater als auch
in öffentlicher Trägerschaft verteilt.
Das Dubai Hospital, nördlich
des Stadtteils Deira gelegen,
ist mit rund 600 Betten eines der beiden großen öffentlichen
Krankenhäuser.
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| Autor(in): Stefan Klose ([email protected]) |
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Eine alte Mediziner-Weisheit sagt: „Wer
das Physikum schafft, der wird auch
Arzt“. Aber nicht sofort, sagt die noch recht
junge Approbationsordnung (ÄApprO)
aus dem Jahr 2002. Trotzdem wird es
langsam Zeit für die Anschaffung des
eigenen weißen Kittels, denn nun beginnen
die „klinischen Semester“. In
denen geht es schon ziemlich praktisch
zu – und im anschließenden
Praktischen Jahr natürlich erst
Recht.
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Der Unterricht findet nämlich
von nun an nicht mehr nur
im Hörsaal statt, sondern gelegentlich
auch am Krankenbett. Die
Seminare werden von insgesamt fünf
Blockpraktika begleitet, und problemorientiertes
Lernen mit unmittelbarem
Patientenbezug spielt eine wichtige Rolle.
Neu ist zudem, dass es in jedem Fach
eine Prüfung gibt: mündlich, schriftlich
oder als Referat.
Es gibt also keine Scheine mehr für die
bloße Anwesenheit, sondern benotete
Leistungsnachweise für alles und jedes. Das sind zunächst die 21 Hauptfächer von
Allgemeinmedizin bis Urologie, sowie ein
Wahlfach, das du aus einer ziemlich langen
Liste auswählen kannst, die die Approbationsordnung
gleich mitgeliefert hat. Dort
stehen neben Klassikern wie Anästhesiologie und Innere
Medizin auch recht spezielle Disziplinen,
beispielsweise Flug- oder Tropenmedizin.
Eben weil einige doch eher speziell sind,
werden nicht alle zulässigen Wahlfächer
auch tatsächlich an jeder Universität angeboten. Wann du es belegst, ist übrigens
nicht genau festgelegt. Aber manche
Hochschulen halten ein paar Wochen eines
bestimmten Semesters speziell für das
Wahlfach frei. Nach der Prüfung erhältst
du auch hier einen Schein.
Die Note steht zwar auf
dem Abschlusszeugnis,
geht jedoch nicht in die
Berechnung deiner
Endnote ein.
Benotete Scheine
erhältst du außerdem
in den bisher
elf Querschnittsbereichen
(QSB). Sie
sollen fächerübergreifendes Lernen und
Denken fördern und heißen zum Beispiel
„Infektiologie, Immunologie“, „Notfallmedizin“
oder „Rehabilitation, Physikalische
Medizin, Naturheilverfahren“.
Erst im Sommer 2009 hat die „Palliativmedizin“
das QSB-Dutzend vollgemacht.
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Die Approbation markiert für Nachwuchsmediziner
den Abschluss
jahrelangen Lernens. Doch zugleich läutet
der feierliche Anlass für die meisten
unter ihnen die Weiterbildung zum Facharzt
ein – und damit wiederum eine lange
Zeit des Lernens. Gehörten bisher jedoch
alle Phasen der Ausbildung mehr oder
weniger zum Studium, findet das Lernen
nun hauptberuflich statt.
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Anstelle des großen Überblicks treten
Spezialisierung und Erfahrung in einem
bestimmten, selbst gewählten Bereich. Fachliche und rechtliche Details der
Weiterbildung sind in Deutschland
nicht einheitlich geregelt. Zwar hat die
Bundesärztekammer eine Muster-Weiterbildungsordnung
(MWBO) herausgegeben,
doch ist diese eher als Richtlinie
anzusehen. Rechtsverbindlich ist allein
die WBO der Ärztekammer des Bundeslandes,
in dem die Weiterbildung
stattfi ndet. Diese entscheidet zugleich
über die Zulassung der Weiterbildungsstätten,
wofür insbesondere Universitätskliniken,
Krankenhäuser und die Praxen
niedergelassener Ärzte infrage kommen.
Als Weiterbildungsmöglichkeit zur Wahl
stehen zudem einige speziell dafür anerkannte
Kurse.
Drei unterschiedliche
Qualifikationen möglich
Seit 2003 können in Deutschland durch
die Weiterbildung drei unterschiedliche
Qualifi kationen erworben werden: Zunächst
ist das in aller Regel der Titel Facharzt,
beispielsweise „Facharzt für Kinderund
Jugendmedizin“. In einem nächsten
Schritt kann innerhalb des Gebiets eine
Spezialisierung erfolgen, etwa „mit
Schwerpunkt Kinder-Kardiologie“. Alternativ
gibt es Zusatz-Weiterbildungen,
die zur Führung von so genannten Zusatzbezeichnungen
berechtigen. Die Liste
der Möglichkeiten ist lang und reicht von
Akupunktur bis Tropenmedizin.
Kern der neuen Regelungen ist ein reformiertes
Konzept der Fachgebiete und -kompetenzen. Bis dahin war man davon
ausgegangen, dass sich alle relevanten
Inhalte einer Disziplin jeweils in
der Mindestweiterbildungszeit vermitteln
lassen. Hochspezialisierungen wurden
dadurch ebenso ausgeschlossen wie
eine Anpassung der individuellen Curricula
an einen konkreten medizinischen
Versorgungsbedarf der Bevölkerung.
Stattdessen wird nun ein Fachgebiet als
etwas gedacht, das alle dafür weitergebildeten
Ärzten gemeinsam und je nach
ihren jeweiligen Spezialisierungen arbeitsteilig
betreuen.
Grundsätzlich erfolgen Weiterbildungen
hauptberuflich, werden laut
WBO „angemessen vergütet“ und
durch dazu befugte Ärzte geleitet.
Die vermittelten Inhalte und ausgeübten
Tätigkeiten müssen in Logbüchern
notiert werden, welche bei der
Anmeldung zur Abschlussprüfung
zusammen mit dem Zeugnis des
anleitenden Arztes einzureichen sind.
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Big is beautiful: Dieses Motto war
während meiner zweimonatigen Famulatur
in Dallas, Texas, an allen Ecken
und Enden zu sehen. Riesige Einkaufszentren,
jeder zweite Wagen auf der Straße
ein Pickup oder SUV und ein hauseigener
McDonald’s im Klinikgebäude!
Und: Es war für mich die bisher mit Abstand
beste und lehrreichste Famulatur.
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Schnelle Antwort
Ich bewarb mich ungefähr acht Monate
vor Beginn per E-Mail, nachdem ich einen
Bericht einer ehemaligen Studentin
im Internet gelesen hatte, die dort bereits
rotiert war. Die Antwort kam schnell, in
Amerika ist Kommunikation via Mail
mittlerweile Standard. Nach ein paar
Mails hin und her, in denen kleinere Fragen
über die Dauer der Famulatur geklärt
wurden, musste ich die üblichen Papiere
dann per Luftpost schicken. Das war
nicht ganz so einfach, da man z.B. erst
einmal jemanden finden muss, der einem ein englisches Zertifikat über einen negativen
Mendel-Mantoux Test ausstellt.
Danach ging aber alles problemlos und
ich hatte meine Bestätigung.
Scrubs statt Anzug
Am Wochenende vor Beginn der Famulatur
nutzte ich noch den Schlussverkauf
in den riesigen Shopping Malls und kam
so günstig auch an ein Outfit mit feiner
Hose, Hemd und Krawatte. Es gibt in den USA ständig irgendwelche Rabatte
und Shopping ist einfach unglaublich
günstig. Nach meinen ersten Tagen in
der Klinik entschloss ich mich dann aber,
wie alle anderen Ärzte, nur „scrubs“ und
Kittel zu tragen. Hemd und Krawatte tragen
beispielsweise die Oberärzte, wenn
sie Patienten zur Nachuntersuchung
sehen. In den USA ist es übrigens auch
erlaubt, schon in OP-Kleidung und Kittel
zur Arbeit zu kommen und darin auch
wieder zu gehen.
Das hat durchaus ab und zu für lustige
Gespräche gesorgt, etwa wenn einem der
Tankwart „you’re gonna be a doctor? I’m
proud of you, man!“ zuruft und das tatsächlich
ernst meint!
Viel geboten, viel verlangt
In den Kliniken musste ich mich natürlich
jede Woche neu orientieren, da ich
mit neuen „Residents“ arbeitete, die
aber, wie eigentlich ausnahmslos jeder
Mensch dort, sehr hilfsbereit waren. Ich war immer um ca. sechs Uhr früh mit
ihnen auf Visite, abends verließ ich die
Klinik meist zwischen 18 und 19 Uhr. In den USA wird Studenten viel geboten,
es wird aber auch viel verlangt. So weit
das also ging, bereitete ich mich auf OPs vor, las Artikel und probierte, mir das
Vokabular anzueignen. Trotzdem war
am Anfang auf jeden Fall eine Sprachbarriere
vorhanden, da ich, trotz sehr
gutem Englisch, selbst die Eigennamen
für jedes einzelne Instrument neu lernen
musste. Auch Notizen zu machen oder
zu verstehen, war für mich am Anfang
schwer, da Abkürzungen in den USA
noch viel gebräuchlicher sind und von
Fach zu Fach unterschiedliche Bedeutungen
haben.
Es ist also durchaus sinnvoll, sich vorher
im Internet ein paar Anleitungen
zum Schreiben der SOAP notes (das
steht für: subjective, objective, assessment
und plan) zu besorgen. Diese sind
unglaublich wichtig und jeder Assistenzarzt
wird sich darüber freuen und
euch mehr beibringen, wenn ihr morgens
die Runde macht und die Kurvendokumentation
macht, sodass er sie nur
noch unterzeichnen muss.
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| Autor(in): Julian Wichmann ([email protected]) |
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Hochwertige Artikel und Reportagen aus dem Hause Thieme
Seit Jahren ist die Zeitschrift Via medici ein Garant mit profunden Informationen für Jungmediziner. Wir präsentieren dir an dieser Stelle den Blick in das aktuelle Heft mit u.a. den folgenden Themen:
Medizin in Saigon, Forschung am Südpol, Arzt ohne Doktor, Berufung Sportarzt, die Heilkunst der Osteopathen, Superhirne für die Kitteltasche u.v.w.m.
Anbei das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe 1/2010:
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Studium
- Neue Serie: Richtig promovieren (1): Wozu eigentlich? – Großer Hut,
und nichts darunter?
- Tipps für gestresste Belehrte – Kampf der Frage-Tyrannei
- Der Vorklinik-Coach (3): „Alte Hasen“ geben Tipps – Vorklinik im
Rückspiegel
Weiterbildung
- Zusatzweiterbildung Sportmedizin – Wächter gesunder Leistung
Forschung
- Bildgebende Verfahren: Strahlenbelastung in der Radiologie –
Achtung, Foto!
Ausland
- Die interessante Famulatur: in Saigon – Medizin in der Perle
Südostasiens
- Was macht eigentlich... ein Arzt in der Antarktis? – Ausstieg ins
Eis
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Medizin
- Praxisanleitung: Pleurapunktion – Befreiender Stich
- Häufige Fälle in Giftnotrufzentralen – Spüli, Schnaps und Antidote
- Alltagsleiden (2): Harnwegsinfekte – Brennendes Wasser
- Komplementärmedizin (3): So funktioniert Osteopathie – Sanftes
Heilen mit festen Griffen
- Aktuelle Therapie: postoperative Wundheilungsstörungen – Dehiszenz
statt Rekonvaleszenz
- Der interessante Fall: Body Integrity Identity Disorder – Beinlos
glücklich
- Smartphones für Mediziner – Superhirn für Kitteltasche
Einblicke
- Medizinerwege: Dr. med. Thomas Reisinger – Herz mit ganzem Herzen
- Interview: Legasthenie – Mythos und Wahrheit – Leseschwach?
Lebensstark!
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Die neue Via medici gibt es in jeder medizinischen Fachbuchhandlung oder als
studentenfreundliches Abo unter
http://www.medi-learn.de/viamedici
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hier zur aktuellen Ausgabe] | |
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Für die Mehrheit der Bundesbürger
steht fest: Neben Politikern und
Managern sind Ärzte die Großverdiener
schlechthin. Nicht ganz so klar ist der
Fall für die Mediziner selbst – insbesondere
zu Beginn ihrer Laufbahn oder
noch davor. Was sie als Assistenzarzt
tatsächlich verdienen werden, ist vielen
mindestens bis zur ersten Gehaltsabrechnung
ein Rätsel. Wesentliche
Gründe dafür dürften der Tarif-Dschungel
im Gesundheitswesen und das komplizierte
Steuerrecht sein.
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Was der Arbeitgeber am Monatsende auf dein
Konto überweist, ist so schwer vorherzusagen
wie das Wetter. Es fängt schon damit an, was für einen
Arbeitgeber du hast. Es gibt Tarifverträge
unter anderem für Ärzte an Unikliniken,
an kommunalen Krankenhäusern, im
Bundes- oder im Landesdienst. Kirchliche
Träger zahlen anders als berufsgenossenschaftliche,
und auch zehn Jahre
nach der Wiedervereinigung gibt es in
Deutschland tarifliche Unterschiede zwischen zwischen
alten und neuen Bundesländern.
Oft geht es um Details: So mögen die
Basisgehälter die gleichen sein, aber bei
der wöchentlichen Arbeitszeit und betrieblichen
Altersversorgung, dem Weihnachts-
oder Urlaubsgeld kann es gravierende
Unterschiede geben.
Tarifverträge sind in großer Auswahl als
PDF im Internet zu haben. Die tragen
dann so eingängige Namen wie „Änderungstarifvertrag
Nr. 1 vom 8. April
2008 zum Tarifvertrag zur Überleitung
der Ärztinnen und Ärzte an kommunalen
Krankenhäusern in den TV-Ärzte/ VKA und zur Regelung des Übergangsrechts
(TVÜ-Ärzte/VKA) vom 17. August
2006“. Kein Witz. Falls du dir das
Leben etwas einfacher machen möchtest:
An Unikliniken gilt entweder der
„Tarifvertrag Länder“ (TV-L) oder der
„TV Ärzte“. Für die kommunalen Krankenhäuser
wurde mit der Vereinigung
der kommunalen Arbeitgeberverbände
der TV-Ärzte/VKA abgeschlossen. Wer
nicht beim Land, sondern beim Bund beschäftigt ist, wird nach dem Tarifvertrag
für den Öffentlichen Dienst
(TVÖD) bezahlt.
Nettogehalt lag
bei rund 2000 Euro
Ob nun TV-L oder TV Ärzte – die Basisgehälter
unterscheiden sich kaum oder
gar nicht. Aber wie hoch ist denn so ein
Basisgehalt für Assistenzärzte überhaupt?
Ohne Berücksichtigung der zahlreichen
und stark vom Einzelfall abhängigen Abzüge
sind es grob geschätzt
3500 Euro brutto. In einer MEDI-LEARN-Umfrage gaben
Nachwuchsmediziner an, dass es zwischen
1600 und 2600 Euro letztendlich
auf ihr Konto schaffen. Bei mehr als 40
Prozent waren es ziemlich genau 2000.
Den Rest teilen sich das Finanzamt, die
Sozialversicherung und noch ein paar andere.
Immerhin einen Teil der gezahlten
Steuern kannst du dir sehr wahrscheinlich
im folgenden Jahr zurückholen.
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| Autor(in): Redaktion MEDI-LEARN ([email protected]) |
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Mehr als 70 Prozent der Chirurgen
hierzulande geben an, zu wenig
oder gar keine Zeit für Privat- und Familienleben
zu haben. Zu diesem vorläufigen Ergebnis kommt die Deutsche
Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) in
der weltweit größten Analyse dieser Art
zur Lebensqualität deutscher Chirurginnen
und Chirurgen. Über erste, noch
unveröffentlichte Ergebnisse berichteten
Experten auf einer Pressekonferenz der
DGCH in Berlin.
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Der Arbeitsalltag von Chirurgen hat sich
in den letzten Jahren erheblich gewandelt.
Neben Operationen gehören dazu
immer umfangreichere administrative
Aufgaben – nicht selten zu Lasten wichtiger
Gespräche mit Patienten und Kollegen.
Überstunden und Extremeinsätze
sind zur Regel geworden. „Chirurgen
tragen die höchste Arbeitsbelastung aller
Klinikärzte, ihre risikoreiche Tätigkeit
birgt zudem große Verantwortung“,
sagt Privatdozent Dr. med. Mag. Artium
Thomas Bohrer, Würzburg. Immer mehr
zusätzliche Arbeitszeit verbringen sie am
Schreibtisch. Familie und Beruf unter einen
Hut zu bringen sei daher besonders
schwer, so der Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz- und Thorakale
Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums
Würzburg.
Mit Unterstützung der DGCH führen
Bohrer und weitere Experten deshalb
erstmals systematische Analysen der
beruflichen Situation von Chirurgen
durch. An der Befragung nahmen
mehr als 3600 Besucher aller Jahrestagungen
der Fachgesellschaften
der DGCH im Jahr 2008 bis Oktober
2009 teil. Damit handelt es sich
um die weltweit größte Studie dieser
Art. Noch nie wurden im deutschsprachigen
Raum mehr Ärzte einer
Berufsgruppe zu ihrer Lebensqualität
befragt. Anhand erster Ergebnisse von bisher
1800 Fragebögen zeigt sich: Etwa 40
Prozent der befragten Chirurginnen
und Chirurgen schätzen ihre Lebensqualität
schlechter ein als die der
restlichen Bevölkerung. Drei Viertel
der Befragten beklagen sich darüber,
dass sie zu wenig Zeit für ihr Privat und Familienleben hätten.
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| Autor(in): Anna Julia Voormann ([email protected]) |
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In der MLZ-Ausgabe 03/08 haben wir
einige Buchtitel vorgestellt, die den
Wiedereinstieg ins normale Lesen ermöglichen
sollten, ohne dabei ganz auf
Medizin zu verzichten. Von „Kaffee,
Käse, Karies“, Biochemie im Alltag,
ging es bis zum „Mann, der seine Frau
mit einem Hut verwechselte“. Diesmal
wollen wir ein paar Bücher vorstellen,
die dem Denken neben dem Studium auf
die Sprünge helfen.
Woher die Zeit kommen soll
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Eine der Hauptfragen, die im Zusammenhang
mit Büchern neben dem Medizinstudium
auftaucht: „Und wann
soll ich das bitteschön alles lesen?“ Die
Antwort darauf fi ndet sich in David Allens
Erfolgsbuch „Getting Things Done“
(deutsche Version: „Wie ich die Dinge
geregelt kriege“). Es stellt euch nützliche
Denkhilfen zur Seite, um den Alltag effektiver
zu meistern, den Kopf für das
Wesentliche freizukriegen und die Prokrastination,
die berühmt-berüchtigte
lange Bank, auf die man gerne alles
schiebt, ein wenig zu verkürzen. Es gibt
Menschen, die sogar behaupten, nach der
Lektüre dieses Titels ordentlicher geworden
zu sein!
Wohin das alles führen soll
In ein ähnliches Horn wie Allen stößt
Stephen Covey in seinem Klassiker „The
7 Habits of Highly Effective People“.
Auch er reißt das Thema Zeitplanung
an. Bei ihm ist sie jedoch nur eine von
sieben Schlüsseleigenschaften, die zu Erfolg
führen. Covey verschafft seinen Lesern
Einblicke in Bereiche, in denen man
sich ansonsten unbewusst orientiert. Dies
kann nicht nur bei der persönlichen Lebensplanung
hilfreich sein, sondern auch
beim Umgang mit anderen Menschen.
Was man im Gespräch
lieber auslassen sollte
Diesen wiederum beschreibt Marshall
Rosenberg in seinem Klassiker „Gewaltfreie
Kommunikation“ sehr viel genauer
und widmet sich vor allem Konfl ikten.
Wer vor diesen immer zurücksteckt, wird
in Rosenbergs Buch wirksame Rezepte
finden, ein Problem anzusprechen, ohne
einen apokalyptischen Streit heraufzubeschwören.
Auf dem Weg zur perfekten
Konfl iktlösung erfahren wir Wissenswertes
über verschiedene Wege der
Kommunikation, die Rolle von Gefühlen
und die Macht der Empathie.
Wenn die Welt
in einen Kopf passen soll
Sehr viel davon verlangt der Autor Valentin
Braitenberg. In „Das Bild der Welt
im Kopf“ versucht er nichts Geringeres,
als sein gesamtes Weltbild in einem Buch
zusammenzufassen. Was absurd klingt,
erweist sich nach einer überraschend
kurzen Eingewöhnungsphase als unterhaltsame
und lehrreiche Lektüre. Dabei
lädt Braitenberg zur Meditation über tiefgründige
Fragen ein.
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Operiert ein Arzt einen Patienten,
ohne dass dieser in den Eingriff
eingewilligt hat, begeht er eine Körperverletzung.
Rechtswirksam einwilligen
kann der Patient nur, wenn er zuvor im
Rahmen eines Aufklärungsgespräches
über die Risiken des Eingriffes informiert
wurde. Hinsichtlich der notwendigen
Intensität solcher Hinweise differenziert
der Bundesgerichtshof nach der
Dringlichkeit:
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Je weniger dringlich der
Eingriff, desto intensiver das Ansprechen
von möglichen unerwünschten Ergebnissen
oder Komplikationen. Das höchste deutsche Zivilgericht, der
Bundesgerichtshof (BGH), hat dies in
der sogenannten Blutspendeentscheidung
(BGHZ VI ZR 279/04) nochmals
zusammengefasst. Ein Polizeibeamter
verlangte von einem Blutspendedienst
Schmerzensgeld und weiteren Schadenersatz
wegen chronifizierter neuropathischer
Schmerzen in seinem linken
Arm, wegen der er seinen Dienst
nur noch halbschichtig leisten kann.
Der Polizeibeamte hatte durch den
Einstich eine Traumatisierung des nervus
cutaneus antibracchii medialis erlitten,
aufgrund derer sich ein Neurom
entwickelte, das zweimal einschließlich
der Verlagerung des betroffenen Nervs erfolglos operiert wurde. Der
Polizist begründete seine Forderungen
mit einer unzureichenden Aufklärung
über die mit der Blutspende verbundenen
Risiken.
Bevor der Fall in Revision zum Bundesgerichtshof
ging, hatte das Oberlandesgericht
eine Haftung des Blutspendedienstes
bejaht. Der eingetretene
Nervschaden hafte der Blutspende als
seltenes Risiko an, zumal die Verwendung
von Nadeln mit größerem Kaliber
als bei einer "normalen" Blutentnahme
das Verletzungsrisiko erhöhe; eine
Chronifi zierung der durch die Nervverletzung
ausgelösten Schäden sei in
diesen Fällen typisch. Deshalb sei über
das entsprechende Risiko aufzuklären.
Gerade weil der Eingriff medizinisch
nicht geboten gewesen sei, sei eine
ausführliche und eindringliche Information
über etwaige nachteilige Folgen
der Blutspende erforderlich gewesen,
so wie dies im Übrigen auch den
gesetzlichen Vorgaben aus dem Gesetz
zur Regelung des Transfusionswesens
(TFG) entspreche.
Der Bundesgerichtshof bestätigte diese
Wertung. Es entspreche der ständigen
Rechtsprechung, dass ärztliche Heileingriffe
grundsätzlich der Einwilligung des Patienten bedürfen, um rechtmäßig
zu sein, und dass diese Einwilligung nur
wirksam erteilt werden kann, wenn der
Patient über den Verlauf des Eingriffs,
seine Erfolgsaussichten, seine Risiken
und mögliche Behandlungsalternativen
mit wesentlich anderen Belastungen,
Chancen und Gefahren im Großen und
Ganzen aufgeklärt worden ist.
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| Autor(in): Patrick Weidinger (Deutsche Ärzteversicherung) ([email protected]) |
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Die Akupunktur hatte es in der
westlichen Welt bisher sehr
schwer gehabt, in Deutschland in besonderem
Maße, von der Schulmedizin
als gleichwertig anerkannt zu
werden. Akupunktierende Ärzte wurden
- und werden - von vielen
ihrer Kollegen als Spinner, oder schlimmer noch, als
Scharlatane angesehen und die Akupunktur
als Humbug abgelehnt. Wie positiv sich das verändert hat, kann
man an Folgendem sehen: Das Europaparlament
in Straßburg hat sich erstmals
als Veranstaltungsort für eine nicht politische
Veranstaltung, nämlich den
Weltkongresses und die Generalversammlung
der WHO akkreditierten
WFAS, der Weltföderation
der Akupunkturgesellschaften,
geöffnet.
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Normalerweise beherbergt
das Europaparlament nur
die hohe Politik. Die Erlaubnis,
erstmals einen Kongress, nämlich
wie erwähnt den Weltkongress
der Akupunktur und auch die
Generalversammlung der WFAS
in diesem hohen Hause zu veranstalten,
bedeutet daher eine enorme
Aufwertung der Akupunktur.
Es ist quasi der Ritterschlag
für die Akupunktur. Erfreulich
für Wiesbaden ist, dass die Akupunkturgesellschaft
ATCÄ mit
Sitz in Wiesbaden, Koorganisator
und Dr. Germann , Arzt aus Wiesbaden
, Vize-Ehrenpräsident des
Kongresses war.
Die WFAS, von der WHO
(Weltgesundheitsorganisation)
als NGO Organisation akkreditiert,
ist eine weltumspannende
Organisation mit etwa 120.000
Mitgliedern. Die WHO unterstützte
den Kongress und die
Generalversammlung und so
nahmen am straßburger Kongress
viele hundert Teilnehmer
aus der ganzen Welt und viel
„Akupunkturprominenz“ teil.
Grußbotschaften aus vielen
Ländern wurden verlesen, darunter
eine des brasilianischen
Präsidenten und des deutschen Gesundheitsministeriums. Hervorzuheben
ist die Teilnahme der Direktorin
der Abteilung traditionelle Medizin der
WHO, Frau Prof. Zhang. Schwerpunkt
des Kongresses war die Akupunktur bei
Erkrankungen der Frau, insbesondere
in der Schwangerschaft und rund um
die Geburt.
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| Autor(in): ACTÄ e.V. ([email protected]) |
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„Was aber dem Leben Sinn verleiht,
gibt auch dem Tod Sinn. Es ist leicht
zu sterben, wenn es in der Ordnung der
Dinge liegt.“
Diese Worte, entnommen aus Antoine
de Saint-Exupérys Roman „Terre des
Hommes“, geistern in meinem Kopf
herum, während ich mit Spannung dem
Präparierkurs entgegen sehe, der mich
gleich im ersten Semester des Medizinstudiums
erwartet. Gleichzeitig beschäftigen
mich vielerlei Fragen: Wie werde
ich mit dem Anblick toter Menschen zurecht kommen?
Wird mir übel werden?
Wie viele Studenten arbeiten an einem
Präpariertisch zusammen? Und wie ist
die Betreuung durch Professoren und
Assistenten?
Wissen für das Leben
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Darüber hinaus überkommt mich jedoch
auch die Neugier, wie der Mensch
von innen aussieht, wie sich ein Herz
anfasst und wie Darm, Niere und Leber
angeordnet sind. All dies geht mir
durch den Kopf und füllt meine Gedanken,
sodass mich allein Saint Exupérys
Sicht gelassen stimmt, wobei der Tod
für uns Medizinstudenten auch in ganz
praktikabler Hinsicht einen Sinn ergibt,
nämlich um uns Wissen anzueignen,
welches wir dann für das Leben anwenden
können.
An einem der ersten Studientage
im Oktober sitzen wir, 800
Münchner Erstsemester, nun im
altehrwürdigen großen Hörsaal
der Anatomie. Er verläuft oval,
die Sitze steil nach unten angeordnet,
einer Arena gleich auf einen
kleinen freien und ebenfalls ovalen
Platz zu, auf dem bald der Professor
für makroskopische Anatomie
seine Einführung für den
Präparierkurs,
offiziell „Praktikum zum Kurs der Makroskopischen
Anatomie“, geben wird.
Immerhin so viel wissen wir schon:
Neben dem Präparierkurs gibt es die
kursbegleitende Vorlesung, in der die
wichtigsten anatomischen Kenntnisse
vermittelt werden, Präparierschritte gezeigt
und erläutert und Klausurfragen
besprochen werden.
Disziplin gefordert
Ganz in Grün gekleidet, denn das ist auch
später im Präpkurs das Erkennungsmerkmal
der Professoren und Assistenten,
erscheint unser Professor schließlich. Er
wirkt streng und ruft uns von Anfang an
zur notwendigen Disziplin auf, an die er
uns später immer wieder erinnern wird.
Zugleich nimmt er uns mit seiner Gelassenheit
und seinen bisweilen lustigen Bemerkungen
etwas von der Sorge um die
nächste Zeit. Schließlich ist der Tag gekommen, an
dem wir das erste Mal in den Präpariersaal
gehen. Wir sind in zwei Gruppen zu
je 400 aufgeteilt. In meinem nagelneuen
weißen Kittel betrete ich nun erstmals
den Saal. Um mich herum viele andere
Studenten, wirres Treiben. Gleißendes
Licht aus den
Leuchten an der
Decke zeichnet
ein kühles,
klares Bild
von all dem,
was um mich
herum ist.
Zum ersten
Mal sehe ich
die fünf großen,
halbmondförmigen
Apsiden, die sich
in einen größeren
ebenfalls
halbrunden Raum ergeben, an dessen Längsseite
ich nun stehe. In den Apsiden stehen
Tische. Tische, auf denen später die
Toten liegen werden, heute jedoch zum
Glück nur einige Knochen aus Kunststoff.
An Schnüren hängen an den Seitenwänden
der Apsiden große Bilder des
menschlichen Körpers, Muskeln, Adern,
Abdomen und darauf viele Begriffe, die
mir nichts sagen, von denen ich noch nie
etwas gehört habe.
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| Autor(in): Carolin Proske ([email protected]) |
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Jeder Medizinstudent kennt es: das
Pflichtpflegepraktikum. Ganze 90
Tage verbringt man da als Praktikant
in irgendeinem Krankenhaus und muss
dabei einen Teil seiner wertvollen Semesterferien
opfern. Außer, man leistet einen
Teil des Dienstes schon vor dem Studium
ab. Ich dachte, da tue ich mir doch
was Gutes und kann die vorlesungsfreie
Zeit im doch ziemlich stressigen Studium
erholsamer verbringen.
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Also bewarb
ich mich gleich nach dem bestandenen
Abitur für ein sechswöchiges Praktikum
in einem Kinderzentrum im 30 Kilometer
entfernten, recht großen Krankenhaus
von Zwickau. Etwas ärgerlich fand ich, dass ich zuvor
eine Impfbescheinigung vorlegen musste,
die mich gleich noch 30 Euro gekostet
hat. Dazu kam, dass ich nicht wie geplant
auf die Kinderstation sollte, sondern in
der Neurologie gebraucht wurde. Meine
ersten Gedanken waren: Oh Gott, schaffe
ich das, mich um Menschen zu kümmern,
die vielleicht nicht mehr richtig reden
oder denken können? Meine Aufregung
vor dem ersten Tag stieg gewaltig an.
Mit jedem Tag einfacher
Und dann war er auch schon da, der erste
Tag. Wie immer, stand erst erstmal der
ganze organisatorische Kram an: Unterweisung
in Hygiene, Belehrung über die
Aufgaben als Praktikanten auf Station, Entgegennehmen der Arbeitskleidung
und so weiter. Im Endeffekt war das aber
auch ganz gut, denn dann kam man erst
gegen neun auf seine Station und der
größte Stress war da schon vorbei.
Der erste Tag ist meiner Meinung nach
immer sehr unangenehm. Man kennt
noch niemanden, weder Patienten noch
Personal, und muss ständig stellen Fragen:
Wer? Wie? Wo? Was? Aber mit
jedem Tag wird es einfacher. Und dann
beginnt es so richtig Spaß zu machen,
denn man hat schon mehr Selbstvertrauen
in die eigene Arbeit und kann es sehr
genießen, mit den Patienten zu arbeiten.
Ich hatte großes Glück mit meiner Station:
Am Anfang waren noch eine neue
Schwesternschülerin und ein neuer Zivi
mit da und wir haben uns schnell angefreundet.
Auch die Schwestern waren allesamt
sehr locker drauf und haben jeden
Spaß mitgemacht.
Das Klima ist bei so einem Praktikum
von großer Bedeutung, denn es entscheidet,
ob du jeden Morgen oder
Mittag – je nach Schicht – auch Lust
hast, zur Arbeit zu gehen. Es gibt, fi nde
ich, nichts Schlimmeres, als wenn man
die Arbeit als lästiges Übel empfindet.
Dann vergeht die Zeit sehr langsam und
das Aufstehen um halb fünf fällt dreimal
so schwer.
Praktikum verlängert
Ich wurde glücklicherweise schnell mit
in den Tagesablauf integriert und durfte
mehr machen als in den anderen Praktika,
die ich zuvor absolviert hatte. Mir gefiel
es dort so gut, dass ich gleich noch um
eine Woche verlängert habe! Neben den
normalen Praktikanten-Arbeiten wie Geschirr
abwaschen, Essenskarten schreiben,
Kaffee kochen und Tisch decken,
konnte ich auch die Blutzuckerproben erstellen,
Blutdruck messen, neue Patienten
aufnehmen und vieles mehr. Ich fühlte
mich als richtiger Teil der Station!
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| Autor(in): Anna Ritzkat ([email protected]) |
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