Auswahlgesprächsprotokoll Detail
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| Auswahlgesprächsprotokoll: | |
| Protokoll eingefügt | 27.07.2007 |
| Ort/Uni: | Regensburg, Universität Regensburg |
| Semester: | |
| Anzahl Prüfer: | 1 |
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| Atmosphäre: | eher gespannt |
| Dauer: | 1 Std. |
| Note: | 0 |
| Kleidung: | gehobene Freizeitkleidung |
| Gespräch: | |
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Im Dezember 2005 war ich zu einem der ersten Auswahlwochenenden der Uni Witten/ Herdecke nach Brakel (Kreis Höxter) eingeladen. Allein die Einladung versprach ein spannendes und abwechslungsreiches Wochenende, warteten die Profs schließlich nicht nur mit zwei Einzelgespräche auf, sondern auch der Aufgabe, ein Thema des persönlichen Interessensgebietes auszuwählen, in ein 10-minütiges Referat zu packen und schlussendlich auch die anschließende Diskussion zu leiten. Darauf durfte man sich bereits zu Hause vorbereiten, technische Hilfsmittel etc. waren während der Präsentation untersagt. Soweit so gut... ich fuhr also am Freitag mit dem Zug nach Brakel, lernte unterwegs schon einige Mitstreiter kennen und kam um 18 Uhr dort an. Vor Ort wurden dann erst einmal die Zimmer vergeben, ich war mit einem anderen Mädel auf einem Zimmer. Danach gab es Abendessen und die Pläne für jeden Einzelnen (in welcher Kleingruppe, wann und mit wem Einzelgespräche, wann Zeitpunkt des Vortrages...)wurden verteilt. Danach organisierten wir einen gemeinsamen Ausklang des Abends. Nächster Morgen, 6:30... mit der Zahnbürste im Mund stehe ich im Badezimmer, bin höllisch aufgeregt und völlig übermüdet dank Schlafmangels in der Nacht. Ich bin eine der ersten, die zum Gespräch antreten darf und danach muss ich zu meiner Gruppe (sechs Leute, ein Dozent der Uni), Referate anhören, meines halten, an Diskussionen teilnehmen und die meines Themas leiten ... das Wochenende ist stramm organisiert, doch trotzdem nett! Das gemeinsame Frühstück wird in aller Ruhe eingenommen und die Aufregung verfliegt in der netten Runde recht gut. Mein Einzelgespräch findet um 9 Uhr bei Hr. Dr. Markus Andersen (oder so ähnlich) statt. Nach dem gründlichen Studium meines Lebenslaufes hat er sich wohl einige Fragen notiert. So werde ich auf meine LK-Wahl (Franz, Bio, Politik & Wirtschaft) im Zusammenhang mit dem angestrebten Medizinstudium angesprochen und mehr oder weniger versucht zu provozieren, indem man mich per se als naturwissenschaftlich desinteressiert darstellt. Dann heißt es, dass ich ja nicht glauben sollte, mit Menschen zu tun zu haben und wenn dies mein Ziel sei, sollte ich bitte Psychologie oder Pädagogik studieren... Wichtig ist, immer schön dagegen zu halten und sich nicht in eine Ecke drängen zu lassen. Schlussendlich haben wir über "Streit" gesprochen, da wir ja fast dabei waren, einen solchen auszutragen;-). Er vertrat natürlich gerade die gegensätzliche Meinung, man konnte inzwischen schon ein System dahinter vermuten. Nach 40 Minuten war dieses erste Gespräch beendet, ich durfte noch Fragen stellen und einiges erfuhr ich somit über die Person des Interviewers, die ihn in ein etwas anderes Licht rückten... er hat nämlich in W/H studiert und war nicht mehr im kurativen Bereich tätig, sondern in der IT-Branche, daher auch die Provokation am Anfang... Innerhalb der Diskussionsgruppen (5-6 Studienplatzaspiranten, 1 Dozent/-in der Uni) herrschte eine sehr nette Atmosphäre; die Themen waren so unterschiedlich, wie sie nur irgend sein konnten (korrektes Zwiebelschälen, Reisereportagen, Gewalt in der Pflege, Kunst und Medizin, der alte Mensch in unserer Gesellschaft und die Problematik des Demographiewandels) und wir Teilnehmer auch. Allerdings muss ich sagen, dass wenn man so unter Strom steht (man will ja schließlich einen der 42 Plätze), das Programm innerhalb der Gruppe anstrengend ist und man sich stetig aufraffen muss, weiter gegen die Müdigkeit anzukämpfen und sich in die Diskussionen einbringt... abends bin ich dann tot ins Bett gefallen, nachdem noch Studenten der Uni vorbeikamen und uns bei Wein Sekt und Bier einiges über das Leben und Studieren in Witten erzählten. Am nächsten Morgen ging es dann weiter mit den letzten Referaten und dem zweiten und letzten Einzelgespräch. Dieses hatte ich bei Frau Dr. Martini, innerhalb der Uni im Bereich des StuFu tätig. So vielseitig wie das StuFu waren auch die angerissenen Themata während des Gespräches. Vom Ablauf im Krankenhausalltag, dem stetigen Schwund von Nächstenliebe in unserer Gesellschaft, Kretinismus in den Massenmedien und, und, und, war alles vertreten. Auch sie ging auf meinen Lebenslauf ein, und drängte mich ziemlich in die Ecke, als sie mich stetig zu verbessern versuchte, als ich über die „typische deutsche Visite“ im Krankenhaus berichtete. Leider ließ ich mich davon auch ziemlich beeinflussen und verbesserte mich ständig (aktiv und passiv) nach ihrem Gutdünken... das war ein Fehler. Das weitere Gespräch war aber wirklich angenehm. Insgesamt dauerte es etwa knapp eine Stunde – etwas länger, als es hätte sein sollen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen am Sonntag war das Wochenende dann auch vorbei. Ich hatte eigentlich ein ganz gutes Gefühl, gerade weil auch der Vortrag sehr gut gelaufen ist. Zehn Tage später hatte ich leider eine Absage im Briefkasten... FAZIT: Die Wochenenden sind per se eine gute Einrichtung, da sie nicht nur die Tagesform innerhalb einer Stunde widerspiegeln. Doch wenn von knapp 1000 auf 120 reduziert wird, kommt dabei auch raus, dass die Geeignetesten bereits an dem Wochenende teilnehmen. Ich hätte jedem von uns mit vollem Herzen einen der Studienplätze gegönnt, doch es war von vorneherein klar, dass nur jeder dritte das Glück haben kann. Und so sitzt man dann schlussendlich mit einem Brief in der Hand zu Hause und kann die Entscheidung nicht nachvollziehen – egal, ob positiv oder negativ! TIPPS FÜR NACHFOLGENDE GENERATIONEN: Grundsätzlich sollte man eben so sein, wie man ist. Sicher sollte man sich Gedanken gemacht haben, wieso gerade Medizin – muss man ja auch, da man es im ersten Schritt der Bewerbung in schriftlicher Form begründen muss. Ebenso sollte man sich seinen eingeschickten Lebenslauf gut durchlesen und jede anzweifelbare Stelle kennen, um adäquat darauf reagieren zu können. Versucht das Gespräch aktiv mitzugestalten durch Fragen an den Interviewer, so könnt Ihr interessante Wendungen zu Euren Gunsten bewirken... VIEL ERFOLG!!! |
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