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Prüfungsprotokolle - 3. Abschnitt

Prüfer : Prof. Jonas Göhl
Uni : Erlangen
Fach : Chirurgie

Das folgende Prüfungsprotokoll wurde von einem Studenten
bei uns in die Datenbank eingetragen:


mündlicher Teil des 2. Staatsexamen (Frühjahr 2002, \"nach dem Schriftlichen\")Prüfungsdatum: Mittwoch, 10.04.2002, 14:00 UhrPrüfer: Prof. Jonas GöhlFach: Chirurgie1. \"Großes\" Fach:Prof. Jonas Göhl (Sekretariat 09131-85-33588, Durchwahl 09131-85-33270)Bettenprüfung am Montag, 08.04.2002 8:00 Uhr2. \"Kleines\" Fach:PD. Sven Albrecht (Sekretariat 09131-85-33680, Durchwahl 09131-85-33607)keine BettenprüfungBettenprüfung:Obwohl im Ladungsschreiben (am Grün-Donnerstag, 28.03.02 erhalten) verlangt wurde, man solle sich \"unverzüglich\" bei Prof. Göhl wegen der Bettenprüfung melden, war Prof. Göhl erst am Osterdienstag, 02.04.02 zu sprechen (vorher im Urlaub). Dann stellte er uns aber den Termin zur eigenen Bestimmung (also 02.04. bis 09.04.). Er stellte ebenfalls frei, ob man ihm am Tag der Bettenprüfung (Patient sollte um 8:00 Uhr zugewiesen werden) gegen 14:00 Uhr den Patienten kurz vorstellen wolle, oder erst in der eigentlichen Prüfung darüber reden wolle. Allerdings hat er so eine \"Vorprüfung\" sehr empfohlen, da \"man sich kennen lernen könne\" und dann ein grober Patzer in der Prüfung durch diesen positiven Voreindruck gut relativiert werden könne. Allerdings am festgelegten Tag der Bettenprüfung, lief alles etwas chaotisch (\"Ach, wollen Sie zu mir? Ach, Bettenprüfung?\" ® schnappt sich einen gerade vorbei kommenden Arzt: \"Sie suchen jetzt für diese Studenten Patienten aus!\", mehr bekamen wir von Prof. Göhl an diesem Tag nicht zu sehen, der andere Arzt wollte uns die Zuteilung der vier ausgesuchten Krankheitsbilder auf die vier Studenten überlassen, aber - nachdem wir uns nicht einigen konnten - wurde ausgelost) und obwohl er vorher so getan hatte, als ob das sehr erwünscht wäre, hatte er am Nachmittag keine Zeit für unsere Patientenvorstellung (\"es ist ja erst das 2. Staatsexamen, da ist das nicht so wichtig\").Er will möglichst vor, spätestens zur eigentlichen mündlichen Prüfung einen schriftlichen Bericht (\"darf handschriftlich sein, wenn leserlich, dann höchstens 2 DIN A4 Seiten\"), der vor allem als Grundlage für die Prüfungsfragen dient.Mündliche Prüfung:Prüfungsatmosphäre & Beurteilung des Prüfers:Stimmung mittel, eher etwas gespannt. Mineralwasser und Gläser waren vorhanden, wurden aber nicht angeboten und auch nicht verwendet. Prof. Göhl tendierte zu einer 3 Stunden Dauer, PD Albrecht eher zu 4 Stunden, insgesamt kamen knapp 3,5 h heraus.Ablauf: Zu Beginn Identitätskontrolle (Ausweis und Ladung mitbringen)! Bei jedem Studenten wurde immer ein Fach auf einmal komplett abgehandelt (ca. 20-30 min, Prof. Göhl stoppt die Zeit), dann kommt beim nächsten Studenten das jeweils andere Fach, es gab keine Pause/Unterbrechung während der 3,5 Stunden. In beiden Fächern wurden auch gerade besprochene Fälle des anderen Faches wieder aufgenommen: \"Welche Anästhesie verwenden Sie für den Patient, den Ihr Kollege gerade operiert hat?\"Reihenfolge: Vera Anästhesie - Jörg Chirurgie - Michael Anästhesie - Lars Chirurgie - Jörg Anästhesie - Michael Chirurgie - Lars Anästhesie - Vera ChirurgieVorteil bei Prof. Göhl: Bei jedem Studenten begann die Prüfung mit dem Krankheitsbild des in der Bettenprüfung untersuchten Patienten, bei den meisten blieb auch die gesamte \"Abfrage\" an dieser Krankheit ® d.h. man kann sich gut darauf vorbereitenBenotung gutNachteil bei Prof. Göhl: Er hat zu jeder Frage eine ganz genaue (meist kurze) Antwort im Kopf, die er unbedingt hören will; er bohrt so lange bis sie kommt, unterbricht aber sehr schnell, wenn man in eine andere Richtung geht oder \"darauf hin arbeiten\" will. Es ist nicht immer ganz klar, worauf er eigentlich hinaus möchteAb und zu lacht er sehr über eine (für ihn) offensichtlich falsche Antwort. Er zeigt ansonsten sehr wenig, ob er zu dem Gesagten eher positiv oder negativ steht.Themen:Glutealabszess: Was ist ein Abszeß? Was ist im Gegensatz dazu ein Empyem? Beispiele! (bohrt weiter bis auch Gelenke erwähnt wurden) Entzündungszeichen (Rubor, Dolor, Calor, Functio laesa). Fisteln: Nachweis (Farbstoff), Überleitung zu Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Morbus Crohn / Colitis ulcerosa, OP oder nicht, Heilung oder nicht.Magenfrühkarzinom: Wodurch Diagnose (Histologie, nicht allein Endoskopie). Klassifikationen (Laurén, WHO), Sicherheitsabstände (mit Zahlen!!), weitere Diagnostik, TNM, Bildgebung (Sono, CT ® ab welcher Größe kann man Tumoren/Metastasen im CT darstellen: ab ca. 2 mm Größe), Operationsverfahren, Magenresektionen, welche Post-OP-Probleme (Schlingen-Syndrome interessieren ihn nicht, will auf fehlenden unteren Ösophagus-Sphinkter mit resultierendem (nächtlichen) Reflux raus), Anatomie des Magens, Gefäße (Alle Magenarterien, welche woraus, was im Truncus coeliacus, welche bleibt bei 4/5-Magenresektion übrig? die A. gastroepiploica sinistra! A. hepatica propria - A. hepatica communis: wo ist der Übergang zwischen beiden? bei Abgang der A. gastroduodenalis, nicht bei A. gastrica dextra); Zeichen, das mit reiner Inspektion des Thorax, ohne Apparate, höchstens durch Palpation, bereits auf einen Blick die nicht mehr kurative Metastasierung des Magen-Ca anzeigt? geschwollene Virchow-Drüse (wo liegt diese? am linken Venenwinkel, Einmündung des Dct. thoracicus), ganz kurz am Ende Bilroth I, II, keine Braunsche Fußpunktanastomose, kein Roux-Y; aus welchen Städten kommen und wo haben hauptsächlich gearbeitet und was für Fachrichtungen: Virchow (Pathologe, Schweiz/Österreich/Wien) und Bilroth (Chirurg)Gallensteine: Symptome, Operationsverfahren (Vor-/Nachteile endoskopisch oder offen; endoskopisch schnellere Entlassung, aber nicht schnellere OP, eher mehr Komplikationen), Komplikationen (Choledochus-Verletzung am wichtigsten), Gallenblasenhydrops, Cholezystitis, mit Sono-Zeichen, wie funktioniert Sono, was kann man sehen / was nicht, DD , auch DD akutes Abdomen, kurz Ulcus-ErkrankungenSchilddrüse: klinische Symptomatik, Laboruntersuchungen (welche Werte, was ist was, Regelkreis Schilddrüsenhormone), Sono, Röntgen, Szintigraphie (wie funktioniert die, was sieht man, wie warum, Unterschiede zum Röntgen, gehört zur Nuklearmedizin, nicht zur Radiologie), Aufklärung und Komplikationen (mit Häufigkeiten, wollte Zahlen! Erst-OP und Re-OP getrennt): Recurrens-Parese (einseitig oder beidseitig?) jeweils welche Klinik, welche KonsequenzenTips für nachfolgende Prüflinge / Besonderheiten:Vorbesprechung (eigentlich eh verlangt) ist sinnvoll, allerdings ziemlich kurz und nur im Stehen. Vor allem zum Termin-ausmachen für die Bettenprüfung, aber auf Nachfragen auch Themeneingrenzung:keine Neurochirurgie, keine Herzchirurgie, nicht speziell, Unfallchirurgie höchstens ausnahmsweise, vor allem Visceralchirurgie, außerdem \"normale\" Grundlagen wie z.B. Wundheilung, Infusionslehre (Infektionen?), etwas rechtliche Grundlagen (Aufklärungen...), keine Details.