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Auswahlgesprächsprotokoll Detail

 
Auswahlgesprächsprotokoll:
Protokoll eingefügt 16.09.2009
Ort/Uni:  Hamburg, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Semester:  WS 2009/10
Anzahl Prüfer:  2-4
   
Atmosphäre:  eher locker
Dauer:  0 Std.
Note:  0
Kleidung:  gehobene Freizeitkleidung
Gespräch: 
Ich hatte mein Gespräch am 02.09. um 13:30. Die Einladung dazu bekam ich etwa 2-3 Wochen davor. Mit der Einladung kam auch ein Fragebogen (dreifach ausgefertigt), der handschriftlich ausgefüllt und an die MHH zurückgeschickt werden musste. Zudem wurde eine Gesprächsgebühr von 15€ erhoben. Eingeladen wurden 426 Bewerber, zu verschiedenen Terminen, nach der Durchschnittsnote, es gibt aber nur für 1/3 davon Studienplätze. In die endgültige Bewertung fliesst zu 51% die Abiturnote und zu 49% die Auswahlgesprächsnote ein.

Als ich ankam wurde ich von Studenten des AStA empfangen, es gab Kuchen, Trinken und Süßigkeiten von denen man sich satt essen durfte. Mit mir warteten noch einige andere Bewerber auf das AWG, insgesamt vielleicht 15 Leute, denn man musste 1h früher da sein um sich anzumelden. Das ganze war sehr entspannend, man konnte sich von den Studenten schon sehr viele gute Informationen holen und sich auch mit den anderen Kandidaten austauschen.
Grundsätzliche Infos waren z.B., dass man auf die Frage "weshalb Medizin?" niemals mit "Ich möchte Menschen helfen!" antworten sollte, dass man ehrlich bleiben soll und, dass die Gegenüber im Gespräch oft Fragen stellen, die man nicht beantworten kann (also auch hier ehrlich bleiben und sagen: "Es tut mir leid, diese Frage kann ich nicht beantworten." und nicht versuchen irgendetwas aus der Nase zu ziehen).
Als dann der eine oder andere aus dem Gespräch kam und seine Erfahrung mit uns teilte, kam auch bei mir die Nervosität. Ich habe eigentlich gedacht, dass ich das locker angehen könnte, weil ich bereits im SoSe '09 an der Charité ein Gespräch hatte und ungefähr eine Vorstellung davon hatte was mich erwartet. Aber am Ende wird man doch unruhig und Ehrgeiz mischt sich mit Versagensängsten.^^ Aber keine Panik, das geht schnell vorüber.

Dann hatte ich mein Gespräch. Meine Gegenüber waren ein Gefäßchirurg und ein Anästhesist (ich kann mich an beide Namen nicht mehr entsinnen), die nach eigener Aussage zusammen arbeiten würden. Sie empfingen mich freundlich und lächelten beide, ein Bild das ich nicht erwartet hatte. Das lockerte meine Anspannung und auch die Stimmung.
Vielleicht sollte ich noch sagen mit welchen Vorraussetzungen ich ins Rennen ging, da das für den Gesprächsverlauf eine nicht unerhebliche Rolle spielt:
Abi 1,9; Zivi geleistet; 2 Monate KPP; 1 Semester Bio.

Die Zentrale Frage kam gleich zu Beginn: "Warum Medizin?"
Diese Frage wird auf jeden Fall kommen!!! Überlegt euch schon im Vorraus was ihr darauf antworten wollt. Sie werden sicher auch während des Gesprächs eure Argumente nochmal aufnehmen und hinterfragen, also auch darauf muss man gefasst sein!
Daraufhin fragten sie mich welche molekularbiologischen Prozesse des menschl. Körpers ich kenne.
Als nächstes wurde ich nach meinen Zukunftsplänen gefragt , wie ich mir das Med. Studium und die Arbeit als Mediziner vorstelle (dazu konnte ich dann natürlich viel aus dem Zivildienst und den KPP erzählen) und wie ich zum Thema Familienplanung stehe.
Danach wurde das Gespräch sehr locker und sie begannen mich nach meiner Familie und meinen Hobbies zu fragen, was für Bücher ich lese, wie mein Biostudium läuft und was die Uni Mainz zu bieten hätte. Der Gefäßchirurg kam aus Mainz, war ein Angler und da ich Angeln als eines meiner Hobbies genannt hatte musste ich auch dazu etwas erzählen. Naja, besser als Fachfragen, aber ich hatte etwas das Gefühl, dass ihnen die Themen ausgingen. Sie fragten mich wie ich mit Kritik zurecht käme und als ich scheinbar zufriedenstellend antwortete, begannen sie mich zu kritisieren. Sie meinten ich solle mir beim nächsten Mal das Hemd in die Hose stecken und mich schicker machen. Dazu käme, dass ich der einzige wäre, der keinen Lebenslauf mitgeschickt hätte, was es ihnen erschwert hätte brauchbare Informationen zu bekommen. Und mit 1,9 bräuchte ich nicht zu viel erwarten, da es keine schlechteren Bewerber gäbe. Als ich das bejahte wurde es wieder locker und wir sprachen über meine Fachschaftstätigkeiten und über mein ehemaliges Gymnasium (ich besuchte ein Biotechnologisches Gymn., was offenbar deren Interesse weckte).
Danach war auch schon eine knappe halbe Stunde vorbei und die zwei Ärzte beendeten das Gespräch mit der Aussage, dass sie mir nichts versprechen könnten, aber darüber nachdenken mir die volle Punktzahl zu geben, damit ich eine Chance hätte. Damit war ich vollkommen zufrieden, es war, nach der Aktion in Berlin, mehr als ich erwartet hatte!

Wenn man das ganze Gespräch zusammen nimmt, war es eigentlich ein hin und her zwischen locker und ernsthaft, bzw. Stress und noch mehr Stress für mich. ;-) Wichtig ist denke ich, dass man genau in diesen Situationen nach aussen hin versucht ruhig zu wirken und sich nicht reizen oder verängstigen zu lassen. Und Ehrlichkeit ist oberstes Gebot.
Was ich vergessen habe ist, dass ich auch gefragt wurde: "Weshalb Medizin in Hannover?" Ich war ehrlich und antwortete, dass ich aufgrund meiner DN keine Wahl habe und dabei beliessen sie es.

Das Ergebnis ist, dass ich 14 von 15 Punkten bekommen habe und die telefonische Zusage.
Allerdings war es selbst mit 14 Punkten enorm knapp am Grenzrang. 13 hätte sehr wahrscheinlich nicht mehr gereicht. Aber eine realistische Chance besteht auch für 1,8 und 1,9er! Ich hoffe, dass ich nächste Woche eine schriftliche Zusage der ZVS im Briefkasten habe und dann ist die Welt in Ordnung. ;-)

Ich wünsche Denjenigen viel Glück, die es im Wintersemester 10/11 versuchen!
Achso und schickt unbedingt einen handschriftlichen Lebenslauf mit, da stehen die total drauf!

Grüße


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