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Facharztprüfungprotokoll detail

 
Prüfungsprotokoll:
 
Ort/Uni:  München, Ludwig-Maximilians-Universität
Fach:  Allgemeine Chirurgie
Prüfer:  test test tset
   
Atmosphäre:  eher locker
Dauer:  0 Std.
Note:  0
Vorgespräch: 
Kleidung:  Anzug
Gespräch: 
Protokoll Facharztprüfung Allgemeinmedizin, 02.02.2016

Namen der Prüfer leider nicht mehr erinnerlich, drei Prüfer (zwei niedergelassene Allgemeinmediziner, ein Professor der Chirurgie). Dauer ca. 30 min, Hosenanzug.
Wurde anfangs gefragt, ob ich damit einverstanden wäre das Gespräch aufzuzeichnen. Im Falle des Bestehens würde es sofort gelöscht werden, falls nicht wäre es zur Dokumentation. Ich war natürlich einverstanden.
Insgesamt ein sehr kollegiales Prüfungsgespräch, Betonung auf Gespräch.
Erste Fallvorstellung: 76jähriger Patient wird von der Tochter gebracht konnte vor 1 Stunde einen Arm nicht mehr heben und nicht mehr richtig sprechen. Patient wollt eigentlich gar nicht mit. Vorerkrankung nur art. Hypertonus. Eingestellt mit Ramipril Werte um 145/95. Was machen Sie?
Antwort: Es handelt sich um eine TIA, oftmals Vorbote für Apoplex, also unbedingt Krankenhauseinweisung. Weitere Abklärung stationär zeitnah, EKG, Carotiden Doppler, LZ-EKG, Echo
Möglicherweise bedingt durch VHFli…
Daraufhin EKG vorgelegt bekommen – war VHFli. Bei 25mm/sek für mich nicht ganz so eindeutig, p Wellen waren eh nicht beurteilbar, aber da doch arrhythmisch und was sollte es denn sonst sein….
Weiter ging’s mit Frage nach Therapie – natürlich Antikoagulation. Dann sind wir beim Thema Marcumar versus NOAK gelandet. Ich habe kein Blatt vor den Mund genommen und gesagt, dass sowieso die meisten Patienten mit NOAK aus der Klinik kämen, ich falls es keine Kontraindikationen gäbe den Patienten ambulant eher nicht umsetzen würde und wenn ich selber die Wahl hätte wahrscheinlich auch lieber Xarelto nehmen würde und nicht ständig meinen INR kontrollieren lassen wollen würde. Das hat der Kollege dann freundlicherweise abgenickt und noch angemerkt, dass es ja auch eine Entscheidung des Patienten wäre. Wurde dann noch gefragt, was man unter NOAK kontrollieren müsse. Natürlich die Niere.
Zweite Fallvorstellung war dann im Bereitschaftsdienst eine 36 jährige Frau mit Rückenschmerzen. Red flags abgefragt (Trauma, Infektion, Osteoporose fällt sowieso flach, Schwangerschaft, keine Vorerkrankungen, Medikamente), kurze neurolog. Untersuchung (Reflexe, Laseque, Blasen-Mastdarmstörung, Zehenspitzen und Hackengang, Nierenlager). Da keine Auffälligkeiten Aufklärung über Gutartigkeit des Verlaufs, NSAR oral, AU. Wurde noch gefragt, was ich von i.m. Injektionen halte. War auch ehrlich nämlich gar nichts! Gefährlich wegen Infektionsgefahr, Nervenverletzung, intravasale Injektion…. Die Spritzerei und insbesondere Patienten, die unbedingt Spritzen haben wollen, gehen mir ziemlich auf die Nerven. Breite Zustimmung. Ich habe allerdings auch zugegeben, dass ich da auch schon resigniert habe….
Dritte Fallvorstellung: 46jähriger Mann kommt in die Praxis und meint er käme seit längerem nicht mehr „in die Puschen“ (schreibt man das so?). Ich hatte erst mal 76 Jahre verstanden und irgendwas von Altersdepression und Schilddrüse gefaselt. Nach irritiertem Blick des Prüfers habe ich dann doch geschalten und nochmal das genaue Alter erfragt…
Dann war die Sache klar. Frage nach Zeitraum – 2 Monate, beruflicher und privater Situation – Überlastung und Eheschwierigkeiten, Interessenverlust – ja, Antrieb gemindert – konnte sich kaum aufraffen in die Praxis zu kommen. Hinweis, dass unbedingt Suizidgedanken abgefragt werden müssen. Diese würden bejaht – habe mir den Baum schon ausgesucht. Dann klare Indikation zur Klinikeinweisung. Wollte noch so ein bisschen schonender eventuell nach Paktfähigkeit fragen, aber wurde dann unterbrochen und es hieß ich hätte es ja schon gesagt – in die Klinik.
Dann kommt Patient nach der Klinik wieder zu mir, weil ich so gut bin und will Medikamente absetzen. Klares Nein. Hätte vielleicht noch mehr auf die psychotherapeutische Betreuung drängen sollen…
Dann Bilder:
1. Fazialisparese – habe ich nicht erkannt, da ich Dermabilder erwartet habe, Hinweis auf den Mundwinkel zu schauen, dann klar. Formen zentral –peripher
2. Leberzirrhose mit Aszites
3. BAA, mir wurde gesagt, dass es sich um einen Querschnitt handelt, die Wirbelsäule war dann der Schallschatten
4. Metastasenleber
5. Harnstau
6. Nierenstent
7. Druckulcus am Beinstumpf mit Umgebungsrötung, Diabetes mellitus – Wundbehandlung, Abstrich, Antibiose
Also ich habe es geschafft, sehr nette Prüfer, Fragen wirklich aus der Praxis ohne Abfragen von Scores (die hatte ich mir mühsam eingeprägt und schon wieder vergessen) und hat schließlich sogar Spaß gemacht! Toi, toi, toi.

Vorbereitet habe ich mich mit Prüfungsguide Allgemeinmedizin (sehr empfehlenswert), die 50 wichtigsten Fälle der Allgemeinmedizin (ganz gut, aber nicht immer Leitlinien gerecht z.B. bei Gicht), die 50 wichtigsten Fälle EKG von Maximilian von Karais und Nikolaus Trautmann (sehr gut), 100 Fälle Allgemeinmedizin von Reinhold Klein ( zu umfangreich, eher so zum Schmökern), Mader: Allgemeinmedizin und Praxis: Anleitung in Diagnostik, Therapie und Betreuung. Facharztprüfung Allgemeinmedizin (nicht empfehlenswert, sehr viel Gelaber und Checklisten mit Aufzählungscharakter, die man eigentlich nicht braucht, Internetangebot ist ein Witz), aber wichtig - DEGAM Leitlinien, Kurzversion ausreichend), STIKO! und der gute alte Herold.

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