Abenteuer Zahnmedizin

Beta-Version des MEDI-LEARN Bereiches für Studienbewerber, Zahnmedizinstudenten und junge Zahnärzte

Gute Zähne nicht vererbbar

„Ich habe da aber auch echt schlechte Anlagen. Ich kann machen, was ich will. Ich habe immer ein neues Loch im Zahn.“ – Sätze, die wohl jeder schon einmal gehört hat. Doch das stimmt überhaupt nicht, wie Forscher jetzt herausfanden.
Ein Team vom J. Craig Venter Institue in La Jolla, Kalifornien, um Mikrobiologin Karen E. Nelson verglich Mundflora und Zahngesundheit von 280 zweieiigen und 205 eineiigen Zwillingspaaren im Alter von 5-11 Jahren.
Zwar wiesen eineiige Zwillinge viel häufiger eine ähnliche Bakterienflora in der Mundhöhle auf, jedoch waren unter den gemeinsamen Bakterien vor allem solche, welche überhaupt nicht mit Karies assoziiert sind.

Die Übereinstimmung sank jedoch bereits in den ersten Lebensjahren. Je älter die Kinder wurden, desto stärker beeinflussten Ernährung und Zahnpflege das Auftreten einer Karies.

Festzuhalten ist also, dass die bakterielle Zusammensetzung der Mundflora zwar genetisch festgelegt ist, ihre Wirkung jedoch auf das frühe Kindesalter begrenzt ist. Zudem bezieht sich dieser Fakt vor allem auf Bakterien, die mit der Zahngesundheit nicts zu tun haben. Potentiell kariogene Taxa werden wahrscheinlich nicht durch genetische Faktoren kontrolliert.
Je älter also ein Mensch wird, desto mehr steigt der Einfluss von Zahnpflege und Ernährung auf die Zahn- und Mundgesundheit.

Karen E. Nelson et al., Host Genetic Control of the Oral Microbiome in Health and Disease, in: Cell Host & Microbe, Volume 22, Issue 3, p269-278.e3, 13 September 201


(Bildquelle)

Einen Kommentar schreiben


WordPress SEO fine-tune by Meta SEO Pack from Poradnik Webmastera