Behandlung trotz Sprachbarriere

26. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Viele Praxen und Kliniken stehen im Alltag immer häufiger vor dem Problem der Verständigung durch die steigende Zahl von Flüchtlingen als Patienten. Um dieses Verständigungsproblem zumindest ein bisschen einzudämmen, hat die Bundeszahnärztekammer eine Reihe von Piktogrammen herausgegeben.

Dabei sollten die kleinen Bilder auf keinen Fall die mündliche Aufklärung ersetzen. “Es muss gesichert sein, dass die Gefahr von Missverständnissen ausgeschlossen ist. Wenn zu befürchten ist, dass der Patient die ärztlichen Erläuterungen nicht richtig versteht, muss die Zahnärztin/der Zahnarzt grundsätzlich eine sprachkundige Person hinzuziehen”, heißt es seitens der BZÄK. Die Seiten sollten im Din A4 Format ausgedruckt werden und dann auf A5 zurechtgeschnitten werden. Um den Einsatz am Patientenstuhl zu gewährleisten, ist es empfohlen die Piktogramme zu laminieren.

Die Bilder können kostenfrei auf der Website der BZÄK heruntergeladen werden.


(Quelle)

 

 

Amalgam zunehmend auf dem Abstellgleis

23. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Immer öfter wird heutzutage zu Kompositen gegriffen, wenn eine Füllung indiziert ist, auch weil das Amalgam in der Bevölkerung kein besonders hohes Ansehen genieß.
Dies wird nun auch noch durch eine neue Vorschrift der Europäischen Union unterstützt.

Die ab Juli 2018 gültige Verordnung, soll bestimmte Risikogruppen vor dem enthaltenen Quecksilber schützen. Dies gilt insbesondere für Kinder und schwangere oder stillende Frauen. Künftig soll bei solchen Patienen eine Amalgamfüllung nur noch in absoluten Notfällen zur Versorgung dienen.

Ein grundsätzliches Verbot von Amalgam als Füllungsstoff ist somit erst einmal vom Tisch. 2020 soll geprüft werden, ob es Zahnärzten ab 2030 möglich ist, ganz darauf zu verzichten.

Dieer Kompromiss zwischen dem EU-Parlament, den Mitgliedsländern und der Kommission ist Teil eines Pakets zur Umsetzung der sogenannten Minamata-Konvention, welche die Nutzung von Quecksilber eindämmen soll. Amalgam gilt dabei besonderes Augenmerk.

Der Stoff dient seit Jahrzehnten als gängiger und vor allem von den Krankenkassen gezahlter Füllstoff, da er sehr billig ist.  als billige und gängige Lösung, um Löcher in den Zähnen zu füllen. Allerdings gelangen so in der EU 75 Tonnen Quecksilber jährlich in den Umlauf. Der Trend geht in Deutschland mittlerweile zu Kompositfüllungen, jedoch ist das Amalgam in anderen EU-Ländern immer noch Füllmaterial Nummer eins.

Zu Bedenken ist jedoch, dass die Amalgamfüllungen für den Patienten als ungefährlich gelten, da diese im Mund verkapselt sind. Kritiker thematisieren jedoch vor allem die Gesundheitsrisiken bei der Verarbeitung und der Entsorgung der Füllungen sowie bei der Verbrennung von Verstorbenen in Krematorien.

Quecksilber kann sich über die Atmosphäre in unsere Nahrungskette einschleichen und sich so letztlich im Körper anreichern. Zum 01.01.2019 wird eine eigene Sammlung und sichere Entsorgung quecksilberhaltiger Abfälle durch die Zahnarztpraxen vorgeschrieben. Die EU-Staaten sind angewiesen Aktionspläne aufstellen, um die Nutzung zu vermindern.

Die Zahnärzte hatten sich im Laufe der jahrelangen Debatte gegen ein Verbot von Amalgam ausgesprochen. Andere Arten von Zahnfüllungen wie Keramik oder Gold gelten als weniger haltbar und sind deutlich teurer, sodass die Patienten zu hohen Zuzahlungen gezwungen sind. Bei Kunststofffüllungen besteht ebenfalls das Problem, dass Bausteine in den Körper gelangen und Schaden anrichten können.

Amalgamfüllungen als Kurseinheit in der universitären Ausbildung künftiger Zahnärzte, da zumindest bis 2030 kein Verbot in Sicht ist.

 

Amalgam

Pianist trotz Querschnittslähmung – auch Dank der Zahnmedizin

21. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Dank einer speziell konstruierten Funkbeißschiene war es dem 15-jährigen qurschnittgelähmten Pianisten Alberto Mancarella aus Los Angeles möglich Auszüge aus dem Italienischen Konzert von Bach zu spielen. Diese Möglichkeit hatte er bei einer feierlichen Preisverleihung der Deutschen Stiftung Querschnittslähmung (DSQ).  Mithilfe seiner Zunge konnte er so das rechte Fußpedal des Klavierflügels bedienen – eine bisher einzigartige Methode.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es für querschnittgelähmte Klavierspieler – meist Unfallopfer – elektromagnetische Pedalsteuerungen. Impulsgeber können Lichtschranken, Kopfstützen, Rückenlehnenkissen etc. sein und ermöglichen den behinderten Pianisten, auch pedalnotierte Partituren zu spielen. Nachteil: Magnete sind für den pianistischen Einsatz zu undifferenziert, weil sie durch entsprechende Schalter das Pedal des Flügels lediglich ein- und ausschalten können.

Die Klavierpedalen mit der Zunge bedienen

“Zwischenstufen wie etwa Halbpedal oder Flatterpedal sind so nicht möglich. Hinzu kommt, dass die unterstützende Technik für den Konzertbesucher immer sichtbar war”, erklärt Dr.-Ing. Rüdiger Rupp. Er ist der Leiter der Sektion Experimentelle Neurorehabilitation des Querschnittzentrums am Universitätsklinikum Heidelberg und entwickelte mit seinem Team innerhalb von fast zwei Jahren eine Beißschiene, welche einen druckempfindlichen Sensor beinhaltet, die der Pianist im Mund trägt. Diese ermöglicht die Steuerung des Pedals, je nach Partitur.

“Wir werten die Kraft aus, mit der ein Querschnittgelähmter die Zähne zusammenbeißt. Je nachdem, wie stark er dies tut, kann er die Stellung des Pedals kontrollieren”, beschreibt er seine Innovation. Schon vor 9 Jahren wurde er für diese Erfindung mit dem Innovationspreis der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung ausgezeichnet, welcher immerhin mit 15.000€ dotiert ist.

Die Mutter des querschnittsgelähten Alberto wandte sich daraufhin an Rupp. Alberto erkrankte bereits im Alter von vier Jahren an eine Tumor, der zu einer Schädigung des Rückenmarks führte. Sein Wunsch, Pianist zu werden, blieb jedoch. Dank seines ungebändigten Willens spiet er mittlerweile so gut, dass er sogar ein Stipendium für seine musikalische Ausbildung ergattern konnte.
Doch weiterhin blieb das Problem, dass Alberto Stücke, die ein Bespielen des Pedals erforderten entweder gar nicht oder nur sehr eingeschränkt spielen konnte. Als sich seine Mutter 2011 an den Heidelberger Ingenieur wandte, war die Schiene noch nicht ausgereift.

“Die Arbeit an der Funkbeißschiene lag damals auf Eis. Doch Albertos Geschichte, seine Zielstrebigkeit, haben mich so fasziniert und bewegt, dass ich ihm unbedingt helfen wollte”, erinnert sich Rupp. Die Forschung konnte mit dem Preisgeld von 2008 sowie der privaten Spende in Höhe von 10.000€ vorangetrieben, und die Schiene weiterentwickel weden. Ein kleiner, druckempfindlicher Sensor ist nun inter den Schnidezähnen befestigt. Die Zungenkraft wird Steuersignale umgesetzt und an den Motor gesendet.  Dies ermöglicht eine bessere Druckregulation als beim Vörgänger, auf welchen Gebissen werden musste. Weiterhin wurde die Technik verbessert, sodass sie nun in den Mund des Teenagers passt. Auch ein leistungsstärkerer Motor wird nun verwendet.

Vor seinem großen Auftritt konnte Alberto nur die Bedienung des Zungensensors mithilfe eines speziellen Trainingsprogrammes am Rechner üben. Am Klavier konnte er erst fünf Tage vor dem Auftritt das erste Mal üben.

Pläne für die Weiterentwicklung der Beißschiene hat Rupp bereits parat. Auch Anfragen anderer querschnittsgelähmter Musiker seien bereits bei ihm eingegangen.

Durch ein breiteres Anwendungsgebiet hofft der Forscher, das Interesse der Industrie sowie weiterer Förderer zu wecken, damit die Forschung und Entwicklung vorangetrieben werden kann. “Ohne diesen beeindruckenden Jungen hätte ich dieses Projekt nicht weiter verfolgt”, erklärt Rupp.

Einen Bericht über Alberto könnt ihr hier sehen:

Parodontitis? – Nicht mit den Römern!

17. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Parodontitis ist ein häufiges Problem. Jedoch zeigt eine aktuelle des King’s College in London, dass die Römer viel weniger darunter litten, als die modernen Briten heute.
Hierzu wurden Schädel aus den Jahren 200-400 v. Chr. untersucht. Lediglich 5% zeigten Folgen einer mäßigen bis schweren Parodontis, wobei de Prävalenzrate zwischen 20 und 60 Jahren annähernd konstant geblieben ist. Erst danach stieg sie auf rund 10%, wobei die Anzahl der betroffenen Zähne im Alter zuahm.
Karies konnte in rund 50% der Kohorte festgestellt werden, eine Pulpitis und apikale Parodontitis lagen bei 25% vor.

Die von dieser  Arbeitsgruppe vorgelegten Ergebnisse sind für Insider keine Überraschung. Seit  Jahren steht das menschliche Microbiom zunehmend im Fokus weltweiter Forschung. Führend sind hier zwei große Projekte: in den USA ein Projekt des National Institutes of Health Human Microbiome Project (HMP) und in Europa das Projekt Metagenomics of the Human Intestinal Tract

Die Zusammensetzung der Bakterien in der Mundhöhle hat sich während der Kulturgeschichte mehrfach verändert

Hauptgrund für die Zunahme von Parodontopathien liegt vor allem in der veränderten Zusammensetzung der Bakterien in der Mundhöhle. Dabei standen zwei Ereignisse im Vordergrund.

1. Der Übergang vom Jäger-Sammler-Dasein zur bäuerlichen Lebensweise, der die Umstellung der Ernährung zu einer kohlenhydratreichen Kost bewrikte und dazu führte, dass sich das relativ ausgeglichene Mikrobiom der Mundhöhle hin zu stärker pathogenen Keimen in der Mundhöhle veränderte. In erster Linie zu nennen sind hier: Streptococcus mutans, Porphyromonas gingivalis, Tannerella- und Treponema-Bakterien, die unter anderem für Karies und Parodontitiden verantwortlich sind.

2. Die zweite Umstellung der Ernährung erfolgte zu Beginn der industriellen Revolution: Industriezucker, gekochte Nahrung, Konserven etc.

Der schlechte orale Gesundheitszustand in der britischen Bevölkerung im Vergleich zu den Römern lässt sich also auf einen Wandel in der Ernährungsweise zurückführen. Dies gilt jdoch nicht nur für die Briten, sondern weltweit, vielleicht ausgenommen der wenigen Menschen, die fernab der Zivilisation leben.

Die Studie könnt ihr hier einsehen.

(Bildquelle)

Gebraucht ist in!

10. April 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Second Hand ist gefragt wie selten zuvor. Egal ob Bücher, CDs, Handys oder Kleidung. Durch gebrauchte Sachen kann man viel Geld sparen. Plattformen wie Shpock oder Kleiderkreisel boomen.
Was das mit dem Studium der Zahnmedizin zu tun hat?
Nun, auch hier könnt ihr durch den Kauf gebrauchter Materialien eine Menge Geld sparen. Euer Vorklinik- bzw. Klinikset könnt ihr meist zu einem guten Preis den Kommilitonen aus dem Examenssemester abkaufen. Hierfür gibt es auf Facebook entsprechende Gruppen für die einzelnen Universitäten (z.B. Kieler Zahnibörse). Der Nachteil hierbei: Zutritt zu den Gruppen erhalten nur Studenten der jeweiligen Unis. Für einen bundesweiten Austausch könnt ihr das Portal Zahnikreisel nutzen. Hier könnt ihr Kavo-Modelle, Bohrersets und sogar Artikulatoren günstig erwerben. Auch ein Besuch bei Ebay kann sich lohnen.

Für den Erwerb gebrauchter Lehrbücher organisieren die Fachschaften eurer Universitäten meist zum Start des Wintersemesters entsprechende Bücherflohmärkte. Doch auch für diesen Bedarf gibt es bereits eigene Plattformen wie z.B. KnickKnacks.

Ihr seht also, dass es genügend Möglichkeiten gibt, zumindest ein bisschen Geld in diesem, doch sehr teuren Studium zu sparen. 😉
Wir wünschen viel Spaß beim Shoppen!


(Bildquelle)

I was scared of dentists…

7. März 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

So wie in diesem Song von Vance Joy sprechen viele Menschen über ihren Zahnarzt.
Zumeist wird der Besuch beim Zahnarzt als unangenehm empfunden und die Terminvereinbarung lange vor sich hergeschoben.
Trotzdem ergab jetzt eine Zufriedenheitsumfrage des Portals Jameda, dass die Patienten bei der Bewertung der Fachärzte die besten Noten an die Zahnärzte verteilten. 😀
Im Durchschnitt erhielten die Zahnärzte die Note 1,33. Den zweiten Platz belegen die Fachärzte der Urologie, allerdings mit einem Schnitt von 1,63.
Am schlechtesten schneiden die Dermatologen bei dieser Umfrage ab. Im Durschnitt vergaben die Patienten die Note 2,42.
Zu beobachten ist der Trend, dass die Zufriedenheit der Patienten seit 2013 um 0,10 Notenpunkte, von 1,85 in diesem Jahr auf 1,75 gestiegen ist.
Ein weiterer Trend, der allerdings nicht freudig zu beachten ist, dass die Zufriedenheit von privat versicherten Patienten größer ist, als die gesetzlich Versicherter.

 

Zahnmedizin-Abschluss ohne Patientenkontakt

21. Februar 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Nein, hierbei handelt es sich leider nicht um eine Scherz, sondern um die bittere Realität für 10% ALLER Absolventen in der EU.
Insgesamt wurden, im Rahmen einer Umfrage der European Dental Students Association (EDSA), 2015 23.300 Absolventen der Zahnmedizin aus 26 EU-Staaten befragt, von denen allerdings nur 1000 junge Zahnärzte aus 19 Ländern antworteten.

Das Ergebnis war, dass praktische Behandlungen (wie z.B. Prothetik oder Endodontie) unterschiedlich oft durchgeführt wurden, sodass etwa jeder dritte Student in seinem Studium noch nie einen Zahn mit einer Krone versorgt hatte. Gleiches trifft für Erfahrungen mit medikamentösen Behandlungen zu. Sogar jeder zweite Befragt gab an, noch nie eine Wurzelbehandlung am Patienten durchgeführt zu haben.

Trotz der erschreckenden Zahlen im Rahmen der praktischen Ausbildung trauen sich 75% der Abgänger die Hälfte der 34 abgefragten Behandlungen zu selbstständig durchzuführen.

Es sei es nicht “Zweck der Untersuchung, mit dem Finger auf ein Land oder eine Universität zu zeigen”, sagt Studienautor Marco Mazevet über Ergebnisse. Weiterhin sollten keinesfalls ausländische Zahnärzte stigmatisiert sein. Vielmehr sollte an den Universitäten eine gleichwertige Lehre sichergestellt sein, sodass alle Studenten eine gleichwertig qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten.

Das Problem liegt vor allem in der, seit 2005 geltenden EU-Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/36/EG). Diese sieht vor, dass die EU-Mitgliedsstaaten die jeweiligen Berufsabschlüsse als gleichwertig anerkennen und den Berufsangehörigen freien Zugang zum heimischen Arbeitsmarkt gewähren. Dazu heißt es in Abschnitt 4, Artikel 34D: “Die Zulassung zur zahnärztlichen Grundausbildung setzt den Besitz eines Diploms oder Prüfungszeugnisses voraus, das in einem Mitgliedstaat für das betreffende Studium die Zulassung zu den Universitäten oder den Hochschulen mit anerkannt gleichwertigem Niveau ermöglicht.”

Die Studenten in der EU müssen “mindestens 5.000 Stunden theoretische und praktische Ausbildung auf Vollzeitbasis” absolvieren. Genauhier liegt jedoch das Problem: Es ist nicht genau definiert, wie viele der Stunden in die theoretische beziehungsweise praktische Ausbildung fließen müssen.

Die EU-Kommission will den Sachverhalt nun prüfen, da es sich hierbei möglicher Weise um einen Verstoß gegen die, in den Berufsanerkennungsrichtlinien festgelegten,  Mindestvorgaben der zahnärztlichen Ausbildung handeln könnte, da das EU-Recht klar vorschreibt, dass eine praktische Ausbildung zu erfolgen habe.

Trotz allem ist “Die deutsche Zahnmedizin ist in diesem Zusammenhang und im europäischen Vergleich nach wie vor gut aufgestellt. Auch, wenn die Hochschulen darüber klagen, nicht ausreichend Patienten für die Ausbildung zu besitzen, ist der Stellenwert der praktischen Ausbildung sehr hoch”, erklärt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Allerdings betonte er auch, dass dieser Fakt, auch unter einer neuen Approbationsordnung, weiterhin sichergestellt werden muss.

Phantomsaal, statt Patientenkontakt – leider an viel zu vielen Unis alltäglich:

(Bildquelle)

Miss Universe im Einsatz für Zahn- und Mundgesundheit

31. Januar 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Wer hätte gedacht, dass Zahnmedizin und die Wahl der Miss Universe 2016 etwas miteinander zu tun haben könnten? – Wohl kaum jemand.
Und doch ist dies in diesem Jahr der Fall. Denn die gestern in Manila (Philippinen) gekürte Miss Universe 2016 ist die Französin Iris Mittenaere. Die 24-jährige ist Zahnmedizinstudentin an der Universität Lille und setzte sich im Finale der 65. Ausgabe des Schönheitswettbewerbes gegen ihre Konkurrentinnen aus Kolumbien und Haiti durch. Mit ihrem Titel ist sie die erste französische Miss Universe seit 1993.
Neben ihrem Studium der Zahnmedizin liebt Mittenaere Extremsportarten und kocht gerne französische Gerichte. Außerdem liebt sie es, andere Menschen glücklich zu machen.
Wie sie ihr Wahlversprechen, sich für die Zahn- und Mundgesundheit einzusetzen, aus dieser Position heraus jedoch einlösen will, verriet sie bisher nicht. 😉

Für mehr Infos über den Wettbewerb und die glückliche Gewinnerin schaut doch mal hier vorbei.

Zahnpasta als “Nahrungsergänzungsmittel” für Veganer

25. Januar 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Dass eine vegane Ernährung aktuell im Trend liegt, ist wohl hinreichend bekannt und kaum zu übersehen, da viele Produkte neuerdings den Hinweis “vegan” auf ihre Verpackung drucken lassen. In Deutschland leben ca. 900 000 Menschen vegan – Tendenz steigend.
Bei veganer oder auch schon bei vegetarischer Lebensweise ist das Risiko, zu wenig Vitamin B12 aufzunehmen erhöht, da dieses fast ausschließlich in tierischer Nahrung (besonders im Fleisch der Innereien) zu finden ist. Vitamin B12 wird allerdings für den Aufbau der Myelinscheiden benötigt. Ist dieser gestört, können sich Störungen der Tiefensensibilität oder sogar Lähmungserscheinungen als Symptome bemerkbar machen. Vor diesen neurologischen Symptomen existiert allerdings meist eine längere Phase mit diffuser Symptomatik, wie z.B. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen oder auch Kopfschmerzen.
Forscher haben nun eine Zahnpasta getestet, welche mit Vitamin B12 angereichert wurde und ihre Wirkung auf die Blutwerte der sich vegan ernährenden Menschen untersucht. Die Ergebnisse waren durchaus positiv.

Laut des, von den Wissenschaftlern veröffentlichten, Artikels in der Fachzeitschrift “The American Journal of Clinical Nutrition” wurde über 12 Wochen ein, mit Vitamin B12 angereichertes, Zahngel getestet. In der Studie wurden 66 gesunde Erwachsene (seit mind. 2 Jahre mit veganem Lebensstil und davor bereits mind. 3 Jahre mit vegetarischer oder veganer Ernährung) in zwei Gruppen unterteilt.
Eine Gruppe erhielt das mit Vitamin B12 angereicherte Zahngel und die andere (Kontroll-)Gruppe ein Präparat gleicher Konsistenz und Farbe, jedoch ohne den Vitaminzusatz. Vor Beginn der Anwendung wurde den Probanden Blut abgenommen, um die Blutwerte mit denen nach der Anwendung des Gels (2x täglich über 12 Wochem) zu vergleichen.

Die Forscher kamen letztendlich zu dem Schluss, dass die Verwendung des Gels den Vitamin B12-Status der vegan lebenden Probanden tatsächlich verbessern konnte. Auch in weiteren Studien ist zu erkennen, dass eine Aufnahme des Vitamins B12 über die Mundschleimhaut möglich ist.

(Quelle)

255 Millionen Jahre altes Odontom

16. Januar 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Odontome- In der Zahnmedizin versteht man darunter eine gutartige Geschwulst aus Zahnhartsubstanzen. Bisher ging man davon aus, dass diese vor allem bei Säugetieren zu finden sind.
Nun jedoch untersuchten Paläontologen der University of Washington den versteinerten Kiefer eines Vorsauriers und entdeckten dort ebenfalls ein, aus kleinen, zahnähnlichen Strukturen zusammengesetztes, Odontom.
Fossilierte Odontome an sich wurden schon öfter gefunden, etwa bei versteinerten Mammuts oder Hirschen. Die Besonderheit liegt also im Alter, denn die bisherigen Funde stammen alle aus der nur wenige Millionen Jahre zurückliegenden Eiszeit.
Dieser jetzt untersuchte Kiefer lässt nun jedoch die Schlussfolgerung zu, dass es Tumore dieser Art bereits vor der Entstehung der ersten Säugetiere, die sich vor über 100 Millionen Jahren entwickelten.

Senior-Autor Christian Sidor (Professor für Biologie an der University of Washington und Kurator im Burke Museum für Naturkunde und Kultur) geht davon aus, dass dies der bei Weitem der älteste Beleg eines zusammengesetzten Odontoms sei.

Da Odontome arge Probleme verursachen können, werden sie in der Regel chirurgisch entfernt. Für Gorgonopsiden (entfernter Säugetier-Verwandter, Raubtier, welches in der Vor-Dinosaurier-Ära vor 255 Millionen Jahren lebte) war eine Operation indes keine Option.

Da die meisten Synapsiden (eine der beiden Großgruppen der Amnioten) ausgestorben sind, bilden die Säugetiere die einzig lebenden Nachkommen. Solche Fossilien, wie der gefundene Kiefer müsse man studieren, um zu verstehen, wann und wie sich unsere Säugerfunktionen entwickelt haben, beschrieb die führende Autorin Megan Whitney.
“Diese Entdeckung zeigt, dass uns die Fossilienfunde viel über unser heutiges Leben erzählen können – auch über Krankheiten oder Pathologien, die Teil unseres Säugetiererbes sind”, bestätigte Universitätsprofessor Sidor.

Zuerst erschien den Forschern der Fund unspektakulär, ehe sich dieses Odontom als Lehrbuchfall entpuppte.


(Quelle)


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