Popcorn als Zahnkiller

10. Oktober 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Als allgemein bekannt gilt, dass harte Süßigkeiten unter den Lebensmitteln, die die Zähne zerstören, den vordersten Platz einnehmen. Doch von diesem sind sie nun verdrängt worden.

Laut einer Meldung des Sunday Telegraph ersetzen immer mehr Briten die “fetten” Chips gegen Popcorn-Produkte, weshalb sich die Verkaufszahlen im Vergleich zu 2012 verdoppeln und die Grenze von 115 Millionen Euro knacken werden.
Doch Experten schildern, dass durch Popcorn verursachte Zahnverletzungen alle anderen Auslöser überlagern. So reiht sich Popcorn nun neben Fuge und Karamell ein. Die Zahl der popcornbedingten Zahnprobleme ist innerhalb der letzten drei Jahre von 5% auf 10% gestiegen.
Zahnarzt Dr. Mark Hughes, Senior Partner der Harley Street Dental Group, sagte in einem Interview dem Sunday Telegraph: “In meinen 25 Jahren als Zahnarzt ist Popcorn unter die Top-5-Gründe für abgebrochene Zähne aufgestiegen. Vor fünf Jahren habe ich vielleicht von 20 Fällen einen abgebrochenen Zahns gesehen, der durch Popcorn verursacht wurde, aber in den letzten zwei, drei Jahren kommt einer auf zehn, und diese Zahl steigt!”

Eine unterstützende Meinung für Hughes hat Dr. Uchenna Okoye, klinische Direktorin der London Smiling Dental Group:”Da wir Popcorn nebenbei essen, während wir einen spannenden Film schauen, mahlen wir unsere Zähne in dieser Zerstreutheit derart, dass Risse und Brüche entstehen können, die sich Wochen oder Monate nach dem Ereignis oft als akutes Problem herausstellen.”  Die Zahl der Fälle sei zunehmend, da Popcorn einen immer beliebter werdenden Snack darstellt. Kleine Stücke können in den Zahnzwischenräumen steckenbleiben und die fiesen kleinen Schalen in die Zahnfleischtaschen rutschen. Die Folge all dieser Szenarien können Entzündungen sein. Diese können weiterhin zu Zahnfleischerkrankungen und Zahnverlust führen.  Das größte Übel stellen allerdings ungekochte Kerne dar, die trotz aller Anstrengungen seitens der Hersteller noch immer in zahlreichen Packungen zu finden sind.

Also ab heute, Popcorn nur noch mit äußerster Vorsicht genießen!

Eine Impfung gegen Karies – bald Wirklichkeit oder nur Zukunftsvision?

30. September 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Es klingt unglaublich, aber in China scheint das ganze nun Gestalt anzunehmen – ein Impfstoff gegen Karies. Diesen erforschen Wissenschaftler des Wuhan Institute of Virology in China. Ihre Methode haben sie nun im Fachmagazine Scientific Report veröffentlicht.

Ihr Ziel ist es, das Bakterium Streptococcus Mutans daran zu hindern, sich an der Zahnoberfläche festzusetzen. Im Studienbericht ist zu lesen, dass die Forscher hierfür verschiedene Proteine miteinander kombiniert haben. Darunter auch bestimmte Eiweiße aus Streptokokken, die aus E.-coli-Bakterien  gewonnen wurden. Hierbei seinen durchaus vielversprechende Ergebnisse erzielt worden, jedoch traten noch zu viele Nebenwirkungen, wie z.B. Entzündungen, auf.

Diese Nebenwirkungen zu beheben ist nun oberstes Ziel der Forscher. Zur Minimierung dieser wurde die Protein-Kombination überarbeitet, so der Studienbericht. Die prophylaktische Wirkung konnte bei Ratten tatsächlich festgestellt werden. So konnte bei 64,2% der Versuchstiere der Ausbruch der Karies  verhindert werden. Bei 53,9 Prozent der Tiere, welche bereits mit Karies infiziert waren, konnte eine therapeutische Wirkung festgestellt werden.

Der vollständige Studienbericht kann hier eingesehen werden.

Berliner Zahnarzt wagt sich in “Die Höhle der Löwen”

25. September 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Seit Dienstagabend gehört er zu den Gründern, die erfolgreich aus der “Höhle der Löwen” gekommen sind und nun einen Deal vorzuweisen haben – Dr. Ismail Özkanli.
Er präsentierte ein Gel, welches bei parodontal geschädigten Patienten zur Anwendung kommt.
Es soll dafür sorgen, dass sich das Zahnfleisch dem Zahn wieder anheftet. Dieses Gel, welches nach 12-jähriger Forschung entstanden ist, basiert auf Schwarzkümmel.
Alle fünf Investoren konnte Dr. Özkanli von seinem Produkt überzeugen. Entschieden hat er sich dann für die Investoren Carsten Maschmeyer und Ralf Dümmel. Acht Monate arbeiten sie nun bereits zusammen, da die Sendung bereits im Frühjahr aufgezeichnet wurde. Zwei weitere unabhängige Studien wurden in der Zwischenzeit durchgeführt, der Vertrieb aufgebaut und Strukturen geschaffen. Mit Erfolg – denn das Zahnfleischgel ist  mittlerweile überall erhältlich. Bereits seit 2008 wurde das Gel, welches damals noch “Parodontcreme” hieß, über Apotheken vertrieben, jedoch fehlten Netzwerke, Strukturen und das nötige Know-How. Dadurch wurden Fehler gemacht und stauch Geld verloren. Denn auch, wenn man selbst von seinem Produkt überzeugt ist, heißt das nicht unbedingt, dass dieses deshalb sofort von jedem gekauft wird. Da damals alles aus Eigenmitteln bezahlt wurde, rund 250.000€, wurde vor allem beim Marketing gespart. Das bezeichnet Dr. Özkanli heute als Fehler – “Denn nur wer viel investiert, bekommt auch viel zurück!”
Weiterhin kritisiert er im Nachhinein, dass er damals zu viele Produkte im Angebot hatte, denn das waren immerhin 32 Stück, u.a. auch naturkosmetische Produkte. Heute weiß er, dass es wichtig ist, eine klare Produktlinie anzubieten und nicht unbedingt die Masse an Produkten.
Trotz des Erfolgs sieht er sich weiterhin eher als Zahnarzt, obwohl sich seine Arbeitszeit auf zwei Tage in der Woche verkürzt hat. Nachdem er die Partnerschaft mit Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer eingegangen ist, hat er, gemeinsam mit seinem Vater, eine neue Firma gegründet, in der er nun als Geschäftsführer tätig ist. Diese Tätigkeit hatte vorher sein Vater inne.

Zur Zeit arbeitet er an weiteren vier Ideen. Sein Fazit zur VOX-Sendung und somit ein Rat: “Ich empfehle wirklich jedem Zahnarzt, der eine Idee hat, der eine Produkt entwickeln möchte, sich dort zu bewerben.”

Wie geht es jetzt weiter? Ralf Dümmel kümmert sich mit seiner Firma DS Produkte nun um den Vertrieb in gewissen Drogeriemärkten sowie um die Produktion. Mit der Maschmeyer Group wird jetzt der medizinische Vertrieb aufgebaut. Ziel sei auch das Ausland. Hier sollen nun vor allem die Türkei, Holland, Österreich und die Schweiz anvisiert werden. Dass das Produkt auch im Ausland auf Interessenten stößt, haben Ismail und sein Vater bereits vor zwei Jahren auf der IDS gemerkt, wo viele ausländische Zahnärzte das Produkt kauften.

Ismail Ziel ist es, den kompletten Globus mit seinem Gel einzudecken. Dies versucht er seit dieser Woche auch durch den Vertrieb durch den Tele-Shopping Sender QVC.

Den Auftritt von Dr. Özkanli und seinem Vater könnt ihr euch bei TVnow oder hier ansehen. Wer mehr über die innovative Creme erfahren möchte, kann auch der Website einen Besuch abstatten.

Mit Tintenfischtinte den Zahntaschen auf den Grund gehen

13. September 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Eines der wohl unangenehmeren Dinge, die es für Patienten beim Zahnarzt gibt, ist das Messen der Taschentiefen mittels Parodontalsonde. Für Nanotechnikexperte Prof. Jesse Jokers von der Jacobs School of Engineering der UC San Diego war es daher oberstes Ziel ein schmerzloses Verfahren zu entwickeln, um sich die Taschentiefen im kompletten Verlauf entlang aller Zähne in einer Sitzung ansehen zu können. Zufällig sei man auf die Idee gekommen, hierzu Tintenfischtinte, wie sie auch zum Färben von Pasta eingesetzt wird, zu verwenden.
Für das entwickelte Verfahren eignet sich die Flüssigkeit perfekt, weil sie sehr reich an Melanin ist, welches sich aufgrund seiner Nanopartikelgröße beim Spülen des Mundes in den Zahnfleischtaschen ablagern und gleichzeitig viel Licht absorbieren kann.
Denn für die neue Technik kommt ein photoakustisches Verfahren zum Einsatz. Hierbei wird Licht emittiert, dessen Absorption durch die abgelagerte Tinte dafür sorgt, dass Wärme und infolge dessen ein Druckunterschied entsteht, welcher letztendlich mit einem akustischen Ultraschallverfahren messbar ist, so Jokers.

Als Vergleich für die aktuell gängige manuelle Beprobung nimmt Jokerst das Bild einen dunklen Raum mit einer Taschenlampe zu untersuchen, während die neue Technik in der Lage ist, quasi das Anschalten aller Lichtschalter ermöglicht und so der Raum als Ganzes sichtbar wird.

Am Beginn der neuen Methode steht eine Mundspülung. Diese besteht aus einem Gemisch aus handelsüblicher Tintenfischtinte, Wasser und Maisstärke. Die Spülung dient quasi als Kontrastmittel, welches durch Zähneputzen rückstandslos zu entfernen ist. Die frisch eingespülten Tintenablagerungen können nun im Mund mit Licht, aktuell wird ein Laser verwendet, angeleuchtet werden und emittieren in Folge der Absorption ein messbares akustisches Signal. Nach dem Motto “Licht rein, Sound raus”, so Jokerst.

Mit der neuen Methode kann so schnell und günstig eine komplette Übersicht der Taschentiefen aller Zähne erstellt werden, ohne dass das Ergebnis durch Variationen des Anpressdrucks der Sonde beeinflusst werden kann.

Der nächste Schritt ist eine Überprüfung der Technik mithilfe einer klinischen Studie. Eine entsprechende Zulassung liege bereits vor, so Jokerst. Anschließend wollen sich die Forscher dem aktuell noch stark verbesserungsbedürftigen Geschmack zuwenden. Dieser ist aktuell noch bitter-salzig. Zudem soll das eingesetzte Leuchtmittel auf kostengünstigere LEDs umgestellt werden.
Final sei das Ziel aber, so Jokers, ein Mundstück zu entwickeln, mit dem der Scan in einem Messgang zu erfassen ist und dies nicht mehr Zahn für Zahn erfolgen muss.

Leitfaden “Mutterschutz”

7. September 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Schüler-Lotsen sind uns allen wohl bekannt, doch ginge es nach Dentista, einem Zahnärztinnenverband, soll es demnächst sogenannte “Mutterschutz-Lotsen” geben.

Im Falle einer Schwangerschaft besteht für die meisten Zahnärztinnen ein Beschäftigungsverbot. Immer häufiger erleben Dentista-Vorstandsmitglieder, einer Meldung zufolge, in Gesprächen mit jungen Zahnärztinnen, aber auch ihren Arbeitgebern, ein erhebliches Informationsdefizit. Diese Defizite beziehen sich oft auf das Beschäftigungsverbot an sich, aber auch das Still-Beschäftigungsverbot aber auch Mutterschutz, Elternzeit und allgemeine Hinweise zum Elterngeld.

Die junge Generation jedoch, will Beruf und Familie. Dies bedeutet, dass noch mehr beratende Expertise gefragt sei, denn, so heißt es ebenfalls in der Meldung, “Beruf und Familie gehören zu den Key-Points der Interessen der jungen Generation, auch der jungen männlichen Zahnärzte”.

 

Daher hält der Verband der Dentista die Bennennung eines Mutterschaftsurlaub-Lotsen, egal, ob Mann oder Frau, für sinnvoll oder gar erforderlich, um Zahnärzten eine geeignete Anlaufstelle zu bieten.

In Zusammenarbeit mit der Bundeszahnärztekammer hat Dentista e.V. Den Ratgeber “Schwangerschaft” herausgegeben. Die aktualisierte Version könnt ihr euch hier herunterladen.

Sommerzeit = Festivalzeit = Leidenszeit für Zähne

31. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Ob nun Wacken, Lollapalooza, Rock am Ring, Rock im Park oder diverse andere. Sommerzeit ist Festivalzeit. Doch wie steht es bei den Besuchern allerdings um die Körperhygiene? In einer, zusammen mit Polo® Sugar Free erstellten, Umfrage warnt die WHO vor einer dreifach erhöhten Karieswahrscheinlichkeit bei mangelnder Mundhygiene in Kombination mit typischer Festivalnahrung wie Chips, Schokolade und Alkohol.

Obwohl die Zahnbürste eines der ersten Dinge ist, welches im Gepäck landet, kommt sie offenbar nur äußerst selten zum Einsatz. Nur etwa ein Viertel der Festivalbesucher (25,6%) gab an, eine Zahnbürste dabei zu haben. Dies sind jedoch immerhin einige mehr, als diejenigen, die ein Deodorant (21,8%)  oder gar Toilettenpapier (25,9%) dabei haben.

Trotzdem putzt nur jeder 10. Besucher regelmäßig seine Zähne. 38% der Festivalgäste schaffen dies immerhin einmal am Tag. Leider ist jedoch selbst das nicht ausreichend, da die Wahrscheinlichkeit für Karies deutlich erhöht ist.

 

Ein perfektes Lächeln für nur 14$

27. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Wer das perfekte Lächeln will und das, ohne viel Geld auszugeben oder gar den Zahnarzt aufsuchen zu müssen, für den gibt es jetzt eine, sagen wir FAST perfekte Lösung. Mit “Perfect Smile Veneers” könnt ihr euch euer fast perfektes Lächeln ganz einfach selber zaubern.

Für knapp 15$ erhält der Kunde eine Art Schablone für den Oberkiefer, die mit super weißen Zähnen versehen ist. Um diese anzupassen, wird die Schiene einfach für zwei Minuten in heißes Wasser gelegt und anschließend gegen die Zähne gedrückt. Nach dem Härten in kaltem Wasser kann das neue Lächeln auch schon getragen werden.

Zwischen verschiedenen Zahngrößen und -formen kann man leider nicht wählen und auch eine Schiene für den Unterkiefer ist nicht erhältlich.

Auf Youtube könnt ihr einem Zahnarzt beim Selbstversuch zusehen. :)

Oh du heiliger Eckzahn!

23. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Gehuldigt wird weltweit ja so einigen Dingen, aber eines der wahrscheinlich kuriosesten Heiligtümer befindet sich in Kandy, Sri Lanka. Hierbei handelt es sich um einen Zahn. Der kostbarste Zahn der Welt liegt in einem goldenen Schrein des Zahntempels von Kandy. Laut Überlieferung gehört der Zahn zum Gebiss Gautama Buddhas, dem Religionsstifter. Nach dessen Einäscherung 483 v. Chr. in Indien konnte der Zahn aus der Asche gerettet werden.

Wer auch immer dieses Heiligtum besitzt, dessen Land wird fruchtbar sein und keine Dürre erleben. Doch über die Jahrhunderte hinweg erlebte die Reliquie eine schier legendenumwobene Odyssee. Viele indische Herrscher hatten den Zahn, den sie auch als Machtinstrument einsetzten, denn zum fruchtbaren Land, welches dem Besitzer vergönnt sein sollte, stand dieser zusätzlich unter spirituellem Schutz. Doch im Laufe der Zeit missfiel den späteren hinduistischen Regenten der Kult um das Überbleibsel Buddhas.

Auf wundersame Weise überstand der Zahn mehrere Zerstörungsversuche, denn auch die Kolonialmächte Portugal und England versuchten die Verehrung zu beenden. All diese blieben jedoch erfolglos. Doch wie hat es die Reliquie nach Sri Lanka geschafft? – Versteckt im Haar einer Nonne.

Die mehrtägigen Prozessionen rund um den Tempel von Kandy, der alten Königsstadt, locken mittlerweile bis zu einer Million Gläubige, Lokalprominente, Journalisten und Touristen an. Die Esala Perahera, wie die Zahmfeier genannt wird, fand in diesem Jahr vom 29.7-8.8.2017 statt. Täglich wurde ein Festumzug veranstaltet, der von traditionellen Peitschenknallern eingeleitet wurde. Diese wurden früher zur Ankündigung der königlichen Herrscher genutzt.

Heute jedoch sorgen Sie dafür, dass der Weg für die Reliquie frei gemacht wird, die auf dem Rücken eines, mit Brokat unendlich Edelsteinen geschmückten, Elefanten getragen wird. Mehr als hundert Elefanten sind Teil der allabendlichen Prozessionen. Verzierte Decken und LED-Lichter schmücken die Tiere, denen tausende Trommelschläger und Flötenspieler, Würdenträger der verschiedenen Tempel, Fackelträger, Tänzer und Akrobaten folgen. Inzwischen feiern Buddhisten und Hinduisten den Festzug, der sich über mehrere Kilometer erstreckt, gemeinsam.

Sicherheitsvorkehrungen gibt es natürlich, wie bei jeder Großveranstaltung, auch hier. Der mutmaßlich “echte” Eckzahn bleibt sicher im Innern des glanzvoll beleuchteten Tempels verwahrt. Durch die Straßen wird lediglich eine Kopie getragen.

Einen kleinen Film über dieses besondere Fest gibt es hier zu sehen.

https://m.youtube.com/watch?v=lJ7lpnleyUA

17,2 Millarden Euro Behandlungskosten pro Jahr allein in Deutschland

21. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Na, habt ihr schon einmal zusammengerechnet, wie viel Zucker ihr am Tag so zu euch nehmt? Im Durchschnitt konsumieren Deutsch 90-110g Zucker pro Tag. Diese Zahl bleibt natürlich nicht ohne Folgen, sodass sich die Behandlungskosten pro Person im Jahr auf über 200€ belaufen. Dieser Wert sorgt dafür, dass wir in der Gruppe der Länder mit den höchsten Behandlungskosten weltweit liegen.

Repräsentative Daten zum Vorkommen von Karies, Parodontitis und Zahnverlust, entsprechenden Behandlungskosten und Krankheitslasten spowie Daten zum Zuckerverbrauch in 168 Ländern des Kahres 2010.  wurden nun von Forschern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der BRAIN AG für ihre gemeinsame Arbeit ausgewertet.
Mithilfe der Daten als Grundlage berechneten sie den Anteil an den Gesamtkosten, die durch übermäßigen Zuckerkonsum entstanden sind. Neben üblichem, weißen Haushaltszucker gingen auch versteckte Zucker in die Analyse ein. Diese sind in vielen Produkten verarbeitet, wie z.B. Getränken, Ketchup, Speiseeis, Tiefkühlkost oder Backwaren.

Die Kosten für eventuell nötige Zahnbehandlungen würden bei nur 8 Zuckerwürfeln mehr pro Tag um gar 75€ pro Person/Jahr steigen.

Studienautor. Dr. Toni Meier vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU zieht folgende Bilanz:
“Die Daten zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Zucker und dem Vorkommen von Karies, Parodontitis und als Folge Zahnverlust. Pro Mehrverzehr von 25 Gramm Zucker pro Person und Tag – was ungefähr acht Zuckerwürfeln oder einem Glas gesüßter Limonade entspricht – steigen die Zahnbehandlungskosten in Ländern mit hohen Einkommen im Durchschnitt um 75 Euro pro Person und Jahr an.”

Mit Werten von 90-110g Zucker pro Person/ Tag und daraus resultierenden Kosten von 210€ für Behandlungen pro Person/ Jahr liegt Deutschland in einer Gruppe mit der Schweiz (~300€), Dänemark (~178€) und den USA (~138€)

Bei uns werden täglich im Durchschnitt zwischen 90 und 110 Gramm Zucker pro Kopf verbraucht. Die Behandlungskosten belaufen sich auf jährlich 210 Euro pro Person. Damit liegt Deutschland in der Gruppe der Länder mit den höchsten Behandlungskosten pro Kopf und Jahr. Dazu gehören ebenfalls die Schweiz (300 Euro), Dänemark (178 Euro) und die USA (138 Euro bzw. 185 US-Dollar).
“Würde die Zielvorgabe der Weltgesundheitsorganisation von 50 Gramm Zucker pro Person und Tag erreicht, ließen sich in Deutschland 150 Euro Behandlungskosten pro Person einsparen. Hochgerechnet auf Bundesebene entspricht dies einem jährlichen Einsparungspotenzial von circa zwölf Milliarden Euro”, so Meier weiter. Eine zuckerarme Ernährung werde aber immer schwieriger, da in nahezu allen verarbeiteten Produkten aus dem Supermarkt große Mengen zugesetztem Zucker zu finden sind.

Die höchsten Anteile zuckerbedingter Zahnerkrankungen sind in Guatemala, Mauretanien und Mexiko zu finden. “Schwellenländer wie Indien, Brasilien und Mexiko, aber auch Pakistan und Ägypten könnten übermäßige Krankheitslasten und Kostenbelastungen im Gesundheitssystem vermeiden, wenn sie das Thema frühzeitig in der Gesundheits- und Ernährungspolitik verankern”, erläutert Prof. Dr. Gabriele Stangl, Kostudienautorin, von der MLU.

Aufklärungskampagnen oder Sondersteuern auf hochkalorische könnten helfen. Die 2014 in Mexiko eingeführte Zuckersteuer etwa, zeigte schon nach einem Jahr Wirkung. Die konsumierte Menge an Getränken, welche Zucker als Süßungsmittel enthalten, ging um 5% zurück. Ein Wert, der im zweiten Jahr sogar noch verdoppelt werden konnte.

Studienkoautorin Dr. Katja Riedel von Derm. BRAIN AG schlussfolgert: “Um ernährungsbedingte Krankheitslasten reduzieren zu können, bedarf es neben einer ausgewogenen Mischung an Aufklärungsarbeit und ernährungspolitischen Ansätzen auch innovative technologische Lösungsangebote”

Veröffentlicht wurde die Studie hier:

Meier, T., Deumelandt, P., Christen, O., Stangl, G. I., Riedel, K., & Langer, M. (2017): Global Burden of Sugar-Related Dental Diseases in 168 Countries and Corresponding Health Care Costs. Journal of Dental Research (in press) DOI: 10.1177/0022034517708315

Frühwarnsystem Kaugummi?

17. August 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Sicherlich fragt ihr euch, wie und vor allem wovor ein Kaugummi warnen soll. Nun, Forscher der Universität Würzburg haben einen speziellen Kaugummi entwickelt, vor bakteriellen Erregern Warensendung soll. Dies soll insbesondere Trägern von Zahnimplantaten vor bakteriellen Entzündungen im Mund schützen. Die Funktionsweisen ist einfach: Schmeckt das Kaugummi bitter, stimmt was nicht!

Praktisch ist die Wirkweise so, dass das Kaugummi bei einer vorliegenden Entzündung einen bitteren Geschmacksstoff beim Kauen freisetzt. Dies soll den Patienten dann dazu bringen, möglichst sofort einen Zahnarzt aufzusuchen, der die Entzündung behandeln kann.

Besonders sinnvoll könnte diese neue Erfindung für Träger von Implantaten sein, so die Forscher der Universität Würzburg. Entwickler des Kaugummis sind Prof. Lorenz Meinel, Dr. Jennifer Ritzerfeld und Team. Der Vorteil sei, dass das diagnostische System überall und jederzeit einsetzbar sei und keinerlei technisches Equipment erfordere, so Meinel.

Die Grundlage für die Wirkung sind die spezifischen Protein-abbauenden Enzyme, die im Rahmen einer Entzündung im Mund aktiviert werden. Diese zerschneiden einen speziellen Inhaltsstoff des Kaugummis. Und das in nur 5 Minuten! Dies bewirkt die Freisetzung eines Bitterstoffes, welcher vorher nicht zu schmecken war. Den Forschern gelang es bereits mithilfe erster Studien, den Nachweis zu erbringen, dass das Konzept funktioniert.

Prof. Frank Schwarz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Implantologie, bezeichnet den Kaugummi gegenüber Spiegel Online als innovatives Verfahren. Er kritisiert jedoch, dass das Team noch kein ideales Mittel gefunden hat, um die beginnende Entzündung nachzuweisen, denn der Marker, auf den das Kaugummi reagiert, wird auch beim Abheilen der Entzündung freigesetzt.

Der Forschungsansatz ist nicht neu, denn nach passenden Markern suche die Zahnmedizin seit Jahren intensiv, so Schwarz in einem Online-Medium. “Wenn es gelänge, spezifische Marker von Entzündungsprozessen frühzeitig beim Kauen eines Kaugummis nachzuweisen, wäre dies sicherlich ein Vorteil für Patienten und Zahnärzte.”

Um das Kaugummi auf den Markt zu bringen, ist die Gründung einer Firma geplant. Jedoch geht das Team davon aus, dass wohl noch zwei bis drei Jahre vergehen werden, bis das Produkt auf den Markt gebracht werden kann.

Die Ergebnisse der bereits veröffentlichten Studie sind hier einzusehen.


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