Der Duft der Angst

27. Juni 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Die nächste Innovation ist eigentlich etwas fürs feine Näschen, richtet sich jedoch an Praxisinhaber.

Vorgstellt wurde diese auf der IDS diesen Jahres, ist also brandneu. Dass Düfte maßgeblich unsere Stimmung und unser allgemeines Wohlbefinden beeinflussen, ist wohl hinreichend bekannt. Diese Erkenntnis hat sich auch die Duftfirma REIMA AirConcept zu Nutze gemacht und einen Duft gegen die Zahnarztangst entwickelt.

Das Raumspray basiert auf Studien der Universität in Wien und des King’s College Dental Institus in London. Bei beiden wurden die Wirkungen von ätherischen Ölen auf wartende Patienten in zahnärztlichen Wartezimmern üntersucht. Gegenstand der Untersuchungen waren Lavendel- und Orangenöl. Beide Studien kamen zum gleichen Ergebnis: bestimmte ätherische Öle mindern das Angstgefühl und bauen psychischen Stress ab.
Auf dieser Grundlage entwickelte REIMA nun ihren beruhigenden Raumduft.

 

Bildergebnis für ferox raumduft (Quelle)

Kuriose Erfindungen aus der dentalen Welt

26. Juni 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Dinge, die die Welt nicht braucht – oder doch?!
Aus der Reihe dieser Dinge, gibt es wohl auch das ein oder andere für den dentalen Gebrauch zu erwerben.
Wir wollen euch die Top 10 einmal vorstellen.

Zunächst widmen wir uns einer Art “Bastelkit”. Es handelt sich hierbei um das Produkt “Temptooth“. Es richtet sich an Patienten, die für einen Lückenschluss ein Implantat benötigen, dieses aber im Moment aufgrund fehlender finanzieller Möglichkeiten nicht finanzieren können. Aus einer Knetmasse kann man sich einen Zahn formen und so die Dauer bis zur definitiven Versorgung überbrücken. Der Hersteller verspricht, dass die Masse so ergiebig ist, sodass ca. 10 Zähne geformt werden können. Der Clou: Pinzette, Spiegel und Instrumente gibt es als Gratisbeilage dazu. Erhältlich ist das Set bereits für rund 30 Dollar.

(Bildquelle)

 

Um Ästhetik geht es auch bei der nächsten dentalen Innovation, die sich allerdings noch in der Testphase befindet. Die University of Alabama at Birmingham testet gerade in einer klinischen Studie das Modell einer aufblasbaren Zahnspange, welche ohne Metall auskommt. Bei dieser sogenannten Aerodentis-Behandlung erhalten die Teilnehmer der Studie ein maßgeschneidertes Mundstück aus Plastik, in welches ein aufblasbarer Silikonball integriert ist. Über einen Schlauch ist das Mundstück mit einem Luftpumpensystem verbunden. So soll dieaufblasbare Zahnspange die Zähne in die gewünschte Position bewegen – eine ambitionierte Idee!

(Bildquelle)

 

Weitere Innovationen stellen wir euch in den kommenden Tagen vor, also bleibt dran! :-)

Die Frage des Namens

24. Juni 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

“Zahnarzt” passte nicht in sein Logo, “Arzt für Zähne” auch nicht. Daher nannte sich ein Kollege aus dem Donautal kurzerhand “Arzt für Zahnmedizin”. Doch eben diese Art der Bezeichnung sei Titelmissbrauch und wurde nun vom zuständigen Amtsgericht verboten.

In diesem Fall warb der Zahnarzt bereits seit 2006 mit der Bezeichnung “Arzt für Zahnmedizin” im Logo seiner Praxis. Als Reaktion auf ein vorangegangenes anonymes Schreiben forderten Bezirkszahnärztekammer und Landeszahnärztekammer ihn MItte 2016 auf, dies zu unterlassen. “Arzt für Zahnmedizin” sei eben keine gültige Berufsbezeichnung. Trotzdem beharrte der Zahnarzt auf der weiteren Verwendung seines Praxis-Logos. Daraufhin wurde Strafanzeige erstattet.
Ein Urteil des zuständigen Amtsgerichts in Tuttlingen bestätigte nun die Einschätzung der Kammern: “Die Bezeichnung Arzt ist in § 2a der Bundesärzteordnung in Abgrenzung zu der in § 1 des Gesetzes über die Ausübung der Zahnheilkunde und in § 20 der Berufsordnug für Zahnärzte vom Begriff des Zahnarztes klar abgegrenzt.” Zudem stelle die Bezeichnung eine mögliche Irritation für die Patienten dar: “Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten bei Verwendung des Begriffs ‘Arzt für Zahnmedizin’ von einer Doppelqualifikation als Arzt für Humanmedizin und als Zahnarzt ausgehen.”
Dieser Effekt werde durch die Verwendung des Begriffes “Arzt” innerhalb eines Logos nur noch zusätzlich verstärkt, urteilte der zuständige Richter. “Ein Logo hat nach den Gesetzen der Werbung und der Grafik die Funktion, besonders einprägsam zu sein und den Verwender von anderen Anbietern unterscheidbar zu machen.”
Im Urteil wird von Titelmissbrauch gesprochen. Der Zahnarzt aus Baden-Württemberg wurde zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 90€ verurteilt. Die Schwäbische Zeitung berichtet jedoch, dass der Kollege gegen dadds Urteil in Berufung gehen will. Sein Anwalt sehe keinen Unrechtstatbestand und will, falls nötig,  “bis ganz nach oben” gehen. Sie wollen die Frage der Bezeichnung rechtlich abklären.

Doch nicht nur der Titel am Praxisschild kann für Verwirrung sorgen. Auch der Nachname des ein oder anderen praktizierenden Kollegen kann unter Umständen für Verwunderung sorgen. Hier könnt ihr die lustigsten Namen nachlesen.
Viel Spaß beim Lesen und Lachen!

Bildergebnis für Richterurteil

(Bildquelle)

Plaquereduktion durch zuckersüßen Honig

21. Juni 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Honig, der die Plaque reduziert? Dieser zuckersüße Brotaufstrich? Wie kann das sein?

Kaum zu glauben, oder? Und trotzdem zeigen etliche Studien die antibakterielle Wirkung von diesem. Bereits 2004 zeigte eine neuseeländische Studie, dass Plaque effektiv reduziert wird und so entzündlichen Erkrankungen im Mund vorgebeugt wird. Dies liegt am Inhaltsstoff Methylglyoxal. 2010 verglichen indische Wissenschaftler Chlorhexidin, Xylitol und Manuka-Honig hinsichtlich ihrer Anti-Plaque-Wirkung. Hierbei schnitt der “Super-Honig” deutlich besser ab, als Xylitol.

Weiterhin wurde die Wirkung in einer französischen Studie von 2011 bestätigt. Manuka-Honig konnte Streptococcus Mutans und weitere Bakterienstämme in einem Biofilm auf ein Minimun reduzieren. Jedoch fand eine Studentin aus Jena im Rahmen der Forschungen zu ihrer Doktorarbeit heraus, dass nur echter Manuka-Honig den Wirkstoff Methylglyoxal in hoher Konzentration enthält. Dieser hemmt das Bakterium porphyromonas gingivalis.
Noch kraftvoller scheint jedoch Tualang – ein malaysischer multifloraler Dschungelhonig – zu sein. In einer Studie von 2013 wurde bereits festgestellt, dass seine Bestandteile effektiver gegen einige gramnegative Bakterienstämme bei Verbrennungswunden vorgehen.

Auch einige Blogger schwören auf diesen Wunderhonig. So z.B. auch Yavi, von www.mama-moves.de. Ihre Tipps zum Thema Gesundheit durch den Nutzen von Manuka-Honig hat sie in diesem Artikel zusammengefasst.

Kaufen könnt ihr den Honig übrigens z.B. hier.

Bildergebnis für manuka honig(Bildquelle)

Die erwähnten Studien könnt ihr hier einsehen:

– Prathibha Anand Nayak, R. Mythili R.: Effect of Manuka honey, chlorhexidine gluconate and xylitol on the clinical levels of dental plaque (Contemporary Clinical Dentistry. 2010 Oct;1(4):214-7.)
Helen K. English, Peter C. Molan: The effects of manuka honey on plaque and gingivitis: a pilot study ( Journal of the International Academy of Periodontology. 2004 Apr;6(2):63-7)
– C. Badet: The in vitro effect of manuka honeys on growth and adherence of oral bacteria (Anaerobe. 2011 Feb;17(1):19-22)
– Gesine Schäfer: Antibakterielle Wirkung von Honig auf Porphyromonas gingivalis, Universität Jena 2011
– Sarfarz Ahmed, Nor Hayati Othman: Review of the Medicinal Effects       of Tualang Honey and a Comparison with Manuka Honey Malays J Med Sci. 2013 May; 20(3): 6–13.

Marburger Zahnmedizinstudenten gewinnen bei “Jugend forscht”

18. Juni 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Beim Bundesausscheid des bekannten Wettbewerbs “Jugend forscht”,  bei dem besondere Leistungen und Begabungen in den Bereichen Mathematik, Informatik und Technik gefördert werden, gelang es drei Zahnmedizinstudenten aus Marburg den Titel zu gewinnen. Teilnahmeberechtigt sind Schülerinnen, Schüler, Auszubildende und Studierende bis 21 Jahre.

Albrecht von Bülow, Flavio Krug und Saeed Mohamad fiel ein Problem auf, welches wohl auch den ein oder anderen erfahrenen Zahnarzt immer noch stören mag. Klassischer Weise werden lichthärtende Komposite zur Füllung von Kavitäten genutzt. Dabei muss das Material in einzelnen Schichten eingebracht und mit blauem Licht ausgehärtet werden. Damit dies gelingt, muss der Patientenmund gut ausgeleuchtet werden. Dies geschieht mit Hilfe von z.B. weißen Leuchtdioden.
Doch hierbei ergibt sich das Problem, denn das Material wird unter dem weißen Licht bereits nach ein bis zwei Minuten zäh und spröde. Unter dem Titel “Stressfreies Legen von Kompositfüllungen – alles eine Frage der Beleuchtung!” haben die drei Studenten des 2. Semesters ihre Untersuchung beim Bundeswettbewerb eingereicht. Im März diesen Jahres waren sie bereits beim hessischen Landeswettbewerb von Jugend forscht siegreich.

Die drei Kommilitonen entwickelten eine Lampe für weißes Licht, welche auf gelben und türkisen LEDs beruht, welche die Verarbeitungszeit des Komposits vervielfacht. Für diese innovative Entwicklung erhielten sie am 28. Mai, den ersten Preis im Bereich Arbeitswelt, welcher von Arbeitsministerin Andrea Nahles gestiftet wurde und mit 2500€ dotiert ist.
“Nach etwa sieben unterschiedlichen Aufbauten haben wir eine zunächst zufriedenstellende Lösisung gefunden, die wir jedoch noch entscheidend zum Bundeswettbewerb verbessert haben”, Saeed Mohamad

“Besonders beeindruckt haben die Jury das strukturierte Vorgehen, umfangreiche Vorversuche sowie erfolgreich durchgeführte erste Paxistests”, hieß es lobend in der Laudatio.

Betreuer der Studenten war der leitende Oberarzt der Marburger Zahnklinik, Prof. Dr. Michael Gente. Seit 2009 unterstützt er regelmäßig Studierende im Lehrbereich Pröpädeutik innerhalb der Abteilung für Orofaziale Prothetik und Funktionslehre, die am Wettbewerb “Jugend forscht” teilnehmen wollen. Dadurch sei es auch Studierenden der ersten Semester möglich, Forschungsarbeit kennenzulernen und vor einer Jury zu vertreten. Der aktuelle Erfolg sei das Ergebnis perfekter Zusammenarbeit zwischen den Betreuern und den fleißgen Studenten, so Gente.

Alle Preisträger des diesjährigen Bundeswettbewerbs könnt ihr hier einsehen.

(Bildquelle)

Ältester praktizierender Zahnarzt der Welt?

11. Juni 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

93 Jahre ist er alt, der vermutlich älteste praktizierende Zahnarzt der Welt. Sein Name ist Wilbur K. Manchette aus Evansville, Indiana in den USA (woher auch sonst, wenn es um Rekorde geht). Die Zahl seiner Arbeitsjahre ist bereits höher, als die des Alters, des einen oder anderen Rentners. Und doch denkt er, auch nach 65 Jahren keinesfalls daran, den Beruf an den Nagel zu hängen.
Noch drei Tage pro Woche arbeitet er in der von ihm gegründeten Praxis “All In The Family Dental”.
Aufgrund seiner Berufserfahrung behandelt er viele seiner Patienten bereits seit Jahrzehnten. Eine dieser Patienten ist die 81-jährige Phyllis Seals. Diese sagt der Courier&Press, dass sie bereits seit 50 Jahren bei ihm in Behandlung sei. Einige Familien behandelt Manchette bereits in vierter Generation.

Der Wunsch Zahnarzt zu werden, entstand bereits als kleiner Junge, zur Zeit der Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929. Sechs Meilen musste er einmal fahren, um seine Hühner zu verkaufen, um genug Geld für eine Zahnextraktion zu erhalten. Auf dem Rückweg sei in ihm der Wunsch entstanden, den Beruf des Zahnarztes zu ergreifen.

Nachdem er als Soldat im Zweiten Weltkrieg gedient hatte, bezahlte man ihm, nach seiner Entlassung aus Kriegsdiensten 1946, das Studium der Zahnmedizin. Nach einem erneuten Einsatz für das Militär, im Korea-Krieg, ließ er sich 1952 in Indianas drittgrößter Stadt, Evansville, nieder und arbeitet seitdem als Zahnarzt.
Für mehr Informationen über diesen außergewöhnlichen Kollegen besucht doch einfach seine Website.

Unglaublich aber wahr!

31. Mai 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Wer als Fachfremder, so wie die meisten Patienten es nun einmal sind, einen Arzt aufsucht, muss Wohl oder Übel auf dessen Diagnose vertrauen. Dass damit ordentlich Schindluder getrieben werden kann, beweist nun ein Fall aus St. Petersburg in Russland.

Dort soll eine Zahnärztin ihrer Patientin 22 gesunde Zähne gezogen haben. Und das angeblich nur, um Profit daraus zu schlagen. Immerhin beliefen sich die Behandlungskosten auf 850.000 Rubel, immerhin 13.500 Euro. Zudem hat die Behandlerin der 43-jährigem Patientin eine Brücke schlechte Qualität eingesetzt.

Dieser Vorfall liegt mittlerweile 3 Jahre zurück. Jedoch ermittelt die Staatsanwaltschaft nun aufgrund weiterer Patientenbeschwerden. Bei Ihnen sollen ähnliche Behandlungen erfolgt sein.

Doch auch hier gilt das Sprichwort “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!”, denn eine Therapie, die das Ziehen von 22 Zähnen beinhaltet, schreit nahezu nach einer Zweitmeinung, die natürlich von jedem Patienten eingeholt werden kann.

 

Wenn der Zahn bei Bello schmerzt…

30. Mai 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Dass Zahnschmerzen unangenehm sind, weiß wohl fast jeder und wer davon bisher noch verschont geblieben ist, vermag es sich zumindest vorzustellen.
Warum sollte es unseren heiß geliebten Vierbeinern anders ergehen?
Doch wohin, wenn der Zahn des Haustiers sschmerzt?
Im “Ländle” gibt es eine spezialisierte Anlaufstelle. In Weissach bei Stuttart praktiziert Dr. Markus Eickhoff.
Er hat sowohl Zahn- als auch Veterinärmedizin studiert und betreibt zusammen mit Tierärztin Sandra Eickhoff die Tierärztliche Fachpraxis für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.
Sein Leistungsumfang fasst alle, uns aus der Zahnmedizin für Menschen, bekannten Spektren. Neben Zahnerhaltung, Parodontologie, Prothetik, Kieferchirurgie sowie Kieferorthopädie wird auch ein Programm zur Prophylaxe angeboten.
Neben Hunden und Katzen, deren Kiefer die eine oder andere Entzündung ertragen müssen oder gar durch Unfälle frakturiert sein können, sind Nagetiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Chinchillas besonders häufig von Zahnproblemen betroffen.
Ein Besuch auf der Website der Praxis lohnt sich immer, denn hier werden einige spannende Fälle  vorgestellt.

Viel Spaß beim Stöbern! Vielleicht nimmt der ein oder andere ja noch den Umweg über die Veterinärmedizin.

Volkskrankheit Parodontitis stark unterschätzt

26. Mai 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Parodontitis – meist kommt  Sie schleichend und doch ist beinahe jeder zweite Deutsche betroffen. Die Zahl derjenigen, die sich jedoch behandeln lassen ist äußerst gering. Gerade einmal 2%! Trotz bester Vorsorgemöglichkeiten erfolgt die Behandlung oftmals einfach zu spät. Der Zahnreport der Barmer liefert nun ernüchternde Zahlen zum Sachverhalt. Die Anzahl der Betroffenen ist hoch: 43% der 35- bis 44-jährigen leiden an einer moderaten Form Parodontitis.  Der Anteil der an der schweren Form leidenden Patienten liegt immerhin bei 8 (!) % der Bundesbürger. Demnach sind knapp die Hälfte aller Deutschen im mittleren Alter betroffen. Unter den älteren Menschen steigen die Zahlen sogar auf 65 Prozent.

Allerdings bieten die Krankenkassen Vorsorgeuntersuchungen und erste Behandlungsmaßnahmen an. Diese werden jedoch häufig gar nicht oder erst deutlich zu spät in Anspruch genommen. Ist dies möglicherweise die Folge weit verbreiteter Unwissenheit oder läppischen Umgangs der Patienten mit dieser Krankheit? Der Barmer Zahnreport 2017 macht daher auf die aktuelle Situation aufmerksam.

Die Untersuchungen der Barmer ergaben, dass sich im Jahr 2015 lediglich 25% einem Parodontalscreening unterzogen und sogar nur 2% die nötige Behandlung tatsächlich wahrnahmen, sodass 1/3 der Behandelten innerhalb von vier Jahren die ersten Zähne verloren. Eine besondere Risikogruppe stellen hierbei die Diabetiker dar.

Zudem stellte der Report regionale Unterschiede fest. In Bayern nahmen 30% der Versicherten diagnostische Maßnahmen in Anspruch, wohingegen dies im Saarland lediglich 19,9% taten. Der Anteil der in Anspruch genommenen therapeutischen Maßnahmen ist jedoch erschreckend. Lediglich 0,9% der Saarländer ließen sich auch wirklich behandeln.

Dies lässt also darauf schließen, dass eine intensivere Aufklärung betrieben werden muss, um das Bewusstsein der Bevölkerung für diese chronische Krankheit zu entwickeln. Die Erfolgschancen der Zahnerhaltung hängen maßgeblich vom Zeitpunkt des Therapiebeginns und der entsprechenden Nachsorge ab. Zudem ist eine adäquate Mundhygiene unbedingt erforderlich.

Natürlich  kann nicht bei allen Patienten der Zahnverlust nach einer Parodontitistherapie verhindert werden. Ein möglicher Grund liegt in einer verspätet gestellten Diagnose oder Behandlung. Daher wird allen Patienten dringend empfohlen, die Kontrollangebote der Krankenkassen in Anspruch zu nehmen und nicht erst bei Beschwerden zum Zahnarzt zu gehen.

Die Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) verspricht Großes für die Zukunft: Zeitnah solle ein umfassendes Versorgungskonzept zur Parodontitistherapie vorgelegt werden und bisherige Leistungen intensiv hinterfragt werden. Dr. Wolfgang Eßer (Vorstandsvorsitzender der KZBV) hierzu: „Der Leistungskatalog ist mit Blick auf Prävention und Nachsorge unvollständig, veraltet und entspricht längst nicht mehr dem Stand der Wissenschaft. Wesentliche Bausteine einer präventionsbasierten Versorgungsstrecke fehlen. Hierzu zählen die Möglichkeiten des Zahnarztes zur individuellen Aufklärung, Motivation und Remotivation der Patienten, regelmäßige Verlaufskontrollen im Sinne einer qualitätsgesicherten Evaluation sowie ein strukturiertes Nachsorgeprogramm im Sinne der Unterstützenden Parodontitistherapie.“

Wenn Zähne fehlen…

22. Mai 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Hypodontie und Oligodontie – diese Begriffe lösen wohl kleineren oder größeren Kummer bei Eltern und Zahnärzten aus. Denn hiermit bezeichnet man das Fehlen eines oder mehrerer Zähne von Geburt an. Das Phänomen der Anodontie (vollständiges Fehlen der Zahnanlage) wird glücklicher Weise äußerst selten und wenn, meist an schwere genetische Defekte gekoppelt, beobachtet.

Fehlen die Anlagen für einzelne Zähne, wird die Anomalie häufig erst spät entdeckt.
Normaler Weise verfügen Menschen über 20 Milchzähne und 32 endgültige Zähne.
Bei genetisch bedingten Abweichungen ist oft der “5er” (2. Prämolar) betroffen. Dieser wird auch als Vormahlzahn”bezeichnet, da er vor den eigentlichen Backenzähnen des Ober- und Unterkiefers liegt. Ein Milchzahn als Platzhalter ist als Ersatz nicht vorhanden.

Am zweithäufigsten fehlen die Zahnanlagen der seitlichen Oberkieferschneidezähne oder der mittleren Unterkieferschneidezähne.
Bleiben solche Lücken unbehandelt, drohen neben kieferorthopädischen Komplikationen auch unerwünschte ästhetische Konsequenzen, da die übrigen Zähne, aufgrund des fehlenden Antagonisten, die Tendenz zu Wanderungen, Verlängerungen oder Kippungen haben. Hierdurch kann auch das Zahnfleisch schwer geschädigt werden.

Herkömmliche Prothesen und Brücken sind hierbei problematisch. Pfeilerzähne müssten für den Zahnersatz beschliffen werden und würden so an Zahnhartsubstanz verlieren. Dies würde das Aussehen und die Lebensqualität, speziell der jungen Patienten, extrem beeinträchtigen.

Je nach vorhandener Situation, beim Fehlen von Einzelzähnen und normal ausgebildetem Kieferknochen helfen jedoch bereits Maßnahmen der Kieferorthopädie. Chirurgische Eingriffe hingegen sind gar nicht nötig.

Im Vorfeld müssen daher folgende Fragen geklärt werden:

  1. Welches Ausmaß haben die Lücken tatsächlich?
  2. Sind die vorhandenen Zähne vollständig ausgebildet und weisen eine normale Größe auf oder sind sie klein und schwach?
  3. Wie verhält sich die Position von Kieferknochen und Zahnstellung?
  4. Wie ist Zustand des Kieferknochens?

Eine Möglichkeit besteht im frühzeitigen Ziehen einzelner Milchzähne. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die bleibenden Zähne korrekt nachrücken und die Lücke schließen. Eine andere Option ist das Ersetzen der fehlenden Einzelzähne durch Implantate.

Größere Probleme treten auf, wenn aufgrund der genetischen Anlage mehrere Zähne fehlen. Häufig sind auch die übrigen Zähne und/oder der Kiefer schwach ausgebildet. Bei Kindern besteht die Möglichkeit, mit kieferorthopädischen Maßnahmen die spätere Arbeit mit Implantaten als Verankerung für festen weiteren Ersatz vorzubereiten. Zahnarzt, Kieferorthopäde und Chirurg sollten hierbei unbedingt gemeinsam ein Konzept entwickeln, das nach Ende der Wachstumsphase umgesetzt wird.


WordPress SEO fine-tune by Meta SEO Pack from Poradnik Webmastera