Abenteuer Zahnmedizin

Beta-Version des MEDI-LEARN Bereiches für Studienbewerber, Zahnmedizinstudenten und junge Zahnärzte

Werbung mit Preisangaben gestattet

17. März 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Wie bereits im vorherigen Artikel soll es heute erneut um das Thema Werbung gehen.

Das Verwaltungsgericht Münster hat nun ein Urteil gefällt, weil einem Zahnarzt, der Bleaching-Leistungen auf seiner Website mit Preisbeispielen beworben hat, von der Zahnärztekammer eben diese Werbung untersagt wurde.

Laut Musterberufsordnung (MBO) sind einem Zahnarzt nach § 21 Abs. 1 Satz 1 “sachangemessene Informationen über seine Berufstätigkeit gestattet”. Jedoch ist ihm gemäß § 21 Abs. 1 Satz 2 MBO eine “berufswidrige Werbung untersagt”. Als berufswidrig ist “anpreisende, irreführende, herabsetzende oder vergleichende Werbung” (§ 21 Abs. 1 Satz 3 MBO) definiert. “Bei der Bewertung der Werbemaßnahme ist auf das Verständnis eines durchschnittlich informierten und verständigen Verbrauchers/Patienten abzustellen.”

Für den vorliegenden Sachverhalt rügte die zuständige Zahnärztekammer einem Zahnarzt. Der Praxischef warb auf seiner Website für unterschiedliche Bleaching-Behandlungen unter anderem mit Preisbeispielen. „Bereits ab 129 Euro“ preist er die „Standardbehandlung in der Praxis“ an. Das teuerste, zu erwerbende Paket, die „Deluxe Behandlung“, welche ein Bleaching in der Praxis inklusive professioneller Zahnreinigung sowie Schienen und Gel für ein Bleaching Zuhause enthält, sei „ab 349€“ zu erhalten. Zusätzlich wies der Zahnarzt auf seiner Homepage darauf hin, dass die Abrechung der Leistungen nach § 2 Abs. 3 der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) erfolge und es sich bei den gewählten Behandlungen um  Leistungen auf Verlangen handle und daher eine Erstattung durch die Krankrnversicherung nicht gewährleistet sei.

Die Zahnärztekammer beanstandet hier ein unzulässiges Werben mit Festpreisen und das Vorliegen von anpreisender Werbung. Dem Zahnarzt wurde eine berufsrechtliche Rüge erteilt. Zusätzlich wurde ein Ordnungsgeld in Höhe von 500€ verhängt und die Werbung untersagt.

Doch genau hier widerspricht das Gericht. Es sieht die gegebenen Informationen als “interessengerecht und sachangemessen” an. Einen angegebenen, den Kunden erwartenden, Gesamtpreis für die zahnärztliche Leistung auf  Verlangen sei nicht zu beanstanden, da der Preis  “einer medizinisch nicht notwendigen, sondern lediglich kosmetischen zahnärztlichen Behandlung für den Patienten ein zentraler Bestandteil der beworbenen Leistung sei”, so das Urteil der Richter.

Dies gelte vor allem dann, wenn für die Behandlung, wie eben das Bleaching, eine entsprechende Gebührenposition in der GOZ nicht vorhanden ist. Auch die Verwendung der Preisangabe mit „ab“ verdeutliche dem Patienten, dass die Leistungen beginnend ab dem Betrag erhalten werden können.

Verwaltungsgericht Münster

Az.: 5 K 4424/17
Urteil vom 22.11.2017

Werbung mit Biss

9. März 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Wem sind sie nicht aufgefallen? Die ganzen prächtigen Zahnlücken der Eishockeyspieler, welche uns in den vergangenen Wochen bei den Olympischen Spielen angelächelt haben. Dort auf dem Eis, wo die Spieler ihre Zähne aufs Spiel setzen, wirbt ein Zahnarzt aus der Nähe von Hannover für seine Praxis. Mit Bandenwerbung macht er auf sein Tagewerk aufmerksam und das, ohne Fan zu sein.

Den Zuschauern eines Heimspiels der Wedemark Scorpions lacht das Abbild des Zahnarztes Dr. Timo Simniok fröhlich von der Bande entgegen. In der Wedemark, wo er seine Praxis habe, herrsche eine starke Überversorgung an Zahnärzten. Er sehe sich daher in der Pflicht, um die Gunst der Patienten zu konkurrieren, gibt Simniok zu.

Die Erfahrungen mit Werbung schätzt er als gemischt ein und bringt ein Zitat Henry Fords ins Spiel. “Fünfzig Prozent bei der Werbung sind immer rausgeworfen. Man weiß aber nicht, welche Hälfte das ist.” Dieser Ausspruch spiegle auch seine Einstellung zum Thema Werbung wieder, so Dr. Simniok. Ein genaues Messen der Erfolgschancen sei schwierig. Die Auswertung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen mit seinem Steuerberater habe keinen signifikanten Zusammenhang von Werbeausgaben und Honorar ergeben.

Natürlich steht Simniok, wie auch viele andere Praxisibhaber, dem Thema Werbung zwiespältig gegenüber. Ihm, als redlichem Zahnarzt, widerstrebe es überhaupt zu werben, da die Gründe, weshalb Patienten sich bei ihm behandeln lassen, Vertrauen, Kompetenz und Qualität sein sollten- nicht Manipulation Versprechen aus Werbeanzeigen. Doch das schlechte Gewissen meldet sich schnell, denn andere Kollegen nutzen Werbung immer häufiger, um Patienten auf ihre Praxis aufmerksam zu machen. Das Gefühl betriebswirtschaftliche Maßnahmen nicht in die Wege geleitet und so das angestrebte betriebswirtschaftliche Ergebnis zu gefährden, erkläre das ambivalente Verhältnis zur Werbung und damit verbundene häufig wechselnde Werbemaßnahmen.

Als allgemeine Informationsquelle nutzt Dr. Simniok die mittlerweile quasi als „klassisch“ geltende Homepage. Zusätzlich gibt es von ihm regelmäßige Postings über besuchte Fortbiildungen und Entwicklungen auf Facebook. Die Mitgliedschaft im örtlichen Gewerbeverein ermöglicht ihm alle zwei Jahre eine eigene Seite im lokalen Wochenblatt zu gestalten und so für sich zu werben. Auch Anzeigen schaltet er dort in unregelmäßigen Abständen. Gerne zu „besonderen“ Tagen, wie etwa zum Tag der Zahngesundheit am 25. September oder in einem Senioren-Spezial. Im Online-Portal jameda ist Simniok ebenfalls um positive Bewertungen bemüht, sieht seinen Hauptwerbeschwerpunkt allerdings im Internet und in den Social Media. Die Ausnahme  stellt daher die 4-Quadratmeter große Bande im Eishockeystadium in Bissendorf dar.
Vor etwa 9 Jahren, im Januar 2009, eröffnete Simniok in der Nähe des Stadions seine Praxis. Als Kind habe er in dieser Eishalle sogar selbst Schlittschuhlaufen gelernt, verrät er und habe als Teil einer Amateurgruppe selbst den Schläger geschwungen. “Leider lässt sich die Arbeit als Zahnarzt nur unzureichend mit den gesundheitlichen Risiken des Eishockeys vereinbaren. Und somit musste ich meine Karriere schnell wieder beenden”, gibt Simniok schmunzelnd zu.

Eishockey spielt in der Wedemark schon seit langem eine große Rolle, denn hier begann die Geschichte des Deutschen Eishockey Meisters von 2010, den Hannover Scorpions. Simniok selbst beschreibt sich eher als Symphatisant. „Richtiger Fan“ sei er nie gewesen. Die Meister-Saison der Hannover Scorpions habe er jedoch natürlich aktiv mitverfolgt. Dies liegt auch daran, dass einige Patienten und auch Teile des Praxisnetzwerkes bei den Scorpions engagiert sind. Nachdem er vom angekündigten Zusammenschluss der Hannover Scorpions und der Wedemark Scorpions erfuhr, reifte in ihm der Entschluss als Sponsor aktiv zu werden. Hohe Zuschauerzahlen (immerhin 1200 Zuschauer pro Partie) und gute Ergebnisse bestätigten seine Entscheidung.

Er wünsche sich, von den Zuschauern im Stadion als regionaler Unternehmer wahrgenommen zu werden. Die Sponsoringkosten sind jedoch vielmehr idealistischer Natur, da die Kosten viel zu hoch seien, um sie unmittelbar mit Mehreinnahmen in der Praxis verrechnen zu können. Für den Zahnarzt sei es wichtig, dass sich die Kultur- und Sportveranstaltungen nicht nur in der Metropole Hannover ballen. Mit seinem Banner stehe er in einer Reihe mit weiteren lokalen Unternehmern, die die Gemeinde und die Region unterstützen.

Einen Nachweis darüber, ob sich Patienten bzgl. der Werbung zu einem Besuch in seiner Praxis entschieden, habe er nicht. Zudem schließt er eine Befragung der Patienten zu diesem Thema aus. Über Assoziationen seiner Praxis mit der Sportart Eishockey freue er sich. Es freue ihn, durch seine Bandenwerbung auch zu zeigen, dass seine Praxis mittlerweile so gut laufe, dass er sich für gesellschaftliche Projekte engagieren könne.

Rotwein als Heilmittel gegen Karies und Parodontitis?

28. Februar 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Gute Nachrichten für Rotweinliebhaber?

Polyphenole, die im Rotwein enthalten sind, verhindern das Andocken von Mundbakterien an Zähnen und am Zahnfleisch. Dies führt zu der Frage, ob sie dadurch vor Karies und Zahnfleischerkrankungen schützen. Dieses Ergebnis erzielt zumindest eine spanische Studie, die am 21.02.2018 im Journal of Agricultural Andy Food Chemistry veröffentlicht wurde.

In Experimenten konnten die Forscher um Victoria Moreno-Arribas anhand von Zellkulturen nachweisen, dass Polyphenole derartige Adhäsionen blockieren. Für das Team vom Spanish National Research Council (CSIC) sind die genauen Prozessabläufe noch unklar. Fest stehe aber, dass mehr Karieserreger abgewehrt wurden, wenn zur gleichen Zeit probiotische Streptokokken zugesetzt wurden.

Den Forschern zufolge, werden die mit der Nahrung aufgenommenen Phenole bei der Verdauung chemisch modifiziert, ehe sie in den Blutkreislauf gelangen. Die positive Wirkung beruht also offenbar nicht auf der Ausgangssubstanz selbst, sondern auf den entstandenen Stoffwechselprodukten. Der biochemische Umbau der Phenole, der durch orale Bakterien und Zellen von Zahnfleisch und Mundschleimhaut  erfolgt, startet aber schon im Mund.

Mithilfe menschlicher Zellkulturen analysierten die Forscher in ihren Experimenten wie stark die unterschiedlichen Erreger von Zahnerkrankungen an Zahnfleisch-Fibroblasten andocken. Hierfür wurde die Nährlösung mit einem Extrakt aus Rotwein oder Traubenkernen versetzt und anschließend Kaffeesäure oder Cumarsäure, die beide Polyphenole sind, hinzugegeben. Beide Zusätze waren gering konzentriert. Trotzdem verringerte sich die Bakterienadhäsion um 20 bis 50%, wobei die Phenole wirksamer erschienen als die Extrakte. Als Karieserreger setzten die Forscher Streptococcus Mutans ein. Als Erreger von Zahnfleischentzündungen und Parodontitis nutzten sie Fusobacterium nucleatum und Porphyromonas gingivalis.

Der Hemmeffekt gegen das Kariesbakterium konnte durch Kaffeesäure und Cumarsäure und die Zugabe des probiotischem Bakteriums Treptococcus dentisani noch verstärkt werden. Dies erklären sich die Forscher damit, dass diese Art der Streptokokken wahrscheinlich mit Streptococcus Mutans-Bakterien um dieselbe Bindungsstelle konkurrieren und diese so nicht andocken können.

Letztenendes nehmen neben den menschlichen Fibroblasten auch die Bakterien der drei getesteten Keime Polyphenole auf, die sie dann über ihren Stoffwechsel chemisch verändern und anschließend als Abbauprodukt wieder ausscheiden. Wie bereits erwähnt bilanzieren die Forscher, dass die Stoffwechselprodukte die Adhäsion der Bakterien zum Teil stärker hemmen, als die Ausgangssubstanzen.

Studie: Adelaida Esteban-Fernández, Irene Zorraquín-Peña, Maria D. Ferrer, Alex Mira, Begoña Bartolomé, Dolores González de Llano, and M. Victoria Moreno-Arribas, Inhibition of Oral Pathogens Adhesion to Human Gingival Fibroblasts by Wine Polyphenols Alone and in Combination with an Oral Probiotic, in: Journal of Agricultural and Food Chemistry, published (web) February 21, 2018 DOI: 10.1021/acs.jafc.7b05466

Endos bei Tieren immer häufiger

23. Februar 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Über die Endodontologie bei Delfinen haben wir euch ja bereits berichtet. Wie wichtig der Zahnerhalt bei Tieren ist, ist wohl allgemein bekannt. Denn gerade bei Wildtieren sind die Zähne unerlässlich für die Nahrungsaufnahme, aber auch für die Selbstverteidigung. Deswegen können insbesondere Wurzelkanalbehandlungen helfen, die Zähne zu erhalten, aber auch lebensbedrohlichen Infektionen vorzubeugen.

Kommt es zur Schädigung der Pulpa eines Zahnes, z.B. durch Entzündungen oder Karies, führt dies anfangs meist zu Schmerzen. Diese zeigen die Tiere typischer Weise durch ein verändertes Fressverhalten oder ein auffälliges Verhalten an. Bei nicht-Erkennen der Symptome kann es zu einer Degeneration der Pulpa oder gar zu einem Abszess kommen. Hilfreich kann hierbei eine endodontische Behandlung sein, um die betroffenen Zähne zu erhalten. Dazu hat sich die Endodontie mittlerweile zu einer wahren High-Tech-Disziplin entwickelt, in der hochwertige Materialien und filigrane Instrumente verwendet werden.

Nun folgen zwei Beispiele für Endos an Tieren.

Über den Delfin Dumisa, der im Ocean-Park in Hongkong behandelt wurde haben wir bereits berichtet. Diese Tiere kennen zwar keinen Zahnschmerz, weil ihnen der entsprechende Nerv fehlt, benötigen aber Zähne, um die volle Funktion des Gebisses zu erhalten. Bei Dumisa waren starke Abrasionen des Gebisses zu beobachten. Um diese langfristig erhalten zu können, entschloss sich ein Tierarzt aus Südafrika insgesamt 18 Zähne endodontisch zu behandeln. Dr. Cedric Tutt äußerte sich wie folgt: „Die Zähne von war stark abradiert. In der Vergangenheit hätten wir keine andere Wahl gehabt, als alle zu extrahieren. Heute können wir die Zähne von Dumisa erhalten, indem wir eine Wurzelkanalbehandlung durchführen und die Kanäle mit einem speziellen endodontischen Zement von Dentsply Sirona füllen, der den Knochen um die Wurzel herum regeneriert.“ Diese, im Ocean Park durchgeführte Wurzelkanalbehandlung, ist die erste ihrer Art. Es bedurfte der Geduld eines ganzen Tages und das von einem großen Team engagierter Tierärzte und Tiertrainer. Durch die starke Abnutzung einiger Zähne führte zum teilweisen Absterben der Pulpa. Auf angefertigten Röntgenbildern waren sogar Anzeichen einer Entzündung zu sehen.

Ehe diese Behandlung möglich war, arbeiteten die Trainer- und Veterinärteams monatelang mit der Delfindame, um sie an die zahnmedizinischen Instrumente zu gewöhnen und sie zu ermutigen, ihren Mund offen zu lassen. Hierfür nutzten sie harmlose Requisiten wie z.B. ein tragbares Röntgengerät oder elektrische Zahnbürsten, um ihr zu zeigen, dass sie keine Angst haben müsse. Dr. Tutt betonte ausdrücklich, dass es ohne die Kooperation des Tieres niemals möglich gewesen wäre, diese OP durchzuführen. Zwischendurch konnte Dumisa frei schwimmen, sodass die Behandlung in mehreren Etappen, und zwar immer, wenn sie es zuließ, ohne Anästhesie durchgeführt werden konnte.

Im Abu Dhabi Wildlife Cener wurden zwei ausgewachsene Löwen aufgrund zweier abgebrochener Eckzähne zahnärztlich behandelt. Obwohl Zahnfrkturen bei Großkatzen relativ häufig sind, ist eine Behandlung doch eher neu. Die OP wurde von einem Tierarzt mit 20 Jahren Berufserfahrung, Dr. Gerhard Steenkamp, durchgeführt. Dieser weist ein erhebliches Spektrum an Erfahrung auf und hat bereits mehr als 300 Zahnbehandlungen Fleischfressern vorgenommen. Dazu zählen neben Bären, Hyänen, Geparden und Leoparden auch einige an Löwen und Tigern, vor allem Wurzelkanalbehandlungen und Extraktionen.

Endodontische Behandlungen an Tieren werden ähnlich wie die an Menschen durchgeführt. Den Hauptunterschied stellen die Größen der Feilen dar. Im genutzten Verfahren liegt das Augenmerk auf der Entfernung des Pulpagewebes bis zur Wurzelspitze der Eckzähne, um so die Infektion zu bekämpfen. Die Firma Dentsply Sirona hat hierfür eine spezielle Sequenz von ISO 030 bis ISO 180 entwickelt, mit welchen der Veterinär das Pulpagewebe leicht entfernen konnte. Der aktive Part der Feile war 60mm lang, insgesamt umfasst die Länge der Feilen ohne Griff ganze 150mm. Die Verwendung dieser speziellen Feilen ermöglicht es dem Veterinär in der Zukunft die Zeit der Behandlung und damit die Narkosedauer für die Tiere zu verringern.

Beide Beispiele zeigen in beeindruckender Weise, wie viel in der Endodontie im Tierreich bereits möglich ist und unterstreichen die Bedeutung des Erhalts der Zähne für die Tiere.

Gerichtsurteil: 3-6 Monate Einheilzeit nach Implantaten ist lege artis

12. Februar 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Dies geht nun aus einem Urteil des Landgerichts Paderborn hervor. Eine Patientin hatte geklagt, da ihr die Behandlung zu lange gedauert hatte.
Im vorliegenden Sachverhaltstellte sich eine Patientin in der Praxis des nun beklagten Zahnarztes vor, da ihr Zahnfleisch im Oberkeifer entzündet war. Im Zuge des vereinbarten Behandlungsplans wurden mehrere Zähne abgeschliffen und der Oberkiefern mit einer Kurzzeitprothese versorgt. Im Anschluss wurde ein OP-Termin für die Implantatversorgung vereinbart.

Nach dem Setzen der Implantate im August und dem Einsetzen der Stifte sollte sich die Patientin im Oktober erneut vorstellen. Bei diesem Termin wurde der Patientin durch den behandelnden Zahnarzt gesagt, dass die Endbehandlung erst im März durchgeführt werden könne, da eine weitere Regeneration des Zahnfleischs notwendig sei.

Vor Gericht gab die Patientin an, dass sie nach dem Einsatz des Provisoriums weder feste Nahrung habe zu sich nehmen können, noch sich artikulieren konnte. Zudem soll sich dass Provisorium immer wieder gelöst haben. Zusätzlich habe sie seit dem Abschleifen der Zähne unter offen liegenden Nerven gelitten und vor Schmerzen keinen Schlaf gefunden. Diese Beschwerden und die physische Schwäche haben dazu geführt, dass sie immer weiter abgemagert sei. Dies führte zu einem noch schlechteren Sitz des Provisoriums, sodass es immer wieder herausgefallen und mehrfach auseinander gebrochen sei.

Die Patientin sagte aus, dass die Behandlung deutlich zu lange gewesen sei. Diese hätte in einem Zeitraum von zwei bis drei Monaten erfolgen können. Zudem hätte ihr Zahnarzt ihr ein besser haltendes Provisorium anpassen müssen. All diese Faktoren wertete die Klagende als fehlerhafte Behandlung, für die sie, auch wegen der entstandenen Schmerzen und Beeinträchtigungen, ein Schmerzensgeld von 15.000€ als angemessen betrachtet. Zusätzlich forderte sie vom beklagten Zahnarzt, dass er die Kosten in Höhe von rund 5.700€ für das Provisorium übernehmen solle, welches sie nach dem Abbruch der Behandlung in seiner Praxis anfertigen ließ.

Das Landgericht in Paderborn konnte jedoch keinen Behandlungsfehler des Zahnarztes feststellen. Hierbei folgte die Kammer der Darstellung eines Sachverständigen. Dieser kam zu dem Entschluss, dass die erforderlichen Behandlungsschritte für die Herstellung eines Provisoriums durchgeführt worden seien: “Zwar sei es insgesamt sieben Mal zu einem Bruch gekommen”, so der Richter, “hieraus folgert der Sachverständige aber keinen Mangel der Behandlung, da die Behandlungsschritte […] nach den zahnärztlichen Behandlungsregeln durchgeführt worden seien.” Auch den Vorwurf einer “überlangen Behandlungszeit” konnte der Sachverständige nicht bestätigen. “Vielmehr sei bei einer Versorgung mit Implantaten eine gewisse Einheilzeit zu berücksichtigen”, so die Formulierung im Urteil. “Diese liegt nach Angaben des Sachverständigen im Bereich von drei bis sechs Monaten, so dass im Falle der Klägerin keine Verzögerung der Behandlung festzustellen sei.”

Das Gericht kam letzten Endes zu dem Entschluss, dass die Klägerin keinen Anspruch auf die Zahlung des beantragten Schmerzensgeldes hat. Auch ihr Antrag auf die Zahlung von Schadensersatz in Höhe von rund 5.700€ wurde aufgrund fehlender vorwerfbarer Behandlungsfehler abgelehnt.

LG Paderborn
Az.: 4 0 329/16
Urteil vom 27.9.2017

Wenn die „Angst vor Fluoriden“ zum Verkaufsargument wird…

28. Januar 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Der neue TV-Spot der Dr. Wolff GmbH & Co. KG wirbt aktuell mit fluoridfreier Zahnpasta und auch auf der Homepage der Firma ist Fluorid das große Thema. Eine Frage ist besonders präsent:  “Nutzen oder schaden Fluoride der Gesundheit?”

Um diesen Werbespot geht es:

Doch darf die “Angst vor Fluorid” ein Verkaufsargument sein? Der Hersteller äußert: “Fluoride werden in der Zahnpflege seit Jahrzehnten zum Schutz vor Karies eingesetzt. In entsprechend hoher Konzentration wurde für Fluoride in den 1950er Jahren eine prophylaktische Wirkung gegenüber Karies nachgewiesen. Heute ist deren Einsatz aufgrund möglicher Nebenwirkungen in der Europäischen Kosmetikverordnung reglementiert, denn in höheren Dosierungen wirkt Fluorid toxisch. Insbesondere wenn sich unterschiedliche Fluoridquellen addieren.”

Doch der Verbraucher soll vor solchen Nebenwirkungen geschützt werden, weshalb die EU strenge Grenzwerte für den Fluoridgehalt in der Zahnpasta herausgegeben hat. Der Hersteller argumentiert mit einer Reihe von Beiträgen, darunter folgende:  „Fluorid in Zahnpasta: So riskant ist der Stoff wirklich“ (Focus Online, 1.9.2016) oder „Macht Fluorid in Zahnpasta krank?“ (Spiegel Online, 10.2.2014). Zudem wird auch Bezug auf einen TV-Beitrag der Pro7-Sendung “Galileo” vom 19.1.2015 genommen, welcher sich in der Reihe “Verschwörungstheorien” damit beschäftigt, wie es die Fluoride überhaupt geschafft haben, ihren Weg in die Kariesprophylaxe zu finden. Auch eine jüngst publizierte Studie kanadischer Forscher, über die wir bereits berichteten, die den Zusammenhang zwischen der Fluoridaufnahme der Mütter und der Intelligenz ihrer Kinder darstellen soll, wird angeführt. Diese, inzwischen von Forschern widerlegte Studie, hält der Übertragung der Studienergebnisse auf unsere Verhältnisse und einer kritischen Beleuchtung in keinster Weise stand.

Trotzdem setzt das Marketing für Karex gezielt auf die Angst der Verbraucher vor Fluorid. “Aufgrund der zunehmenden Zweifel an der alltäglichen Verwendung von fluoridierten Zahnpasten ist die heutige Zahnmedizin seit Jahren auf der Suche nach bedenkenfreien Alternativen”, lautet es auf der Homepage. “Besonders vielversprechend in diesem Zusammenhang ist die Verwendung von Hydroxylapatit, da diese Substanz dem natürlichen Zahnschmelz nachempfunden wurde.”
Dem Verbraucher wird weisgemacht, dass in Japan ein Schutz vor Karies dank Hydroxylapatit-haltiger Zahnpasta an Kindern gezeigt werden konnte und bereits 1987 erste klinische Studien zu diesem Thema publiziert wurden. Im Werbespot wird davon gesprochen, dass es deutschen Wissenschaftlern nun weltweit erstmals in einer klinischen, multizentrischen Studie gelungen sei, “nachzuweisen”, dass auch eine verbrauchertaugliche fluoridfreie Zahnpasta, welche den biomimetischen Wirkstoff Hydroxylapatit enthalten, klinisch genauso so gut vor Karies schützen solle, wie eine Fluoridzahnpasta.

Die Bundeszahnärztekammer teilte nun mit, dass es momentan verstärkt zu Anfragen von verunischerten Verbrauchern kommt. Daher stellt sie aktuell auf ihrer Homepage verstärkt wissenschaftliche Informationen zur Verfügung, dass Fluoride in Zahncremes unbedenklich und kariespräventiv wirksam sind.

Zudem wurde eine Stellungnahme veröffentlicht, die ihr in diesem Artikel finden könnt.

Eine Zahnspange als Abnehmhilfe?

23. Januar 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Die Zahlen sind alarmierend – zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland sind übergewichtig, ein Viertel aller Erwachsenen ist stark adipös. Nun haben US-Forscher eine Zahnspange entwickelt. die das Abnehmen erleichterm soll.
Getragen werden, soll diese Zahnspange beim Essen. Dies soll bewirken, dass man langsamer isst und man kleinere Bissen zu sih nimmt. Als Ergebnis soll sich beim Träger ein Sättigungsgefühl einstellen, obwohl dieser weniger isst. Dies soll so das Abnehmen erleichtern.

Um die Wirksam- und Richtigkeit des neu entwickelten SmartByte™-Systems für die Food and Drug Administration (FDA) zu bestätigen, wurde die Zahnspange mit Hilfe einer Studie getestet. Hierbei wurden insgesamt 76 übergewichtige oder adipöse Erwachsene im Alter von 18-49 Jahren, deren BMIs zwischen 27 und 35 lagen, eine der Zahnspangen zur Verfügung gestellt. Die Tragedauer belief sich auf 16 Wochen, wobei die Probanden zusätzlich an einem Lifestyle-Unterricht zur Gerwichtsreduktion per Video teilnahmen.

Die Analyse erforderte eine sensorgeprüfte Verwendung der Apparatur von mindestens 7 Mal pro Woche über einen Zeitraum von 14-16 Wochen.  Die Gesamtgeräte-Nutzungsrate muss mindestens 33% + Studienabschluss betragen. Um diese Daten zu erheben, wurde die Zahnspange mit einem kleinen Sensor ausgestattet, mit welchem Zeit, Häufigkeit und Dauer des Einsatzes in 5-Minuten-Intervallen bestimmt wurden.

Nach 16 Wochen hatten 12 Teilnehmer (30%) über 5% ihres Körpergewichts verloren, 16 (40%) Studienteilnehmer haben mehr als 4% abgenommen und 21 (52,5%) immerhin mehr als 3%. Insgesamt

Von leichten bis mittelschweren Nebenwirkungen, drei an der Zahl, welche auf die Zahnspange zurückzuführen sind, berichteten 2 Probanden. Hierbei handelte es sich um Abschürfungen am Gaumen und zwei Zungenrisse, welche jedoch spontan wieder abklangen.

Zusammenfassend kann man jedoch sagen, dass die Zahnspange in Kombination mit dem Video-Programm zu einer relevanten Gewichtsabnahme führte. Wurde die Spange häufiger verwendet, war im Durchschnitt mehr Gewichtsverlust (d.h. über 4-5 Prozent) festzustellen.
Den Forschern machen diese Ergebnisse Mut, da ein solch einfaches Hilfsmittel wie diese Zahnspange, welches nur minimale Risiken aufweist, die effektive Gewichtsabhnahme unterstützen kann. Es werden weitere Studien zur Wirksamkeit der Zahnspange erwartet.

(https://www.zm-online.de/fileadmin/user_upload/Zahnspange2.jpg)

Studie: StRyan, D.H., Parkin, C.G., Longley, W., Dixon, J., Apovian, C., and Bode, B. (2017) Efficacy and safety of an oral device to reduce food intake and promote weight loss. Obesity Science & Practice, doi: 10.1002/osp4.139, first published 11.12.2017.

 

Reduziertes Pneumonierisiko dank verbesserter Mundhygiene?

16. Januar 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Mundhygiene bei hochbetagten Senioren – das war lange Zeit ein Wasserglas auf dem Nachttisch, in dem die Zahnprothese mit der Reinigungstablette die Nacht verbrachte. Mundspülungen zur Reinigung der Mundschleimhaut oder Zunge, wurden selten verwendet. Da gar die ätesten Menschen immer mehr eigene Zähne haben, erfordert die Reinigung eines voll- oder teilbezhanten Gebisses nun einen völlig anderen Ansatz.

Heute übliche Rekonstruktionen benötigen oft komplexe und vor allem zeitaufwendige Hygienemaßnahmen. Dies gilt besonders dann, wenn Implantate integriert wurden. Die Reinigung solcher Prothesenkonstruktionen, die man Schöntals „High-Tech“ bezeichnen kann, übersteigt oft die Kmpetenzen des Pflegeprsonals aber auch die eigene Bereitschaft des Patienten, viel Zeit in die Mundhygiene zu investieren. Selten zeigen die Senioren genügend Motivation für ihre Mundhygiene, besonders, wenn zahlreiche chronische Krankheiten im Alltag vorrangig sind. Erschwerend kommt hinzu, dass manuelle Fähigkeiten und der Visus imAlter deutlich reduziert sind. Daher resultieren in den meisten Mündern alter und sehr alter Patienten erhebliche bakterielle Belastungen, die ein hohes Karies-, Infektions- und Parodontitisrisiko zur Folge haben.

Bereits vor 20 Jahren haben japanische Wissenschaftler Bakterien des Mund-Rachen-Darm-Trakts mit dem Auftreten einer Aspirationspneumonie in Verbindung gebracht. Dort konnte dann auch nachgewiesen werden, dass bei professioneller wöchentlicher Mundhygiene die Zahl der Lungenentzündungen sank [Yoneyama et al., 1999; Yoneyama et al., 2002]. Dieser Zusammenhang induziert ein Umdenke hinsichtlich der Umsetzung der Mundhygiene hochbetagter Senioren und Pflegefälle, auch in Bezug auf deren allgemeine Gesundheit und Lebensqualität.

Lungenentzündungen sind für die älteren Menschen häufig eine Bedrohung, da diese mit einer Häufigkeit zwischen 24 und 44 Fällen je 1000 zu Hause lebenden Rentnern und 33 bis 114 Fällen pro 1000 Bewohner von Senioreneinrichtungen auftreten [Janssens et al., 2004].
Hierbei wird zwischen erworbenen Pneumonien (CAP) und den in Pflegeheimen erworbenen Pneumonien (NHAP) unterschieden. Zudem stellt die Lngenetzündung mit einer Häufigkeit von 13-48% die häufigste Infektion in Pflegeheimen und zusätzlich die häufigste Todesursache durch Infektionen ü65 dar [El-Solh, 2011]. Mortalitätsraten von bis zu 48% müssen allerdings in Kombination weiterer Morbiditäten gesetzt werden, die im Alter gehäuft auftreten [Welte et al., 2012].

Symptome einer Lungenentzündung bei erwachsenen Patienten sind i.d.R. starke Erschöpfung, starker Husten, oft verbunden mit eitrigem Auswurf sowie Fieber, Schwitzen, starke Schmerzen oder gar Erstickungsanfälle. Sehr alte Menschen zeigen statt der üblichen Symptome eher Stürze und Verwirrtheitszustände [Janssens et al., 2004].

Aspirationspneumonien werden durch Fremdmaterial ausgelöst, welches über die Bronchien in die Lungen gerät. Hierbei handelt es sich meist um Speichel oder Nahrungbestandteile, die versehentlich aspiriert werden. Keime befinden sich im Speichel oder werden bei der Nahrungszerkleinerung aus dem Biofilm gelöst. Auch gesunde Erwachsene können während des Schlafes keimbelasteten Speichel versehentlich aspirieren. Sie haben jedoch Hustenreflexe und einen intakten Flimmerhaartransport, sodass Fremdkörper wieder aus den Bronchien entfernt werden können. Zudem besitzen sie eine intakte Immunabwehr. Alle Faktoren bedeuten einen weitgehendenSchutz der Atemwege. Je älter der Mensch, desto stärker lassen Immunsystem und Funktion der Flimmerhaare nach.Deswegen sind alte und multimorbide Patienten deutlich anfälliger für eine Lungenentzündung. Weiter Risiken für Aspirationspneumonien sind kognitive Einschränkungen wie z.B. Nach einem Schlaganfall oder Erkrankungen, die das Schlucken beeinträchtigen [van der Maarel-Wierink et al., 2011].

Desweiteren stellen beatmete Patienten eine weitere Risikogruppe für Pneumonien dar, unabhängig ihres Alters [Scannapieco et al., 2003]. Eine Studie an 1.499 zu Hause lebenden Personen, welche aufgrund einer Lungenetzündung im Krankenhaus warnen, zeigte, dass 10% an einer Aspirationspneumonie litten. Bei weiteren 447 im Heim lebenden Pneumonien-Patienten lag der Prozentsatz bereits bei 30% [Shariatzadeh et al., 2006].

Die bakterielle Belastung älterer Patienten ist enorm
Bei hospitalisierten Pneumonien-Patienten konnten bei einer bronchoalveolären Lavage Parodontitis-assoziierte Mikroorganismen aus dem oralen Biofilm nachgewiesen werden [Imsand et al., 2002].  Quagliarello und seine Mitarbeiter beschreiben, dass eine schlechte Mundhygiene einen der häufigsten Risikofaktoren für Pneumonien bei Pflegeheimbewohnern darstellt [Quagliarello et al., 2005]. Von neun untersuchten modifizierten Risikofaktoren waren nur „unzureichende Mundhygiene“ und „Schluckstörungen“ signifikante Aspirationspneumonie-Risikofaktoren. Ein weiterer Bericht zeigt, dass Patienten mit zehn oder mehr natürlichen Zähnen und parodontalen Sondierungstiefen von 4mm ein 3,9-fach höheres Risiko haben, an einer Lungenentzündungen zu sterben, als Probanden ohne parodontale Vorerkrankungen [Awano et al., 2008]. Das Risiko kann erstaunlicher Weise, durch die Extraktion natürlicher Zähne nicht vermieden werden. Bei zahnlosen Patienten kann z.B. keimbelasteter Zungenbelag ebenfalls ein als Risikoindikator für eine Aspirationspneumonie angesehen werden [Abe et al., 2008].

Zahnmedizin in der Pflege

9. Januar 2018 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

In Deutschland gibt es knapp 13.600 Pflegeheime. Die pflegebedürftigen Bewohner müssen jedoch auch zum Zahnarzt, können diesen aber nicht mehr selbstständig aufsuchen. Um diesem Problem entgegen zu wirken, hat mittlerweile fast jede fünfte Einrichtung einen Kooperationsvertrag mit einer Zahnarztpraxis vor Ort geschlossen. Die Tendenz ist weiter steigend. Neben den Menschen in stationärer Betreuung versorgen die Kollegen auch Pflegebedürftige im häuslichen Umfeld. Jedoch steht die Alterszahnmedizin vor einigen Problemen.

Denn die Patienten sind oft krank und gebrechlich, teilweise dement. Motivation und Compliance sehr niedrig. Zusätzlich muss das benötigte zahnärztliche Equipment am besten auch noch in eine Tasche passen.

Trotz all dieser Probleme haben sich 2016 Zahnärzte 902.000-mal auf den Weg gemacht, um alte oder behinderte Menschen im Heim oder Zuhause zu behandeln. In den kommenden Wochen folgen Beiträge zu folgenden Themen: -wie die „aufsuchende Betreuung“ im Alltag aussieht, – die Möglichkeiten mobiler Prothetik, – Gründe für gute Mundhygiene bei Prothesenträgern und – über die Rolle des Netzwerkes.

 

Weltweit erste Endo bei einem Delfin in Hongkong durchgeführt

26. Dezember 2017 geschrieben von Redaktion MEDI-LEARN

Zum Abschluss des Jahres haben wir noch einmal einen unterhaltsamen Beitrag für euch. In Hongkong wurde nun die weltweit erste endodontische Behandlung an einem Delfin durchgeführt. Dumisa ist der Name der acht Jahre alten Delfinkuh. Nötig gemacht hatte diese Behandlung der allgemeine Abrieb ihrer Zähne. Damit die Behandlung auch durchgeführt werden konnte, wurde im Ocean Park Hongkong monatelang trainiert.

Dr. Cedric Tut, ein südafrikanischer Tierarzt mit Kenntnissen auf dem Gebiet der tiermedizinischen Zahnheilkunde und Oralchirurgie erklärte nach dem Eingriff, dass Trainer und Tierärzte im Ocean Park Hongkongs über Monate hinweg mit Dumisa gearbeitet hätten, um sie an zahnmedizinische Instrumente zu gewöhnen. Zudem wurde ihr beigebracht, die Schnauze geöffnet zu lassen und Röntgenaufnahmen der Zähne zu tolerieren.

Zum Training wurden Attrappen, wie z.B. das Modell eines fahrbaren Röntgengerätes und elektrische Zahnbürsten verwendet. Dies half der Delfindame zu verdeutlichen, dass die Behandlung ihr keinesfalls schade. Dumisa litt unter einem allgemeinen Zahnabrieb. Zum Teil waren die Zähne so stark abgenutzt, dass die Pulpa freigelegt war. Zuvor gab es keine andere Möglichkeit, als die Zähne zu ziehen. Nun jedoch konnte Dumisas Gebiss durch eine Wurzelkanalbehandlung mit dem Einsatz eines Spezialzements erhalten werden. Dieser Zement fördert zusätzlich die Heilung des Knochens rund um die Wurzel.

Insgesamt wurden 19 Zähne behandelt, einer davon endodontisch. Die Sitzung dauerte mehrere Stunden und wurde ohne jede Art von Betäubung oder Fixierung durchgeführt.

Ein Video dazu könnt ihr euch hier ansehen:


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