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erdbeertoertchen
12.08.2018, 08:48
Brutus, danke für den Link, nur bin ich zu doof für juristen Deutsch. Heißt das nun im Klartext, ich muss den Dienst nicht nacharbeiten?

(Sorry für das OFF Topic im Thread)

Brutus
12.08.2018, 08:56
Neuere Kommentatoren sehen keine absolute Fixschuld; doch kommt nach ihrer Auffassung BGB § 615 (Annahmeverzug) auch ohne Unmöglichkeit zum Zuge. Nicht einmal im Arbeitsvertrag darf Nacharbeiten vereinbart werden. Der Arbeitgeber verliert seinen Anspruch darauf, wenn die Leistung z.B. wegen Krankheit unmöglich oder wegen Gesundheitsgefährdung unzumutbar ist.
Hier steht es sogar ausdrücklich.

Krötino
12.08.2018, 09:01
Wenn wir hier dann gerade schon OT sind und ich davon noch keine Ahnung habe.. wie sieht es dann eigentlich mit der Bezahlung für den Dienst aus in dem man krank war? Normal gilt ja “krank ist wie gearbeitet“ und für einen normalen Arbeitstag bekomme ich ja eine Entgeldfortzahlung falls ich krank bin.. Wenn man jetzt einen Dienst nicht antritt will man krank ist... Bekommen diese netten Kollegen dafür auch noch einen extra Bonus?

erdbeertoertchen
12.08.2018, 09:14
Hier steht es sogar ausdrücklich.
Ja, dies hatte ich auch gelesen, aber den Rest verstehe ich nicht.

nie
12.08.2018, 11:34
Sorry, dass ich so blöd frage, aber fallen den Chefs diese "Kandidaten", die immer während ihrer Dienste "krank" werden, nicht auf?

Klar fallen die auf. Aber was willst du machen? Den Leuten sagen, dass sie weniger krank werden sollen?
Wir haben auch so Kandidaten, die auffällig oft und immer bei ungünstigen Diensten krank sind. Das wurde von Chefseite auch schon angemerkt. Aber die Leute werden beteuern, dass sie ganz sicher wirklich krank waren und alles andere dreiste Unterstellungen sind und fertig. In der Regel liegt dann auch eine AU vor und dann beweis erstmal, dass die Leute nicht krank sind. Solange die nicht vom RTL-Team am Ballermann gefilmt werden, muss man es wohl einfach zähneknirschen akzeptieren.

jijichu
12.08.2018, 11:37
An meiner alten Klinik gab's dann bei solchen Kandidaten die Auflage der Personalabteilung, dass ab Tag 1 ein Attest vom Arzt einzureichen ist, nicht wie sonst nach 3 Tagen. Hat bei den betreffenden Personen aber auch nur geringfügig was geändert hinsichtlich ihresVerhaltens.

escitalopram
12.08.2018, 12:00
Klar fallen die auf. Aber was willst du machen? Den Leuten sagen, dass sie weniger krank werden sollen?
Wir haben auch so Kandidaten, die auffällig oft und immer bei ungünstigen Diensten krank sind. Das wurde von Chefseite auch schon angemerkt. Aber die Leute werden beteuern, dass sie ganz sicher wirklich krank waren und alles andere dreiste Unterstellungen sind und fertig. In der Regel liegt dann auch eine AU vor und dann beweis erstmal, dass die Leute nicht krank sind. Solange die nicht vom RTL-Team am Ballermann gefilmt werden, muss man es wohl einfach zähneknirschen akzeptieren.

Klar, das verstehe ich. Natürlich kann man nichts beweisen, zumal eine AU jetzt nicht so schwer zu bekommen ist. Aber ich dachte ja, dass man als Teil des Teams einfach negativ auffällt und das einem unangenehmen oder besser peinlich ist/sein sollte... Keine Ahnung, wenn sogar der Chef das anmerkt. Ich würde mich sowas von schämen, zumal die SutiationEN dann allen glasklar sind. Aber gut, vielleicht bin ich zu romantisch eingestellt. Jetzt fehlt nur, dass bestimmte User erneut anmerken, dass ich ja - als PJ-Student - ein Nicht-Mediziner bin.

Echinococcus
12.08.2018, 12:13
Klar fallen die auf. Aber was willst du machen? Den Leuten sagen, dass sie weniger krank werden sollen?
Wir haben auch so Kandidaten, die auffällig oft und immer bei ungünstigen Diensten krank sind. Das wurde von Chefseite auch schon angemerkt. Aber die Leute werden beteuern, dass sie ganz sicher wirklich krank waren und alles andere dreiste Unterstellungen sind und fertig. In der Regel liegt dann auch eine AU vor und dann beweis erstmal, dass die Leute nicht krank sind. Solange die nicht vom RTL-Team am Ballermann gefilmt werden, muss man es wohl einfach zähneknirschen akzeptieren.

Das Problem ist ja auch, dass selbst wenn man die Leute rauswirft man am Ende eventuell gar keinen Ersatz ranbekommt. Ich hab in meinem TA Team auch so eine Kandidatin, die war immer sehr....unfleissig....hat oft gefehlt und wollte sich nie in neue Dinge reinarbeiten. Irgendwann hat es mal gereicht und wir haben ihr gesagt, dass es so nicht weitergeht. Jetzt ist sie krankgeschrieben mit Anschlussbehandlung, fällt mehrere Monate aus und gewonnen hab ich, dass ich die paar Prüfberichte, die sie am Tag geschafft hat selbst schreiben darf und die bestbezahlte Schreibkraft der Klinik bin.

Ich würde ja Leute mit fragwürdiger Arbeitsmoral auch gerne loswerden, nur welchen Nutzen zieht man daraus, wenn man am Ende mit noch weniger Arbeitskraft dasteht als vorher....

nie
12.08.2018, 12:16
In meinem Fall geht auch nicht um Ärzte sondern um meinen Ausbildungsberuf in dem ich nebenbei immer noch arbeite. Das hat mit Arzt sein nix zutun, das gibts in jeder Firma.

Aber das stellst du dir tatsächlich ein bisschen naiv/romantisch vor. Den Leute ist in der Regel scheiß egal, was die Leute über sie denken oder ob sie beim Chef negativ auffallen. Die haben halt oft einfach kein Bock, sitzen teilweise einfach nur noch die Zeit bis zur Rente ab und sehen ihre Arbeit allgemein nur als notwendiges Übel. Jemand, dem Kollegialität und ein gutes Arbeitsklima wichtig ist, meldet sich ja nicht ständig „krank“.

freak1
12.08.2018, 12:17
Man kann gegen solche Leute schon vorgehen, dass bewegt sich dann halt in der Grauzone. Die gewünschten Rotationen gehen dann halt an andere Assistenten, Einsatz in der Funktion gibt's nicht mehr und bei den Logbüchern für die FA-Weiterbildung wird penibel überprüft das man nur die Fallzahlen bescheinigt die wirklich erbracht worden sind. Wenn plötzlich Dienste neu zu besetzen sind werden die konsequent an diese Personen zugewiesen usw. Irgendwann gehen diese Kandidaten dann von selbst.

Spätestens wenn den Kandidaten klar wird, dass sie mit ihrer Arbeitsmoral die Zahlen für den FA in dieser Abteilung NICHT zusammenbekommen werden ändert sich die Arbeitsmoral oder sie kündigen. Lässt man sie halt die 5 Jahre des Vertrages in der NA oder auf der unbeliebtesten Station verschimmeln.

Im Idealfall bemerkt man solche Charakterzüge natürlich in der Probezeit und wirft sie einfach raus.

Autolyse
12.08.2018, 15:31
[...]
Spätestens wenn den Kandidaten klar wird, dass sie mit ihrer Arbeitsmoral die Zahlen für den FA in dieser Abteilung NICHT zusammenbekommen werden ändert sich die Arbeitsmoral oder sie kündigen. Lässt man sie halt die 5 Jahre des Vertrages in der NA oder auf der unbeliebtesten Station verschimmeln.[...]
Das führt wegen 7 AZR 597/15 (https://www.bag-urteil.com/14-06-2017-7-azr-597-15/) allerdings zur Entfristung.

freak1
12.08.2018, 16:01
Selbstverständlich wird die Weiterbildung zielgerichtet vorangetrieben. Aber leider leider sind z.B. die entsprechenden OPs so selten, dass man da nichts machen kann.

Wie gesagt, wer einen solchen Mitarbeiter loswerden möchte findet einen Weg.

Solara
12.08.2018, 16:02
Wer sagt denn, dass hier von WBA die Rede ist (im ursprungsposting)?

nie
12.08.2018, 16:13
Wie gesagt, wer einen solchen Mitarbeiter loswerden möchte findet einen Weg.

Sag das mal meinem Chef, der versucht seit Jahren mehreren solcher Leute loszuwerden...

Und wie Solara schon sagt, Ärzte in Weiterbildung werden in den seltensten Fällen diejenigen sein, die sich so verhalten. Sondern eher Leute, die wissen, dass sie nix zu verlieren haben und man ihnen nix kann.

Muriel
12.08.2018, 16:41
Das heist wenn du nicht Urlaub hast sondern FZA (und das ist somit kein Sa/So) kann er anordnen dich zur Arbeit zu erscheinen

Das bedeutet, dass ich mir bei klassischem Schichtdienst wie auf ITS oder in der Pflege an einem X-Tag, der nicht Wochenende ist, der mit frei geplant ist, quasi nix vornehmen kann, da ich jederzeit auch ad hoc noch während des laufenden Tages von meinem AG dienstverpflichtet werden könnte?

Vianna
12.08.2018, 18:19
Das ist so nicht erlaubt! Wenn ich Samstag Karten für Schalke habe, dann bin ich im Stadion. Die waren nämlich teuer! Der AG hat sein Direktionsrecht mit Aushang des Dienstplans verwirkt. Wenn dann jemand krank wird, kann er fragen, ob jemand einspringt, aber einen Tag vorher kann er sicher nicht bestimmen, dass Du kommen MUSST! Tut er dies, muss Du dies erstmal machen. Oder per Eilverfahren vorm Arbeitsgericht gewinnen. ;-)


Bei mir sind es vielleicht nicht gerade Karten für Schalke, aber zum Beispiel ein Gebuchter Städtetrip. Muss der Arbeitgeber für die ganzen Kosten dann aufkommen? Also für meine und auch die vom Mktreisenden, der dann nicht alleine reisen möchte?

FirebirdUSA
12.08.2018, 18:59
Bei mir sind es vielleicht nicht gerade Karten für Schalke, aber zum Beispiel ein Gebuchter Städtetrip. Muss der Arbeitgeber für die ganzen Kosten dann aufkommen? Also für meine und auch die vom Mktreisenden, der dann nicht alleine reisen möchte?

Für deine Kosten natürlich, Mitreisender vermutlich nein. "Nicht wollen" zählt vermutlich nicht, ich würde es aber erstmal mit angeben und es darauf ankommen lassen.

@Muriel: ja, so würde ich das interpretieren

Brutus
12.08.2018, 19:36
http://www.schichtplanfibel.de/dat/pocketheft.pdf
Ganz nett geschriebene Zusammenfassung. Was geht und was geht nicht? ;-)

FirebirdUSA
12.08.2018, 20:27
Guter Link. Danke.

Muriel
12.08.2018, 20:54
Was ich allerdings immer noch nicht verstehe: Wenn ich mehr als vier Tage vor einem evtl Einspringen dafür verpflichtet werden soll, ist das dann ok, obwohl der eigentliche genehmigte Dienstplan etwas Anderes vorsieht?