Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Assistenzarzt Psychiatrie/Psychosomatik: Vorbereitung?
Borisdiekatze
16.11.2018, 22:35
:-oopss:-oopss:-oopss:-oopss:-oopss:-oopss Wie schön. Ich weiß, ich bin naiv. Nur ich verstehe nicht, was der Arbeitgeber davon hat? Also wenn ich wirklich gar nicht eingearbeitet werde, kann ich doch keine vernünftige Arbeit leisten. Dann sucht er besser jemanden mit Berufserfahrung oder jemanden mit PJ Psychiatrie zumindest. Und da es, bevor ich da war, auch irgendwie gelaufen ist (es sei denn, es hört jemand genau einen Tag vor dem Tag auf, an dem ich anfange), ist doch auch eigentlich jemand abkömmlich, der mich einweist.
Ich hoffe jetzt einfach mal, dass das ein Missverständnis war ... Und versuche bis zum Stichtag so viel zu lernen wie ich kann. Was soll ich auch anderes machen.
Ich fände ja mal ein Buch toll, wo jemand seine ersten Tage als Assistenzarzt detailliert beschreibt. Mit exaktem Tagesablauf, wie eine Visite dort abläuft, worauf zu achten war, typische Medikamentenkonstellationen mit Dosierung inklusive den wichtigen somatischen usw. Gibt es aber anscheinend nicht.
Feuerblick
17.11.2018, 06:21
Den Arbeitgeber interessiert nur, dass die Arbeit gemacht wird. Und dass die Arbeitskraft möglichst billig ist (fortgeschrittene Assistenten kosten auch mehr Geld). Ob die GUT gemacht wird, ist dem Arbeitgeber (aka Verwaltung, Klinikkonzern) komplett egal. Und wenns nicht läuft, schmeisst man den Kandidaten wieder raus und nimmt den nächsten. Oder „fordert“ ihn so, dass er selbst geht. Und jemand, der im PJ Psych gemacht hat, hat sich vielleicht gar nicht beworben. Man kennt ja häufig die Kliniken in näherer Umgebung und weiß, wo man ganz sicher nicht arbeiten möchte.
Du könntest dich einfach mal hier durchs Forum lesen, dann wüsstest du, wie es in doch nicht wenigen Kliniken zugeht... :-nix
Ich fände ja mal ein Buch toll, wo jemand seine ersten Tage als Assistenzarzt detailliert beschreibt. Mit exaktem Tagesablauf, wie eine Visite dort abläuft, worauf zu achten war, typische Medikamentenkonstellationen mit Dosierung inklusive den wichtigen somatischen usw. Gibt es aber anscheinend nicht.
Du solltest dringend von dem Gedanken wegkommen, dass man nur genug Bücher lesen muss und dann schon vorbereitet ist.
Jeder Klinik, jeder Tag, jeder Mensch ist anders. Es gibt einfach Dinge, die man erst lernt, wenn man sie macht. Kein noch so gutes Buch kann praktische Erfahrung ersetzen. Eine Klinik, die dich vom ersten Tag an ohne Berufserfahrung und Einarbeitung, als alleiniger Stationsarzt einsetzt, ist aber mit Abstand der schlechteste Ort, den man sich dafür aussuchen kann.
Allerdings gibt es ja sehr wohl Bücher, die in diese Richtung gehen. Aus Deutschland "Klinikleitfaden Psychiatrie Psychotherapie" plus "Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie", aus Großbritannien "Oxford Handbook of Psychiatry" plus "Maudsley Prescribing Guidelines in Psychiatry", aus den USA "Massachusetts General Hospital/McLean Hospital Residency Handbook of Psychiatry" plus "Stahl's Essential Psychopharmacology Prescriber's Guide" - da stehen viele der Sachen, für die du gerne ein Buch hättest, drin. Natürlich nicht im Sinne eines Kochbuchs, aber dennoch. Und dann gibts ja auch noch die kostenlose DGPPN-App, die sich eher zum schnellen Nachschlagen der wichtigsten Fakten zu einzelnen Themen eignet.
Kensington
17.11.2018, 09:07
Du solltest dringend von dem Gedanken wegkommen, dass man nur genug Bücher lesen muss und dann schon vorbereitet ist.
Jeder Klinik, jeder Tag, jeder Mensch ist anders. Es gibt einfach Dinge, die man erst lernt, wenn man sie macht. Kein noch so gutes Buch kann praktische Erfahrung ersetzen. Eine Klinik, die dich vom ersten Tag an ohne Berufserfahrung und Einarbeitung, als alleiniger Stationsarzt einsetzt, ist aber mit Abstand der schlechteste Ort, den man sich dafür aussuchen kann.
Obwohl das ja leider die Realität ist.
Allerdings gibt es ja sehr wohl Bücher, die in diese Richtung gehen. Aus Deutschland "Klinikleitfaden Psychiatrie Psychotherapie" plus "Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie", aus Großbritannien "Oxford Handbook of Psychiatry" plus "Maudsley Prescribing Guidelines in Psychiatry", aus den USA "Massachusetts General Hospital/McLean Hospital Residency Handbook of Psychiatry" plus "Stahl's Essential Psychopharmacology Prescriber's Guide" - da stehen viele der Sachen, für die du gerne ein Buch hättest, drin. Natürlich nicht im Sinne eines Kochbuchs, aber dennoch. Und dann gibts ja auch noch die kostenlose DGPPN-App, die sich eher zum schnellen Nachschlagen der wichtigsten Fakten zu einzelnen Themen eignet.
Hatte dieser Kommentar noch einen anderen Sinn als die Darstellung der Literaturkenntnisse seines Erstellers?
Wie nie schon sagte, lässt sich medizinisches, insbesondere psychiatrisches Können, nicht aus Büchern lernen (was ein PJ-ler natürlich nicht wissen kann).
Borisdiekatze
17.11.2018, 10:18
Danke für die Buchempfehlungen und die Aufklärungen :)
Mir ist schon klar, dass ich nicht alles aus Büchern lernen kann. Nur was soll ich denn anderes machen als Vorbereitung??? Das Kind ist halt in den Brunnen gefallen.
Ich hab das schon mal in einem deiner Threads geschrieben, aber mir erschließt sich einfach absolut immer noch nicht, wie du vollkommen null Vorstellung (ich meine damit ja nicht mal Wissen/Können!) von Stationsarbeit haben kannst, wenn du doch PJ gemacht hast, egal ob jetzt in Psych oder nicht? Du hast doch auch studiert und Blockpraktika gehabt und alles?! Wie kann man denn so völlig blauäugig sich um sowas absurdes wie Bewerbungsagenturen/-vermittler kümmern, aber dann selber SO eine grottige Stelle annehmen und dann sowas wie ''das Kind ist jetzt in den Brunnen gefallen'' schreiben?
Selbst wenn du es nicht mal live mitbekommen hast, wie Bewerbungen/Hospitationen/Vorbereitungen laufen, hast du doch sogar dieses Forum gehabt, um zu recherchieren, wie man das geschickt anstellt.
Also ich hab mich wirklich oft gefragt, wie manche Situationen bei manchen erwachsenen Ärzten entstehen oder warum manche Leute es sich so schwer machen, aber wenn ich deine Beiträge lese, laut denen du dir 20 Bücher anschaffst zur Vorbereitung und dann immer noch nach Literaturempfehlungen suchst, wird mir einiges klarer. Und eine Hospitation ist keine Einarbeitung!!!
Borisdiekatze
17.11.2018, 14:59
Lieber jinkxed, wenn Du etwas inhaltlich Hilfreiches beizutragen hast, schreib es. Sonst nutze Deine Zeit doch bitte sinnvoller.
Nessiemoo
17.11.2018, 15:20
Danke für die Buchempfehlungen und die Aufklärungen :)
Mir ist schon klar, dass ich nicht alles aus Büchern lernen kann. Nur was soll ich denn anderes machen als Vorbereitung???
Wohnung suchen, sich ein schönes Hobby zum Ausgleich suchen, z-B schon ein Fitnessstudio suchen und/oder Yogamatte holen, Möbel für die Wohnung suchen, packen... mal spontan ins Urlaub fahren um Sonne zu genießen, Freunde sehen, schlafen, tief ein-und ausatmen. Man wird schon auf dem Job lernen, was notwendig ist.
roxolana
17.11.2018, 20:04
Ich würde jetzt auch nicht von vornherein alles schwarz malen. Vielleicht ist die Stelle ja auch nicht so doof, wie es scheint. Und wenn doch - so what, dann eben die nächste suchen.
Borisdiekatze
18.11.2018, 21:55
Danke :) Ja, ich versuche jetzt einfach das Beste daraus zu machen.
maniac89
13.02.2019, 20:15
Borisdiekatze, wie läufts bei dir? :-)
schnurrbart_93
12.01.2022, 09:22
Ich habe mir auch solche Gedanken gemacht, wie Borisdiekatze, als ich bei meinem ersten Arbeitgeber angefangen habe (Neurologie), es war bei mir aber etwas schwieriger. Ich komme nämlich aus dem Ausland und bin in Deutschland seit 2 Jahren und 7 Monaten. Ich muss sagen, dass ich ein guter Student in meinem Heimatland war und trotzdem hatte ich viel Angst und Stress, als ich nach Deutschland kam, besonders weil Deutsch eine Fremdsprache für mich war/ist. Zum Glück habe ich am Anfang zuerst in einem Seniorenheim gearbeitet, was manche Leute machen, wenn sie in Deutschland kommen und dadurch habe ich meine Sprachkenntnisse schnell verbessert. Ich sage zum Glück, weil das größte Problem für alle Ausländer die Sprache ist. Man muss die deutsche Sprache sehr gut beherrschen, um problemlos arbeiten zu könne.
Ich will nicht, dass die kurze Zusammenfassung meines bisherigen Lebens in Deutschlnd als Jammern angesehen wird, weil, das war meine Entscheidung nach Deutschland zu ziehen. Ich möchte damit allen Anfängern (egal in welcher Fachrichtung), die in deutschland Medizin studiert haben, sagen, dass ihr einen großen Vorteil habt, weil ihr Deutsch auf einem perfekten Niveau beherrscht. Aus meiner eigenen Erfahrung ist am Anfang das Schlimmste, ans Telefon zu gehen. Das klingt wahrscheinlich für die Deustchen sehr komisch, aber tatsächlich ist das eins der größten Probleme aller Ausländer.
Ich fange in 2 Monaten mit der Psychiatrie an und ich freue mich sehr darauf. :)
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