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Cor_magna
24.05.2024, 09:37
Mit 40-50 Wochenstunden (inkl. Bürokratie), 40 Urlaubstagen kommt man auf einen Jahresgewinn als niedergelassener Allgemeinmediziner von >200k ?

Ich sage es immer wieder: Das ist für jemand, der SELBSTSTÄNDIG arbeitet, also auch alle unternehmerischen Risiken auf sich nimmt, mehr als angemessen.

Mich nervt immer etwas, dass sich Leute über solche REINGEWINNE (da geht ja auch noch einiges weg) aufregen (nicht dass du das tust , aber du wirkst doch etwas erstaunt).

Wenn ihr so wüsstest was andere Unternehmer in anderen Branchen mit ähnlichem Arbeitsaufwand und ähnlicher Bildung so verdienen... da ist das wirklich wenig für die Verantwortung. Hab da ab und zu Einblicke, bloß das weiß die bevölkerung eben nicht.

Beispiel: Kumpel von mir hat ne 3 Mann Bude (edit: ich korrigiere hab grad nachgeschaut es sind 5 Mann) als Versicherungsmakler. Der schwimmt im Geld (im Schnitt 400 k und mehr Reingewinn) und arbeitet deutlich entspannter als ein Hausarzt. Oder ein Steuerberater den ich kenne...


Die 200k von Evil verdienen ja schon viele Angestellte Arbeitnehmer in vielen Branchen mit entsprechendem Einsatz und natürlich auch etwas Glück. Und als Angestellter hat man deutlich weniger Risiken etc. zu stemmen. Noch dazu übernimmt der Arbeitnehmer einen Teil der Sozialversicherungsbeiträge etc..

freestyler
24.05.2024, 12:14
2023 hatte ich 265k Praxisgewinn mit durchschnittlich 1400 Scheinen in einer Einzelpraxis auf dem Land. Davon gehen ja noch Rente/KK und Steuern ab.
Habe 25 reine Sprechstunden und 3h Hausbesuche. Dann ca. 3-4h Bürokrams pro Woche dazu.

Die letzten beiden Quartale hatten wir knapp 1500 Scheine. Und es gibt noch immer viele die hier keinen Hausarzt finden.
Der deutsche Durchschnitt einer Einzelpraxis Allgemeinmedizin liegt laut Apobank bei 190k.

Heerestorte
24.05.2024, 12:41
Ich sage es immer wieder: Das ist für jemand, der SELBSTSTÄNDIG arbeitet, also auch alle unternehmerischen Risiken auf sich nimmt, mehr als angemessen.

Mich nervt immer etwas, dass sich Leute über solche REINGEWINNE (da geht ja auch noch einiges weg) aufregen (nicht dass du das tust , aber du wirkst doch etwas erstaunt).

Wenn ihr so wüsstest was andere Unternehmer in anderen Branchen mit ähnlichem Arbeitsaufwand und ähnlicher Bildung so verdienen... da ist das wirklich wenig für die Verantwortung. Hab da ab und zu Einblicke, bloß das weiß die bevölkerung eben nicht.

Beispiel: Kumpel von mir hat ne 3 Mann Bude (edit: ich korrigiere hab grad nachgeschaut es sind 5 Mann) als Versicherungsmakler. Der schwimmt im Geld (im Schnitt 400 k und mehr Reingewinn) und arbeitet deutlich entspannter als ein Hausarzt. Oder ein Steuerberater den ich kenne...


Die 200k von Evil verdienen ja schon viele Angestellte Arbeitnehmer in vielen Branchen mit entsprechendem Einsatz und natürlich auch etwas Glück. Und als Angestellter hat man deutlich weniger Risiken etc. zu stemmen. Noch dazu übernimmt der Arbeitnehmer einen Teil der Sozialversicherungsbeiträge etc..

Die Beispiele, wo Angestellte mehr als 200k im Jahr bei einer 40h Woche verdienen, die hätte ich gerne mal gehört. Also welche Branche, Job etc. Das dürfte sowas von eine Minderheit sein, dass es kaum relevant ist.

rafiki
24.05.2024, 12:57
Die Beispiele, wo Angestellte mehr als 200k im Jahr bei einer 40h Woche verdienen, die hätte ich gerne mal gehört. Also welche Branche, Job etc. Das dürfte sowas von eine Minderheit sein, dass es kaum relevant ist.

Medizinbranche z. B., dieses Jahr als OA gut 270k.

Die genannten Einkommen niedergelassener Hausärzte finde ich eher wenig, und dann noch unter KV-Knute.

Heerestorte
24.05.2024, 13:07
Medizinbranche z. B., dieses Jahr als OA gut 270k.

Die genannten Einkommen niedergelassener Hausärzte finde ich eher wenig, und dann noch unter KV-Knute.

Ich meinte außerhalb der Medizin, hätte ich dazu sagen sollen. Chefarzte sind ja meist da auch oft drüber.

Evil
24.05.2024, 14:26
Beispiel: Kumpel von mir hat ne 3 Mann Bude (edit: ich korrigiere hab grad nachgeschaut es sind 5 Mann) als Versicherungsmakler. Der schwimmt im Geld (im Schnitt 400 k und mehr Reingewinn) und arbeitet deutlich entspannter als ein Hausarzt. Oder ein Steuerberater den ich kenne...
Das sind jetzt nicht so die Branchen, mit denen ich mich vergleichen möchte.
Bei der 'Ndrangheta verdienst Du in leitenden Positionen noch besser, aber dann hätte ich auch Radiologie oder Ästhetische Medizin machen können... :luigi::-))[-::-]

h3nni
24.05.2024, 18:39
Ich finde Versicherungsmakler ziemlich einfaches Geld eigentlich. Man muss halt mit dem Stigma leben, aber mein Vermittler hat jetzt auch ein neues Bürogebäude gebaut usw.

Da denke ich mir schon, was ich eigentlich falsch gemacht habe.

DrSkywalker
24.05.2024, 21:19
Ich finde Versicherungsmakler ziemlich einfaches Geld eigentlich. Man muss halt mit dem Stigma leben, aber mein Vermittler hat jetzt auch ein neues Bürogebäude gebaut usw.

Da denke ich mir schon, was ich eigentlich falsch gemacht habe.

Zum Beispiel dass du Kunde eines Versicherungsverkäufers bist... ;-)

h3nni
25.05.2024, 20:15
Nein. Weil ich dem sage, was ich will und dann krieg ich das. Schickt zwar immer Newsletter, aber wieso ich in 100% sichere Mietobjekte investieren sollte, verstehe ich nicht, deswegen mach ich nichts. Und gut.

Und eine Privathaftpflicht, Berufshaftpflicht, BU und Rechtsschutz hätte ich mir eh besorgt und wie gesagt, es ist nicht teurer als bei Direktabschluss.

Tramaldol
26.05.2024, 13:53
Wenn die Praxis läuft, braucht man weniger Zeit. In der Anfangszeit muss man sicherlich mehr arbeiten, aber das ist bei allen Gründungen so. 200 sind oberes Quartil, also der Standort muss stimmen und man muss schon einen guten Ruf bzw. engagiertes Personal haben. 40 Urlaubstage kommen auch wegen den Brückentage und Vertretungen ( beruht ja auf Gegenseitigkeit) zu Stande. Mit 35h geht's halt nicht. Mein alter Chef hat mir 70 noch 20h für etwas über sechsstellig gearbeitet. Er hat aber auch für alles Personal eingestellt, damit es halbwegs klappt.

Naja also wenn man nicht total inkompetent ist, sollten Patienten so oder so kommen. Selbstständigkeit ist halt immer eine Krux. Während Angestellte sich zum Beispiel bei einer langwierigen Erkrankung sich monatelang krank schreiben lassen, fragen Selbstständige garnicht erst nach der Krankschreibung.

Dass Leute mit 70+ oder 67+ noch in Leitender Position arbeiten oder bei der Ärztekammer Gremien, Prüfungen bevölkern, sehe ich persönlich das sehr kritisch. Wenn sie gerne halbtags der auch nur 5-10h in der Woche, dann aber einfache Patientenversorgung und nicht Leitung.

Offtopic: Am schlimmsten sind sicherlich die Univ-Prof. mit Altverträgen, die möglichst lange absahnen wollen bei minimalen Einsatz und bei denen sich sicherlich eine Ähnlichkeit zu Koalas oder Faultieren finden lässt, was das Engagement angeht.

Luuuks
26.05.2024, 14:28
Wie schauen die Einkommensmöglichkeiten bei den Allgemeinmedizinischen/ Internistischen Schwerpunktpraxen aus (Diabetologie, Infektiologie/Suchtmedizin)? Sind diese signifikant als bei "normaler" allgemeinmedizinischer Niederlassung und weiß jemand, wie es da mit der Zulassungsbeschränkung aussieht?

Haffi
26.05.2024, 17:48
Die Beispiele, wo Angestellte mehr als 200k im Jahr bei einer 40h Woche verdienen, die hätte ich gerne mal gehört. Also welche Branche, Job etc. Das dürfte sowas von eine Minderheit sein, dass es kaum relevant ist.

Aus meinem engen Umfeld: Nicht 200k, aber zumindest 190k. HR bei großem (Nicht-DAX-)Unternehmen, Führung von 8 MitarbeiterInnen. 40h mit Zeiterfassung und wahlweise Auszahlung oder Freizeitausgleich, meist 2-3 Tage die Woche Home Office, keine Wochenenden.

Delaria
26.05.2024, 18:55
Vielleicht etwas OT aber was verdienen angestellte Fachärzte in Allgemeinmedizin denn so? :)

Tramaldol
27.05.2024, 19:21
Die Beispiele, wo Angestellte mehr als 200k im Jahr bei einer 40h Woche verdienen, die hätte ich gerne mal gehört. Also welche Branche, Job etc. Das dürfte sowas von eine Minderheit sein, dass es kaum relevant ist.

Das gibt es schon in manchen Fachrichtungen/Standorten, aber nicht überall. In der Allgemeinmedizin kann ich es mir nicht vorstellen. Es wird aber dann in der Regel schon etwas mehr Leistung erwartet als nach 40h den Griffel fallenzulassen/ist mit der Verantwortung verbunden, dass ein Standort gut läuft.

Cor_magna
28.05.2024, 08:31
Die Personen die ich persönlich kenne und damit absolut sicher sagen kann, dass sie eben knapp 200k verdienen sind in größeren Unternehmen tätig, einmal ein amerikanisches Unternehmen mit Zweigstelle in Deutschland und ein deutscher Konzern. Und die arbeiten sich da nicht tot, im Gegenteil, von dieser 40 bis 45 h Woche im Home Office (!) von denen hab ich als Assistenzarzt in der Inneren geträumt.

Klar, das sind Beispiele die eher selten sind, aber die gibt es. Es spricht nur keiner drüber.

Wobei ich selber keine 200 k brauche. Aber was ich brauche sind einigermassen gute Arbeitsbedingungen.

Trenn
28.05.2024, 09:07
Es gibt aber deutlich mehr Ärzte, die 200k im Jahr verdienen als in anderen Branchen, schließlich führen Ärzte immer die Gehaltsrankings an. Zudem muss man bedenken, dass Hausärzte eher schlecht verdienen unter den Ärzten, wir können ja kaum irgendwelche Ziffern abrechnen. Weiterhin ist diese ganze KV-Geschichte eher eine Pseudo-Selbstständigkeit mit Deckel nach unten und oben. Mit ne Privatpraxis ist man richtiger Selbstständiger mit allen unternehmerischen Risiken, und da gibt es ein paar sehr erfolgreiche Kollegen aber auch bestimmt viele gescheiterte.

freestyler
28.05.2024, 18:24
Es gibt aber deutlich mehr Ärzte, die 200k im Jahr verdienen als in anderen Branchen, schließlich führen Ärzte immer die Gehaltsrankings an. Zudem muss man bedenken, dass Hausärzte eher schlecht verdienen unter den Ärzten, wir können ja kaum irgendwelche Ziffern abrechnen. Weiterhin ist diese ganze KV-Geschichte eher eine Pseudo-Selbstständigkeit mit Deckel nach unten und oben. Mit ne Privatpraxis ist man richtiger Selbstständiger mit allen unternehmerischen Risiken, und da gibt es ein paar sehr erfolgreiche Kollegen aber auch bestimmt viele gescheiterte.

Woher nimmst du deine Erfahrungen?

Trenn
28.05.2024, 18:51
Woher nimmst du deine Erfahrungen?

Eigene Erfahrungen aus der Arbeit, Vergleiche aus verschiedenen BWAs während der Praxissuche, Austausch mit fachfremden Kollegen, Veranstaltungen von Beratern und der KV (deren Aussagen man natürlich mit Vorsicht genießen muss). Dann noch öffentlich zugängliche Statistiken, die aber wahrscheinlich etwas verzerrt sind. Daraus habe ich mir halt wahrscheinlich meine "eigene" Realität zusammen gebaut.😉 Wohne aber auch in einer eher Struktur schwachen Gegend, sodass ich nicht viele gut bezahlten Angestellten kenne. Aber rein von der Logik her, bei 300.000 ausgelernten Ärzten verdienen davon doch fast alle (in Vollzeit) sechsstellig. Davon wiederum wird doch ein signifikanter Teil auch 200 verdienen.
Bei welchen Teilen meines Postings würdest du mir eher nicht zustimmen?

freestyler
28.05.2024, 20:52
Aber rein von der Logik her, bei 300.000 ausgelernten Ärzten verdienen davon doch fast alle (in Vollzeit) sechsstellig. Davon wiederum wird doch ein signifikanter Teil auch 200 verdienen.
Bei welchen Teilen meines Postings würdest du mir eher nicht zustimmen?

„dass Hausärzte eher schlecht verdienen unter den Ärzten, wir können ja kaum irgendwelche Ziffern abrechnen.“

Wenn man mal Radiologen, Nephrologen und spezielle Chirurgie außen vor lässt, dann geht es den selbstständigen, niedergelassenen Hausärzten heutzutage doch sehr gut. Vor allem in Korrelation zur Arbeitszeit. Den Verdienst, den ich aktuell mit einer 30-35h Woche habe hatte ich in der Klinik mit 6 x24h Diensten nicht mal zur Hälfte. Wenn man einen hohen finanziellen Anspruch an seine Praxis hat, dann kann man natürlich nicht mit 900 Scheinen rumdümpeln.

Zum letzten Satz…ich denke nicht mal die Hälfte der 300000 Ärzte erreicht die 200k Gewinn.

rafiki
28.05.2024, 21:34
…ich denke nicht mal die Hälfte der 300000 Ärzte erreicht die 200k Gewinn.

Vielleicht fünf bis zehn Prozent.