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Pünktchen
25.11.2003, 11:12
Seit wann hat sie die Blutung?
Wie hat sie sie bemerkt?
Ist die Blutung schwächer geworden oder versiecht?

Ist irgendein Ereigniss mit dem Auftreten der Blutung in Zusammenhang zu bringen?

ehemalige Userin 24092013
25.11.2003, 11:16
Die Frau muss neben der Abklärung erstmal an die Tokolyse.



Gruss Kaddel

katrin1
25.11.2003, 14:04
Hat die Frau Schmerzen?
Verliert sie nur Blut oder auch Gewebestücke?
Gab es ein auslösendes Ereignis?

condorito
25.11.2003, 14:57
Also eher ziehende Schmerzen im gesamten Unterbauch,aber nicht im Sinne eines akuten Abdomens.Palpation tut halt was weh.
Kein auslösendes Ereignis,z.B. gestossen o.ä.
Gewebsstücke gehen auch mit ab,wie bei einer normalen Regel halt.
Blutung besteht seit heute,bemerkt durch Blut in der Unterwäsche.
Um das mal vorwegzunehmen:ohne CTG keine Tokolyse.
Macht man aber beides in der SSW sowieso nicht.
Sonographie:intracavitär keine Vitalitätszeichen,keine embryonalen Strukturen nachweisbar.
Hb ist in der Aufnahmekontrolle bei 12,2.
ß-HCG ist deutlich gefallen:3.500 IE/l.
Wie gehts weiter?

Pünktchen
25.11.2003, 15:12
Die Patientin über den Befund aufklären und die Notwendigkeit einer "Nachräumung".

Anästhesisten bestellen zur Narkoseaufklärung


Priming und Abortkürrettage
unter Ultraschallkontrolle...


anschließend...Hb-Kontrolle

condorito
25.11.2003, 15:29
Nun gut:
Die Patientin wird also über den Befund aufgeklärt.
Nach Information der Anästhesie und des Op-Teams wird die Patientin mit vaginal appliziertem Prostaglandin geprimt und eine Abortabrasio durchgeführt.
Der postoperative Hb liegt bei 11,7.
Die Histologie des eingesandten Abradates ergibt folgendes:
"Deziduales Gewebe ohne fetale oder trophoblastäre Anteile".
Und jetzt?

Pünktchen
25.11.2003, 17:07
hmmm...also ich bin nicht sicher, wie man den Befund nun wertet...

Eigentlich wäre es doch möglich, daß fetale Anteile schon vorher abgegangen sind oder?


Ansonsten ne Sonokontrolle ersteinmal...

condorito
25.11.2003, 17:54
Nun gut,Sonokontrolle zeigt auskürettiertes,leeres Caum uteri.
ß-HCG weiter fallend,aber positiv

alex1
25.11.2003, 18:03
Das heißt dann doch das irgendwo anders außerhalb des Uterus noch beta-HCG produzierendes Gewebe existiert, oder?
Oder zumindest wäre das eine DD.

condorito
25.11.2003, 18:05
Sehr richtig,alex.
Wenn man sich jetzt noch dran erinnert,was bei Frauen so im gynäkologischen Bereich zu UB-Schmerzen führen kann und die Blutung als hormonelle Entzugsblutung auffasst,habt ihr die Diagnose!

Pünktchen
25.11.2003, 18:09
jepp...hab ich auch dran gedacht...
aber haben wir nicht vor 2 Wochen gerade eine intrauterine Schwangerschaft festgestellt?

Oder ist die Sono in so früher SSW fehlerbehaftet? :-((


Noch ne Frage zum ß-HCG: Fällt das sofort nach der Abrasio auf 0?

alex1
25.11.2003, 18:37
Moment, heißt das, es ist eine EUG?

alex1
25.11.2003, 18:41
Und wenn, ja dann kann ich mir das nur unter einer Situation vorstellen.
Bei der ersten Empfängnis waren zwei Eizellen Richtung Uterus unterwegs.
Die eine hat es bis dahin geschafft, die andere ist im Eileiter steckengeblieben.
Beide sind jedoch befruchtet worden.

Ist das eine richtige DD?

Meine andere Idee für eine extrauterine HCG-Quelle, wäre schon wieder eine Blasenmole, diemal im Sinne eines metastasierten Chorionepithelioms, aber dafür fehlen schon wieder einige Sachen.
Also kann man vergessen...

Pünktchen
25.11.2003, 18:43
stimmt...diese möglichkeit bestände...

alex1
25.11.2003, 18:44
Pünktchen, ich finde, wir sind ein gutes Team! ;-)

condorito
25.11.2003, 18:47
Die goldene Häkeldecke geht an alex1!
Die Patientin wurde unter dem Verdacht einer EUG laparoskopiert.
Intraoperativ zeigte sich eine ampulläre Extrauteringravidität,die exstirpiert wurde.
Komplikationsloser postoperativer Verlauf mit Normalisierung der ß-HCG-Werte.

Noch einige Bemerkungen:
Das,was man im Frühsono gesehen hat,ist ein sog. Pseudogestationsring,der einer Endometriumformation entspricht,und im Gegensatz zur intrauterinen Grav. meist zentral liegt.
Die angegebene Histo weist darauf hin,dass zwar eine deziduale Umwandlung stattgefunden hat,andererseits aber keine Implantation vorlag(ergo kein fetalen und keine trophoblastären Anteile).
Die Möglichkeit eines Abortus completus (wie von Pünktchen vermutet)ist zwar grundsätzlich gegeben,es dürfte aber eher selten sein,dass man bei einer Abortkürette garnichts erwischt.
So,ich hoffe,ihr hattet Spass beim Mitraten!
grüsse
condo

Pünktchen
25.11.2003, 18:53
@condorito
war unser Vorgehen richtig? oder hätten wir früher eine Lap machen sollen?

alex1
25.11.2003, 18:56
Interessanter Fall!
Echt, coole Sache das mit der "zentralen Lage", werde ich mir merken, kann ja sein daß ich im März in Gyn mündlich geprüft werde!
Danke nochmals!

condorito
25.11.2003, 19:09
Jau,das war nicht schlecht.
Hab in der Form auch 3 Patientinnen gesehen,bei denen es genauso kam.
Hätte auch nicht unbedingt früher laparoskopiert,da die Klinik zumindest ja in Richtung Abortus incipiens deutete.
Das mit der Lage ist kein erforderliches Prüfungswissen.
Hat mir ein OA mal so erklärt,steht aber auch so in der Checkliste Gyn.
Was man in den Lehrbüchern jedoch findet,ist dass das Schwangerschaftsprodukt ja am häufigsten in den Tubenwinkeln(also exzentrisch)inseriert,daher auch das Piscacek-Schwangerschaftszeichen.

micca
27.11.2003, 10:04
koennt ihr mir das noch mal "auf deutsch" erklaeren:


Das,was man im Frühsono gesehen hat,ist ein sog. Pseudogestationsring,der einer Endometriumformation entspricht,und im Gegensatz zur intrauterinen Grav. meist zentral liegt. Die angegebene Histo weist darauf hin,dass zwar eine deziduale Umwandlung stattgefunden hat

was ist ein Pseudogestationsring, was eine Endometriumformation und was eine deziduale Umwandlung ? und wie kommtes zu all dem ? findet das immer bei eug statt oder ist es seltener zufall ?

vielen dank
euer zweitsemester micca :-blush