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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diagnostische Radiologen in 10 Jahren nicht mehr gebraucht? Thema KI



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schnix25
26.11.2019, 21:47
Um ehrlich zu sein glaube ich nicht, dass man vo einem Radiologen unbedingt eine bessere/richtigere Antwort bekommt. Wirklich wenige Radiologen kennen sich mit AI wirklich gut aus. Und vor allem kann man es aktuell einfach nicht sagen wo die Reise hingeht. Und kein Oberarzt und Chefarzt in der Radiologie wird vor dem Fach warnen, iwo müssen die Bewerber schließlich herkommen sonst läuft das Laden sehr bald nicht mehr. Aktuell braucht man nämlich jeden Assistenten.
Es bleibt eben eine gute Frage was mit AI in Zukunft passieren soll. Falls vorgefertigte Befunde herausgegeben werden, die nur noch durch Fachärzte freigegeben werden muss man sich eben fragen wie zukünftige Fachärzte in 20 Jahren ausgebildet werden sollen. Was ist die Rolle des Assistenten wenn alles bereits vorgefertigt wurde?

McLaren422
26.11.2019, 22:09
ach die Radiologie sucht? Ich dachte, das ist eines der kompetitiveren Fächern, wo man jetzt nicht sooo leicht ne Stelle kriegt. Nicht so krass wie Derma, aber trotzdem.

anignu
26.11.2019, 23:16
Das Lustige an deinem Post ist, dass ich Einzelsätze daraus zu hundert Prozent als richtig ansehe, aber dadurch zu einem wahrscheinlich anderen Ergebnis komme:

Wirklich wenige Radiologen kennen sich mit AI wirklich gut aus.
Weil es quasi keine KI in der Radiologie gibt. Keine KI, keine Erfahrung damit. Daraus resultiert sich für mich aber auch: keine Bedrohung durch KI.

Aktuell braucht man nämlich jeden Assistenten.
Genau. Es werden dringend Radiologen gesucht. Auch in unserer Klinik. Dringend. Weil man LEUTE braucht. Während in unserer Klinik tatsächlich Stellen in der Inneren oder Chirurgie gestrichen wurden, werden immer mehr Leute in der Radiologie gebraucht weil immer mehr Bildgebung gefordert wird.

Denn auch die Arbeitsweise ändert sich. Früher gab es viel weniger Abdomen-CTs, es wurde gefühlt häufiger eine diagnostische Laparoskopie gemacht. Inzwischen ist ein CT-Abdomen gefühlt schon krass häufig. Wobei das nur meine bescheidene Meinung als Nicht-Bauchchirurg ist, der halt Bauch-Patienten im Dienst mitbetreut. Oder auch Schädel-CTs. Statt die alten Omis stationär aufzunehmen und zu überwachen brät man denen ein cCT drüber und schickt sie wieder ins Altenheim. Es wird einfach mehr Schnitt-Bildgebung gemacht.

tarumo
27.11.2019, 08:52
Und was genau weiß der gut informierte Chefarzt der Inneren von den Zuständen in der Radiologie? Abgesehen davon das er Röntgen-Thorax und Staging Untersuchungen anmeldet und befunden lässt?

Ich hab gehört Innere als Massenfach braucht auch bald keiner mehr. Blutdruck und Blutzucker einstellen kann man auch einer KI beibringen (ist ja eh Chema x und alles per Leitlinie vorgegeben) und für die 0.1% der Fälle die zu Komplex für die KI sind gibts 1 oder 2 Spezialisten an der Uni, fertig!

Ich würde dann auch kein Kardiologe mehr werden wollen, weil EKGs werden schon geraume Zeit automatisch ausgewertet, eine gescheite Diagnostik schafft ja der KI-Robodoc in der Radiologie und den Stent kann ja dann der PA legen, nachdem die KI die Indikation gestellt hat. Gefährlicher als einen Bremsschlauch wechseln ist das auch nicht. Und außerdem kann man den HK-Meßplatz gegen ein paar Serverräume eintauschen. Medikamente rezeptiert demnächst sowieso die VERA oder NäPA.

tarumo
27.11.2019, 09:14
Und die Fachrichtungen, in denen man viel durch Gespräche macht, seien noch am sichersten vor der Digitalisierung... .

Der "gut informierte" Chefarzt hat dabei übersehen, daß gerade in "sprechenden" Fächern hier massiv Technologie in den Markt gedrückt wird, angefangen von irgendwelchen Callcentern der KK, die Pat. anrufen und Stimmungen erfragen und an Medikamenteneinnahme erinnern bis hin zur vom GröGaZ eingeführten Videosprechstunde (die naturgemäß in der Psychosomatik eher umzusetzen ist als in der Proktologie). Schritt zwei ist dann, daß (zumindest für Kassenmitglieder) die Videosprechstunde als Erstkonsultation obligatorisch gemacht wird, was man prima mit Ärztemangel und Kostenersparnis begründen kann. Schritt drei ist, daß der Arzt dann ganz woanders hockt und neben den Tabletten dann auch die Konsultation aus Bengaluru kommt.
Dazu bedarf es noch nicht mal KI und es wird keine 10 Jahre mehr dauern.
Und "Zuwendung" können auch ein paar aus Japan importierte Roboter spenden.

McLaren422
27.11.2019, 16:28
Videosprechstunde in der Proktologie? Ich glaub ich hab ne Marktlücke gefunden :D :D

Oh man, ich würde euch zu gerne mal mit dem Chefarzt diskutieren hören. Wäre bestimmt ne geile Talkshow geworden.

Choranaptyxis
27.11.2019, 17:34
Videosprechstunde in der Proktologie? Ich glaub ich hab ne Marktlücke gefunden :D :D

Kooperation mit dem GoPro Hersteller nicht vergessen :-dance

freak1
27.11.2019, 17:43
Kooperation mit dem GoPro Hersteller nicht vergessen :-dance

*GoPo

McLaren422
27.11.2019, 18:53
:D :D :D :D :D :D

FM4
27.11.2019, 20:24
Pulmonale Rundherderkennung via KI von Siemens funktioniert sehr gut! Ab einer gewissen Größe werden sie allerdings nicht mehr erkannt :-?

KI wird sicher Einzug halten - aber sie wird den Radiologen nicht ersetzen.

Und ich denke es werden noch viiieeeeele Jahre ins Land gehen bis sie flächendeckend eingesetzt wird.

Auf den letzten Kongressen habe ich bzgl. KI mitgenommen, dass wir uns gerade im Tal hinter der Euphoriephase bzw. dem Hype befinden :-oopss

freak1
28.11.2019, 17:25
Das wird sich denke ich auch beim RSNA dieses Wochenende/nächste Woche wiederspiegeln. ;)

geisterhome
30.11.2019, 08:29
Kann ich gar nicht erwarten, endlich Schluss mit den schlecht gelaunten Radiologen die man um einen Befund anbetteln muss.

][truba][
30.11.2019, 11:54
Ich hab bisher fast ausschließlich nette und hilfsbereite Radiologen getroffen auch wenn ich mir vorstellen kann, dass auch die viel Stress haben. Auf andere Art als am Patienten aber dort mal was in Ruhe anschauen gibts sicher auch kaum.

anignu
30.11.2019, 12:40
Ich kenn es bei den Radiologen so wie in den meisten Abteilungen: 80-10-10. 80% sind nett, kollegial und vernünftig, 10% grenzwertig und 10% einfach unkollegial, inkompetent und faul. Mit den mittleren 10% kann man schon arbeiten, ist halt anstrengender aber mit den letzten 10% ist es grausam.

][truba][
30.11.2019, 12:45
Haha, das kommt schon ganz gut hin. Wobei ich UCH und GCH (sorry) eher anders einteilen würde

Abiturient2010
30.11.2019, 13:52
Kann ich gar nicht erwarten, endlich Schluss mit den schlecht gelaunten Radiologen die man um einen Befund anbetteln muss.

Kann's auch gar nicht erwarten, endlich Schluss mit den schlecht gelaunten Zuweisern, die dauernd um Befunde betteln.

geisterhome
30.11.2019, 17:53
Ja klar, hab nur paar echte Drachen hier im Haus in der Radiologie. Ich bin auch echt schon angeschrienen worden als ich eine CT am Wochenende haben wollte, naja 3 Minuten später hat die Kollegin angerufen und sich entschuldigt und das ist dann auch ok für mich. CT ist dann doch gelaufen, sie hat eine Perforation übersehen die dann den ihren Radio Kollegen am nächsten Tag entdeckt haben...

][truba][
30.11.2019, 18:05
Und du selbst hast sicher noch nie einen Fehler gemacht ... :-keks

Keine Ahnung was du hier bezwecken willst aber lasses mal gut sein dich im Forum über Fehler anderer Menschen auszulassen.
Am Besten kehrt man immer erst vor der eigenen Haustür. Die Kollegin wird sich damit sicher auseinandergesetzt und was daraus gelernt haben.

Kann ich echt leiden sowas.

AnnaB0808
03.12.2019, 21:13
Falls du Infos von einem Radiologen sozusagen aus erster Hand hast, würde ich mich freuen, wenn du diese Einschätzung im Forum mitteilst bzw gern auch als PN, da ich vor der selben Entscheidung stehe wie du.

AnnaB0808
03.12.2019, 21:15
das werde ich sehr ausführlich machen, wenn ich da mein Wahlfach absolvieren werde :)


Falls du Infos von einem Radiologen sozusagen aus erster Hand hast, würde ich mich freuen, wenn du diese Einschätzung im Forum mitteilst bzw gern auch als PN, da ich vor der selben Entscheidung stehe wie du