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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schichtdienst mit 33 Stunden Wochenarbeitszeit, Einstiegsgehalt 9000 Brutto/Monat



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roxolana
28.11.2019, 21:06
"Außerdem finde ich es toll, mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten. Das Betriebsklima ist sehr angenehm, da es hier weder strikte Hierarchien noch Konkurrenzdenken gibt."

Hört sich nicht besonders einsam an...

GelbeKlamotten
28.11.2019, 21:14
Ich habe es noch nie erlebt, dass auf gewissen Stationen keine Pause möglich ist. Selbst die Chirurgen an der Uni-Klinik machen Mittagspause. Und wer die sich nicht nimmt, ist selbst schuld. Es sei den es ist gerade wirklich ein akuter Notfall.

Im Dienst ist bei mir regelmäßig keine Pause möglich. Auch bei 14 Stunden am Wochenende reicht es auch oft nur dafür, sich nebenher schnell am computer ein mitgebrachtes brot reinzuschieben. Und ich bin mir sicher, da bin ich nicht die einzige.

Aber Fluglotsin wöllte ich nicht sein. Ich stelle mir das extrem nervtötend und gleichzeitig langweilig vor.

Ein Leben im Flugzeug und Hotel, jede Woche woanders, wie es hier jemand den Fluglotsen unterstellen wollte, kann ich mir dagegen gut vorstellen. Ehrlich gesagt ist das wirklich ein bisschen meine Exit-Strategie: Wenn ich als Ärztin genug Geld ansparen kann und man mich in dem Alter dann noch nimmt, würde ich gerne mit 50+ Stewardess werden. Das hat gleichzeitig den Vorteil, dass das Ersparte länger vorhält, weil durch die vielen Hotelaufenthalte die selbst zu zahlenden Lebenshaltungskosten sinken. Außerdem lernt man vielleicht den ein oder anderen attraktiven Pilot kennen :-))

ehem-user-31-01-2020-1555
28.11.2019, 21:45
Im Dienst ist bei mir regelmäßig keine Pause möglich. Auch bei 14 Stunden am Wochenende reicht es auch oft nur dafür, sich nebenher schnell am computer ein mitgebrachtes brot reinzuschieben. Und ich bin mir sicher, da bin ich nicht die einzige

Darf ich fragen, welches Fach du machst? Dienst ist nochmal was anderes. Ich habe mich jetzt auf den Tag auf Station bezogen. Die fehlenden Pausen im Dirnst sehe ich aber auch kritisch. Aber wenn man im Dienst alleine ist....verständlich. Der Fluglotsenjob wäre nix für mich. Trotzdem freue ich mich für die junge Fluglotsin. Neidisch bin ich aber nicht. Und das schlechte Klima und steile Hierarchien gibt es auch nicht in allen Krankenhäusern. Außerdem habeneir die möglichkeit uns niederzulassen oder in die freie Wirtschaft, Forschung etc. zu gehen. Die Hardcoreschichten sind in der Assistenzzeit natürlich vorhanden, im Laufe des Berufslebens wird es aber meist besser

GelbeKlamotten
28.11.2019, 22:31
Darf ich fragen, welches Fach du machst? Dienst ist nochmal was anderes. Ich habe mich jetzt auf den Tag auf Station bezogen. Die fehlenden Pausen im Dirnst sehe ich aber auch kritisch. Aber wenn man im Dienst alleine ist....verständlich. Der Fluglotsenjob wäre nix für mich. Trotzdem freue ich mich für die junge Fluglotsin. Neidisch bin ich aber nicht. Und das schlechte Klima und steile Hierarchien gibt es auch nicht in allen Krankenhäusern. Außerdem habeneir die möglichkeit uns niederzulassen oder in die freie Wirtschaft, Forschung etc. zu gehen. Die Hardcoreschichten sind in der Assistenzzeit natürlich vorhanden, im Laufe des Berufslebens wird es aber meist besser

Mit Ausnahme eines in einer Gemeinschaftspraxis arbeitenden Hausarztes habe noch niemanden erlebt, der nach der Niederlassung sagte, sein Berufsalltag sei jetzt weniger arbeitsintensiv geworden. Im Gegenteil, im Zeitalter der Fallpauschalen muss du fließbandmäßig einen Patienten nach dem anderen abarbeiten, um erstmal deine Unkosten zu decken. Und freie Wirtschaft und Forschung sind eher Buzzwords, von denen immer alle erzählen. Tatsächlich sind die Möglichkeiten für Ärzte in der freien Wirtschaft ziemlich begrenzt. Zu einer Unternehmensberatung kann ein Fluglotse genauso gehen. Forschung gibt es meistens nur als Zusatz zur klinischen Tätigkeit, nicht als Ersatz. Als reiner Forscher begibst du dich in die maximale berufliche und finanzielle Unsicherheit.

Ich will den Arztberuf damit nicht schlecht machen. Ich würde jeder Zeit eher wieder Ärztin werden als Fluglotsin. Aber deine Argumente sind für mich einfach nur die üblichen inhaltsleeren Floskeln, die jeder immer ablässt, so gut wie keiner aber jemals umsetzt.

ehem-user-31-01-2020-1555
28.11.2019, 22:41
Ich habe es von mehreren Niedergelassenen Fachärzten gehört, dass sie jetzt eine deutlich bessere Work-Life-Finanz-Balance haben. Und ich kenne auch keine Ärzte die mit Mitte 50 noch Vordergrunddienste machen. Kommt immer auf den Einzelfall an. Ich merke für mich immer mehr, dass ich in diesem ganzen Medizinsystem falsch bin. Natürlich wusste ich dass es stressig wird, aber dass die Arbeitsbedingungen z.T. so schlecht sind und man ohne Pause und für umsonst Überstunden machen soll und das ständig, das werde ich mir nicht auf dauer antun. So ein guter Mensch bin ich einfach nicht.

anignu
28.11.2019, 23:33
@Pflaume: grundsätzlich erstmal Danke für die ausführlichen Erläuterungen. Die finde ich sehr interessant und zum größten Teil auch einleuchtend.
Bei dem Prozess zur Flugzeugkollision fällt mir halt auf dass die EIN Fall ist, der halt breit diskutiert wird. Weils ne große Katastrophe ist, weils nicht passieren hätte dürfen usw. schon klar. Aber wieviele Prozesse die auch wirklich Aufsehen erregen gibt es bei Medizinern? Mehr. Viel mehr. Gut, gibt auch mehr Ärzte. Ich will drauf raus, dass ein Einzelfall für mich keine so große Relevanz hat als daraus Konsequenzen wie Gehaltsplus von 200%, 2h Pause nach 30min Arbeit, Wochenhöchstarbeitszeit von 14h oder ähnlichem Zeug zu fordern. Denn solche Dinge gibt es auch in anderen Branchen. Wie beispielsweise bei der Eisenbahn mit den Fahrdienstleitern. Wenn die halt mal Handy spielen und Signale falsch stellen kommt sowas raus https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenbahnunfall_von_Bad_Aibling Und ich weiß nicht ob ein Eisenbahner auch Richtung 9000€ brutto/Monat verdient. Eher nicht.

anignu
28.11.2019, 23:42
Ich merke für mich immer mehr, dass ich in diesem ganzen Medizinsystem falsch bin. Natürlich wusste ich dass es stressig wird, aber dass die Arbeitsbedingungen z.T. so schlecht sind und man ohne Pause und für umsonst Überstunden machen soll und das ständig, das werde ich mir nicht auf dauer antun.
Wieviele Minuten arbeitest du schon? ;-)

Ansonsten: ich kenne erstens auch niedergelassene Fachärzte die keine "deutlich" bessere Work-Life-Finanz-Balance haben. Aber es für sie trotzdem passt weil sie glücklicher sind. Weil mehr Freiheit, Eigenständigkeit, keine Wochenenden etc... aber es ich NICHT alles rosiger.
Und ich kenne Ärzte die mit 50 noch Vordergrunddienste machen. Weil sie halt lieber in der Klinik arbeiten, nie Ambitionen Richtung Oberarzt hatten und auch Hintergrunddienste mit der ganzen Verantwortung etc. nicht wollen und daher einfach in der Assistenzarzt/Facharzt-Schiene blieben.
Vielleicht musst du einfach mal mehr Mediziner-"Karrieren" dir anschauen und dich mit noch mehr Leuten unterhalten. Nicht im Forum. Hier wirst du die unterschiedlichen Biographien nicht verstehen lernen. Einfach in der Klinik einfach mal mit den Leuten reden was sie so gemacht haben und wie es ihnen erging. Da kommt man auf die verrücktesten Lebensläufe...

ehem-user-31-01-2020-1555
28.11.2019, 23:57
Ich werde genau das tun, weil ich auch merke, dass das in einem Forum nichts bringt. Für mich ist diese Medizinerwelt nach wie vor sehr fremd. Genau wie mir die totale Selbstaufopferung fremd ist. Das insgesamt sehr viel Frust herrscht, habe ich schon mitbekommen. Ich werde mich jetzt auch hier zurückziehen, weil mich das alles nur noch mehr runterzieht. Für den Medizinerjob bin ich vielleicht einfach auch nicht hart genug.

escitalopram
29.11.2019, 03:55
Entschuldigung, da merkt man, dass Deutsch nicht meine Muttersprache ist. Ich dachte, Fluglotse wäre die offizielle Bezeichnung für "Pilot". :-oopss


Abgesehen davon halte ich Gehaltsvergleiche mit anderen Berufsgruppen für ziemlich unergiebig, außer dass sie eure Magenulcera fördern. Ich für meinen Teil bin jedenfalls freiwillig Arzt geworden - mit allen Vor- und Nachteilen...

*gefaelltmir*


Vielleicht sollten wir aus Dankbarkeit dafür bezahlen Arzt sein zu dürfen statt Lohn zu wollen?
Arzt ist ein Job wie jeder andere, glaubst du, der Kassierer beim Aldi oder die Busfahrerin gegen jeden Tag erfüllt und dankbar zur Arbeit? Wir haben den kleinen Vorteil, dass es ein gut angesehener Job ist, der manchmal Spaß macht.

Habe ich auch nie behauptet. Und wer unzufrieden mit seinem Job und seinen Arbeitsbedingungen ist, soll etwas daran ändern und den Mund aufmachen. Es gibt aber auch zufriedene Ärzte, die ihr Fach lieben, gerne arbeiten gehen und dankbar dafür sind, dass Work-Life-Balance, Kollegen un Arbeitsbedingungen im Großen und Ganzen in Ordnung sind.



Viele verantwortungsvolle Jobs haben Pausen vorgeschrieben, gesetzlich gibt es eine Höchstarbeitszeite und nur Ärzte sind cool genug im Zweifel 24h durchzuarbeiten? Und der Schichtdienst ist geradezu lächerlich bezahlt, 4€ Zuschlag für Nachtstunden, was kriegt man nochmal bei Audi am Band nachts mehr?

24 h durcharbeiten. Ist das überhaupt legal? Also bei dem Ärztemangel - das würde ich nicht tun. Ich mache Auge in einer großen Uniklinik und habe von solchen Bedingungen nichts gehört. Aber wer das freiwillig macht... Kündigen, neue Stelle mit akzeptablen Bedingungen finden. Wenn man etwas ändern möchte, muss man aktiv was tun.

Markian
29.11.2019, 05:56
Ich hasse dieses Gerede, von wegen man ist ja selber Schuld, wenn man sich das Gefallen lässt. Man sollte als Arzt ja wohl wissen, dass von Chef und OÄ enormen Druck ausgeübt wird. Es sollte in Deutschland einfach nicht möglich sein Arbeitnehmer so auszubeuten. Daran ist man dann nicht Schuld, "wenn man es mit sich machen lässt". Wenn Arbeitgeber und Vorgesetzte sich nicht an Gesetze halten, dann ist klar wer Hauptschuldiger ist. Manche vergessen auch, dass es vielleicht Menschen gibt, die örtlich gebunden sind und es in Bayern auf dem Land eben nicht so viele Kliniken wie in Berlin gibt. Außerdem gefährdet diese du musst 60h die Woche arbeiten Politik den Patienten. Nicht umsonst gibt es so strenge Regeln für Piloten und Fluglotsen, diese muss es auch für Ärzte geben.

tarumo
29.11.2019, 07:01
Immer diese nichts bedeutenden Vergleiche. Erstens weiß man nicht, ob alle Angaben stimmen. Und selbst wenn: Kaputter zirkadianer Rhymtus, Strahlenbelastung, Leben im Hotel.

bullshit. Es geht um Fluglotsen.
1) die Angaben sind korrekt (weiß ich aus dem unmittelbaren Bekanntenkreis). Dieser Reflex von Medizinern, erst mal veröffentlichte Angaben anzuzweifeln und dann "nicht-wahrhaben-wollen" nach Kübler-Ross
2) ist man als Fluglotse aufgrund der recht aufwendigen Einarbeitung fast lebenlang an einen Standort gebunden (das ist auch der einzige Nachteil, der mir einfällt). Aber nix Hotel.
3) die Strahlenbelastung entsteht auf der Arbeit nur durch Computer! Selbst die Radaranlagen sind im Falle von Centerlotsen 100e km weg...
4) an Flughäfen mit Nachtflugverboten (die meisten in Deutschland) ist towerseitig nachts nur eine Notbesetzung vorhanden. Die Centerlotsen dürfen sich in Deutschland nachts über deutlich reduzierte Arbeitsbelastung freuen.
Wäre bei uns Ärzten niedrigstufige "Bereitschaft".
5) die Fluglotsen sind tatsächlich durch Automatisierung und Internet viel mehr bedroht (ganz konkret sind an kleineren Flughäfen, Saarbrücken z.B. schon seit einiger Zeit die Tower fernbedient), trotzdem macht sich da keiner einen Kopf über KI, Teledingsbums und Co., dem Gehaltsgefüge hat es auch nicht geschadet
6) Bitte mal den Betrag, der als Prämie nur für die Wahrnehmung einer Extraschicht gezahlt wird, recherchieren
7) kein Fluglotse zahlt seine Haftpflicht selber, zum anderen führt selbst eine Fehlhandlung nicht automatisch zu drastischen Folgen (subjektive Einschätzung von mir), da zum einen der Lotse nicht alleine in seinem Sektor ist, die Computer entsprechend Alarm geben, die dritte Rückfallebene sind die Piloten, die auch mal nachfragen und die vierte Rückfallebene das TCAS an Bord der Flugzeuge. Die Katastrophe in Überlingen ist passiert, weil die Piloten die Anweisung des TCAS mißachtet hatten und somit die Fehlhandlung des Lotsen nicht mehr kompensiert werden konnte. Bei einem Arzt führt eine Verwechslung von Medikamenten/Transfusionen normalerweise sofort zu Folgen, ohne zig Rückfallebenen vorher.
8) und last but non least kann man zum "Mitarbeiterpreis" bei vielen Fluglinien durch die Welt jetten


Und die Ruhestandsbezüge sind fürstlich. Nicht so, daß man ab 55 in die Altersarmut geschickt wird.
Nochwas vergessen: ach ja, die Fluglotsen sind streikfreudig und haben eine starke Gewerkschaft. Nicht eine, deren Chef im Bundestag hockt und Schnittchen im Verkehrsministerium isst....

Der gegenwärtige Mangel an Fluglotsen kommt übrigens durch die relativ rigorose Auswahl und Ausbildung (dafür langt Abi als Eingangsvoraussetzung), nicht durch eine "Fluglotsenflucht" in die Schweiz oder Skandinavien zustande.

Und: die Fluglotsen waren früher bei der quasi-staatlichen BFS, mäßig bezahlt mit betulichen Tarifregelungen a la ÖTV, teils auch Beamtenstatus. Nach Privatisierung konnte man sich mit dem neu erlangten Streikrecht deutliche Verbesserungen rausverhandeln (s.o.), weil die nun privatisierte DFS die Mehrkosten einfach auf die Kunden umlegt.
Bei Krankenhausprivatisierungen ist man mit einer willfährigen "Gewerkschaft" und einem Profit, der zu einem erheblichen Anteil auf Kosten der Beschäftigten geht, schlicht und einfach und mit freundlicher Unterstützung der Politik "falsch abgebogen".

tarumo
29.11.2019, 08:16
6) Bitte mal den Betrag, der als Prämie nur für die Wahrnehmung einer Extraschicht gezahlt wird, recherchieren
.

Ich nehme Euch die Recherche einmal ab:
https://www.airliners.de/dfs-lotsen-2000-euro-sonderschichten/50176
Bis zu 2000 EUR Prämie nur für das Übernehmen einer Extra- Schicht.

Ich wage die Aussage, daß es im Medizinbetrieb mit diesen Prämien kaum gesperrte Betten und ausgefallene OPs geben würde...
Wie hoch ist nochmal die Prämie für das Einspringen nach VKA?
Geht ja auch nur um kranke Menschen. Und nicht um das pünktliche Durchführen einer Transportdienstleistung. Ich denke, deutlicher kann man die Geringschätzung der Politik und zuständigen Gewerkschaften für Ärzte UND Pflege nicht ausdrücken.

Kackbratze
29.11.2019, 08:30
Ich denke, deutlicher kann man die Geringschätzung der Politik und zuständigen Gewerkschaften für Ärzte UND Pflege nicht ausdrücken.

Woanders ist IMMER besser, das ist doch logisch. Ich persönlich könnte und wollte nicht als Fluglotse arbeiten, es freut mich, dass dort so viel Geld verdient werden kann, es ändert aber Nix an meinem eigenen Leben.

Der zitierte Satz ist viel entscheidender.

Markian
29.11.2019, 13:48
Es geht ja auch nicht darum, ob du als Fluglotse arbeiten willst oder nicht, sondern dass es nicht sein kann, dass du als Arzt mit Studium und jahrelanger Weiterbildung finanziell so viel schlechter gestellt bist.

escitalopram
29.11.2019, 14:42
Ich hasse dieses Gerede, von wegen man ist ja selber Schuld, wenn man sich das Gefallen lässt. Man sollte als Arzt ja wohl wissen, dass von Chef und OÄ enormen Druck ausgeübt wird. Es sollte in Deutschland einfach nicht möglich sein Arbeitnehmer so auszubeuten. Daran ist man dann nicht Schuld, "wenn man es mit sich machen lässt". Wenn Arbeitgeber und Vorgesetzte sich nicht an Gesetze halten, dann ist klar wer Hauptschuldiger ist. Manche vergessen auch, dass es vielleicht Menschen gibt, die örtlich gebunden sind und es in Bayern auf dem Land eben nicht so viele Kliniken wie in Berlin gibt. Außerdem gefährdet diese du musst 60h die Woche arbeiten Politik den Patienten. Nicht umsonst gibt es so strenge Regeln für Piloten und Fluglotsen, diese muss es auch für Ärzte geben.

Ich bin ganz und gar nicht der Auffassung, dass man selbst schuld ist. Zumal wie du schreibst nicht jeder sofort kündigen und eine neue Stelle finden kann. Und das "System" scheint an vielen Stellen krank zu sein. Aber unzumutbare Zustände sollte sich keiner auf Dauer gefallen lassen. Ich habe mich in einer meiner ersten Wochen bei einem OA unbeliebt gemacht, weil ich mich geweigert habe, mir zwei Überstunden nicht aufzuschreiben. Tja, dann sollen sie mich kündigen - aber bisher hat diesbezüglich niemand etwas gesagt! Man muss einfach zu seinen Rechten stehen und sich darüber im Klaren sein, zu welchen Kompromissen man bereit ist.


Woanders ist IMMER besser, das ist doch logisch. Ich persönlich könnte und wollte nicht als Fluglotse arbeiten, es freut mich, dass dort so viel Geld verdient werden kann, es ändert aber Nix an meinem eigenen Leben.


:-meinung

Kackbratze
29.11.2019, 15:58
Es geht ja auch nicht darum, ob du als Fluglotse arbeiten willst oder nicht, sondern dass es nicht sein kann, dass du als Arzt mit Studium und jahrelanger Weiterbildung finanziell so viel schlechter gestellt bist.

Dann mach deine Ausbildung zum Fluglotsen. Ein selbstständiger Bauunternehmer mit Maurermeister als Bildungshintergrund kann auch mehr verdienen als Du geiler Akademiker mit einem MEDIZINSTUDIUM! Ich würde auch niederknien in Demut, wenn ich nicht Chirurg wäre.

FuchsiBuchsi
29.11.2019, 17:13
Langfristig wird in der Niederlassung besser verdient. Klar die Jahre als Assi, da müssen wir durch :-keks

Der Job des Piloten ist sicher mit den ganzen Rahmenbedingungen und Gehalt bei den guten Airlines nicht zu verachten. Nur da ist die Auslese etwas härter. Klarer Arbeitgebermarkt. Das ist genauso wie mit den oft zitierten Top-Juristen in Wirtschaftskanzleien. Viele meiner Mitstudenten sind weit weg davon sich da mit Ellenbogen nach oben zu kämpfen.

Natürlich bleibt die ketzerische Frage, warum in der Privatwirtschaft, die jeden Cent dreimal durchrechnet, eine strikte Einhaltung von Arbeits- und umfangreichen Ruhezeiten gelingt, während das in der Klinik angeblich nicht durchzusetzen ist. Es ist einfach nicht erwünscht. Es juckt keinen.

ehem-user-31-01-2020-1555
29.11.2019, 18:18
Was erwünscht ist wäre mir mal sowas von egal. Wenn alle wie z.B. die Pflege mal zusammenhalten würden und bei der Verwaltung auf der Matte stehen würden..
Oder geschlossen mal das Gewerbeaufsichtsamt informieren. Wenn alles nichts hilft kündigen

davo
29.11.2019, 18:37
Natürlich bleibt die ketzerische Frage, warum in der Privatwirtschaft, die jeden Cent dreimal durchrechnet, eine strikte Einhaltung von Arbeits- und umfangreichen Ruhezeiten gelingt, während das in der Klinik angeblich nicht durchzusetzen ist.

Das ist IMHO recht einfach erklärt - weil die meiste Kohle vom Staat kommt, weil die meisten Kliniken direkt oder indirekt dem Staat gehören. Und der Staat fordert von den Privaten immer sehr viel, was er selbst nie einhält - wäre ja viel zu teuer. Da sind dann auch die ganzen linken Politiker, die sonst ständig noch mehr Kontrollen und Strafen fordern, auf einmal mucksmäuschenstill.

Dass die meisten deutschen Ärzte sich alles gefallen lassen und nicht einmal in der Lage sind, geschlossen pünktlich zu gehen, wenn keine Überstunden bezahlt werden, trägt dazu natürlich genauso bei. Wozu mehr zahlen, wenn es genug Doofe gibt, die es auch für weniger machen?

escitalopram
29.11.2019, 18:47
Dass die meisten deutschen Ärzte sich alles gefallen lassen und nicht einmal in der Lage sind, geschlossen pünktlich zu gehen, wenn keine Überstunden bezahlt werden, trägt dazu natürlich genauso bei. Wozu mehr zahlen, wenn es genug Doofe gibt, die es auch für weniger machen?

Und genau das kann ich nicht nachvollziehen. Früher hieß es hier im Forum "arbeite mal". Jetzt bin ich seit ein paar Monaten dabei und mir fehlt das Verständnis dafür immer noch.