tarumo
20.12.2019, 19:25
Ändern wirst auch Du nichts, Hein. Geändert hat sich etwas, als Feuerblick und ich vor 13 Jahren auf die Straße gegangen sind, davor war es nämlich noch schlimmer.
Those were the times... natürlich geht es immer noch schlimmer irgendwo und die Abschaffung des AiP ist jetzt nicht wirklich eine Heldentat der hiesigen Politik gewesen.
Ich bin aber nicht der Meinung, daß man als einzelner überhaupt nichts ändern kann. Die Masse macht´s . Sonst würde die Mauer heute noch stehen.
Mal ein paar Beispiele, wie man auch ganz unbürokratisch und ohne Angst vor Repressalien Zeichen setzen kann:
-Krankenkasse fördert Hömopathie? Austreten und andere daszu auffordern (wenn von meinetwegen 100.000 ÄrztInnen 80.000 das machen, ist das schon ein Faktor). Die anderen sind dann damit einverstanden...
-Politiker führen Landarztquote ein? Die Parteien nicht mehr wählen. Und natürlich keine spahnsinnigen oder unlautere fliegentragende Gesundheitspolitiker, falls man dort wohnt.
-Unzufrieden mit den Tarifabschlüssen? Austreten! Der nächste wird genauso kommen, aber es fehlt irgendwann das Geld für die Schnittchenesser , Pöstchensammler und die Legitimation. Vielleicht kommen dann auch mal progressive Käfte ans Ruder, dann kann man ja wieder eintreten.
-es gibt auch diverse Methoden, keinen Kammerbeitrag zu zahlen. Möchte ich vor der FA-Prüfung nicht empfehlen, danach hat man aber nur noch wenig zu befürchten. Warum soll ich eine Organisation, die mir nur Steine in den Weg wirft, mit Geld unterstützen? NB: wie ich gehört habe, hat es die Pflege durchsetzen können, daß deren Zwangskammerbeiträge vom Staat übernommen werden.
Kann man alles realisieren, und zwar ohne "für-die-Sache-Kämpfen-denke", wie es mir hier bisweilen unterstellt wird.
Und nochmal zum Thema Erfahrung: Fridays for Future bewegt die Massen
Wie wäre es mit einem "monday for medicine"? Wird aber schon daran scheitern, daß man 1) viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist und 2) wenn doch, dann sofort mit Häme auf die "Porschefahrer und Golfspieler" seitens der Presse eingeschlagen werden wird.
Wohingegen der Millionärstochterhintergrund und die persönliche Langstreckenflugbilanz der einen oder anderen FfF-und NGO-Anführerin so gut wie gar nicht thematisiert wird. Mit vollen Hosen war schon immer gut stinken.
Medizinstudierende beteiligen sich daran und organisieren sich. Bin selbst angeschrieben worden.
Abgesehen davon, daß Umweltschutz eine wichtige Sache ist und wir hierzulande schon weiter sind als in vielen anderen Ländern...man kann sich auch den Ast gründlich absägen, auf dem man sitzt.
Ist man konsequent, verzichtet man auf´s Auto. Geht während des Studiums easy (habe ich auch gemacht), und vielleicht noch in der Großstadt als WBA. Ich persönlich kenne mehrere Städte teils mit sechsstelligen Einwohnerzahlen, mit maximal- oder semimaximalversorgenden Kliniken, in denen abends, ab samstags oder sogar das ganze Wochenende, kein Bus zum Klinikum fährt. Ist man auf Dauer mit dem siffigen Wohnheim zufrieden, auch ok. Wenn nicht und der erste fahrbare Untersatz wird angeschafft, sind wir wieder bei der Heuchelei und Inkonsequenz.
Und aus meinem Fachgebiet: so ein MRT oder CT wird auch nicht mit Wasser und Luft betrieben. Da hauen irgendwelche Energieverteuerungen schon rein. Zusätzlich hat die Politik entschieden, daß die Diagnostik ab demnächst durchgehend mit mehr als 10% Minus (!!!!) vergütet wird. Da natürlich alles ringsum teurer wird, ist die nächste Runde Praxissterben schon eingeläutet.
Die Kliniken lassen sich die Kostensteigerungen von den WBA finanzieren mit unbezahlten Überstunden oder Minusstunden.
Womit ich die Kurve zum Ursprungsthema wieder gekriegt habe.
Those were the times... natürlich geht es immer noch schlimmer irgendwo und die Abschaffung des AiP ist jetzt nicht wirklich eine Heldentat der hiesigen Politik gewesen.
Ich bin aber nicht der Meinung, daß man als einzelner überhaupt nichts ändern kann. Die Masse macht´s . Sonst würde die Mauer heute noch stehen.
Mal ein paar Beispiele, wie man auch ganz unbürokratisch und ohne Angst vor Repressalien Zeichen setzen kann:
-Krankenkasse fördert Hömopathie? Austreten und andere daszu auffordern (wenn von meinetwegen 100.000 ÄrztInnen 80.000 das machen, ist das schon ein Faktor). Die anderen sind dann damit einverstanden...
-Politiker führen Landarztquote ein? Die Parteien nicht mehr wählen. Und natürlich keine spahnsinnigen oder unlautere fliegentragende Gesundheitspolitiker, falls man dort wohnt.
-Unzufrieden mit den Tarifabschlüssen? Austreten! Der nächste wird genauso kommen, aber es fehlt irgendwann das Geld für die Schnittchenesser , Pöstchensammler und die Legitimation. Vielleicht kommen dann auch mal progressive Käfte ans Ruder, dann kann man ja wieder eintreten.
-es gibt auch diverse Methoden, keinen Kammerbeitrag zu zahlen. Möchte ich vor der FA-Prüfung nicht empfehlen, danach hat man aber nur noch wenig zu befürchten. Warum soll ich eine Organisation, die mir nur Steine in den Weg wirft, mit Geld unterstützen? NB: wie ich gehört habe, hat es die Pflege durchsetzen können, daß deren Zwangskammerbeiträge vom Staat übernommen werden.
Kann man alles realisieren, und zwar ohne "für-die-Sache-Kämpfen-denke", wie es mir hier bisweilen unterstellt wird.
Und nochmal zum Thema Erfahrung: Fridays for Future bewegt die Massen
Wie wäre es mit einem "monday for medicine"? Wird aber schon daran scheitern, daß man 1) viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist und 2) wenn doch, dann sofort mit Häme auf die "Porschefahrer und Golfspieler" seitens der Presse eingeschlagen werden wird.
Wohingegen der Millionärstochterhintergrund und die persönliche Langstreckenflugbilanz der einen oder anderen FfF-und NGO-Anführerin so gut wie gar nicht thematisiert wird. Mit vollen Hosen war schon immer gut stinken.
Medizinstudierende beteiligen sich daran und organisieren sich. Bin selbst angeschrieben worden.
Abgesehen davon, daß Umweltschutz eine wichtige Sache ist und wir hierzulande schon weiter sind als in vielen anderen Ländern...man kann sich auch den Ast gründlich absägen, auf dem man sitzt.
Ist man konsequent, verzichtet man auf´s Auto. Geht während des Studiums easy (habe ich auch gemacht), und vielleicht noch in der Großstadt als WBA. Ich persönlich kenne mehrere Städte teils mit sechsstelligen Einwohnerzahlen, mit maximal- oder semimaximalversorgenden Kliniken, in denen abends, ab samstags oder sogar das ganze Wochenende, kein Bus zum Klinikum fährt. Ist man auf Dauer mit dem siffigen Wohnheim zufrieden, auch ok. Wenn nicht und der erste fahrbare Untersatz wird angeschafft, sind wir wieder bei der Heuchelei und Inkonsequenz.
Und aus meinem Fachgebiet: so ein MRT oder CT wird auch nicht mit Wasser und Luft betrieben. Da hauen irgendwelche Energieverteuerungen schon rein. Zusätzlich hat die Politik entschieden, daß die Diagnostik ab demnächst durchgehend mit mehr als 10% Minus (!!!!) vergütet wird. Da natürlich alles ringsum teurer wird, ist die nächste Runde Praxissterben schon eingeläutet.
Die Kliniken lassen sich die Kostensteigerungen von den WBA finanzieren mit unbezahlten Überstunden oder Minusstunden.
Womit ich die Kurve zum Ursprungsthema wieder gekriegt habe.