Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FA Allgemeinm. - Stellen mit möglichst wenig Patientenkontakt
Heerestorte
29.01.2020, 20:50
Ich habe es auch schon mal irgendwo geschrieben, aber jetzt halt nochmal.
Der Hausarzt, bei dem ich famuliert habe, ist mehr als zufrieden mit seinem Leben.
Hat genau die 25 Stunden Sprechstunde pro Woche. Mit Hausbesuchen etc kommt er auf 40 Stunden pro Woche. Zwei Tage die Woche ist nachmittags die Praxis zu. Papierkram hat er so gut wie gar nicht, das macht eine Firma. Er hat keine Termine im 5 Minuten-, sondern im 10 Minuten-Takt, also mehr Zeit für die Patienten.
10 Wochen Urlaub im Jahr, etwa 10% Private und dabei springen über 7000€ netto monatlich an Gehalt raus.
Würde mir die Arbeit als HA Spaß machen, würde ich das unter solchen Bedinungen sofort machen.
Relaxometrie
29.01.2020, 20:55
Papierkram hat er so gut wie gar nicht, das macht eine Firma.
Was hat er denn an die Firma ausgesourced? Ich wusste gar nicht, dass das geht. Aber wenn man sich so -wenn auch gegen Bezahlung- ein wenig von der Bürokratie sparen kann, ist es ja super.
Ich habe es auch schon mal irgendwo geschrieben, aber jetzt halt nochmal.
Der Hausarzt, bei dem ich famuliert habe, ist mehr als zufrieden mit seinem Leben.
Hat genau die 25 Stunden Sprechstunde pro Woche. Mit Hausbesuchen etc kommt er auf 40 Stunden pro Woche. Zwei Tage die Woche ist nachmittags die Praxis zu. Papierkram hat er so gut wie gar nicht, das macht eine Firma. Er hat keine Termine im 5 Minuten-, sondern im 10 Minuten-Takt, also mehr Zeit für die Patienten.
10 Wochen Urlaub im Jahr, etwa 10% Private und dabei springen über 7000€ netto monatlich an Gehalt raus.
Würde mir die Arbeit als HA Spaß machen, würde ich das unter solchen Bedinungen sofort machen.
Krasse Zahlen, da habe ich schon von deutlich weniger Gehalt bei mehr Arbeitszsit gehört; irgendwas scheint er richtiger zu machen als andere 😉
Heerestorte
29.01.2020, 21:05
Was hat er denn an die Firma ausgesourced? Ich wusste gar nicht, dass das geht. Aber wenn man sich so -wenn auch gegen Bezahlung- ein wenig von der Bürokratie sparen kann, ist es ja super.
Sofern ich mich noch erinnern kann, halt die Finanzierung der Praxis, Geräte, Gehälter usw.
Aber ich müsste lügen, wenn ich mehr sagen würde.
Den anderen Papierkram, also sowas wie KV-Zeugs und was weiß ich noch, hat er auch so gut wie möglich auf die MTAs outgesourced. Da braucht man dann halt auch gutes und williges Personal.
Sofern ich mich noch erinnern kann, halt die Finanzierung der Praxis, Geräte, Gehälter usw.
Aber ich müsste lügen, wenn ich mehr sagen würde.
Es ist durchaus üblich, daß die betriebswirtschaftliche Auswertung und die Buchführung samt Mitarbeiter-Gehaltskonten durch den Steuerberater erfolgt. Das mache ich auch so, ich bin doch kein BWLer ;-)
Und sämtliche Anfragen, die nicht ärztlich beantwortet werden müssen sowie die Abrechnung machen auch meine Mädels :-top
Interessanter Thread! Was hat sich inzwischen bei dir ergeben miked und wie geht's dir?
Interessanter Thread! Was hat sich inzwischen bei dir ergeben miked und wie geht's dir?
Momentan sehr viele Überstunden, daher habe ich nur immer mal wieder kurz über die Optionen nachgedacht, aber noch keinen konkreten Plan oder Entschluss gefasst... Dieses WE werde ich wohl Zeit finden, mich nochmal eingehender damit zu befassen, in Ruhe alle Optionen zu überdenken und evtl. mal nach konkreten Stellenangeboten Ausschau halten.... Grüsse
Hallo,
ich wollte das Thema mal wieder zum Leben erwecken. Ich hatte zwischenzeitlich in ein eher ländlich gelegenes hausärztliches MVZ in einer Gemeinde mit ca. 10.000 Einwohnern gewechselt (ca. 25 km zur nächsten Großstadt). Ziel war, dort nochmal Allgemeinmedizin in einem anderen Umfeld zu praktizieren und bei Gefallen ins MVZ einzusteigen. Hörte sich alles super an. Patientenwechsel war am Anfang schwer, ging dann aber recht schnell besser und klappt insgesamt jetzt sehr gut. (großer Unterschied zum Großstadt-Ghetto). Leider stellten sich die Bedingungen im MVZ im Nachhinein als ganz anders heraus, fing schon an damit, dass eigentlich geplante Hausbesuchs-/"Bürozeiten" einfach 2 Wochen nach Arbeitsbeginn ohne Rücksprache in Sprechstundenzeiten umgelegt wurden, so dass man diese Sachen immer während der Sprechstunde erledigen muss...Alles muss bis ins letzte ausdiskutiert werden, sogar die Sthetoskopfarbe... Und das war erst der Anfang und mit Abstand das harmloseste. Weiter ins Detail will ich da nicht gehen... Für mich jedenfalls keinerlei Zukunftsperspektive, sodass ich gekündigt habe. Jetzt stellt sich die Frage: wie weiter? Mit dem Patientenkontakt hat es besser geklappt als zuletzt, es strengt mich aber immer noch wahnsinnig an. Hab schon reduziertt auf 35 h/ Woche, aber die langen Sprechstundentage empfinde ich immer noch als grausam. Für Halbtagsanstellung zahlen die Praxen hier in der Umgebung nicht gut genug. Eigene Niederlassung (mit begrenzten
Sprechzeiten) ist mir angesichts meiner Gesamtlage derzeit zu riskant.
Lange Rede kurzer Sinn, ich möchte nun doch noch was anderes versuchen. Besonders interessieren würden mich Labormedizin, Patho, evtl auch MDK, evtl. auch Arbeitsmedizin. Zurück in die Klinik mit Vordergrunddiensten eher nicht.
Oder doch nochmal ganz was anderes? Journalistenschule und Wissenschaftsjournalistik oder sogar nochmal gan von vorne und Kulturwissenschaften oder Germanistik studieren?
Freue mich über neuen/ weiteren Input, Meinungen Erfahrungen
Danke!
WackenDoc
26.01.2021, 11:17
Komm in die Arbeitsmedizin!
cartablanca
26.01.2021, 11:24
Schul auf Codierung um. Medizinjournalismus geht auch. Oder werd Ghostwriter.
Du weisst was du nicht magst: Patientenkontakt. Aber weisst du was dir Spass macht? Weil etwas fortführen was einen nervt ist es nicht wert. Deine Lebenszeit ist kostbarer als Geld. Die kriegst du nämlich nie wieder.
Komm in die Arbeitsmedizin!
Hi, du hast ja, wenn ich mich recht entsinne, auch mal Allgemein gemacht, hast also den direkten Vergleich, oder? Magst du mir nochmal kurz erzählen, was dir an der Arbeitsmedizin besser und was dir schlechter gefällt als beivder Allgemein?
Schul auf Codierung um. Medizinjournalismus geht auch. Oder werd Ghostwriter.
Du weisst was du nicht magst: Patientenkontakt. Aber weisst du was dir Spass macht? Weil etwas fortführen was einen nervt ist es nicht wert. Deine Lebenszeit ist kostbarer als Geld. Die kriegst du nämlich nie wieder.
Codierung, hmm, macht das auf Dauer Spaß? Was mir Spaß macht: Recherchieren, Texte schreiben, Gutachten schreiben, Labor hat mir im Rahmen meiner Diss auch ganz gut gefallen, interpretiere immer sehr gerne die Ergebnisse der BEs in der Praxis, Patho hat mich schon immer fasziniert, ansonsten gefallen mir im Alltag auch praktische Dinge wue Sonos, (kleine) Chirurgie, etc
Bei Journalismus frage ich mich, wie realistisch es ist, da mit 35 noch Fuß zu fassen....
WackenDoc
26.01.2021, 12:24
Ich hab ja nie "normale" Allgemeinmedizin gemacht. Außer dem halben Jahr in der zivilen Praxis. Da haben mir meine chefs echt leid getan. Ich hätte mir höchstens vorstellen können, als Angestellte in einer Praxis zu arbeiten, aber nicht selbständig in eigener Praxis. Alleine schon der Mist mit den Regressen- zumal ich aus einem System komme, in dem ich das mit den Abrechnungsziffern nie gelernt habe,
Jetzt bin ich angestellt bei einem überbetrieblichen Dienst. Hab genug Zeit für unsere Probanden. Manchmal ist es etwas langweilig und man kann den Patienten nur raten, sich beim Arzt vorzustellen, aber wir behandeln halt nicht.
Andererseits ist Prävention gar nicht soo schlecht. Und wenn ich Patienten behandeln will, gibt es genug Zeit für einen Nebenjob.
Feuerblick
26.01.2021, 12:41
Journalistenschule (ist grundsätzlich Käse) und Medizinjournalismus kannst du schon mal streichen. Schlechte wirtschaftliche Lage und miese Bezahlung durch die Verlage. Als Freelancer musst du, bist du einen festen Kundenstamm hast, Klinken putzen. Eher aussichtslos. Zumal es genügend Geistes- und Naturwissenschaftler gibt, die billiger sind als Mediziner und daher von den Verlagen gerne genommen werden. ;-)
FÄ für Allgemeinmedizin nimmt der MDK eigentlich immer gerne. Schau halt mal, ob es in deinem Bundesland Stellen gibt.
@Wacken Doc: ich werd mich mal nach ner Hospitationsstelle umsehen
@Feuerblick: genau das sind meine Befürchtungen bzgl. Journalismus; Bewerbung für Hospitation beim ortsständigen MDK läuft bereits
@roxolana: ich habe deine PN erhalten, kann aber irgendwie nicht darauf antworten :-??? Musdt du da evtl. was freischalten?
Feuerblick
26.01.2021, 12:56
@Feuerblick: genau das sind meine Befürchtungen bzgl. Journalismus; Bewerbung für Hospitation beim ortsständigen MDK läuft bereits
Wenn du gerne journalistisch arbeiten möchtest, dann schau doch mal, ob du als Freelancer irgendwo kleine Aufträge bekommst. Das funktioniert gut. Als reiner Broterwerb würde ich das nicht empfehlen. Been there ... und so ... ;-)
Schau dir den MDK ruhig mal an. Da gibt es ja verschiedene Betätigungsfelder. Die meisten Gutachter sind zufrieden mit ihrem Job. Der eine oder andere nutzt es auch, um sich in Ruhe nach Alternativen in der Patientenversorgung umzuschauen. Geht alles. :-)
cartablanca
26.01.2021, 13:24
Wenn du es nicht ausprobierst weißt du nicht ob es funktioniert. Was hast du zu verlieren? Allgemeinmedizin kannst du immer machen, Codierung auch.
Vielleicht hast du gar ein Talent für Journalismus.
Herold ist auch Allgemeinmediziner und sein Buch ist Standardwerk.
roxolana
26.01.2021, 13:25
Ich habe deine Antwort erhalten, sogar in mehrfacher Ausfertigung. ;-) Man sieht es halt nicht im Postausgang, es sei denn man hat ein extra Häkchen gesetzt.
Wacken, gibt es eigentlich auch Arbeitsmedizin-Jobs ohne Fahrerei, für Leute ohne Führerschein?
Ich habe deine Antwort erhalten, sogar in mehrfacher Ausfertigung. ;-) Man sieht es halt nicht im Postausgang, es sei denn man hat ein extra Häkchen gesetzt?
Ah, ok, sorry fürs zubomben:-oopss
Danke an alle für die Antworten!
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