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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zahlen in der WB-Ordnung zwingend?



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Feuerblick
21.08.2020, 17:14
Im Logbuch Augenheilkunde stehen/standen nur kleinere Eingriffe (kleine Lideingriffe, Augenmuskeln, intravitreale Eingriffe wie IVOMs). Keine „chirurgische“ Ausbildung (also Cat., ppV und sowas) im umfassenden Sinne.
Wer das unbedingt möchte: Es gibt längst Weiterbildungsangebote (z.B. Verbundpraxen), die sogar mit sowas werben. Dass du an Uni-Kliniken keine Katarakte mehr lernst, ist kein Wunder. Die unkomplizierten OPs, die prima zum Üben wären, werden im ambulanten Bereich abgegriffen. In der Klinik landen nur die, die niemand ambulant operieren will. Unkomplizierte Fälle sind da eher in der Minderzahl.
Die von mir geschilderten Überprüfungen betrafen übrigens Augenärzte an Uni-Kliniken. Und bei einem ging es um eben solche kleineren Eingriffe.
Auch mit „Pauschalbescheinigungen“ kommt man also unter Umständen nicht weit.
SO wahnsinnig schwer waren die paar Eingriffe ja nun wirklich nicht zu bekommen, dass man da jetzt jammern müsste. Der Katalog ist, wie oben beschrieben, sehr übersichtlich. Lustigerweise war „ganz früher“ die WB-Zeit kürzer, beinhaltete aber noch Operationen. Das wurde nach und nach gekürzt. :-nix
Früher oder später wird es sowieso den Ophthalmochirurgen als Subspezialisierung geben...

Muriel
21.08.2020, 17:17
Hm, also das, was an chirurgischen Tätigkeiten in der WBO steht, ist eigentlich problemlos zu bekommen und zumindest an meiner Klinik damals war es selbstverständlich, das man das alles gemacht hatte. Jedes Chalazion zählt, die Muskeln hat man schnell in der Orthoptikrotation zusammen, Iridektomien, Parazenthesen, IVOMs... Alles eigentlich Standard. Dass man danach kein Ophthalmochirurg ist, ist klar. Aber das wäre auch bescheuert, da jeden auszubilden. Dann lieber den tatsächlichen Bedarf und den aber gut.

Feuerblick
21.08.2020, 17:23
Sehe ich auch so. Aber vielleicht sieht man das auch entspannter, wenn man nicht so geil auf OPs ist wie manch andere :-))

mbs
22.08.2020, 00:30
Ich habe mich eher auf die Allgemein- bzw. Viszeralchirurgie bezogen. Und 400 abdominelle Eingriffe (für den FA VC) finde ich gar nichtmal so wenig bzw. ist das stark abhängig von den Umständen. Es sind ja mehrere Assistenten die drankommen wollen, auch einige große OPs im Programm die grundsätzlich nicht assistiert werden, dann wären da noch die ganzen perioperativen Tätigkeiten die ja auch irgendwer erledigen muss - und für die man sicher keinen Facharzt "verschwendet" der ja auch als alleiniger Operateur eingeteilt werden könnte.

anignu
22.08.2020, 23:04
Du würdest dich wundern für was man einen Facharzt (nicht Oberarzt) alles verschwendet... Und man bekommt seine Eingriffe oft schon zusammen wenn man sich bemüht...

CYP21B
23.08.2020, 10:32
Wenn man 1 Jahr Commontrunk wegen Notaufnahme und Its abzieht und grob 6 Wochen Urlaub pro Jahr abzieht bleiben bei 400 abdominellen Eingriffen ca 2 pro Woche übrig. Andere Eingriffe, bzw spezifischer Sachen, werden in deutlich geringerer Anzahl gefordert und zu den 400 zählt ja quasi fast alles dazu, wenn ich das richtig verstanden habe. Dh aber dass man mit ~ 3 Ops pro Woche die Zahlen erfüllt und dabei eine relativ geringe Anzahl an spezifischen Vorgaben hat. Das finde ich jetzt nicht so extrem viel.

mbs
23.08.2020, 19:46
@ anignu: Mag sein, dass die Politik bzgl. "wofür wird ein OA/FA herangezogen" von Haus zu Haus auch unterschiedlich ist. Hier ist man als FA definitiv merklich besser dran (in Bezug auf übertragene Verantwortung; klar kann das auch Nachteile haben aber darum ging es mir in dem Zusammenhang nicht).

Wie lange man tatsächlich außerhalb des OPs verbraten werden kann an manchen Häusern wollt ihr vermutlich gar nicht wissen. Das ist aber nicht nur bei mir so. Und ja, man kann auch sehr vieles einfach nur assistieren. Kann mich bei meinem vorletzten OP-Kurs daran erinnern dass die bisher erreichten Zahlen per Fragebogen abgefragt wurden, und da schien es definitiv nicht so zu sein dass alle ihrem Ausbildungsjahr nach so total locker alle Zahlen erfüllt hatten die erforderlich wären um in der Mindestzeit den FA machen zu können. Und nein, ansprechen dass man mehr braucht ist auch nicht immer erfolgreich. Und anfangen mit Kündigung zu drohen etc. fände ich schon etwas hart, das würde ich ehrlichgesagt vermutlich eher nicht risikieren...am Ende fühlt sich das Gegenüber erpresst und man wird gekündigt...man weiß ja nie im Voraus wie eine andere Person auf etwas reagiert.

anignu
24.08.2020, 00:17
Ich kann allen immer nur erzählen wie es bei mir war: mein Chef meiner eigentlichen Fachweiterbildung hat mir zur Einstellung gesagt dass ich alle Zahlen erreichen werde wenn ich auch bis zum Ende da bleibe. Und genau so war es. Ich hab im ersten Jahr eher wenig operiert, im zweiten Jahr deutlich mehr. Im dritten Jahr nochmal mehr als in den vergangenen Jahren zusammen und im vierten Jahr war ich fast nicht mehr als Assistent im OP, nur noch als Operateur. Und hab meine Oberärzte in den Wahnsinn getrieben. Aber das ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall hab ich nach zwei/drei Jahren plötzlich pro Woche so viel operiert dass es ganz aus war und ich bei allen Zahlen (außer supraaortalen Eingriffen) weit jenseits der geforderten Zahlen war... supraaortal hab ich auch erreicht.

Sich hinzustellen und nach einem Monat oder einem Jahr auszurechnen wieviel man nach sechs Jahren erreichen wird ist einfach falsch. Auch in der jetzigen Klinik ist es so dass diejenigen die ihre Station gut im Griff haben einfach mal schnell nebenbei in den OP können und operieren dürfen. Neben Stationsarbeit, neben Dienst, neben sonstwas. Wenn man den Rest im Griff hat.

Und ich muss auch sagen: wer neu ist, wer seine Station nicht im Griff hat, wer seinen Patienten nicht kennt, wer Briefe schreibt wo man rauslesen kann der derjenige nichts verstanden hat... der operiert halt weniger.

Insofern: "Geduld du haben musst, junger Padawan"

mbs
24.08.2020, 01:18
Klar stimmt das sicherlich. Man muss sein Zeug ordentlich machen. Feedback war bei mir zwar positiv, aber ich muss gestehen dass ich aus privaten Gründen mehrfach den Ort und notgedrungen auch die Stelle wechseln musste. Das mag ein Faktor sein - nur bedeutet das immer automatisch, dass man so viel länger für den FA brauchen wird? Dessen war ich mir zumindest nicht so richtig bewusst. Mag sein, dass es auch Unterschiede zwischen den einzelnen chirurgischen Fachrichtungen geben mag...wie schätzen das denn die anderen ein?