Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Corona - Physikum Freiversuch erwirken?
Ich habe gelesen, dass andere Fakultäten (wie z B. die Juristen) für die Klausuren im Corona Semester einen Freiversuch erhalten haben. Sprich: Fehlversuche gelten als nicht unternommen. Jens Spahn meinte, dass den Medizinstudierenden durch die Corona Krise keine Nachteile entstehen dürfen - wäre es da nicht fair diese Regelung auch den Medizinstudierenden zukommen zu lassen? Denn selbst wenn man nicht zum Einsatz in der Coronahilfe kam, gab es ja doch gehörige Einschnitte in diesem Semester und die Physikumsklausur wurde auch vor Corona schon erfasst, so dass hier kein Nachteilsausgleich stattfand...
Hat da schon jemand versucht etwas zu erreichen, bzw. an wen wendet man sich denn mit diesem Anliegen?
chengpeng
22.08.2020, 09:28
Ich denke primär musst du dich an deinen Anwalt wenden der sich dann an das imbpp wendet. Gibt doch safe spezialisierte Anwälte für diesen Bereich. Es darf nur nicht viel Zeit vergehen. Der Einschnitt in den Unterricht aufgrund des Lockdowns - kaum Zugang zur Literatur aufgrund geschlossener Bibliotheken keine gescheiten Vorlesungen, keine gescheiten Seminare und die Tatsache der Erwartung das auch Medizinstudenten auf Intensivstationen ausgeholfen haben oder sollten... es gibt kein Präzendenzfall da die Corona Pandemie in der BRD einmalig ist in der Historie. Ob Freiversuch oder das Runtersetzen der Bestehensgrenze über die Gleitklausel hinaus. Beides wäre angemessen und fair! Solltet Ihr ne Sammelklage einrichten wäre ich am Start. Peace
der_reisebus
22.08.2020, 09:54
Ich werde mir jetzt mit Sicherheit keine Freunde machen. Aber ganz ehrlich, was soll dieses Rumgeheule? Welche Nachteile sind euch denn durch Corona entstanden? Eigentlich war man noch mehr Zuhause und konnte noch mehr lernen. Das Physikum war dieses Jahr fair, es gab sehr einfache Aufgaben und ja auch ein paar schwere, aber so ist es halt. Wir sollten uns alle mal vor Augen halten, dass wir Ärzte werden wollen, da sollte man auch eine gewisse Leistung bringen.
Natürlich ist es ärgerlich, wenn man ganz knapp scheitert. Aber wenn man so wenig Punkte erreicht hat man halt auch irgendwas im Lernplan oder sogar in den letzen 2 Jahren falsch gemacht. Corona ist halt wirklich eine dumme Ausrede, Bücher standen jederzeit zur Verfügung und Zeit gab es ebenfalls genügend.
Tut mir Leid, wenn ich jemanden damit verärgere, aber ich musste das mal raus lassen.^^
Hallo Reisebus, ich habe schon damit gerechnet, dass sowas kommt...:-D Also erstens ist diese Aussage "wir wollen alle Ärzte werden und sollten auch die Leistung bringen" in meinen Augen zu kurz gedacht, da z.B. nicht jeder die Möglichkeit hat so ohne Weiteres nur zu studieren, weil man z.B. so wie ich kein Bafög bekommt und keine Eltern hat, die einem das Studium finanzieren. Ich arbeite "nebenher" 20h pro Woche um mir das Studium leisten zu können und habe vermutlich in den letzten Jahren mehr Leistung erbracht als andere die locker bestanden haben. Zweitens war es bei uns z.B. tatsächlich so, dass man lange Zeit keinen Zugang zur UniBib hatte und auch nicht jedes Buch als Ebook zur Vergügung stand. Lerngruppen konnten nicht wirlich gegründet werden, weil man sich nicht treffen konnte.
Freut mich für Dich, dass Du durch Corona mehr Zeit hattest zu lernen, das ging mit Sicherheit aber auch nicht jedem so. Es gab Leute, die im Coronaeinsatz waren. Es gab Leute die studieren und schon Kinder haben, die sich um die Versorgung ihrer Kinder kümmern mussten... Natürlich kann man immer argumentieren "so ist das Leben und Ausnahmefälle gibt es immer wieder" Aber erstens bot das Semester tatsächlich nicht für jeden die selben und somit fairen Möglichkeiten und zweitens wäre man dumm, wenn man nicht alles versuchen würde um doch noch zu bestehen. Oder siehst Du das anders? ;-)
der_reisebus
22.08.2020, 11:14
Puh, also
ich kriege auch kein Bafög und arbeite auch nebenbei und lasse mir mein Studium nicht durch meine Eltern finanzieren. außerdem bin ich über 25 und zahle zudem noch die Krankenkasse selbst aber das ist ja mein Problem da ich es so wollte und wusste was auf mich zukommt. Da kommen wir auch sofort zu Kindern: wenn du diese Doppelbelastung hast (die sicher nichts einfach ist) hast du es dir trotzdem so ausgesucht, jetzt rumweinen weil alles so schwer ist, hat etwas scheinheiliges. Des Weiteren zwingt dich keiner zu einem Coronaeinsatz, wenn du deine Freizeit für so etwas hergibst ist das sicher gut für die Allgemeinheit, aber dann darfst du nicht weinen wenn du dein Studium nicht schaffst. Thema Bücher: Ich habe in den ersten 2 Jahren für Bücher unter 300€ für alles ausgegeben und problemlos bestanden. Das war alles neu, gebraucht geht das deutlich günstiger. Zumal die Bibliotheken schon lange wieder geöffnet haben.
Und letztendlich geht es doch um Leistung: dich fragt später auch niemand wie die umstände sind/waren sondern was du kannst und was nicht.
Diese Einstellung vonwegen ich hab es nicht geschafft gebt mir noch einen Versuch: wo kommen wir denn dann hin? erst hat die Mehrheit im Abitur 1,x und aufeinmal ist alles zuviel?
Tatsächlich seh ich das also wirklich anders, ich habe viel Zeit investiert und ohne Probleme bestanden. Ich denke mit ein bisschen Einsatz hätte das jeder andere auch so machen können. Wer nicht die erforderliche Leistung bringt (aus welchen Gründen auch immer)hat es einfach nicht verdient.
Na dann Glückwunsch, dass Du so leistungsfähig bist und es offensichtlich verdient hast zu bestehen und Arzt zu sein
S.Pearce
22.08.2020, 11:42
Probieren (wie bereits erwähnt über einen Anwalt) kann man es auf jeden Fall.
Ich bin zum Glück nicht betroffen und Gottfroh bereits in der Klinik zu sein, aber leider muss man auch sagen das "ihr" auch seit einem halben Jahr wusstet dass es Corona gibt und euch auf Einschränkungen einstellen konntet.
Das WiSe hatte diese Möglichkeit nicht und saß bei gleichen Infektionszahlen erstmal in vollen Räumen und hat dann entweder das mündliche direkt machen dürfen oder es wurde in mehreren Bundesländern "bis auf weiteres" verschoben. Wirklichen Nachteilsausgleich gab es da auch nicht.
Die schriftliche war wie immer, die mündliche auch (es sind wohl "trotzdem" Leute durchgefallen).
Ich versteh dein Argument mit der Studienfinanzierung durchaus und würde es JEDEM gönnen wenn hier ein Nachteilsausgleich stattfindet, aber realistisch ist es nicht..wie gesagt... dass Corona und die Folgen wie Bib Schließung etc ein Teil dieses Semesters wird, wusste man seit März..
Clostridien
22.08.2020, 12:11
Ich denke, wenn man die finanziellen Mittel hat einen Anwalt oder sonstiges einzuschalten, kann man das ruhig versuchen.
Das Argument, dass andere es schlimmer hatten, finde ich immer schwach.
Und wie jemand schon sagte, man wäre ja wirklich blöd, wenn man nicht alle Mittel nutzen würde, gerade in einer Situation wie dieser.
S.Pearce
22.08.2020, 12:12
Das ist auch weniger im Sinne von "stellt euch nicht so an" gemeint, sondern als Hinweis dass das Argumente der Gegenseite sein könnten. wie gesagt, wenn man die Mittel hat: go for it
der_reisebus
22.08.2020, 12:28
Anwalt einschalten? wirklich?
ihr wollt rechtliche schritte gehen weil ihr in einer Klausur nicht genug punkte habt zum bestehen?
wie wäre es denn mal bei sich selbst den Fehler zu schen? falsches Zeitmanagement, falsche Strategien etc. Das ist nicht abfällig oder böse gemeint aber an irgendwas muss es doch liegen das man so wenig Punkte hat. Es geht ja nicht darum 90% oder mehr zu erreichen sondern rein ums bestehen.
Haematopoesie
22.08.2020, 12:29
Jetzt mal abgesehen von der Diskussion, ob man zu wenig gelernt hat, ob Corona schuld war etc -
Meint ihr jetzt gerade ernsthaft, dass jemand, der nebenbei unbedingt arbeiten musste, zu wenig Geld für ein gebrauchtes Endspurt-Set/Bücher hatte, sich die Kinderbetreuung nicht leisten konnte, genug Geld übrig hat, um das IMPP zu verklagen? Was soll das bringen? So eine Entscheidung wird wahrscheinlich Jahre (!) dauern und durch mehrere Instanzen gehen.
Einfacher wäre es zu akzeptieren, dass man nicht ausreichend vorbereitet war, die Energie ins Lernen zu stecken und es im Frühjahr erneut zu versuchen.
Außerdem hättet ihr euch von der Prüfung noch mal abmelden können, wenn ihr den Eindruck hattet, das ganze Semester überhaupt nichts gelernt zu haben. Zusätzlich gibts auch an fast jeder Uni einen kostenlosen Amboss Zugang, der das Lernen von zu Hause (vor allem fürs Physikum!) erheblich vereinfacht.
Zum Abschluss: Durchs Physikum zu fallen stelle ich mir wirklich schlimm vor. Ihr habt definitiv mein Mitgefühl und ich kann verstehen, dass man im ersten Moment erst mal andere Erklärungen sucht... irgendwann sollte man aber auch ehrlich zu sich selbst sein.
Clostridien
22.08.2020, 12:43
Jeder kann seine eigene Prüfung anfechten, da muss man nicht direkt das IMPP verklagen und das ging schon immer. Da muss dann jeder für sich individuell entscheiden, ob das einem das Geld wert ist. Oft bieten Rechtsanwälte eine Erstberatung recht günstig an. Danach kann man immer noch weiterschauen. Ich finde es nicht verwerflich, diesbezüglich in einem Forum nachzufragen.
Aber ja, einen Freiversuch für alle zu erwirken, ist mit Sicherheit nicht unbedingt realistisch, sollte hier aber jemand mitlesen und die Mittel haben, warum nicht? Versuchen kann man es.
Haematopoesie
22.08.2020, 12:48
Jeder kann seine eigene Prüfung anfechten, da muss man nicht direkt das IMPP verklagen und das ging schon immer. Da muss dann jeder für sich individuell entscheiden, ob das einem das Geld wert ist. Oft bieten Rechtsanwälte eine Erstberatung recht günstig an. Danach kann man immer noch weiterschauen. Ich finde es nicht verwerflich, diesbezüglich in einem Forum nachzufragen.
Aber ja, einen Freiversuch für alle zu erwirken, ist mit Sicherheit nicht unbedingt realistisch, sollte hier aber jemand mitlesen und die Mittel haben, warum nicht? Versuchen kann man es.
Ich denke nicht, dass das innerhalb von 6 Monaten entschieden ist. Wie gesagt - Einfach weiter Lernen und dann das F21 bestehen. Wenn es nicht gerade um den Drittversuch geht, ist es den Aufwand doch gar nicht wert.
Eben! Ich sehe es genau wie Clostridien. In so ein Forum schreibe ich nicht, weil ich von irgendwem die Absolution bekommen möchte, dass meine Virbereitung korrekt war, oder weil ich Mitleid haben will, weil es mir so schlecht ergangen ist. Es ist passiert was passiert ist und ich schaue nun nach Möglichkeiten und möglicherweise Gleichgesinnten. Ob, was und wieviel ich hätte besser machen sollen - darüber habe ich mir mit Sicherheit schon selbst ausreichend Gedanken gemacht.
Wie gesagt: andere Fakultäten, sogar teilweise ganze Bundesländer wie Mecklenburg Vorpommern sahen die Studenten schon so ausreichend im Nachteil, dass der Freiversuch automatisch gewährt wurde - aus den Fingern habe ich mir die Idee nicht gesaugt.
Abschießend noch ein Wort zu den Aussagen "selbst Schuld.... man wusste was auf einen zukommt..." etc. : wenn ich einen Krebspatienten vor mir sitzen habe, dann sage ich auch nicht "Selbst schuld, hättest Du halt mal nicht geraucht" sondern ich schaue mir an was ich vor mir habe und überlege dann wie ich mit dem Patienten gemeinsam das beste aus der bescheidenen Situation mache.
der_reisebus
22.08.2020, 13:14
der Vergleich hinkt aber stark.Der Krebspatient kann nichts für sein Leiden. Du hast aber aus verschiedensten Gründen nicht ausreichend gelernt und hattest es selber in der Hand. Auch wenn es schwer ist, sollte man Dinge realistisch reflektieren und sich auch eingestehen, dass man es selber versaut hat. Sorry.
Feuerblick
22.08.2020, 13:29
Seht es einfach mal pragmatisch: Bis so eine Klage verhandelt und durch alle Instanzen gepeitscht wurde (und genau das wird passieren), ist Corona Geschichte und die hier Schreibenden sind fast schon Facharzt. :-nix
Milahnsol
07.04.2021, 21:59
der Vergleich hinkt aber stark.Der Krebspatient kann nichts für sein Leiden. Du hast aber aus verschiedensten Gründen nicht ausreichend gelernt und hattest es selber in der Hand. Auch wenn es schwer ist, sollte man Dinge realistisch reflektieren und sich auch eingestehen, dass man es selber versaut hat. Sorry.
Hallo, mach dir doch lieber ein wenig Gedanken über deine Überheblichkeit, das wäre angemessen. Meines Erachtens nach, sollte was Physikum anbelangt da es nun mal bundesweit so geregelt ist, definitiv nicht nur Sache der Länder sein was Freiversuche anbetrifft, denn ist das definitiv für Ungerechtigkeit gesorgt.
slanger01
14.04.2021, 19:36
Also manche Leute äußern sich hier überaus peinlich, da wünschst du dir fast ein Zwangsnachsitzen im PsychSoz, um mal normalen sozialen Umgang zu lernen! Eine vernünftige Ärztin/vernünftiger Arzt wird daraus nicht, auch wenn das Physikum bestanden wurde. Bitte überdenkt mal, wie aggressiv man hier die Kommilitonen angehen muss, die sich sowieso in einer schwierigen Lage befinden. Mann mann mann!
Von meiner Seite aus: Sorry, dass es mit dem Physikum nicht geklappt hat. Gib Alles beim nächsten Mal, ich wünsch dir viel Erfolg! Einen Anwalt zu konsultieren wäre nicht mein Lösungsweg, ich denke (d´accord mit der Meinung in diesem Forum) dass dies zu aufwenig ist und sich nicht lohnt, da ich die Chancen auf einen großartigen Erfolg als sehr niedrig einschätze.
Also knie dich beim nächsten Versuch richtig rein und mach sie fertig!
JeffAlbertson
16.04.2021, 15:01
Also manche Leute äußern sich hier überaus peinlich, da wünschst du dir fast ein Zwangsnachsitzen im PsychSoz, um mal normalen sozialen Umgang zu lernen! Eine vernünftige Ärztin/vernünftiger Arzt wird daraus nicht, auch wenn das Physikum bestanden wurde. Bitte überdenkt mal, wie aggressiv man hier die Kommilitonen angehen muss, die sich sowieso in einer schwierigen Lage befinden. Mann mann mann!
Von meiner Seite aus: Sorry, dass es mit dem Physikum nicht geklappt hat. Gib Alles beim nächsten Mal, ich wünsch dir viel Erfolg! Einen Anwalt zu konsultieren wäre nicht mein Lösungsweg, ich denke (d´accord mit der Meinung in diesem Forum) dass dies zu aufwenig ist und sich nicht lohnt, da ich die Chancen auf einen großartigen Erfolg als sehr niedrig einschätze.
Also knie dich beim nächsten Versuch richtig rein und mach sie fertig!
Gebe ich dir recht. In diesem und vielen anderen Foren ist teilweise die Tonart sowas von ekelhaft. Mich nervt es vor allem, wenn - wie du sagst jemand sich sowieso in einer schwierigen Lage befindet - nochmal mit dummen Sprüchen draufgehauen wird. Dann müssen die sich noch rechtfertigen etc. - Wenn man nicht hilfreiches zu sagen hat oder ganze Zeit versucht die Hilfe auf so eine dumme Weise vorzutragen sollte man lieber ganz die Schnauze halten imho.
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