Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weiterbilder unterschreibt Logbuch nicht
Ich kenne das Gefühl mit dem Logbuch. Obwohl ich immer bis an die Belastungsgrenze Einsatz gezeigt habe, habe ich bisher nur in der Hälfte der Fälle erlebt, dass mir das Logbuch anstandslos mit einem "Danke für Ihren Einsatz" unterschrieben wurde. Die Zahlen hatte ich nicht alle komplett, aber doch einen Großteil. Ich weiß wie schwer es ist, sich von der Stationsarbeit freizuschaufeln, um in die Funktion zu kommen.
Das Problem in diesem Fall ist leider, dass im Bewerbungsgespräch Versprechungen gemacht wurden, die von Vornerein nicht eingehalten werden konnten. Habe ich auch leider schon erlebt.
Viel Glück beim Vervollständigen des Logbuchs.
Melina93
24.08.2020, 08:44
Wobei das Problem ja eher ist, dass der TE so gut wie gar keine Untersuchungen gemacht hat, so wie ich das verstanden habe.
Warum hattest du deinen Chef nicht vorzeitig darauf angesprochen, dass dir die Funktionen fehlen? Oder hast du das getan ohne dass er reagiert? Das fällt einem ja nicht ganz am Ende auf, dass einem noch hunderte Untersuchungen fehlen.
Mr. Pink online
24.08.2020, 09:02
Kann mir mal bitte einer hier den Fall nennen, wo die Ärztekammer ein Logbuch beanstandet und beispielsweise auf den Nachweis der 500 Sonographien bestanden hat?! Sowas passiert doch bestimmt nie, weil es einfach auch komplett egal ist. Davon mal abgesehen weiß die Ärztekammer auch, dass ihnen 90% der Weiterbilder wegfallen würden, wenn alles nach Vorschrift laufen würde.
Ich kenne einen Fall da mussten 2 Untersuchungsformen (eine davon auch Sono) die mit mindestens 50x gefordert waren eingereicht werden. War anderes Fach als hier im Thread. Chef hatte genau diese Verfahren nicht selbst, das lief aber hausintern über MVZ bzw andere Abteilung und wurde da abdolviert. Wurde mit Nachweis dann auch anerkannt.
Feuerblick
24.08.2020, 09:19
Kann mir mal bitte einer hier den Fall nennen, wo die Ärztekammer ein Logbuch beanstandet und beispielsweise auf den Nachweis der 500 Sonographien bestanden hat?! Sowas passiert doch bestimmt nie, weil es einfach auch komplett egal ist. Davon mal abgesehen weiß die Ärztekammer auch, dass ihnen 90% der Weiterbilder wegfallen würden, wenn alles nach Vorschrift laufen würde.
Ich hatte das in einem anderen Thread schon geschrieben: Ist zwei Kollegen von mir in zwei aufeinanderfolgenden Jahren genau so passiert. Einer musste Gutachten vorlegen, ein anderer Interventionen nachweisen. Letzterer musste „nachsitzen“ und die Interventionen, die er nicht nachweisen konnte, durchführen. Hat ihn ein halbes Jahr gekostet.
Wer also davon ausgeht, dass die Ärztekammer lieber nicht kontrolliert, der kann unter Umständen ziemlich doof auf die Nase fallen.
Mr. Pink online
24.08.2020, 09:32
Wenn die Konsequenz "Nachsitzen" ist, was hat man dann zu verlieren?!
Zum Beispiel den gerade jetzt frei werdenden Kassensitz, den man gerne übernehmen würde.
Mr. Pink online
24.08.2020, 09:50
Den man auf "korrekte" Art und Weise ja auch nicht bekommen hätte.
Wenn du ein dreist gefälschtes Zeugnis vorlegst ggf. auch Urkundenfälschung? Ein Zeugnis mit 50 Kolos wenn du nie selbst eine gemacht hast muss dir klar als falsch bewusst sein. Wenn du einen doofen Staatsanwalt mit Bock erwischt dann ggf. auch Approbationsverlust als Konsequenz. :-top
Feuerblick
24.08.2020, 09:59
Urkundenfälschung, kein Facharzttitel, keinen Kassensitz, eine Stelle, die man nicht antreten kann, eventuell höhere Strafen, wenn die Täuschung besonders dreist ist... Nicht nur für dich sondern auch für den Chef.
Letztlich ist nur der Weiterbildungsassistent dafür verantwortlich, dass er die notwendigen Zahlen auch erfüllt. In den mir bekannten Fällen war es einfach Nachlässigkeit. Die Zahlen konnten ja problemlos in der normalen Weiterbildungszeit erreicht werden. Aber niemand hatte rechtzeitig ins Logbuch geschaut und gesehen, dass da was fehlt. Da es sich aber um eher wenige Interventionen handelte und alles andere mehr als übererfüllt war (nachweislich!), gab es nur Nachsitzen. Hätte der Chef die Interventionen nur bescheinigt, aber es wäre nicht eine einzige durchgeführt worden, wäre das hässlich ausgegangen. Unsere Ärztekammer ist SEHR pingelig! :-nix
Moorhühnchen
24.08.2020, 10:01
Ich hatte das in einem anderen Thread schon geschrieben: Ist zwei Kollegen von mir in zwei aufeinanderfolgenden Jahren genau so passiert. Einer musste Gutachten vorlegen, ein anderer Interventionen nachweisen. Letzterer musste „nachsitzen“ und die Interventionen, die er nicht nachweisen konnte, durchführen.
Hast Du mitbekommen, wie genau dieser Nachweis erfolgen muss? Ich stelle mir da für die Anästhesie zum Beispiel die fiberoptischen Intubationen vor, die ja eigentlich auch nur ein Bruchteil der Assistenten wirklich absolvieren kann, weil sie in den meisten Kliniken halt einfach nicht gemacht werden. Die Meinung meines Ex-Chefs war ja, dass die videolaryngosnopischen Intubationen da auch mit reinzählen.
Klebchen ins Buch, abgehakt. Wie will die LÄK sowas wirklich nachprüfen? Im Fall des Falles lege ich dort ja sogar nur anonymisierte Patienteninitialen vor.... :-nix
Warum hattest du deinen Chef nicht vorzeitig darauf angesprochen, dass dir die Funktionen fehlen? Oder hast du das getan ohne dass er reagiert? Das fällt einem ja nicht ganz am Ende auf, dass einem noch hunderte Untersuchungen fehlen.
Genau zu diesem Zweck sind ja die Weiterbildungsgespräche da, die *eigentlich* auch jährlich geführt und mit Inhalt im Logbuch dokumentiert werden müssen.
Sich darauf zu verlassen, daß am Ende alles mit "passt schon" unterschrieben wird, ist reichlich kurzsichtig.
Je nach Ärztekammer sind im übrigen die Wartezeiten zur FA-Prüfung ziemlich unkalkulierbar, auch in Nicht-Pandemiezeiten.
Wenn klar ist, daß keine WB-Inhalte mehr an einer Klinik absolviert werden müssen, kann man sich auch an der abzugebenden Praxis erst mal anstellen lassen.
Den man auf "korrekte" Art und Weise ja auch nicht bekommen hätte.
Äh ja. Deswegen halt von Anfang die Zahlen machen und gut ist. Zu argumentieren, mit Betrug stelle man sich nicht schlechter, habe im Gegenteil mit etwas Glück Vorteile der Ehrlichkeit gegenüber, und deswegen sei es nicht so wildnund eigentlich vielleicht sogar empfehlenswert, finde ich ehrlich gesagt dreist. Es gibt bestimmt in jedem Fach einzelne Dinge, die wirklich nicht zu machen sind, ok. Aber Sonos etc sollte man, wenn man Allgemeinmediziner werden will, doch bitte gemacht haben.
Feuerblick
24.08.2020, 10:19
Hast Du mitbekommen, wie genau dieser Nachweis erfolgen muss? Ich stelle mir da für die Anästhesie zum Beispiel die fiberoptischen Intubationen vor, die ja eigentlich auch nur ein Bruchteil der Assistenten wirklich absolvieren kann, weil sie in den meisten Kliniken halt einfach nicht gemacht werden. Die Meinung meines Ex-Chefs war ja, dass die videolaryngosnopischen Intubationen da auch mit reinzählen.
Klebchen ins Buch, abgehakt. Wie will die LÄK sowas wirklich nachprüfen? Im Fall des Falles lege ich dort ja sogar nur anonymisierte Patienteninitialen vor.... :-nixOP-Berichte vorlegen in diesem Fall. Mit den Klebchen hatte man ja die Namen und konnte sich das aus dem System raussuchen.
Gab es denn ein Curriculum oder sowas? Für die Verbundweiterbildung ist sowas oft vorgeschrieben.
Aber selbst wenn der CA seinen Pflichten aus dem Curriculum nicht nachgekommen sein sollte, berechtigt das nicht dazu, ein sachlich falsches Zeugnis zu verlangen.
Moorhühnchen
24.08.2020, 10:36
OP-Berichte vorlegen in diesem Fall. Mit den Klebchen hatte man ja die Namen und konnte sich das aus dem System raussuchen.
Ok, das heißt, sie haben die OP-Berichte verlangt und sich diese auch wirklich angeguckt?
Das ist ja ARBEIT!! :-))
Im Falle eines Narkoseprotokolls muss man ja auch erstmal gucken, wo was dokumentiert ist. Ich kriege ja gelegentlich mal Anrufe von unseren Chirurgen oder Gynnies, die mit den Protokollen so gaaar nix anfangen können. :-nix
Feuerblick
24.08.2020, 10:39
Sie müssen sie angeschaut bzw. zumindest gezählt haben :-nix Der Inhalt ist ja egal, aber die OP-Art und der 1. Operateur sind wichtig.
Du musst diese Untersuchungen im Zweifelsfall auch nachweisen können. Wenn er etwas unterschreibt das nicht so stattgefunden hat ist es Urkundenfälschung. Und zB LZ-EKGs die er als Gastroenterologe überhaupt nicht durchführt fällt auch auf.
Hospitere halt irgendwo und hol die Sachen nach. Kannst du dich halt noch nicht in die Praxis verkriechen...
Nee wenn garkeine LZ EKGs in der Abteilung durchgeführt werden, geht das nicht. Man kann nix bescheinigen, was man garnicht anbietet. Habe selbst mal in einer Inneren gearbeitet mit Schwerpunkt Gastr, aber es gab auch LZ EKGs, Herzecho und Schrittmacher. Habe ein paar gemacht und auch bescheinigt bekommen.
Aber ja es stimmt, viele CA bescheinigen Sachen, die so nie durchgeführt worden sind zumindest in der Anzahl.
Es geht mir jetzt auch nicht darum zu erörtern ob und wie sinnvoll diese Zahlen im Logbuch sind sondern wie ich mich am besten auf das Gespräch vorbereite bzw. welche Argumente ich noch bringen kann.
Was mich ärgert ist einfach, dass ich die Zahlen problemlos unterschrieben hätte bekommen wenn ich mich in der 10 km weiter entfernten Klinik beworben hätte.
Du kannst ihn fragen: Mein Ziel ist der Facharzt zeitnah, da du schon XXX-Jahr in der Inneren arbeitest, wie sind seine Vorschläge. Wenn man garkeine LZ EKGs anbietet, bleibt nur eine Rotation.
Ich bemerkte, dass ein Sachverhalt bescheuert ist, persönliche Beleidigung sehe ich das nicht.
Bescheuert ist beleidigend und unsachlich gewählt als beschreibendes Adjektiv.
Ich kenne das Gefühl mit dem Logbuch. Obwohl ich immer bis an die Belastungsgrenze Einsatz gezeigt habe, habe ich bisher nur in der Hälfte der Fälle erlebt, dass mir das Logbuch anstandslos mit einem "Danke für Ihren Einsatz" unterschrieben wurde. Die Zahlen hatte ich nicht alle komplett, aber doch einen Großteil. Ich weiß wie schwer es ist, sich von der Stationsarbeit freizuschaufeln, um in die Funktion zu kommen.
Das Problem in diesem Fall ist leider, dass im Bewerbungsgespräch Versprechungen gemacht wurden, die von Vornerein nicht eingehalten werden konnten. Habe ich auch leider schon erlebt.
Viel Glück beim Vervollständigen des Logbuchs.
Ja das hört man immer wieder. Manche haben Glück und kriegen alles ausgefüllt nach 5 Jahren, insb. Lieblinge der CA. Aber das gilt nicht für alle. Daher mind. jährliche Weiterbildungsgespräche (Rotationen und Stand der WB besprechen) und Zahlen notieren!
Auch wenn man total befreundet ist mit dem CA und er sagt, ach das fülle ich am Ende nett aus. Vllt ist man in 1 Jahr nicht mehr so gut befreundet oder er geht ins Ausland, scheidet plötzlich aus und jmd neues kommt. Ein Unfall passiert (klar sowas wünscht man niemanden, aber es kann passieren) Dann ist garnix dokumentiert.
Auch das habe ich erlebt: Bei der Berwerbung wird viel Werbung gemacht , Kaffee gereicht, viel versprochen, und in 3 Monaten kommt dann die Realität. Dann hat man schon selbst viel in die Einarbeitung investiert und muss schauen, wie lang es gehen soll/Tragbar ist. Das ist die Weiterbildung in DE. Willkür, wenig Qualität, Zeitverlust, viele Versprechen, die nicht gehalten werden. Wenig Feedback (1x im Jahr, wenn man es einfordert, am besten mit Frist:-peng)
Kann mir mal bitte einer hier den Fall nennen, wo die Ärztekammer ein Logbuch beanstandet und beispielsweise auf den Nachweis der 500 Sonographien bestanden hat?! Sowas passiert doch bestimmt nie, weil es einfach auch komplett egal ist. Davon mal abgesehen weiß die Ärztekammer auch, dass ihnen 90% der Weiterbilder wegfallen würden, wenn alles nach Vorschrift laufen würde.
Also die ÄKNO ist extrem pingelig. 500 Sonos sollten man doch erreichen in der Inneren? Da heißt es doch tägiich Sono auf Station, Nota und in den Funktionseinheiten. Mir hat man als tollen Tipp gegeben: Die Sonos, die tagsüber vom OA in der Funktionseinheit gemacht wurden, können sie nachschallen abends auf der Station.
Dafür hatte ich dann keine Zeit. Aber in Nota, Station und Funktionseinheit konnte man auf die Zahlen kommen problemlos. Gab auch Echokurs.
Warum hattest du deinen Chef nicht vorzeitig darauf angesprochen, dass dir die Funktionen fehlen? Oder hast du das getan ohne dass er reagiert? Das fällt einem ja nicht ganz am Ende auf, dass einem noch hunderte Untersuchungen fehlen.
--> Daher jährliche Gespräche mindestens oder wenn es so kurz vorm Ende ist auch häufiger und "gemeinsam" schauen, wie man die FA Reife erreicht.
Wenn du ein dreist gefälschtes Zeugnis vorlegst ggf. auch Urkundenfälschung? Ein Zeugnis mit 50 Kolos wenn du nie selbst eine gemacht hast muss dir klar als falsch bewusst sein. Wenn du einen doofen Staatsanwalt mit Bock erwischt dann ggf. auch Approbationsverlust als Konsequenz. :-top
Die ÄK prüft das auf Plausibilität. Unplausibel ist z.B. eine Abteilung führt 800 Kolos im Jahr durch und du hast 700 eigenständig gemacht. Ebenso unplauisbel: Eine Abteilung führt keine Koronarangiographien durch und du kriegst sie bescheinigt. Sie wird dann nachfragen und man wird dann sagen: Oh ein Fehler o.ä. und muss es dann korrekt machen. Wenn es öfter passiert, wird die ÄK eher sich fragen, ob der Weiterbilder trotz bereits extrem niedriger Ansprüche wirklich geeignet ist, wenn er wiederholt gefälschte Zahlen in die Zeugnisse und Logbücher schreibt.
Habe bisher noch keine Urteile gelesen mit Approbationsentzug? Hast du welche?
LZ EKG ist nun wirklich kein Hexenwerk. Das ist in jeder Praxis und jedem KH verfügbar, da sollte man reinrotieren können und die 100 Stück sehr zeitnah erreichen können in Anbetracht der Tatsache, dass VHF 2. häufigste Einweisungsdiagnose in die Innere ist.
Urkundenfälschung, kein Facharzttitel, keinen Kassensitz, eine Stelle, die man nicht antreten kann, eventuell höhere Strafen, wenn die Täuschung besonders dreist ist... Nicht nur für dich sondern auch für den Chef.
Letztlich ist nur der Weiterbildungsassistent dafür verantwortlich, dass er die notwendigen Zahlen auch erfüllt. In den mir bekannten Fällen war es einfach Nachlässigkeit. Die Zahlen konnten ja problemlos in der normalen Weiterbildungszeit erreicht werden. Aber niemand hatte rechtzeitig ins Logbuch geschaut und gesehen, dass da was fehlt. Da es sich aber um eher wenige Interventionen handelte und alles andere mehr als übererfüllt war (nachweislich!), gab es nur Nachsitzen. Hätte der Chef die Interventionen nur bescheinigt, aber es wäre nicht eine einzige durchgeführt worden, wäre das hässlich ausgegangen. Unsere Ärztekammer ist SEHR pingelig! :-nix
Rechtlich ist es vollkommen korrekt und richtig. Kenne es auch so, dass der ÄK da sehr genau hinschauen und auf PLausibilität achten.
Kann mir mal bitte einer hier den Fall nennen, wo die Ärztekammer ein Logbuch beanstandet und beispielsweise auf den Nachweis der 500 Sonographien bestanden hat?! Sowas passiert doch bestimmt nie, weil es einfach auch komplett egal ist. Davon mal abgesehen weiß die Ärztekammer auch, dass ihnen 90% der Weiterbilder wegfallen würden, wenn alles nach Vorschrift laufen würde.
Wie schon von verschiedenen anderen berichtet: Oh doch, das passiert. Und ab diesem Zeitpunkt dann regelmäßig in dieser Abteilung. U.a. deshalb haben Chefs kein Interesse an getürkten Zeugnissen für Leute, die nur ein Jahr da gewesen sind...
Bescheuert ist beleidigend und unsachlich gewählt als beschreibendes Adjektiv.
Ups, dann hat Muriel den Sachverhalt beleidigt.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.