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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hilfe von Medis gesucht



sarah.brnk
27.11.2020, 15:07
Hallo liebe Medizinstudenten und -studentinnen,
Ich befinde mich gerade in der Oberstufe und gebe gerade alles um nach dem Abitur ein Studienplatz zu bekommen. Dazu zählt nun auch eine Jahresarbeit, die als zusätzliche Abiturnote ausschlaggebend sein könnte.
Um mein Ziel zu erreichen bin ich auf Hilfe angewiesen. In der Hoffnung diese hier zu finden, melde ich mich nun einmal.
In meiner Jahresarbeit geht es um den Einfluss von "Energy Drinks" auf die Leber.
Ich nehme jede Hilfe an, die ich bekommen kann.
So könnte das z.B. aussehen:
- auf neueste Studien zum Thema hinweisen
- Ideen und neue Aspekte einbringen
-Kontakte zu Spezialisten herstellen
-allgemeine Hilfestellung, vielleicht hat jemand ja bereits eine Jahresarbeit in der Oberstufe verfasst
-etc.
Und bei einem Problem brauche ich dringend andere Blickwinkel/Ideen:
Um meine eigenen Forschungsergebnisse einbringen zu können, muss ich Bluttests machen lassen, welche für den "privaten Gebrauch" extrem teuer werden würden. Vielleicht hat da ja jemand eine Idee/ einen Kontakt für mich?

Ich bedanke mich jetzt schonmal!

davo
27.11.2020, 20:33
Das mit den eigenen Forschungsergebnissen sehe ich kritisch. Erstens aus rechtlichen Gründen (Ethikantrag?), zweitens weil du ein vernünftiges Studiendesign bräuchtest (und Randomisierung ist bei Ernährungsstudien nunmal sehr schwer, selbst auf internationaler Spitzenforschungsebene), drittens weil du eine vernünftige Stichprobe und eine vernünftige Stichprobengröße bräuchtest. Ganz ehrlich: So ein Projekt alleine aufzuziehen schafft kein Medizin-Doktorand - da ist man immer in eine Forschungsgruppe eingebettet, die entsprechende Erfahrung hat und einem dabei sehr viel Unterstützung bietet. Oder man bekommt eine fix und fertige Stichprobe oder sogar fix und fertige Daten.

Das mit den eigenen Forschungsergebnissen ist für eine Jahresarbeit also IMHO völlig überambitioniert und unrealistisch.

sarah.brnk
27.11.2020, 21:01
Die Worte Forschung und Studie sind zu hoch gegriffen, dafür entschuldige ich mich. Es geht im genauen darum eine Eigenleistung zu erbringen, die in diesem Fall laut Lehrpersonal daraus bestehen soll bei zwei bis drei JUgendlichen, die regelmäßig Energy Drinks kosumieren einen Bluttest zu machen, diese Jugendlichen nach vier Wochen auf die Getränke verzichten lassen und nach dieser Zeit einen weiteren Bulttest zu machen. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, von Anfang an konkreter zu sein..

davo
27.11.2020, 21:16
Naja, das ist halt das Problem - da kann man würfeln eigentlich auch. Erstens ändern sich in diesem Zeitraum ja auch noch etliche andere Sachen. Ohne Kontrollgruppe weißt du also nicht, was was bewirkt. Zweitens ist bei einer so kleinen Stichprobe dann halt nichts statistisch signifikant. D.h. egal ob du einen Unterschied herausfindest oder nicht (und zwar auch egal ob vorher/nachher oder Behandlungsgruppe/Kontrollgruppe), und egal wie groß dieser ist, du wirst daraus keine Schlüsse ziehen können.

Wenn deine Lehrer das so wollen, ok, ja. Aber wird halt nicht viel bringen. Da wäre eine solide Literaturarbeit wertvoller. Oder anders formuliert: Deine hoffentlich solide Literaturarbeit würde durch so eine methodisch schlechte Mikrostudie runtergezogen werden.

Und das Problem des Ethikantrages bleibt nach wie vor bestehen, selbst bei einer so basalen Studie.

Nessiemoo
30.11.2020, 13:31
Was man besser machen könnte ist z.B einen Fragebogen von deinen Klassenkameraden wie viel Energydrinks die trinken und ob jemals Nebenwirkungen (Herzrasen z.B) aufgetreten ist. Blutentnahme ist nun mal ein Eingriff in menschlichen Körper.

Bille11
30.11.2020, 18:17
Und ggf, es gibt ja genug Pulsuhren, den Puls vor, während und die 2h nach Konsum der Energydrinks messen. Ggf. den Puls gemittelt in einem Zeitraum, wo die Leute das regelmässig konsumieren vs. nach 2 Wochen Energydrink-Karenz.

Miss_H
01.12.2020, 14:34
@davo: Ich finde deine Antwort irgendwie sehr unpassend. Es geht doch in der Schule nicht darum eine saubere Studie zu konzipieren. Es geht darum sich Gedanken zu machen und eine Idee dafür zu bekommen wie man Forschung macht. Die Lehrer haben in Zweifelsfall eine wirklich wissenschaftliche Ausbildung genossen (im Gegensatz zu uns Ärzten).
Eine invasive Methode ist nicht wirklich möglich. Ich erinnere mich aber noch an meine Schulzeit. Ich glaube es ging um die Modellierung des Alkoholabbaus. Da hat sich jemand beim Vater eines Freundes (Polizist) ein Alkoholmessgerät ausgeliehen und seine Freunde Bier trinken lassen. Dann immer wieder den Alkoholgehalt in der Atemluft gemessen. Man was waren das für Zeiten. So ganz ohne Ethik(Antrag) ;-)
Ich finde Nessiomoos Idee super. Vielleicht sprichst du einfach nochmal mit deinem Lehrpersonal.

davo
01.12.2020, 17:09
Gymnasiasten haben genauso wenig wissenschaftliche Ausbildung genossen wie wir. (Und Statistik hatte ich z.B. im Gymnasium mehr als im Medizinstudium.)

Aber das ist IMHO auch egal. Worum es vielmehr geht: Etwas gar nicht zu machen, ist IMHO besser, als etwas schlecht zu machen. Deshalb eben mein Tipp, es bei einer guten Literaturarbeit zu belassen. Eine winzige, methodisch schlechte empirische Studie hinzuzufügen, schadet dem Gesamtprojekt nur. Das sollte eigentlich auch einem Lehrer klar sein.

Entweder man macht es vernünftig (das kann man auch mit kleiner Stichprobe, wenigen Variablen und wenig Aufwand- siehe Billes Vorschlag) - oder halt gar nicht.

Miss_H
01.12.2020, 17:25
Deine Idee war es aber zu lassen und nicht dir Fragestellung zu ändern so wie von Bille vorgeschlagen.
Ich finde es durchaus sinnvoll selbst eine "Studie" zu entwickeln. Da lernt man einfach viele Fallstricke. Und es soll ja auch ein bisschen Spaß machen. Eine reine Literaturarbeit ist ja mäßig spannend, auch wenn sie eher wissenschaftlichen Ansprüchen genügt.

Feuerblick
01.12.2020, 17:36
Ich frage mich, warum eine Arbeit einer Schülerin überhaupt hohe wissenschaftliche Standards erfüllen muss. Es geht doch primär darum, sich in ein Thema einzuarbeiten, sich Gedanken dazu zu machen, wie man ein solches Thema untersuchen könnte und das Geplante zumindest mal durchzuführen. Ja, und damit eben auch mögliche Fehler und Fallstricke kennenzulernen. Kein Mensch erwartet eine supertolle, perfekt gepowerte Arbeit. Das sind Schüler!
Ich finde Billes Vorschlag auch gut und vor allem praktikabler. Einen Schaden für das „Gesamtprojekt“ sehe ich da nicht. Zumindest nicht im Sinne einer Schüler-Arbeit.

davo
01.12.2020, 18:26
Vielleicht erwartet das niemand, ja. Aber einen gewissen Anspruch sollte man ja auch selbst haben. Ja, auch als Abiturient. Wozu also ohne Not eine schlechte Mikrostudie machen, wenn es auch viel bessere Alternativen gibt? Siehe Vorschlag von Bille. Oder eben, auch das ist eine sinnvolle Alternative, eine gute Literaturarbeit.

Ich bin einfach der Ansicht, dass eine selbstdurchgeführte empirische Studie per se keinen Wert hat. Wert hat sie erst dann, wenn sie zumindest basale Qualitätsanforderungen erfüllt. Bei n=2-3 und mangelnder Kontrollgruppe ist es sinnvoller, sie zur Gänze wegzulassen.

Natürlich sollte man das zuerst mal mit dem Lehrer besprechen, klar. Aber ich würde mal hoffen, dass auch ein Lehrer diese Einwände versteht, und sich dann eines Besseren besinnt.

Ich kann ja auch nicht fürs Physik-Abi eine elektronische Schaltung einreichen, die man auf den ersten Seiten der Anleitung eines Kosmos-Experimentierkastens findet, oder?

Man kanns natürlich auch rein pragmatisch sehen und sagen, wenns dem Lehrer reicht, wozu dann noch selbst denken? Aber das halte ich halt für keine sinnvolle Strategie. Man will sich ja auch angewöhnen, seriös zu arbeiten. Und auch dann seriös arbeiten, wenn es von anderen nicht erwartet oder verlangt wird.

bonziusbilatis
01.12.2020, 18:40
Also bei mir im Jahrgang haben viele Interviews und Fragebögen gemacht. Von solchen Geschichten wie deiner Idee hab ich jetzt weniger gehört.

Die Idee mit den Fragebögen zum Konsumverhalten ist doch gut. Wenn du so 100 Leute befragst oder das evtl. irgendwo im Internet postest wo es die entsprechenden Leute sehen, setzt du das dann in Relation zum empfohlenen Konsumverhalten. Dann zitierst du ein paar Studien oder populärwissenschaftliche Artikel über mögliche Konsequenzen.

Vielleicht fallen dir auch noch ein paar clevere Fragen ein und die mailst du dann den Herstellern oder irgendeinem Experten. Fertig.

Meine Facharbeit hat sich damals übrigens zu 99% aus der englischsprachigen Wikipedia zusammengesetzt, da meine Lehrerin eh keinen Computer bedienen und erst recht kein Englisch konnte. Hat für eine 1- gereicht, war aber auch in Geschichte. Außerdem entspricht die Facharbeit in NRW leider nur einer Klausur.

Mondschein
02.12.2020, 17:55
Also auch wenn ich glaube, dass das tatsächlich nicht so viel bringt, aber um eben vorzuführen, wie man es aufbereiten könnte: Du könntest Werte nehmen, die Apotheken aus dem Finger bestimmen (z.B.Blutzucker, aber auch Leberwerte (GOT, GPT, gGT machen auch manche Apotheken) oder auch Blutfette. Das ist normalerweise nicht so irre teuer, wenn es nur um zwei bis drei Leute geht, wäre das wahrscheinlich machbar.

Medikit99
17.01.2021, 09:40
Hallo zusammen,

ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Lehrkraft tatsächlich "Bluttests" einfordert. Das wäre ja unglaublich. Was das Durchführen von klinischen Studien angeht gebe ich @davo Recht: entweder richtig, oder gar nicht (das mit 2-3 Probanden ist doch unnötig). Ich würde mit einer Mischung rangehen von den Vorschlägen hier: Literaturarbeit, Puls messen, Fragebogen (Fragen, die man aus der Literatur aufgreift, aber vlt auch eigene Fragen integrieren).

Man könnte anhand der Daten aus der Literatur zu "Auswirkung der Inhaltsstoffe auf den menschlichen Körper" (wenn es die gibt ;-)) auch mal die Inhaltsstoffe der verschiedenen Energy Drinks vergleichen und ableiten, welche ggf. eine größere potentielle "Gefahr" darstellt. Nur ne Idee, wäre eher markenspezifisch.

Hahah, bin jetzt irgendwie auf die Ergebnisse und wie du es dann tatsächlich umgesetzt hast gespannt. :-D

Lensve
20.01.2021, 11:57
Hey @sarah.brnk, wie hast du dein "Problem" nun gelöst bzw. bist du noch dabei? Bin total gespannt :-)