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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lohnt es sich, Internistin zu werden?



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Mr. Pink online
02.02.2021, 18:36
Traumatisiert nicht, eher desillusioniert. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es stellentechnisch in der Inneren einfach nicht. Wer Entspannung mit ausgewogener Work-Life-Balance und möglichst wenig bis keinen Diensten sucht, der wird in der Inneren eher nicht glücklich. Das war schließlich die Frage der TE und da sehe ich mich in der Pflicht, wahrheitsgemäß zu antworten.

Ich bin in der Inneren gut aufgehoben. Ich hab einen sicheren Job mit ausreichend Möglichkeiten mich interventionell zu verausgaben, kann nebenher Notfallmedizin machen und das Stellenangebot ist auch über den FA hinaus ausgezeichnet. Ich kann aber auch mit hoher Arbeitsbelastung umgehen, sofern vertragsgemäß ausgeglichen oder bezahlt wird.

ninakatharina
02.02.2021, 18:39
Nach dem. Facharzt gibt es diese Möglichkeiten (keine Dienste, Gute Work live Balance) natürlich schon... Reha, Geriatrie, Niederlassung, Funktionsdiagnostik... Etc. Pp.




Wie seht ihr btw die Verdienstmöglichkeiten/Work-Life-Finance-Balance für niedergelassene Hämatologen/Onkologen? Hat da jemand Einblick?
bin selber nicht in einer Niederlassung.. Was die Kollegen so berichten, ist zumindest bei uns in der Region:
-Verdienst ganz gut, man benötigt aber natürlich auch mehr qualifiziertes Personal (Onkologisches Pflegepersonal, Study nurse, etc.)
-Arbeitszeiten kann man sich ja selber gestalten
-Arbeitsdichte sehr hoch, die niedergelassenen haben alle sehr viele Patienten in sehr kurzer Zeit, das kann frustrierend sein, da man sie nicht so versorgen kann, wie man es gern möchte (beispielsweise wird eine PNP viel später erkannt, weil man den Patienten viel weniger unter der Therapie zu Gesicht bekommt sondern nur seine Laborwerte anschaut).
Zudem sind die Kassenarztplätze sehr beschränkt, ich glaube hier ist im ganzen Bundesland derzeit einer verfügbar... Anstellung ginge evtl irgendwo.

cartablanca
02.02.2021, 19:22
Nein lohnt sich nicht. Wechsel und unterschreib das opt out nicht noch mal.

DA1994
02.02.2021, 19:35
Hallo an alle!
Ich bin 26 und ganz am Anfang meiner Karriere. Ich habe mich für eine Stelle im Bereich der Innere Medizin entschieden.

Jetzt bin ich verzweifelt ob meine Entsheidung richtig war und ob diese Belastung (58 Std./Woche, Dienste) zu viel im Laufe der Zeit wäre, ganz zu schweigen von dem Stress und der Zeit zu Hause, wo mann immer was neues zu lesen hat.. Ich wundere mich, ob mir ein solcher Lebensstill passt.
Ich bin ein Mensch, der gerne reist, ich möchte über meine Zeit verfügen, vllt eine Familie gründen usw. Ich habe Freunde, die schon im 2./3./4. Weiterbildungsjahr sind und sich komplett burnt-out fühlen. Das macht mir Angst... Des Weiteren fühle ich mich noch zu jung um mein Leben nur in dem KKH zu verbringen und auf den Urlaub zu warten.

Es geht nicht um durchhalten sondern um Wohlgefühl.
Würde auf Ihre Kommentare sehr freuen :-)

Ich frage mich immer, ob sich die Leute nicht vorher damit beschäftigen, wie der Arbeitsalltag aussieht.
Wenn du ein Mensch bist, der viel reisen will, dann hast du schlicht und ergreifend das falsche Berufsfeld gewählt. Egal ob als Assistenzarzt im Krankenhaus oder angestellt oder eigenverantwortlich in der Niederlassung, mehr als 3 Wochen am Stück sind ziemlich utopisch.
Und dass man in einem Berufsfeld mit 24/7-Versorgung nicht frei über seine Zeit verfügen kann sollte auch eine Erkenntnis sein, die sich nicht erst mit 26 am Berufsanfang einstellt.
Grundsätzlich ist der Arbeitsanfang nach dem sehr entspannten Studium aber einfach hart, ich glaube nicht, dass das ein spezifisches Problem der Medizin ist. Ich finde es sau wichtig, dass man sich regelmäßig klar macht, dass man arbeitet für einen schönen Lebensstandard und nicht für den Krankenhausträger. Es ist extrem wichtig sich Ausgleiche zu suchen, also Sport, Hobbies, Freunde und Familie.

Wenn man auf Freizeit, ein entspanntes Arbeitsumfeld und so Perks wie Home Office steht, dann empfehle ich dir "irgendwas mit Medien". Habe viele Freunde die das machen, und 36 Stunden Gleitzeit im Homeoffice sind schon ganz geil. Nachteil: 3500 brutto bis ans Ende des Lebens und mindestens 10 Stunden die Woche hört man irgendwelchen Belanglosigkeiten bei Meetings zu. Und mehr als 1,4 Kinder sind finanziell auch einfach nicht drin.

Ich bin auch 26, auch Berufsanfänger in der Inneren und bin bisher zufrieden. Bei regelmäßig 58+ Wochenstunden würde ich mir was anderes suchen. Entweder andere Stelle, wenn dich Innere wirklich interessiert, oder ein anderes Fach.

Spriggan
02.02.2021, 20:05
Ich frage mich immer, ob sich die Leute nicht vorher damit beschäftigen, wie der Arbeitsalltag aussieht.
Wenn du ein Mensch bist, der viel reisen will, dann hast du schlicht und ergreifend das falsche Berufsfeld gewählt. Egal ob als Assistenzarzt im Krankenhaus oder angestellt oder eigenverantwortlich in der Niederlassung, mehr als 3 Wochen am Stück sind ziemlich utopisch.
Und dass man in einem Berufsfeld mit 24/7-Versorgung nicht frei über seine Zeit verfügen kann sollte auch eine Erkenntnis sein, die sich nicht erst mit 26 am Berufsanfang einstellt.
Grundsätzlich ist der Arbeitsanfang nach dem sehr entspannten Studium aber einfach hart, ich glaube nicht, dass das ein spezifisches Problem der Medizin ist. Ich finde es sau wichtig, dass man sich regelmäßig klar macht, dass man arbeitet für einen schönen Lebensstandard und nicht für den Krankenhausträger. Es ist extrem wichtig sich Ausgleiche zu suchen, also Sport, Hobbies, Freunde und Familie.

Wenn man auf Freizeit, ein entspanntes Arbeitsumfeld und so Perks wie Home Office steht, dann empfehle ich dir "irgendwas mit Medien". Habe viele Freunde die das machen, und 36 Stunden Gleitzeit im Homeoffice sind schon ganz geil. Nachteil: 3500 brutto bis ans Ende des Lebens und mindestens 10 Stunden die Woche hört man irgendwelchen Belanglosigkeiten bei Meetings zu. Und mehr als 1,4 Kinder sind finanziell auch einfach nicht drin.

Ich bin auch 26, auch Berufsanfänger in der Inneren und bin bisher zufrieden. Bei regelmäßig 58+ Wochenstunden würde ich mir was anderes suchen. Entweder andere Stelle, wenn dich Innere wirklich interessiert, oder ein anderes Fach.

:-meinung

Wobei es immer noch Möglichkeiten abseits der üblichen Route gibt! Ist aber ein eigenes Thema und hier auch viel diskutiert. Ich denke das jedes Fach Frustrationstoleranz erfordert, jedoch wird die Grenze zur Ausbeutung auch mal schnell übertreten und dann wird es bei miesen Arbeitsbedingung halt unschön.

daCapo
02.02.2021, 21:12
Nein lohnt sich nicht. Wechsel und unterschreib das opt out nicht noch mal.

Kurz und knapp, und korrekt!



Wenn du ein Mensch bist, der viel reisen will, dann hast du schlicht und ergreifend das falsche Berufsfeld gewählt. Egal ob als Assistenzarzt im Krankenhaus oder angestellt oder eigenverantwortlich in der Niederlassung, mehr als 3 Wochen am Stück sind ziemlich utopisch. Und mehr als 1,4 Kinder sind finanziell auch einfach nicht drin.

Ich bin auch 26, auch Berufsanfänger in der Inneren und bin bisher zufrieden. Bei regelmäßig 58+ Wochenstunden würde ich mir was anderes suchen. Entweder andere Stelle, wenn dich Innere wirklich interessiert, oder ein anderes Fach.

Ja in einem gewöhnlichen DE Krankenhaus kann man nur selten >3 Wochen Urlaub nehmen, außer man verfügt über Beziehungen zu Oberärzten und Chef,....dann geht das schon. ich selber durfte es auch mal, jedoch eher weil in der letzten drangehängten Woche niemand sonst Urlaub hatte. Kollegen nehmen auch Elternzeit mehrere Monate und es ist ihr gutes Recht.
Nun es gibt aber andere tolle Beschäftigungsfelder neben Innere in einem Krankenhaus; ich würde nicht sagen, dass man grundsätzlich max. 3 Wochen.
Innere und grundsätzlich zufrieden, ja das kann einige Jahre gut gehen, aber irgendwann ist auch die schönste Zeit vorbei und die meisten werden gehen wollen.

docdean
03.02.2021, 17:19
Ich frage mich immer, ob sich die Leute nicht vorher damit beschäftigen, wie der Arbeitsalltag aussieht.
Wenn du ein Mensch bist, der viel reisen will, dann hast du schlicht und ergreifend das falsche Berufsfeld gewählt. Egal ob als Assistenzarzt im Krankenhaus oder angestellt oder eigenverantwortlich in der Niederlassung, mehr als 3 Wochen am Stück sind ziemlich utopisch.
Und dass man in einem Berufsfeld mit 24/7-Versorgung nicht frei über seine Zeit verfügen kann sollte auch eine Erkenntnis sein, die sich nicht erst mit 26 am Berufsanfang einstellt.

Ich muss zugeben, dass ich vorher auch nicht wirklich gewusst hab, was auf mich zukommt. Woher auch? Als Student wird man immer gut behütet. Ich wollte immer operieren, hab in Famulatur und PJ immer viel (mit-)operiert und als erster Feierabend gemacht. Der Realitätsschock kommt erst zum Berufseinstieg, wenn man den ganzen Tag im Arztzimmer am Computer sitzt, gleichzeitig telefoniert, die Pflege und 30 Patienten im Blick behalten soll. Die Arbeitsdichte ist verglichen mit anderen Berufen sehr viel höher. Das liegt aber meist am Management der Klinik, weil der Personalschlüssel so weit runtergeschraubt wurde, dass die verbliebenen Ärzte ihren Job gerade noch so hinbekommen. Wer noch keine Routine hat und nicht das Glück hat, dass ein niedrigeres Arbeitsniveau der Anfänger eingeplant wurden, bekommt das nicht hin und ist schnell überfordert. Auch die 24/7-Versorgung sollte nicht auf den Schultern weniger liegen, sondern über viele Leute verteilt werden, das wird aber leider immer wieder untergraben.

Der Trick am Arztberuf ist aber, dass man mit ner 70-80%-Stelle immer noch viel mehr verdient als andere Leute in Vollzeit. Für Anfänger ist das zwecks Ausbildung leider nicht ganz praktikabel. Außerdem kann man einfacher die Stelle wechseln und dabei ein paar Monate Pause einschieben. Um die klinische Erfahrung zu erweitern, bietet sich das eh an. Vom Arbeitslosengeld kann man sich solange gut über Wasser halten und eine neue Stelle zu finden, vor allem in einem Massenfach wie der Inneren, sollte nicht allzu schwer sein.

docdean
03.02.2021, 17:52
Ich frage mich immer, ob sich die Leute nicht vorher damit beschäftigen, wie der Arbeitsalltag aussieht.
Wenn du ein Mensch bist, der viel reisen will, dann hast du schlicht und ergreifend das falsche Berufsfeld gewählt. Egal ob als Assistenzarzt im Krankenhaus oder angestellt oder eigenverantwortlich in der Niederlassung, mehr als 3 Wochen am Stück sind ziemlich utopisch.
Und dass man in einem Berufsfeld mit 24/7-Versorgung nicht frei über seine Zeit verfügen kann sollte auch eine Erkenntnis sein, die sich nicht erst mit 26 am Berufsanfang einstellt.
Grundsätzlich ist der Arbeitsanfang nach dem sehr entspannten Studium aber einfach hart, ich glaube nicht, dass das ein spezifisches Problem der Medizin ist. Ich finde es sau wichtig, dass man sich regelmäßig klar macht, dass man arbeitet für einen schönen Lebensstandard und nicht für den Krankenhausträger.

Ich wusste vorher auch nicht, was mich erwartet. Wie auch? Als Student wird man immer gut behütet, in der Chirurgie darf man den ganzen Tag in den OP und als erster Feierabend machen. Der Realitätsschock kommt erst als Assistenzarzt, wenn man den ganzen Tag mit Telefon am Ohr am Rechner sitzt und Pflege und 30 Patienten gleichzeitig im Blick haben soll. Andere Berufe haben nicht so eine hohe Arbeitsdichte wie wir. Andere arbeiten sich ganz gemütlich ein, wir werden sofort ins Haifischbecken geschmissen. Das ist aber auch stark abhängig von der Personalplanung der Klinik. Manche haben den Personalschlüssel so krass runtergefahren, dass die verbliebenen Ärzte das Pensum gerade noch bewältigen können. Mit ausreichend Personal wäre auch eine 24/7-Versorgung nicht so schlimm für den Einzelnen.

Der Trick am Arztberuf ist aber, dass man auch mit ner 70-80%-Stelle immer noch viel mehr verdient als andere und einen guten Lebensstandard halten kann. Das ist am Anfang wegen der Ausbildung noch nicht so ne Option, aber wenn man erst mal drin ist und es mit dem Facharzt nicht eilig hat, kann man seine Freizeit damit gut strecken. Auch die Stelle zu wechseln ist einfacher als bei anderen. Vom Arbeitslosengeld kann man sich gut über Wasser halten und ne neue Stelle zu finden dürfte gerade in einem Massenfach wie Innere nicht zu schwer sein. Um seine Erfahrung zu erweitern bietet sich das eh an. Außer wenn man ne Stelle mit guten Arbeitsbedingungen gefunden hat, denn die sind wertvoll.

cartablanca
03.02.2021, 18:30
Das Schlimme ist halt die grassierende Bürokratie und dass jeder Scheiss inzwischen Arztaufgabe ist - außer dem was ein Arzt eigentlich tun sollte - das wurde outgesourced auf spezielle Fachkräfte in der Pflege und Co.. Vor Allem als Frau muss man aufpassen dass man in den Jahren nach dem Studium nicht so verheitzt wird dass abseits der Arbeit das Private nicht auf der Strecke bleibt.

daCapo
05.02.2021, 10:37
Ich wusste vorher auch nicht, was mich erwartet. Wie auch? Als Student wird man immer gut behütet, in der Chirurgie darf man den ganzen Tag in den OP und als erster Feierabend machen.


Nee das war in unserer Uni nicht so, da darf der Student auch gerne bis 20:00 Uhr+ bleiben. Gerne ist auch die Teilnahme an Wochenenddiensten tagsüber gewünscht. Insgesamt ein merkwürdiger Laden, der Studenten so sehr einbindet in reguläre Abläufe, die jeden Tag stattfinden. Kann ja auch mal sein, dass nicht so viele da sind und dann?
Außerdem konnte man ja sehen wie die Ärzte in Weiterbildung gearbeitet haben.
Deshalb sollte es dann keinen Realitätsschock am Anfang des Berufslebens geben, wenn man vorher mal etwas genauer hinschaut.




Ohr am Rechner sitzt und Pflege und 30 Patienten gleichzeitig im Blick haben soll. Andere Berufe haben nicht so eine hohe Arbeitsdichte wie wir.


Das ist auch typisch. In der Schweiz oder Österreich oder GB muss man auch viele Patienten im Blick haben, viel gleichzeitig machen, vieles beachten. Aber zumindest ist die Pflege dort etwas selbstständiger, das sind jeden Tag je nach Aufwand Stunden für Zugänge und Blutabnahmen, die man verliert. Dabei bietet sich das ja geradezu für die Pflege an: Meine Infusion läuft nicht, da lege ich den Zugang doch lieber selbst anstatt jmd. zu rufen, der vllt gerade in der Notaufnahme steckt oder um 6 Uhr morgens noch schläft im Bereitschaftsdienst ggfs. sogar Rufbereitschaft zu Hause. Das ist ungefähr so effizient, wie wenn ich jedes Mal einen Handwerker rufe um eine defekte Glühbirne auszutauschen.




Der Trick am Arztberuf ist aber, dass man auch mit ner 70-80%-Stelle immer noch viel mehr verdient als andere und einen guten Lebensstandard halten kann. Das ist am Anfang wegen der Ausbildung noch nicht so ne Option, aber wenn man erst mal drin ist und es mit dem Facharzt nicht eilig hat, kann man seine Freizeit damit gut strecken. Auch die Stelle zu wechseln ist einfacher als bei anderen. Vom Arbeitslosengeld kann man sich gut über Wasser halten und ne neue Stelle zu finden dürfte gerade in einem Massenfach wie Innere nicht zu schwer sein. Um seine Erfahrung zu erweitern bietet sich das eh an. Außer wenn man ne Stelle mit guten Arbeitsbedingungen gefunden hat, denn die sind wertvoll.

Da schränkt sich die Stellenauswahl bei der Weiterbildung direkt wieder ein mit dem Wunsch nur 70-80% arbeiten zu wollen. Das ist nicht gewünscht. 100% sind gewünscht, sonst ist man 2. Wahl beim typischen AG.
Bei der Facharztausbildung muss man sich das gut überlegen, die Weiterbildungszeit wird dann verlängert je nach Reduktion (maximal übrigens 50%) und man hängt ewig in dieser Weiterbildung in einem Abhängigkeitsverhältnis zu deinem Weiterbilder in einer Art Lehnsherrenart. Je schneller sie um ist, je besser meiner Ansicht nach. Bestimmt fehlt eh noch Rotation X und Untersuchung Y, und schon verlängert es sich wieder um ein Jahr.
Als Facharzt ist das Spektrum an beruflichen Optionen mit guten Arbeitsbedingungen nochmal erweitert, daher die Empfehlung diesen zeitnah abzuschließen.
Arbeitslosengeld kriegt man erst nach 3 Monaten Sperrzeit, wenn man selber kündigt. Es sei denn, man kann gesundheitlich Gründe oder sonstiges dem hohen Amt vorbringen und gut begründen, warum man da nicht mehr arbeiten konnte und das müsste man dann auch vor der Kündigung mit denen besprechen. Letztendlich will auch niemand auf Kosten des Amtes längere Zeit leben, ist nur zur Überbrückung gedacht. Eine neue Stelle findet sich tatsächlich schnell wieder in einem Massenfach wie Innere, ob die Arbeitsbedingungen dann viel besser ist, ist die andere Frage. Am Anfang des Berufslebens ist es auch durchaus erlaubt, mal öfter zu wechseln. Dann findet man hoffentlich seinen Weg und bleibt irgendwo auch mal längerfristig (zumindest 2-3 Jahre).




Das Schlimme ist halt die grassierende Bürokratie und dass jeder Scheiss inzwischen Arztaufgabe ist - außer dem was ein Arzt eigentlich tun sollte - das wurde outgesourced auf spezielle Fachkräfte in der Pflege und Co.. Vor Allem als Frau muss man aufpassen dass man in den Jahren nach dem Studium nicht so verheitzt wird dass abseits der Arbeit das Private nicht auf der Strecke bleibt.


Auf jeden Fall.

nie
05.02.2021, 11:33
Ohr am Rechner sitzt und Pflege und 30 Patienten gleichzeitig im Blick haben soll. Andere Berufe haben nicht so eine hohe Arbeitsdichte wie wir.

Doch haben sie. Aber auf der anderen Seite des Zaunes ist das Gras immer Grüner.
Ich habe noch keine Berufsanfänger (der aus dem Studium kam) erlebt, der im den ersten Wochen/Monaten nicht gestresst war.

roxolana
05.02.2021, 17:22
Also mein Berufsanfang abseits der Patientenversorgung war sehr entspannt. Auch bei meinem aktuellen Job gab es 2 Monate Einarbeitung, etwas stressig wurde es erst danach, aber immer noch deutlich entspannter als im Krankenhaus...

Cor_magna
05.02.2021, 17:26
Also mein Berufsanfang abseits der Patientenversorgung war sehr entspannt. Auch bei meinem aktuellen Job gab es 2 Monate Einarbeitung, etwas stressig wurde es erst danach, aber immer noch deutlich entspannter als im Krankenhaus...

In welchem Fach hast du denn angefangen? Bzw welcher Beruf war das?

Mr. Pink online
05.02.2021, 17:44
Doch haben sie. Aber auf der anderen Seite des Zaunes ist das Gras immer Grüner.
Ich habe noch keine Berufsanfänger (der aus dem Studium kam) erlebt, der im den ersten Wochen/Monaten nicht gestresst war.

Wir haben im Durchschnitt mehr Geld gegen mehr Stress. Berufsanfang ist sicher überall stressig, aber im Krankenhaus geht's tatsächlich auch noch greifbar um Menschenleben. Termindruck, nervige Kunden, stressige Projekte... klar kann man in anderen, auch nicht schlecht bezahlten Berufen für Jungakademiker mal harte Zeiten erleben. Aber wenn ich meinen Kumpels so erzähle was im Krankenhaus abgeht, wie Vorstellungen der Normalbevölkerung vom Arbeitsalltag des Arztes und des ihm entgegengebrachten Respekts (ob nun von oben oder unten) diametral auseinandergehen, da schlackern denen die Ohren. Und zwar jedes Mal aufs Neue.

Aber irgendwann muss man auch mal ehrlich zu sich selbst sein: jeder kann sich nach dem Studium auf den Arbeitsmarkt werfen und schauen was passiert. Auch als Mediziner kann man sich Jobs in der Wirtschaft greifen. Machen aber die wenigsten. Weil wir die Perspektive eines auf Lebenszeit sicheren Arbeitsplatzes mit gutem Auskommen und hohem gesellschaftlichen Ansehen zurecht höher bewerten. Wer das nicht tut, der soll halt über den Zaun springen und dort glücklich werden.

daCapo
05.02.2021, 20:35
Hugh, also ich denke, dass sich schon einige der direkten, zugegebenermaßen anspruchsvollen Patientenversorgung entziehen und auf den regulären Arbeitsmarkt begeben oder Fächer mit indirekter Patientenversorgung . Kein Seltenheitswert. Und es ist auch ihr gutes Recht.... Niemand soll ihrem Glück im Wege stehen.

roxolana
05.02.2021, 20:56
In welchem Fach hast du denn angefangen? Bzw welcher Beruf war das?

Hast PN.

sparta144
08.02.2021, 19:24
Arbeite auch seit 1 Jahr in der Inneren beim Maximalversorger, im Schnitt locker 55-60 std/Woche mit Diensten. Alles in Allem macht mir das fachlich schon viel spaß und man lernt täglich Vieles neu, allerdings gehen mir die Dienste, insbesondere Nachtdienste/Wochenenddienste langsam auf die Nerven. In den 20ern steckt man das noch gut weg, kann mir aber in 5-10 Jahren nicht mehr vorstellen das mein Leben lang zu machen. Daher werde ich trotz der spannenden Arbeitsweltumfeld- "Klinik Leben" nach dem Fachinternisten den Rücken kehren-> im ambulanten Bereich a.e. als Internist iwo angestellt, mit a) mindestens genauso hohem Gehalts b) ohne Wochenenddienste/Nachtdienste
:-dafür

Mr. Pink online
08.02.2021, 19:41
Dienste sind in der Inneren Medizin so oder so zunehmend unattraktiv. Früher ging das ja meistens in Bereitschaft. Heutzutage wird das vielfach gekippt und sogar in Regeldienst umgewandelt, weil das Arbeitsaufkommen zu hoch ist. Hat natürlich mit der Arbeitsverdichtung an sich zu tun aber auch damit, dass jeder Kleinscheiß als ärztliche Tätigkeit deklariert wird (Zugang legen, Antibiose anhängen...). In der Notaufnahme ist das Aufkommen aber auch gestiegen.

daCapo
09.02.2021, 11:03
Dienste sind in der Inneren Medizin so oder so zunehmend unattraktiv. Früher ging das ja meistens in Bereitschaft. Heutzutage wird das vielfach gekippt und sogar in Regeldienst umgewandelt, weil das Arbeitsaufkommen zu hoch ist. Hat natürlich mit der Arbeitsverdichtung an sich zu tun aber auch damit, dass jeder Kleinscheiß als ärztliche Tätigkeit deklariert wird (Zugang legen, Antibiose anhängen...). In der Notaufnahme ist das Aufkommen aber auch gestiegen.

Ja das ist richtig. Die Fallzahlen sind gestiegen und wie bereits mehrfach gesagt, hat man zahlreiche Arbeiten an nachrangige Krankenhausärzte delegiert. Antibiose anhängen oder Labor wegbringen (mancherorts noch üblich) ist dabei das skurillste.
Wie hier bereits mehrfach gesagt: Lange macht das kaum jmd. gerne.