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GelbeKlamotten
03.02.2021, 15:28
Ich bin normalerweise nicht der Typ "Bedenkenträger"
Der war echt gut :-wow


Vermutlich funktioniert auch eine Videosprechstunde nicht mit permanent wechselnden IPs...

Ein technisch sehr leicht zu lösendes Problem.


3) Seitens des Anbieters ist es in den Arbeitsverträgen sicherlich auch nicht so vorgesehen, jeden Tag woanders zu sein
Müsste man nachsehen. Fällt aber im Wohnmobil, wenn man immer in der gleichen eigens dafür eingerichteten Ecke arbeitet kaum auf. Wenn man in Hotels ist, muss man sich im zweifelsfall halt ne Aufstellwand mitnehmen.



5) Hotel und Campingplatz- WLAN müssen nicht unbedingt die schnellsten sein und als Medium für eine Videosprechstunde macht man sich auch noch datenschutzrechtlich angreifbar, und zwar von seiten des Pat., der Krankenkasse, des Arbeitgebers und der Ärztekammer...
Einfach LTE vom Handy nutzen. Wenn mal kein Empfang ist, dann gibts halt mal einen Tag lang keine Sprechstunde.



Nebenbei: auch das pure Vorhandensein eines VPN-Client wird in manchen Ländern schon geahndet.

Ja, in einer Hand voll Ländern ist das so. Muss man gerade dort hin? Diese Länder sind in der Regel auch aus anderen Gründen nicht für so ein Vorhaben geeignet.



6) außerhalb Deutschlands einer ärztlichen und/oder gewerblichen Tätigkeit nachzugehen, ohne die örtlichen Formalitäten erfüllt zu haben, verbietet sich auch. Da langt es, wenn der Nachbar auf dem Campingplatz lokaler Arzt ist und das mitbekommt. Dann endet die Reise erst mal in einem örtlichen Gefängnis.

Jo, der Arzt auf dem Campingplatz in Kroatien, der zufällig deutsch spricht, zufällig mithört und dann auch noch Anzeige erstattet. Kann passieren, ist aber nicht sonderlich wahrscheinlich. Und dass man dafür dann gleich im Knast landet ist noch weniger wahrscheinlich.



7) In den meisten Hotel-AGB steht drin, daß die Zimmer nicht zum Arbeiten gedacht sind und genausowenig, wie Du dort der Prostitution nachgehen kannst oder einen Internet-Gebrauchtwagenhandel aufziehen, wird eine Onlinesprechstunde erlaubt sein. Tagelanges Rumhängen im Zimmer, enormer Traffic im WLAN und hektisches Zuklappen des Rechners, wenn das Zimmermädchen kommt, bescheren Dir relativ schnell ein Gespräch mit der Geschäftsführung.
Sorry, aber das ist absoluter Schwachsinn. Eine Videosprechstunde verursacht keinen enormen Traffic. Für die Geschäftsführung ist nicht nachvollziehbar, was man über seinen VPN macht. Um das "aufzudecken" bräuchten sie schon behördliche Hilfe. Das müssten sie dann aber auch bei jedem machen, der im Hotel täglich 1-2 Filme auf Netflix schaut. Ich würde mal vermuten, die meisten Hotelbetreiber haben besseres zu tun ;)

Und dass man seinen Laptop zuklappt wenn das Zimmermädchen reinkommt macht einen ganz bestimmt nicht verdächtig. Außerdem hilft da auch einfach ein "Bitte nicht stören" Schild an der Türklinke.

Abgesehen davon dürfte es 99,9% der Hotelbesitzer ziemlich egal sein, ob die Hotelgäste an ihrem Internet-Gebrauchtwagenhandel arbeiten oder Videosprechstunden anbieten, solange sie dabei die anderen Gäste nicht stören und ihre Rechnungen bezahlen.

Warst du mal in einem anständigen Hotel abends in der Lobby oder Hotelbar und hast mal geschaut, was die Anzugträger so auf ihren Laptops machen? Da werden dir regelmäßig Powerpont-Präsentationen und Excel-Listen entgegenleuchten, die eindeutig beruflicher Natur sind. Habe noch nie erlebt, dass da jemand vom Hotelpersonal was dagegen hatte.

tarumo
03.02.2021, 16:57
Ein technisch sehr leicht zu lösendes Problem.


Ja, wenn man seinen Arbeitgeber und seine Vertragspartner überzeugen kann, da mitzugehen. Ob es technisch möglich ist, wenn soe viele Instanzen (Stichwort Telematikinfrastruktur) beteiligt sind, weiß ich nicht.
Man hat auch grundsätzlich keine Telefonate mit seinem Arbeitgeber, gelle?



Wenn mal kein Empfang ist, dann gibts halt mal einen Tag lang keine Sprechstunde.


Perfekt für eine bestellte und bezahlte Onlinesprechstunde, im Rahmen einer Verpflichtung einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung (GKV) und auch eines Angestelltenvertrages.



Jo, der Arzt auf dem Campingplatz in Kroatien, der zufällig deutsch spricht, zufällig mithört und dann auch noch Anzeige erstattet. Kann passieren, ist aber nicht sonderlich wahrscheinlich.


Heißer Tipp von mir. Einfach das nächste Mal im Ferienhaus oder im AirBnB eine kleine Praxis einrichten und Sprechstunde halten. Oder im Hotel. Meinetwegen auch nur für Expats. Kriegen noch weniger mit. Kann man ja jedes Jahr machen. Alles völlig egal...Und das mit den Praxisschildern in Maximalgröße ist eh eine deutsche Marotte. Ob es dann gleich für Untersuchungshaft reicht, ist sicher landesabhängig. Gibt aber Länder wo man schon für Geschwindigkeitsübertretungen einkassiert wird.



Warst du mal in einem anständigen Hotel abends in der Lobby oder Hotelbar und hast mal geschaut, was die Anzugträger so auf ihren Laptops machen? Da werden dir regelmäßig Powerpont-Präsentationen und Excel-Listen entgegenleuchten, die eindeutig beruflicher Natur sind.

Genau, in der Lobby. Und die gehen (vor Corona) auch nie weg und halten ihre Meetings alle im Zimmer. Genau, wie ich die Businessmeetings nie in der Lobby hatte. Oder was? Ganz gute Hotels haben auch Businesscenter. Die sie auch gerne vermieten würden. Prostitution auf Hotelzimmern soll es trotzdem geben, habe ich gehört. Vielleicht auch anderes Gewerbe. Warum wird es denn jetzt in Coronazeiten ausdrücklich möglich gemacht, wenn es vorher der Normalfall war? Und nach drei Tagen "nicht stören" am Stück steht nicht nur das Zimmermädchen vor der Tür, sondern vielleicht auch noch die Polizei dazu.
Natürlich muß man sich auch mit einem entsprechend neutralen Hintergrund in Szene setzen, Hotelzimmer kommt sonst nicht so gut. Und was passiert wohl in einem guten Hotel, wenn der Verdacht aufkommt, man würde hier vor einer webcam blankziehen? Ganz gute Hotels haben übrigens einen personalisierten WLAN-Zugang und nicht "1234678" für alle...und auch jemand, der ein Auge auf die Internetnutzung hat...
Meine persönliche Krönung waren übrigens zwei Polizisten mit Maschinenpistole. In einem guten Hotel in einem sehr beliebten Badeort am Mittelmeer. Mit etwas überdurchschnittlichem Computer/Fotoequipment zu einer unüblichen Zeit auf der Dachterasse hat schon gereicht...aber ich hätte ja auch von der ETA/IRA/RAF oder so sein können und früh um fünf den Granatwerfer in Stellung bringen...

PS: ich vermisse Deine m.BILD links- oder ist das Probeabo ausgelaufen?

anignu
03.02.2021, 23:24
Mit etwas überdurchschnittlichem Computer/Fotoequipment zu einer unüblichen Zeit auf der Dachterasse hat schon gereicht...
Wir wollen Details!... Obwohl. Lass es lieber.

hebdo
04.02.2021, 07:03
Ich verstehe nicht, wieso man vom Hotelzimmer aus nicht arbeiten sollte. Meine Frau hat in Absprache mit ihrem Chef vom Camingplatz gearbeitet - es wurde nachträglich eine Urlaubssperre eingeführt. Ich weiß, hätte sie nicht machen müssen.

Kenne viele, die beruflich unterwegs sind und aus den Hotelzimmern arbeiten.

Natürlich ist es verboten ärztliche Leistung mobil und im Ausland zu erbringen. Man kann sich viele Situationen konstruieren, bei denen es dann mit 20 Jahre Straflager endet.

Ich werde das mal abklären, ob die IP getrackt oder sonst wie der Standort kontrolliert wird.

tarumo
04.02.2021, 11:07
Es ging auch nicht darum, mal eine Präsentation oder Kalkulation im Hotelzimmer zu entwerfen, sondern sich stunden/tagelang "einzuschließen", dabei Veränderungen vorzunehmen (Hintergrund aufstellen, Beleuchtung) und gleichzeitig die Internetverbindung massiv zu beanspruchen. Dann braucht man sich nicht wundern, wenn man dem Geschäftsführer darlegen muß, daß man zwar kein Erotic-webcam-Streamingdienst betreibt oder IS-Unterstützungsvideo aufzeichnet, sondern eine illegale Onlinesprechstunde. Wie gesagt, manche Hotels sind durchaus auf Zack.

Ich fasse nochmal zusammen:

GK hat vermutlich in ihrem Leben nicht eine Minute ambulant gearbeitet, geschweige denn mit einer von der KV gestellten und verpflichtenden IT-Struktur, ist sich aber absolut sicher, daß sich das mit einem VPN-Tunnel, Hotel-WLANs und ständig wechselnden Einwahlpunkten aus dem Ausland funktioniert. Den Facharztstatus lassen wir mal unter den Tisch fallen.
Das ganze ist übrigens die definierte Ausnahme vom Fernbehandlungsverbot, welches auch noch gilt, nicht nur der Passus mit dem verbotenen Umherziehen aus der Berufsordnung.
Dann wird propagiert, vom Hotelzimmer/Wohnwagen/Ferienhaus eine "pop-up" Sprechstunde anzubieten (online oder offline dürfte juristisch ziemlich egal sein). Ernsthaft jetzt...?
Ich kauf mir dann einen Röntgenbus und gehe damit in Kroatien on tour...
Wie gesagt, dann lieber illegal Hochprozentiges nach Skandinavien einführen und verkaufen...die juristischen Folgen dürften weitaus überschaubarer sein.
Die Probe aufs Exempel läßt sich doch ganz leicht machen. Schon innerhalb Deutschlands. Einfach mal bei der Ärztekammer eine Liste von Campingplätzen einreichen, auf denen man im Sommer eine privatärztliche Sprechstunde (natürlich offline, weil die Voraussetzungen für online nicht erfüllt sind) einzurichten gedenkt und schauen, was passiert.

Ich habe vor vielen Jahren angedacht, mit einem befreundeten Allgemeinmediziner mal eine niedrigschwellige Sprechstunde für Fernfahrer "aus dem Wohnwagen" an einem benachbarten großen Rastplatz anzubieten. Als Verkehrsmediziner und ausgebildeter Kraftfahrer war es auch mein persönliches Interesse. Und was soll ich sagen...an der deutschen Gesetzen scheitert das schon direkt im Ansatz. Weswegen die Fernfahrer bis heute mit ihren gesundheitlichen Problemen weitgehend alleine gelassen werden.
Und mobile "Obdachlosensprechstunden" funktionieren auch nur ehrenamtlich, zeitlich massiv begrenzt und auch überwiegend mit nichtapprobiertem Personal.
Und da wird jetzt etwas, was schon innerhalb Deutschlands so gut wie unmöglich ist, einfach mal einer noch relativ wenig erfahrenen Kollegin für eine Europareise vorgeschlagen.....

GelbeKlamotten
04.02.2021, 12:14
Ach tarumo. So langsam nehmen deine paranoiden Neigungen echt bizarre Ausmaße an.
Ich habe schätzungsweise insgesamt so um die drei Jahre meines Lebens aus unterschiedlichen Gründen in Hotels verbracht. Dabei habe ich in verschiedenem Ausmaß das Internet genutzt, auch mal für 2 oder 3 Filme am Tag, wenn ich sonst wenig zu tun hatte. Den Reinigungsservice habe ich mal ausführlich genutzt, aber auch mal über mehrere Tage gar nicht. Und, oh Wunder: Es stand nie ein SEK mit Maschinenpostolen vor der Tür :knuddel:
Ein oder zwei mal wurde ich darauf angesprochen, dass ich sehr viele unterschiedliche Zimmergäste hatte. Eine kurze schnippische Anwort und ein baldiger Hotelwechsel und die Sache war erledigt.

Es geht hier auch nicht darum, sich über Wochen im Zimmer zu verbarrikadieren. Im Gegenteil, es geht darum, dass jemand Reisen und die Welt sehen will und dabei eventuell für ein paar Stunden am Tag vom Hotelzimmer aus arbeiten möchte. Dabei wird keinem Menschen irgendwas besonders ungewöhnliches auffallen.

Das Datenvolumen von 3-4 Stunden Videosprechstunde am Tag dürfte vermutlich nicht höher sein als wenn man einen einzigen Film in hoher Qualität streamt. Und einen VPN nutzt so ziemlich jeder ITler mit dem ich bisher Kontakt hatte in öffentlichen WLANs, um z.B. beim Onlinebanking u.ä. sicherer zu sein. Auch um im Ausland Netflix-Filme in der Muttersprache anzusehen ist soweit ich weiß ein VPN nötig. Von daher weckt auch eine VPN-Nutzung, sofern man nicht gerade durch Nordkorea reist, in der Regel kein besonderes Aufsehen. Und mehr kann der Hotelbetreiber dann auch gar nicht rausfinden, egal wie sehr er "auf Zack" ist.

Dass irgendjemand wegen so einem Internet-Nutzungsverhalten, das vollkommen im normalen Rahmen liegt, die Polizei ruft, ist eine völlig lächerliche und realitätsferne Vorstellung. Das würde zu ziemlich hochfrequentem Anrücken der Polizei und zu einem ziemlich schlechten Ruf des Hotels führen.

tarumo
04.02.2021, 14:48
Ja, siehst Du mal. Jetzt bist Du mit dem whataboutism schon auf dem Level, daß die reine Internetnutzung die Polizei auf den Plan rufen würde. Übrigens etwas, was ich nie behauptet habe. Gehe doch lieber auf die anderen Punkte ein...
Ansonsten wird ja durchaus nicht alles in einem Hotel toleriert, und daß selbst wechselnder Besuch zu einem Hotelwechsel führen kann, hast Du ja selbst geschrieben. In einem Land mit Prostitutionsverbot kann das aber durchaus zu einem Besuch auf der nächsten Wache führen, aber das ist jetzt OT.

Ansonsten bin ich etwas verblüfft, daß man überhaupt diskutieren muß- wenn man einen der weltweit am strengsten regulierten Berufe arbeitet, ist das halt die logische Konsequenz. Da bedarf es auch kein Studium des Verwaltungsrechts, sondern nur eines groben Überblick über die Berufsordnung, die man im 1. Semester (Berufsfelderkundung) oder spätestens mit Erhalt der Approbation zur Kenntnis genommen haben sollte.
Würde hier jemand empfehlen, im Urlaub mit dem Privatwagen gegen Bezahlung taxiähnlich tätig zu sein (in Osteuropa völlig normal)? Eben...

Ansonsten hätten aktuell gerne eine zweistellige Millionenanzahl europäischer Mitbürger eine halbwegs gut bezahlte anlernbare Tätigkeit, währenddessen die einschlägigen Jobs in Gastronomie, Event, Einzelhandel, Sport, Tourismus, Fortbildung und Training völlig weggebrochen sind.
Und auch der freigestellte Lufthansakapitän kann höchstens auf den Beginn der Spargelsaison warten oder bei Amazon und Co. ins Lager, wenn er was arbeiten will.

Einen Job im Heilwesen kenne ich allerdings noch. Da darf man nach Belieben (zumindest innerhalb der Landesgrenzen) mobil sein, braucht keinerlei Rücksicht auf irgendwelche Facharztstandards, Vorgaben von Krankenkassen, Ärztekammern oder Hygienikern, die den Teppich im WoMo monieren...Rücksicht nehmen. Ebenso kann man ungehemmt und ohne irgendwelche Gebührenordnungen abrechnen (zum Beispiel eine Stunde Anamnese 350 EUR). Online, offline, mit Praxis oder ohne, alles ganz egal.
Diese Wunderwelt steht einem offen, wenn man die Approbation beim zuständigen RP zurückgibt und einen kleinen Multiple-Choice-Test beim Amtsarzt besteht...

Kandra
04.02.2021, 17:02
Ich habe vor vielen Jahren angedacht, mit einem befreundeten Allgemeinmediziner mal eine niedrigschwellige Sprechstunde für Fernfahrer "aus dem Wohnwagen" an einem benachbarten großen Rastplatz anzubieten. Als Verkehrsmediziner und ausgebildeter Kraftfahrer war es auch mein persönliches Interesse. Und was soll ich sagen...an der deutschen Gesetzen scheitert das schon direkt im Ansatz. Weswegen die Fernfahrer bis heute mit ihren gesundheitlichen Problemen weitgehend alleine gelassen werden.
Und mobile "Obdachlosensprechstunden" funktionieren auch nur ehrenamtlich, zeitlich massiv begrenzt und auch überwiegend mit nichtapprobiertem Personal.
Und da wird jetzt etwas, was schon innerhalb Deutschlands so gut wie unmöglich ist, einfach mal einer noch relativ wenig erfahrenen Kollegin für eine Europareise vorgeschlagen.....


Woran ist das gescheitert? Am fehlenden KV-Sitz?

GelbeKlamotten
04.02.2021, 17:52
Ja, siehst Du mal. Jetzt bist Du mit dem whataboutism schon auf dem Level, daß die reine Internetnutzung die Polizei auf den Plan rufen würde. Übrigens etwas, was ich nie behauptet habe. Gehe doch lieber auf die anderen Punkte ein...
Ansonsten wird ja durchaus nicht alles in einem Hotel toleriert, und daß selbst wechselnder Besuch zu einem Hotelwechsel führen kann, hast Du ja selbst geschrieben. In einem Land mit Prostitutionsverbot kann das aber durchaus zu einem Besuch auf der nächsten Wache führen, aber das ist jetzt OT.

Ansonsten bin ich etwas verblüfft, daß man überhaupt diskutieren muß- wenn man einen der weltweit am strengsten regulierten Berufe arbeitet, ist das halt die logische Konsequenz. Da bedarf es auch kein Studium des Verwaltungsrechts, sondern nur eines groben Überblick über die Berufsordnung, die man im 1. Semester (Berufsfelderkundung) oder spätestens mit Erhalt der Approbation zur Kenntnis genommen haben sollte.
Würde hier jemand empfehlen, im Urlaub mit dem Privatwagen gegen Bezahlung taxiähnlich tätig zu sein (in Osteuropa völlig normal)? Eben...

Ansonsten hätten aktuell gerne eine zweistellige Millionenanzahl europäischer Mitbürger eine halbwegs gut bezahlte anlernbare Tätigkeit, währenddessen die einschlägigen Jobs in Gastronomie, Event, Einzelhandel, Sport, Tourismus, Fortbildung und Training völlig weggebrochen sind.
Und auch der freigestellte Lufthansakapitän kann höchstens auf den Beginn der Spargelsaison warten oder bei Amazon und Co. ins Lager, wenn er was arbeiten will.

Einen Job im Heilwesen kenne ich allerdings noch. Da darf man nach Belieben (zumindest innerhalb der Landesgrenzen) mobil sein, braucht keinerlei Rücksicht auf irgendwelche Facharztstandards, Vorgaben von Krankenkassen, Ärztekammern oder Hygienikern, die den Teppich im WoMo monieren...Rücksicht nehmen. Ebenso kann man ungehemmt und ohne irgendwelche Gebührenordnungen abrechnen (zum Beispiel eine Stunde Anamnese 350 EUR). Online, offline, mit Praxis oder ohne, alles ganz egal.
Diese Wunderwelt steht einem offen, wenn man die Approbation beim zuständigen RP zurückgibt und einen kleinen Multiple-Choice-Test beim Amtsarzt besteht...

Ich bin genau auf das eingegangen, was du geschrieben hast. Mir wirds hier so langsam echt ein bisschen zu absurd, bin raus aus dieser völlig sinnlosen scheindiskussion

Du hast schon recht: Wenn man aus jedem Pups Szenarien konstruiert bei denen die Polizei vor der Tür steht und einen für 5 Jahre ins Gulag wirft, dann bleibt außer Spargel stechen nicht mehr viel übrig als Nebenjob.

ABCDEF12345
06.02.2021, 08:14
Schau doch mal auf Fiverr was du so kannst und biete das an.

docdean
06.02.2021, 10:06
Ich bin genau auf das eingegangen, was du geschrieben hast. Mir wirds hier so langsam echt ein bisschen zu absurd, bin raus aus dieser völlig sinnlosen scheindiskussion

Du hast schon recht: Wenn man aus jedem Pups Szenarien konstruiert bei denen die Polizei vor der Tür steht und einen für 5 Jahre ins Gulag wirft, dann bleibt außer Spargel stechen nicht mehr viel übrig als Nebenjob.

Man nennt die "Argumentationstechnik" auch reductio ad absurdum und ich finds langsam auch albern.

Telemedizin boomt. Telemedizin ist die Zukunft, ein großer Teil der Zukunft der Medizin. Nein, nicht für Ärzte, die ihre Patienten anfassen müssen, und ein Röntgengerät wird man auch nicht durch die Leitung quetschen. Aber für simple Beratungen eignen sich Videosprechstunden auf jeden Fall und jede Krankenkasse springt auf den Zug auf. Vorausgesetzt wird in jedem Fall ein Facharztstatus, an der Stelle ist OP also schon raus. Wenn man Facharzt wäre, bräuchte man von der Landesärztekammer eine Erlaubnis zur Ausübung telemedizinischer Leistungen, das Konzept steckt da wahrscheinlich noch in den Kinderschuhen. Ein GKV-Sitz ist für manche Einsätze auch Bedingung, ich könnte mir aber auch vorstellen, dass man bei direkt bei den Kassen oder anderen Unternehmen angestellt sein kann oder halt privat abrechnet. Ob die geografische Lokalisation zum konkreten Zeitpunkt der Ausübung dann überhaupt noch relevant ist, weiß ich nicht, aber verheimlichen könnte man sie vermutlich schon, solange es plausibel ist und man nicht nachweisbar monatelang im Ausland unterwegs ist.

Soviel dazu. Gutachten kann man sicherlich auch teilweise nach "Aktenlage" machen, wenn man nicht gerade orthopädisch Gelenkbewegungen vermessen muss. Aber auch dafür muss man Facharzt sein. Einfacher wäre eine journalistische Beschäftigung - Lernplattformen für Studenten wie Amboss oder Doccheck, wissenschaftliche Artikel für das Publikum normaler Zeitschriften aufarbeiten etc.

mbs
06.02.2021, 20:11
Um zum Ausgangsthema zurückzukommen:
Hat von euch jemand Erfahrungen mit Nebenjobs im Journalismus oder als Ghostwriter? Kann man damit einigermaßen gut Geld verdienen? Lohnt sich das vom Aufwands-Verdienst-Verhältnis? Und wie käme man da an Aufträge? Scheinbar ist das eine freie Tätigkeit, habe auf den einschlägigen Jobportalen zumindest noch keine Ausschreibungen für so was gefunden.

DA1994
06.02.2021, 20:21
Journalismus ist brotlose Kunst, und freiberuflich schon dreimal

Feuerblick
06.02.2021, 21:00
Freiberuflicher Journalismus ist, wenn da wirklich Geld reinkommen soll, eine ziemlich anstrengende Sache und kostet ordentlich Freizeit. Zumal man auch erst mal einen Kundenstamm aufbauen muss. Als Nebenjob nur dann okay, wenn man nicht das große Geld machen will. Im Medizinjournalismus speziell kommt man schon mal in nette Fortbildungen, die man sonst nicht sehen würde, kann auf Kongressen Termine wahrnehmen und manchmal sind auch ganz nette Reisen drin. Das Aufwand-Verdienst-Verhältnis ist aber (wenn diese sekundären Vorteile wie kostenlose Fortbildung etc. außen vor lässt) nicht so wirklich doll.
Wie man an Aufträge kommt? Indem man sich bei einschlägigen Verlagen bewirbt. Dann wirst du mal beschnuppert, man lässt dich probeschreiben und wenn du Glück hast, bekommst du Aufträge. Allerdings eher nur Einzelaufträge, weil die meisten Verlage ihren festen Stamm an Freiberuflern haben. Bis man da hinkommt, dauert es und man muss schon dauerhaft Engagement zeigen und auch mal die blöden Aufträge übernehmen. :-nix

mbs
06.02.2021, 23:00
Und wie viel Geld könnte man als Ghostwriter verdienen? Ist das lukrativer als z.B. Notarzteinsätze oder KV-Dienste?

WackenDoc
07.02.2021, 08:38
Die Frage ist wohl nicht, was man verdienen KANN, sondern was man real damit verdient.

Was meinst du wohl wie erfolgreich jemand damit sein wird, der noch nie irgendwas in Richtung Schreiben oder Journalismus gemacht hat hat und auch noch irgendwelche Interessen dafür hatte?

mbs
11.02.2021, 23:46
Dann stelle ich die Frage eben so: Was kann man real als Ghostwriter verdienen? Und wie viel Zeit sollte man mindestens investieren? Lohnt sich das als Nebentätigkeit?

Feuerblick
12.02.2021, 12:42
Nein, das lohnt sich höchstwahrscheinlich als Nebenjob nicht. Ghostwriter würde ja bedeuten, dass du ganze wissenschaftliche Abhandlungen schreibst. Die sind zeitintensiv.
Falls du Medical Writing meinst, da würde ich mal eine Bezahlung wie bei Journalisten (vielleicht etwas besser) vermuten. Netter Nebenjob, aber nicht, um nebenher mal mehr als eine Urlaubsreise (bezogen auf 1 Jahr) zu finanzieren. Es sei denn, du verzichtest gänzlich auf Freizeit. Was neben einem Klinikjob schwer möglich ist.

Die meisten Arbeitgeber achten auch drauf, dass der Nebenjob nicht so viel Zeit in Anspruch nimmt, dass du mit Haupttätigkeit das AZG missachtest.

Und dann ist da noch die Disziplin, die es braucht, um solche Tätigkeiten lohnend nebenher zu betreiben. Und der Kundenstamm natürlich. Das alles muss man sich erst einmal erarbeiten. Gerade der Kundenstamm kann für jemanden, der noch nie etwas in dieser Richtung gemacht hat, schwierig bis unmöglich sein. Stichwort: Referenzen.

mbs
12.02.2021, 22:34
Wie ist es denn eigentlich mit Selbstständigkeit auf geringfügiger Basis? Wäre das vom AG nur anzeige-oder auch genehmigungspflichtig?

WackenDoc
13.02.2021, 14:51
"Auf geringfühiger Basis" ist eine steuerrechtliche und sozialrechtliche Regelung und hat mit Selbständigkeit eigentlich nichts zu tun. Selbständige Tätigkeiten sind in der Regel nur anzeigepflichtig.