Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie waren eure ersten Wochen?
Ich hab eines mit allen wichtigen Infos. Ich meinte, dass die Assistenten keins führen und ich deswegen auch nichts abschreiben kann.
Das ist aber find ich nicht weiter schlimm. Solche Notizen macht jeder völlig anders. Eigene Notizen sind also sicher viel hilfreicher als die von jemand anderem. Außerdem lernst du sicher schon alleine durch die Recherche und das Aufschreiben einiges.
Hab einfach Geduld.
Im Herbst wirst du bestimmt schon etwas Routine im Stationsbetrieb und mit den internistischen Alltagsthemen haben.
Ich hab eines mit allen wichtigen Infos. Ich meinte, dass die Assistenten keins führen und ich deswegen auch nichts abschreiben kann.
Ich habe am Anfang auch nur meine eigenen Notizen gemacht.
Es gab kein goldenes Buch zum Abschreiben oder Nachschlagen.
Das stimmt wahrscheinlich. Ich bin sonst froh, dass die Pflege und die Kollegen sehr nett sind. Leider sind die normalen Arbeitszeiten natürlich nicht einzuhalten. Aber das hab ich als Anfänger auch nicht erwartet. Die Patienten sind leider auch sehr aufwendig an der Uniklinik und teilweise sehr krank.
Die Patienten sind leider auch sehr aufwendig an der Uniklinik und teilweise sehr krank.
Das ist klar. Da musst du schon runter gehen auf das Niveau eines Maximalversorgers. Dann hast du nur noch gesunde Patienten die easy zu versorgen sind ;-)
Das ist klar. Da musst du schon runter gehen auf das Niveau eines Maximalversorgers. Dann hast du nur noch gesunde Patienten die easy zu versorgen sind ;-)
Das habe ich nicht gemeint. Die Arbeit unterscheidet sich aber deutlich zu meinem PJ-Haus, obwohl es internistisch gesehen einen ähnlichen Fokus hatte. Glaube nicht, dass im kommunalen Krankenhaus so viele Patienten mit z.n. Leber/Lungentransplantation rumliegen z.B. Beim Maximalversorger mag es bestimmt anders sein. Soll sowieso kein Schwanzvergleich sein. Ich bin nicht an die Uniklinik, weil ich krass sein wollte, sondern weil es bei mir logistisch nicht anders möglich war und es auch schon mal bessere Zeiten zur Bewerbung gab, als in der Coronazeit. Deswegen versteh ich den Kommentar nicht so ganz, aber trotzdem Danke für deine Rückmeldung. Ich denke auch an einem kleinen Haus wäre mir der Einstieg sehr schwer gefallen.
Das habe ich nicht gemeint. Die Arbeit unterscheidet sich aber deutlich zu meinem PJ-Haus, obwohl es internistisch gesehen einen ähnlichen Fokus hatte. Glaube nicht, dass im kommunalen Krankenhaus so viele Patienten mit z.n. Leber/Lungentransplantation rumliegen z.B. Beim Maximalversorger mag es bestimmt anders sein. Soll sowieso kein Schwanzvergleich sein. Ich bin nicht an die Uniklinik, weil ich krass sein wollte, sondern weil es bei mir logistisch nicht anders möglich war und es auch schon mal bessere Zeiten zur Bewerbung gab, als in der Coronazeit. Deswegen versteh ich den Kommentar nicht so ganz, aber trotzdem Danke für deine Rückmeldung. Ich denke auch an einem kleinen Haus wäre mir der Einstieg sehr schwer gefallen.
In Unikliniken (zumindest meine) sind viele Abläufe schlecht organisiert, was das Arbeitsleben eher ungünstig beeinflusst, aber auch das ist keine feste Grundregel und manch neuer Chef dort ist engagiert bzgl. effizienter Abläufe.
Ich habe Innere in einem kleinen Haus gemacht, fand es aber auch extrem stressig am Anfang. War damals auch die ersten Monate stundenlang immer noch da nach Feierabend. Wenn sich alles einspielt und man mehr Erfahrung hat, braucht man das dann nicht mehr oder zumindest nicht in so großem Ausmaß.
Schau einfach wie es nach 6 Monaten oder 12 Monaten ist und ziehe ein Fazit.
Und wenn man total unglücklich ist, kann man nach neuer Weiterbildungsordnung zur Not auch nach 3 Monaten sich verabschieden.
pashtunwali
06.02.2021, 19:56
alles total normal was du geschrieben hast! es wird aber mit der zeit besser und danach macht es auch spass :-)
wichtig ist einfach dass man am ball bleibt und immer wieder alles mögliche nachliest, das kostet am anfang viel zeit und nerven, aber danach hat man dann ne gute grundlage und alles läuft schneller und besser.... das schlimmste in der inneren ist einfach dieser ganze papierkram und die häusliche versorgung für die patienten zu gewähren.
das hat nichts mehr mit medizin zu tun, sondern man ist eine mischung aus nanny und sekretärin.... das ist super nervig und bleibt leider immer super nervig, egal wie gut man ist
das schlimmste in der inneren ist einfach dieser ganze papierkram und die häusliche versorgung für die patienten zu gewähren.
das hat nichts mehr mit medizin zu tun, sondern man ist eine mischung aus nanny und sekretärin.... das ist super nervig und bleibt leider immer super nervig, egal wie gut man ist
Oh ja, aber das hat man je nach Morbidität der Patienten mehr oder weniger in allen bettenführenden Fachrichtungen, auch in der Chirurgie. Fängt in der Notaufnahme an, wo man das ganze Haus (oder die ganze Stadt) nach freien Betten durchtelefonieren muss und hört da auf, wo man tagelang hinter Geriatrie-Plätzen und häuslicher Krankenpflege hinterher telefonieren, denen ggf. die chirurgische Nachbehandlung schmackhaft machen und Papier hin und her faxen muss. Davor ist man nur in Radiologie, Mibi & Co sicher.
Sieh es mal so: Selbst für Leute mit Erfahrung ist es erstmal schwer nach einem Stellenwechsel oder einer längeren Auszeit von einem Jahr oder länger (zum Beispiel familienbedingt) - oder sogar beidem zusammen - wieder reinzufinden. Neues Haus, neue Standards. Längere Auszeit und schon ist man nicht mehr so in der Materie drin.
Wenn also selbst Leute mit Erfahrung in gewissen Situationen Probleme haben dann ist das bei jemandem der neu anfängt erst recht der Fall. Neue Aufgaben, anderer Tagesablauf, neue Stadt, die ständigen Gedanken daran was die anderen denken oder erwarten könnten, ob man "genügt". Eigentlich ist das Nachdenken über letzteres das wirklich schlimme, weil es einem ab einem gewissen Maß anfängt zu blockieren.
Und als schlecht werden vor allem die wahrgenommen, die nicht entscheiden können und kein sicheres Auftreten haben. Selbst wenn sie fachlich gut sein sollten. Entscheiden können und souverän auftreten ist enorm wichtig, wird als Kompetenz oft unterschätzt. Zwar ist ein gewisses Maß an Selbstkritik notwendig um sich weiterzuentwickeln, aber es darf nicht Überhand nehmen sonst bewirkt es das exakte Gegenteil. Allein indem man ein souveränes, sicheres Auftreten übt (unabhängig von Situation und Sachverhalt) fühlt man sich gleich viel sicherer. Man muss das nur erstmal schaffen, und je nach Grundpersönlichkeit ist das natürlich auch nicht so einfach.
Sammlungen an Ratschlägen findet man im Internet genug, nur was häufig nicht erwähnt wird ist die berühmte 80-20 Regel (die für fast alles im Leben in der ein oder anderen Form gilt):
20% der Patienten fressen 80% deiner Zeit und Nerven. Identifiziere diese und überlege wie du sie besser managen kannst. Ob sich was delegieren lässt. Was das eigentliche Grundziel ist und welche Maßnahmen notwendig sind um dies zu erreichen - diese gilt es zu priorisieren.
Was das Fachliche angeht ist häufig der erste Schritt sowieso irgendeine Diagnostik - die Kunst besteht darin immer up to date zu bleiben was die Ergebnisse angeht und alles im Kopf zu behalten. Merkfähigkeitstraining ist in der Hinsicht hilfreich. Auch wenn es dafür einen langen Atem braucht bis man den Dreh wirklich raus hat.
Ansonsten gibt es zahlreiche Algorithmen und Flowcharts für die gängigsten Krankheitsbilder. Oft gibt es die im hausinternen Intranet als SOP zum Download. Danach solltest du dich auf jeden Fall erkundigen, das kann einiges erleichtern.
Danke für deine ausführliche Antwort!
alles total normal was du geschrieben hast! es wird aber mit der zeit besser und danach macht es auch spass :-)
...... mischung aus nanny und sekretärin.... das ist super nervig und bleibt leider immer super nervig, egal wie gut man ist
Nö, das muss nicht so viel besser werden. Muss jeder für sich selbst entscheiden.
Naja es gibt ja sozialdienst, case Management als Hilfestellung. Sowas kann man auch alles codieren am Abend : incompliance oder Demenz.
Die Bürokratie nervt mich gar nicht so. Das ist wenigstens etwas, was ich kompetent bewältigen kann. Das wird mich dann in der Zukunft nerven. Mich stresst eher, dass ich fachlich überfordert bin. Alles auf einmal zu managen und für alles natürlich auch den Kopf hinzuhalten ist einfach emotional belastend. Natürlich versuche ich so gut es geht nachzuarbeiten. Aber wenn man jeden Tag halt ca. 10h da ist, dann ist es echt schwer. Man will nur noch was Essen und dann ab ins Bett.
Das kann ich gut nachvollziehen. Wobei ich das etwas anders formulieren würde als du: Du bist nicht fachlich überfordert, sondern du kannst halt einfach viele Sachen noch nicht. Was aber völlig normal ist, und bei jedem anderen, der so weit ist, wie du, ganz genauso ist. Woher sollst du all das auch können? Es ist völlig normal, dass man Zeit dafür braucht. Die Facharztweiterbildung ist mit gutem Grund 5-6 Jahre lang. Das darfst du nie vergessen, auch wenn es einen am Anfang leicht frustrieren kann.
Dass du am Abend platt bist, ist auch normal. Das wird sich nach ein paar Monaten aber wahrscheinlich wirklich bessern.
Stay positive! :-top (But test negative.)
Mich stresst eher, dass ich fachlich überfordert bin. Alles auf einmal zu managen und für alles natürlich auch den Kopf hinzuhalten ist einfach emotional belastend.
Yup Davo hat das richtig gesagt. Mit der Zeit wirst du merken: Die Anfragen und die Sachverhalte wiederholen sich und dann wird es einfacher mit der Zeit.
WackenDoc
07.02.2021, 18:18
Und du kannst ja mal nach und nach ein "Innere im xy-Krankenhaus für Dummies"-Heft erstellen für die Neulinge die nach dir kommen.
Und du kannst ja mal nach und nach ein "Innere im xy-Krankenhaus für Dummies"-Heft erstellen für die Neulinge die nach dir kommen.
Das schreibe ich mir gerade. Ich hoffe, dass ich dadurch möglichst schnell auf Kurs komme.
Ich geb nochmal ein kleines Update, auch vielleicht weil später mal vielleicht Leute diesen Thread lesen, denen es ähnlich geht. Leider muss ich sagen, dass es bisher nicht wirklich besser geworden ist. Ich geh jeden Tag mit Bauchschmerzen in die Arbeit, weil ich mich so überfordert fühle. Kritik bekomme ich auch viel, weil ich zu unselbstständig bin und fachlich nicht gut genug bin. Ich denke da ist auch viel wahres dran. Andererseits denke ich mir, ich bin noch nicht mal einen Monat Arzt. Woher soll ich es auch können? Die Kritik von den Kollegen kann ich nachvollziehen, aber es tut natürlich schon weh, wenn man sein bestes gibt und es trotzdem irgendwie nicht richtig hinbekommt. Ich versuche abends immer noch etwas nachzulesen, aber nach 10h Arbeit fällt es mir oft einfach doch zu schwer und ich will eigentlich nur noch ins Bett. Liegt vielleicht auch daran, dass ich nie in die Innere wollte, aber es sich nun mal jetzt so als praktikabelste Lösung gezeigt hat. Es fällt mir einfach schwer den Überblick über die Patienten zu halten und mir zu merken welche Untersuchungen brauche ich jetzt noch etc. Natürlich schreibe ich mir immer Listen was noch zu tun ist, aber die Zeit reicht einfach vorne und hinten nicht, dass ich das dann alles zügig sichte und dann auch richtig einordnen kann. Wir haben auch einfach viele Tumorpatienten, wo ich mir unsicher bin welche Staginguntersuchungen noch sinnvoll sind etc. Oder wann ich jemanden zur Re-ERCP schicken muss oder sowas. Unser Oberarzt ist sehr nett, aber auch nicht wirklich interessiert daran die Patienten durchzusprechen, weil er natürlich auch begehrt ist (Tumorkonferenz, Endoskopie, Ultraschall...) Andererseits sehe ich es auch nicht ein noch länger zu bleiben, weil ich dann einfach nach einer gewissen Zeit nicht mehr kann. Ein Kollege meinte zu mir man merkt, dass du im PJ nichts gelernt hast. Was zum Teil auch der Wahrheit entspricht, da mein PJ hauptsächlich aus Blutabnehmen bestand. Ich denke das einzige was o.k. ist, dass ich einigermaßen die Briefe aktuell halte. Ich werde auch dafür kritisiert, dass ich für die Aufnahme zu lange brauche. Aber ich brauche halt meine 20 Minuten für meine Anamnese, körperliche Untersuchung und Braunüle legen bzw. Blutabnehmen. Dann muss ich natürlich noch Medis anordnen und die Untersuchungen anmelden das kostet dann nochmal extra Zeit. Ich hab mir auf jeden Fall mal vorgenommen ein halbes Jahr zu überstehen, ohne einen seelischen Schaden zur erleiden und zu beißen. Ich versuche auch die Kritik anzunehmen, aber es fällt mir schwer sie umzusetzen.
Schade, dass die Kollegen bei dir so sch**** sind.
Das, was du schilderst, ist völlig normal, und bei jedem neuen Absolventen so. Es liegt also nicht daran, dass du im PJ nichts gelernt hast, auch nicht daran, dass du langsam bist, o.ä. - sondern einfach daran, dass du ein Anfänger bist.
Die Aussagen deiner Kollegen finde ich deshalb ziemlich primitiv. Lass sie dir nicht zu Herzen gehen. Mach einfach weiter so, und mit der Zeit wirst du ganz von selbst besser werden :-top
P.S.: Sachlich gerechtfertigte inhaltliche Kritik sollte man natürlich immer annehmen, aber den ganzen unqualifizierten emotionalen Müll, den man dir da mit der inhaltlichen Kritik ungefragt mitgibt, den kannst du getrost ignorieren und in die Tonne kloppen.
Und wie du selbst ganz richtig gesagt hast - du bist seit nicht mal einem Monat dort. Du bist genau genommen erst seit zwei Wochen dort! (Glaube ich.) Du hast also noch nicht mal 1% der Facharztweiterbildung hinter dir. Dann ist es auch logisch, dass du noch nicht mal 1% der Arbeit kannst.
(Ja, mir ist schon klar, dass der Lerneffekt nicht linear ist, und dass das ein übermäßig simplistischer Vergleich ist - aber man sollte das dennoch nie außer Augen lassen, vor allem dann nicht, wenn man mit maßloser Kritik zugemüllt wird!)
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