Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : BU-Versicherung
Matzexc1
18.02.2021, 11:44
Allgemeinen bin ich der Ansicht, dass ein solider Vermögensaufbau schon in jungen Jahren die beste Absicherung gegen alle Art von Lebensrisiken ist. Aber das ist Sache der persönlichen Präferenzen.
".
Volle Zustimmung
Nefazodon
18.02.2021, 17:58
Wenn z.B. ein Ärztepaar statt zweier BU jeden Monat 500€ in die Kapitalmärkte stecken würde käme nach 20 Jahren ein sechsstelliger Betrag heraus. Im Allgemeinen bin ich der Ansicht, dass ein solider Vermögensaufbau schon in jungen Jahren die beste Absicherung gegen alle Art von Lebensrisiken ist.
Prinzipiell hast Du mit dem Vermögensaufbau in jungen Jahren absolut recht, da will ich auch gar nicht widersprechen...
Die Sache ist nur: Was ist, wenn man relativ jung, z.B. mit 40 Jahren BU wird??? Dann hatte man eben noch keine Gelegenheit, Vermögen anzuhäufen um den Verdienstausfall zu kompensieren. Und genau für den Fall ist meine ich, die BU da.
Wie ich oben schrieb, muss man als Arzt -wenn denn überhaupt- ja auch nur den Fall einer Teil-Erwerbsminderung versichern (für 100% ist man über das Versorgungswerk gut abgesichert imho), daher müssen die Beträge auch nicht so hoch sein...
Das mit den Gerichtsprozessen durch die Versicherer habe ich auch schon gehört und das ist natürlich nicht so toll. Aber eine Chance auf Geld hat überhaupt nur, wer zuerst mal überhaupt eine BU-Versicherung hat....
Ich jedenfalls bevorzuge es, zumindest die Option auf BUV zu haben.....und die Auszahlung wird sicherlich nicht bei allen verweigert, sondern immer noch beim überwiegenden Teil geleistet. Aber eine Rechtsschutz ist in jedem Fall zu empfehlen ;)
Ansonsten bleibt es natürlich Ansichtssache wie WiWi18 aber auch ich schon geschrieben hatten....
GelbeKlamotten
18.02.2021, 21:56
Kommt in meinen Augen eben stark auf den Grad der eigenen Risikoaversion an. Es muss einem eben klar sein, dass man für diese (in meinen Augen trügerische) Sicherheit sehr viel Geld bezahlt - wenn man nur ein Gehalt von 1500€ versichert muss man dennoch irgendwie weiterarbeiten, und wenn man sich so hoch absichert, dass man im Fall der Berufsunfähigkeit gar nicht mehr arbeiten müsste, zahlt man unter Umständen mehrere hundert Euro pro Monat. Wenn z.B. ein Ärztepaar statt zweier BU jeden Monat 500€ in die Kapitalmärkte stecken würde käme nach 20 Jahren ein sechsstelliger Betrag heraus. Im Allgemeinen bin ich der Ansicht, dass ein solider Vermögensaufbau schon in jungen Jahren die beste Absicherung gegen alle Art von Lebensrisiken ist. Aber das ist Sache der persönlichen Präferenzen.
Was bei mir das Faß zum Überlaufen bringt ist halt die Gefahr eines jahrzehntelangen Rechtsprozesses, der darauf abzielt, den ohnehin schon belasteten Berufsunfähigen weiter zu zermürben (wie gesagt, selbst so mitbekommen). Deshalb ist die "Sicherheit", in der man sich wiegt, meiner Auffassung nach eben "trügerisch".
Und von den 100.000 Euro lebt man dann wie lange? Nach 3 Jahren wirds spätestens eng. Und die 3 Jahre sind schon unter der Voraussetzung gerechnet, dass durch die zur BU führende Erkrankung keine hohen weiteren Kosten entstehen.
Aber selbst wenn es nur eine vorübergehende Berufsunfähigkeit ist, z.B. während der Behandlung einer Krebserkrankung: vielleicht kann man auch danach nicht mehr voll arbeiten. Und 3 Jahre später kommt das Rezidiv oder der therapieassoziierte Zweittumor. Wo kommen dann die neuen 100k hergeflogen, wenn man im schlimmsten Fall gar nichts mehr ansparen konnte? Und im Rentenalter gehts dann schön in die Altersarmut, weil der Lebensverdienst und damit die Einzahlungen ins Versorgungswerk sich deutlich reduziert haben und die privaten Ersparnisse alle für die BU-Zeiten draufgingen. Aber vielleicht hat man ja Glück und stirbt dann eh früh :-))
Mit einer Sparrate von 500 Euro im Monat kann man sich nicht annähernd sinnvoll gegen eine frühe BU absichern. Schon gar nicht, wenn das auch noch die Sparrate von zwei Personen zusammen ist. Vielleicht findet einen der Partner ja auch auf einmal gar nicht mehr so attraktiv, wenn man schwer krank ist. Und dann will er auf einmal seinen Teil von den 100k selber haben (jaja, ich weiß, mit EUREM Partner würde das NIE passieren). Gerade bei z.B. schweren psychischen Erkrankungen, kann es selbst für den treusten Partner EXTREM schwer werden, zu einem zu halten.
Um sich gegen die wichtigsten BU Risiken nur durch Kapital abzusichern und sich den langfristigen Erhalt eines vernünftigen Lebensstils zu sichern, kannst du an die 500 Euro Sparrate mal mindestens verfünffachen. Dann hat man nach 15 Jahren zumindest eine finanzielle Basisabsicherung.
Du unterschlägst da ein paar Dinge.
Gegen temporäre Berufsunfähigkeit ist man ein Stück weit schon durch die Sozialsysteme abgesichert – man bekommt in 3 Jahren immerhin 1,5 Jahre Krankengeld ausbezahlt. Es ist also nicht so, dass man da gar nichts hätte, gerade bei so Dingen wie Krebserkrankungen mit Rezidiv ein paar Jahre später.
Zweitens ist es eben sehr unwahrscheinlich, dass man mit 40 dauerhaft berufsunfähig wird, ohne dass man zum Pflegefall wird und ohne dass man dann in absehbarer Zeit auch stirbt. Hinreichend wahrscheinlich sind da eigentlich nur psychische Erkrankungen, und da eigentlich auch nur Dinge wie Depression (Schizophrenie z.B. wird ja ab einem gewissen Alter auch extrem selten). Und ich würde wetten, dass das genau die Diagnosen sind, bei denen man sich mit der Versicherung dann JAHRZEHNTE um das Geld streiten kann, so dass man von der BU tatsächlich erst einmal gar nichts hat (man kann sich ja auch nicht verschulden, um den eigenen Lebensstandard zu halten, mit der Hoffnung, irgendwann mal die BU ausbezahlt zu bekommen). Und ich würde auch wetten, dass der Großteil der schwer Depressiven auch keine Kraft für einen solchen Rechtsprozess hat, den dann, wenn überhaupt, auch wieder die Angehörigen ausfechten dürfen.
Drittens habe ich nicht geschrieben, dass es bei den 500€ pro Monat Sparrate bleiben soll ;) Für ein Ärztepaar würde ich auch tatsächlich mindestens den fünffachen Betrag ansetzen – in den ersten Berufsjahren, später mehr. Es ist nur eben so, dass die eigene Sparquote durch überflüssige und teure Versicherungen massiv sinkt, so dass dann gegen andere Risiken, für die man keine Versicherungen abgeschlossen hat, eben keine oder zu wenig Rücklage da ist. Ich denke da zum Beispiel an die von dir erwähnte Altersarmut, die in unserer Generation ein deutlich schlimmeres Problem sein wird als das doch schon ziemlich konstruierte Szenario der dauerhaften Berufsunfähigkeit, welches einem der Versicherungsvertreter an die Wand malt, damit er sechs Monatsbeiträge Provision kassieren kann. Man kann als Einzelperson, als Assistenzarzt, mit BU-, Hausrat-, Rechtsschutz- und diversen Kranken-Zusatzversicherungen, gerne 400€ oder mehr pro Monat für Versicherungen abdrücken, wenn einen der MLP-Mensch lange genug beschwatzt hat. Mit einem Großteil der Versicherungen machen die Versicherten lediglich andere Menschen reich.
Rezidiv? Und dann über Sparen und lange Lebenszeit (Jahrzehnte...) noch nachdenken?
Therapieass. Zweittumor nach 3 Jahren? Eher innerhalb von 10-30 Jahren.
Wie WIWO bereits sagte: Die wenigsten sind ein Vollpflegefall und garnicht mehr erwerbstätig.
Insgesamt sehr wenig differenziert
[QUOTE=WiWi18;2183475] Man kann als Einzelperson, als Assistenzarzt, mit BU-, Hausrat-, Rechtsschutz- und diversen Kranken-Zusatzversicherungen, gerne 400€ oder mehr pro Monat für Versicherungen abdrücken, wenn einen der MLP-Mensch lange genug beschwatzt hat. Mit einem Großteil der Versicherungen machen die Versicherten lediglich andere Menschen reich.
Man kann sich gegen alles absichern und dafür zahlen. Ein paar Versicherungen braucht man. Eher in die Kategorie Luxus Versicherungen gehört z.B... WA und Einzelzimmer
GelbeKlamotten
19.02.2021, 09:29
Rezidiv? Und dann über Sparen und lange Lebenszeit (Jahrzehnte...) noch nachdenken?
Das sind immer die besten Argumente. „Also wenn man Krebs hat, dann ist das Leben doch eh fast vorbei“ :-))
Ich kenne zB unzählige MammaCa Patientinnen, die ein Rezidiv oder einen Zweittumor hatten und trotzdem Vollremission erreicht haben. Und die haben komischerweise alle nicht vor, in den nächsten 5 Jahren zu sterben.
Und selbst wenn ein ein Tumorrezidiv eines ColonCas in Form einer metachronen Lebermetastasierung auftritt, leben viele Patienten unter Therapie noch Jahrzehnte.
Und wenn jemand, der heute 25 ist und mit Berufsbeginn eine BU-Versicherung abschließt, in 25 Jahren an Krebs erkrankt, dann wird sich da noch mal einiges getan haben.
Wie WIWO bereits sagte: Die wenigsten sind ein Vollpflegefall und garnicht mehr erwerbstätig
Muss jeder selber wissen, ob er wenn er schwer krank ist, aber noch stundenweise arbeitsfähig, tatsächlich noch jeden Tag bis zur Erschöpfung arbeiten gehen will um finanziell über die Runden zu kommen. Ich wöllte es eher nicht.
Insgesamt sehr wenig differenziert
Dito.
Klar, das Glioblastom und Pankreas-CA Rezidiv, man lebt Jahrzehnte und Jahrhunderte damit, wussten wir alle. Und selbst beim Mamma-CA gibt es durchaus aggressive Tumorbiologien, die nicht jahrelang auf eine Hormontherapie ansprechen. Bzw. niemand weiß wann die "gutartigen" Rezidive mit Hormonsensibilität und KI67 10%-30% zu einer aggressiveren Tumorbiologie mutieren. Nur du weißt sowas oder?
Wo sind jetzt deine Daten für den therapieass. Zweittumor nach 3 Jahren?
Muss jeder selber wissen, ob er wenn er schwer krank ist, aber noch stundenweise arbeitsfähig, tatsächlich noch jeden Tag bis zur Erschöpfung arbeiten gehen will um finanziell über die Runden zu kommen. Ich wöllte es eher nicht.
Ich hatte explizitit gesagt "garkeine" Beschäftigung, was einen Job "täglich bis zur Erschöpfung" ausschließen sollte.
Dito.
Auch etwas realitätsfern.
So. Und nun kommen wir hier mal zum Thema zurück; und lassen diese General-Beschimpfungen und überheblichen Lästereien sein. Diese unfreundliche Kommunikation die hier von einzelnen Nutzern immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen an den Tag gelegt wird, sorgt für eine ungute Atmosphäre die nicht der ursprünglichen Idee dieses Forums entspricht.
Anne1970 Mod.
Hast du das gelesen?
GelbeKlamotten
19.02.2021, 10:16
Klar, das Glioblastom und Pankreas-CA Rezidiv, man lebt Jahrzehnte und Jahrhunderte damit, wussten wir alle. Und selbst beim Mamma-CA gibt es durchaus aggressive Tumorbiologien, die nicht jahrelang eine Hormontherapie ansprechen. Bzw. niemand weiß wann die "gutartigen" Rezidive mit Hormonsensibilität und KI67 10%-30% zu einer aggressiveren Tumorbiologie mutieren. Nur du weißt sowas oder?
Selbstverständlich gibt es auch Tumorerkrankungen mit extrem schlechter Prognose. Und? Hat das jemand bezweifelt? Was tut das zur Sache? Deswegen sollte man sich am besten gar nicht mehr finanziell gegen eine BU absichern? Lol.
Mit dir zu diskutieren ist leider offensichtlich prinzipiell sinnlos, denn du führst mit deinem Whataboutism jegliche Diskussion ad absurdum.
Wo sind jetzt deine Daten für den therapieass. Zweittumor nach 3 Jahren?
Frage nicht beantwortet.
Deswegen sollte man sich am besten gar nicht mehr finanziell gegen eine BU absichern?
Hat niemand gesagt.
Irgendwie ist diese Diskussion ziemlich schwarz-weiß...
Eine BU-Versicherung ist sicher kein unumstrittenes Muss (wie z.B. eine Haftpflichtversicherung). Aber sie gehört eben schon zu den sinnvolleren Versicherungen - mit allen Einschränkungen die dazu gehören. Letztlich muss dann jeder für sich und abhängig von seiner Lebensplanung überlegen, ob sie für einen selber Sinn macht und wenn ja bis zu welcher Höhe. Als Single mit relativ geringen Lebenshaltungskosten der lieber 50% arbeitet und ansonsten die Freiheit genießt brauche ich sicher weniger/ keine Absicherung. Wenn man Alleinverdiener mit großer Familie und abzuzahlenden Eigenheim ist, dann sieht die Sache halt anders aus.
Und wenn man gutverdienender Chefarzt ist, dann macht vielleicht auch mal die Kopplung mit einer Kapitallebensversicherung Sinn.
Was man aber sicher jedem raten kann, ist sich keine überhöhte Rentensumme aufquatschen zu lassen und sich bei der "Beratung" nicht nur auf das Verkaufsgespräch eines Versicherungsmaklers zu verlassen (selbst wenn der natürlich im Grunde das selbe erzählt wie die nächsten 5 Versicherungsverkäufer...).
Dogs4Life
19.02.2021, 10:46
@Wiwi18
Also du entkräftigst einfach null die Argumente von GK. Natürlich sollte jeder versuchen für sein eigenes Alter vorzusorgen, aber du versuchst das irgendwie so zu begründen, dass der Betrag, der für die BU monatlich draufgeht äquivalent zur Sparrate ist. Das wird ein Bruchteil der Sparrate sein und einem eine gute Sicherheitslage geben. Du betonst ständig wie unwahrscheinlich es ist, dass jemandem in dieser Zeit was passiert, aber selbst ein 0,1%iges Risiko würde es schon sinnvoll machen. Kenne tatsächlich schon 3-4 Leute in meinem Bekanntenkreis, die ihre BU in Anspruch genommen haben und sehr froh darüber waren, diese gehabt zu haben.
Eigentlich muss ich hier nichts mehr zu sagen, weil GK das schon gemacht hat. Leider würde ich keine BU bekommen, sonst hätte ich auch eine abgeschlossen und das kommt von einem sehr kapitalistisch geprägtem Menschen. Selbst wenn sie dir mit erst 60 ausgezahlt werden würde, würde sie sich lohnen.
@dacapo
Wie kommst du denn jetzt auf auf metastasierte terminale CAs?? Das ist einfach wieder Cherrypicking bloß um etwas gegen etwas zu sagen, ohne dass eine gegenteilige oder kontroverse These aufgestellt wurde.
Ich gehe ja sehr häufig nicht d'accord mit dem, was GK sagt, aber hier muss man ihr vollkommen beipflichten.
@Wiwi18
Also du entkräftigst einfach null die Argumente von GK. Natürlich sollte jeder versuchen für sein eigenes Alter vorzusorgen, aber du versuchst das irgendwie so zu begründen, dass der Betrag, der für die BU monatlich draufgeht äquivalent zur Sparrate ist. Das wird ein Bruchteil der Sparrate sein und einem eine gute Sicherheitslage geben. Du betonst ständig wie unwahrscheinlich es ist, dass jemandem in dieser Zeit was passiert, aber selbst ein 0,1%iges Risiko würde es schon sinnvoll machen. Kenne tatsächlich schon 3-4 Leute in meinem Bekanntenkreis, die ihre BU in Anspruch genommen haben und sehr froh darüber waren, diese gehabt zu haben.
Eigentlich muss ich hier nichts mehr zu sagen, weil GK das schon gemacht hat. Leider würde ich keine BU bekommen, sonst hätte ich auch eine abgeschlossen und das kommt von einem sehr kapitalistisch geprägtem Menschen. Selbst wenn sie dir mit erst 60 ausgezahlt wird.
Nein, das behaupte ich nicht.
Das mit den "3-4 Bekannten" glaube ich dir nicht, es ist jedenfalls statistisch extrem unwahrscheinlich.
Bei Krebserkrankungen, an denen man nicht stirbt, kann man nach einer gewissen Zeit auch wieder arbeiten. Vielleicht nicht 100%, aber jahrzehntelang beschäftigungslos daheim sitzen würde ich nicht aushalten. Das Szenario, nach dem genau dieser Fall abgesichert werden muss, konnte mir bisher immer noch niemand glaubhaft darlegen.
Zu guter Letzt: Was du zu den 0,1% und der "lohnt sich auch bei BU mit 60 noch" schreibst ist mathematisch grober Unsinn. Jeder kann in die Sparrechner im Internet eintippen, was die Beiträge in 20,30,40 Jahren wert sind. Jeder kann den Erwartungswert der kumulierten Auszahlungen berechnen (bzw sollte es können, wenn man Abitur hat).
Um jetzt auch mal etwas zu polemisieren: Schließt halt brav eure BU ab und finanziert die Burberry-Klamotten von eurem MLP-"Berater". Ich halte euch nicht davon ab, anderen Menschen Geld zu schenken.
Mometasonfuroat
19.02.2021, 11:21
Ich denke, dass hängt von jedermans persönlichen Lebensstand, Lebenssituation und Risiko-/Sicherheitsbedürfnis ab.
Ich persönlich habe von den 120 Euro monatlicher Rate die meine Komilitonnen damals zahlten, halt die Rate für meine Immobilien bedient, was auch eine Form der Absicherung im Krankheitsfall darstellt. Wichtig ist, dass man das Geld anlegt und nicht auf dem Konto liegen lässt und für gewisse Situationen abgesichert ist.
Ich persönlich kenne ebenfalls zwei Leute im näheren Umfeld, die seit Jahren von ihrer BU profitieren. Das ist zwar ebenfalls nicht repräsentativ, ist aber der "Ich kenne keinen, der..."-Argumentation, die eher an die Argumentationsstruktur von Corona-Leugnern erinnert, entgegen zu stellen.
Es gibt eine Risikoerfassung, die über das, was die Gesellschaften erfassen hinaus geht. Hierzu gehören für mich insbesondere Erkrankungen innerhalb der Familie sowie das Wissen über die eigene physische und psychische Belastbarkeit. Hat meine Mutter schon die dritte depressive Episode? Ist mein Körper anfällig für Wehwehchen? Bin ich schon jetzt mit 30 ziemlich am Ende mit der Welt wenn ich nach 12 Stunden Krankenhaus nach Hause kehre?
Hinzu kommt der individuelle Bedarf. Was muss ich absichern? Welche Kosten fallen im Falle einer Berufsunfähigkeit sogar weg? Wieviel Kapital hat mein Partner? Wieviele Kinder habe ich zu welchem Zeitpunkt noch durchzufüttern?
Es ist und bleibt völliger Unfug, pauschal für eine ganze Berufsgruppe von einer BU-Versicherung abzuraten.
Gesetzlich vorgeschrieben ist es nicht, kann jeder nach eigenem Risikoprofil abschließen oder eben nicht
Der wesentliche Grund ist das Missverhältnis zwischen den absehbar einzuzahlenden Beiträgen und dem Erwartungswert der Auszahlung, in Kombination mit einem Risiko, das nicht so hoch ist, wie einem gerne vermittelt wird.
Die Wahrscheinlichkeit bis zum Rentenbeginn mit 65 Jahren berufsunfähig zu werden, liegt für 20-jährige Männer bei 43 Prozent.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/28002/umfrage/wahrscheinlichkeit-der-berufsunfaehigkeit-bis-zur-rente-mit-65/
Es erübrigen sich weitere Diskussionen, wenn schon die Ausgangshypothese komplett falsch ist. Wenn nicht bis vor ein paar Jahren die Selbstständigkeit und der eingeplante Praxisverkausferlös das Berufsbild beherrscht hätten, dann wären Ärzt*innen in der berufsdifferenzierten Statistik ganz oben mit dabei.
Ansonsten wird hier wieder mal eine BUV mit einer Kapitalanlage verwechselt, und daß es später zu Rechtsstreitigkeiten (wie bei jeder anderen Versicherung auch) kommen kann, spricht nicht wirklich gegen einen Versicherungsabschluss.
Übrigens habe ich meine BUV ohne Vertreterkontakt abgeschlossen, Provisonen an MLdingsbums und Co.sind keine Notwendigkeit.
Das zu versichernde "Gut" ist übrigens das Lebenseinkommen bzw. ein Anteil davon und bei einem post-FA zu erzielenden Einkommen von 100.000 p.a kommen da durchaus ein paar Milliönchen zusammen.
Daß man bei ausreichender materieller Absicherung schon in jungen Jahren keine BUV braucht, z.B. als reicher Erbe , ist ebenfalls unbestritten.
Dann machst Du auch den typischen Denkfehler, davon auszugehen, daß 1) automatisch die potentielle Krankheit zum Beruf "passt" (der querschnittsgelähmte Radiologe ist okay, wie ist es aber mit dem erblindeten Radiologen?) und 2) daß einen auch jemand einstellt. Was nicht unbedingt der Fall sein muß.
Die Diskussion haben wir fast jedes Jahr hier im Forum. Der Grund für derartige Beiträge der Kategorie "sich-in-die-Tasche-lügen" dürfte eher darin liegen, es persönlich versäumt zu haben, rechtzeitig eine abzuschließen oder überhaupt eine abschließen zu können und deswegen einer der wichtigsten Versicherungen überhaupt mit abstrusen Argumenten schlechtzureden.
Dogs4Life
19.02.2021, 14:02
Nein, das behaupte ich nicht.
Das mit den "3-4 Bekannten" glaube ich dir nicht, es ist jedenfalls statistisch extrem unwahrscheinlich.
Bei Krebserkrankungen, an denen man nicht stirbt, kann man nach einer gewissen Zeit auch wieder arbeiten. Vielleicht nicht 100%, aber jahrzehntelang beschäftigungslos daheim sitzen würde ich nicht aushalten. Das Szenario, nach dem genau dieser Fall abgesichert werden muss, konnte mir bisher immer noch niemand glaubhaft darlegen.
Zu guter Letzt: Was du zu den 0,1% und der "lohnt sich auch bei BU mit 60 noch" schreibst ist mathematisch grober Unsinn. Jeder kann in die Sparrechner im Internet eintippen, was die Beiträge in 20,30,40 Jahren wert sind. Jeder kann den Erwartungswert der kumulierten Auszahlungen berechnen (bzw sollte es können, wenn man Abitur hat).
Um jetzt auch mal etwas zu polemisieren: Schließt halt brav eure BU ab und finanziert die Burberry-Klamotten von eurem MLP-"Berater". Ich halte euch nicht davon ab, anderen Menschen Geld zu schenken.
Jap, ist leider so. Teilweise war es die Erkrankung selbst, teilweise die psychischen Folgen, die aus der Erkrankung resultierten. Du redest, glaube ich, so leicht daher, weil du nicht in den Schuhen von diesen Menschen steckst. Jeden kann ein Schicksalsschlag treffen, der einen komplett aus dem Leben wirft. Ob man das dann verkraftet, ist sehr individuell und hängt von vielen Faktoren ab. Jetzt schon zu prophezeien, was man in welcher Situation machen würde, halte ich für naiv.
Vielleicht würde es hier auch mal helfen einen Blick in eine psychiatrische Abteilung zu werfen und zu sehen, wie dort Menschen psychisch nach bestimmten Ereignissen nichts mehr gebacken bekommen.
Sollte eig mit 50 heißen, aber selbst mit Auszahlung ab 60 kannst du dir das mal ausrechnen. Inflationsrate mit 1,87% betiteln und einer Rendite von, sagen wir mal, 7% über 30 Jahre. Diskrepanz ist winzig für diese Sicherheit. Und ob du mit deinen zusätzlichen 100 000 Euro, die du in den 30 Jahren mit den Beiträgen erwirtschaftet hast (gesetzt dem Fall, dass du nie darauf angewiesen sein wirst) deine Altersvorsorge gedeckt haben wirst, mag ich zu bezweifeln.
GelbeKlamotten
19.02.2021, 21:44
Der Grund für derartige Beiträge der Kategorie "sich-in-die-Tasche-lügen" dürfte eher darin liegen, es persönlich versäumt zu haben, rechtzeitig eine abzuschließen oder überhaupt eine abschließen zu können und deswegen einer der wichtigsten Versicherungen überhaupt mit abstrusen Argumenten schlechtzureden.
Na da bin ich doch mal ein tolles Positivbeispiel: Ich kann keine BU-Versicherung zu sinnvollen Konditionen abschließen, und spreche mich trotzdem regelmäßig dafür aus :-)
Klar ist natürlich, dass der statistische Erwartungswert einer halbwegs guten Geldanlage höher ist als der einer BU-Versicherung. Das ist bei jeder privaten Versicherung so, sonst würde sie keiner anbieten. Neben dem Unternehmensgewinn muss wie immer auch ein großer Verwaltungsapparat bezahlt werden.
Aber das Leben eines Einzelnen läuft nun mal nicht immer statistik-konform. Und wie tarumo sagt: nicht immer ist die Erkrankung ausreichend mit dem Berufsbild vereinbar. Deswegen unterscheidet man ja auch zwischen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit. Wie siehts denn beim Chirurgen aus, der nach einer Chemotherapie eine schwere Polyneuropathie entwickelt? Geht dann die komplizierte OP mit tauben, kribbelnden und ständig schmerzenden Fingern immer noch genauso leicht von der Hand wie vorher? Hat man dann tatsächlich immer noch Lust vollzeit im OP zu stehen, weil der Job ja gar so toll ist?
Man muss sich auch gar nicht so auf Krebserkrankungen versteifen. Auch nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kann man längerfristig berufsunfähig sein. Und ja, mit einer Hemiparese kann man noch einen Teil der Tätigkeiten eines Radiologen ausführen. Aber man ist in den meisten Dingen langsamer. Und obs mit dem Diktieren noch klappt? Und wie groß ist dann noch das Interesse des Arbeitgebers, denjenigen weiter zu beschäftigen? Das kann schon zu Problemen führen, auch wenn man mit Behinderung natürlich schwerer zu entlassen ist.
Und es ist ja auch nicht so, dass der liebe Gott dann sagt: „Frau xy habe ich jetzt schon mit einem Schlaganfall gequält, ab jetzt verschone ich sie mit weiteren Erkrankungen.“ Leider ist das Gegenteil der Fall: Wer ein mal - aus welchen Gründen auch immer - länger berufsunfähig war, der hat immer eine deutlich größere Chance es noch mal zu werden.
Für mich selbst hat die fehlende Möglichkeit für eine BU Versicherung dazu beigetragen, dass ich früh sehr intensiv mit der „Altersvorsorge“ angefangen habe. Selbst wenn ich in 10 Jahren langfristig berufsunfähig werde, bin ich ganz gut abgesichert. Dafür habe ich aber auch in den letzten Jahren im Schnitt monatlich vermutlich mehr als das 50fache von dem zurückgelegt, was eine Assistenzärztin normalerweise für eine BUV zahlen würde.
Die Vorstellung, dass man nur einfach die BUV beiträge stattdessen in eine Immobilie oder einen ETF investieren kann und dann genauso gut abgesichert ist, ist eine ziemliche Milchmädchenrechnung.
Dich habe ich ja ausdrücklich nicht gemeint, sondern den Vorschreiber. (Wer wollte Dir denn finanzielle Vorsorge absprechen...*g*...)Wenn dessen Nick suggerieren soll, er/sie hätte etwas Ahnung von monetären Geschichten, dann ist der Beitrag geradezu grotesk.
Wie aus der Statistik hervorgeht, sollte man sich also besser mit Anfang 20 versichern und später anpassen- nur geht das in der Medizin nicht, da ja im Regelfall zu dem Zeitpunkt kein Berufsabschluss vorliegt. Und später wird es dann eben teurer- übrigens alles Fakten, die in eine Betrachtung zu "marktgerechten" Arzt-Gehältern einfließen müssen. Berufsgruppen, die sich gar nicht versichern können (Berufsfeuerwehr usw.) sind oft verbeamtet oder erreichen eine gewisse finanzielle Absicherung durch die initiale Verdiensthöhe bei gleichzeitig eher kürzerer Berufsausübung (Industriekletterer..). Auch bei Piloten ist die Versicherung gegen Lizenzverlust nahezu obligatorisch und wird bisweilen von den Arbeitgebern übernommen.
Aber im Medizinsektor ist da weitgehend Fehlanzeige...
Aktive Piloten dürften aufgrund der ständigen und rigiden Gesundheitschecks im Schnitt deutlich gesünder sein als approbiertes Personal - ich habe aber weder im RL noch online jemand getroffen, der sich naiv-arrogant auf den Standpunkt gestellt hat, man bräuchte das alles nicht und könnte ja im Falle eines Flugtauglichkeitsverlustes was anderes arbeiten...
Die Prämien werden auch nach Risikoanalyse individuell berechnet und wenn der/die Vorschreiber/in zuviel zahlen muß, dann wohnt man vielleicht in der falschen Stadt (ein KH in Berlin-Neukölln ist für das Individuum gefährlicher und stressreicher als eins im hintersten Bayerwald), hat die falsche Fachrichtung (bei Mobbing dürfte HTX ganz vorne liegen), oder es versäumt, zu einem früheren Zeitpunkt abzuschließen. Oder vielleicht auch nur einen zu hohen Betrag versichern wollen? Mit 70% vom Gehalt sollte man ganz gut über die Runden kommen.
Die Vorstellung, dass man nur einfach die BUV beiträge stattdessen in eine Immobilie oder einen ETF investieren kann und dann genauso gut abgesichert ist, ist eine ziemliche Milchmädchenrechnung.
Leider sind die Milchmädchen in der Medizin ziemlich weit verbreitet -es hat vielleicht schon seinen Grund, daß nicht eine müde Minute BWL gelehrt wird. Umso leicheres Spiel haben später nämlich die "Organe", sprich GKV, KVen, MB usw...
Aktive Piloten dürften aufgrund der ständigen und rigiden Gesundheitschecks im Schnitt deutlich gesünder sein als approbiertes Personal - ich habe aber weder im RL noch online jemand getroffen, der sich naiv-arrogant auf den Standpunkt gestellt hat, man bräuchte das alles nicht und könnte ja im Falle eines Flugtauglichkeitsverlustes was anderes arbeiten...
Das stimmt. Allerdings fiel mir da sofort das GermanWings Unglück ein.
Ja sehr schade, dass in Kliniken so ein Kommen und Gehen ist, oftmals mit der Begründung: Gerade noch geschafft vor größerem gesundheitlichen Schaden.
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