Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : BU-Versicherung
medisacb
07.02.2021, 16:38
Liebe alle
Es ist ein leidiges Thema aber ich würde gerne mal die ein oder andere Meinung zum Thema BU-Versicherung haben. Ich bin 30, 2.WBJ nicht-operativ. Wurde, wie vielleicht viele andere, im Studium von einem Berater der Deutschen Ärztefinanz zu einem Kombi-Produkt aus BU und privater Rente überredet. Kurz nach Berufsstart vor einem Jahr hab ich nochmal selbstständig recherchiert und bin zu dem Bild gekommen, das ist eher Mist, gekündigt.
Aber: BU sollte man ja schon haben, was also tun?
Zwischendurch habe ich mehrere Berater angefragt und auch mehrere Makler (die also Honorar nehmen, dafür keine Provision, dadurch scheinbar unabhängiger sind, aber sind sie das wirklich?) kontaktiert, stiftung warentest gelesen, finanztip videos geschaut... und nun?
--> Gefühlt schlägt mir jeder Berater eine andere Versicherung vor (auch wenn er nicht direkt ein Vertreter einer Versicherung ist) und redet die anderen schlecht
--> ich schrecke davor zurück, jetzt auf einmal einem Honorarmakler 1000+ EUR zu geben für eine "unabhängige" Beratung
Was sich so etwas herauskristallisiert hat ist: die alte Leipziger scheint so die "Mutter" aller BUs zu sein. Seriös, liquide, aber auch günstig? Ja, alle sagen immer bei BU-Versicherungen ist Qualität wichtiger als Beitrag, aber den Beitrag zahle ich ja wahrscheinlich die nächsten 35 Jahre jeden Monat!
Gäbe schon auch Alternativen, wie etwa die Canada Life. Günstiger, und bezüglich der Qualität sehe ich nicht direkt Nachteile...
Wie habt ihr das für Euch gelöst?
Ärztefinanz hat mir auch ein Kombiprodukt für BU und private Altersversorgung angeboten. Eigentlich vertraue ich dem Berater dort schon, aber ich hab mich auch dagegen entschieden, da ich nach Literaturrecherche finde, dass es nicht die optimale Version ist.
Momentan ist die einzige sinnvolle Altersversorgung wohl Aktien/ETF-Sparplan. Ich glaube soviel tut sich bei den BU Verträgen zwischen den einzelnen Anbietern nicht. Ich bin aber auch noch am zögern, welche Variante für mich jetzt am besten wäre.
Matzexc1
07.02.2021, 16:46
Hi, hatte das Problem letztes jahr mit einer Kombi der alten Leipziger, über einen Honorarberater aus Mannheim(Empfehlung über den Verband der Honorarberater) bekam ich Kontakt mit einer spezialisierten Versicherungsmaklerin die den Vertrag teilte( eigenständige BU und eigenständige Rentenversicherung)stillgelegt)).
Bei mir war es so, dass aus Altersgründen kein anderer Anbieter mehr in Frage kam und ich dort verblieb. Für die Prüfung meiner anderen versicherungen hab ich 2 verschiedene, andere Honorarberater bezahlt( 1x 500, einmal 250), wie kommst du auf Tausend Euro?
Du musst dir auch eines bewusst sein: Provisionsbezogene Berater bezahlst du über die Versicherungsbeiträge( bei einer Kombi sind das locker 2500€), Honorarberater bezahlst du(deswegen bist du IHR Chef). Eine komplette Rentenplanung wurde mir mal mit 2000€ genannt
medisacb
07.02.2021, 16:55
meine Anfrage bei Honorar-Makler: Versicherungsvolumen wird genommen (also Beiträge mal Monate bis Rente) und davon Prozentsatz. Wären bei mir über 2000 EUR gewesen (für eine BU-Versicherung)
Klar, ich denke auch dass man bei Provisionsberatern langfristig ggf. schon mehr zahlt, aber wenn es keine Versicherungsberater EINER Versicherung sind, sind sie ja in Bezug auf WELCHE Versicherung sie verkaufen auch nicht weniger unabhängig als Honorarmakler. Plus, man würde, gerade im Falle meiner oben geschilderten tausenden Euro zumindest nicht Mega Miese machen, sollte man seine Versicherung mal kündigen oder wechseln wollen.
Hat jemand Erfahrung mit der Canada Life?
Matzexc1
07.02.2021, 17:04
meine Anfrage bei Honorar-Makler: Versicherungsvolumen wird genommen (also Beiträge mal Monate bis Rente) und davon Prozentsatz. Wären bei mir über 2000 EUR gewesen (für eine BU-Versicherung)
Klar, ich denke auch dass man bei Provisionsberatern langfristig ggf. schon mehr zahlt, aber wenn es keine Versicherungsberater EINER Versicherung sind, sind sie ja in Bezug auf WELCHE Versicherung sie verkaufen auch nicht weniger unabhängig als Honorarmakler. Plus, man würde, gerade im Falle meiner oben geschilderten tausenden Euro zumindest nicht Mega Miese machen, sollte man seine Versicherung mal kündigen oder wechseln wollen.
Hat jemand Erfahrung mit der Canada Life?
Verstehe, das ist natürlich eine Hausnummer. Einen Punkt würde ich gerne noch nennen: Du kündigst eigentlich eine BU nicht regelhaft, weil mit steigendem Alter und etwaigen Gesundheitsproblemen wird sie immer teurer.
Ich würde mir vielleicht dann einen Versicherungsmakler suchen, Versicherungen mit Kopf könnte da eine Idee sein.
Für den Abschluss bei meiner Frau habe ich mir bei Stiftungwarentest die fünf Versicherungen mit bezahlbarer Rate und sehr guter Bewertung rausgesucht, mir ein individuelles Angebot schicken lassen (gleichzeitig von allen - sonst muss man u.U. angeben, dass eine andere Versicherung einen abgelehnt hat) und dann die Versicherungsbedingungen verglichen.
Das Problem an Maklern ist, dass die zwar unterschiedliche Produkte anbieten, aber keine provisionsfreien Direktversicherungen - letztere sind aber in der Regel bei gleicher Leistung günstiger (müssen ja keine Provisionen finanzieren). Weiterer Vorteil ist, dass du direkt Zugang zur Versicherung hast und nicht alles über deinen Berater läuft (der dir dann u.U. jedesmal etwas neues andrehen will^^).
Abzugrenzen davon sind reine Honorarberater. Hier zahlst du Betrag X pro Stunde und wirst dafür mal mehr, mal weniger gut, aber immerhin unabhängig beraten. Davon gibt es allerdings deutschlandweit relativ wenige. Bei meiner eigenen Versicherung vor ein paar Jahren bin ich diesen Weg gegangen. Hatte allerdings nicht das Gefühl, dass er mir einen echten Vorteil gegenüber o.g. eigener Recherche gebracht hat.
Was man natürlich trotzdem tun kann - und sollte: Sich von 2, 3 Maklern mal unverbindlich beraten lassen. Wenn man das alles mit Vorsicht betrachtet, erfährt man dabei schon, worauf es so ungefähr ankommt.
Ich denke, dass du das Wichtigste schon erfasst hast.
Das Kombi-Produkt der DÄV ist in der Regel meist murks. Es wird damit geworben, dass der BU-Beitrag als Anhängsel der privaten Rentenvorsorge als Sonderausgabe von der Steuer absetzbar sei. Bei Berufseinsteigern mag das stimmen, mit zunehmendem Einkommen und entsprechend zunehmenden Sozial- und Versorgungswerkabgaben werden das Ausmaß an abzugsfähigen Sonderausgaben jedoch ausgereizt. In der Folge wird das ganze Paket dann sogar am Ende des Tages doppelt versteuert. Die BU dann aus dem Kombiprodukt heraus zu lösen wird meist teuer (keine erneute Gesundheitsprüfung, jedoch neue Beitragsberechnung unter Berücksichtigung des höheren Alters zum Zeitpunkt des Splittings). Die Deutsche Ärzteversicherung handelt meiner Meinung nach in vielen Beratungen hier komplett unseriös.
Gibt es relevante Vorerkrankungen? Wenn nein, würde ich die Top-Versicherer (insb. Alte Leipziger, LV1871, Allianz, SwissLife usw.) direkt kontaktieren.
Matzexc1
08.02.2021, 09:46
Ich denke, dass du das Wichtigste schon erfasst hast.
Das Kombi-Produkt der DÄV ist in der Regel meist murks. Es wird damit geworben, dass der BU-Beitrag als Anhängsel der privaten Rentenvorsorge als Sonderausgabe von der Steuer absetzbar sei. Bei Berufseinsteigern mag das stimmen, mit zunehmendem Einkommen und entsprechend zunehmenden Sozial- und Versorgungswerkabgaben werden das Ausmaß an abzugsfähigen Sonderausgaben jedoch ausgereizt. In der Folge wird das ganze Paket dann sogar am Ende des Tages doppelt versteuert. Die BU dann aus dem Kombiprodukt heraus zu lösen wird meist teuer (keine erneute Gesundheitsprüfung, jedoch neue Beitragsberechnung unter Berücksichtigung des höheren Alters zum Zeitpunkt des Splittings). Die Deutsche Ärzteversicherung handelt meiner Meinung nach in vielen Beratungen hier komplett unseriös.
Gibt es relevante Vorerkrankungen? Wenn nein, würde ich die Top-Versicherer (insb. Alte Leipziger, LV1871, Allianz, SwissLife usw.) direkt kontaktieren.
Die Kombi hat allgemein auch den Nachteil das eine BU rente mit dem Steuersatz für die Altersrente belgt wird(ab 2025 100%) sonst nur der sogenannte Ertragsanteil. Desweiteren verliert man den BU schutz wenn man die versicherung ruhen lassen will, die Begründung der DÄF, dass bei uns Ärzten die BU immer in Versorgungsstufe 1 gehört ist völliger Blödsinn, wir sind hier bereits sehr stark durch das versorgungswerk abgesichert.
die Kombi wettet übrigens auf folgendes:
1. Man verliert nie seinen Job oder hat Einbußen/Geldknappheit (auch dies eine Begründung von DÄF,MLP usw. Ärzte können nicht lange arbeitslos sein, HAHA)
2. Die Finanzkraft der versicherung, in Zeiten on Nullzinsen sehr problematisch. Die Allianz hat übrigens bei ieinigen rentenversicherungen 2016 die Auszahlungen gekürzt
3. Das unsere Steuergesetzgebung die nächsten 30 jahre so bleibt
4. der versicherer klagt nicht gegen euch um die Auszahlung zu kürzen oder hinauszuzögern
Ein bekannter hat trotz all dieser nachteile eine Kombi über einen Honorarberater abgeschlossen 4500€ Rente bei 450€ Beitrag, er verdient aktuell aber auch, dank Allgemeinmedizinproramm, auf Facharztniveau.
Achtung bei mehr als 2500€ BU Rente wird man inzwischen häufig zur gesundheitsprüfung geschickt
Matzexc1
08.02.2021, 09:52
Hier mal was für alle
https://www.wertpapier-forum.de/topic/60775-bu-mit-r%C3%BCrup-kombiniert-als-arzt-fehlberatung-erhalten/
Heraisto
16.02.2021, 21:17
Bis zu welchem relativen Betrag von Bruttolohn sollte man sich versichern, 80%?
Sollte man einen vor 10 Jahren operierten Bandscheibenvorfall ohne jegliche Residuen und Folgen bei Vertragsabschluss angeben?
Frage für einen Freund, danke sehr.
Wenn sie 10 Jahre in die Vergangenheit fragen und du es vergisst anzugeben kann dir im Schadensfall halt die Leistung verweigert werden. Normalerweise sind die Versicherungen sehr genau dabei welchen Zeitraum und welche Erkrankungen sie erfragen.
Heraisto
16.02.2021, 22:12
Es würde ja nicht vergessen werden. Die Frage ist, wie wertet eine BU so einen Schaden? Über 10 Jahre wäre die Sache her, seitdem keine AU, Medikation oder sonstiges wegen "Rücken" .
Bis zu welchem relativen Betrag von Bruttolohn sollte man sich versichern, 80%?
Sollte man einen vor 10 Jahren operierten Bandscheibenvorfall ohne jegliche Residuen und Folgen bei Vertragsabschluss angeben?
Frage für einen Freund, danke sehr.
Finde die Bezugsgröße Lohn Schwachsinn. Wichtig ist wieviel du brauchst um deine Ausgaben zu decken und ggf. deinen Lebensstandard zu halten.
Wenn du 10k verdienst, davon aber jeden Monat 8k ins Casino bringst oder spendest, dann ist das was anderes als wenn du dir ne Villa mit 110%-Finanzierung kaufst und die die nächsten 35 Jahre abbezahlen willst...
GelbeKlamotten
17.02.2021, 00:29
Es würde ja nicht vergessen werden. Die Frage ist, wie wertet eine BU so einen Schaden? Über 10 Jahre wäre die Sache her, seitdem keine AU, Medikation oder sonstiges wegen "Rücken" .
Wenn die Versicherung tatsächlich so weit in die Vergangenheit fragt, dann wird sie die OP sicherlich als zusätzlichen Risikofaktor berücksichtigen und entweder deinen Beitrag erhöhen oder Leistungsausschlüsse vorschlagen.
Bis zu welchem relativen Betrag von Bruttolohn sollte man sich versichern, 80%?
Sollte man einen vor 10 Jahren operierten Bandscheibenvorfall ohne jegliche Residuen und Folgen bei Vertragsabschluss angeben?
Frage für einen Freund, danke sehr.
Wieviel brauchst du für Miete/Tilgung, Auto, Versicherungen, Altersvorsorge, täglichen Bedarf usw.? Das ist das, was ich versichern würde und das ist sehr individuell. Ob einem die Absicherung des eigenen Luxus (Fernreisen etc.) der höhere Beitrag wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Ob man etwas angeben muss oder nicht, ergibt sich aus der Formulierung der Fragen der Versicherer. Wenn nach Operationen oder stationären Aufenthalten in den letzten zehn Jahren gefragt wird, wird man nicht drumherum kommen. Einfach das beantworten, was die Versicherer fragen.
Ich habe keine BU und werde auch keine abschließen.
Der wesentliche Grund ist das Missverhältnis zwischen den absehbar einzuzahlenden Beiträgen und dem Erwartungswert der Auszahlung, in Kombination mit einem Risiko, das nicht so hoch ist, wie einem gerne vermittelt wird.
Im Endeffekt sind es nämlich nur sehr wenige Versicherungsnehmer, die am Ende die BU in Anspruch nehmen - ich kenne, in meinem gesamten erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis, lediglich einen einzigen Fall, und dieser war mit einem jahrzehntelangen Rechtsstreit verbunden, so dass der Betroffene von seiner Versicherung nichts mehr hat, außer die am Ende erfolgte Einmalzahlung vererben zu können. Fragt euch mal selbst, wie viele Menschen ihr eigentlich kennt, die von den Zahlungen einer BU leben. Ich würde wetten, dass den meisten nicht einmal eine einzige Person einfällt.
Ein solches Missverhältnis zwischen Ein- und Auszahlungen (welches den Abschluss einer BU mit einem stark negativen Kapitalwert* verbindet) ist meines Ermessens nach nur dann gerechtfertigt, wenn das zu versichernde Risiko besonders hoch ist. Nur: Gerade als Arzt ist das doch nicht der Fall. Als Arzt, vor allem als Facharzt, hat man eine Jobgarantie, wenn man nicht gerade mit Tetraplegie im Pflegeheim liegt (und dann braucht man eher eine gute Pflege-Zusatzversicherung!). Das Standardargument ist nun, dass ja die eigentliche Tätigkeit abgesichert sei - aber hier gilt halt wieder, dass das Risiko, also die Fallhöhe, einfach nicht so hoch ist, als dass sie ein Geschäft mit stark negativem Kapitalwert* rechtfertigen würde.
Fragt mal bei euren nicht-Mediziner-Freunden rum, wie viele davon eine BU haben. Die wenigsten - sofern sie nicht risikoreichen Hobbys wie Reiten oder Motorradfahren nachgehen. Das ist so etwas, was man den (meiner Erfahrung nach ziemlich risikoaversen und in Finanzfragen ziemlich naiven) Medizinern verkauft - obwohl doch gerade Ärzte eine Jobgarantie haben, selbst mit gesundheitlichen Problemen.
*betriebswirtschaftliche Kennzahl, die anzeigt, wie "lohnend" ein Geschäft ist, also inwiefern die kumulierten Einzahlungen die Auszahlungen übersteigen, unter Berücksichtigung des Zeitwert des Geldes
Woher willst du wissen, dass du nie Krebs bekommen wirst oder nicht doch psychisch krank wirst?
Matzexc1
17.02.2021, 19:40
Fragt mal bei euren nicht-Mediziner-Freunden rum, wie viele davon eine BU haben. Die wenigsten - sofern sie nicht risikoreichen Hobbys wie Reiten oder Motorradfahren nachgehen. Das ist so etwas, was man den (meiner Erfahrung nach ziemlich risikoaversen und in Finanzfragen ziemlich naiven) Medizinern verkauft - obwohl doch gerade Ärzte eine Jobgarantie haben, selbst mit gesundheitlichen Problemen.
Ich kenne mehrere Leute im Bekanntenkreis die eine haben, ich habe meine abgeschlossen weil die BU für mich eine Risikoabsicherung darstellt und ich bereit bin das Geld zu investieren.
Von der bei Verkäufern beliebten Kombi Risikoabsicherung+Altersvorsorge halte ich, aus eigener Erfahrung, überhaupt nichts.
Die Empfehlung des MB einen Tag vor der BU eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen habe ich mal mit einem Anwalt für Versicherungsrecht besprochen, auch später kann man eine Rechtsschutz abschließen wenn man die Gefahr sieht das man die BU braucht, ich stimme dir völlig zu das Versicherungen auch gerne um die Auszahlung streiten und sie maximal verzögern. Das gilt leider für alle Versicherungen, egal was man versichert
Deine Aussage mit der Jobgarantie kenne ich von meinem Strukturvertriebler auswendig und ich halte sie für sehr gewagt
Nefazodon
17.02.2021, 21:04
Das Problem mit einer BU-Versicherung ist: Diejenigen die dringend eine benötigen würden bekommen keine, und die, die eine bekommen, brauchen keine.
Aber ernsthaft: Das Für und Wider einer BU wurde schon oft diskutiert und daran scheiden sich die Geister. Ich persönlich finde folgende Faustregel gut: Man sollte sich überlegen, welche Risiken, wenn sie denn eintreten würden, existenzvernichtend wären und dann versuchen, diese Risiken abzusichern. Dazu gehören: sicher privater Haftpflichtschaden, Berufshaftpflicht und m.E. eben auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Klar passiert es selten, das man berufsunfähig wird, aber wenn es mit 40 passiert, hst man die A-Karte.
Ich hab lange Zeit gedacht, dass ich weder eine BU bekommen würde, noch dass ich eine benötigen würde. Bis ich erlebt habe wie auf der Arbeit ein relativ junger Kollege plötzlich schwer erkrankt ist. Der fiel lange, lange aus....
Bedenken sollte man auch, dass das Versorgungswerk eine BU anders absichert als in der DRV. So zahlen die Versorgungswerke im Falle einer 100% BU zwar mehr, aber dafür kennen sie keine Teilerwerbsminderungsrente.
Zugegebenermaßen kenne ich in meinem Freundeskreis niemanden, der berufsunfähig wäre, aber in der Psychiatrie habe ich schon einige Patienten gesehen, die eine Erwerbsminderungsrente, oder eben eine Teil-EMI hatten....
Daher bin ich pro BU-Versicherung und habe (dank Makler) jetzt auch eine.
Schlecht sind meiner persönlichen Meinung nach Kombiprodukte, zum einen wegen fehlender Flexibilität und höherer Raten zum anderen wegen der anderen Besteuerung. Aber da sollte sich jeder selbst informieren.
Kommt in meinen Augen eben stark auf den Grad der eigenen Risikoaversion an. Es muss einem eben klar sein, dass man für diese (in meinen Augen trügerische) Sicherheit sehr viel Geld bezahlt - wenn man nur ein Gehalt von 1500€ versichert muss man dennoch irgendwie weiterarbeiten, und wenn man sich so hoch absichert, dass man im Fall der Berufsunfähigkeit gar nicht mehr arbeiten müsste, zahlt man unter Umständen mehrere hundert Euro pro Monat. Wenn z.B. ein Ärztepaar statt zweier BU jeden Monat 500€ in die Kapitalmärkte stecken würde käme nach 20 Jahren ein sechsstelliger Betrag heraus. Im Allgemeinen bin ich der Ansicht, dass ein solider Vermögensaufbau schon in jungen Jahren die beste Absicherung gegen alle Art von Lebensrisiken ist. Aber das ist Sache der persönlichen Präferenzen.
Was bei mir das Faß zum Überlaufen bringt ist halt die Gefahr eines jahrzehntelangen Rechtsprozesses, der darauf abzielt, den ohnehin schon belasteten Berufsunfähigen weiter zu zermürben (wie gesagt, selbst so mitbekommen). Deshalb ist die "Sicherheit", in der man sich wiegt, meiner Auffassung nach eben "trügerisch".
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