Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MVZ-Anstellung Facharzt-Gehalt?
Gibt es denn in der Großstadt einen Mangel nan Hausärzten? Wenn es dort möglich ist Personal für relativ wenig Gehalt zu finden eher nicht oder lieg ich da falsch ? :-nix
Zumindest nicht in den großen Städten wie Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt. Wir haben ja schon mehrfach hier über "Ärztemangel" geredet, welcher mehr ein Verteilungs- und Organisationproblem darstellt anstatt echter Mangel.
Auch wenn diese Statistik nicht explizit Hausärzte erwähnt, ist der Trend gleich: Wenig Ärzte im ländlichen Brandenburg, viel mehr Ärzte im städtischen Hamburg/Berlin.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/158847/umfrage/arztdichte-in-deutschland-seit-2009/
Da wundert mich der Hausarztmangel dann aber auch nicht mehr. Ich bin mal gespannt, was man in ein paar Jahren von denen hört, die sich vorm Studium selbst zwangsverpflichtet haben.
Die werden sich weigern bzw. rausklagen, im Zweifelsfall ein Bußgeld zahlen und gut ist. Die Approbation kann ihnen ja keiner mehr nehmen und es gibt immer noch soetwas wie freie Berufswahl.
Die werden sich weigern bzw. rausklagen, im Zweifelsfall ein Bußgeld zahlen und gut ist. Die Approbation kann ihnen ja keiner mehr nehmen und es gibt immer noch soetwas wie freie Berufswahl.
Gibt auch sowas bei der Bundwehr, aber nicht die Regel.
bonescrusher
16.05.2021, 13:49
Um hier mal weniger Spekulation reinzubringen:
MVZ Anstellung
Facharzt Anästhesie + ZB Notfallmedizin (7 Jahre Berufserfahrung)
40 Stundenwoche, keine Nachtdienste
6 Wochen Urlaub
keine Betriebsrente/Klinikrente/vbl oder ähnliches
Ab und zu Rufdienst in einer Belegarztklinik (ca. 3 im Monat)
keine Extravergütung der Rufdienste/Überstunden etc.
kein Weihnachtsgeld
keine Bonuszahlungen
Fixgehalt: Brutto 8600 Euro ---> Netto: 4600 Euro bei Steuer I und gesetzlicher Krankenversicherung, keine Kinder, Kirchensteuer BY
Mein Urteil:
Work-Life Balance stimmt absolut, sofern man sich manchmal echt anstrengen muss, überhaupt 40 Std. in der Woche zu erreichen (es gibt lange Tage von 7 bis 18 Uhr, es gibt aber auch Tage nur von 7 bis 12 Uhr)
Man bekommt als Anästhesist eher ein borded-out, als burnout
Für die Verantwortung und die Ausbildungsdauer meiner Meinung nach trotzdem viel zu wenig Geld --> in der Industrie wäre man damit locker bei 140000-170000 (mit Führungsverantwortung)
Die Möglichkeiten sein Gehalt zu steigern (Dienste) wie in der Klinik sind nicht gegeben.
An meiner vorherigen Klinik hab ich als Assistenzarzt mehr verdient bei 1/3 mehr Stunden im Monat, die ich nicht zu Hause war (160 Std. vs. 220 Std.)
DrSkywalker
16.05.2021, 16:03
Um hier mal weniger Spekulation reinzubringen:
MVZ Anstellung
Facharzt Anästhesie + ZB Notfallmedizin (7 Jahre Berufserfahrung)
40 Stundenwoche, keine Nachtdienste
6 Wochen Urlaub
keine Betriebsrente/Klinikrente/vbl oder ähnliches
Ab und zu Rufdienst in einer Belegarztklinik (ca. 3 im Monat)
keine Extravergütung der Rufdienste/Überstunden etc.
kein Weihnachtsgeld
keine Bonuszahlungen
Fixgehalt: Brutto 8600 Euro ---> Netto: 4600 Euro bei Steuer I und gesetzlicher Krankenversicherung, keine Kinder, Kirchensteuer BY
Mein Urteil:
Work-Life Balance stimmt absolut, sofern man sich manchmal echt anstrengen muss, überhaupt 40 Std. in der Woche zu erreichen (es gibt lange Tage von 7 bis 18 Uhr, es gibt aber auch Tage nur von 7 bis 12 Uhr)
Man bekommt als Anästhesist eher ein borded-out, als burnout
Für die Verantwortung und die Ausbildungsdauer meiner Meinung nach trotzdem viel zu wenig Geld --> in der Industrie wäre man damit locker bei 140000-170000 (mit Führungsverantwortung)
Die Möglichkeiten sein Gehalt zu steigern (Dienste) wie in der Klinik sind nicht gegeben.
An meiner vorherigen Klinik hab ich als Assistenzarzt mehr verdient bei 1/3 mehr Stunden im Monat, die ich nicht zu Hause war (160 Std. vs. 220 Std.)
Das sind absolut realistische Zahlen die ich so auch mitgehen würde als Praxisinhaber. Weder lohndumping noch Mond - Forderungen.
Dein 170k bekommst Du in der Industrie nicht so ohne weiteres, da darf man sich nicht täuschen
Das Vergleichen mit anderen Berufsgruppen und deren Einkommen lohnt sich meines Erachtens nicht und ist irgendwie auch etwas typisch Deutsches. Ich habe mehrere Freunde, die deutlich mehr verdienen als ein Oberarzt. Davon arbeitet z.B. die Konzernjuristin ca. 10-12 Stunden am Tag inkl. samstags. Der Marketing Director bei Netflix hat fast Chefarztgehalt, arbeitet aber auch 6 Tage die Woche nicht unter 10 Stunden am Tag. Ein anderer Kumpel kommt dagegen mit einem entspannten "nine to five" Job bei einem großen Telekommunikationsunternehmen auf 6k netto im Monat. Ist alles möglich. Was die übrigens nicht haben (und das bekommt zumindest einer gerade deutlich zu spüren): Jobsicherheit, freie Wahl des Wohnortes, die Möglichkeit, jederzeit in Teilzeit zu gehen und und und
urinbeutel
16.05.2021, 17:33
Ihr vergleicht euch auch nur mit den Besten wie es aussieht. Ein großer Teil der Kollegen, die ich kenne würden in nem anderen Job eher unter 50k liegen lol. Als Arzt reicht die formale Qualifikation schon um das Geld zu verdienen. Selbst ein schlechter Arzt kriegt das. In der freien Wirtschaft ist man instant seinen Job los.
Um hier mal weniger Spekulation reinzubringen:
MVZ Anstellung
Facharzt Anästhesie + ZB Notfallmedizin (7 Jahre Berufserfahrung)
40 Stundenwoche, keine Nachtdienste
6 Wochen Urlaub
keine Betriebsrente/Klinikrente/vbl oder ähnliches
Ab und zu Rufdienst in einer Belegarztklinik (ca. 3 im Monat)
keine Extravergütung der Rufdienste/Überstunden etc.
kein Weihnachtsgeld
keine Bonuszahlungen
Fixgehalt: Brutto 8600 Euro ---> Netto: 4600 Euro bei Steuer I und gesetzlicher Krankenversicherung, keine Kinder, Kirchensteuer BY
Mein Urteil:
Work-Life Balance stimmt absolut, sofern man sich manchmal echt anstrengen muss, überhaupt 40 Std. in der Woche zu erreichen (es gibt lange Tage von 7 bis 18 Uhr, es gibt aber auch Tage nur von 7 bis 12 Uhr)
Man bekommt als Anästhesist eher ein borded-out, als burnout
Für die Verantwortung und die Ausbildungsdauer meiner Meinung nach trotzdem viel zu wenig Geld --> in der Industrie wäre man damit locker bei 140000-170000 (mit Führungsverantwortung)
Die Möglichkeiten sein Gehalt zu steigern (Dienste) wie in der Klinik sind nicht gegeben.
An meiner vorherigen Klinik hab ich als Assistenzarzt mehr verdient bei 1/3 mehr Stunden im Monat, die ich nicht zu Hause war (160 Std. vs. 220 Std.)
Das finde ich auch eine sehr gutes Beispiel derRealität. Jetzt noch ein paar ergänzende Zusatzqualifikationen und einen variablen Anteil, dann kommst du auf 110.000 bis 120.000€.
Lieber 170.000€? Übernehme Führung und Verantwortung indem du eine eigene Praxis eröffnest. 170.000€ verdienen in der Industrie nichtmal Abteilungsleiter, denke mal ab Bereichsleiter.
Ihr vergleicht euch auch nur mit den Besten wie es aussieht. Ein großer Teil der Kollegen, die ich kenne würden in nem anderen Job eher unter 50k liegen lol. Als Arzt reicht die formale Qualifikation schon um das Geld zu verdienen. Selbst ein schlechter Arzt kriegt das. In der freien Wirtschaft ist man instant seinen Job los.
Das stimmt.
FirebirdUSA
16.05.2021, 21:36
Lieber 170.000€? Übernehme Führung und Verantwortung indem du eine eigene Praxis eröffnest. 170.000€ verdienen in der Industrie nichtmal Abteilungsleiter, denke mal ab Bereichsleiter.
Korrekt, 140.000 bis 170.000 bekommt auch in der Industrie keiner mit einem 9 to 5 Job und diese Jobs (Bereichsleiter+) sind auch dort nur für einen begrenzten Personenkreis zugänglich.
sweetashoney
19.05.2021, 07:08
Tut mir leid, dass ich den thread nochmal aus der Versenkung hole. War stiller Mitleser, aber wollte jetzt auch mal kommentieren.
Bin seit fast 2 Jahren Fachärztin für Innere Medizin, seit dem Facharzt auch als Oberärztin in der Geriatrie angestellt und befinde mich in den letzten Zügen für die Zusatzweiterbildung Geriatrie. Ich beherrsche alle gängigen Ultrasschalluntersuchungen und bin relativ breit ausgebildet. Da die Geriatrie als Oberarzt immer mit den Hintergrunddiensten für die Innere Medizin verbunden ist (darauf habe ich keine Lust mehr) und man als Oberarzt in der Geriatrie immer der Lückenfüller für fehlende Assistenzärzte ist und somit dann wieder Stationsassistent bei besserer Bezahlung ist, habe ich mich entschieden in eine Praxis zu gehen. Also, das war der Plan. Aber anders als ihr schreibt, finde ich es schwer eine Stelle zu finde- ganz oft suchen die Praxen nur WB-Assistenten und dann bitte auch nur für 6000 Euro (5000 Förderung+1000 on top). Wenn ein Facharzt gesucht wird, dann aber eher nur max. 50%-Teilzeit (schwer machbar, wenn man single ist). Nun habe ich eine Praxis gefunden, die mir 7500Euro bietet, allerdings bin ich über den Vertrag verwundert- 40 Stunden (ok), davon 10% als Überstunden automatisch abgegolten (das wäre fast 1 Überstunde pro Tag), man verpflichtet sich zur Teilnahme am ÄBD (das muss laut den Kollegen formal so drin stehen, sie würden mich "freikaufen"), aber Dienste für den ÄBD oder Lehraufträge, etc. sind auch automatisch mit dem Grundgehalt abgegolten.
Also von den 8500 Euro mit 3 Rufbereitschaften kann ich nur träumen... ganz ehrlich bin ich etwas enttäuscht, ich kann wirklich vieles und kann selbstständig arbeiten, aber letztendlich wäre eine weitere Anstellung in der Klinik für mich zumindest gehaltstechnisch deutlich lukrativer. Das hätte ich nicht gedacht, wo alle immer davon reden, dass man in der Niederlassung so viel verdienen kann und so ein gutes Leben hat. Ich bin niemand, der pünktlich geht oder Arbeit liegen lässt, ich schreibe auch keine 15-20 Minuten Überstunden auf, aber sehe es auch nicht ein, dass man 1 Stunde pro Tag kostenlos ableisten soll. Ist das normal für die Hausarztpraxis? Wieso ist es als Internist so verdammt schwierig eine gute Anstellung in der Praxis zu finden?
Ich denke, dass das Gehalt mit deiner Ausbildung zu niedrig ist. Wenn du die Genehmigung bei der KV für Sono, Echo, Geriatrie und evtl Psychosomatik beantragen wirst, sollte da eigentlich mehr Gehalt rausspringen. Ich denke du hast mit den Argumenten auf jeden Fall noch Verhandlungsspielraum mit weniger Arbeitszeit, Basisgehalt und dem variablen Anteil. Andere Aspekte die auf das Gehalt wirken sind vor allem die Lage der Praxis und die Anstellungsart. Von den Konditionen hört sich das nach einem größeren MVZ in einer bliebten Großstadt an.
sweetashoney
19.05.2021, 08:43
Danke für die Nachricht,Hebdo! Also ich bin schon durch jede Menge Praxen getingelt,hauptsächlich auf dem Land in der Mitte Hessens, aber alle wollen nicht mehr zahlen. Klar,Stundenreduktion haben ein paar angeboten,aber was macht man dann damit? Eine Klinik,die mich nur für 1-1,5 Tage anstellt,habe ich leider auch noch nicht gefunden. Dass man in 2 verschiedenen Praxen arbeitet,ist dann aber auch nicht gewünscht...die Praxis mit og Angebot liegt in der Nähe einer Großstadt,aber auf dem Land...
Kann das überhaupt nicht einschätzen,wieviel man wert ist,da ich von der Abrechnung keine Ahnung habe,aber jedes Mal,wenn ich mehr Gehalt verhandeln wollte,wurde direkt abgeblockt. Ich weiß,dass man für die Geriatrie 90€ pro Patient extra abrechnen kann einmalig,aber sonst lohnt sich die Geriatrie noch nicht in der ambulanten Medizin-alles eine Frage der Zeit. Trotzdem echt schwierig eine Stelle zu finden,auch auf dem Land...
Also von den 8500 Euro mit 3 Rufbereitschaften kann ich nur träumen... ganz ehrlich bin ich etwas enttäuscht, ich kann wirklich vieles und kann selbstständig arbeiten, aber letztendlich wäre eine weitere Anstellung in der Klinik für mich zumindest gehaltstechnisch deutlich lukrativer. Das hätte ich nicht gedacht, wo alle immer davon reden, dass man in der Niederlassung so viel verdienen kann und so ein gutes Leben hat. Ich bin niemand, der pünktlich geht oder Arbeit liegen lässt, ich schreibe auch keine 15-20 Minuten Überstunden auf, aber sehe es auch nicht ein, dass man 1 Stunde pro Tag kostenlos ableisten soll. Ist das normal für die Hausarztpraxis? Wieso ist es als Internist so verdammt schwierig eine gute Anstellung in der Praxis zu finden?
Das mit dem guten Leben und dem guten Gehalt in der Niederlassung gilt eigentlich nur für Selbstständige, oder wenn Du Dich in einem MVZ anstellen lässt, dessen Träger finanziell breit aufgestellt ist (quasi eines von den gängigen Syndikaten).
Ich selber als Niedergelassener habe einen guten Verdienst (Praxisgewinn +-200k im Jahr) und kann mir meine Arbeit selber einteilen, anstrengend ist es aber durchaus. Ich wäre aber auch nicht in der Lage (und habe auch nicht den Bedarf), einen Facharzt zu adäquaten Bedingungen in meiner Praxis anzustellen, das sage ich ganz offen.
Locutus001
19.05.2021, 21:23
Bei den Labormedizinern beruht die Legende des hohen verdienstes einfach noch darauf, dass es vor ein paar Jahrzehnten noch möglich war dort selbstständig tätig zu werden. Dann floss die Kohle. Heute eben nicht mehr möglich. In einem Buch für die Facharzt Prüfung labormedizin schreibt der Autor dass die Verdienstmöglichkeiten in der labormedizin daher im Vergleich zu anderen Fachrichtungen, in denen selbstständigkeit möglich ist, schlechter sind. Müsste nochmal nachschauen wie das Buch genau hiess. Facharztprüfung labormedizin vielleicht.
Edit : labormedizin in frage und antwort heisst es. Man kann die passage die ich meinte sogar auf Amazon lesen. (seite 15)
Chefärzte in der radio und Nuk gehören tatsächlich zu den besser verdienenden Chefs. Oberärzte soweit ich weiss ähnlich zu den anderen Fachrichtungen :D kann natürlich auch Klinik abhängig sein.
Ist halt die Frage, was man will ne?
Wenn man eine ganz heiße Type ist und vielleicht sogar Jungprof. von der Uni oder so, flexibel ist und gut verhandeln kann, sind auch 150-180k drin.
Wenn man der 0-8-15 Doc ist, dann eben eher 90-120k.
Aber: Man ist angestellt. Ich denke Selbstständigkeit und Anstellung sollte man entsprechend wichten. Es hat nicht jeder Lust auf Selbstständigkeit und um ehrlich zu sein, in der Gehaltsklasse spielen ein paar Tausend keine entscheidene Rolle. Life-Work-Balance ist eben auch wichtig. Und es will auch nicht jeder ein paar 100k aufnehmen für die Selbstständigkeit. Gibt ja auch ein gewisses wirtschaftliches Risiko.
Wem es um möglichst viel Geld geht, der muss sich eben prostituieren als Call-Boy oder Call-Girl und nebenbei als Arzt die Selbstständigkeit mit möglichst vielen Praxen anstreben.
Cor_magna
19.05.2021, 21:42
Ist halt die Frage, was man will ne?
Wenn man eine ganz heiße Type ist und vielleicht sogar Jungprof. von der Uni oder so, flexibel ist und gut verhandeln kann, sind auch 150-180k drin.
Wenn man der 0-8-15 Doc ist, dann eben eher 90-120k.
Aber: Man ist angestellt. Ich denke Selbstständigkeit und Anstellung sollte man entsprechend wichten. Es hat nicht jeder Lust auf Selbstständigkeit und um ehrlich zu sein, in der Gehaltsklasse spielen ein paar Tausend keine entscheidene Rolle. Life-Work-Balance ist eben auch wichtig. Und es will auch nicht jeder ein paar 100k aufnehmen für die Selbstständigkeit. Gibt ja auch ein gewisses wirtschaftliches Risiko.
Wem es um möglichst viel Geld geht, der muss sich eben prostituieren als Call-Boy oder Call-Girl und nebenbei als Arzt die Selbstständigkeit mit möglichst vielen Praxen anstreben.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Deine Zahlen decken sich auch mit dem was ich so erfahren konnte.
Ich wollte nur die Illusion ein wenig zerstreuen, dass alle Laborärzte im Geld schwimmen. Ich höre das erstaunlich oft hier in der Klinik, eben aus den Fächern, die mit Labor nix zu tun haben (bis auf Proben hin schicken natürlich).
Edit: Ah jetzt sehe ich erst, dass du Labormediziner bist. Bist du bei einem der Konzerne oder an einer Klinik?
HoldenHQ
19.05.2021, 22:00
Ich wäre aber auch nicht in der Lage (und habe auch nicht den Bedarf), einen Facharzt zu adäquaten Bedingungen in meiner Praxis anzustellen, das sage ich ganz offen.
Dazu müsste dann doch ein weiterer Sitz mit eigenem vorhanden sein, dass der Praxisinhaber einen finanziellen Vorteil hat und nicht nur zeitliche Entlastung? Und als Praxisinhaber will man mit einem Angestellten ja mehr und nicht weniger verdienen
Locutus001
20.05.2021, 12:09
Dem ist nichts hinzuzufügen. Deine Zahlen decken sich auch mit dem was ich so erfahren konnte.
Ich wollte nur die Illusion ein wenig zerstreuen, dass alle Laborärzte im Geld schwimmen. Ich höre das erstaunlich oft hier in der Klinik, eben aus den Fächern, die mit Labor nix zu tun haben (bis auf Proben hin schicken natürlich).
Edit: Ah jetzt sehe ich erst, dass du Labormediziner bist. Bist du bei einem der Konzerne oder an einer Klinik?
Ich sag mal so: So richtig viele Klinik-Labore gibt es ja eigentlich nicht mehr ne? ;-)
Die meisten Klinik-Labore sind recht klein und machen die Vor-Ort-Diagnostik. Die werden dann entweder von einem Chefarzt oder vielleicht Chefarzt + Oberarzt betreut oder komplett von extern vom Kooperationslabor du jour. Aber da geht es ja auch mehr um Geld, als um Qualität habe ich das Gefühl.
Dann sind da noch die Unikliniken.
Letztlich kocht aber auch jeder nur mit Wasser. Nachteil von Unikliniklaboren: Egal wie unzufrieden die "Kunden" sind, es bleibt beim gleichen Labor ^.^
Eigentlich gibt es da m.M.n. auch nur noch die zwei größeren Lager: Unikliniken vs MVZ-Konzern-Labore.
Wer "besser" ist, kommt auf die angeforderte Diagnostik und die einzelnen Akteure drauf an.
Die großen Gruppen haben mittlerweile das Networking (der eigenen Standorte) für sich entdeckt und hier sehe ich viele Chancen.
Geld: Verdient man sowieso ausreichend. Punkt.
Gemessen am aktuellen Durchschnittsverdienst ist jeder Arzt der in Vollzeit arbeitet "reich".
Tatsächlicher Reichtum: Gesundheit und Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.
Wer finanziellem Reichtum mit möglichst viel Geldanhäufung anstrebt, der sollte sich etwas anderes als die Labormedizin suchen, denn selbst ein Labor gründen ist heutzutage eher nicht mehr drin. Theoretisch möglich, aber das Startinvestment + Risiko + laufende Kosten + gutes Personal + Konkurrenz ist doch sehr abschreckend. Höchstens ein kleines, feines, hochspezialisiertes Labor. Aber dann muss man auch wieder entweder selbst die Kernkompetenz in höchstem Grade beherrschen ODER ein sehr guter Businessmensch sein (und entsprechende Leute anwerben).
Allgemeinmedizin: Praxen aufkaufen und sammeln und dann kann man durchstarten.
Ist aber nichts für 9 to 17 sondern eher was für 6 - 22 und weniger 5/7 und mehr 7/7.
Aber wie gesagt, so viel Geldgeilheit verbunden mit unrealistischen Vorstellungen wie viel leichter man "in der Industrie" oder "in der Fachrichtung" oder oder oder viel viel mehr Geld verident... wie man hier in einigen Threads entdeckt widert mich schon ein bisschen an.
Der OBERCHEF von einem größeren Unternehmen in dem ein Freund von mir arbeitet (seines Zeichens sehr hart arbeitender Wirtschaftsingenieur), verdient vielleicht 120k. Die eine Frau, die von allen am meisten verdient in der Firma, verdient vielleicht um die 150k... der Rest eher 90k und drunter. (Der "Rest" der gutverdienenden Angestellten).
Wer wirklich reich werden will: TikTok-Kanal, YouTube und Karriere als laufende Hohlbirne vor Kamera plus/minus Fußballkarriere (nur für die Herren zu empfehlen, bei Frauen ist Tennis wohl die am best bezahlten Sportart).
Klar sollte man sich über Gehälter austauschen, aber "das was drin ist (maximal)" und "das was drin ist (realistisch mininum)" sind eben oft zwei ganz unterschiedliche Sachen.
Interessanter Weise sind die meisten meiner Kollegen recht bodenständig mit ihrer Einstellung gegenüber Geld. Müssen hier verzerrte Foren-Bedingungen sein ;-) Oh Gott... oder ich lebe in einer bodenständigen "bubble"...
Man kann als Dr. und/oder Professor mit entsprechendem Engagement und Bekanntheit auch ein nettes Nebengehalt über Vorträge verdienen... aber wie man heute als Arzt noch wirklich reich wird, verrate ich Euch hier: www.fairesarztgehaltgarantiertmillionärfüralleganz einfachidiotensichergarantiert100%.org mit meinem patentierten Erfolgsrezept, weil ich JEDEN reich machen will. Für ein Startkapital von nur 1.000 Euro zeige ich Euch hier die 10 erfolgreichsten Strategien und...
Labormedizin ist ein schönes Fach, aber Profitgeier sollten lieber andere Fachrichtungen abgrasen. Schönheitschirurgie in Dubai soll gut laufen...
Mit entsprechendem Aufwand verdient man als Facharzt in den USA auch gut.
Wie dem auch sei: Frohes Schaffen allen ;-)
npspammer
20.05.2021, 12:36
Das mit dem guten Leben und dem guten Gehalt in der Niederlassung gilt eigentlich nur für Selbstständige, oder wenn Du Dich in einem MVZ anstellen lässt, dessen Träger finanziell breit aufgestellt ist (quasi eines von den gängigen Syndikaten).
Ich selber als Niedergelassener habe einen guten Verdienst (Praxisgewinn +-200k im Jahr) und kann mir meine Arbeit selber einteilen, anstrengend ist es aber durchaus. Ich wäre aber auch nicht in der Lage (und habe auch nicht den Bedarf), einen Facharzt zu adäquaten Bedingungen in meiner Praxis anzustellen, das sage ich ganz offen.
Lässt sich denn - als Praxisinhaber - aus dem Reinertrag der überall aufgeführt ist ungefähr ein Arbeitnehmerbrutto oder -netto errechnen bzw. "wie viel übrig bleibt"? Zur Errechnung des Reinertrages aus dem Praxisumsatz wiederum werden ja bereits Investitons-/Geräte- und Personalkosten abgezogen. Ist aus dem Reinertrag noch die Praxisfinanzierung abzuziehen? Habt ihr Tipps für Quellen aus denen man sich bzgl. der betriebswirtschaftlichen und abrechnungstechnischen Grundkenntnisse der Praxisführung weiterbilden kann?
Vielen Dank![-::-]
sweetashoney
20.05.2021, 12:42
Aber wie gesagt, so viel Geldgeilheit verbunden mit unrealistischen Vorstellungen wie viel leichter man "in der Industrie" oder "in der Fachrichtung" oder oder oder viel viel mehr Geld verident... wie man hier in einigen Threads entdeckt widert mich schon ein bisschen an.
Ich weiss nicht, wen du angesprochen hast, aber ich glaube den Meisten hier geht es nicht darum möglichst viel zu verdienen. Für meinen Fall fand ich es erstaunlich, dass es wirklich schwer ist eine gute Stelle im niedergelassenen Bereich zu finden. Ich brauche keine >100,000 Euro pro Jahr, aber die Arbeitsbedingungen müssen stimmen. Und dann bekommt man einen Vertrag vorgesetzt, wo man bei 40 Wochenstunden jede Woche 4 Stunden ohne Lohn arbeiten soll, für Zusatzeinkünfte wie ÄBD-Dienste kein zusätzliches Engelt erhält. Da fragt man sich wirklich, ob es nicht besser ist in der Klinik zu bleiben- als Oberarzt verdient man deutlich mehr, jede Überstunde wird erfasst und die Dienste werden extra vergütet... natürlich trägt der Niedergelassene ein höheres Risiko als ein Angestellter, aber wenn er dich auf einen extra Sitz einstellt, dann ist der Gewinn deutlich über den 100,000 Euro-Gehalt, wie bereits geschrieben (noch dazu zahlt die KV die ÄBD-Dienste und somit muss er nichts extra ausgeben)... wie bei allem im Leben sollte es fair zugehen.
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