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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MVZ-Anstellung Facharzt-Gehalt?



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HoldenHQ
20.05.2021, 13:31
wenn er dich auf einen extra Sitz einstellt, dann ist der Gewinn deutlich über den 100,000 Euro-Gehalt, wie bereits geschrieben (noch dazu zahlt die KV die ÄBD-Dienste und somit muss er nichts extra ausgeben)... wie bei allem im Leben sollte es fair zugehen.

Warum sollte das ein Praxisinhaber machen? Ein zusätzlicher Sitz muss ja auch erstmal erworben werden und warum sollte der Praxisinhaber den Ertrag dieses Sitzes 1 zu 1 an einen Angestellten weitergeben, bei vollem Risiko auf Seiten des Praxisinhaber?

GelbeKlamotten
20.05.2021, 13:36
warum sollte der Praxisinhaber den Ertrag dieses Sitzes 1 zu 1 an einen Angestellten weitergeben, bei vollem Risiko auf Seiten des Praxisinhaber?

Das hat doch gar keiner behauptet oder gefordert.

HoldenHQ
20.05.2021, 13:44
Das hat doch gar keiner behauptet oder gefordert.

Ok, dann habe ich das falsch verstanden. Für mich hörte sich das so an.

Evil
20.05.2021, 14:38
Lässt sich denn - als Praxisinhaber - aus dem Reinertrag der überall aufgeführt ist ungefähr ein Arbeitnehmerbrutto oder -netto errechnen bzw. "wie viel übrig bleibt"?
Nur größenordnungsmäßig. Sämtliche Versicherungen und Steuern gehen davon ja noch ab, andererseits werden Kredite meist nur in den ersten 5 Jahren abgeschrieben, da dann aber voll.
Rechne mal, daß es brutto etwas weniger ist.


Zur Errechnung des Reinertrages aus dem Praxisumsatz wiederum werden ja bereits Investitons-/Geräte- und Personalkosten abgezogen. Ist aus dem Reinertrag noch die Praxisfinanzierung abzuziehen? Habt ihr Tipps für Quellen aus denen man sich bzgl. der betriebswirtschaftlichen und abrechnungstechnischen Grundkenntnisse der Praxisführung weiterbilden kann?

Vielen Dank![-::-]
Dein freundlicher Steuerberater, der dann gegen eine kleine Gebühr die Einnahme-Überschußrechnung und die betriebswirtschaftliche Auswertung macht, in meinem Fall auch die Personalbuchhaltung :-))

hebdo
20.05.2021, 20:46
Locutus001, das sehe ich genauso. Deckt sich auch mit einem Freundeskreis.

Ich habe auch bemerkt, auch am eigenen Leib, dass vermehrt WBA eingestellt werden. Die sind wegen der Förderung wirtschaftlicher. Ich hätte aber gedacht dass mit den Zusatzqualifikationen 100.000€ drin wären.

Ich kann nur für die Nephrologie sprechen. Der Markt ist ähnlich wie die labormedizin oder Radiologie ziemlich geschlossen. Entweder MVZ-Kette oder Industrie.richtige inhabergeführte Praxen gibt es wenige. Dort ist auch der Verdienst im unteren Bereich. Die großen haben das Problem Sitze nach zu besetzten. Wegen dem Nachwuchsmangel hat man eine etwas bessere Verhandlungsposition. Ansonsten wird einem immer gerne die Karotte Teilhaberschaft vorgehalten. Mit €-Zeichen in den Augen findet man sich schnell im Hamsterrad und mit Mitte 50 in der Sackgasse.

Locutus001
20.05.2021, 21:03
Ich weiss nicht, wen du angesprochen hast, aber ich glaube den Meisten hier geht es nicht darum möglichst viel zu verdienen. Für meinen Fall fand ich es erstaunlich, dass es wirklich schwer ist eine gute Stelle im niedergelassenen Bereich zu finden. Ich brauche keine >100,000 Euro pro Jahr, aber die Arbeitsbedingungen müssen stimmen. Und dann bekommt man einen Vertrag vorgesetzt, wo man bei 40 Wochenstunden jede Woche 4 Stunden ohne Lohn arbeiten soll, für Zusatzeinkünfte wie ÄBD-Dienste kein zusätzliches Engelt erhält. Da fragt man sich wirklich, ob es nicht besser ist in der Klinik zu bleiben- als Oberarzt verdient man deutlich mehr, jede Überstunde wird erfasst und die Dienste werden extra vergütet... natürlich trägt der Niedergelassene ein höheres Risiko als ein Angestellter, aber wenn er dich auf einen extra Sitz einstellt, dann ist der Gewinn deutlich über den 100,000 Euro-Gehalt, wie bereits geschrieben (noch dazu zahlt die KV die ÄBD-Dienste und somit muss er nichts extra ausgeben)... wie bei allem im Leben sollte es fair zugehen.

Da hast Du vollkommen Recht. Ein marktgerechter Soll, faire Arbeitsbedingungen und klare Verhältnisse gehören dazu.
Wenn man das Forum hier lange genug mitbekommt und auch einige Aussagen hier, dann sind die Vorstellungen aber andere, als "geht um faire Bedingungen".

Es ist leider nicht in allen Bereichen und überall leicht, eine gute Anstellung mit gerechtem Gehalt und Transparenz zu bekommen. Auch mein Arbeitsvertrag beinhaltet x Überstunden die mit dem Grundgehalt abgegolten sind. Es sind zwei Dinge, was im Vertrag steht und was gelebt wird. Man kann aber - so man denn genug gefragt ist - seinen Vertrag entsprechend individualisiert haben. OHNE diese bereits vergüteten Überstunden. OHNE "Bonusurlaubstage" die man zusätzlich zu den 24 Urlaubstagen bekommt, sondern tatsächlich halt 30 Urlaubstage. Das ist alles dann individuelle Verhandlungssache.

Locutus001
20.05.2021, 21:06
Locutus001, das sehe ich genauso. Deckt sich auch mit einem Freundeskreis.

Ich habe auch bemerkt, auch am eigenen Leib, dass vermehrt WBA eingestellt werden. Die sind wegen der Förderung wirtschaftlicher. Ich hätte aber gedacht dass mit den Zusatzqualifikationen 100.000€ drin wären.

Ich kann nur für die Nephrologie sprechen. Der Markt ist ähnlich wie die labormedizin oder Radiologie ziemlich geschlossen. Entweder MVZ-Kette oder Industrie.richtige inhabergeführte Praxen gibt es wenige. Dort ist auch der Verdienst im unteren Bereich. Die großen haben das Problem Sitze nach zu besetzten. Wegen dem Nachwuchsmangel hat man eine etwas bessere Verhandlungsposition. Ansonsten wird einem immer gerne die Karotte Teilhaberschaft vorgehalten. Mit €-Zeichen in den Augen findet man sich schnell im Hamsterrad und mit Mitte 50 in der Sackgasse.

Nephro, ja ein spannendes Fach.
Ich muss zugeben, nicht mein Lieblingsthema von Laborseite haha und die Kollegen wissen sowieso besser was sie warum wie brauchen, aber manchmal hätte ich da auch gerne noch den ein oder anderen Facharzt zusätzlich um in dieserlei Bereichen bewanderter zu sein ^.^
Aber gerade hier ist natürlich gute Labordiagnostik Präanalytik/Qualitätsmanagement dann auch wieder sehr wichtig, daher echt spannendes Gebiet.

daCapo
22.05.2021, 15:47
Labormedizin ist ein schönes Fach, aber Profitgeier sollten lieber andere Fachrichtungen abgrasen. Schönheitschirurgie in Dubai soll gut laufen...
Mit entsprechendem Aufwand verdient man als Facharzt in den USA auch gut.

Wie dem auch sei: Frohes Schaffen allen ;-)


Hatte auch mal Labormedizin überlegt, mich aber dann doch dagegen entschieden.
Sicherlich spielen Faktoren wie Fachrichtung, Standort und Anzahl der Konkurrenten eine Rolle.
Ganz ehrlich: Ich sehe keinen Grund zur Beschwerde. Kein Facharzt in meinem Bekanntenkreis ist unglücklich mit dem Gehalt, egal ob Inhabergeführte Praxis, Klinik, MVZ-Kette.

Carla90
22.05.2021, 16:46
hey! Schau mal bitte in deine privaten Nachrichten...