Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium und Arztsein: der Lottogewinn meines Lebens!!!
RussianAngel
17.06.2021, 19:32
Angelehnt an den Tread Medizinstudium- Fehler meines Lebens!!! und den tausenden von Treads, bei denen ständig Unmut über das Arztsein und das deutsche Gesundheitssystem gemacht wird, wollte ich im Sinne einer kognitiven Umstrukturierung auch die positiven Seiten vom Arztdasein und vom Medizinstudium erwähnen. Nicht umsonst sind die Plätze so begehrt und Arzt ist seit Jahren in diesen seltsamen Rankings (von Oma mit Liebe zertifiziert) immer der am meisten sozial angesehene Beruf (Gegenpendant Influencer).
Daher meine Frage: was mögt ihr an dem Beruf? Was hilft Euch daran, weiterzumachen?
Bei mir liegt es vor allem dran, dass ich fachlich grosses Interesse an der Medizin habe und sehr gerne die vielen Möglichkeiten der Berufswahl geniesse (bin vielseitig interessiert). Ausserdem ist der Beruf sehr sicher, das gefällt mir; man hat auch das Gefühl (meistens), etwas sinnvolles für die Gemeinschaft zu machen. Auch finanziell ist der Beruf einigermassen okay (naja, nicht auf den Stundenlohn bezogen). Achja, ich geniesse es auch, diverse sehr interessante Menschen durch den Beruf (sei es Patienten, Kollegen, andere Mitarbeiter) kennenzulernen und so mein soziales Netz zu erweitern.
Bin gespannt auf Eure Rückmeldungen!
Superidee!
Ich habe Medizin studiert, weil ich viel Interesse für physiologische Zusammenhänge hatte und meinen Lebensunterhalt lieber nicht mit Pipettieren und Elektrophorese von Firschungsgruppe zu Forschungsgruppe verdienen wollte. Ich wollte sehen, dass meine Arbeit jetzt sofort jemandem hilft und nicht erst nach x Publikationen, deshalb auch kein Biologiestudium.
Assistenzärztin sein ist anstrengend vor allem wegen dem Tempo auf Station (17-18 Betten pro Nase, mind. 5 Aufnahmen/Tag). Trotzdem bleibe ich, um den FA zu machen und dann mit höherer Gegaltsstufe den Arbeitseinsatz zu deeskalieren.
Hin und wieder sehe ich, dass die Patienten wirklich profitieren. Das stiftet Sinn.
deeskalieren oder delegieren??
Man macht weiter weil einem Energie und Antrieb fehlen sich um eine Alternative zu bemühen. Weil Veränderungen immer mit einem Risiko und Ungewissheit verbunden ist. Und der Trägheitssatz eben auch hier gilt: Jede sich mit konstanter Geschwindigkeit bewegende Masse hat die Tendenz ihre Bewegungsrichtung nicht zu verändern sofern keine äußere Kraft auf sie einwirkt.
deeskalieren oder delegieren??
Deeskalieren - also durch Teilzeit seltener auf Arbeit sein. Wie ich es so beobachte, haben die Oberärzte keinen geringeren Workload als das Fußvolk.
Ich hab das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Ein sinnvoller Job ist Luxus. Ich weiß bloß nicht, wer auf die Idee gekommen ist, auf eine 40h-Woche noch Dienste draufzupacken. :-D
Ich hab das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Ein sinnvoller Job ist Luxus.
Danke. Genau das.
Bei mir kommt viel zusammen: man hat das Gefühl helfen zu können, ich finde die Medizin an sich unglaublich spannend, es interessiert mich, ich finde auch die aktuellen Entwicklungen spannend, es gefällt mir dass ich einen guten Überblick über eine gewisse Basis in der Medizin hab die es mir einigermaßen leicht macht auch völlig andere Zusammenhänge zu verstehen (seien es Krankheiten der eigenen Kinder, Corona-Sachen etc.), der Job macht Spaß, man geht heim und hat das Gefühl was Gutes getan zu haben etc. und dann kommen halt noch Sozialprestige und Verdienst dazu.
Und wenn man mal wieder jammert wie schlecht es einem doch geht mit den vielen Diensten und hoher Belastung etc. dann haben die Leute sehr viel mehr Verständnis und eher auch Ehrfurcht als das beispielsweise bei Lehrern ist ;-)
RussianAngel
17.06.2021, 23:10
Enttarnt, ich melde es gleich an den Gesundheitsminister: die Ärzte jammern einfach ohne Grund, um mehr Prestige und mehr Zuwendung von den Mitbürgern zu erzielen; bitte noch mehr Sparmassnahmen :D
Ironie off: naja, die Dienste sind ja auch objektiv belastend. Was ich mich aber legitim frage: in welchem Land sind denn die Ärzte am glücklichsten, gibt es so etwas?Zu den Fachgruppen gibt es schon Studien:
https://www.operation-karriere.de/karriereweg/von-beruf-arzt/studie-diese-aerzte-sind-am-gluecklichsten.html#:~:text=Platz%201%3A%20Chirurg en%20und%20Rheumatologen,sie%20ein%20gl%C3%BCcklic hes%20Privatleben%20haben.
Chirurgen und Rheumatologen...na ob das so stimmt?
Öffentliches Gesundheitswesen: Mag sein
Insgesamt auch nicht so eine weite Spanne: 51% - 60%.
https://www.operation-karriere.de/karriereweg/bewerbung-berufsstart/top-10-kliniken-hier-ist-die-arbeitszufriedenheit-am-groessten.html
Interessant, dass es das auch mit Kliniken+Fachrichtung gibt, als Quelle ein Vortrag aus einem Spital, was sich auch in der Liste wiederfindet.
urinbeutel
18.06.2021, 13:13
Ich bin ziemlich sicher, dass man die US Daten nicht auf Deutschland übertragen kann. Es gibt meines Wissens nach auch Umfragen zu Deutschland. Unter den Niedergelassenen setzte sich wohl der Trend fort, dass die Hausärzte immer zufriedener werden, während viele spezialisierte Fachärzte immer unzufriedener werden, insbesondere Orthopäden und HNOärzte.
Das Schönste ist, dass man Porsche fährt und unglaublich reich ist obwohl man den ganzen Tag nichts anderes macht als Golfspielen.
Wobei "Lottogewinn" ja suggeriert dass man sich das nicht verdient hätte...
Kackbratze
18.06.2021, 23:18
Was ich an dem Job mag ist das Geld und dass ich in den weissen Klamotten einfach geil aussehe. Und ich darf Menschen weh tun und werde dafür bezahlt.
_calendula_
18.06.2021, 23:54
Chirurg müsste man sein. :-love
:-lesen
Evidence based
19.06.2021, 00:00
Das Beste ist, dass man einen Abschluss hat. Habe es nie bereut, Medizin studiert zu haben.
cartablanca
19.06.2021, 00:15
Sollte irgendwann ein Krieg ausbrechen, kann man vergleichsweise leicht auswandern.
DrSkywalker
19.06.2021, 05:34
Lottogewinn? Fast, ja. Mit Anfang Mitte 30 selbstständig, 12 Angestellte und Chefarztgehalt bei einer 35 Stunden Woche. Danke, medizinstudium!
MissGarfield83
19.06.2021, 06:12
Leistungsträger halt.
ehem-user-02-08-2021-1033
19.06.2021, 07:53
Was ich an dem Job mag ist das Geld und dass ich in den weissen Klamotten einfach geil aussehe.
Das ist ein guter Punkt, den ich als Mann bestätigen kann. Das große Gehalt ist auch essentiell. Man kriegt praktisch permanent von jeder Frau Heiratsanträge. Ich lasse die mittlerweile immer täglich durch meinen Privatjustiziar (also Rechtsanwalt) prüfen. Nach 15 Ehen in 10 Jahren und 20 Unterhaltszahlungen brauche ich auch dieses Millionärsgehalt nach Tarif. Ich bin froh und dankbar, dass am Ende des Tages immernoch was für meinen Jaguar und meinen Porsche übrig bleiben... Man muss aber auch sagen, dass die Mechaniker in Monaco auch wirklich ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Da bin ich froh, dass es dort in Monaco nur mein Wochenendhaus ist. Aber ich höre auf zu schreiben... Ich könnte mich ärgern über Monaco...letzten war da was mit meinem Pool los...tsss..
Aber um wieder zum Thema zurück zu kommen: Lottogewinn auf jeden Fall... Alles andere wäre eine metaphorische Untertreibung!
ehem-user-25-04-2022-1131
19.06.2021, 08:18
Lottogewinn? Fast, ja. Mit Anfang Mitte 30 selbstständig, 12 Angestellte und Chefarztgehalt bei einer 35 Stunden Woche. Danke, medizinstudium!
Darf man fragen um welche Fachrichtung es sich handelt ? frag für'n Freund :D
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