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Feuerblick
25.08.2021, 19:15
Wie viele Fachrichtungen machen denn gar keine Dienste? In den meisten Fächern gehören Dienste sogar zur Weiterbildung und müssen bei der Facharztanmeldung auch bescheinigt werden.
Und woher weißt du, wie gut oder schlecht eingearbeitet wird in diesem Haus? Und selbst wenn: Dann bemüht man halt den Hintergrund so lange, bis man es kann.
Gerade Allgemeinmediziner sollten in der Lage sein, auch mal kritische Notfälle alleine zu managen. Wenn man nach einem Jahr Innere eine Rea nur aus der Ferne beobachtet hat, dann qualifiziert das nicht wirklich…

ehem-user-25-04-2022-1131
25.08.2021, 19:44
Und das meine Freunde zeigt doch das generelle Problem in der Ärzteschaft . Anstatt die Arbeitsbedingungen von SophaL zu hinterfragen wird das Problem bei ihr gesucht. Sie fühlt sich offenbar nicht ausreichend vorbereitet und deshalb ist es legitim sich über einen Stellenwechsel Gedanken zu machen. Ob Dienste die Selbstständigkeit fördern oder sogar auf einige Menschen abschreckend wirken sollte ebenfalls miteinbezogen werden. Diese werden dann sicher keine guten Allgemeinmediziner sondern laufen eher Gefahr dem gesamten Beruf den Rücken zuzudrehen.
Aber offenbar fegt hier immer noch der alte verstaubte Wind der letzten Ärzte-Generationen durch das Forum, welcher schlechte Arbeitsbedingungen und Dienste ohne vernünftige Anleitung als notwendige Voraussetzung ansieht.

Meiner Meinung nach : vernünftige Vergütung der Bereitschaftsdienste, bessere Unterstützung durch Dienst-erfahrene Kollegen (muss ja kein OA sein) und endlich mal eine vernünftige Begrenzung der maximalen Dienstzeit . Aber das will ja offensichtlich immernoch keiner sehen und hackt lieber auf jungen Ärzten herum und deren ach so schlimme Einstellung zum Beruf.

Reanimationen gibt es jedenfalls auch am Tage und viele Notfälle ebenfalls - ich denke dass die Kollegin ebenfalls weniger bedenken hätte, wenn sie mehr Hilfe erhalten würde.

Bekämpft euch ruhig weiter... Das bringt unserem Beruf sicher ne Menge.


Und ja es gibt Fachrichtungen ohne Nachtdienste , ebenfalls nicht in der WBO gefordert ...

Feuerblick
25.08.2021, 19:50
Nun… hast du die früheren Postings von der Userin gelesen? Wenn nein, dann weißt du nicht, warum die Leute so reagieren wie sie das tun.
Nein, wir hinterfragen die Arbeitsbedingungen nicht. Weil SophaL schon in früheren Threads gezeigt hat, dass sie eigentlich am liebsten allem aus dem Weg gehen möchte. Leider hat sie sich dann doch für die Innere entschieden, was die meisten auch nicht verstanden haben.
Und scheinbar gibt es in dem Haus tagsüber keine Reas. Sonst hätte sie ja schon mehr als eine erlebt in einem Jahr.

Es ist und bleibt unkollegial, Sonderregelungen haben zu wollen. Wenn man darauf keinen Bock hat, muss man sich was anderes suchen. Das ist die einfache Antwort auf die Frage der Userin. Notfalls eine Fachrichtung ohne Notfälle und ohne Dienste. Gibts, keine Frage. Aber nicht in der Inneren.

Und das hat nichts mit der letzten Ärzte-Generation zu tun (die übrigens mehr für die Arbeitsbedingungen getan halt als die jetzige, die sich zumindest hier im Forum mehrheitlich auf Jammern beschränkt).

bipoka
25.08.2021, 19:51
Wäre sie gut eingearbeitet und vorbereitet, würde sie die Frage hier garnicht stellen. Krasse Beiträge teilweise.

Rahmspinat
25.08.2021, 20:23
Wieso krasse Beiträge? In einem Haus erst nach einem Jahr Nachtdienste zu machen spricht eher für das Haus oder aber gegen die Assistent/-in, welche noch nicht dienstfähig ist. Alleine das Handling von "Notfällen" ist doch das Wichtigste, was man aus den Diensten ziehen muss. Alles andere ist diesbezüglich bereits gesagt worden.

epeline
25.08.2021, 20:30
Wäre sie gut eingearbeitet und vorbereitet, würde sie die Frage hier garnicht stellen. Krasse Beiträge teilweise.

Also wenn ich nach einem Jahr (!!!) nicht eingearbeitet bin, liegt das Problem definitiv nicht nur am AG!

Mometasonfuroat
25.08.2021, 20:35
Und das meine Freunde zeigt doch das generelle Problem in der Ärzteschaft . Anstatt die Arbeitsbedingungen von SophaL zu hinterfragen wird das Problem bei ihr gesucht. Sie fühlt sich offenbar nicht ausreichend vorbereitet und deshalb ist es legitim sich über einen Stellenwechsel Gedanken zu machen. Ob Dienste die Selbstständigkeit fördern oder sogar auf einige Menschen abschreckend wirken sollte ebenfalls miteinbezogen werden. Diese werden dann sicher keine guten Allgemeinmediziner sondern laufen eher Gefahr dem gesamten Beruf den Rücken zuzudrehen.
Aber offenbar fegt hier immer noch der alte verstaubte Wind der letzten Ärzte-Generationen durch das Forum, welcher schlechte Arbeitsbedingungen und Dienste ohne vernünftige Anleitung als notwendige Voraussetzung ansieht.

Meiner Meinung nach : vernünftige Vergütung der Bereitschaftsdienste, bessere Unterstützung durch Dienst-erfahrene Kollegen (muss ja kein OA sein) und endlich mal eine vernünftige Begrenzung der maximalen Dienstzeit . Aber das will ja offensichtlich immernoch keiner sehen und hackt lieber auf jungen Ärzten herum und deren ach so schlimme Einstellung zum Beruf.

Reanimationen gibt es jedenfalls auch am Tage und viele Notfälle ebenfalls - ich denke dass die Kollegin ebenfalls weniger bedenken hätte, wenn sie mehr Hilfe erhalten würde.

Bekämpft euch ruhig weiter... Das bringt unserem Beruf sicher ne Menge.


Und ja es gibt Fachrichtungen ohne Nachtdienste , ebenfalls nicht in der WBO gefordert ...

Dem schließe ich mich völlig an. Würde man sich im Team kollegial gemeinsam gegen das bestehende System auflehnen anstelle immer die einzelnen Kollegen fertig zu machen würden die Geschäftsführung sich nicht so anstellen die Stellen auszuschreiben und auch adäquat neu zu besetzen. Kenne so viele Kliniken die mit Absicht keine Stellen ausschreiben aber auf Sparflamme zum Nachteil des Personals laufen. Soweit wäre es nicht gekommen, wenn wir früher mal unsere Grenzen aufgezeigt hätten. Warum nicht wie die Pflege ein 3-Schicht System......

aerztinwerden
25.08.2021, 20:49
Also wenn ich nach einem Jahr (!!!) nicht eingearbeitet bin, liegt das Problem definitiv nicht nur am AG!

Ach, echt? Sind deine Kollegen und du nach einem Jahr auf Intensiv eingearbeitet gewesen?

Markian
25.08.2021, 20:56
Also wenn ich nach einem Jahr (!!!) nicht eingearbeitet bin, liegt das Problem definitiv nicht nur am AG!

Also bitte. Das ist anmaßend und in meinen Augen bullshit. Es ist doch was völlig anderes auf Normalstation zu arbeiten, als im Dienst alleine für alles zuständig zu sein? Ganz ehrlich die richtig kranken Patienten wandern von der Notaufnahme direkt auf die Intensiv. Wann hat denn die Kollegin je die Möglichkeit bekommen sich auf solche Sachen vorzubereiten, wenn sie wie jeder Anfänger berechtigterweise auf Normalstation abgammelt?
Ich inklusive meiner noch genauso unerfahrenen Kollegen kommen schon im Tagdienst immer wieder in Situationen mit denen man überfordert ist.
Ich bin mir sicher, dass die Aussage in Nachtdiensten kann man viel lernen richtig ist. Aber! Wie viel davon ist Learning by Error. Und ich kann persönlich gut verstehen, dass das für einen keine besonders angenehme Art zu lernen ist. BTW hat der Arbeitgeber mal gefragt ob man sich bereitfühlt bzw. Was man noch vorher tun kann damit man mit einem besseren Gefühl in den Dienst geht? Hat der Arbeitgeber den Dienst mal mit dir als Extraperson belegt, damit du mal die Abläufe kennenlernst? Ich kenne die Antwort: Eben nicht. Es geht halt wie immer nur ums Geld.

Evil
25.08.2021, 21:42
Ach, echt? Sind deine Kollegen und du nach einem Jahr auf Intensiv eingearbeitet gewesen?
Die Threaderstellerin schrieb von Nachtdiensten in der Inneren, nicht auf Intensiv. In den meisten Häusern wird die Intensivstation von einem separaten Diensthabenden betreut.


Also bitte. Das ist anmaßend und in meinen Augen bullshit. Es ist doch was völlig anderes auf Normalstation zu arbeiten, als im Dienst alleine für alles zuständig zu sein? Ganz ehrlich die richtig kranken Patienten wandern von der Notaufnahme direkt auf die Intensiv. Wann hat denn die Kollegin je die Möglichkeit bekommen sich auf solche Sachen vorzubereiten, wenn sie wie jeder Anfänger berechtigterweise auf Normalstation abgammelt?
Ich inklusive meiner noch genauso unerfahrenen Kollegen kommen schon im Tagdienst immer wieder in Situationen mit denen man überfordert ist.
Ich bin mir sicher, dass die Aussage in Nachtdiensten kann man viel lernen richtig ist. Aber! Wie viel davon ist Learning by Error. Und ich kann persönlich gut verstehen, dass das für einen keine besonders angenehme Art zu lernen ist. BTW hat der Arbeitgeber mal gefragt ob man sich bereitfühlt bzw. Was man noch vorher tun kann damit man mit einem besseren Gefühl in den Dienst geht? Hat der Arbeitgeber den Dienst mal mit dir als Extraperson belegt, damit du mal die Abläufe kennenlernst? Ich kenne die Antwort: Eben nicht. Es geht halt wie immer nur ums Geld.
Anmaßend? Wann ist man denn dann Deiner Meinung nach bereit für Nachtdienste? Und mit welchem realistischen Konzept kann das umgesetzt werden?

Bonnerin
25.08.2021, 21:56
@Evil: Im 2. Posting sagt der/die/das TE explizit, dass im Dienst die Innere Stationen, die Ambulanz UND die ICU vom diensthabenden Arzt betreut werden.

Da ist das Konzept der Klinik schon ein Kopfschuss. Ist natürlich schön, wenn niemals zeitgleich ein kritischer Patient auf ICU schlechter wird, während in der Ambulanz Notfälle sind. Finde, das System müsste tatsächlich verboten sein. Man kann meiner Meinung nach nicht zu 100% die ICU und die Ambulanz versorgen, ohne damit zumindest intermittierend die Patient:innen massiv zu gefährden. Unabhängig davon finde ich die Vorstellung auch spannend, jemanden Dienste inkl. ICU-Betreuung machen zu lassen, wenn die Person nicht vorher gut auf ICU eingearbeitet wurde...

Im Hinblick auf vergangene Postings sehe ich hier auf beiden Seiten Probleme und denke eher, dass eine neue Stelle hersollte.

Evil
26.08.2021, 06:14
@Evil: Im 2. Posting sagt der/die/das TE explizit, dass im Dienst die Innere Stationen, die Ambulanz UND die ICU vom diensthabenden Arzt betreut werden.

Da ist das Konzept der Klinik schon ein Kopfschuss. Ist natürlich schön, wenn niemals zeitgleich ein kritischer Patient auf ICU schlechter wird, während in der Ambulanz Notfälle sind. Finde, das System müsste tatsächlich verboten sein. Man kann meiner Meinung nach nicht zu 100% die ICU und die Ambulanz versorgen, ohne damit zumindest intermittierend die Patient:innen massiv zu gefährden. Unabhängig davon finde ich die Vorstellung auch spannend, jemanden Dienste inkl. ICU-Betreuung machen zu lassen, wenn die Person nicht vorher gut auf ICU eingearbeitet wurde...

Im Hinblick auf vergangene Postings sehe ich hier auf beiden Seiten Probleme und denke eher, dass eine neue Stelle hersollte.
Naja, das ist dann ein kleines bis mittelgroßes Haus. In der Realität sieht das meist so aus, dass die eine kleine interdisziplinäre ICU haben (6 - 7 Betten) mit einem Anästhesisten im Dienst, der sich um die chirurgischen Patienten kümmert, de facto aber alle anderen mitbetreut, so dass der Innere-Assistent eigentlich nur bei Aufnahme dabei ist, wenn das Procedere festgelegt wird.
Und welche Intensivpatienten kommen dann? ACS wird primär gar nicht gebracht werden ohne Koro-Labor, für GI-Blutungen muss sowieso der Oberarzt zur Endoskopie reinkommen (wenn eine Gastroenterologie da ist), d.h. es werden überwiegend Pneumonien oder anderweitig respiratorisch schlechte Patienten betreut. Und dafür kann man sehr wohl im Tagdienst eingearbeitet werden, ebenso wie Reanimationsalgorithmen trainiert werden können.
Ich habe in einer solchen kleinen Klinik 3 Jahre Dienste gemacht, und es kam genau einmal vor, dass ein Intensivpatient kritisch wurde zeitgleich mit einem instabilen Patienten in der Ambulanz, das kommt gottseidank selten vor.

Wie gut oder wie schlecht das Einarbeitungskonzept wirklich ist, geht aus der Beschreibung der Threaderstellerin nicht hervor. 1 Jahr Schonzeit spricht aber eher für ein ganz gutes Konzept.
Um die Ursprungsfrage zu beantworten: ja, dort weiter zu arbeiten ohne Dienste zu machen, halte ich für unkollegial.

Evidence based
26.08.2021, 07:12
Wenn man so eine Vereinbarung möchte und die Arbeitheberseite sich darauf einlässt, gibt es daran nichts Verwerfliches. Als Mitarbeiter ohne eine solche Vereinbaring sollte man am ehesten die Arbeitgeberseite oder das eigene Verhandlungsgeschick hinterfragen.

In anderen Branchen mit Fachkräftemangel sind solche Sonderkonditionen vollkommen üblich, nur in der Medizin wird man dafür als Kollegenschwein bezeichnet. Kann man sich nicht ausdenken...

Feuerblick
26.08.2021, 07:27
Ich glaube nicht, dass in Branchen mit Nachtdiensten solche Sonderregelungen
1. vollkommen üblich sind (wer bitte soll denn die Nachtdienste machen, wenn jeder Sonderregelungen hat?)
2. bei den Kollegen gut ankommen.
:-nix
Und ja, es ist in einem Beruf, in dem es nun einmal Nachtdienste gibt und geben muss, unkollegial, sich da ohne guten Grund rauszustehlen.
Es wäre deutlich kollegialer, wenn man sich stattdessen für bessere Bedingungen einsetzen würde (Schichtdienst o.ä.).

DA1994
26.08.2021, 07:49
Sonderregelungen raushandeln finde ich persönlich fragwürdig, wenn es offensichtlich auf die Kosten anderer geht. Allerdings finde ich nicht, dass Nachtdienste per se zum Job gehören. Es gibt genug Fachrichtungen, die gar keine Nachtdienste machen. Sind das dann keine Ärzte?
Doch, aber mit Sicherheit keine Internisten bzw. Allgemeinmediziner. Da gehört zur Ausbildung nunmal das eigenständige Abarbeiten von Notfällen. So wie die Kollegin sich hier präsentiert sollte sie aber sicherlich überlegen, ob nicht ein Fach mit etwas weniger Frontkontakt der Persönlichkeitsstruktur gerechter wird.


Und das meine Freunde zeigt doch das generelle Problem in der Ärzteschaft . Anstatt die Arbeitsbedingungen von SophaL zu hinterfragen wird das Problem bei ihr gesucht. Sie fühlt sich offenbar nicht ausreichend vorbereitet und deshalb ist es legitim sich über einen Stellenwechsel Gedanken zu machen.
[...]
Reanimationen gibt es jedenfalls auch am Tage und viele Notfälle ebenfalls - ich denke dass die Kollegin ebenfalls weniger bedenken hätte, wenn sie mehr Hilfe erhalten würde.

Bekämpft euch ruhig weiter... Das bringt unserem Beruf sicher ne Menge.
Und ja es gibt Fachrichtungen ohne Nachtdienste , ebenfalls nicht in der WBO gefordert ...
Es ist bei ihr nirgendwo von schlimmen Arbeitsbedingungen die Rede. Nachtdienste sind immer anstrengend, unphysiologisch und blöd. Niemand macht sie gerne. Aber sie gehören nunmal zur Tätigkeit und Ausbildung in der Akutmedizin dazu und sind in meinen Augen elementar für die Ausbildung. Klar, wenn jeder Kollege 8 x 24h machen muss, dann sind die Bedingungen untragbar. Hier geht es aber darum, dass sie prinzipiell und von vorne herein keine Dienste machen will. Und solche Prinzessinen sind tagtäglich ein Problem für das kollegiale Miteinander.

Und wenn man sich nicht vorbereitet fühlt, dann muss man sich vorbereiten. Dienste begleiten. Kurse machen. Hospitieren. Alle anderen Kollegen scheinen es ja auch zu schaffen, ohne riesige Leichenberge zu hinterlassen. Und wenn das Haus nicht gerade 32 Betten hat und auf dem letzten Berg liegt, dann ist man ja nicht alleine im Haus in einer Notfallsituation, sondern es ist schonmal mindestens ein Anästhesist da, der mit solchen Dingen wie Katecholaminen, Beatmung und Reanimation quasi täglich zu tun hat.

Und natürlich ist die Vorbereitung und Einarbeitung in vielen Häusern sehr schwach. Aber nach einem Jahr Berufstätigkeit die ersten Dienste finde ich persönlich sehr human, wenn man bis dahin keine Eigenkompetenz entwickelt hat wird das auch nach 2 Jahren nicht besser. Irgendwann muss man einfach den nächsten Schritt gehen und sich der Herausforderung stellen.


Dem schließe ich mich völlig an. Würde man sich im Team kollegial gemeinsam gegen das bestehende System auflehnen anstelle immer die einzelnen Kollegen fertig zu machen würden die Geschäftsführung sich nicht so anstellen die Stellen auszuschreiben und auch adäquat neu zu besetzen. Kenne so viele Kliniken die mit Absicht keine Stellen ausschreiben aber auf Sparflamme zum Nachteil des Personals laufen. Soweit wäre es nicht gekommen, wenn wir früher mal unsere Grenzen aufgezeigt hätten. Warum nicht wie die Pflege ein 3-Schicht System......
Das letzte was ich und 99% meiner Kollegen wollen ist ein Dreischichtsystem. Es hat gute Gründe, warum gerade ZNA und ITS die größten Personalprobleme haben - niemand hat dauerhaft Lust sich im Schichtsystem verheizen zu lassen. Eine geregelte Arbeitswoche ist in meinen Augen der größte Vorteil der Normalstation, vor allem wenn man routiniert ist und wenig Überstunden anfallen.
Und das "bestehende System" ist einfach die Akutmedizin, die 24/7/365 eine ärztliche Präsenz erfordert, das weiß man eigentlich auch vor dem Studium, definitiv vor Beginn der Facharztweiterbildung. Wie man jetzt nach einem Jahr auf die Idee kommt, man sei so besonders, dass man da herumkommt ist mir schleierhaft.


Wenn man so eine Vereinbarung möchte und die Arbeitheberseite sich darauf einlässt, gibt es daran nichts Verwerfliches. Als Mitarbeiter ohne eine solche Vereinbaring sollte man am ehesten die Arbeitgeberseite oder das eigene Verhandlungsgeschick hinterfragen.

In anderen Branchen mit Fachkräftemangel sind solche Sonderkonditionen vollkommen üblich, nur in der Medizin wird man dafür als Kollegenschwein bezeichnet. Kann man sich nicht ausdenken...
Sorry, aber in welcher Branche mit Rund-um-die-Uhr-Betrieb können sich junge Berufsanfänger ohne jeden Grund solche Rosinen rauspicken? Hier mal ein Beispiel aus der freien Wirtschaft: https://www.mopo.de/hamburg/nicht-familienfreundlich-eurogate-verweigert-arbeiterin-gewuenschte-teilzeit-stelle-38053060/

Und natürlich ist es massiv unkollegial, wenn man sich selber für was besseres hält und meint die Rahmenbedingungen gelten nur für die anderen Idioten, die dann sehen müssen wo sie bleiben. Tut mir Leid, aber diese Einstellung macht mich nur noch aggressiv, ich kann hier nicht, ich kann da nicht, ich will das nicht, und Mittwochs nur bis 13 Uhr, Freitags gar nicht, während der Sommerferien bitte 4 Wochen Urlaub am Stück und ne ich kann weder Weihnachten noch Silvester und Ostern schon überhaupt nicht. Keine Nächte, bitte nur ein Wochenende im Monat außer im August, da sind die ganzen Festivals.

Die Dienste sind da, sie müssen besetzt werden, und jeder hat seinen Teil zu leisten, außer es gibt richtig triftige Gründe, warum man das nicht kann. Würde mein Arbeitgeber jemanden einen solchen Sonderweg erlauben würde ich sofort gehen.

Evil
26.08.2021, 08:14
In anderen Branchen mit Fachkräftemangel sind solche Sonderkonditionen vollkommen üblich, nur in der Medizin wird man dafür als Kollegenschwein bezeichnet. Kann man sich nicht ausdenken...
Ist das so?
Gibt es viele Lokführer, die sich vom Nachtdienst befreien lassen?
Gibt es viele Krankenschwestern, die sich vom Nachtdienst befreien lassen?
Und die werden dafür von ihren Kollegen geschätzt?

Feuerblick
26.08.2021, 08:18
Ist das so?
Gibt es viele Lokführer, die sich vom Nachtdienst befreien lassen?
Gibt es viele Krankenschwestern, die sich vom Nachtdienst befreien lassen?
Und die werden dafür von ihren Kollegen geschätzt?
Ich möchte konkretisieren: […], die sich ohne konkrete Gründe wie z.B. Krankheit vom Nachtdienst befreien lassen?

SophaL90
26.08.2021, 09:01
Also die persönlichen Angriffe auf mich bzw. meinen, mich aufgrund meiner früheren Threads zu kennen lasse ich jetzt mal so stehen. :-nix Meine KollegInnen, OÄ und Chefin sind jedenfalls sehr zufrieden mit mir & ich weiß durchaus meine Qualitäten zu schätzen.
Und doch, man ist alleine für ITS, ZNA und Stationen zuständig. Ja, es gibt nen Anästhesisten, aber die halten sich gerne aus allem raus. Mir gehts gar nicht so sehr um die Angst vor den Diensten sondern die Frage, ob ich das aushalte. Wir sind eigentlich alle mit den Wochenenden, die bei uns wirklich schlimm sind, mehr als erledigt.
Vor Diensten generell „drücke“ ich mich auch nicht. Ich habe mehr Wochenenden gearbeitet als irgendjemand anderes bei uns im Haus, springe auch gerne mal ein. Arbeite auch die nervigsten Dienste die bis spät abends gehen und übernehme die auch kurzfristig. Also so viel zu meiner Unkollegialität.

Es gab schon genug Wochenenddienste, auch bereits am Anfang, da stand ich 4h alleine in der Notaufnahme und habe das auch irgendwie geschafft. Ich sehe für mich persönlich aber keinen Benefit durch die Nachtdienste, außer einem unglaublichen Stress. Und ich sehe auch nichts, was ich nicht tagsüber/Wochenende lernen könnte. Es ist mMn kein Nachteil, jemanden in der Nähe zu wissen den man bei großer Unsicherheit einfach mal kurz fragen kann. In Österreich schläft der OA im Haus :-nix Und was ich meine, wenn ich sage dass ich noch nie eine Rea gesehen habe, dann das, dass ich noch nie „am Anfang“ dabei war. Die kamen immer mit Notarzt intubiert und bereits unter laufender Reanimation. Wahrscheinlich könnten somit auch 10 Dienste vergehen, ohne bei einer Reanimation als erster dabei gewesen zu sein.


Ahja, was ich noch anmerken wollte. Ich mache den FA für Allgemeinmedizin nur fertig, damit ich einen Facharzt habe und dann bin ich weg aus der Patientenversorgung.

Feuerblick
26.08.2021, 09:36
Ja, letzteres ist vielleicht sinnvoll… denn Rosinenpickerei geht auch in der Allgemeinmedizin nicht. Es ist nicht die Frage, ob du einen Benefit in etwas siehst, das halt einfach zum Job gehört. Menschen werden leider 24/7 krank.
Es wäre dann sicher sinnvoll, wenn du dir ein Fach außerhalb der Patientenversorgung suchst, wo du nur das tun musst, was für dich einen Benefit hat.

epeline
26.08.2021, 09:44
Ach, echt? Sind deine Kollegen und du nach einem Jahr auf Intensiv eingearbeitet gewesen?

Also bei uns sind Normalstation und Intensiv unterschiedliche Arbeitsfelder. Auch im Dienst.
Auf der ITS/NEO ging es nach so 6 bis 8 Monaten mit Diensten los.
Auf Normalstation früher.

Die TE ist ja in der Vergangenheit hier schon mit Überforderung und dem Wunsch, sich zu drücken aufgefallen.
Und ehrlich, wenn ich 1 Jahr lang nicht den Mund auf bekomme, weil ich mich nicht gut angeleitet fühle, obwohl das Klima so toll sein soll, ist das tatsächlich ein Problem bei einem selbst.

Achja, und das Denken aus dem Anfangspost: tja, die werden mich wegen freier Stellen schon so oder so behalten wollen, also sehe ich mich im Recht, Forderungen zu stellen, schon echt abgehoben.
Diese Haltung greift leider um sich. Aber auch wir leben tatsächlich lieber mit freien Stellen als mit Kollegoiden, die der Meinung sind, ein Personalmangel sei ein Freibrief für Rosinenpickerei