Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ophthalmoskopie in Allgemeinmedizin
Und wenn du schon die STP nun wieder hervorhebst, so ist diese tatsächlich deutlich einfacher und sicherer mit der Funduskopie als mit der Sonographie zu diagnostizieren. Zumal ja auch vor der dicken Stauung schon Randunschärfe und Schwellungen auftreten, die nicht sonographisch gesehen werden. Und wie gesagt sehe ich diese Indikation als absolut einzige für die direkte Funduskopie in den Händen des Nicht-Ophthalmologen (wobei mein grundsätzlicher Standpunkt immer noch der bleibt, dass ich es in der Allgemeinmedizin ganz generell nicht sinnvoll finde).
Christoph S.
20.10.2021, 10:01
@Muriel: ich sehe das als deine Expertenmeinung, was ja auch eine Art von Evidenz ist.
Wichtig ist: Ich will nicht wissen, ob der Patient eine Stauungspapille hat, ich will wissen ob sein ICP erhöht ist.
Eine Stauungspapille ist auch nur ein Surrogatparameter für erhöhten ICP.
Der optic nerv sheath diameter (ONSD) ist ein anderer Surrogatparameter für den ICP.
Laut dieser Metaanalyse ( https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31739316/ ) lag die gepoolte Sensitivität für erhöhten ICP (ONSD cutoff 5mm) bei nicht-traumatischen Patienten bei 92% (CI, 86% - 96%) und die negative likelyhood ratio bei 0.09 (CI, 0.05 to 0.17).
Damit wird die Diagnose bei schon geringer Vortestwahrscheinlichkeit (Hausarztpraxis ist Niedrigprävalenzbereich) noch viel unwahrscheinlicher.
Wenn der Patient hoch-symptomatisch (Kopfschmerzen, Übelkeit, Visusminderung, Doppelbilder) nutzt mir die neg. LR von 0,09 auch nicht viel.
Aber wie gesagt, bei der jungen übergewichtigen Frau mit mäßigen Kopfschmerzen (ohne weitere Symptome) seit ein paar Wochen, würde ein ONSD <5mm in der Hausarztpraxis mich darin bestärken, erstmal ambulante Diagnostik und Therapie zu diskutieren und nicht auf eine Einweisung zu drängen.
Dass man diese Untersuchung üben muss, steht außer Frage. Aber das ist doch bei jedem Test so. Daten ob jetzt die direkte Ophthalmoskopie oder der ONSD-Ultraschall leichter für Nicht-Ophthalmologen zu erlernen sind, finde ich nicht.
Feuerblick
20.10.2021, 10:11
Die direkte Ophthalmoskopie ist, man möge mich korrigieren, bei Neurologen (!) genau aus diesem Grund schon lange Standard. Für die Stauungspapille. Für sonst nix. Und da sagen wir ja auch „Kann man machen, wenn man es übt und unbedingt tun will.“ :-nix
Christoph S.
20.10.2021, 10:43
Kar kann man damit (ohne Beleg) argumentieren, dass etwas Standard war. Meine Frau als FÄ Neurologie benutzt Bedside-Ultraschall dafür, wenn das jetzt als Argumentation gelten soll. In meinen ehemaligen PJ-Haus Neurologie habe ich nie jemanden ophthalmoskopieren sehen, was kein Beweis ist. Der Legende nach sollen es die OÄ früher mal gemacht haben.
Vielleicht meldet sich ein Neurologe hier?
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