PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufsstand der psychotherapeutisch tätigen Heilpraktiker



Seiten : 1 [2]

Reflex
22.12.2021, 18:46
Zumal aktuell die Wartezeiten für eine Psychotherapie schonmal gut 6 Monate betragen. Und Leute, die eine brauchen, auch oft nicht die Kraft und Beharrlichkeit haben, diverse Praxen abzutelefonieren und sich auf Wartelisten setzen zu lasse. Da kommt so ein psychotherapeutischer Heilpraktiker, der für „kleines Geld“
direkt einen Termin vergibt, gerade recht.

6 Monate sind doch noch wenig. Eher oft 8 Monate bis 1 Jahr und länger. Die Heilpraktiker für Psychotherapie verdienen an der Unterversorgung des Gesundheitssystems bei Psychotherapieplätzen. Und für kleines Geld sind die Termine mitnichten zu haben. Die lassen sich ihre fehlende Kompetenz häufig fürstlich bezahlen. Das Gute ist, dass viele Patienten das irgendwann checken und sich dann um eine reguläre Richtlinientherapie wieder bemühen, weil sie feststellen, dass jemand ohne fundierte Ausbildung einen nicht weiterbringt.

Reflex
22.12.2021, 18:52
Ein Psychologe oder Psychotherapeut könnte diese Dinge ja auch privat oder für Selbstzahler anbieten. Wenn z.B: das Budget überschritten ist und noch Termine frei sind. Oder grundsätzlich privat, weil die Nachfrage ja da ist
Ich finde es gut, dass studierte PT und Psychologen diesen Umstand trotzdem nicht ausnutzen.

Privat ist in der Psychotherapie inzwischen gar nicht mehr so attraktiv. Die EBM Sätze liegen höher und der bürokratische Aufwand ist bei der GKV inzwischen deutlich geringer, insbesondere wenn man z.B. Gruppenpsychotherapie anbietet, weil man keine Gutachten mehr schreiben muss. Dazu kommt, dass die KV einen auch als Privatarzt für KV Dienste verpflichtet. Und „IGeln“ kann man nur, wenn die Richtlinien PT ausgeschöpft ist.

rafiki
23.12.2021, 16:34
Solange es z. B. Pathologen gibt, die nebenher mit ihrer Zusatzbezeichnung PT betreiben, gibt es keinen Grund sich über HP für Psychotherapie aufzuregen.

mbs
23.12.2021, 22:02
Der Knackpunkt ist wahrscheinlich, dass auf dem freien Markt grundsätzlich alles möglich ist. Immerhin kriegen die kein Geld von irgendeiner Kasse; man wird immer primär von dem hinterfragt der zahlt - wenn die Leute selbst zahlen sollte man nur meinen, dass sie etwas kritischer sind, aber offenbar ist das bei manchen Personen nicht der Fall.
Der Nachteil ist sicher, dass eben weil dieser "Shortcut" viele anspricht, mittlerweile eine große Konkurrenz auf den Markt herrscht. Viele scheinen sich deshalb auf irgendwas zu "spezialisieren" - beispielweise Hypnosetherapie, spezielle Massageformen oder ähnliches. Kenne jemanden der zweiteres gar nicht so schlecht macht, aber eine Nebentätigkeit braucht um sich über Wasser zu halten - der Markt scheint sehr umkämpft zu sein.
Man muss sich nur Hypnose ansehen - klar verlangen die deftigste Privathonorare, aber selbst in kleineren Städten gibt es häufig mehrere von denen.
Überhaupt muss man in einer größeren Stadt nur eine Hauptstraße entlang gehen und findet alle paar Hundert Meter irgendeine Heilpraktiker-"Praxis"...