Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Opt Out - Erfahrungen
Feuerblick
13.01.2022, 21:34
Ja.
Ja, auch. Wobei Radiologie nun wirklich nicht kompetitiv ist. Nicht kompetitiver als Augenheilkunde…
Weiß ich nicht.
Wo gibts Ein-Jahres-Verträge? Wie werden die begründet? Wer nimmt sowas noch an???
Ich weiß echt nicht, wo du die miesen Erfahrungen gemacht hast, aber du musst echt ganz üble Stellen gehabt haben. Aber deshalb muss man Newbies ja nicht raten, duckmäuserisch alles zu ertragen, oder?
Bei uns (große Uniklinik mit sehr großer Radio) kriegen schon seit Jahren alle Assistenten bei Einstellung einen 5-Jahresvertrag...
Endoplasmatisches Reticulum
13.01.2022, 21:53
.......
Feuerblick
13.01.2022, 22:12
Tja, wenn man an eine dieser „geilen“ Unikliniken arbeiten will und bereit ist, sich dafür übern Tisch ziehen zu lassen… Selbst schuld. Muss man ganz alleine entscheiden, wie sehr man Karriere will und wie sehr ortsgebunden man wirklich ist - und dann auch die Konsequenzen tragen. :-nix Gäbe es keine Deppen mehr, die solche Stellen annehmen, müssten auch diese obertollen Chefs mal vom hohen Ross runtersteigen.
Aber diesen Fall haben wir hier nicht und den haben wir bei den allermeisten Fragestellern nicht. Es geht hier „nur“ um Opt-out und darum, dass die Verwaltung natürlich ein Drohszenario aufbaut, was sich aber am Ende in aller Regel in heiße Luft auflösen wird. Und falls nicht: Eigene Entscheidung - siehe oben.
Im übrigen ist es gut, den „jungen Leuten“ aufzuzeigen, was ihre Rechte sind und dass eben viele Dinge, die von manchen Leuten hier im Forum erzählt werden (keine Rotationen, wenn man nicht duckmäuserisch alles mitmacht, mobbende Chefs wegen Opt-out) eben nicht der Regel entsprechen. Wobei die alten Hasen hier durchaus noch Zeiten erlebt haben, in denen genau das passierte und man wenig Chancen hatte, sich zu wehren. Seither hat sich viel getan und EIGENTLICH müsste man sich all das nicht mehr gefallen lassen.
Daher sollte man Newbies eben gerade ermutigen, sich nicht jeden Bären aufbinden zu lassen.
es heisst ja nicht, dass du entsprechend arbeiten MUSST… sondern offiziell DARFST. opt out wird oft zu unrecht verteufelt…
Seh ich ähnlich. Opt-Out hat einen ziemlich miesen Touch. Manchmal zurecht, manchmal zu unrecht.
Alleine, dass etwas wie das Opt-Out überhaupt existiert ist eine Frechheit sondergleichen. Es gibt das Arbeitszeitgesetz ja nicht zum Spaß...
Da muss man die Kirche mal ganz ehrlich im Dorf lassen. Wenn ich in einer kleinen Klitsche arbeite in der ich einmal die Woche einen 24h-Dienst mache und dafür den nächsten Tag frei hab, der 24h-Dienst aber so aussieht dass ich ab vier nur noch wenig zu tun hab und aber 9 spätestens 10 mich ins Bett leg und zu 90% durchschlaf dann ist das voll ok. Dann bekommt man für Anwesenheit aber wenig Arbeit ziemlich gut Geld und hat schon ein schönes Leben.
Wenn Opt-Out wiederum dazu genutzt wird dass die Leute in "Bereitschaftsdiensten" verheizt werden die eigentlich 120%-Volldienste sind und man 16h am Stück gehetzt wird und gar nicht mehr weiß wo einem der Kopf steht, dann ist Opt-Out maximal schädlich.
Die Wahrheit bewegt sich meist dazwischen und die Toleranzgrenzen des Einzelnen sind entsprechend der Gauß'schen Normalverteilung auch dazwischen verteilt...
Ganz ehrlich: ich würds unterschreiben wenn du eh schon schreibst dass die Dienstbelastung ok ist. Und wenn es einem irgendwann nicht mehr passt kann man entweder direkt kündigen oder auch den Opt-Out kündigen.
_calendula_
13.01.2022, 22:44
Es geht auch umgekehrt: Verwaltung um befristetes Opt-Out fragen, wenn mal der Stundenabbau nicht hinkommt. Funktioniert und ist ein Teil von beidem - Bedingungen annehmen und dennoch das OK selbst in der Hand haben.
Vom AG um Opt-Out gebeten wurde ich noch nie.
Endoplasmatisches Reticulum
13.01.2022, 22:45
........
Leucovorin
13.01.2022, 22:46
Bei uns (große Uniklinik mit sehr großer Radio) kriegen schon seit Jahren alle Assistenten bei Einstellung einen 5-Jahresvertrag...
Mag sein. Vllt große Uni Ruhrgebiet?
Also ich kenne mehrere Uniklinken (auch explizit u.a. Radio als Fach), die 2-3 Jahresverträge erstmal nur anbieten. Das ist auch manchmal nach De-Gusto des Chefs. Wer schon 1-2x Jobwechsel hatte als Zacken im Lebenslauf, der kriegte damals nur den 2 Jahresvertag. Ob Radio jetzt kompetitiv ist oder nicht, lässt sich drüber streiten. Ich hatte mal einen Kollegen (ja mit sprachlichen Defiziten), der fast 2 Jahre auf eine Radio-Stelle gewartet hat in anderen Fächern.
Bei meiner allerersten Stelle hatte ich erstmal nur eine Befristung für 3 Monate als Schwangerschaftsvertretung (war im Vorstellunggespräch nie die Rede von) und nach 2 Monaten kam dann ein 3 Jahresvertrag.
Hast du es ausprobiert? Hier im Forum gibt es viele Beispiele für Leute, die dieses Ding nicht unterschrieben haben und keinen Ärger hatten. Es interessiert in Wirklichkeit niemanden so richtig.
Und was die Verwaltung „erwartet“ und was sie bekommt, ist ja immer noch meine Sache. Daher würde ich Opt out erst anfassen, wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist. :-))
Mag ja sein, ich war in relativ beliebten Großstädten und da war das nicht so Gang&Gebe. Und Nein erst wurde Opt-Out vorgelegt und GANZ am Ende kam der Arbeitsvertrag. Wenn du dann schon mit Extrawürsten kommst wie: Nee Opt-Out mache ich nicht, geht das direkt zu deinem zukünftigen Chef und je nachdem wen er sonst noch so auf seinem Schreibtisch liegen hat, war's das dann.
Ja klar, kann man alles riskieren, dann hat man im Zweifel einen Bewerbungsprozess umsonst gemacht für eine Stelle, die man auch wahrscheinlich nur 2-5 Jahre behält und muss wieder neu anfangen zu suchen.
Als Berufseinsteiger? In kompetitiven Fächern? In einer umkämpften Großstadt? Mit 1-Jahres-Verträgen?
Drastisch formuliert, aber muss man auch sagen dürfen. Alles rosarot ist es nunmal nich in dieser Welt. Vielleicht ist so ein eher kleines Fach wie Augenheilkunde da doch noch etwas anderes.
FirebirdUSA
14.01.2022, 05:27
Persönlich bin ich eher kritisch gegenüber Opt-out. Meiner Meinung nach sollte der AG für genügend Personal sorgen, damit das Arbeitszeitgesetz eingehalten wird.
Aber in diesem Fall würde ich erstmal starten und mir den Laden anschauen. Nette Kollegen sind die halbe Miete, am Anfang wird die Dienstbelastung noch etwas niedriger liegen. Abspringen kann man immer.
Also mir erlaubt Opt-Out eine Urlaubsplanung die von allen geschätzt wird. Geht aber eben nur wenn dann in den Haupturlaubszeiten jemand auch mehrere Dienste macht (und dafür an anderer Stelle eben weniger). Wäre ohne OptOut nicht möglich ... wenn das alle kündigen, dann gibt es eben Probleme bei den Urlaubswünschen. Nicht weil ich jemanden ärgern oder bestrafen will sondern, weil es einfach nicht konform geht.
Klar gibt es noch Schwangerschaftsvertretung befristet o.ä. (dafür hat die Schwangere aber auch eine Garantie wieder kommen zu dürfen), die Regel sind aber auch an der Uni 3-5 Jahresverträge, es sei denn du sitzt auf Drittmitteln.
NIEMALS Unterschreiben
Egal welche Vorteile du dir davon erhoffst,
Die wiegen die Nachteile des Verlust jeglicher Lebensqualität nicht auf.
Bereits ohne Opt out bist du nur am Schlafen und Arbeiten als Arzt. 60h Wochen sind normal
Tu es nicht, du wirst auch an einer anderen Klinik glücklich, wenn du dort -deswegen- keine Chancen kriegst.
Du bist den Klinikunternehmen nichts schuldig. Es ist deine Lebenszeit
Endoplasmatisches Reticulum
14.01.2022, 07:47
..........
Ich habe einen neuen Vertrag unterschrieben und bisher keinen Opt Out vorgelegt bekommen. Unbefristet, etcpp. Vielleicht bin ich einfach zu alt für das.
Opt Out macht den Dienstplanern vor allem Stress… 1x 24h Dienst mehr oder 1 Samstag verplant geht schon deutlich über die 48h und lässt sich bei 4 Diensten im Monat und mindestens 2 Wochenenden frei auch nur mit Überstundenabbau oder Urlaubstagen wirklich wieder drücken, so dass man bei fehlenden Überstunden da auch schon mal etwas genervt und hilflos vor dem Dienstplan sitzt, ohne dass irgendeiner der Beteiligten da wirklich etwas für (oder dran ändern) kann.
Endoplasmatisches Reticulum
14.01.2022, 11:02
........
FirebirdUSA
14.01.2022, 12:00
Das Dienstplanmodell ist tatsächlich ein Argument, insbesondere wenn wie in vielen NAZ eigentlichen Vollarbeit vorliegt aber BD abgerechnet wird. Dann wäre Schichtdienstmodell passender.
Aber der Vergleich mit anderen Branchen hinkt, da ist selten eben eine 24/7 Abdeckung erforderlich, mit aber Nachts deutlich weniger Arbeit. Nur wenn die Restarbeit eben so vorliegt, dass einer voll beschäftigt ist muss es eben auch Vollarbeitszeit sein. Zumindest bei uns wird der BD ja auch mit der Regelarbeitszeit verrechnet, unter der Woche geht das fast 0:0 aus und für die Nacht werden halt die Zuschläge zusätzlich ausbezahlt.
Wie geschrieben, Opt-Out erlaubt mir als Dienstplaner etwas mehr Gestaltungspielraum im Sinne aller Kollegen. Wenn es dazu genutzt wird unmögliche Dienstmodelle zu ermöglichen sollte man es natürlich kündigen. Nur ist OptOut eben kein Schwarz/Weiß … es kommt wie immer auf die konkrete Situation an.
Bei uns gibt es einige die gerne am Wochenende 24h Dienste teilen, da sie es angenehmer finden. Ist seit dem letzten Tarifvertrag zumindest offiziell nicht mehr möglich, da dann die max. Anzahl an Wochenendediensten überschritten wird. - Die Idee dahinter ist natürlich richtig, aber es gibt eben auch Kollateralschäden.
Insofern zum eigentlichen Thema: Wenn OptOut ein Muss ist, würde ich mir überlegen dort anzufangen. In der Regel ist es dann doch optional. Für alles andere muss man sich die lokalen Gegebenheiten ansehen. Es kann sinnvoll sein OptOut zu haben, es kann aber auch sinnvoll sein es zu kündigen…
Hahaha goil, die Leute, über die ihr lästert (die Opfer) - itsa me! XD
Na ja @ckm38: Mir wurde vor Ort tatsächlich das Opt out Formular wieder vorgelegt. Ich hab's, wie bereits vorab beschlossen, einfach unterschrieben. Bin mal gespannt, wie es bei dir wird, sag mal Bescheid, ja? :)
][truba][
14.01.2022, 16:43
Mag ja sein, ich war in relativ beliebten Großstädten und da war das nicht so Gang&Gebe. Und Nein erst wurde Opt-Out vorgelegt und GANZ am Ende kam der Arbeitsvertrag. Wenn du dann schon mit Extrawürsten kommst wie: Nee Opt-Out mache ich nicht, geht das direkt zu deinem zukünftigen Chef und je nachdem wen er sonst noch so auf seinem Schreibtisch liegen hat, war's das dann.
Ja klar, kann man alles riskieren, dann hat man im Zweifel einen Bewerbungsprozess umsonst gemacht für eine Stelle, die man auch wahrscheinlich nur 2-5 Jahre behält und muss wieder neu anfangen zu suchen.
Also ich war in Berlin in einem kleinen Fach zum unterschreiben meines Vertrages in der Personalabteilung und die hat mir den Zettel vorgelegt und ich hab gesagt, ich unterschreib es nicht. Dann meinte sie, dann kriegen sie aber eventuell Stress mit dem Chef oder dem personalverantwortlichem Oberarzt. Da hab ich ok gesagt, und es trotzdem nicht unterschrieben. Hat keine Sau interessiert. Der Chef hat es nie gewusst. Der OA hat mal gesagt, ich dürfte theoretisch nicht so viel arbeiten wie die anderen. Praktisch hab ich es aber trotzdem getan.
juke5489
14.01.2022, 17:33
ich hab initial das opt-out nicht unterschrieben, dies aber nach 2 jahren nachgeholt. warum? weil meine oberärztin mir gesagt hat, dass ich sonst nur 2 dienste im monat machen kann. und das wäre mir finanziell zu wenig, zudem gegenüber den kollegen unkollegial, die dann mehr machen müssten.
und da wir im durchschnitt eine überschaubare dienstmenge haben, war es kein problem für mich das opt-out zu unterschreiben.
an all jene, die opt-out für eine frechheit halten folgende frage: habt ihr mal durchgerechnet wie viele weiterbildungsassistenten eure abteilung bräuchte um ohne opt-out die dienste legal zu verteilen? und habt ihr euch überlegt, was das für eure ausbildung bedeuten würde? all diese leute würden auch in den op/die funktionsabteilung/den herzkatheter wollen.
mit der dienstbegrenzung auf 4 dienste im monat und 2 wochenenden haben genügend kleine abteilungen eh schon schwierigkeiten fair zu planen.
ich will jetzt nicht sagen, dass man es den arbeitgebern recht machen soll, aber irgendwo muss man auch mal die kirche im dorf lassen.
man kann auch mit opt-out fair behandelt werden und sich nicht totarbeiten.
Leucovorin
14.01.2022, 18:20
Ja das ist auch der Singsang der Personalabteilung in meinen Krankenhäusern gewesen: Ohne Opt-Out würde die Abteilung nicht laufen. Aber hey, wer sich dabei schlecht fühlt sollte es lassen. Gibt Optionen ohne Dienste&Co. Nur wie Juke sagte: Die Kohle ist dann weniger. Eine Freundin von mir ist beim Gesundheitsamt gelandet wegen Unvereinbarkeit Dienste&mehrere Kleinkinder, trotz Corona Top-Arbeitsbedingungen, aber die Bezahlung im Vergleich zur Klinik mau.
Ich habe Opt Out damals unterschrieben. Wollte eh nur ein Jahr zu Überbrückung bleiben, dachte ich gucke mir das mal an und wenn’s scheiße ist, dann geh ich halt wieder. Mittlerweile arbeite ich seit gut 2 1/2 Jahren in der Abteilung.
Hab gerade mal nachgezählt: aktuell machen bei uns 15 1/2 Assistenten Dienste (ich selbst bin nur die Hälfte des Monats in der Abteilung). Damit kann man die Dienstvorgaben gut erfüllen, man macht bei uns in der Regel 2-3 Dienste/Monat und kommt einmal am Wochenende zum Dienst oder zur Wochenendvisite. Diejenigen, die an 2 Wochenenden kommen müssen, machen unter der Woche nur einen Dienst. Im Schnitt muss man also 3 x pro Monat außerhalb der regulären Arbeitszeiten in der Klinik sein. Da kann man meiner Meinung nach nicht meckern.
Opt Out muss also kein Freibrief über irrwitzig hohe Arbeitsbelastung sein. Zumindest in meiner Klinik ist es das nicht…
Endoplasmatisches Reticulum
14.01.2022, 21:19
...........
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.